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Thema: Bleisulfidschäden: Die Folienproblematik in der Philatelie
Das Thema hat 138 Beiträge:
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Richard Am: 13.12.2016 09:29:01 Gelesen: 38336# 114 @  
@ Werner P. [#113]

Du riskierst trotzdem ein Verfahren, wenn Du so was veröffentlichst. Das Problem ist vielleicht - bei entsprechender Formulierung - weniger, dass dieses Verfahren seitens des möglichen Klägers von Erfolg gekrönt ist. Aber das musst Du Dir als kleiner Privatmann erst mal leisten können - und da brauchst Du dann einen teuren Anwalt usw.

Ich sehe das ebenso. Kritiken und Warnungen vor Produkten der Hersteller können in einem Millionenmarkt sehr teuer werden.

Das war der Grund, warum ich in Beitrag [#103] eine Positivliste empfehlenswerter Produkte gewünscht oder gefordert habe und dabei an Herrn Geigle (Händler und BPP-Präsident), Herrn Feuser (der bereits finanziell bluten musste) sowie Herrn Maassen (der sich ebenfalls ausführlich damit beschäftigt hat) als glaubwürdige Fachautoren herausgestellt habe.

Leider ist niemand dazu bereit, so dass wir auch künftig mit der philatelistischen Katastrophe (siehe Bild in Beitrag [#105] und dem Verfall einmaliger und hochwertiger Marken und Belege zu tun haben.

Einzelne Hinweise auf empfehlenswerte Produkte helfen den allermeisten Sammlern nicht viel, vor allem wenn sie beim Händler ihres Vertrauens, auf dem Tauschtag oder auf der Messe ihre Alben und Einsteckbücher kaufen. Eine A-4-Liste, klein zusammengefaltet mitgeführt, würde helfen, weitere grosse Schäden zu vermeiden.

Schöne Grüsse, Richard
 
Peter Feuser Am: 13.12.2016 11:36:03 Gelesen: 38247# 115 @  
@ Richard

Wir haben es mit tausenden (!) Bedarfsartikeln mit Kunststoffanteilen zu tun, die in den Prospekten von Lindner, SAFE, Leuchtturm/KABE, Prinz, HAWID, Schaubek, Kobra u.v.a. angeboten werden. Was soll da eine Positiv-Liste in der von Dir gewünschten Form?

Nochmals: Alben- und Zubehörhersteller, die heute noch in großem Umfang Hart-PVC für philatelistische Zwecke anbieten, sollten grundsätzlich boykottiert werden. Alle Produkte der Fa. HAWID sind unbedenklich.

Und nochmals: Im Prinzip sind alle Kunststoffe außer Hart-PVC m.E. unbedenklich, manche wie PET könnten zweckmäßiger sein, zu hart. Weich-PVC ist für philatelistische Zwecke nicht mehr im Handel. Kunststoffe ohne Schwefelanteile können keine Bleisulfidschäden verursachen! Die Weichmacherproblematik wird überdramatisiert.

Also: KEINERLEI HART-PVC FÜR PHILATELISTISCHE ZWECKE!

Wer unsicher ist über die Zusammensetzung seiner Alben, Folien, Blattschutzhüllen etc., der soll beim Hersteller nachfragen. Hart-PVC-Folien möglichst umgehend von den Sammelstücken entfernen und entsorgen bzw. an den Hersteller zurücksenden. Das gilt auf jeden Fall für Hart-PVC-Aufbewahrungsmittel für alle klassischen und semiklassischen Marken und Belege bis 1920. Vereinzelt sind auch noch spätere Ausgaben betroffen bis etwa 1960.
 
Illgen Am: 15.12.2016 10:22:57 Gelesen: 37813# 116 @  
Den Beweis der Schädlichkeit von PVC-Hüllen wäre leicht zu erbringen. Marken halbieren und die Hälfte der Marken in PVC Hüllen einlegen. Die andere Hälfte in anderen Hüllen, und das ganze unter Notarieller Aufsicht verpacken und ab in ein Schließfach! Und nach 4 Jahren wieder rausholen! Unter Notarieller Aufsicht!

Erschreckend bleibt wie wenig Menschen das interessiert. Nach dem Motto: das passiert nur bei anderen, oder nach mir die Sinflut.

PVC Folien kann man erriechen. Insbesondere wenn man PVC Hüllen verbrennt. Ein beißender Gestank. Der bei nicht PVC Folien völlig anders riecht!
 
wuerttemberger Am: 15.12.2016 12:11:46 Gelesen: 37734# 117 @  
@ Illgen [#116]

Ja, das ist der beißende Gestank von Chlorwasserstoff, der auch als Salzsäure bekannt ist. Ich empfehle niemandem, dem seine Schleimhäute und Lungenflügel etwas wert sind, die Geruchsprobe zu machen. Ein feuchtes Lackmuspapier in den Rauch halten genügt vollkommen.

Gruß

wuerttemberger
 
petzdiekleine Am: 07.06.2017 20:48:39 Gelesen: 29365# 118 @  
Hier mal ein Beispiel, wo man die postfrischen Posthörner aufbewahren soll, damit man noch nicht katalogisierte Farben erhält.

Gruß, petzdiekleine


 
hajo22 Am: 08.06.2017 12:31:59 Gelesen: 29240# 119 @  
@ petzdiekleine [#118]

Hier mal ein Beispiel, wo man die postfrischen Posthörner aufbewahren soll, damit man noch nicht katalogisierte Farben erhält.

Etwas kompliziert ausgedrückt. Du willst sagen, Marken in Hawid-Taschen nicht unter Folien aufbewahren, da es ansonsten trotzdem zu Verfärbungen kommen kann.

Das kommt darauf an. Unter PP- (Polypropylen) oder PET- (Polyester) Folien sollte/dürfte - soweit ich das gelesen und verstanden habe - nichts passieren. Folie ist eben nicht gleich Folie.

Ich weiß nicht so recht, ob die Folienproblematik hier im thread so richtig hinpaßt. Es gibt ja m.W. einen eigenen thread dafür.

hajo22
 
bovi11 Am: 08.06.2017 13:15:12 Gelesen: 29218# 120 @  
@ hajo22

Sicherlich ein Zwitterthema. Ich hätte z.B. nicht gedacht, daß so moderne Ausgaben, wie Posthorn, auch von der Folienproblematik betroffen sind. Insofern paßt das durchaus unter die Überschrift " Bund Dauerserie Posthorn".

Grüße

Dieter

[Beiträge [#118] bis [#120] redaktionell verschoben aus dem Thema "Bund Dauerserie Posthorn"]
 
Richard Am: 08.06.2017 13:21:07 Gelesen: 29209# 121 @  
@ bovi11 [#120]

Hallo Dieter,

das sollte schon bekannt sein, siehe Beitrag [#103]. Die dort gezeigte 70-er mit einem früheren und einem aktuellen Bild war total unbrauchbar.

Vielleicht kannst du von unseren Mitgliedern Herrn Geigle oder Herrn Feuser den Vortrag noch bekommen.

Schöne Grüsse, Richard
 
bovi11 Am: 08.06.2017 13:31:00 Gelesen: 29199# 122 @  
Die Wohnungsbaumarken sind auch von der Folienproblematik betroffen.



Bei einigen Marken früher katalogisierte unterschiedliche Aufdruckfarben wurden zwischenzeitlich aus dem Katalog/Handbuch entfernt.
 
petzdiekleine Am: 08.06.2017 16:45:13 Gelesen: 29140# 123 @  
@ hajo22 [#119]

Die gezeigten Marken sind unter "PVC"-Folienstreifen auf sogenanten Vordruckblätter. Es sind KEINE Hawid Taschen abgebildet. Unter Hawid-Taschen sind diese Marken gefahrlos und sicher bezüglich der Verfärbungen.
 
hajo22 Am: 08.06.2017 17:06:31 Gelesen: 29127# 124 @  
@ petzdiekleine [#123]

Aha. Sah aus wie in Hawid-Taschen unter Folie.

hajo22
 
Ron Alexander Am: 24.11.2017 15:26:02 Gelesen: 20510# 125 @  
Schönen Nachmittag zusammen,

eine neue Ausgabe ist heute erschienen.

RonAleX Briefmarkenecke Teil 41 (Aufbewahren von Briefmarken)

https://youtu.be/uaa3o9YC29w

In dieser Ausgabe möchte ich weniger auf die Briefmarken an sich eingehen, sondern viel mehr auf das Aufbewahren der kleinen gezackten Schätze. In diesem Zusammenhang hat mir der Leuchtturm Alben Verlag auch Material zur Verfügung gestellt, was ich auch in dieser Ausgabe vorstellen möchte.

Mal eine etwas andere Ausgabe aber die Frage der Aufbewahrung stellt sich schließlich immer wieder. Vor allem mit dem Hintergrund, was zu beachten ist.

Grüße,
Ron
 
Peter Feuser Am: 28.11.2017 19:22:14 Gelesen: 20293# 126 @  
@ ron

Mir persönlich stehen die Haare zu Berge angesichts dieses Videos. Bitte informiere Dich über die Bleisulfidproblematik und ziehe das Video zurück!

Auch die Firma Leuchtturm setzt noch in großem Umfange für die mit bleihaltigen Druck- oder Papierfarben hergestellten Marken gefährliches Hart-PVC ein. Du lobst Albensysteme wie Vario S u.ä. (schwarze Trägerfolie = Hart-PVC) über den Klee. Hier wären die Marken wegen der "weichmacher- und säurefreien Folie bestens geschützt". Die Titulierung "weichmacher- und säurefrei" lässt fast immer auf Hart-PVC schließen. Diese Folien sind weder völlig weichmacher- noch säurefrei. Das spröde Hart-PVC lässt sich ohne Weichmacher nicht zu Folien verarbeiten. Vor allem enthält handelsübliches Hart-PVC schwefelhaltige Stabilisatoren (die mutmaßliche Ursache für die Bleisulfidschäden), und sollte für die Aufbewahrung von Marken oder Briefen grundsätzlich nicht mehr verwendet werden.
 
Ron Alexander Am: 28.11.2017 20:04:57 Gelesen: 20270# 127 @  
@ Peter Feuser [#126]

Schönen guten Abend Peter,

die Diskussion ist mir bekannt (m.W. beginnend im Jahr 2008), auch Deine Beiträge hierzu in anderen Foren etc. Ich habe vor dem Dreh darüber auch noch mit der Firma Leuchtturm gesprochen und es wurde mir versichert die Produkte sind weichmacher und säurefrei. Ist auch vermerkt auf den Produktfolienbeschreibung.

Aber ich gebe Dir recht, dass Risiko besteht, aus diesem Grund habe ich die entsprechende Anmerkung in der Video Beschreibung mit entsprechenden weiterführenden Links vermerkt. So das jeder die Möglichkeit hat weiter darüber zu informieren.

Grüße,
Ron
 
Peter Feuser Am: 28.11.2017 20:45:46 Gelesen: 20251# 128 @  
@ ron

Die Versicherungen der Albenhersteller sind völlig wertlos angesichts der riesigen nicht mehr zu leugnenden Bleisulfidschäden, die große Teile unseres philatelistischen Kulturgutes in Mitleidenschaft gezogen oder zerstört haben. Handelsübliche Hart-PVC-Folien können bis zu 5 % Ölsäure-Ester als Weichmacher enthalten. Die Gefährdung durch derartige oder auch chemische Weichmacher wird weit übertrieben. Hingegen äußerst gefährlich sind die schwefelhaltigen Stabilisatoren im Hart-PVC. Lasse Dir doch bitte von den Albenherstellern bestätigen, dass ihre Produkte schwefelfrei sind, dann können wir weiter diskutieren.

Nach meinen Beobachtungen entstehen die meisten Schäden reihefolgemäßig 1.) unter Hart-PVC-Blattschutzhüllen (mit wertmäßig oft besonders "schutzbedürftigen" Sammlerstücken, Ausstellungsobjekten etc.), 2.) unter Transparent-Albumblättern aus Hart-PVC (in diesem Segment sind die PVC-freien Leuchtturm-/KABE-Vordruckblätter mit Klemmtaschen absolut vorbildlich und in jeder Beziehung empfehlenswert), 3.) in Albensystemen, die vollständig aus Hart-PVC bestehen (wie von Dir vorgestellt), auch Steckkarten, 4.) in Einsteckbüchern, bei denen die Streifen aus Hart-PVC bestehen (hier entstehen konstruktionsbedingt die wenigsten Schäden, weil in der Regel eine bessere Sauerstoffzufuhr gewährleistet wird).

Albenhersteller, die heute noch -15 Jahre nach dem Outing der höchstwahrscheinlichen Ursache der Bleisulfidschäden durch die Papiertechnische Stiftung PTS (München)- philatelistische Bedarfsartikel aus Hart-PVC vertreiben, handeln völlig verantwortungs- und rücksichtslos.
 
Ron Alexander Am: 28.11.2017 20:52:53 Gelesen: 20240# 129 @  
@ Peter Feuser [#128]

Schönen guten Abend Peter,

mir ist bekannt, dass Du in diese Richtung sehr viel Forschung etc. betreibst bzw. auch sehr viel geschrieben hast, ich kenne Deine Beiträge zu diesem Thema. Ich habe nur die Grundlagen erläutert, auf welcher Basis meine getätigten Aussagen beruhen. Zur Diskussion diesen Themas, gibt es ja schon viele Threads. Dieser hier ist dazu sicher nicht geeignet. Einen Hinweis über die Thematik zu geben aber sehr wohl. Aus diesem Grund habe ich Deine Anmerkung auch dankend aufgegriffen und die Beschreibung entsprechend angepasst.

Das Thema Schwefelfrei werde ich bei meinem nächsten Gespräch ansprechen, danke für den Hinweis.

Grüße,
Ron
 
bovi11 Am: 28.11.2017 21:06:39 Gelesen: 20232# 130 @  
Selbst die rechte Marke des Bombay-Briefes halte ich für bleisulfidgeschädigt:

https://aphv.de/wp-content/uploads/2016/08/Feldman_Bombay_cover_Mauritius.jpg

Dieter
 
marc123 Am: 28.11.2017 21:42:11 Gelesen: 20206# 131 @  
@ bovi11 [#130]

Hallo Dieter,

auch wenn wir hier vom Thema abschweifen, diesen Verdacht hatte ich auch schon. So sah der Brief noch auf der Dale-Lichtenstein Auktion (Harmer 21.10.1968, Los 1) aus:



Und so schon 1989: (Christie's, Robson Lowe22.11.1989).



Allerdings war die Qualität der Abbildungen nicht die Gleiche wie heute. Daher kann ich nur von einer Vermutung sprechen. Trotzdem wird 1989 bereits von "contrasting impressions-the right stamp verry sharp and the left a little heavier" berichtet. 1968 klang dies noch anders: "sharp Impression of rich brilliant Color and unbelivably fresh".

Liebe Grüße
Marc

[Beitrag [#125] redaktionell kopiert, Beiträge [#126] bis [#131] redaktionell verschoben aus dem Thema "Ron Pichlers Youtube Videos zur Philatelie"]
 
Meinhard Am: 04.12.2017 17:26:40 Gelesen: 19552# 132 @  
Hallo,

ich habe mal einen Selbstversuch gemacht und das Ergebnis zeige ich euch nachstehend. Bleiben weiterhin in den Folien und werde dann in ca. 1 Jahr wieder hier berichten. Bild 2 Original-Farben unter Hawid zum Vergleichen.

Gruß,
Meinhard




 
Saguarojo Am: 04.12.2017 17:44:59 Gelesen: 19538# 133 @  
@ Meinhard [#132]

Hallo,

ein Jahr reicht nicht aus, zehn Jahre sollte so ein Versuch laufen.

Gruß

Joachim
 
Meinhard Am: 04.12.2017 17:55:37 Gelesen: 19530# 134 @  
@ Saguarojo [#133]

Nach 10 Jahren kann ich dann die ganze Sammlung BH in die Abfalltonne befördern. Ich habe in Sindelfingen die Firma auf die Problematik dieser Folien hingewiesen. Die Antwort war: "Ist uns nicht bekannt", es muss an der Lagerung der Marken liegen. Also alles im grünem Bereich.

Gruß
Meinhard
 
johanneshoffner Am: 04.12.2017 18:42:09 Gelesen: 19486# 135 @  
In Stampsx habe ich es auch schon geschrieben:

Ich bin gerade wieder über Marken aus Liechtenstein gestolpert, deren orangener Farbton sich ins bräunliche verändert hat. Nach wie vor rate ich allen, solche alten und gefährdeten Marken entweder in Pergamintüten oder in Polyestertaschen aufzubewahren. Ich habe beste Erfahrungen mit den Taschen der Firma secol gemacht. Die British Library bewahrt ihre Briefmarken, Fotos, Banknoten auch darin auf. Diese Taschen sind nicht teurer als PVC Taschen. Aber viel leichter, dünner und sicherer. Wenn es für die British Library gut und sicher ist, ist es auch für mich gut und sicher.

Die Seite der Firma Secol ist http://www.secol.co.uk. Diese Taschen sind auch in Deutschland und der Schweiz erhältlich.
 
jmh67 Am: 05.12.2017 06:58:29 Gelesen: 19370# 136 @  
Ich benutze schon seit Jahren nur noch Einsteckbücher mit Pergaminstreifen und habe die Alben mit PVC-Streifen ausgemustert. Wenn ich hin und wieder ein altes Einsteckbuch mit PVC-Streifen geschenkt bekomme, dann kommen die Marken da auch heraus, und das Album geht ins Altpapier.

Neben der chemischen Problematik gibt es nämlich auch noch ein mechanisches Problem, indem die Kunststoff-Folien ungleichmäßig schwinden, sich die Albumblätter verziehen und dann die Marken auf einer Seite nur noch lose sitzen, während sie auf der anderen Seite so fest klemmen, dass man das Blatt fast knicken muss, um sie herauszubekommen. Je nach Fabrikat ist das nur eine Frage weniger Jahre, bis so ein Einsteckbuch/-blatt auf diese Weise unbrauchbar wird.

Jan-Martin
 
Richard Am: 03.05.2018 09:02:33 Gelesen: 4491# 137 @  
Verfärbte Marken: Wider die Zerstörung in der Philatelie

(wm) Der Titel eines Vortrags bei der Internationalen Briefmarkenmesse in Essen am 3. Mai lässt bereits aufhorchen, Abbildungen in aktuellen Auktionskatalogen noch mehr: Es geht um die durch falsche Lagerung, u.a. in ungeeigneten Plastikhüllen, hervorgerufenen Schäden an Briefmarken, die besonders durch Bleisulfidbildung eine nachhaltige Störung ihres Originalzustandes erfahren. Briefmarken können dabei ihre ursprünglichen Farben bis zu einem Schwarzton verändern, so dass sie kaum wieder zu erkennen sind.

In Auktionskatalogen werden solche Schädigungen nicht immer benannt. So wird beispielsweise eine Preußen MiNr. 1 zwar zutreffend als „ziegelrot“ in ihrer (ursprünglichen) Farbe beschrieben, aber der Blick auf ein angebotenes Paar zeigt bereits deutlich, was aus dem „ziegelrot“ geworden ist. Im Katalog heißt es dazu nur: „tadellos“! Das mag sich auf die Echtheit beziehen, vielleicht auf den Schnitt, sicherlich aber nicht auf die Farbe der Marke, denn diese ist nicht ursprünglich, sondern verfärbt, also alles andere als „tadellos“. Ein Vergleich mit gut erhaltenen Exemplaren macht dies deutlich.



Auch wenn so manche Marke mit Altattesten (z.B. Bühler) einher kommt – vor Jahrzehnten mochten die Marken noch in originaler Farbe vorgelegt worden sein –, muss dies heute nicht mehr zutreffen. Anbieter wären gut beraten, wenn sie den zwischenzeitlich eingetretenen Veränderungen Rechnung tragen und den tatsächlichen Zustand beschreiben, zumal dieser wertmindernd ist, was man spätestens beim Verkauf einer solchen Marke erfahren wird.


 
Richard Am: 26.05.2018 09:46:09 Gelesen: 3246# 138 @  
„Wider die Zerstörung in der Philatelie“: Berliner Auktionshaus Schlegel fördert die „Bewahrung philatelistischer Schätze”

(wm) Bei der 130-Jahr-Feier des Berliner Philatelisten-Klubs am 10. Mai 2018 gab der Vereinspräsident Michael Ehrig in Anwesenheit von Andreas Schlegel bekannt, dass dessen Auktionshaus eine Sonderausgabe der im Titel genannten Schrift von Wolfgang Maassen auflegt, die für Kunden des Hauses bereit stehen wird. Damit, so Maassen, der zuvor einen Vortrag zum gleichnamigen Thema gehalten hatte, engagiert sich – abgesehen von Peter Feuser, der Ähnliches mit einer eigenen Publikation vor Jahren bereits getan hatte – zum ersten Mal ein deutscher Auktionator mit einer umfangreicheren 50-Seiten-Informationsschrift, in der nicht nur die möglichen Schäden unter PVC-Hüllenaufbewahrung näher beschrieben, sondern auch Bezugsquellen für als unschädlich geltendes Material detailliert aufgewiesen werden.

In seinem Vortrag hatte Maassen betont, dass er es mit Blick auf den Auktionsmarkt wenig nachvollziehen könne, dass Versteigerer aus Eigeninteresse nicht mehr als bisher tun. Nur vereinzelt anzutreffende kleingedruckte Hinweise wie „dass die von uns verwendeten Kunststoffhüllen … nicht zur dauerhaften Aufbewahrung geeignet sind“ und dass Kunden „die Belege nach Erwerb aus den Hüllen nehmen“ sollten, seien nicht zielführend, weil sie selten gelesen und noch weniger beachtet würden. Es gäbe durchaus alternative und als unbedenklich geltende Möglichkeiten der Auslieferung von wertvollem Briefmarkenmaterial und gerade Auktionatoren, die naturgemäß ein Interesse haben, nicht nur gutes Material wieder zu verkaufen, sondern dieses später auch im ursprünglichen Zustand wieder zurückzukaufen oder erneut anzubieten, seien hier gefordert. Schlegels Schritt sei ein begrüßenswerter Anfang, der allerdings andere, auch Verbände, nicht aus der ständigen Verpflichtung nehme. Beim Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer findet man Warnhinweise auf der Internetseite http://www.bdb.net in der Rubrik „BDB-news“ (allerdings nur, wenn man ganz nach unten scrollt) und beim Bund Philatelistischer Prüfer BPP auf http://www.bpp.de (Rubrik Wissen/Folienproblematik). Dessen Verbandspräsident, Christian Geigle, hatte sich auch mit Vorträgen zum Thema engagiert und er stellte Wolfgang Maassen Aufsehen erregende Vergleichsbilder für dessen Vorträge zur Verfügung.


 

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