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Thema: Deutsches Reich Germania: Zurückgezogene Marken
Pepe Am: 26.02.2017 22:51:22 Gelesen: 3936# 1 @  
Deutsches Reich Germania: Michel 155 Unterrand Druckvermerk ?

Mir ist es nicht möglich diesen Unterrandvermerk zu definieren.



1921, Mi 155 I a, Walzendruck

Wer kann helfen?

Nette Grüße Pepe
 
muemmel Am: 26.02.2017 23:22:19 Gelesen: 3929# 2 @  
@ Pepe [#1]

Hallöle Pepe,

der Dreierstreifen stammt von einem Bogen mit der HAN 3136.21 Platten-Nr. 2. Die Kombination der Druck(er)zeichen IIId und 25 befindet sich unter Feld 95 des Bogens.

Grüßle
Mümmel
 
Pepe Am: 27.02.2017 19:57:12 Gelesen: 3883# 3 @  
@ muemmel [#2]

Ich danke für die Info. Steht das nun im Michel? Dann hätte ich mal wieder was übersehen.

Und was soll die Nachbemerkung, Zitat Michel DSK 2011: "MiNr. 154-157 wurden am 20.1.1922 vom Schalterverkauf zurückgezogen und im Innendienst aufgebraucht. Das Publikum durfte sie nach dem 20.1.1922 nicht mehr verwenden." bedeuten, wer ist denn das Publikum?

Und die Frage darf ja auch nicht fehlen: Um wie viele Mi€ bin ich nun wieder reicher geworden?

Noch schönen Rosenmontag vom Faschingsmuffel Pepe
 
muemmel Am: 27.02.2017 20:34:36 Gelesen: 3873# 4 @  
@ Pepe [#3]

Moin Pepe,

im Michel steht das nicht, aber im INFLA-Band 56 über die Druck- und Druckerzeichen.

Warum die Überdruckmarken 154 bis 157 vom Schalterverkauf zurückgezogen wurden, kann ich ad hoc nicht sagen. Da müsste ich lange wühlen, um das raus zu finden.

Publikum war der normale Postkunde, der eben diese Marken nicht mehr am Postschalter kaufen konnte.

Schönen Gruß
Mümmel
 
inflamicha Am: 27.02.2017 20:56:41 Gelesen: 3862# 5 @  
@ Pepe [#3]
@ muemmel [#4]

Hallo ihr zwei,

die Marken wurden vom Schalterverkauf zurückgezogen, weil Fälschungen recht leicht waren- siehe die Frankfurter Fälschung zum Schaden der Post der 10 M. auf 75 Pf. Das Publikum, also der normale Postkunde konnte diese Marken nicht nur nicht mehr kaufen, sondern auch bereits gekaufte Marken nicht mehr verwenden. Dies durften nur die Postbeamten zum Beispiel bei Paketkarten oder anderen am Schalter zu frankierenden Formularen. Das auch das nicht half zeigt abermals die eingangs erwähnte Frankfurter Fälschung, welche von einem Postbeamten selbst in Betrugsabsicht auf Paketkarten verwendet wurden. Ein schöner Schnitt- für 75 Pf. Einkaufspreis pro Marke kassierte der Mann 10 Mark. Die Druckkosten gingen natürlich noch ab, dürften aber gering gewesen sein.

Gruß Michael
 
erron Am: 27.02.2017 23:26:05 Gelesen: 3828# 6 @  
Noch eine kleine Ergänzung zu den zurückgezogenen Marken von dieser Überdruckserie.

Natürlich gibt es auch die berühmten Ausnahmen. Anscheinend wussten in Ramsdorf bei Leipzig die Postbediensteten noch nichts über diese Verordnung.

So wurde dieser Fernbrief mit der zurückgezogenen 3 Mark Marke (Nr 155) am 22.1.22 abgestempelt und an das Finanzamt in Borna versendet.



Auch gibt es nicht viele portogerechte Verwendungsmöglichkeiten auf Brief aus der PP 7 von 1.1.22 bis zum Tag der Zurückziehung am 20.1.22. Ich finde nur drei Möglichkeiten einer portogerechten Verwendung als Einzelfrankatur auf Brief für diese max. 20 Tage.

Fernbrief bis 100 Gramm (3 Mark Porto), Drucksache bis 500 Gramm (3 Mark Porto) und R-Brief bis 100 Gramm (5 Mark Porto)



Die häufigste wird wohl ein Fernbrief bis 100 Gramm sein.

mfg

erron
 
DerLu Am: 28.02.2017 07:08:02 Gelesen: 3778# 7 @  
@ erron [#6]

Die Marken wurde sogar noch viel später auf normalen Briefen verwendet die unbeanstandet befördert wurden: hier ein Fernbrief der 2. Gewichtsstufe (4 M) mit Zusatzdienstleistung Einschreiben (2M) vom 28.8.1922 (PP 8) aus Aue nach Berlin. 'Portorichtig' mit zwei MiNr. 155 frankiert. Wegen der Einschreibung muss der Brief bei der Aufgabe eigentlich durch die Hände eines Postbeamten gegangen sein, wenn er nicht sogar selbst die Marken verklebt hatte.



Andererseits sind aber schon Sendungen mit diesen Marken am 21.1.1922, also dem ersten Tag nach der Zurückziehung, mit Nachporto belegt worden. Hier ein Brief vom 21.2.1922, frankiert u.a. mit einer MiNr. 154. Diese Marke wurde als ungültig markiert, und der Brief mit dem doppelten Nennwert des Markenwertes mit Nachporto belastet.



Gruss DerLu
 
DerLu Am: 28.02.2017 07:28:55 Gelesen: 3769# 8 @  
@ erron [#6]

Hallo erron,

Möglichkeiten der Einzelfrankaturen in PP7 gibt es noch ein paar mehr (ohne Anspruch an Vollständigkeit):

a) Warenprobe der 3. Gewichtsstufe (bis 200g) = 3M (MiNr. 155)



b) Fernbrief der 1. Gewichtsstufe (2M) mit Zusatzdienstleistung Eilbestellung im Ortszustellbezirk (3M) = 5M (MiNr. 156)



c) Drucksache der 3. Gewichtsstufe (1M) mit Zusatzdienstleistung Einschreiben (2M) = 3 M (MiNr. 155)



Schon allein wegen der Anschrift gehe ich hier aber von einem überfrankierten Sammlerbeleg aus.

Es wäre schön, wenn noch jemand andere Einzelfrankaturen zeigen könnte.

Gruß DerLu
 
dietbeck Am: 11.03.2017 07:07:24 Gelesen: 3662# 9 @  
Hallo,

jetzt muss ich nochmal nachfragen. Augenscheinlich hat sich die Post überhaupt nicht an die Anweisung gehalten. Denn die Marken wurden auch nach dem 21.2.22 in großem Stil unbeanstandet als Frankatur akzeptiert. Ich finde unzählige Briefe und gestempelte Marken nach diesem Datum.

dietbeck
 
DerLu Am: 11.03.2017 09:22:16 Gelesen: 3641# 10 @  
@ dietbeck [#9]

Hallo,

naja, 'überhaupt nicht' und 'großem Stil' halte ich für etwas übertrieben. Aber du hast recht, es gibt viele nach dem öffentlichen Verwendungsverbot ohne Beanstandung beförderte Briefe. Ich stelle mir die für die damaligen Postler ungewöhnliche Situation vor, daß die Marken im Innendienst benutzt werden durften, sie diese Marken also auf Paketkarten etc. tagtäglich verklebten, sie aber auf Briefen etc. nicht verwenden durften. Daran dachte man anscheinend nicht immer, und verklebte solche Marken auch schon mal auf Briefen, bzw. übersah solche Briefe aus dem Verkehr zu fischen und mit Nachporto zu belegen. Letztlich ist der Post auch kein finanzieller Schaden durch die Verwendung entstanden. Es soll durchaus häufiger vorgekommen sein, daß Briefe mit einer solchen Marke am Schalter freigemacht wurde, die dann am Ankunftspostamt mit Nachporto belegt wurde.

Hier ein Brief aus dem Januar 1922 freigemacht mit einer MiNr. 155, die am Ankunftspostamt in Braunschweig als ungültig markiert wurde und mit dem Doppelte des Markenwertes mit Nachporto belegt:



Gruß DerLu
 
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