Thema: Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 153 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3   4   5 6 7 oder alle Beiträge zeigen
 
Harald Zierock Am: 29.07.2009 18:06:42 Gelesen: 160507# 54 @  
Hallo Manfred,

ich danke Dir für Deine rasche Antwort.

Harald

[Beiträge 50 bis 54 redaktionell verschoben am 02.08.09 von Feld- und Militärpost zu Kriegsgefangenenpost]
 
1936manfred Am: 05.08.2009 12:47:48 Gelesen: 160358# 55 @  
Concordia CA

Was haben "die Franzosen" mit der "Deutschen Dienststelle" zu tun?

Sehr einfach, wenn man weiss, dass Wittenau und Borsigwalde im FRANZÖSISCHEN Sektor der viergeteilten Stadt Berlin lagen.
 
1936manfred Am: 05.08.2009 13:09:11 Gelesen: 160354# 56 @  
Hermes # 46

Stempel FA

Auf den Belegen des Internierten- (nicht Kriegsgefangenen- !) Lagers Ruhleben taucht dieser Stempel vielfach auf, alleine oder in Kreisstempeln. Bachenheimer (ein Amerikaner, der manche deutsche Sprachbarriere nicht überwunden hat) behauptet in seiner Schrift, dass der Unterschied zwischen Schreib-Datum und Stempel-Datum der Post und diesem Stempel besagen solle, dass eine "Frist abgelaufen" sei und somit "nichts kriegwichtiges" mehr übermittelt werden könne.

Ich muss versuchen, die angegebene Quelle ausfindig zu machen, denn bereits bei Wolters, Zensur ... kann man lesen, dass beim Internationalen Roten Kreuz Beschwerden über die verzögerte Weiterleitung der Kgf-Post eingelaufen seien. Gemäß Genfer Verträgen habe diese aber unverzüglich weitergeleitet zu werden. Auf Intervention des IRK hin, wurden dann diese "Fa"-Stempel angefertigt, deren Anbringung bedeuten sollte, dass die Post "Fristgemäss abgefertigt" worden sei.
 
1936manfred Am: 05.08.2009 13:14:36 Gelesen: 160352# 57 @  
Holger # 49

Da steht nur "OFLAG XI A - Osterode".

Leider konnte ich bislang nicht erfahren, WO in Osterode dieses OFLAG bestand. Z.B. waren bei der Fa. HEMAF französische und später auch italienische Kriegsgefangene untergebracht. Ob die aber in einem OFLAG waren und welche Bezeichnung es hatte, ist (mir) unbekannt. Ich kann nur hinzufügen, dass m.W. sie alle in dem Unternehmen zur Arbeit eingesetzt worden sind, also nicht - wie die Offiziere in einem OFLAG - "den ganzen Tag nichts zu tun" hatten.
 
duphil Am: 05.08.2009 14:01:51 Gelesen: 160349# 58 @  
@ 1936manfred [#57]

Hallo 1936manfred!

Herzlich willkommen auf philaseiten.de. Ich bedanke mich für deine weiterführenden Informationen.

Einen Tipp möchte ich Dir geben: Wenn Du auf einen Beitrag antwortest, klicke einfach auf das @ über dem betreffenden Beitrag.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
Jürgen Witkowski Am: 05.08.2009 16:31:11 Gelesen: 160334# 59 @  
@ 1936manfred [#55]

Vielen Dank für Deine Antwort. Damit alle wissen worum es geht, sei gesagt, dass sie sich auf Beitrag [#93] bezieht.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
wuerttemberger Am: 07.08.2009 20:59:19 Gelesen: 160252# 60 @  
@ 1936manfred [#56]

Leider gibt Wolter keinerlei Literaturstellen an und das ist für gute Literatur unabdingbar! Alle Fakten müssen für den Leser nachvollziehbar sein.

Ich traue da mehr den Leuten, die ich kenne und die auch die Literaturstellen dafür angeben: http://www.arge-bayern.de/forschun/kriegsgefangenensendungen.htm

Die in diesem Link gemachten Aussagen kann ich voll und ganz bestätigen. Alle Sendungen ab dem Januar 1915 tragen die F.a. Stempel und sind mindestens zehn Tage zurückgehalten worden.

Gruß

wuerttemberger
 
Stempelwolf Am: 07.08.2009 22:03:23 Gelesen: 160240# 61 @  
@ wuerttemberger [#60]

Dem kann ich nur zustimmen und verweise auf meinen Beitrag [#47] in dem ich diesen F.a. Stempel erläuterte. Meine Quelle hatte ich mit angeführt.

Mit besten Grüßen
Wolfgang
 
Postgeschichte Am: 07.08.2009 22:42:33 Gelesen: 160229# 62 @  
@ wuerttemberger [#60]

Hallo wuerttemberger,

Deine Kritik an Wolter kann ich hinsichtlich der fehlenden Quellenangaben teilen, was aber durch die in der damaligen Zeit nicht zugänglichen Vorschriften ihm nicht anzulasten ist. Leider wird in der von Dir angegebenen Literaturstelle nur auf einen Rundbrief hingewiesen, in dem die ministerielle Verfügung veröffentlicht sein soll. Ein Hinweis auf den Beitrag von Stempelwolf [#47], in dem er seine Quellen angegeben hat, wäre auch hilfreich gewesen.

Damit man den Stempel F.A. beschreiben kann, hier die entsprechenden Quellen. Die besondere Prüfungsmaßnahme wurde mit Erlaß des Kriegsministeriums vom 11.11.1914, Nr. 1585/10. 14. U3 angeordnet. Der Stempel "F.a." wurde mit Erlass vom 11.1.1915 Nr. 1571/12. 14. U3 eingeführt.

Durch die Maßnahme der 10tägigen Lagerfrist wurden die Überwachungsstellen von der Verpflichtung, sämtliche noch nicht mit Prüfungsstempel versehenen Briefe vor der Weiterleitung zu lesen und auf ihren Inhalt sorgfältig zu prüfen, nicht entbunden. Hierauf wurden die Prüfungsstellen mehrfach hingewiesen.

Gruß
Manfred
 
wuerttemberger Am: 08.08.2009 05:09:49 Gelesen: 160214# 63 @  
@ Postgeschichte [#62]

Vielen Dank für die Angabe der genauen Quellen.

Wenn man Fakten zitiert, wird man wohl doch (hoffentlich?) auch eine Quelle dazu haben! Das hätte man 1965 auch schon tun können. Natürlich wäre bei so einem umfangreichen Werk wie das von Wolter der Quellenteil nochmal so dick geworden wie das ganze Buch. Ohne Quellenangabe taugt es aber leider nur zum anlesen eines Themas, aber nicht zum zitieren.

@ stempelwolf [#61]

Deinen Beitrag habe ich als bekannt vorausgesetzt.

Gruß

wuerttemberger
 
Harald Zierock Am: 17.12.2009 19:20:44 Gelesen: 158473# 64 @  
Schöne Belege zum Thema!

Harald

http://www.briefmarkensammler-verein-goettingen.de/Artikel/Kriegsgefangenenpost%20Bilder.pdf
 
Harald Zierock Am: 19.12.2009 16:50:51 Gelesen: 158410# 65 @  
Gefangenen Post Ruhleben:

http://www.filatelia.fi/forgeries/ruhleben.html

Harald
 
Gerd Am: 02.08.2010 15:15:51 Gelesen: 151810# 66 @  
Hier möchte ich mal einen Beleg zeigen, den ich nicht bewerten kann.

Wer möchte / könnte mir helfen?

MfG Gerd


 
militär-post-sammler Am: 16.10.2010 12:51:32 Gelesen: 154120# 67 @  
Melde mich im Funkkreis....

Anbei ein Beleg v. 05.04.1916, aus dem ich nicht schlau werde:

Von: Offizier(s)gefangenenlager Gütersloh, Russ. Post Abteilung,...
An: Berneralpen Milchgesellschaft, Stalden / Emment(h)al
Ein identischer Brief vom 05.02.1916 wurde miterworben, es war also keine einmalige Sendung.

Behandlung (Zensurstempel, 10-Tage-Frist "F.a.") wie normale Gefangenensendung (d.h. niemand von Roten Kreuz schreibt nach Hause), der Brief wurde offen versandt (Gummierung intakt).

Wer kann mir Informationen bzgl. des Hintergrundes geben, warum kriegsgefangene zaristische Offiziere an einen milchverarbeitenden Betrieb in den Berner Hochalpen schreiben?




 
Jürgen Witkowski Am: 22.10.2010 22:23:43 Gelesen: 153981# 68 @  
@ militär-post-sammler [#67]

Die Berneralpen Milchgesellschaft war zu dieser Zeit einer der führenden Betriebe in der Herstellung von Kondensmilch (Bärenmarke) und Milchpulver. Wäre es denkbar, dass man auf diesem Wege versuchte, die Versorgung mit den zu Kriegszeiten knappen Produkten im Lager zu verbessern?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
militär-post-sammler Am: 25.10.2010 21:25:51 Gelesen: 153825# 69 @  
@ Concordia CA

Vielen Dank für die Antwort; die Versorgung der Kriegsgefangenenlager oblag dem (territorial) zuständigen Armeekorps, d.h. hier das VII. AK in Münster. Die Versorgung wurde mit Masse aus der Region, bisweilen sogar durch das Lager selbst gestellt.

Für den Fall einer externen Beschaffung wäre m.E. die Lagerleitung oder eher das Armeekorps tätig geworden und nicht die Russische Postabteilung. Zudem hatte die Berneralpen Milchgesellschaft einen Firmensitz in Biessenhofen im Ostallgäu; hier wurde ab 1912 produziert (Bärenmarke), ab 1917 verlegte man den Verwaltungssitz nach München.

Da kriegsgefangene Offiziere gem. Art. 17 der Haager Landkriegsordnung auch in Gefangenschaft besoldet werden mußten, kann es vielleicht wirklich sein, daß mit dem Ersparten in der neutralen Schweiz Milch geordert wurde.

Ich bleibe dran!

Gruss

Alexander
 
Hawoklei Am: 26.10.2010 15:41:31 Gelesen: 153801# 70 @  
Hallo an die interessierten Leser,

von den unten abgebildeten Karten, wohl alle aus russischer Gefangenschaft, habe ich 37 Stück.

Haben die noch irgendeinen philatelistischen oder zeitgeschichtlichen Wert? Besteht hier irgendein Interesse?

Beste Grüsse
Hans


 
Jürgen Witkowski Am: 05.02.2011 23:41:00 Gelesen: 151559# 71 @  
@ Gerd [#66]

Der Brief zeigt links einen zweizeiligen amerikanischen Zensurstempel für Lagerpost, wie er für Kriegsgefangenenpost üblich war.

Der Einkreisstempel Ah stammt von der Auslandsbriefprüfstelle Hof. Der Durchlaufstempel ist ein aptierter Prüfstempel aus Berlin, bei dem das b in ein h umgearbeitet wurde. Der Stempel wird im Landsmann als selten eingestuft. Es ist lediglich ein weiteres Exemplar dieses Stempels registriert, dass ebenfalls im Oktober 1944 in New York abgestempelt wurde. Es ist davon auszugehen, dass die Bearbeitung in Hof erst Anfang 1945 erfolgte.

Die blauen Flecken auf der rechten Briefseite deuten auf eine chemische Untersuchung auf die Verwendung von Geheimtinte hin.

Die Prüfstelle in Hof begann Mitte 1944 ihre Tätigkeit nachdem sie von Berlin wegen der dortigen Bombenschäden ausgelagert wurde. Sie befasste sich in der Hauptsache mit der Prüfung von Kriegsgefangenen- und Interniertenpost.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 30.04.2011 16:57:34 Gelesen: 149061# 72 @  
Heute hatte ich meinen ersten Beleg zum Thema Kriegsgefangene in der Post. Leider ist das ein Thema, in dem ich nicht fit bin. Soviel aber ist klar: Der Brief lief portofrei von BRUSSEL 1 BRUXELLES 1 I T an das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf. Aufgegeben wurde er am 08.09.1915, er lief über die Überwachungsstelle für Post von und nach Belgien im Aachener Karlshaus, wo der Stempel Auslandstelle Aachen * Frei- gegeben her stammt. Am 10.09. wurde der Brief dann in Genf zugestellt, wie der rückseitige Stempel GENEVE 1 DISTR. LETTR. zeigt.

Damit der Brief portofrei befödert wurde, erhielt er den Briefstempel (ähnlich den Truppenstempeln bei der Feldpost) AGENCE BELGE DE RENSEIGNEMENTS SUR LES PRISONNIERS DE GUERRE * CROIX ROUGE DE BELGIQUE BRUXELLES SERVICE GRATUIT (= Belgische Agentur für Auskünfte über Kriegsgefangene * Belgisches Rotes Kreuz Brüssel Service gratis). Außerdem findet sich noch ein einzeiliger Stempel KRIEGSGEFANGENENSENDUNG auf dem Beleg.

Was mir nicht klar ist, ist die Herkunft des letztgenannten Stempels. Außerdem weiß ich nicht, ob der Brief direkt vom BRK stammt, oder ob der hinten genannte Absender ein Privatmann war, der diesen Brief über das Rote Kreuz versandt hat.



Beste Grüße,
Christoph
 
Pilatus Am: 30.05.2011 22:27:17 Gelesen: 148216# 73 @  
Hier ein Brief an einen deutschen Kriegsgefangenen wahrscheinlich in England. Da es sich um einen engeren Verwandten handelt, kann mir vielleicht einer etwas mehr dazu sagen.

Beste Grüße Pilatus


 
Bodo35 Am: 03.06.2011 09:45:45 Gelesen: 148097# 74 @  
@ Pilatus

Der Brief ist aus Ägypten. ME = Middle East. Die Arbeitslager am Bittersee waren unter englischer Verwaltung.

Gruß
Bodo35
 
Pilatus Am: 03.06.2011 12:27:34 Gelesen: 148089# 75 @  
@ Bodo35 [#74]

Herzlichen Dank für die Information,

Pilatus
 
Bodo35 Am: 15.07.2011 06:44:03 Gelesen: 146877# 76 @  
Der Brief von Reichswolf wurde in Aachen geprüft und hier müsste auch der L1 "Kriegsgefangenenpost" abgeschlagen worden sein. Es gibt aber auch Lager, bei denen solche Stempel vorhanden waren. Genau lässt sich das nicht feststellen. Der Absender ist aber ein Kriegsgefangener (Privatmann).

Gruß
Bodo35
 
Totalo-Flauti Am: 16.02.2012 22:32:50 Gelesen: 138074# 77 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich habe eine Karte von Leipzig an einen deutschen Kriegsgefangenen (Gefr. Brümmer) vom September 1919. Die Karte wurde nach London gesandt. Bei den entprechenden Stellen wurde festgestellt, dass der Gefangene bereits Anfang Oktober als Heimkehrer unterwegs war. Die Karte wurde zurückgesandt. Sämtliche handschriftlichen Vermerke sind in deutsch. War die Postverteilung in den einzelnen Kriegsgefangenenlagern in "deutscher Hand"? Oder wurde das von Lager zu Lager unterschiedlich gehandhabt? Wie erfolgte überhaupt die Verteilung der Post in den Lagern? Muss man sich das in etwa wie beim "Bund" vorstellen, wo der Spieß oder UvD die Post verteilt hat. Der R2 ZURÜCK-Stempel macht einen klaren deutschen Eindruck. Wurden solche Stempel in den Lagern verwendet oder kann ich davon ausgehen, dass der Stempel erst wieder im Deutschen Reich abgeschlagen wurde? Vielen Dank für Eure Hilfe.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti


 
DL8AAM Am: 12.06.2012 14:15:28 Gelesen: 133610# 78 @  
Ich beschäftige mich zwar sonst mit ganz anderen Dingen innerhalb unseres Hobbies, aber trotzdem wollte ich den interessanten Thread mal mit etwas füttern. Ich stecke in diesem Thema nicht wirklich tief drin und bin nicht einmal ansatzweise mit den entsprechenden Wissen versorgt. Für mich sind die beiden Beispiele trotzdem interessant:

Die Karte ist in einem etwas bedauernwerteren Zustand, was vielleicht daran liegen mag, dass die Sendung ins Lager nach Tunsesien ging und sicherlich etwas "hinter sich hat".



Kriegsgefangenensendung aus dem 1. Weltkrieg: Postkarte aus Aschaffenburg vom 22. Juni 1915 in das Lager Saghouan in Tunesien, über das Rote Kreuz in Genf ("Croix Rouges de Genève 840"), Detachement de (L?iba?) [Libyen?]. Schemenhaft kann man den tun. Ankunftstempel vom 20. Juli erkennen und einen (vermutlich) Zensurstempel.

Wikipedia [1] gibt für Zaghouan übrigens nur ein frz. Kriegsgefangenenlager für den 2. Weltkrieg an, nichts zum Ersten.

Und eine Sendung in die umgekehrte Richtung:



Sendung aus dem Gefangenenlager Dieppe (Frankreich) nach Deutschland von Ende Februar 1917. Mit Lager- und Zensurstempel (was sagt die 3 ?), leider ohne jeglichen weiteren postalischen Stempel. Ist das so üblich? Bei [2] findet sich übrigens ein ganz ähnlicher Beleg (Los-Nr. 5012557), auch ohne Poststempel:

"1917(C.), use of stampless envelope endorsed "Kriegsgefangenensendung", cancelled with '3' in purple, boxed 'VISÉ/SERVICE DES INTERPRETES' & light ribbed circle 'DEPOT DE PRISIONNIERS DE GUERRE/[SEAL]/DIEPPE' (C1), worn edges".

Gruß
Thomas

[1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Zaghouan
[2]: https://www.premierpostal.com/cgi-bin/wsProd.sh/ViewLotsFilteredWrapper.p?filter=francem1&stockauction=9999&nocookie=525714320095983696
 

Das Thema hat 153 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3   4   5 6 7 oder alle Beiträge zeigen