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Thema: Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 225 Beiträge:
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Magdeburger Am: 02.04.2010 22:01:19 Gelesen: 103706# 26 @  
@ BD [#25]

Hallo Bernd,

danke für die weiterführenden Informationen.

Auch in Preussen gab es regionale Unterschiede beim Bestellgeld bei der direkten Zustellung von Paketen.

Jedoch stand es jedem Empfänger frei, sein Paket selbst abzuholen. Der Paketbegleitbrief wurde jedoch immer zugestellt. Unterschieden wurde der Ortszustellbezirk und der Landzustellbezirk.

Im Ortszustellbezirk waren ab 01.07.1863 vom Absender frankiert leichte Paketsendungen bis 15 Loth bestellgeldfrei - ein Jahr später auch für gleiche unfrankierte Paketsendungen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 23.05.2010 18:57:33 Gelesen: 103306# 27 @  
Hallo liebe Sammlerfreunde,

mein Vater sammelt Belege seiner Heimatstadt Guttstadt. Ich hatte die Gelegenheit ihm einen wunderschönen Paketbegleitbrief zu erwerben. Kann mir jemand helfen diesen tollen Brief zu "lesen"?

Mich interessiert z.B. der Rötelvermerk 6 3/4, dann aber ein Porto von 7 3/4. Kann jemand etwas dazu sagen, wie dieser Betrag (Strecke Gutstadt - Königsberg), bzw. auch der Unterschied zwischen Vermerk und Frankatur zustande kommt?

Kann jemand lesen was da transportiert wurde und welcher Wert angegeben ist?
Wurden Bei der Ausgabe beide Stempel abgeschlagen (Packkammerstempel + Ausgabestempel auf der Rückseite) oder wurde der Packkammerstempel bereits bei der Ankunft abgeschlagen?

Kann jemand etwas zu dem Jahr sagen, in dem der Brief vermutlich befördert wurde?

Viele Fragen. Ich bin SEHR gespannt auf eure Hilfen! Herzlichen Dank im Voraus!

Beste Grüße,
Ralf




 
Magdeburger Am: 23.05.2010 21:19:17 Gelesen: 103286# 28 @  
@ faroe-fan [#27]

Hallo Ralf,

ein schöner Paketbegleitbrief. Die Entfernung zwischen Gutstadt und Königsberg beträgt 10 Meilen und das Paket wog 22 Pfund 1 Loth.

Laut Taxtabelle beträgt die Taxe 7 3/4 Groschen, wie auch mit Marken richtig dargestellt. Die handschriftlichen "6 3/4" war die "Vorfrankierung" und der kontrollierende Beamte bemerkte den "Fehler" und verklebte das richtige "Franco".

Ob dies noch zu Zeiten des NDP galt, kann ich nicht genau sagen. Dies ist nicht mehr meine "Zeit".

Zu Zeiten Preussens wurde i. d. R. nur der Paketbegleitbrief zugestellt. Dazu wurde der Brief ausgabegestempelt. Der Brief war gleichzeitig Vorlage in der Packkammer für die Abholung. Der Packkammerstempel wurde bei der Ausgabe des Paketes abgeschlagen. Er diente der Kontrolle, dass das Paket abgeholt wurde.

Ich hoffe Dir geholfen zu haben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 23.05.2010 23:32:31 Gelesen: 103274# 29 @  
Hallo Ulf,

wow. Schnelle Antwort! Vielen Dank!

Kannst du sagen, wie sich die 7 3/4 Groschen zusammensetzen? Habe ich das richtig verstanden: Bei der Ankunft in Königsberg wurde der Stempel auf der Rückseite gesetzt, der Brief an den Empfänger gesandt und der Packkammerstempel der Vorderseite abgeschlagen, als das Paket abgeholt wurde? Bleiben noch die Fragen: Was wurde transportiert und in welchem Jahr?

Nochmals danke,
Ralf
 
Magdeburger Am: 24.05.2010 04:27:47 Gelesen: 103267# 30 @  
@ faroe-fan [#29]

Guten Morgen Ralf,

der Brief ist aus 1868 bis 1871. Ein genaues Jahr läßt sich so für mich nicht feststellen. Der violette Packkammerstempel kommt von 1870 bis 1873 vor.

Das Franco bzw. Porto läßt sich während dieser Zeit allgemeinen folgendermaßen errechnen: Je Pfund 2 Pfennig je 5 Meilen, dabei gilt angefangene Pfunde sind als volle Pfunde zu rechnen und bei der Entfernung ist auf eine durch 5 teilbare Zahl aufzurunden. Das Ergebnis ist auf ein Vielfaches von 1/4 Groschen aufzurunden.

Um bei dem Paket(begleitbrief) zu bleiben, waren es 22 Pfund 1 Loth - ist aufzurunden auf 23 Pfund. Die Entfernung von 10 Meilen läßt sich durch 5 teilen - hier die 2. Entfernungsprogression.

Diese Zahlen nun einsetzen: 23 Pfund * 2 Pfennig * 2 (Entfernungsprogression) = 94 Pfennig = 7 2/3 aufgrundet = 7 3/4.

Der Brief wog unter einem Loth und blieb somit gebührenfrei.

Während der Preussenzeit, (mit Beginn der Zeit des Norddeutschen Postbezirkes wird es noch so sein), lief es folgendermaßen ab: Bei der Ankunft in Königsberg wurde der Brief mit dem Ausgabestempel versehen. Der Briefträger stellte diesen zu, (war kostenpflichtig - Bestellgeld). Der Empfänger nahm nun diesen Brief und ging zur Packkammer. Nach Vorlage des Begleitbriefes bekam er sein Paket. Der Packkammerstempel wurde als Bestätigung des Emfangs des Paketes abgeschlagen.

I. d. R. musste das Paket nach 3 Tagen abgeholt haben, ansonsten hätte es Packkammergeld gekostet.

Was genau versendet wurde, ist für mich leider nicht lesbar. "Eine große L...."

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 14:39:26 Gelesen: 103247# 31 @  
Hallo Ulf,

vielen Dank für die jetzt wirklich genaue Info! Philaseiten.de ist schon ein tolles Medium, um auf schnellem Weg kompetente Antworten zu bekommen. Gerade, wenn man eigentlich ein anderes Sammelgebiet hat. Vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der entziffern kann was transportiert wurde.

Herzlichen Sammlergruß,
Ralf
 
bayern klassisch Am: 24.05.2010 15:48:21 Gelesen: 103239# 32 @  
Hallo Ralf,

versandt wurde eine große Bastgaudel.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 16:04:04 Gelesen: 103233# 33 @  
Hallo bayern klassisch,

vielen Dank für diese Info. Weder ich noch Google kennt das Wort Bastgaudel. Was ist das?

Herzliche Sammlergrüße,
Ralf
 
bayern klassisch Am: 24.05.2010 16:15:53 Gelesen: 103228# 34 @  
Hallo Ralf,

das sollte weiterhelfen (huch, hatte mich vertippt!).

http://www.archive.org/stream/preussischeswrt05frisgoog/preussischeswrt05frisgoog_djvu.txt

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 24.05.2010 16:18:52 Gelesen: 103227# 35 @  
Also es heißt BASTPAUDEL, hier extrahiert der wichtige Teil:

Bastpaudel, pltd. BastpQdel, /., Paudel von Bast, d. i. von harter, eben (plan) gezogener Lindenrinde.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 24.05.2010 18:01:25 Gelesen: 103216# 36 @  
@ faroe-fan [#33]
@ bayern klassisch [#35]

Lieber Bayern Klassisch, man lernt doch nie aus.

Hallo Rolf,

den Werdegang habe ich beschrieben nach meinen Kenntnissen während der Preussenzeit. Zwar gehe ich davon aus, dass dies auch zu Zeiten den Norddeutschen Postbezirkes so war, nur sicher bin ich mir da nicht.

Ich zeige jetzt mal einen Paketbegleitbrief, der incl. Paket zugestellt wurde. Diese zu finden ist garnicht so leicht, da für damalige Verhältnisse es sehr viel kostete. Als Beispiel: Ein Landbriefträger verdiente in Preussen ca 120 Thaler im Jahr - ein Tageseinkommen von 10 Sgr.

Paketbegleitbrief vom 12.06.1850 von Pasewalk nach Berlin ca 16 Meilen entfernt.

Versand wurde ein Paket mit einem Gewicht von 38 Pfund 6 Loth. Nach dem gültigen Tarif ist für je 5 Meilen je Pfund bei Bahnbeförderung 1 1/2, ansonsten 2 Pfennige zu erheben. Auch werden die Pfundteile nicht berücksichtigt.

Bei 38 Pfund * 1,5 Pfennige * 4 (20 / 5 Meilen) = 228 Pfennige = 19 Sgr. Wenn ich es richtig entziffere steht "frei" und in rot "19" welche mit blau gestrichen wurde bei der Prüfung - somit vom Absender bezahlt.



Auf der Siegelseite befindet sich der K2 "1 te PACKETBESTELLUNG" von Berlin vom 13.06. Laut Beschreibung wurde dieser 1846/7 benutzt für die "Zustellung ins Haus", also die Zustellung des Paketes an die angegebene Adresse.
Desweiteren wurde ein "4" vermerkt, was nur bedeuten könnte, dass das Bestellgeld incl Paketzustellung 4 Sgr in Berlin dem Empfänger kostete.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 23:10:13 Gelesen: 103192# 37 @  
Hallo Ulf,

ich bin jedes mal begeistert, wie diese alten Belege ihre Zeit und das zugehörige Postgeschehen uns geradezu entgegenschreien. Faszinierend! Nach welchen Kriterien wird eigentlich der Loth-Anteil des Gewichtes einmal auf- (mein Brief des NDP) und einmal abgerundet (dein gerade vorgestellter Brief)?

Liebe Sammlergrüße,
Ralf
 
Magdeburger Am: 25.05.2010 06:18:37 Gelesen: 103183# 38 @  
@ faroe-fan [#37]

Hallo Ralf,

zu Deiner Frage, wie es sich mit "überschiessenden Loth-Anteilen" verhält, kann ich nur von Preussen bzw. DÖPV ausgehen. In der Zeit vor dem DÖPV galt in Preussen, dass nur die ganze Pfunde berücksichtigt wurden. Bei mehreren Paketen wurden die Gewichte auch addiert, hier jedoch auch die Pfundanteile. Ergaben diese mehr als ein Pfund, wurden die ganzen Pfunde mitberechnet.

Mit dem DÖPV wurde für jedes Paket einzeln die Taxe bestimmt. Soweit ich es erkennen kann, auch während des NDP.

Allen gemein ist es, dass es Mindest - Fahrpost - Taxen gibt. Dazu gibt es Postverordnungen und Postverträge, in denen dies geregelt wurde. Jeder Beleg muss an Hand der Zeit und seines Weges von A nach B (vielleicht über C) nach entsprechenden Verordnungen und/oder PV taxiert werden.

Ich hoffe, es verständlich ausgedrückt zu haben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.08.2010 15:46:29 Gelesen: 102584# 39 @  
Hallo Zusammen,

ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass die Taxierung von "A" nach "B" über "C" laufen kann. Passend dazu habe ich folgenden Paketbegleitbrief am 20.Januar 1857 in Nürnberg (Bayern) aufgegeben und nach Langensalza (Preussen) gelaufen.

Das Paket wog in Nürnberg 22 Loth und es wurde noch 2x nachgewogen. In Erfurt, dort handschriftlich mit Ortname, sind es 20 Loth und möglicherweise dort nochmals mit 20 2/10 Loth neu bestimmt.

Zusätzlich ist über dem Franco-Vermerk, eine Wertdeclaration von 11 Gulden vorhanden.

Der Gebührenbaum lautet 11 Kreuzer / 11 Kreuzer / 6 Kreuzer - total 28 Kreuzer.



Siegelseitig wurde mit hoher Sicherheit in Erfurt, scheinbar als Packkammerhilfsstempel - Uhrzeit fehlt, noch in blau f(ranco) 1 3/4 (1,75 Sgr) notiert.



Der Laufweg dürfte demnach Nürnberg - Thurn & Taxis - Langensalza. Zwischen Preussen und Thurn & Taxis ist der Austausch zwischen Gotha - Erfurt.

Bei der Taxierung über Gränzpunkte ist eigentliche in der entsprechenden Landeswährung zu rechnen. Daraus folgt: Für Bayern in Kreuzer, für TuT wahrscheinlich ebenfalls in Kreuzer und für Preussen in Silbergroschen.

Die mittlere "11" wird somit TuT zuzuordnen sein - Transit wird mit 30 Meilen angegeben - und damit ist der Mindestfahrposttarif von 9 Kreuzer + 2 Kreuzer Werttaxe hier anzuwenden.

Nun fangen die Schwierigkeiten an. Für Preussen sollten eigentlich 1 Sgr Mindestfahrposttarif + 1 Sgr Werttaxe = 2 Sgr = 7 Kreuzer anzuwenden sein. Durch die siegelseitige Notierung von f(ranco) 1 3/4 Sgr (entspricht den 6 Kreuzer und sehr wahrscheinlich in Erfurt notiert) gehe ich davon aus, dass dies Preussen zusteht.

Die obere "11" wäre schließlich dann Bayern zuzuordnen. Die Berechnung wäre hier dann wie bei TuT, jedoch bei einer Entfernung größer 20 Meilen.

Die vorseitige rote "1/2" ist das Bestellgeld in Langensalza.

Wer kann mir bei Laufweg helfen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 07.08.2010 18:48:06 Gelesen: 102495# 40 @  
Hallo Zusammen,

heute dieser ganz normale Paketbegleitbriefumschlag von Würzburg (Bayern) nach Soden (Thurn und Taxis) per Frankfurt a/Main.

Zeitlich wurde er am 19.Juni 1860 geschrieben und auch aufgegeben. In Gegensatz zum vorher eingestellten Brief, ist dieser für die Gesamtstrecke taxiert. Innerhalb des DÖPV wurde ab 01.01.1858 die Taxierung über die Gränzpunkte abgeschafft und hier galt wie bei der Briefpost, es ist wie ein einheitliches Posthoheitsgebiet anzusehen.

Als Gewicht würde ich 3 9 /10 Pfund (oder doch Loth?) entziffern. Die Entfernung zwischen beiden Orten beträgt etwa 13,5 Meilen.

10 Kreuzer, welche vom Absender gezahlt wurden, entspricht dem Mindestfahrposttarif. Ist das Gewicht in Pfund angegeben, ergäbe sich der gleiche Wert nach der Gewichtstaxe (4 Pfund * 7/12 Kreuzer * 4 (12 - 16 Meilen) = 9 1/3 ist aufzurunden auf 10 Kreuzer.

In Soden wurde dies kontrolliert, mit einer "0" bestätigt und unter dem Bruchstrich sind 2 Kreuzer Bestellgeld vermerkt.



Siegelseitig ist leider nichts vorhanden.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 08.08.2010 18:19:47 Gelesen: 102470# 41 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte einen weiteren Paketbegleit-Brief zeigen, welcher innerhalb des DÖPV lief und wo die Taxierung in einer "Strecke" erfolgte.

Er wurde am 30.11.1863 in Berlin (Preussen) aufgeben und lief in das ca 82 Meilen entfernte Lahr (Baden). Mit diesem Franco-Brief wurde ein Paket von 4 Pfund 25 Loth versendet.



Zur Taxierung:
2 Pfennige je Pfund oder Teilen je 4 Meilen. Hier also 2 Pfennige * 5 Pfund * 21 (80 - 84 Meilen) = 210 Pfennige = 17 1/2 Sgr.

Etwas verwundert bin ich hier über das Streichen des Francobetrages - eine Kontrolle entsprach nur ein einfaches Streichen. Vielleicht war der Beamte einfach schon beim Feierabend, den laut Stundenangabe war es bereits 5 - 6 A(bends).

Ich hatte die Hoffnung, dass irgendetwas siegelseitig zur Behandlung vorhanden ist - wurde jedoch enttäuscht.



Jedoch ist die Rechnung des Beamten abgebildet - erstmal wurde für 1 Pfund gerechnet 2 Pfennige * 1 Pfund * 21 = 42 Pfennige (obere Wert) - darunter jetzt * 5 (Pfund) = 210 = 17 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf, der sich auch über andere Belege freuen würde
 
Magdeburger Am: 16.08.2010 16:29:25 Gelesen: 102335# 42 @  
Hallo Zusammen,

heute mal ein einfacher Beleg vom 18.01.1853 von Breslau nach Schmiedeberg in Schlesien, ca 12,5 Meilen voneinander entfernt.

Paket wog 3 Pfund 26 Loth und hier fiel die Mindesttaxe von 4 Sgr an, welche vom Empfänger zu zahlen war. (Leider ist für mich so gut wie nichts lesbar...)



Zur Paketausgabe wurde hier der normale Ortsstempel verwendet.

Siegelseitig ist wahrscheinlich das Porto wiederholt wurden.



Vielleicht kann mir jemand den Text links unten entziffern - Danke.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 16.08.2010 19:49:32 Gelesen: 102326# 43 @  
Hallo Zusammen,

da desöfteren Paketbegleitbriefe aus der Zeit des NDP hier gezeigt wurden und hoffentlich noch werden, möchte ich mal schreiben, wie sich die Gewichtstaxe ermitteln läßt:

Die Gewichtstaxe wird nach folgender Formel ermittelt:

2 Pfennig je Pfund oder Teilen eines Pfunde * Entfernungsprogression. Das Ergebnis ist auf ein Vielfaches eine 1/4 Thalers auszurunden.

Die Entfernungsprogression läßt wie folgt beschreiben:

A) 0 bis 30 Meilen - hier gilt von 5 zu 5 Meilen
B) über 30 bis 100 - bis 30 Meilen erst A) und danach gilt von 10 zu 10 Meilen
C) über 100 Meilen - bis 30 Meilen erst A) + von 30 - 100 noch B) und danach gilt von 20 zu 20 Meilen.

Jetzt nun ein Beispiel:

Fiktiv soll jetzt dazu ein Paket von 19 Pfund 12 Loth und eine Entfernung von 278 Meilen angenommen werden.

Das Gewicht ist auf 20 Pfund zu ergänzen. Die Gesamtstrecke wird nun in die Einzelstrecken zerlegt:
bis 30 - jetzt nur 30 durch 5 teilen ergibt 6
von 30 bis 100 Meilen - jetzt Differenz berechnen (100 - 30) / 10 = 7
von 100 bis 278 Meilen - (278 - 100) / 20 = 8,9 ist aufzurunden auf 9.

Jetzt die Einzelergebisse addieren, also 6 + 7 + 9 = 22 Das Ergebnis ist die Progressionsstufe.

Für unser fiktives Paket ergibt sich nun folgendes:

2 Pfennig * 20 Pfund * 22 (Progressionsstufe) = 880 Pfennig = 73 1/3 Groschen ist aufzurunden auf 73 1/2 Groschen.

Ich hoffe, dass dies verständlich genug ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.08.2010 20:00:54 Gelesen: 102259# 44 @  
Hallo Zusammen,

heute ein Porto - Beleg vom 27.10.1858 von Berlin nach Ranis Kreis Ziegenrück ca 33 Meilen voneinander entfernt.

Laut Gewicht nur 5 Loth in einem B(eutel) an den Kreispriester? Zahn. Zur Anwendung kam hier der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr.



Diesmal ist auch kein Paketausgabestempel vorhanden - nur der normale Ausgabestempel, da hier davon auszugehen ist, dass die Zustellung des Briefes incl. Paket erfolgte.



Zur siegelseitigen "6" kann hier spekuliert werden, ob dies eine Angabe in Pfennige, also das Bestellgeld, oder ob es die Wiederholung des vorderseitigen Portobetrages ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
heku49 Am: 24.08.2010 20:28:17 Gelesen: 102233# 45 @  
Hallo Ulf,

ist das nicht ein Kreisrichter?

Gruß Helmut
 
Magdeburger Am: 24.08.2010 20:42:26 Gelesen: 102228# 46 @  
@ heku49 [#45]

Hallo Helmut,

ich konnte das Wort nicht genau entziffern, deshalb hatte ich ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Ich bin für jede Korrektur dankbar.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 05.09.2010 16:12:36 Gelesen: 102063# 47 @  
Hallo Zusammen,

endlich habe ich den ersten Paketbegleitbrief von meiner Lieblingsstadt Magdeburg aus der ersten Zeit des DÖPV bis 31.12.1857 bekommen.

Aufgegeben am 26.01.1855 und nach Nürnberg gesendet. Da das extrem leichte Paket von nur 7 Loth sehr klein war, wurde siegelseitig der zum Paket gehörende Aufkebezettel angebracht.



Doch zurück zur Vorderseite. Er ist komplett bar mit 6 Sgr frankiert wurden. Links daneben ist ein Gebührenbaum von 2 / 2 / 2 zu sehen.



Als Laufweg würde ich Magdeburg -> Leipzig -> Hof -> Nürnberg, damit Preussen - Sachsen - Bayern ansehen. Somit ist die Taxierung über "Gränzpunkte" erfolgt. Bei der Prüfung der Taxierung wurde ein "Haken"gesetzt, so jedenfalls (bewußt) noch nicht gesehen.

Jedem "AD-Staat" standen somit 2 Sgr zu, was dem Mindestfahrposttarif zwischen 10 bis 20 Meilen entspricht. (Ich war zu faul, dies nachzurechnen, bin jedoch sicher, dass dies paßt)

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
afm-dk Am: 16.09.2010 22:12:23 Gelesen: 101940# 48 @  
Hallo,

habe ein Paketbegleitbrief nach Königsberg i Pr. mit einem sehr schönen Packkammerstempel.




 
Magdeburger Am: 17.09.2010 14:59:27 Gelesen: 101918# 49 @  
@ afm-dk [#48]

Hallo afm-dk,

schöner portofreier Brief. Der Packkammerstempel wurde vom dortigen Hofpostamt verwendet. Als Verwendungszeit ist von 1835 bis 1849 angegeben. Nach der mir vorliegenden handschriftlichen Ergänzung sogar schon ab 1825. Laut Aufstellung von Prof. Bruns wird er mit der Nummer 55.1 gelistet.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.11.2010 07:37:47 Gelesen: 101454# 50 @  
Hallo Zusammen,

einen PBB habe ich schon lange nicht mehr gezeigt - auch war die Ausbeute in letzter Zeit sehr gering.

Einen portofreien Dienstbeleg scheinbar vom 21.01.1863 von Magdeburg nach Gardelegen kann ich noch zeigen. An sich nichts besonderes. "Schwacher Ortsstempel" von Gardelegen als Paketausgabestempel wurde hier vorderseitig genutzt.



Auf der Siegelseite der übliche Ausgabestempel.



Vielleicht zeigen auch mal andere solche interessanten Belege.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 

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