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Thema: Belege aus der Zeit von 1945-1949, die eine Geschichte erzählen
Das Thema hat 133 Beiträge:
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philast Am: 18.10.2020 15:56:15 Gelesen: 28338# 109 @  
Hallo,

anbei ein interessantes Formular von 1945.

Am 17.4.1945 wurde ein Betrag von 6 Rmk berechnet für Rundfunkgebühren vom Postamt Wilhelmshaven. Aufgrund der Kriegsereignisse (Wilhelmshaven wurde erst im Mai 1945 besetzt) und der anschliessenden Schließung der Postämter wurde der Betrag erst am 3.7.1945 beglichen, dann jedoch 8 Rmk, da inzwischen noch ein weiterer Monat Rundfunkbeitrag dazu gekommen ist.

Auch eine Art von 'Überroller'. ;-)



Grüße
philast
 
bovi11 Am: 18.10.2020 18:11:27 Gelesen: 28309# 110 @  
@ Baber [#107]

Die Notopfermarke dürfte eine Nr. 2 HW sein. Ich sehe nämlich eine Linienzähnung, auch wenn die linke Seite ramponiert ist.

Dieter
 
Baber Am: 18.10.2020 18:28:00 Gelesen: 28299# 111 @  
@ bovi11 [#110]

Hallo Dieter,

ich kenne mich mit Notopfermarken nicht aus. Was heißt Nr. 2 HW?

Gruß
Bernd
 
bovi11 Am: 18.10.2020 18:50:33 Gelesen: 28293# 112 @  
@ Baber [#111]

Hallo Bernd,

2 HW = Wasserzeichen W* und Linienzähnung 11 1/2 - siehe [1]

Dieter

[1] https://www.bautenserie48.de/bautenserie-typen-der-marken/
 
hubtheissen Am: 18.10.2020 19:46:04 Gelesen: 28275# 113 @  
Hallo,

auch die renommierte Fachzeitschrift "Angewandte Chemie" litt unter Papiermangel und musste ihre Streifbänder zusammenbasteln.



und einige Firmen mussten sich mit Reparationsforderungen aus dem Ausland auseinandersetzen.



Gruß

Hubert
 
GSFreak Am: 19.10.2020 18:37:53 Gelesen: 28200# 114 @  
Postkarte vom 26.06.1945 aus Lübeck nach Bad Schwartau. Weitergabe von Informationen eines Arztes, der durch russisches Gebiet gekommen ist:

Alle Krankenhäuser und Lazarette würden geschont und sich selbst überlassen. In Berlin herrsche jetzt gute Ordnung nach unruhigen Wochen.



Es ist eine Barfrankatur, keine Notganzsache, Ausgabekontrollstempel links unten: aptierter Stempelkopf von Lübeck 1, 26.06.1945, dazu Freivermerk.
Abgangsstempel von LÜBECK 1, ebenfalls vom 26.06.1945.

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 22.10.2020 11:10:50 Gelesen: 27890# 115 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 695 der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG 5 (roter, ovaler Paketstempel mit integriertem Freivermerk "Gebühr bezahlt", Datumzeile bis auf eine !1! geblockt), gelaufen HAMBURG 1 am 03.08.1945 (Maschinenstempel UB a) nach Norby im Kreis Eckernförde. Typischer Nachkriegszeit-Text u.a. zu Arbeits- und Wohnsituation.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 24.10.2020 23:07:21 Gelesen: 27751# 116 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 695g der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG-BAHRENFELD vom 20.08.1945, Abgangsstempel (24) HAMBURG 1 vom 21.08.1945 nach Jüngsfeld über Oberpleis. Dort mit neuer Adresse in Köln-Bayenthal versehen und entsprechend weitergeleitet. Zugesetzt ist ein Poststelle II-Stempel von Uthweiler über Oberpleis, einem Nachbarort von Jüngsfeld, heute beide im Stadtteil Oberpleis von Königswinter. Es wird der Text einer Nachricht aus Berlin weitergegeben, die offenbar die Verwaltungsstelle der Margarine-Verkaufs-Union in Hamburg-Bahrenfeld erreicht hatte.

Solch ein Poststellen II-Stempel als "Weiterleitungsstempel" ist schon ein Highlight. Das toppt allerdings der Text allemal. Es werden Zustände in Berlin während und nach dem Krieg geschildert sowie Sorgen über das Schicksal naher Angehöriger geäußert.



Beste Grüße
Ulrich
 
Manne Am: 25.10.2020 18:05:42 Gelesen: 27632# 117 @  
Hallo,

zu dieser Zeit gab es sicher wichtigeres als Briefmarken.

Gruß
Manne


 
hubtheissen Am: 25.10.2020 19:51:43 Gelesen: 27612# 118 @  
Hallo,

hier ein Beleg, der die Aufräumarbeiten dokumentiert.



Gruß

Hubert
 
GSFreak Am: 06.11.2020 18:57:32 Gelesen: 27001# 119 @  
Hier eine Behelfsganzsache P 698I der Britischen Zone RPD Hamburg mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG-ALTONA 6 vom 26.10.1945, Abgangsstempel LÜNEBURG 1 vom 08.11.1945 nach Berlin N113 (ab Ende Otober 1945 war der Interzonenpostverkehr wieder zugelassen).

Das Schreibdatum mit 1943 ist natürlich unrichtig, es muss 1945 lauten. Eine Tochter schreibt an ihre Eltern ob der Schwierigkeiten in Hamburg eine Arbeit zu finden und will "rüber machen nach Bayern zum Amerikaner".



So wie hier nummerierten oftmals die Absender ihre Karten, um später feststellen zu können, ob auch alle angekommen sind.

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 30.04.2021 12:13:32 Gelesen: 20253# 120 @  
Die als Postkartenformblatt relativ spät genutzte geschwärzte Hitler-Ganzsache (Urkarte P 314IIa) ist am 10.01.1947 als Ortspostkarte mit 10 Pf. Mi.-Nr. 918 innerhalb von NORDHORN (GRAFSCHAFT BENTHEIM) gelaufen.

Der Adressat ist verzogen (Stempel: "Verzogen, wohin unbekannt") und die Karte ging zurück (Stempel: "Zurück") an den Absender, jeweils handschriftlich beigesetzt das Datum 10.01..

Eingeladen wurde zur Generalversammlung mit der Bitte etwas Heizmaterial mitzubringen. Ich vermute, dass es um die Generalversammlung des örtlichen Briefmarkensammlervereins ging und der Absender der Vereinsvorsitzende war. Dieser hatte offensichtlich auch den Stempel "Bitte philatelistisch frankieren !" abgeschlagen. Aber was gab es da am 10.01.1947 schon groß "philatelistisch" zu frankieren: nur Dauerserien (1. Kontrollratsausgabe oder AM POST).



Beste Grüße
Ulrich
 
ChristianSperber Am: 01.05.2021 10:38:56 Gelesen: 20167# 121 @  
Postkarte aus Britisch-Indien nach Wiederaufnahme des Postverkehrs



Hier möchte ich eine Karte zeigen, die heute vor 75 Jahren, am 1.5.1946, in Bombay abgestempelt wurde. Sie ist an die Firma John zum Felde & Classen im Bieberhaus in Hamburg adressiert. Das Bieberhaus ist ein 1909 erbautes Kontorhaus in unmittelbarer Nachbarschaft des Hamburger Hauptbahnhofs und heute u.a Sitz des Ohnsorg-Theaters [1].

Vorderseitig links ein Stempel der britischen Zensurstelle.

Die Post versuchte die Karte zunächst an anderen Adressen in der Hamburger Innenstadt zuzustellen (Mönkedamm). Die Zahlen 28/6 interpretiere ich als Datum 28. Juni (passend zu einer längeren Laufzeit auf dem Land- und Seeweg). Bei der 11 und der 8 bin ich mir nicht sicher, ob dies Hausnummern am Mönkedamm sind oder das Datum 11. August bedeuten sollen. Möglicherweise fand man doch noch einen Empfänger im Bieberhaus (Rücknahme der Streichung in der Adresse).

Der Text der am 30.4. geschriebenen Karte erwähnt im ersten Satz die Wiederaufnahme des Postverkahrs mit Deutschland. Wann dies in Indien genau bekannt gegeben wurde (1.4.46 oder später) weiß ich leider nicht; dies ist jedenfalls mein frühester Nachkriegsbeleg der normalen Post und dokumentiert wohl einen Versuch, mit einem früheren Geschäftspartner wieder in Kontakt zu treten.

Gruß
Christian

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-St._Georg#Bieberhaus
 
GSFreak Am: 20.05.2021 21:41:48 Gelesen: 19095# 122 @  
Hier eine 5 Pf. Ortsganzsache P 950 der Gemeinschaftsausgaben mit Auffrankatur zur Fernpostkarte, gelaufen am 08.08.1946 von TRAUNSTEIN (OBERBAY) 2 nach Tettau in Oberfranken. Erwähnt werden im ansonsten nachkriegstypischen Kartentext u.a. "neue Österreichische Marken" und dass der Handel damit streng verboten ist. Vor nicht allzu langer Zeit wären deswegen sieben hiesige Händler in Untersuchungshaft und gegen Kaution in Höhe bis zu 30.000 M aus der Haft entlassen worden.



Weiß jemand aus der Sammlerschaft über diese Verhaftungen wg. Handel mit neuen österreichischen Marken oder ist das eine Fake-Story?

Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 26.05.2021 23:07:25 Gelesen: 18652# 123 @  
Hallo,

hier eine Behelfsganzsache P 833 der Französischen Zone (Südbaden, OPD Freiburg), gelaufen am 22.11.1945 von STÜHLINGEN nach Schwäbisch Hall.

Ein Gartenbaubetrieb schildert Probleme mit seinem Gewächshaus (kein Glas zu bekommen) und fragt bei einer Samen-Großhandlung an, ob es überhaupt Wert hat, einen Samen-Bestell-Zettel auszufüllen.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 28.05.2021 08:49:03 Gelesen: 18511# 124 @  
@ GSFreak [#122]

Weiß jemand aus der Sammlerschaft über diese Verhaftungen wg. Handel mit neuen österreichischen Marken oder ist das eine Fake-Story?

Beim Durchlesen früherer Beiträge in diesem Thread bin ich auf eine in [#37] gezeigte Karte gestoßen. Hier informiert ein Briefmarkenhändler seine Kunden über das Verbot des Handels mit postgültigen ausländischen Marken. Meine Frage wäre damit mehr oder weniger geklärt.

Beste Grüße
Ulrich
 
iholymoses Am: 27.07.2021 21:48:25 Gelesen: 15727# 125 @  
Hier 2 Beispiele für die regen Tauschgeschäfte zwischen Sammlern (nicht nur von Briefmarken) aus den Jahren 1947 und 1948, leider nicht besonders philatelistisch frankiert:




Schönen Abend,
Reinhard
 
GSFreak Am: 09.08.2021 17:20:09 Gelesen: 15213# 126 @  
Hallo zusammen,

hier eine Postkarte am 15.12.1945 innerhalb von Berlin gelaufen, freigemacht demgemäß mit 5 Pf. (Mi.-Nr. 1A von Berlin und Brandenburg), Maschinenstempel BERLIN-CHARLOTTENBURG 2, UB ap.



Ein Briefmarkenhändler berichtet einem Kunden über die Zerstörung seines Geschäftes und den Stand der Geschäftswiederaufnahme.

Beste Grüße
Ulrich
 
PhilaFreude Am: 31.10.2021 21:01:56 Gelesen: 12594# 127 @  
Hallo miteinander,

aus meiner Sammlung eine P314, die ich mir nach wie vor nicht restlos erklären kann. Die Karte wurde am 4.12.1945 in Kiel abgeschlagen, adressiert nach Kiel, versendet aus Kronshagen bei Kiel. Da kein Ausgabestempel zu finden ist, handelt es sich vermutlich um eine Karte aus dem privaten Vorrat der Absenderin.

Für mich deutet nichts an dieser Karte auf eine Fälschung / Datierung / Mache hin:

Gründe sind (u.a.): der Stempel entspricht exakt dem im Dezember 1945 in Kiel 1 a verwendeten einschließlich Gelegenheitsstempel, dem unsauber gesetzten Datum und der "fetten" 4 (Danke an der Stelle StampoManiac und den vielen andern spannenden Beiträgen im Poststempel Kiel Thread).

Auch kann die Karte aufgrund des Stempels nicht durch ein falsch datiertes Jahr vom 4.12.1944 stammen (zumal der Text um die offenbar mit scharfem Messer gezogene Aussparung geschrieb ist, was 1944 nicht der Fall gewesen wäre). Die Handschrift scheint durchgehend die gleiche zu sein, der Hinweis "GERMAN" ist enthalten.

Zudem spricht die Glaubwürdigkeit des Sammlers, von dem ich diese Karte habe für deren Echtheit: Die Ganzsachensammlung aus der die Karte stammt wurde über Generationen aufgebaut und ist nach bestem Wissen frei von Fälschungen / Machen.

Und dennoch will mir nicht einleuchten, wie eine ungeschwärzte P 314 im Dezember 1945 unbeanstandet laufen konnte. Selbst geschwärzt war Anfang August Schluss.

Meine Frage zu dieser Geschichte erzählenden Karte wäre daher:

Übersehe ich etwas? Kennt jemand eine vergleichbare Karte? Gibt es vergleichbare Karten aus dieser Zeit oder vielleicht noch spätere?



Ich freue mich auf jede Antwort.

Mit PhilaFreude!
 
Stefan Am: 01.11.2021 11:24:44 Gelesen: 12531# 128 @  
@ PhilaFreude [#127]

Für mich deutet nichts an dieser Karte auf eine Fälschung / Datierung / Mache hin:

Ich sehe auch keine Anzeichen für eine Fälschung. Da der Wertstempel der Ganzsache aus politischen Gründen naturgemäß im Dezember 1945 nicht mehr gültig war, gehe ich daher davon aus, dass die Karte durchgerutscht ist. Normalerweise hätte diese aufgrund der Frankatur an den Absender zurückgeführt oder der Empfänger Nachporto zahlen müssen.

Die Ganzsache wurde maschinell in Kiel entwertet. Dieser Maschinenstempel kam erst nach dem Ende des zweiten Weltkriegs postalisch in Gebrauch, ein falsches Stempeldatum (Bsp. 1945 anstelle eigentlich 1944) daher ausgeschlossen. Ich nehme an, dass am zuständigen Postamt in Kiel ein ganzer Schwung Sendungen maschinell gestempelt wurde und diese Ganzsache in einem Stapel zu stempelnder Post lag, wo diese unerkannt gestempelt wurde.

Gruß
Stefan
 
Fips002 Am: 05.11.2021 18:01:50 Gelesen: 12230# 129 @  
Brief von Frankfurt a/M 6.11.1947 nach Brooklyn USA.







Dieter
 
iholymoses Am: 18.02.2022 18:35:17 Gelesen: 8389# 130 @  
Heute eine portopflichtige Dienstsache, die aber nicht frankiert war und daher mit Nachgebühr belegt wurde. Der Umschlag war ein wiederverwertetes Exemplar - ein "Beleg-im-Beleg":



Das Schreiben des Briefes gibt es auch noch:



Dieser zeigt die Rückkehr zum normalen Studienbetrieb mit den entsprechenden bürokratischen Vorgaben.

Grüße,
Reinhard
 
GSFreak Am: 19.02.2022 20:00:19 Gelesen: 8264# 131 @  
@ iholymoses [#130]

Hallo Reinhard,

portopflichtige Dienstsachen wurden nicht frankiert. Das Porto musste der Empfänger zahlen per Nachgebühr, aber eben nur die einfache Gebühr ohne Nacherhebungszuschlag. Der einfache Brief kostete seinerzeit 20 Pfennig.

Beste Grüße
Ulrich
 
Totalo-Flauti Am: 26.05.2022 21:52:05 Gelesen: 3983# 132 @  
Liebe Sammlerfreunde,

eine Postkarte aus Leipzig vom 13.9.1945 nach Ramsin bei Bitterfeld. Die Karte wurde bar bezahlt (6 Pfennig) und mit einem "Gebühr-bezahlt"-Stempel entwertet. Die Rückseite enthält die kurze Nachricht:

" Sehr geehrte Frau Klepzig!
Im Auftrag Ihres Gatten teile ich Ihnen
mit, daß er sich in russ. Gefangenschaft
befindet und wohlauf ist. Es besteht
durchaus die Aussicht, daß Ihr Gatte in ab-
sehbarer Zeit in die Heimat zurückkehrt.
Ich hoffe Sie durch diese wenigen Zeilen
einer ungemessenen Sorge enthoben zu
haben und grüße ergebenst
Willy Klotz."

Ich denke, der Text spricht für sich.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
iholymoses Am: 05.08.2022 18:34:23 Gelesen: 508# 133 @  
Hier eine philatelistisch eher unspektakuläre Postkarte, aber die Rückseite zeigt, dass noch 1947 Vordrucke aus der NS-Zeit (Druckdatum 8.44) mit eher schwach geschwärzten Passagen verwendet wurden:



Schönes Wochenende,
Reinhard
 

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