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Thema: (?) (154/158) Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 160 Beiträge:
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hajo22 Am: 23.09.2014 10:52:35 Gelesen: 125962# 111 @  
Britische Zone Köln

Kriegsgefangenen-Postkarte nach England vom 1.12.45 aus Köln. Die Postkarte ist mit 15 Pfg. AM-Post (dt. Druck Mi.Nr. 24) als Auslandspostkarte frankiert. Die sonst portofreie Kriegsgefangenenpost war nach England zu frankieren (nach den bisherigen/alten Portotarifen der ehemaligen dt. Reichspost).

Rückseite roter Lager-Zensurstempel.



Schönen Tag.
Jochen

[Beitrag redaktionell kopiert aus dem Thema "Alliierte Besetzung: Belege aus dem Dezember 1945"]

Wer sieht sich die Beiträge [#99], [#102] und [#110] an und kann diese vielleicht beantworten ?
 
Wachauer Am: 21.12.2014 23:43:35 Gelesen: 123753# 112 @  
Hallo Sammlerfreunde,

heute habe ich diese zweisprachige Karte erhalten:



Es handelt sich um eine portofreie Kriegsgefangenenpost, mit der im Oktober 1944 durch den Gfr. Klausberger an seine Familie gemeldet wird, dass er nicht verwundet in US - Gefangenschaft geraten ist.

Ein vierzeiliger Stempel in deutscher Sprache "Adresse folgt nach Ankunft in einem beständigen Gefangenenlager" und ein violetter ovaler Prüfstempel der US-Army sind auf der Karte abgeschlagen.

Es dürfte sich um einen amerikanischen Vordruck handeln.

Gibt es hier Experten, die mir zur Beschreibung dieser Karte mehr Information geben können?

Zum Beispiel verwundert mich, dass auf der Karte der Verband des gefangenen Soldaten angegeben ist (leider kann ich das aber nicht entziffern).

Vielen Dank im Voraus und
herzliche Sammlergrüße
Gerhard
 
Pete Am: 06.01.2015 10:42:15 Gelesen: 123286# 113 @  
Nachfolgend einige Beispiele für moderne Sendungen aus den (mutmaßlich) letzten 25 Jahren, welche als "Kriegsgefangenenpost" deklariert wurden und zumindest in den drei letzten Fällen Portofreiheit genossen.

@ Sachsendreier53 [#96]

Nichts spektakuläres dieser Absenderfreistempel. Das Kuvert habe ich schon seit 2003. Die Rückseite hat keine Abstemplung. Wer kann zu diesen Stempel eine Aussage machen ?

Mir liegen selbst mehrere derartige Belege vor. Es handelt sich hier m.E. nicht um einen Stempel sondern um einen Eindruck analog den "Entgelt bezahlt"-Vermerken. Anhand vorliegender Belege ließen sich (bisher) zwei verschiedene Typen feststellen, wobei die Reihenfolge mangels Datierbarkeit der Belege willkürlich ist:



Eindruck rechts oben in rot "KRIEGSGEFANGENENPOST / GEBÜHRENFREI / SERVICE DES PRISONNIERS / DE GUERRE"; es liegen keine sonstigen Frankiermerkmale (Absenderfreistempel oder Briefmarken usw.) vor



Eindruck rechts oben in rot "SERVICE DES PRISONNIERS / DE GUERRE / KRIEGSGEFANGENENPOST / GEBÜHRENFREI"; es liegen keine sonstigen Frankiermerkmale (Absenderfreistempel oder Briefmarken usw.) vor

@ philapit [#81]

Hier 2 Belege Kriegsgefangenpost-Auskunftstelle über Kriegsgefangene. 1 x Blanko mit Fragebogen und 1x gelaufen München 24.2.1960 (15 Jahre nach Kriegsende). Wie lange war eine Auskunft möglich? Bedanke mich schon mal für Eure Hilfe!

Auskünfte über Vorgänge aus der Zeit des zweiten Weltkriegs zu erhalten, war noch jahrzehntelang möglich, siehe nachfolgende Beispiele. Ob heute noch Auskünfte erteilt werden, entzieht sich meiner Kenntnis:



Portofreie Sendung des internationalen Suchdienstes vom 22.09.1992 aus 3548 Arolsen mit zusätzlichem Handstempel "Interniertenpost - Service des internés"; der Absenderfreistempel von Pitney Bowes mit der Kennung E841544 selbst weist keine Nominale auf



Portofreie Sendung der deutschen Dienststelle (WASt) = "Auskunftsstelle für Wehrmachtsnachweise" vom 22.08.1990 aus 1000 Berlin 51 mit zusätzlichem Eindruck in schwarz "Kriegsgefangenenpost / Service des prisonniers / de guerre / Gebührenfrei"; der Absenderfreistempel aus Berlin (West) von Stielow/Neopost mit der Kennung H020053 selbst weist keine Nominale auf



Portofreie Sendung der deutschen Dienststelle (WASt) = "Auskunftsstelle für Wehrmachtsnachweise" vom 02.09.2002 aus 13405 Berlin 510 mit zusätzlichem Eindruck in schwarz "Kriegsgefangenenpost / Service des prisonniers / de guerre / Gebührenfrei"; der Absenderfreistempel von Stielow/Neopost mit der Kennung H024304 selbst weist keine Nominale auf; die Währung im Wertrahmen des Absenderfreistempels läuft bereits auf Euro

Im Gegensatz zu den Belegen in einem weiteren Thema (1) handelt es sich bei den in diesem Thema gezeigten Sendungen um entsprechende Bedarfspost.

Gruß
Pete

(1) http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=98760#M15
 
Taschentuch Am: 06.01.2015 20:44:23 Gelesen: 123201# 114 @  
Hallo Sammlerfreunde,

interessantes Thema mit sehr schönen gezeigten Belegen, vielen Dank dafür.

Wegen meinem Interesse an meiner Heimatstadt habe ich zwangsläufig auch Kriegsgefangenenpost in meiner Sammlung. Mein schönster Beleg, den ich in einem anderen Forum bereits gezeigt hatte, durfte auf der Suche nach seinem Empfänger die Kriegsgefangenenlager Munsterlager, Soltau (das seinerzeit größte Lager), Münster I, Münster II sowie Münster III durchlaufen. Danach ging es wieder zurück nach Zeist.

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael


 
Fips002 Am: 09.01.2015 12:36:42 Gelesen: 123065# 115 @  
Karte an einen deutschen Kriegsgefangenen im Kriegsgefangenenlager Ahmednagar/Indien aus Pforzheim, 31.5.1917. In Emmerich wurde die Karte geprüft und freigegeben.



Gruß Dieter
 
Pete Am: 06.02.2015 22:39:49 Gelesen: 122219# 116 @  
Als Ergänzung zum Beitrag [#113] nachfolgend weitere moderne Belege:



Sendung vom 22.02.1968 des Bürgermeisteramtes Forchheim, adressiert an die "Deutsche Dienststelle (Wast)" in Berlin (West) und per Schreibmaschinenschrift deklariert als "Kriegsgefangenenpost / Gebührenfrei"; Belege des Absenders Wast selbst werden in Beitrag [#113] gezeigt



nicht datierbare Sendung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und mittels Gummihandstempelabschlag versehen mit "Gebührenfrei / Kriegsgefangenensache / Auskunftsstelle für Kriegsgefangene"

In Beitrag [#113] wurde eine C6-Sendung vom 22.09.1992 mit der vierstelligen Postleitzahl 3548 aus Arolsen gezeigt. Dieser Dienst bestand auch nach der Einführung der fünfstelligen PLZ (01.07.1993) fort:



Portofreie Sendung des internationalen Suchdienstes vom 15.08.1994 aus 34454 Arolsen mit zusätzlichem Handstempel "Interniertenpost - Service des internés"; der Absenderfreistempel von Pitney Bowes mit der Kennung E841544 selbst weist keine Nominale auf

Gruß
Pete
 
eswareinmal Am: 19.04.2015 17:38:37 Gelesen: 119629# 117 @  
Hallo Sammler,

in dem Brief steht etwas von Afrika bzw. das derjenige noch dort ist. Wurde der Brief über Amerika nach Deutschland gesendet?

Nette grüße


 
doktorstamp Am: 19.04.2015 19:10:21 Gelesen: 119610# 118 @  
@ eswareinmal [#117]

Camp Concordia ist in Kansas, USA.

mfG

Nigel

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Camp_Concordia
 
Marcel Am: 19.04.2015 22:50:06 Gelesen: 119569# 119 @  
Hallöle!

Hier ein Brief aus Shrewsbury/England Anfang 1917 nach Bachra bei Kölleda von Franz Nürnberger an seinen Vater dem Lehrer.



Die Mutter Marie antwortet per Bahnpost vom 30.05.1917, dieser wurde durch die Postprüfungsstelle (Auslandstelle Emmerich) freigegeben, geöffnet und zensiert durch die Briten.



Offentsichtlich sollte Franz England erkunden. Ein Brief aus Pattishall-Towcester vom 04.12.1918 an Marie.



Und der letzte von der prisoners of war company France aus London vom 25.05.1919, ebenfalls an Marie.



schöne Grüße
Marcel
 
eswareinmal Am: 20.04.2015 04:58:32 Gelesen: 119547# 120 @  
@ doktorstamp [#118]

Danke für die Hilfe und den Link.

Also handelt es sich um Post von einem deutschen Kriegsgefangenem aus dem 2. Weltkrieg, der in Afrika gefangen genommen wurde und in ein Lager in Amerika (Kalifornien) gebracht wurde.

Warum der Brief nun von New York losgeschickt wurde, versteh ich nun nicht. Sammelt jemand von Euch diese Briefe ?

Nette Grüsse Mike
 
hajo22 Am: 25.05.2015 18:51:30 Gelesen: 117989# 121 @  
Bei dieser polnischen Vordruck-(Korrespondenz-)Karte, die - nach dem Text auf der Rückseite - ursprünglich eine Doppelkarte war (also mit Frage-/Antwortteil) bin ich mir nicht sicher, ob es sich überhaupt um eine Kriegsgefangenen-Sendung handelt. Bekanntlich waren diese i.d.R. portofrei. Die Karte ist aber mit 3 Zloty frankiert. Sie ging aus Kattowitz nach St. Leonhardt/Österreich und zeigt vorder- und rückseitig einen amerikanischen, in Österreich verwendeten Zensurstempel.

Die auf der Vorderseite der Karte ersichtliche Zahl "3246" dürfte die Nummer eines polnischen Zensoren sein. Den roten Kastenstempel links oben: "C.R.II." kann ich nicht deuten.

Meine Vermutung: Post aus einem Internierungs-, Straf- oder Kriegsverbrecherlager.



Wer weiß im Forum dazu etwas?

VG, hajo22
 
Fips002 Am: 19.07.2015 12:02:51 Gelesen: 116085# 122 @  
Kriegsgefangenenbrief aus dem Kriegsgefangenenlager Würzburg nach Bern/Schweiz.

Stempel auf der Vorderseite des Briefes: Kriegsgefangenenlager Würzburg-Postprüfstelle/ geprüft F.I.

Ankunftstempel Bern 9.11.16 Briefträger

Gruß Dieter


 
Günther123 Am: 21.02.2016 17:36:46 Gelesen: 106589# 123 @  
Hallo Sammelfreunde,

Kriegsgefangenenpost aus Russland:

Wer kann mir zu den Stempeln auf den Belegen weiterhelfen? Wo wurde welcher Stempel/blaue Schrift angebracht, und welche Bedeutung hatten diese? Es wäre schön auch eine Information zum Wert zu bekommen.

12. und 18. Oktober 1916 von Orenburg nach Wien:





11. März 1917 und 23. April 1917 von Turkestan nach Wien:





Vielen Dank und lg
Günther
 
horstfranz Am: 08.06.2016 01:44:53 Gelesen: 100240# 124 @  
@ Marcel [#119]

Ich habe auch so einen Brief aus England, der hat aber weder Stempel noch Marke ?
 
Belgiensammler Am: 08.11.2016 19:19:16 Gelesen: 92648# 125 @  
Kriegsgefangenenpost 1945

Hallo,

ich habe da einen Gefangenbrief von Osnabrück nach GB. Kann mir jemand Näheres zu diesem Brief sagen? Ich google schon seit Tagen, aber leider erfolglos. Da kann nur noch ein Experte helfen. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. Übrigens, die Karte ist am Oberrand gezähnt.

Grüsse an alle
Karl


 
briefefan Am: 08.11.2016 23:55:19 Gelesen: 92601# 126 @  
@ Belgiensammler [#125]

Hallo Karl,

dies ist eine Antwortkarte von einer Karte, die ein deutscher Kriegsgefangener in der britischen Besatzungszone Deutschlands oder in Großbritannien an seine Angehörigen schreiben durfte. Die Angehörigen konnten die Anwortkarte von der erhaltenen Karte abtrennen, dafür die Perforierung.

Solche Antwortkarten waren in der britischen Zone ab 5.9.1945 zugelassen. Die Postgebühr betrug innerhalb der britischen Zone 6 Pfennig. Nach Großbritannien war die Auslandsgebühr von 15 Pfg. erforderlich, wie auf deiner Karte. Auf der wurde offensichtlich rechts neben der 5-Pfg.-Marke AM-Post eine zweite Briefmarke abgelöst, vermutlich eine 10-Pfennig-Marke.

Quelle: Die Aufnahme des Postverkehrs in Deutschland nach der Bestzung 1945 bis 1949, Wolfgang Strobel, 6. Auflage 2002, Seite 181. Auf Seite 182 ist eine Antwortkarte ganz ähnlich wie deine abgebildet.

Gruß von briefefan.
 
Max78 Am: 09.11.2016 11:18:32 Gelesen: 92582# 127 @  
Hallo zusammen,

nachdem Briefefan hier schon einige sehr interessante Info's bereitgestellt hat, hier noch eine fast identische Karte aus der amerikanischen Zone, genauer gesagt dem Nordseebad Borkum vom 16.11.1945:



Die von Briefefan angesprochene Perforation ist auch hier noch ansatzweise zu erkennen. Nach einer kleinen Recherche konnte ich APO 513 dem 21st General Hospital zuordnen, einem "Feldlazarett", dass bis Ende September 1945 in Frankreich (Mirecourt) aufgeschlagen wurde. Wo sich der Gefangene (Patient) zu dieser Zeit im November befand, konnte ich leider nicht rausfinden. Auch hier wurden 15 Pfennige handschriftlich für das Porto berechnet und bezahlt (taxe percue).

Ich habe auch meine Schwierigkeiten, diese Karten richtig einzuordnen. Es besteht auf alle Fälle auch eine Ähnlichkeit zu den 25-Wort-Karten vom Roten Kreuz, auch wenn der "Verwendungszweck" ein anderer war.

mit Grüßen Max
 
briefefan Am: 09.11.2016 16:20:29 Gelesen: 92528# 128 @  
@ hajo22 [#121]

Hallo,

auf den Kriegsgefangenenkarten [#102] ist auch ein Stempel C. R. Ich nehme an, dass es sich bei deiner Karte daher auch um eine Kriegsgefangenenkarte handelt. Mehr zu deiner Karte weiß ich leider nicht.

Gruß von briefefan.
 
Belgiensammler Am: 09.11.2016 18:27:06 Gelesen: 92509# 129 @  
@ briefefan [#126]

Hallo Briefefan,

dass da eine Marke fehlt fällt mir jetzt auch auf. Diese Karte muß also nach England gegangen sein. Kann man das Lager feststellen, wo sich der Gefangene befand? Interessant ist auch der Text auf der Rückseite, den ich hier zeige. Die Karte von Max78 hat den gleichen Vordruck. Vielen Dank für die Antwort.

Karl


 
briefefan Am: 10.11.2016 10:56:19 Gelesen: 92455# 130 @  
@ Belgiensammler [#129]

Ich habe mit Google gesucht und genau die Inschrift des ovalen Stempels auf deiner Karte und "1945" eingegeben. Dabei erhielt ich u. a. eine Liste, wo die Kriegsgefangenenlager in England für deutsche Kriegsgefangene während des Krieges lagen, auch für das Lager 678. Ob dieselbe Liste auch für die Zeit nach Kriegsende gilt, weiß ich nicht.

Grüße von briefefan.
 
Belgiensammler Am: 11.11.2016 21:13:31 Gelesen: 92371# 131 @  
@ briefefan [#130]

Guten Abend briefefan,

Bingo, dieser Hinweis ist toll. Eine komplette Liste der Gefangenenlager in England mit weiterführenden Links. Vielen Dank.

Karl
 
Briefmarkentor Am: 11.12.2016 13:23:55 Gelesen: 90875# 132 @  
Eine Postkarte eines Kriegsgefangenen im Stammlager (Stalag) 1 in Barth [1] vom 15. Juli 1944 nach Milwaukee in den USA.



Falls meine Aussagen jetzt falsch sein sollten, bitte ich um Korrektur.

Gemäß Haager Landkriegsordnung war die gewöhnliche Post von und an Kriegsgefangene gebührenfrei. Die abgebildete Postkarte wurde mit der Zusatzleistung Luftpost versendet. Die betrug in die USA 0,40 RM. Dazu duften ausschließlich Briefumschläge und Postkarten mit Aufdruck oder Stempel "Mit Luftpost Par Avion" benutzt werden. Das Aufkleben von Luftpostklebezetteln war verboten. Außerdem war die Gebühr für die Luftpost in bar zu entrichten, die Verwendung von Freizeichen war ebenfalls verboten.

Stellt sich für mich die Frage, wer in diesem Fall die 0,40 RM Gebühr entrichtete?

Die Postkarte wurde mit einem Tarnstempel entwertet. Aus diesem wurden die Ortsangabe und der Unterscheidungsbuchstabe entfernt.



Unten links auf der Vorderseite findet sich noch ein Stempelabschlag "11103 via Stalag Luft 3 / U.S. Censor".
 
Fips002 Am: 15.01.2017 18:32:47 Gelesen: 88995# 133 @  
Brief vom Suchdienst München 6.12.1974 und von dem Landesnachforschungsdienst Kiel, Stempel Lübeck 25.6.1962





Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 01.02.2017 22:10:25 Gelesen: 88404# 134 @  
Brief vom Österr. Rotes Kreuz, Suchstelle Salzburg, Stempel Salzburg 21.4.1950 nach Lobenstein/Thür.



Gruß Dieter
 
volkimal Am: 24.06.2017 17:36:32 Gelesen: 81187# 135 @  
Hallo zusammen,

diese Postkarte hat auf den ersten Blick nichts mit Kriegsgefangenenpost zu tun:



Es handelt sich um eine der nach dem Krieg mit einfachen Mitteln hergestellten Behelfsganzsachen. Diese Postkarten wurden immer nur mit einem Ausgabe-Kontrollstempel verkauft. Der Absender hat die Postkarte in diesem Fall am 31.07.1945 beim Postamt in Heide (Holst.) gekauft und am 07.08.1945 in Meldorf aufgegeben. Der Bestimmungsort war Eggebek (Kr. Flensburg), von wo aus die Karte nach Gelsenkirchen-Buer weitergeschickt wurde. Ich habe die Karte vor ein paar Tagen in einer Wühlkiste gefunden. Für mich ist noch ganz nett, dass sie an unseren frühreren stellvertretenden Direktor ging.

Weshalb die Postkarte zum Thema "Kriegsgefangenenpost" passt, ergibt sich erst aus dem Text:

Meldorf, d. 7.8.45
L.V. Langeweile im Entlassungslager 4 in Meldorf – seit gestern bin ich hier und werde in 2 – 3 Tagen nach München entlassen. Entlausung und Gepäckkontrolle habe ich schon hinter mir – morgen noch ein wenig Papierkrieg und dann abwarten, bis der Transport per Zug losgeht. Gut ¾ der Kompanie sind bereits entlassen u. ich bin froh nun auch bald, nur noch wenige Tage frei zu sein. Halte Dich ran mein lieber, dass Du bald in ein Sammellager kommst und Du wirst dann sehen, wie die Entlassungen laufen. Hier in Meldorf gehen täglich 1000 Mann ins amerikanische Gebiet und bekommen schon hier ihre Entlassungspapiere – prima!! Unmittelbar bevor das Lager anrollt werde ich mich noch einmal melden. Jochen
Lass doch später auch meine Sachen von Sprötze mit zu Dir schicken.
Hast Du jetzt Nachricht von zu Hause?



Entsprechend zum Text der Karte ging sie von einem Kriegsgefangenen an einen anderen Kriegsgefangenen. Im Internet habe ich gelesen "Die Stadt Heide war das Zentrum eines riesigen britischen Gefangenenlagers. Es reichte nördlich des Kaiser Wilhelm Kanals bis zur dänischen Grenze. In Meldorf war das Entlassungslager."

Ob die Karte frankiert werden musste weiß ich nicht. Vielleicht war es für den Absender auch nur einfacher, die Karte bei der Post aufzugeben als sie in dem riesigen Lager zu der entsprechenden Stelle zu bringen. Kann einer von Euch etwas dazu sagen?

Viele Grüße
Volkmar

Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Britische_Sperrgebiete_in_Norddeutschland_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg
http://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php/Thread/7012-Kriegsgefangenenlager-in-Meldorf-Schleswig-Holstein/
 

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