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Thema: Bund: Korrigierte Nachgebühr
Tabaluga Am: 06.08.2012 11:23:02 Gelesen: 5121# 1 @  
Nachgebührberechnung korrigiert !

Die Gültigkeitsregelung für DDR Marken war nach dem 02. Juli 1990 nicht ganz einfach. Auf dem Brief vom 27. August 1990 wurden alle drei DDR Marken als ungültig gekennzeichnet (siehe blaue Umrandung) und eine Nachgebühr von 140 erhoben. Die Sondermarke rechts oben war aber erst am 24.Juli erschienen und damit frankaturgültig wenn sie auch nicht die Bezeichnung deutsche Post trug.

Das hat dann wohl ein Postangestellter korrigiert und die Nachgebühr auf 110 Pfennige gesenkt !

Ein Beleg aus meiner kuriosen Sammlung.

Mit Sammlergruß
Jens


 
Redfranko Am: 06.08.2012 11:27:06 Gelesen: 5117# 2 @  
Hallo Jens,

von der Schriftstärke der Nachgebühr her würde ich aber eher eine Korrektur von 110 auf 140 vermuten. Denn die 4 ist deutlich kräftiger geschrieben, als sollte sie die 1 verdecken bzw. ungültig machen.

Gruß, Frank
 
Nachtreter Am: 06.08.2012 12:09:44 Gelesen: 5108# 3 @  
Es ist aber auch bemerkenswert, daß man sich schon beim Abstempeln unsicher war - offensichtlich waren zwei Postler am Werk (mit zwei unterschiedlichen Stempeln!). Und um sicher zu gehen, hat man dann wohl alle Marken entwertet.

Viele Grüße

Nachtreter
 
Postgeschichte Am: 07.08.2012 22:11:33 Gelesen: 5025# 4 @  
@ Tabaluga [#1]

Bei Beschreibung und Erklärung von Postvermerken, insbesondere aber bei Nachgebühren, ist die Kenntnis über die seinerzeit geltenden Postgebühren unerlässlich. Wie hoch waren die denn zur Verwendungszeit?

Gruß
Manfred
 
kauli Am: 07.08.2012 22:38:28 Gelesen: 5018# 5 @  
@ Tabaluga [#1]

Hallo Jens,

140 Pfg Nachgebühr ist korrekt. Die einzige gültige Marke ist die 40 Pfg. DDR Marken waren in der BRD nicht gültig. Das Porto betrug 100 Pfg, Fehlporto 60 Pfg. + 80 Pfg Einziehungsgebühr macht 140 Pfg. Warum erst 110 Pfg vermerkt wurden war wohl ein Irrtum des Postbeamten.

Viele Grüße
Dieter
 
drmoeller_neuss Am: 07.08.2012 22:57:55 Gelesen: 5014# 6 @  
@ kauli [#5]

Irrtum ! Die Briefmarke zu 30+5 ist zum Internationalen Jahr der Alphabetisierung am 24. Juli 1990 erschienen und in DM verausgabt worden und war als einzige Marke mit der Bezeichnung DDR in der Bundesrepublik bis zum 31.12.1991 gültig.
 
kauli Am: 07.08.2012 23:19:19 Gelesen: 5008# 7 @  
@ drmoeller_neuss [#6]

Das wußte ich nicht, habe es nicht so mit DDR Marken, hat wohl der Postler auch nicht gewußt. Dann wären ja doch die 110 Pfg richtig.

Viele Grüße
Dieter
 
AlterSchwede Am: 25.08.2013 10:28:42 Gelesen: 4093# 8 @  
Hallo zusammen,

stolpere heute über diese Nachgebühr. Da hier 2 Postler am Werke waren, ist klar zu erkennen - oder 1 Postler hat sich selbst korrigiert!?

Also Nachgebühr = 80 Pfg. / Porto = 100 Pfg.

1. Postler erkennt (richtig) die 30+5 an -> 100 - 70 = 30 Pfg. Fehlbetrag + 80 Pfg. ergibt 110 Pfg. Nachgebühr.

2. Postler erkennt (falsch) die 30+5 nicht an -> 100 - 40 = 60 Pfg. Fehlbetrag + 80 Pfg. ergibt 140 Pfg. Nachgebühr.

Ob heute noch ein Anspruch auf Erstattung besteht, kann ich nicht beurteilen - bin kein Jurist.

Gruss von AlterSchwede
 
volkimal Am: 25.08.2013 10:40:42 Gelesen: 4089# 9 @  
Hallo zusammen,

schaut Euch einmal diesen Beitrag von mir an: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=69231. Er zeigt die großen Probleme mit der Gültigkeit von den verschiedenen Briefmarken innerhalb Deutschlands. Auch bei meinen Briefen wurde zweimal das Nachporto fälschlicherweise verändert (erhöht).

Mit Gruß
Volkmar
 
Heiko.Joe.Nagengast Am: 05.02.2016 20:26:18 Gelesen: 2909# 10 @  
Unter [#8] ist es richtig erklärt.

Es waren zwei Postler am Werk. Der Brief wurde, vom Kunden bereits frankiert, vermutlich zusammen mit weiteren Briefen nachmittags in der Betzdorfer Hauptpost 5240 Betzdorf, Sieg 1 aufgeliefert und dabei zunächst nicht genau angesehen, weil vermutlich gerade viel los war. Als gerade etwas Luft und der Kunde aber schon weg war, stempelte der Beamte den Brief mit dem Stempel "ab", der auf 18 Uhr eingestellt war, dabei fielen ihm die DDR-Marken auf.

Zu dieser Zeit wurden alle Nachmittagseinlieferungen mit 18 Uhr gestempelt. Briefzentren gab es noch nicht, diese Funktion hatten zentral die Hauptpostämter. Zwischen ca. 17 und 20 Uhr trudelten dann die Sendungen aus den über die Stadt verteilten gelben Briefkästen in der Hauptpost ein und wurden mit der Stempelmaschine oder am hinteren Tisch von Hand, wo der Stempel "aj" auf 20 Uhr gestellt zum Einsatz kam. Ab 20 Uhr gingen dann die Briefe in alle Richtungen raus. Der Beamte am Schalter hat korrekt die 30er Alphabetisierung anerkannt, es ist bekanntlich die einzigste DM-Marke mit der Aufschrift DDR und war vom 24.7.90 bis 31.12.91 im ganzen Bundesgebiet gültig. Die ungültigen DDR-Marken links stempelte er - völlig korrekt - nicht. Laut Postordnung dürfen ungültige Marken nicht gestempelt werden.

Als die Schalterpost zusammen mit der Briefkästenpost nach Schalterschluß hinten für den Versand nach dem Schema "PLZ 5240, 5241, 5248, 5249, 5200, 5000, andere, Ausland" vorsortiert wurde, fiel einem Kollegen der Brief auf. Er wußte nicht, daß die 30er Alphabetisierung noch gültig ist und "verschlimmbesserte" die Austaxierung fälschlicherweise von 110 auf 140 pf, markierte analog die Marke mit weiteren Kreidestrichen. Er stempelte dann, um ganz sicherzugehen, regelwidrig noch die bereits ungültigen DDR-Marken am hinteren Tisch mit dem Stempel "aj". Er hätte eigentlich ins "Amtliche Verzeichnis der gültigen Postwertzeichen", das an jedem Schalter vorhanden war, schauen müssen...

Ein dekorativer Beleg, der die Komplexität der in der Wendezeit im Umlauf befindlichen Marken und die damit verbundene Unsicherheit der Postler im Umgang damit eindrucksvoll dokumentiert.

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