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Thema: Portobestimmung von Belegen
Das Thema hat 212 Beiträge:
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JFK Am: 19.05.2011 05:48:11 Gelesen: 82028# 188 @  
@ rostigeschiene [#187]

Guten Morgen Werner,

der Brief hat einen schönen Minutenstempel, deshalb kam ich auf die Rohrpost. Im Michel Postgebührenhandbuch befinden sich die entsprechenden Hinweise
auf S.61 (Rohrpost)und S. 170 (Luftpost).

Lieben Gruß und einen schönen Start in den Tag
Jürgen (JFK)
 
DerLu Am: 04.09.2011 11:31:11 Gelesen: 77459# 189 @  
Obwohl das Abschlagen der Rohrpoststempel bedeutet, dass der Brief innerhalb von Berlin mit der Rohrpost befördert wurde, ist dies für die Portoberechnung nicht relevant. In Berlin wurden Eilbriefe, die für den Rohrpostversand geeignet waren, sehr häufig mit der Rohrpost befördert, die Bezahlung der Rohrpostgebühr war hierzu nicht notwendig. Dies war in den entsprechenden Dienstanweisungen auch so geregelt.

Für die Portoberechnung spielt m.M. nur das normale Briefporto (15Pf.), die Eilzustellung (25Pf.) und die Luftpostgebühr (?) eine Rolle. Die Rohrpostgebühr (35 Pf.) würde nur in die Portoberechnung eingehen, wenn die Rohrpostbeförderung zum Flughafen explizit verlangt worden wäre: zum Beispiel mit dem Zusatz "Rohrpost" oder "mit Rohrpost zum Flughafen" o.ä.

Ich habe leider nur einen entsprechenden Beleg aus späterer Zeit: Ein Luftpostbrief nach Weimar mit dem "Triumvirat" Luftpost, Eilboten und Rohrpost. Das Porto von 72 Pfennig errechnet sich hier zu: Fernbrief (12 Pf.), Eilzustellung (40 Pf.), Rohrpost (10 Pf.) und Luftpostzuschlag (10 Pf.).

Gruß DerLu


 
phyto Am: 27.02.2012 15:48:58 Gelesen: 66655# 190 @  
Hallo,

ich benötige einmal Eure Hilfe. Handelt es sich bei dem gezeigten Beleg um einen portogerechten Brief ?

Entwertet wurde er am 02.11.1938 in Feldsberg mit Zielort CSR.

Vielen Dank für Eure Mühe.

Gruß, Andreas


 
Postgeschichte Am: 27.02.2012 16:05:20 Gelesen: 66652# 191 @  
@ phyto

Hallo Andreas,

der Brief ist mit 20 Pf richtig frankiert. Briefsendungen bis 20 g nach der Tschechoslowakei waren wie die Briefsendungen nach Luxemburg und Ungarn mit 20 Pf zu frankieren. Für jede weiteren 20 g waren 15 Pf zu zahlen.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
phyto Am: 27.02.2012 21:40:12 Gelesen: 66608# 192 @  
Hallo Manfred,

danke für die prompte Antwort - wieder etwas dazugelernt !

Gruß, Andreas
 
juni-1848 Am: 21.08.2012 11:00:20 Gelesen: 59285# 193 @  
Moin moin,

bei diesem Wertbrief vom 25.09.1905 aus Masmünster (Elsaß) nach Délémont (Schweiz) stolpere ich über die Portostufe:



Die Kopie aus einem Portostufen-Handbuch (Quelle unbekannt) meint:

Auslandsbrief 19 gr
= 10 Pf Porto (Sondertarif Schweiz bis 20 gr),
Wertangabe - 5.000 Francs (quatre milles mark) = 4.000 Mark
Versicherungsgebühr (gem. Sondertarif Dänemark, Island, Schweden, Schweiz)
= 30 Pf Wertbrief- ZUSCHLAG für Wert bis 240 Mark
plus Wertbrief- ZUSCHLAG 10 Pf je weitere 240 Mark, also
=150 Pf (15 x 240 = 3.600 Mark)

Das macht zusammen 190 Pf anstelle der frankierten 180 Pf.

Im Handbuch "Der Postbetriebsbeamte" von 1910 hiervon Abweichendes:

Auslandsbrief 19 gr
= 20 Pf Porto bis 20 gr (kein Sondertarif für die Schweiz)
= 20 Pf Porto für Wertbrief im Auslandsverkehr nur per Einschreiben)

Wertangabe - 5.000 Francs (quatre milles mark) = 4.000 Mark
Versicherungsgebühr: Wertbrief-ZUSCHLAG 8 Pf je 240 Mark (Sondertarif u.a. für die Schweiz), also hier 136 Pf (17 x 240 = 4.080 Mark).

Dabei werden die Gebühren für Wertbriefe in abgerundeten Summen erhoben, wobei der Gesamtbetrag der Versicherungsgebühr "auf eine durch 5 teilbare Zahl aufwärts abzurunden" ist (Achtung: Der kaufmännische Begriff "in abgerundeten Summen" ist nicht mit unserem heutigen Verständnis von "abrunden" und "aufrunden" zu vergleichen).

Für diesen Wertbrief werden also die 136 Pf zu = 140 Pf Versicherungsgebühr " auf eine durch 5 teilbare Zahl aufwärts abgerundet".

Also exakt der auf dem Brief in Rotstift "180" vermerkte Gesamtbetrag.

Darf ich die erste Quelle reinen Gewissens an den Reißwolf verfüttern ?

Wie sind Auslandswertbriefe aus dieser Zeit wertmäßig anzusiedeln (unabhängig vom Wert der Briefmarken, EF-MeF-MiF oder selteneren Destinationen)? Etwa dieser hier ?

Dank vorab für fachkundige Rückmeldung,
Werner
 
Postgeschichte Am: 21.08.2012 13:28:15 Gelesen: 59259# 194 @  
@ juni-1848 [#193]

Darf ich die erste Quelle reinen Gewissens an den Reißwolf verfüttern ?

Hallo Werner,

die Quellen brauchst Du nicht an den Reißwolf verfüttern, solltest aber bei der Portobestimmung immer die gültigen Tarife anwenden.

Für den von Dir gezeigten Wertbrief sind die Tarife ab 1.4.1900 anzuwenden. Danach betrug das Porto für einen Wertbrief mit 19 g und 5.000 Franken (4.000 Mark) Wert von Masmünster in die Schweiz:

Brief je 15 g 10 Pf (für Masmünster im Elsaß galt der verbilligte Grenztarif) 20 Pf.
Einschreibgebühr 20 Pf.
Versicherungsgebühr 8 Pf je 240 Mark (136 Pf) gerundet 140 Pf.
Also insgesamt 180 Pf.

Der Brief ist somit portogerecht frankiert. Deine 2. Portobestimmung mit Vorschriften aus dem Jahr 1910 ziehen auch nicht, da sich die Vorschriften am 1.7.1906 geändert haben.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
juni-1848 Am: 30.08.2012 16:49:56 Gelesen: 58868# 195 @  
@ Postgeschichte [#194]

Vielen Dank, Manfred,

für die Korrektur. Belege aus der Vor-Infla-Zeit wecken eher weniger mein Interesse. Mit dem tabellarischen Michel-Postgebühren-Handbuch wären mir die wenigen Änderungen der Portostufen zum 1.7.1906 sicher ins Auge gefallen. Ohne dieses hatte ich (im Irrglauben, auch die Briefgebühren ins Ausland hätten sich nicht geändert) nach den beiden erwähnten Quellen nicht noch weitere bemüht - fatal !

Nochmals Dank und Sammlergrüße,
Werner
 
juni-1848 Am: 05.01.2013 08:47:25 Gelesen: 53156# 196 @  
Moin zusammen,

da ich gerade den Karton „unpässlicher“ Infla-Portostufen gestülpt habe, heute 3 von 7 Briefen nach Schweden, die als Gemeinsamkeit alle den Sonderdienst Einschreiben oder Wertbrief sowie eine Abweichung von den Auslandsgebühren aufweisen:

Ad unam:



Wertbrief vom 27.9.1923 der Nordischen Bankkommandite Sick & Co, Hamburg
über 100.000 Mark zu 305 Gramm in der 16. Gewichtsstufe nach Stockholm
(ohne Ankunftsstempel oder sonstige Durchleitungsstempel). Die Gebühr wurde bar erhoben mit dem roten Dreizeiler „____ M. \ Taxe payée \ Postamt 8 Hamburg“. Er wurde mit Gewichtsprotokoll von der Postüberwachungsstelle Hamburg UNGEÖFFNET freigegeben (Rückseite). Die rückseitigen Siegel sind vollständig erhalten.

Die Gebührenhöhe setzt sich wie folgt zusammen:

6.375 Tsd Mark = Auslandsbrief zu 305 Gramm (750 Tsd bis 20 Gramm + 375 Tsd je weitere 20 Gramm)
...250 Tsd Mark = Wert-Einschreibegebühr
...750 Tsd Mark = Wert-Versicherungsgebühr (750 Tsd Mark für je angefangene 450 Mio Mark Wertangabe)
7.375 Tsd Mark Gesamtgebühr !

Handschriftlich hat der Schalterbeamte jedoch nur eine Gebührenhöhe von 6.627 Tsd Mark notiert.

Wir werfen kurz einen Blick auf die die Inlandsgebühr für Wertbriefe:

250 Tsd Mark = Wert-Einschreibegebühr
...2 Tsd Mark = Wert-Versicherungsgebühr (2 Tsd Mark für je angefangene 100.000 Mark Wertangabe)

Und siehe da: 6.375 Tsd + 250 Tsd + 2 Tsd ergeben die eingetragenen 6.627 Tsd Mark.

Ad secundam:

...

Ein weiterer Wertbrief vom 27.9.1923 der Nordischen Bankkommandite Sick & Co, Hamburg über 100.000 Mark zu 170 Gramm in der 9. Gewichtsstufe nach Stockholm
(ebenfalls ohne Ankunftsstempel oder sonstige Durchleitungsstempel).

Die Gebühr wurde bar erhoben mit dem roten Dreizeiler „____ M. \ Taxe payée \ Postamt 8 Hamburg“. Er wurde nach dem Öffnen von der Postüberwachungsstelle Hamburg mit dem weißen Devisenkontrollstreifen Nr. 10 wieder verschlossen und mit einem Gewichtsprotokoll versehen (Rückseite). Drei der fünf rückseitigen Siegel der Bank sind vollständig erhalten, die beiden beim Öffnen erbrochenen Siegel wurden durch größere und schwerere der Überwachungsstelle ersetzt, die größtenteils wieder abgefallen sind.

Wieder setzt sich die Gebührenhöhe so zusammen:

3.750 Tsd Mark = Auslandsbrief zu 170 Gramm (750 Tsd bis 20 Gramm + 375 Tsd je weitere 20 Gramm)
...250 Tsd Mark = Wert-Einschreibegebühr
...750 Tsd Mark = Wert-Versicherungsgebühr (750 Tsd Mark für je angefangene 450 Mio Mark Wertangabe)
4.750 Tsd Mark Gesamtgebühr !

Handschriftlich hat der Schalterbeamte jedoch nur eine Gebührenhöhe von 4.002 Tsd Mark errechnet.

Wir werfen kurz einen Blick auf die die Inlandsgebühr für Wertbriefe:

250 Tsd Mark = Wert-Einschreibegebühr
...2 Tsd Mark = Wert-Versicherungsgebühr (2 Tsd Mark für je angefangene 100.000 Mark Wertangabe)

Und auch hier ergeben 3.750 Tsd + 250 Tsd + 2 Tsd die eingetragenen 4.002 Tsd Mark.

In beiden Fällen wurde also für die Versicherung die günstigere Inlandsgebühr berechnet. Auf 2 weitere Wertbriefe (in katastrophaler Erhaltung) aus Hamburg und Berlin trifft die gleiche Beobachtung zu.

FRAGE:

Versehen des Schalterbeamten ? Oder gab es für Schweden eine abweichende Gebührenregelung ? Meine Infla-Literatur liefert keine Anhaltspunkte.

Ad tertiam:



Und noch einer, der aus dem Rahmen fällt.

Einschreibebrief über 830 Gramm (42. Gewichtsstufe) vom 26.10.1923 ab Danzig nach Stockholm (rückseitig ohne Ankunfts- oder Durchleitungsstempel).
Die Gebühr wurde bar erhoben mit dem roten Einzeiler „Taxe percue _____M“.
Die rückseitigen Siegel sind nahezu vollständig abgefallen.

Und so errechnet sich die Gebührenhöhe:

64,5 Milliarden Mark = Auslandsbrief zu 830 Gramm (3 Milliarden bis 20 Gramm + 1,5 Milliarden je weitere 20 Gramm)
..3 Milliarden Mark = Einschreibegebühr

Das ergibt zusammen 67,5 Millarden Mark. Der Schalterbeamte notierte jedoch 1 Milliarde mehr auf dem Umschlag. Das gleiche Mehrporto findet sich auf einen Einschreibebrief (Fragment) aus Berlin nach Stockholm aus der gleichen Portoperiode.

FRAGE:

Gab es irgendeinen Zuschlag auf Einschreibebriefe nach Schweden ? Oder auch nur Zufall ?

Die beiden oben beschriebenen Abweichungen fand ich nur auf Briefen nach Schweden. Alle anderen Auslandswertbriefe und -einschreiben (gesehene oder im Bestand) sind entweder korrekt tarifiert oder zeigen schlechthin Rechenfehler der Schalterbeamten.

So genug gerechnet. Wer weiß mehr ?

Sonniges Wochenend,
Werner
 
Postgeschichte Am: 05.01.2013 14:43:09 Gelesen: 53116# 197 @  
@ juni-1848 [#196]

Hallo Werner,

die Berechnung der beiden oberen Briefe nach den Gebühren ab dem 20.9.1923 von Hamburg nach Schweden habe ich auch so. Besondere Gebühren für das Ausland bestanden nur für die Freie Stadt Danzig, Luxemburg, das Memelgebiet und Österreich, sowie im Grenzverkehr mit Belgien, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz. Eine besondere Gebührenberechnung für Schweden ist im Amtsblatt des Reichspostministeriums nicht vermerkt. Vielleicht eine Verwechslung mit den zur Inlandsgebühren abzurechnenden Länder.

Zum letzten Beleg fehlen mir die entsprechenden Amtsblätter.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
juni-1848 Am: 01.02.2013 02:58:24 Gelesen: 52334# 198 @  
Hallo zusammen,

bei diesem Beleg komme ich mit der Portobestimmung nicht zurecht:



Auslands-Eil-Wert-Brief ab Berlin nach Den Haag (Niederlande). Stempeldatum 18.01.1916 (Portoperiode 1). Nur vorderseitig frankiert.

0,40 M = Auslandsbrief 59 gr (bis 20gr = 0,20 plus je weitere 20 gr = 0,10)
0,25 M = Eilbestellung
0,20 M = Einschreiben (da Wertbrief)
1,35 M = Wert 6.400 M (0,05 M je an gefangene 240 M pro Durchgangsland)*
2,20 M = Gesamt (lt. Infla-Bücherei, Bd. 42)

*(1 Durchgangsland = Niederlande, 27 x 240 M = 6.480 M => 27 x 0,05 M = 1,35 M)

Frankiert wurde jedoch mit 3,05 M. Ich habe nicht den Funken einer Idee.

Schönes Wochenende Euch allen,
Werner
 
BD Am: 01.02.2013 08:01:37 Gelesen: 52326# 199 @  
Hallo Werner,

40 Pfennige Auslandsbrief
25 Pfennige Eilbotenzuschlag
20 Pfennige Zuschlag für Einschreiben
1 Mark 10 Pfennige Versicherungsgebühr Deutschland
1 Mark 10 Pfennige Versicherungsgebühr Niederlande
Summe 3 Mark 5 Pfennige

Versicherungsgebühr pro Durchgangsland lt. Weltpostverein 5 centimen der Weltpostwährung pro 300 Franken.

Umrechnungswert 1916 1 Franken = 80 Pfennige. Deshalb die ungewöhnlichen 240 Mark und natürlich nur 4 Pfennige pro Durchgangsland. Die Summe wurde auf einen durch 5 Pfennig teilbaren Betrag aufgerundet. Die 5 Pfennige in einigen Büchern sind falsch (in 100 Jahre Germania von Jäschke-Lantelme z.B. ist es richtig).

Beste Grüße Bernd
 
juni-1848 Am: 02.02.2013 19:13:27 Gelesen: 52073# 200 @  
@ BD [#199]

Bernd, vielen Dank ! Über diese Feinheit bin ich schon einmal gestolpert. Werde sie nun endlich als Korrektur in meine "Taschen-Tabellen" einpflegen. Mit Deinen Hinweisen konnte ich einer ganz Reihe von Auslandswertbriefen dieser Zeit die Portostufe exakt zuordnen.

Sammlergruß, Werner
 
Germaniafan Am: 06.04.2013 15:45:07 Gelesen: 49448# 201 @  
Hallo ins Forum,

ich habe hier einen Eilbotenbrief vom 15.09.1914 per Feldpost von Cöln Riehl nach Soest/Westfalen.



Nun waren Eibotenbriefe bis 50g? an eine andere Einheiten in Deutschland möglich. In diesem Fall hätte aber nur die Eilbotengebühr von 25 Pfennig bezahlt werden müssen. Schwerere Briefe mußten voll frankiert werden.

Kann mir jemand einen Tipp geben warum dies in diesem Falle nicht zu Anwendung kam? Der vorliegende Brief wurde wie ein normaler Fernbrief (10 Pfg.) per Eilbote (25 Pfg) bis 20g frankiert.

Schöne Grüße
Guido
 
volkimal Am: 20.04.2013 11:43:43 Gelesen: 49001# 202 @  
Hallo zusammen,

ein eingeschriebener Brief aus Kniebis vom 02.07.1951 - 11 Uhr. Am selben Tag um 14 Uhr ist der Brief im 11 km entfernten Freudenberg angekommen.



Die Einschreibegebühr betrug 40 Pfg. Das Porto für einen Fernbrief 20 Pfg. Da nur 50 Pfg. aufgeklebt sind kommt diese Versendungsform nicht in Frage. Entsprechend des Restbetrages von 10 Pfg. kann es entweder eine Warensendung sein (der Brief geht an das Zollamt) oder Kniebis gehörte 1951 schon zu Freudenstadt, so dass es ein Ortsbrief ist. Was ist richtig?

Volkmar
 
Baber Am: 20.04.2013 14:53:55 Gelesen: 48968# 203 @  
@ volkimal [#202]

Hallo Volkmar,

wenn man im Internet googelt, so findet man KNIEBIS heute als Ortsteil von Freudenstadt. Also wäre Deine Vermutung richtig, dass der Brief als Ortsbrief gelaufen ist. Ob das auch 1951 schon so war, müßte man dort nachfragen.

Gruß
Baber
 
christel Am: 20.04.2013 15:14:23 Gelesen: 48961# 204 @  
@ Baber [#203]

Wenn man dann alles googelt, findet man die Eingemeindung 1976 !

Beste Grüße

Christel
 
reichswolf Am: 20.04.2013 15:43:59 Gelesen: 48952# 205 @  
@ volkimal [#202]

Ich bin da echt kein Experte, aber es gab doch auch den Nachbarortsverkehr. Evtl. fällt der Beleg darunter?

Beste Grüße,
Christoph
 
volkimal Am: 20.04.2013 15:44:36 Gelesen: 48951# 206 @  
@ christel [#204]

Hallo Christel,

das hatte ich bei Wikipedia (Stichwort Kniebis) auch gelesen. Mich hat nur die Wikipedia-Seite zu Freudenstadt irritiert. Dort heißt es "Bei den Stadtteilen handelt es sich mit Ausnahme von Kniebis um ehemals selbständige Gemeinden.".

Falle Kniebis wirklich 1976 eingemeindet wurde, dann wäre es ein Fernbrief. Auf dem Brief steht aber nichts von Warensendung. Kann es dennoch eine sein?

Im Postleitzahlverzeichnis von 1961 habe ich gerade gefunden "Kniebis über Freudenstadt". War Kniebis damit 1961 eine Poststelle von Freudenstadt? Und wie war es 1951?

Für mich ist es noch nicht klar. Wer weiß es genau?

Viele Grüße
Volkmar
 
Baber Am: 07.05.2013 21:25:36 Gelesen: 48049# 207 @  
@ volkimal [#202]

Hallo Volkimal,

ich hatte Deine Frage an den Briefmarkenverein in Freudenstadt weitergegeben und folgende Antwort erhalten.

Der Teil des Kniebis, auf dem sich das "Lamm" befindet, gehörte schon 1950 zu Freudenstadt, somit ist das Ortsporto richtig!

Freundliche Sammlergrüße
Peter Glitza


Du kannst Dich also freuen, einen portogerechten Ortsbrief zu besitzen.

Gruß
Baber
 
volkimal Am: 07.05.2013 21:41:32 Gelesen: 48046# 208 @  
Hallo an alle zusammen,

herzlichen Dank für die Mithilfe. Als portogerechter Orts-Einschreibebrief ist es doch ein sehr schöner Beleg.

Viele Grüße
Volkmar
 
juni-1848 Am: 05.10.2013 23:31:00 Gelesen: 42421# 209 @  
Moin zusammen,

Gab es für die Zusendung von Einziehungsaufträgen an ein Postamt eine besondere Gebühr ?



Im Posthandbuch für die Wirtschaft, Verlagsbuchhandlung Erich Herzog Goslar, vom Mai 1958, finde ich

- auf S.165:

Vorteilhafte Einrichtungen des Postscheckdienstes
IV Einziehungsaufträge
1. Zulassung
Behörden sowie Verbände, Vereine usw., die Poctscheckteilnehmer sind und die regelmäßig Zahlungen, wie Steuern, Mieten, Beiträge usw. von von Kontender Zahlungspflichtigen abbuchen und ihrem eigenen Konto gutschreiben lassen wollen, können von ihrem Postscheckamt zum Einziehungsverfahren zugelassen werden. Die zugelassenen Postscheckteilnehmer tragen die Verantwortung dafür, daß die Zahlungspflichtigen mit der Abbuchung einverstanden sind.
2. Formblätter ...


- auf S. 139f

5. Einziehung von feststehenden Beträgen (Postinkasso)
I. Begriff
Feststehende monatliche und vierteljährliche Beträge aller Art werden auf Antrag durch die Post eingezogen
II. Bedingung
Mindestzahl der monatlichen und vierteljährlichen Einzahlungen: 1000 Stück innerhalb des Bundesgebietes.
Die Mindestzahl ist auf Verlangen nachzuweisen.
III. Verfahren
1.a) Antrag ...
2. ...
c) Anschrift für die freizumachende Sendung:

{Abbildung: Muster für die Anschrift auf dem Couvert / entspricht haargenau dem Adressvordruck und der Schreibmaschinen-Ergänzung des oben abgebildeten Couverts}

Da im ausführlichen Gebührenanhang dieses Buches nichts weiter angegeben ist, vermute ich, daß Einziehungsaufträge als Brief ohne Zusatzdienst freizumachen war, hier also als Fernbrief 21 bis 250 Gramm = 40 Pf.

Wer kann das bestätigen ?

Danke und Gut Nacht, Werner
 
Max78 Am: 11.12.2016 14:02:20 Gelesen: 9119# 210 @  
Hallo zusammen,

zu folgenden Belegen habe ich eine Frage, da mir eine Tatsache nicht ganz einleuchtet. Ich biete öfter mal diese Verrechnungsschecks im Internet zum Verkauf an, und selbst schwach abgeschlagene Exemplare, bei denen der Ort/Datum kaum bis garnicht zu erkennen sind, lassen sich verkaufen wie warme Semmel (was beim Übrigen nicht der Fall ist. :-)

Gerade mit Frankaturen der DS Alliierte Besetzung AM Post oder Bautenserie sind die Belege sehr gefragt. Ich gehe davon aus, dass die Verrechnungsschecks entsprechend der Portoperiode entweder als Postkarte oder Drucksache frankiert und versendet wurden, also keine spezielle Portostufe dafür vorgesehen war:



Was macht den Reiz aus? Ist es eine Briefnotierung seitens Schwaneberger im Briefekatalog? Es muss ja einen Grund haben, warum man so kauffreudig ist.

Die einzige Besonderheit, die ich z.B. bei den 3 gezeigten Karten sehe, befindet sich auf der untersten Karte. Üblicherweise musste man bei einer Drucksache ab dem 1.1.1950 keine Notopfer-Zwangszuschlagsmarke mehr verwenden, diese zählten ab diesem Datum als abgabefrei. Ist dies eventuell ein Zeichen für eine andere Versandart?

mit Dank für Aufklärung sagt Max
 
briefefan Am: 11.12.2016 23:15:45 Gelesen: 9063# 211 @  
@ Max78 [#210]

Hallo Max,

sind vielleicht die Heimatsammler so hinterher nach Verrechnungschecks?

Diese waren keine eigene Sendungsart, sondern Drucksachen, wenn höchstens 5 Wörter nachgetragen (also nicht gedruckt) waren, mit über 5 Wörtern waren es Postkarten.

Gruß von briefefan.
 
Eilean Am: 12.12.2016 00:00:35 Gelesen: 9057# 212 @  
@ briefefan [#211]

Also ich würde auch lieber einen Verrechnungsscheck in die Sammlung nehmen als eine Drucksache. Ich würde annehmen, die Schecks sind nicht so häufig aufgehoben worden; und ja, für die Heimatsammlung München fände ich das auch eine ganz interessante Auflockerung der Verwendungsformen.

Gruß
Andreas
 

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