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Thema: Custos Portokontrolle
Baldersbrynd Am: 01.02.2014 11:08:21 Gelesen: 3468# 1 @  
Dieses Kontrollgerät wurde in 1911 patentiert und das späteste bekannte sind von 27.5.1935. (Nach "Die Deutschen Post und Absender-Freistempel", Heft 90).

Es gibt verschiedende Formen wie Runde und Sechseckige, mit und ohne Text, arabische und römische Zähler. Bekannte Zähler geht von 5 (Pf) bis 5000 (Mark). Der Text war auch verschiedene: PORTOKASSEN-SYSTEM "CUSTOS" oder PORTO-CONTROLLE D.R.P. u.a. Am unten steht die Stadtnahme am meisten DUISBURG oder DÜSSELDORF, aber bekannt ist auch BERLIN und LUZERN.

Hier ein Brief mit Custos Portokontrolle. Sendet von Elberfeld nach Gent in Belgien am 20.1.1920. Porto 30 Pf. PP4, gültig von 1.10.1919 bis 5.5.1920. Portokontroll Stempel, rund 10 Pf. und sechseckig 20 Pf.

Viele Grüße
Jørgen


 
Baldersbrynd Am: 02.02.2014 09:06:29 Gelesen: 3402# 2 @  
Hier zwei Postkarten.

1. Drucksache aus Tangermünde nach Kopenhagen, sendet am 25.3.1914. Porto 5 Pf. Rund Kontrollstempel mit 5 und Text: "PORTOKASSEN-SYSTEM CUSTOS (FA CUSTOS DUISBURG)".

2. Postkarte aus Nürnberg nach Solothurn, Schweiz, sendet am 24.7.1915. Porto 10 Pf. Sechseckig Kontrollestempel mit 10 und Text: "PORTO-KASSEN-SYSTEM FIRMA, CUSTOS DUISBURG". Prüfungsstempel: Prüfungsstelle ?? des b.III. Armeekorps Nürnberg.

Viele Grüße
Jørgen


 
lebenslauf Am: 02.02.2014 15:39:17 Gelesen: 3366# 3 @  
Hallo Jorgen,

ich freue mich, daß Du ein so hochinteressantes Sammelgebiet angestoßen hast. Ein paar diese Belege befinden sich auch in meinem Bestand, die ich hier gerne nach und nach zeige.

Viele Grüße
lebenslauf

Als erstes eine Wertpaketkarte nach Warschau (Russland) über Thorn aus Ohligs
vom 5.12.12:


 
Baldersbrynd Am: 03.02.2014 09:36:39 Gelesen: 3321# 4 @  
Hallo lebenslauf,

ja, es ist ein sehr interessantes Gebiet der deutschen Philatelie. Viel finde ich nicht, ich habe bis Heute nur wenige gefunden, alle hier in Dänemark.

Hier ein Postkarte aus Offenbach sendet nach Köln am 5.9.1922. PP8. Frankiert mit 10 mal 5 Pf. Germania und 1 Stck. 100 Pf. Arbeiter. Custosstempel, einer auf 1 Mark und zwei auf 25 Pf. Rechts von den Custosstempeln sieht man deutlich die kleinen Löcher vom Vorschubgerät (heisst das so?).

Viele Grüße
Jørgen


 
lebenslauf Am: 03.02.2014 14:30:18 Gelesen: 3283# 5 @  
Heute noch eine Paketkarte mit Custosstempeln:

Gedruckter Absender: Eduard Engels Schlittschuhfabrik Remscheid.

Auch diese Firma war Selbstbucher.

Remscheid 14.12.20 über Basel. Deutsches B.P.A.19, 16.12.20 Kartierungsstelle nach Zürich.

Literatur über Selbstbucher: "Handwörterbuch des Postwesens" 2.Auflage, Frankfurt/M. 1953 Seite 679-80.

Paketkarten von Selbstbuchern mit Custos-Portocontrollstempeln sind sehr selten.

Gruß
lebenslauf


 
Baldersbrynd Am: 04.02.2014 16:58:55 Gelesen: 3223# 6 @  
Hier ein Paketkarte aus Coblenz nach Næstved in DK. Sendet am 6.12.1921. Porto 67,20 Mark. für Paket auf 5 Kg. nach DK.

Vier mal Custos 5 Pf. Stempel. Text: PORTO-CASSE "BLITZ" FA CUSTOS DÜSSELDORF.
Drei mal Custos 1 Mk. Stenpel. Text: PORTO-CONTROLLE D.R.PAT FA "CUSTOS" DÜSSELDORF.
Sechsten mal Custos 4 Mk. Stempel. Text: PORTO CONTROLL SYSTEM FA. CUSTOS DÜSSELDORF. Dieser sind in linke Seite und sehr undeutlich.

Der Absenderfirma war auch Selbstbucher. Als dieser Selbsbucherkarten war selten, ist neues für mich.

Viele Grüße
Jørgen


 
inflamicha Am: 05.02.2014 21:31:11 Gelesen: 3178# 7 @  
Guten Abend,

Fernbrief von Düren nach Dortmund, das Porto hierfür betrug am 15.8.1922 3 Mark. Im oberen Teil des Umschlages 3 Stempel der "Custos Porto-Controlle DR PAT Düsseldorf" zu je 1 Mark.



Gruß Michael
 
lebenslauf Am: 06.02.2014 13:33:09 Gelesen: 3158# 8 @  
Drucksache der ersten Gewichtsstufe bis 50 Gramm von Leipzig Neuschönefeld 20.6.22. nach Hamburg.

Freigemacht wurde der Umschlag (23,5 x 15,5 cm) portorichtig mit 50 Pfennig der Michel-Nr. 158, links oben 3 Abschläge des Custos-Stempels 1 x 30 Pf und 2 x 10 Pf.

Gruß
lebenslauf


 
inflamicha Am: 06.02.2014 18:56:15 Gelesen: 3136# 9 @  
Guten Abend,

heute eine Nachnahme-Drucksache von Chemnitz nach Kreiensen vom 13.10.1922. Für die 4 Mark Porto wurden rückseitig 2 Stempel "Custos Porto-Controlle DR PAT Düsseldorf" angebracht, ein Stempelgerät zu 4 Mark war wohl (noch) nicht vorhanden.



Für die rückseitig verklebte Marke zu 3 Mark gab es natürlich keinen Custos-Stempel- dieser Betrag war erst vom Absender für die verlangte Frist bzw. das damit verbundene wiederholte Vorzeigen zu entrichten.

Gruß Michael
 
Baldersbrynd Am: 07.02.2014 09:24:14 Gelesen: 3109# 10 @  
Postkarte aus Niederau (Kr. Düren) nach Kopenhagen, sendet am 4.12.1922. PP10. Frankiert mit ein Stck. 20 und zwei 2 Mark.

Custosstempel: Zwei mal 2 Mk. und zwei mal 10 Mk. beide mit Text: PORTO CONTROLLE D.R. PAT FIRMA "CUSTOS" DÜSSELDORF.

Postkarte aus Essen nach Hagen, 16.7.1923 PP14. Frankiert mit drei mal 40 Mk.
Custosstempel: drei mal Stempel mit III und Text: PORTO CONTROLLE D.R.PAT FIRMA CUSTOS DÜSSELDORF

Viele Grüße
Jørgen


 
ostsee63 Am: 07.02.2014 12:31:48 Gelesen: 3091# 11 @  
Hallo Jørgen,

hier ein Beleg aus Dänemark.

Die 10 øre Frankatur deckt das Porto für den Brief nach Schweden. Die Entwertung erfolgte erst in Malmö mit dem dortigen Poststempel. Zusätzlich ist der Landungsstempel "Fran DANMARK" abgeschlagen. Auf der Briefrückseite befindet sich der sechseckige Stempel über 10 (øre).


 
Baldersbrynd Am: 07.02.2014 14:29:23 Gelesen: 3076# 12 @  
Hallo ostsee63,

ein schönes Brief du zeigst. Der Entwertung sind auch sehr gut. Dies sind das zweite Firma in Dänemark der Custos Verwendet hatte. Ich hatte bis heute nur ein anderes Firma gesehen.

Ich schaue zwei Postkarten hier die identisch ist.

Postkarten aus Nordiske Kabel og Traadfabriker in Middelfart auf Fühnen, sendet am 12.2.1914 und 6.7.1916 nach Stockholm. Beide Ganzsachen frankiert mit 5 øre.
5 in Sechseckige Custos Stempel mit Text: PORTO-CONTROLLE D.P.TAT. FIRMA "CUSTOS" DUISBURG

Dies war die letzte Belege mit Custos Portokontroll, ich habe keine mehr in dieser Moment. Hoffentlich sehen wir andere Belege mit dieser Stempeln. Auch gerne von andere Auslande.

Viele Grüße
Jørgen


 
inflamicha Am: 07.02.2014 22:13:51 Gelesen: 3046# 13 @  
Guten Abend,

heute ein Fernbrief von Köln nach Dortmund vom 30.07.1923. Das Porto betrug 300 Mark, wofür offensichtlich der alte 3 Pfennig-Stempel "Custos Porto-Controlle DR PAT Düsseldorf" wieder hervorgeholt wurde. Aus Pfennig wurde Mark, die zwei Nullen für "300" dachte man sich einfach dazu. D.h. nach dem Ablesen des Zählwerkes und dem Multiplizieren x 3 wurden zwei Stellen hinzugefügt, um auf den korrekten Markbetrag zu kommen.



Gruß Michael
 
lebenslauf Am: 08.02.2014 15:48:17 Gelesen: 3023# 14 @  
Ein ganz normaler Geschäftsbrief aus Köln - Delbrück 12.9.17, freigemacht für die erste Gewichtsstufe mit 15 Pfennig, links 3 Abschläge des Porto-Stempels über je 5 Pfennig mit der Inschrift: PORTO CASSE "BLITZ" FA CUSTOS DUISBURG.

Gruß
lebenslauf


 
inflamicha Am: 08.02.2014 18:25:47 Gelesen: 3007# 15 @  
Guten Abend,

und noch ein Fernbrief, diesmal von Bunzlau nach Hamm vom 10.11.1922. Das Porto betrug 6 Mark, wofür eine Mi-Nr. 228 W verklebt wurde. Der Stempel "PORTO-CASSEN-SYSTEM FIRMA CUSTOS DUISBURG" weist in der Mitte ein "B" auf. Dieses B könnte zwar für Brief stehen, ist aber wahrscheinlich eher wie eine römische Zahl zu deuten, wie sie häufig genutzt wurden, um den Wertstempeln eine längere Lebensdauer zu geben. Mit Buchstabe ist es der erste Custos-Stempel der mir untergekommen ist, vielleicht hat ja noch jemand so etwas zum Zeigen?



Gruß Michael
 
lebenslauf Am: 09.02.2014 12:18:48 Gelesen: 2969# 16 @  
Noch ein ungeklärter Fall:

Kleiner Ortsbrief 12 x 9,5 cm aus Aschaffenburg 24 NOV 06 vor. 11-12, rückseitig Ankunftsstempel Aschaffenburg 2 24. NOV 06. 12-1N. Da nicht mit 5 Pf freigemacht, wurde der Brief mit 10 Pf Nachporto belegt; links ist ein runder Stempel "PORTO-KONTROLLE" ohne Wertangabe, mit einer handschriftlichen 10.

Weitere Custos-Belege habe ich leider nicht in meinem Bestand.

Gruß
lebenslauf

.
 
inflamicha Am: 09.02.2014 14:00:52 Gelesen: 2957# 17 @  
@ lebenslauf [#16]

Hallo Siegfried,

da kann ich Dir helfen: Bei dem Stempel handelt es sich nicht um einen Custos-Stempel (ein handschriftlicher Eintrag würde das System wohl auch ad absurdum führen), sondern um einen Nachporto-Stempel der Post. Diese Form kommt in Bayern öfter vor. Schau Dir beispielsweise mal den Beleg #3942 auf den Inflaseiten [1] an, da ist so ein Stempel von Fürth zu sehen.

Gruß Michael

[1] http://www.inflaseiten.de/belege/zeigen/3942
 
lebenslauf Am: 09.02.2014 20:34:48 Gelesen: 2924# 18 @  
@ inflamicha

Vielen Dank für Deine Hilfe, vor Jahrzehnten hatte ich schon einmal einen Beleg mit einem bayerischen Nachportostempel, der war aber in meiner Erinnerung völlig verschüttet und kam jetzt durch Deine Erklärung wieder zum Vorschein, nochmals danke!

Grüße
Siegfried
 
Marcello Am: 23.11.2014 13:34:49 Gelesen: 2304# 19 @  
Hallo miteinander,

nachdem ich vor langer Zeit mal über dieses Thema gestolpert bin, habe ich meine Augen offen gehalten und tatsächlich zwei Belege gefunden.

Beleg 1 frankiert mit einer 20 Pfg Germania für einen Auslandsbrief in die Schweiz und 2 Custos Stempeln.



Porto Cassen System - Firma Custos Duisburg



Beleg 2 frankiert mit einer 30 Pfg Germania für einen Auslandsbrief in die Schweiz, leider 5 Pfg überfrankiert und 3 Custos Stempeln



Porto Cassen System - Firma Custos Duisburg



Wünsche euch einen schönen Sonntag

Gruß
Marcel
 
inflamicha Am: 23.11.2014 14:07:31 Gelesen: 2295# 20 @  
@ Marcello [#19]

Hallo Marcel,

danke fürs Zeigen der 2 Belege. Der 2. ist übrigens genau portorichtig für einen Auslandsbrief im Gewicht 21-40 Gramm. 20 Pf für den Brief bis 20 g, 10 Pf für jede weiteren 20 g.

Also alles ok. ;-)

Gruß Michael
 
Marcello Am: 23.11.2014 14:13:50 Gelesen: 2292# 21 @  
@ inflamicha [#20]

Hallo Michael,

vielen Dank für deine Ausführung. Da habe ich mich scheinbar in meiner Portoliteratur verguckt. Aber umso besser, wenn er doch portogerecht ist.

Grüße
Marcel
 
juni-1848 Am: 02.01.2015 19:03:55 Gelesen: 2099# 22 @  
Moin zusammen,

einst erwähnte ein betagter Sammler, er habe schon mal Custos-Portokontroll-Maschinen mit einfachen römischen Ziffern (ohne Rahmen und ohne Text) als Stempeleinsatz gesehen, wie diesen hier:



Ist darüber genaueres bekannt?

Oder kann die römische "I" hier anders gedeutet werden?

Die Firmenkarte stammt von den Adlerwerken (vormals Heinrich Kleyer A.G.).

Dass die Firma den maschinellen Fortschritt nutzte, lässt sich ja schon erkennen an der Firmenlochung "HK" (wobei die 6 senkrechten Lochpunkte des K gleichzeitig die zweite Senkrechte des H darstellen).

Wünsche ein postfrisches Neues
Werner
 
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