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Thema: Altdeutschland Bayern: Briefe erklären
Das Thema hat 348 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 21.09.2018 11:07:44 Gelesen: 9223# 324 @  
Liebe Freunde,

schöner, aber vielleicht nicht ganz so interessant und selten, ist dieses Damenkuvert (Frauen kämpften aber wohl eher nicht damals) an "Monsieur Foatelli 1ere Commis D´Economat au Lyeée Imp. de Bourges Cher" von Dillingen nach Frankreich, bei dem der Absender (siegelseitig genannt) am 29.12.1870 natürlich wußte, dass seine Post über "Suisse" nach "France" geleitet werden würde, also über die Schweiz nach Frankreich.



Offen aufgeliefert, klebte die bayerische Kommandantschaft dort den Brief zu und versah ihn mit ihrem Dienstsiegel. Über die Bahnpost Bayerns, Württembergs und Badens lief er quer durch die Schweiz und wurde mit dem Bahnpoststempel "SUISSE - AMB - M-CENIS B" am 2.1.1871 versehen nach Bourges geleitet, wo er am 6.1.1871 (!!) eintraf.

Mit der Farbkombination blau, orange und schwarz macht er mir viel Spaß.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 21.09.2018 11:16:21 Gelesen: 9222# 325 @  
Liebe Freunde,

Briefe mit Mustern ohne Werth habe und kenne ich seit über 35 Jahren. Aber solch einen Brief habe ich noch nie gesehen, geschweige denn besessen.



In Memmingen am 21.2.1859 mit 3 Kreuzern frankiert aufgegeben, lesen wir oben auf der Adresseite:

"Inliegend & Anhängend Probe ohne Werth".

Im Text dazu heißt es, dass man Caffebohnen (ganz) und gemahlenen Caffe verschickte, so dass man unterstellen darf, dass die Bohnen in einem Säckchen anhingen, das feine Pulver aber für einen Außentransport völlig ungeeignet gewesen sein dürfte, so dass man es im Inneren des Briefes verpackt haben dürfte.

Abgesehen davon, dass ich beide Arten zusammen nominiert nie gesehen habe, dürfte sich für die Aufgabepost in Memmingen die Frage gestellt haben, ob jetzt der günstigere Tarif für Muster anhängend, oder der gewöhnliche Brieftarif für Muster in Briefen anzuwenden war.

Der mit 3 Kreuzern frankierte Brief nach Heimenkirch bei Röthenbach im Allgäu (knapp 50 km Entfernung) lag also in jedem Fall in der 1. Entfernungszone und war "mit allem" bis 1 Loth, oder bis 2 Loth schwer.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 21.09.2018 12:25:56 Gelesen: 9211# 326 @  
Liebe Freunde,

nicht schön, aber auch nicht häufig: Brief mit Briefen aus München nach Coburg (nein, damals nicht bayrisch!) vom 2.9.1858 mit Ankunft am Folgetag. 1 Kreuzer Bestellgeld in blau notiert.



Absender war M. C. Mönch ("armer Mönch") in München, der bald nach Tirol verreisen wollte. In München traf man die Familie Damcke nebst Tochter, die der Empfängerin noch ein paar nette Worte schicken wollten. Wie es aussieht, hat wohl Damcke alles gemacht und Mönch den Brief außen beschriften lassen. Auch mal ne Variante.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 21.09.2018 13:13:33 Gelesen: 9197# 327 @  
@ bayern klassisch [#324]

Hallo Ralph,

sehr schöner Beleg, sagt ein Schweiz Sammler! :p

Auch ziemlich außergewöhnlich ist hier die Laufzeit, was aber sehr wahrscheinlich dem Krieg zu schulden war.

@ bayern klassisch [#325]

Schön und selten, was will man mehr? Hoffentlich sind dem Empfänger die Kaffeebohnen auch gut bekommen. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
bayern klassisch Am: 30.09.2018 08:37:11 Gelesen: 7687# 328 @  
Liebe Freunde,

jahrelang gesucht, nun bei Köhler endlich gefunden:



Brief mit privatem Taxstempel "6" aus Immenstadt vom 18.8.1851 nach Kaufbeuren an Gerhauser.

Diese privaten Taxstempel machten erst dann Sinn, als die innerbayerischen Regulative so normiert waren, dass 6 und 9 Kreuzer Porti regelmäßig vorkamen, so dass die Anschaffung eines solchen, nicht dienstlich gelieferten Stempel überhaupt Sinn machten.

Mit dem Regulativ vom 1.7.1849 gab es ja die Vereinfachungen von Gebühren (Porto und Franko 3, 6 oder 12 Kreuzer), so dass eine "6" schon Sinn machte.

Ab 1.7.1850 gab es Portobriefe für 3 Kreuzer (Ortsbriefe), 6 Kreuzer (bis 12 Meilen) und über 12 Meilen (9 Kreuzer). Da unfreie Ortsbriefe von Immenstadt Raritäten waren, vielen diese nicht ins Gewicht.

Aber die Masse der Briefe waren Portobriefe zu 6 und 9 Kreuzern, und so konnte man durch drehen des Stempels beide Gebührenstufen bedienen.

Für meine Minisammlung "1851" ist das ein sehr schönes Stück - danke Köhler!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 30.09.2018 08:43:27 Gelesen: 7686# 329 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen gewöhnlichen Brief aus München vom 29.10.1851 nach Guillaume Fischer in Paris mit einem netten Paar der 5d. Mit dem schönen, roten BAVIÉRE STRASB. vom 3.11.1851 und dem Ankunftsstempel von Paris des gleichen Tages, wird das Datum mehrfach bestätigt, denn auf dieses kam es mir an: Erst ab dem 1.10.1851 durfte man von Bayern aus nach und über Frankreich mit Marken frankieren.



Achtung: Nur von der Pfalz aus war ab dem 1.5.1851 eine Markenfrankatur ins Ausland nur in die Schweiz möglich, nicht aber aus dem rechtsrheinischen Bayern!

Vom rechtsrheinischen Bayern konnte man erst ab dem 1.10.1851 nach Frankreich Marken aufkleben und ab dem 1.10.1852 in die Schweiz; zuvor waren Vollfrankaturen ins Ausland nicht mit Marken darzustellen.

Dergleichen Briefe sind sehr selten und ich freue mich sehr, nach meinem Pfalzbrief aus 1851 nach Frankreich diesen hier aufziehen zu können.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 30.09.2018 09:02:54 Gelesen: 7681# 330 @  
Liebe Freunde,

Briefe des Postvertrages vom 1.1.1822 zwischen Bayern und Frankreich sind vielfältig und interessant, vor allem dann, wenn man Portobriefe mit Frankobriefen vergleicht.



Heute zeige ich einen weit selteneren Frankobrief aus München vom 1.3.1847 nach Paris, bei dem der Aufgabebeamte zwar das Tagesdatum "1" falsch herum einsetzte, aber das war nicht der Kaufgrund. Dieser geht, neben der leckeren Optik, allein aus der Siegelseite hervor, die abzubilden vom Anbieter clever war, weil ich ihn sonst nicht beboten hätte.

Hinten lesen wir: 56 im Zähler und 36 im Nenner. Der Bayernspezialist weiß, dass in der Vormarkenzeit (VMZ) Bayern gehalten war, sein eigenes Franko als Nenner, das Weiterfranko für ausländische Posten, aber als Zähler schreiben sollte.

Demzufolge zahlte der Absender 36 Kreuzer für Bayern und 56 Kreuzer für Frankreich, in toto 92 Kreuzer = 1 Gulden und 32 Kreuzer. Das waren 18 mal Mittagstisch im München des Jahres 1847, um die Kaufkraftparität mal aufzuzeigen.

Wie setzen sich nun diese Franki zusammen? Ein einfacher bayerischer Brief wurde für die deutsche Strecke mit 18 Kreuzern je 1/2 Münchener Loth = 8,75 g berechnet. Demnach war der Brief bei einem Gewicht über 1/2 bis 1 Loth mit dem 1,5fachen = 27 Kreuzer und wie hier bei einem Gewicht über 1 bis 1,5 Loth mit 36 Kreuzern zu frankieren. Für Bayern war es also die 3. Gewichtsstufe über 17,5 bis 26,25 g.

Für Frankreich galten andere Gewichtsgrenzen, nämlich 7,5g. Der einfache Satz für Frankreich von der Grenze, hier Strasbourg, bis Paris belief sich auf 20 Kreuzer, jedoch war die Steigerung bei höheren Gewichten als dem Einfachen degressiv. Bis 7,5 g = 20 Kreuzer, über 7,5 bis 15 g + 18 Kreuzer, über 15 - 22,5 g + 18 Kreuzer, so dass wir hier bei 56 Kreuzern auch in der 3. Gewichtsstufe lagen, allerdings wog der Brief demnach über 17,5 g bis 22,5 g, weil er Einschlüsse enthielt.

Vorne sehen wir 2 Abschläge des P.P. - Stempels von München, die auswiesen, dass alles bezahlt worden war, den Vertragsstempel BAVIÈRE - STRASB. von Strasbourg und den 11 A.E.D. - Stempel von Strasbourg, damit Paris wusste, über welchen Leitweg der Brief instradiert worden war.

Strasbourg reduzierte die bayerischen 56 Kreuzer in 21 Decimes; 1 Decimes entsprach paritätisch 2,85 Kreuzern, so dass wir eigentlich nur auf 19,65 Decimes kommen sollten, aber gegenüber Bayern konnte man sich auch gerne mal etwas mehr herausnehmen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 06.10.2018 09:01:56 Gelesen: 7134# 331 @  
Liebe Freunde,

mit der früheste Stempeltyp mit vollem Dokumentationscharakter war der Zweikreisstempel, der von den Hauptbriefpostexpeditionen am Sitz der Oberpostämter geführt wurde. Nur bei Augsburg war es ein bisserl anders, da hat ab 1851 die Hauptbriefpostexpedition von der Stadt an den Bahnhof gewechselt, aber den Zweikreisstempel beließ man dort, auch wenn die obige Definition, die man sich selbst gegeben hatte, nun nicht mehr stimmte. Aber egal - in diesem kleinen Wunderwerk, wessen Abschläge in perfekter Form für mich zu den schönsten Stempeln Bayerns gehören, waren der Ort, der Tag, der Monat, das Jahr und die Stunde der Aufgabe vorhanden (von - bis), was im Vergleich zu den anderen, damals typischen Stempeln ein Quantensprung darstellte.



Heute zeige ich einen Brief vom 31.10.1871 aus Augsburg an Herrn Carl Berzinger in Pleinfeld mit einer Rechnung für gelieferten Tabak, bei dem die Umstellung des Datums offensichtlich Probleme bereitete.



Letztlich brachte man 3 Abschläge seines Zweikreisstempels am 1.11.1871 auf dem Brief an, die alles in allem gerade so noch das Datum erkennen lassen. Aber zwischen 4 und 5 Uhr morgens mag das mal passieren und der Brief kam auch so noch am selben Tag an. Eigentlich sind die Frühaufsteher immer die besseren Leute, aber in Augsburg mag es mal hier und da eine Ausnahme gegeben zu haben - ich freue mich darüber, denn 3 Stempel auf einer Marke findet man (schon gar nicht) in der späten Kreuzerzeit sehr selten.

"On top" ist die Verwendung genau dieser Marke im Inneren mit 3 Kreuzern in Rechnung gestellt worden, was man auch nicht jeden Tag dokumentieren kann.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.10.2018 09:09:21 Gelesen: 6143# 332 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Brief aus Landshut vom 27.9.1870 nach Doulevant (heute: Doulevant-le-Chateau), der für einfache Frankreichbriefe mit 12 Kreuzern korrekt frankiert wurde.



Ab der Kriegserklärung vom 19.7.1870 mussten alle Briefe aus Bayern nach Frankreich, egal von woher genau, immer und ausschließlich der Hauptbriefpostexpedition München zugeleitet werden - dieser hier zeigt dieses Vorgehen in perfekter Weise, da er noch am selben Tag dort eintraf.

Dort wurden alle Briefe Bayerns nach Frankreich täglich gebündelt und in einem Paket verschickt und über die Schweiz nach Paris geleitet, wo sie den Stempel "BAVIERE STRASBOURG 3", oder "BAVIERE FORBACH 3" von Paris erhielten.

Dies galt jedoch nur bis zum 18.9.1870, weil am Folgetag Paris von deutschen Truppen eingeschlossen war und die Postleitung somit unterbrochen wurde. Folglich waren die Briefpakete von München ab dem 19.9.1870 über Basel und Pontarlier nach Dijon zu leiten, wo sie geöffnet wurden und die Briefe von hier aus weiter nach Frankreich geleitet wurden.

Ab dem 7.11.1870 leitete man dergleichen Briefe übrigens über Basel, Genf und Lyon nach Dijon, womit mein Briefchen an Madame Berthelin, auf dem Schloß zu Doulevant residierend, ihren Brief in der Phase 2 erhielt, die vom 19.9.1870 bis zum 6.11.1870 währte und also nicht eben lang galt.

Siegelseitig sehen wir den Ankunftsstempel von Doulevant vom 4.10.1870, so dass man getrost sagen kann, dass sich die Leitung in Frankreich sehr verzögert hatte, weil in Friedenszeiten ein solcher Brief bei den schnellen Franzosen maximal 3, eher nur 2 Tage bis dorthin benötigt hätte.

Der Zielort lag im Niemandsland, weil die deutschen Truppen ihn und seine Umgebung nicht abdeckten und die französische Post dort noch funktionierte.

Für mich sind alle Briefe Bayerns (oder über Bayern, da noch seltener) in das Frankreich der Kriegsmonate Juli 1870ff immer sehr spannend und begehrenswert. Leider findet man sie weder in 1 - Euro - Kisten, noch gibt es sie zuhauf, so dass man als wohlsortierter Sammler froh sein kann, einen pro Jahr abzufischen, wenn man Glück hat und, wie hier, solche nicht eben günstigen 12 Kreuzerbriefe im Netz schnappen kann.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 27.10.2018 08:56:36 Gelesen: 4617# 333 @  
Liebe Freunde,

hätte man einem Menschen zu erklären, dass innerbayerische Briefe der Markenzeit das Einfachste Kapitel der bayerischen Postgeschichte darstellt, würde einem sicher geglaubt werden, benötigt man doch selbst kaum eine Viertelstunde, um die Höhe der Porti in der Zeit von 1849 bis 1875 auswendig zu erlernen und vlt. eine weitere Viertelstunde, um sie cerebral in einen plausiblen Zusammenhang zu stellen und damit komplett zu verinnerlichen.





Zeigte man dann aber einen simplen Brief, hier aus dem Jahr 1851, einem solchen Aspiranten der bayerischen Postgeschichte, wäre der wohl damit überfordert und fühlte sich womöglich sogar von einem wohlmeindenden Mentor veräppelt.

Sagte man, dass innerbayerische Portobriefe nur noch eine Taxe aufweisen können, sieht man hier deren 2.

Sagte man, dass seit 1844 kein Bestellkreuzer mehr zugelassen war, sieht man ihn hier doch noch (oder das, was man für ihn hält).

Sagte man, dass niemals mit Bleistift Taxen zu notieren waren, so sieht man hier doch eine.

Und doch ist alles so einfach.

Der Absender der am 27.10.1851 ausgefertigten Rechnung war die Firma Lorenz Hüttner, Empfänger war die Firma Caspar Göhl seelige Erben in Hindelang bei Kempten. Frankieren wollte man nicht, also zahlte der Empfänger drauf. Statt 6 Kreuzermarke also lieber 9 Kreuzer Porto - die aber in Nürnberg vergessen wurden, sonst hätte man sie in typisch blau-grauer Tinte vermerkt. Im Rahmen des Transports fiel dies auf und man notierte in schwarz links unten fast unleserlich eine korrekte 9.

Weil die in Art und Ausführung kaum zu erkennen war, wiederholte, wohl Sonthofen, man diese 9 mit Rötel, so dass sie nur schwer zu übersehen war. Da Hindelang ohne eigene Post war, der Empfänger aber mit der Postexpedition Sonthofen aber eine Vereinbarung hatte, Post für ihn einem konzessionierten Boten zu übergeben, notierte dieser zwischen den beiden Neunern seine 10 Kreuzer, denn die 9 hatte er in Sonthofen ausgelegt und wollte für seinen Lauf von ca. 4 Kilometern auch seinen Kreuzer notiert wissen.

Diese Doppeltaxierungen, wie ich sie nenne, kenne ich hin und wieder innerbayerisch und im Postverein, nicht ins Ausland. Sie waren einer Zeit geschuldet, die für viele Postler höchst verwirrend war, begrenzt sich also auf die Zeit von 1850 bis 1852, am ehesten noch 1851, dem mit weitem Abstand schwierigsten Jahr für bayerische Postbedienstete. Der eine traute dem anderen nicht und wollte unbedingt selbst ausrechnen, was ein Brief kostete und notierte dann auch voller Stolz "sein" Ermittlungsergebnis gerne auf dem Brief. Ich kenne sogar Briefe mit 3 (!!) identischen Taxen in den Postverein (aus Zweibrücken), wobei 2 identische Taxen selten sind, 3 aber schon große Raritäten darstellen.

Wohl dem, der solch ein paar kleine Schmuckstücke in seinen Sammlungen weiß.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 27.10.2018 11:29:19 Gelesen: 4598# 334 @  
Liebe Freunde,

alte Schlachtschiffe der Postgeschichte wie ich glauben manchmal, schon (fast) alles gesehen zu haben. Oft haben wir Recht - hier aber nicht, denn solch einen Brief kannte ich bisher noch nicht, jedenfalls nicht in dieser Schwere.





Geschrieben am 1.8.1843 in Englburg, ca. 25 km Fußmarsch nach Vilshofen, dort am Folgetag aufgegeben und gerichtet an:

Seiner Excellenz dem Hochgebornen Herrn Herrn Maximilan Grafen von Seyssel d´Aix, K. Bayer. Kämmerer, Generallieutnant, Capitaine des Gardes, Inhaber mehrerer hohen Orden in München

Die Aufgabepost setzte als innerbayerisches Porto für Briefe über 12 bis 18 Meilen sagenhafte 1 Gulden 15 Kreuzer fest. Ein einfacher, bis 1/2 Loth schwerer Brief kostete bei dieser Entfernung 6 Kreuzer, jedes weitere halbe Loth kostete folglich 3 weitere Kreuzer, so dass wir hier einen Brief der 24. Gewichtsstufe vor uns haben.

Bei einer Entfernung von 17,6 Meilen nach München ist von Vilshofen auszugehen - der Absender hätte den Brief auch nach Grafenau oder Freyung bringen können, was nicht weiter war, als nach Vilshofen, aber dann wäre der Brief in die nächst weitere Entfernungszogen über 18 bis 24 Meilen gefallen und hätte einfach 8 Kr. und so wie hier 1 Gulden 42 Kreuzer gekostet.

Im Inhalt oben links sehen wir auch den Grund für das Gewicht, schrieb doch der Empfänger "Beilagen remitirt" (also zurück gegeben) und tatsächlich waren Grundstücksauszüge damals beigefügt worden, die ihn so schwer machten (11 1/2 bis 12 Loth = 66g bis 75g).

"By the way" - oft fragen mich Sammler anderer Gebiete, ob das Porto/Franko eines Briefes von Bayern stimmen könnte, weil es ihnen so hoch erscheint, schließlich weisen diese Briefe keinerlei Gewichtsnotationen oder Vermerke wie "mit Beilage", "mit Unterbund", "mit Akten" usw. auf und ich entgegne dann immer, dass sie das nicht mussten und die bayer. Post i. d. R. nur Fahrpoststücke wog und das Wiegeergebnis vermerkte, bei der Briefpost wie hier aber einfach hoch taxierte und es damit bewenden ließ.

Aber zurück zu unserem Brief - der Empfänger war einer der höchsten Würdenträger Bayerns und die festgesetzte Taxe wurde auf Kosten der Staatskasse gestrichen, weil dieser passiv portofrei in Bayern war, also eh nie etwas bei Portobriefen zu zahlen hatte. Daher hatte auch der Absender auf die Frankatur verzichtet, wäre er doch hier mit 1 Gulden 15 Kreuzer dabei gewesen und das Geld wäre fort gewesen.

Oft wird der Begriff "Unikat" in Beschreibungen eingesetzt, aber nur besserer Standard gezeigt - hier dürfte dieses Wort keiner Fehleinschätzung unterliegen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 08.11.2018 10:23:28 Gelesen: 2938# 335 @  
Liebe Freunde,

bei der Leitung und Zustellung von Briefen war es unabdingbar, dass der Zielort vom Absender klar definiert war. Ein Brief aus Neustadt an der Haardt nach Dudweiler war eigentlich auch ohne Zusatz gut leit- und zustellbar, weil es nur das Dudweiler im Saarland (damals: Preussen) sein konnte.

Aber weil die Menschen oft phonetisch vorgingen, hätte man auch in der Pfalz annehmen können, dass man den kleinen Ort Duttweiler in der bayer. Pfalz hätte gemeint haben können und eben dies wurde von der Aufgabepost als die wahrscheinlichere Variante gehalten und der Brief prompt auch dahin spediert, weil man Joseph Levy dort vermutete.





Der am 15.1.1868 geschriebene Brief wurde am 16.1. um 14.00 Uhr aufgabestempelt und traf noch am selben Tag im nahe gelegenen Hassloch ein. Von dort aus hätte nach Duttweiler auch per Landpostboten zugestellt werden können/sollen, aber der Hasslocher Postexpeditor kannte keinen Empfänger dieses Namens und auch sein Landbriefträger konnte ihn nicht ausliefern.

Ergo brachte man am 17.1.1868 den Brief wieder dem Hasslocher Expeditor zurück und selbiger vermerkte unter Dudweiler "b(ei) Saarbrücken" und leitete ihn dementsprechend weiter, wo er auch am ??.1.1868 ankam und mit dem 2. Botengang ausgetragen wurde.

Die ab dem 1.1.1868 greifende Gebührenmoderation sorgte dafür, dass in einem vergleichsweise riesigen Postgebiet alle Briefe nur noch 3 Kreuzer kosteten, so dass über die verwendete Markenhöhe (Nominale) eine Zuordnung über die Entfernung nicht mehr möglich war.

Von Neustadt nach Duttweiler waren von je her schon nur 3 Kreuzer zu frankieren, aber ein Brief von Neustadt nach Dudweiler in Preussen hätte bis 31.12.1867 noch 6 Kreuzer (über 10 bis 20 Meilen) gekostet, so dass ein mit 6 Kreuzern frankierter Brief wohl gleich nach Dudweiler geleitet worden wäre.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 08.11.2018 13:07:28 Gelesen: 2926# 336 @  
Liebe Freunde,

heute mal ein Postbetrug mit Attest - hat man ja auch nicht alle Tage.



Lohr, 14.8.1851, nach Hain im Spessart (siegelseitig blank) mit 3 Kr. treffend frankiert, aber leider hat man die schwach gestempelte Marke von einem gelaufenen Brief entfernt, hier künstlich aufgepappt und voll mit dem gM 189 der 1. Verteilung von Lohr so gut und fett gestempelt, dass nur ein Adlerauge wie Peter Sem sehen konnte, dass es sich hier um einen Postbetrug handelte.

Weil ein Schönstempler von hohen Gnaden, hatte der Lohrer Postexpeditor bei mir bisher (posthum) immer ein Stein im Brett - jetzt nicht mehr! Schämen soll er sich, mit diesem Frevel den bayerischen Staat fast in den Ruin getrieben zu haben.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.11.2018 12:37:34 Gelesen: 2814# 337 @  
Liebe Freunde,

auch wenn mir manchmal nachgesagt wird, die Übersicht über eigene Bestände (schon lange) verloren zu haben, gelingt es mir doch ab und an mich eines Stücks zu erinnern, das ich bereits habe und für welches ein unscheinbares Pendant auftaucht.



Die Seite aus meiner Mini - Sammlung der persönlichen Postportofreiheiten mit dem Brief aus Augsburg vom 2.10.1862 von Post - Official Karl Berchem nach Neuburg an der Donau war mir noch geläufig - und auch die damit verbundenen Probleme, den Namen richtig zu interpretieren, denn Berchem schrieb nicht gerade perfekt.



Der Zufall wollte es, dass in der Bucht ein äußerst unappetitlicher Chargébrief aus dem wunderschönen Starnberg vom 17.8.1862 angeboten wurde. Ich überflog routinemäßig die Adresse und lese da: S(einer) Wohlgeboren Herrn Karl Berchem k(öniglicher) Oberpostamts Official in Augsburg". Donnerknöttich! War das vlt. jener, dessen Namen ich nicht lesen konnte ("Berobette" hatte ich zuerst gelesen)?

Die 3 Kreuzermarke ist eine zusammengezimmerte Platte 5, wenn ich es recht sehe. Der Chargéstempel eine Sonderform privater Machart unseres Starnberger Expeditors.

So habe ich jetzt einen Brief von unserem Post - Official und einen an ihn aus anderer Korrespondenz - ich bin gespannt, wie viele ich noch zusammen bekomme, sowohl in die eine, wie in die andere Richtung.

Liebe Grüsse von einem glücklichen bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 10:20:17 Gelesen: 1028# 338 @  
Liebe Freunde,

in Amberg sandte die Firma Rall & Ruoff am 20.4.1857 einen einfachen Brief an ihren Kunden, Herrn Louis Scheibler Sohn in Montjoié in Belgien ab. Als Franko dachte man sich 9 Kreuzer aus. Das war aber falsch.



Ein Brief nach Belgien kostete zu diesem Zeitpunkt aber 9 + 4 = 13 Kreuzer für Sendungen nach den Provinzen Limburg, Lüttich und Luxemburg in Belgien, für alle anderen aber 9 + 7 = 16 Kreuzer.

Damit galt der Brief als komplett unfrankiert (Postvertrag Preussen - Belgien vom 1.4.1852 bis zum 30.6.1863) und war von der Aufgabepost mit dem gewöhnlichen Postvereinsporto von 3 Silbergroschen für Bayern vorzutaxieren. Der Wert der Marke wäre verfallen gewesen.

Bayern belastet also nun Preussen mit 3 Silbergroschen = postalisch 9 Kreuzern. Preussen nahm den Brief an sich und versuchte ihn nach Belgien zu leiten. Im Rahmen dessen stelle man aber fest, dass der Zielort "Montjoié" gar nicht in Belgien lag, sondern in Preussen zu vermuten war, denn Monschau bei Aachen in Preussen hieß bis 1918 auf französisch Montjoié. Daher hatte der Absender alles richtig gemacht - nur den Zusatz "in Belgien" hätte er weglassen sollen.

Preussen strich also die von Bayern notierten 3 Groschen auf dem Brief blau und in der Briefkarte ab, da die 9 Kreuzer von Bayern bis zu jedem Ort Preussens ausreichten. Im Gegenzug musste Preussen jetzt in der Briefkarte aus dem unfrankierten (es gab keine unterfrankierte Briefe nach Belgien damals, weil entweder franko, oder porto gezählt wurde) Brief nach Belgien eine korrekt frankierten für sich selbst machen und das durch Bayern belastete Porto zurück rechnen, so dass eine Korrektur der Briefkarte erforderlich wurde.

Am 23.4.1857 wurde er, spät aber doch, in Monschau zugestellt. Ich habe ihn von Peter Feuser kaufen können und bin sehr froh, solch ein Schätzchen zeigen zu können, auch wenn er prima vista recht harmlos daher kommt, steckt doch eine schöne Postgeschichte in ihm drin.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 11:25:47 Gelesen: 1016# 339 @  
Liebe Freunde,

das Pfarramte Rohr bei Abensberg, ca. 5 km südöstlich von Abensberg gelegen, gab eine Parteisache zum katholischen Pfarramte Hofendorf Post Neufahrn bei Markt Ergoltsbach auf. Die portopflichtige Parteisache war wichtig, also notierte man unten links artik: "Frei gegen Schein". Doch dann scheinen, als es darum ging, 7 Kreuzer zusätzlich zu bezahlen, Zweifel gekommen zu sein, ob man auch wirklich recommandiren müsste und letztlich hat man sich dann dagegen entschieden.



In Fällen, in denen die Recommandation auf dem Brief korrekt ausgedrückt worden war (gegen Schein, recommandirt, eingeschrieben, Chargé, besonders empfohlen usw.) war dieser Passus vom Absender selbst (niemals von einem Postbediensteten, weil das als eine verbotene Korrektur der Adresse galt) zu streichen. War der Brief aber in der Boite eingeworfen worden, so hatte die Aufgabepost den Vermerk daneben zu setzen: "Wurde kein Schein gelöst". Allein dadurch war jedem kenntlich, dass das Poststück unrecommandirt anzunehmen und auszufertigen war.

Hier war man aber praktisch - statt den Vermerkt mühsam mit Tinte und/oder Lineal zu streichen, klebte man einfach eine sehr breitrandige Marke über jenen, so dass davon fast nichts mehr zu sehen war und schrieb nur "frei" daneben, was ja reichts.

Vielen Briefe mit dieser Technik kenne ich allerdings nicht. Ein Zweiter in der Bucht ist wegen eines übergeschnappten Routers leider an mir vorüber gezogen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.12.2018 21:01:39 Gelesen: 835# 340 @  
Liebe Freunde,

nur im 1. Semester des Jahres 1843 führten eine Handvoll Hauptbriefpostexpeditionen die Stempel "Morgens" und "Abends", weil sie mindestens 2 Postäufe hatten, die man beim Abgang der Post unterschieden wissen wollte.



Hier aus München vom 23.2.1842 ein Portobriefchen an den Baron von Malsen in Marzoll bei Bad Reichenhall, dunnemals für 6 Kreuzer auszulösen. Ein netter Beifang, wie ich finde.



Demzufolge hätte dieser hier aus derselben Korrespondenz vom 17.1.1843 auch entweder "Morgens", oder "Abends" gestempelt werden sollen - das sehe ich aber nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.12.2018 21:08:19 Gelesen: 830# 341 @  
Liebe Freunde,

aus der doch recht engen Periode 1.7.1849 bis 31.10.1849, als der Tarif für die Markenbenutzung schon da war, nur die Marken halt noch nicht, zeige ich einen mit Doppeltaxierung aus Bayreuth vom 14.7. nach Bad Kissingen, wo er 2 Tage später ankam. Ein typischer Sommerbrief, der zuerst mit einer schludrigen 6 taxiert wurde, ehe man in Bad Kissingen mit einer Rötel - 6 nachbesserte.



Dergleichen Wiederholungen von korrekten Taxen kenne ich noch bis zu Anfang der 1850er Jahre - danach tauchen sie nicht mehr auf.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 08.12.2018 10:50:01 Gelesen: 664# 342 @  
Liebe Freunde,

weil auch kleine Besonderheiten "Besonderheiten" sind, zeige ich diesen hier aus München vom 30.7.1842 nach Nancy, für den der Absender 12 und 18 Kreuzer bezahlte.



Wer die Besonderheiten findet, ist richtig gut.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 08.12.2018 14:20:17 Gelesen: 648# 343 @  
@ bayern klassisch [#342]

Lieber Bayern Klassisch,

also ich sehe, dass unten links schön "gemalt" P:P: wurde und das zwei solche Stempel abgeschlagen wurden. Weiterhin ist der nette Nebenstempel N(ach) Abg(ang der Post) zu erwähnen. Der Absender bezahlte insgesamt 30 Kreuzer - also alles komplett bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 08.12.2018 14:41:45 Gelesen: 641# 344 @  
@ Magdeburger [#343]

Lieber Magdeburger,

dein feiner Blick von geschultem Auge hat natürlich sofort erkannt, dass der Münchener Beamte zuerst den P.P. - Stempel nicht gefunden hat und also P.P. manuell notierte. Später fand er ihn wieder und bedruckte damit dem Brief, wie damals in München üblich, gleich mehrfach.

Die 2. Besonderheit zeigt aber die Siegelseite - kleiner Tipp: Frankreich notierte das in München bezahlte Weiterfranko zusätzlich in französischen Decimes, da Frankreich natürlich nicht mit Kreuzern rechnete.

So, jetzt bist du wieder dran.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 08.12.2018 15:07:02 Gelesen: 633# 345 @  
@ bayern klassisch [#344]

Lieber Bayern Klassisch,

die 18 Kreuzer für Frankreich dürften die 6 Decimen entsprechen - Briefpost ist leider nicht so mein Bereich.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 08.12.2018 15:28:39 Gelesen: 627# 346 @  
@ Magdeburger [#345]

Lieber Magdeburger,

du bist nah dran - Fahrpost hin, Briefpost her.

Bayern hatte sein Franko immer im Nenner zu notieren - hier 18 Kreuzer von München bis Kehl, was auch richtig war für Briefe bis 1/2 Münchener Loth (8,75g).

Das Weiterfranko für Frankreich hatte demzufolge stets und ausnahmslos im Zähler zu stehen - hier 12 Kreuzer.

Aber das war zu wenig - Frankreich notierte 6 Decimes = 18 Kreuzer, die ihm für den Brief bis Nancy zustanden. Bayern hatte also vom Empfänger 6 Kreuzer zu wenig kassiert.

Von den zahllosen Vormarkenzeitbriefen Bayerns, die ich gesehen habe, kenne ich nur eine Handvoll, die unterfrankiert waren - das hier ist einer davon.

Postgeschichtliches Procedere: Frankreich korrigierte die bayerischer Briefkarte um eben diese 2 Decimes = 6 Kreuzer, belastete also München mit dem fehlenden Franko, das in Nancy wegen der P.P. - Stempel nicht nacherhoben werden konnte. Jetzt hätte man in München vom Absender diese 6 Kreuzer nachfordern müssen - aber das war wohl eher theoretischer Natur, weil man sicher nach 5 oder 6 Tagen nicht mehr wusste, wer einen unterfrankierten Brief verbrochen hatte. Diese dürften daher aus der "Mannschaftskasse" genommen worden sein.

Danke fürs Mitknobeln - immerhin hat sich das kein Bayern hier gewagt!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 09.12.2018 10:55:51 Gelesen: 515# 347 @  
Liebe Freunde,



in Nürnberg war man am 29.10.1825 spät dran für seinen Chargébrief an Herrn Rechtsanwalt Grimmer in Ansbach. Bei Chargébriefen musste man mindestens 1/2 Stunde vor Postabgang erschienen sein und das war hier nicht der Fall, weswegen die Aufgabepost den schnuckeligen Verzögerungsstempel "Nach Abg" abschlug, so dass er wohl erst am 30.10. auf seine Reise gehen konnte.

Unter der Reco - Nr. 1 (nach einer solchen hatte ich auch lange gesucht) ging er mit schwarzem CHARGÉ - Stempel Richtung Ansbach ab und 4 Kreuzer hatte Nürnberg als zutreffendes Porto notiert.

Wann er ankam, wissen wir nicht, aber ich vermute dass Ansbach ihn mit rotem CHARGÉ - Stempel in anderer Type nachgestempelt hat, sicherheitshalber.

Die Überraschung für mich war aber, als ich den Brief öffnete und irgendeinen gerichtlichen Inhalt erwartete, was nicht der Fall war. Statt dessen stellte ich fest, dass es eine Umfaltung war, die als neue Adresse folgendes zeigt:



An den Kgl. Adv(ocaten) H(errn) Greiner durch H(errn) v(on) ??igsthal zu Ansbach Citissime

Offenbar hatte jemand den Brief von Ansbach wieder nach Ansbach verschickt, aber einen Adligen als Boten gedungen, der ihn schnellstens auszutragen hatte, ohne die Post zu involvieren. Dergleichen Praxis habe ich noch nicht gesehen und für Kommentare aller Art bin ich offen und dankbar.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Max78 Am: 09.12.2018 12:02:53 Gelesen: 503# 348 @  
@ bayern klassisch [#347]

Hallo Ralf,

wie Du Dich sicherlich erinnern kannst, sind meine philatelistischen Kenntnisse bei Weitem nicht so ausgeprägt wie bei manch anderem. Aber ggf. hilft Dir die Info weiter, dass ich "durch Hr. von Königsthal" lese, welcher laut "Netz" zu jener Zeit ebenfalls als Advokat in Nürnberg beschäftigt war. Vielleicht hatte dieser zuerst eine Fahrt nach Ansbach geplant, diese aber dann doch nicht angetreten. Ich sehe sonst nur noch eine Registernummer 702, die auf etwas "amtliches" schließen lassen könnte. Es kann sich aber auch nur um eine fehlerhafte Anschrift handeln, die man dann durch Umdrehen des Umschlagblattes korrigiert hat.

Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gesehen.

liebe Grüße Max


 

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