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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
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inflamicha Am: 22.03.2015 12:15:09 Gelesen: 4001171# 3906 @  
@ juni-1848 [#3903]

Und hier ist deine Nachportoerklärung nicht zutreffend, denn in der PP 3 galt: Für nicht freigemachte (und so ist es hier- die nicht gültige Germaniamarke zählte nix) Postkarten wird die doppelte Gebühr nacherhoben. Ergo stimmt hier die Nachportoberechnung nicht.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 22.03.2015 12:21:24 Gelesen: 4001168# 3907 @  
@ juni-1848 [#3904]

Hier ist dann im Gegensatz zu Fall 2 alles richtig- das Doppelte von 10 ist 20.

Schönen Sonntag.

Gruß Michael
 
Magdeburger Am: 22.03.2015 16:00:23 Gelesen: 4001088# 3908 @  
Liebe Inflafreunde,

von mir heute noch ein Beleg aus Dessau:



Am 03.03.1923, also PP13 wurde vom Amtsgericht an den Förster Funke in Alten by Dessau ein Brief mit Postzustellungsurkunde gesendet.

Die verklebten 280 Mark setzen sich zusammen aus 100 Mark für den Fernbrief + 80 Mark für die Zustellung und 100 Mark für die Rücksendung der Urkunde.

Alten ist heute ein Stadtteil von Dessau. Dort war und ist noch heute der erste Bahnhof auf dem Wege nach Köthen. Der nächster Halt ist dann in Mosigkau.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
inflamicha Am: 22.03.2015 17:46:45 Gelesen: 4001049# 3909 @  
Hallo nochmals,

zu guter letzt noch ein Beleg für heute, passend mit Nachporto:



Postkarte von Chemnitz nach Dresden vom 19.12.1922 (PP 11), verwendet wurde die Ganzsache P 153 I, die wegen des nicht mehr ausreichenden Wertstempels 1,25 M mit weiteren Marken bepflastert wurde- im einzelnen waren das die Michelnummern 143 a, 158 (2), 159 (2), 198 und 228 P (2)- um auf das erforderliche Porto von 15 Mark zu kommen. Dass die Germaniamarken im Werte von 1,45 M nicht mehr gültig waren fiel erst in Dresden auf. Hier wurden beide Marken blau eingerahmt, das Doppelte des Fehlbetrages in Höhe von 2,90 M ebenfalls in blau ausgeworfen und der Stempel "Nchgb. II Dr." nebengesetzt.

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 23.03.2015 01:49:23 Gelesen: 4000917# 3910 @  
@ inflamicha [#3909]

... und der Stempel "Nchgb. II Dr." nebengesetzt.

Moin Michael,

steht das "Dr." hier für Dresden?

Ein Sammlerfreund erwähnte vor einiger Zeit Nachporto-Stempel aus Dresden, die das Kürzel des bearbeitenden Postbediensteten beinhalten sollten. Gesehen habe ich bisher allerdings nur Nachgebührenstempel mit dem Kürzel "Dr.".

@ inflamicha [#3905]

die Nachportoberechnung ist hier korrekt, denn in einer zweimonatigen Übergangsfrist nach Portoerhöhung (also Oktober und November 1918) wurde nur der einfache Fehlbetrag, aufgerundet auf volle Pfennig, nacherhoben.

Danke für die Erleuchtung, dieser Tatbestand war mir bisher unbekannt.

@ inflamicha [#3906]

...in der PP 3 galt: Für nicht freigemachte (und so ist es hier - die nicht gültige Germaniamarke zählte nix) Postkarten wird die doppelte Gebühr nacherhoben.

Klingt absolut logisch, eine Sendung, auf der NUR nicht frankaturgültigen Postwertzeichen/sonstige Marken kleben, ist als NICHT frankiert anzusehen.

@ inflamicha [#3907]

Danke fürs Wachrütteln. Mir fiel just auf, dass meine Porto-/Gebühren-Übersichten erst ab der PP 6 (ab 1.4.1921) vollständig sind.

Die vorangehenden Nachgebühren-Regelungen im Deutschen Reich von 1875 bis zur PP5 (bis 31.3.21) sind jedoch lücken-/fehlerhaft (siehe Okt.-Nov. 1918).

Bevor ich auf Quellensuche gehe - hast Du eine mailbare Übersicht oder kannst Du mir einen Tipp geben?

Bis zur Erleuchtung springe ich in die fortgeschrittene Inflation der PP 18 (20.9.1923 - 30.9.1923:



(Datenbank # 7392)

Am 22.9.23 hat der Absender dieses Couvert mit dekorativem blauen Innendruck "Libelle" als Drucksache mit 50 Tsd M (Mi. 275 a) im ostpreussischen Fischhausen in die Post gegeben.

Da die rückseitige Klappe zugeklebt wurde, war jedoch das Briefporto fällig.
Der eineinhalbfache Fehlbetrag von "300000" M wurde vom Postboten (Botenstempel (?) " - Ma -") beim Empfänger eingehoben und anschließend mit dem Postamt verrechnet:

" PORTO VERRECHNET \ P.A. \ REGENSBUEG 2 \ (BHF) \ a".

Sammlergruß
Werner
 
JoshSGD Am: 23.03.2015 12:31:27 Gelesen: 4000818# 3911 @  
Guten Tag,

heute sehen wir eine Fernpostkarte aus den Anfängen der Inflationszeit. Eine Postkarte von Leipzig nach Halle vom 2.3.1918, portorichtig frankiert mit 7,5 Pfennig, MeF Mi.Nr. 98.

Rückseitig sehen wir das Neue Theater Leipzig, der Vorgänger der heutigen Oper Leipzig. Der Empfänger wohnte auf der Torstraße 34, das Gebäude existiert nicht mehr, heute befindet sich bisher eine Brachfläche dort. Die Torstraße in Halle ist in sofern bekannt, da dort die DDR-Bildungsministerin Margot Honecker aufgewachsen ist.

Etwas stutzig machen mich die zwei Marken, rechts und in der Mitte, weisen sie doch einen erheblichen rötlicheren Anteil auf. Kann aber auch Papierverfärbung sein.



Gruß
Josh

(Datenbank # 7673)
 
inflamicha Am: 23.03.2015 12:49:39 Gelesen: 4000812# 3912 @  
@ juni-1848 [#3910]

Hallo Werner,

ich kann Dir den Infla-Band 52 hierzu wärmstens empfehlen, Titel "Die Nachgebühren im Deutschen Reich 1906-1945". Der Autor Paul-Jürgen Hueske hat in dem Büchlein alles erschöpfend dargelegt, was man zu der Thematik wissen muss, dazu kommen jeweils Quellenangaben (meist das entsprechende Amtsblatt) und etliche Beleg-Abbildungen. Über die Infla Berlin Literaturstelle sollte das Werk problemlos zu bekommen sein.

Dass es sich um einen Dresdener Nachportostempel handelt scheint mir naheliegender als ein Stempel aus Chemnitz, zumal die Marken dort abgestempelt wurden. Die Regel ist ja dass ungültige Marken keinen Stempel bekamen und nur blau eingerahmt wurden. Letztendlich wäre dies nur mit einem zweiten Nachportobeleg zu beweisen, der auch noch einen anderen Abgangsort haben müsste. Ich habe zwar eine ganze Menge Portobelege, aber leider keinen zweiten Dresdener.

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 24.03.2015 01:41:21 Gelesen: 4000703# 3913 @  
@ inflamicha [#3912]

Danke, Michael, für den Hinweis auf das Werk von Hueske (eine der wenigen Lücken in meiner Infla-Bibliothek). Insgeheim hatte ich gehofft, eine einzige Quelle zu finden, in der alle 70 Jahre des Deutschen Reiches nachgebührlich gewürdigt werden.

Nichts desto trotz heute zwei nachlässige Frankaturen aus der PP 16 (24.8. bis 31.8.1923).

Zunächst eine Gewichtsüberschreitung:



(Datenbank # 7393)

Für den Handel im Osten des Landes betrieben die Tabak- und Zigarettenfabriken Max Hertweck aus dem badischen Friesenheim das Fabriklager Otto Hertweck in Treffurt an der Werra. Dieser Firmenbrief vom 30.8.23 an den Bezirks-Konsum-Verein Thüringen Mitte (eine Art Einkaufsgemeinschaft) in Gotha wurde frankiert mit Queroffset-Marken 10x Mi. 250 (400 M) und 8x Mi. 253 a (2.000 M).

Dass die rückseitige Frankatur nicht entwertet wurde, entdeckte der Postschaffner im Zug 957 von Eisenach nach Niederhone und holte Notwendiges nach mit dem Bahnpost-Stumpfoval-Stempel (ohne Zierstück).

Der Brief war schwerer als 20 Gramm, also hätten 25 Tsd M frankiert werden müssen. Die Nachgebühr betrug das eineinhalbfache des fehlenden Portos: "7.500" M. In Gotha wurde der schwarze Einkreis-Stempel "PORTO" abgeschlagen und der Betrag vom Empfänger eingehoben.

Bei diesem Eilbrief blieb die Unterfrankatur unentdeckt:



(Datenbank # 7138)

Früh morgens am 31.8.23, dem Tag vor der Portoerhöhung, wurde dieser Fernbrief (20 Tsd) in Schlachtensee (bei Berlin) per Eilboten (40 Tsd) nach Hannover aufgegeben. Mit je 2x Mi. 261 (Wartburg) und Mi. 280 (20 Tsd Aufdruck auf 12 M Schnitter) war der Brief unterfrankiert.

Obwohl per Eilboten (Einkreiser "1" rückseitig) zugestellt, wurde die fehlende Eilgebühr von 10 Tsd M nicht nacherhoben.

Der Schlachtensee ist ein See im Südwesten Berlins im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am Rande des Grunewaldes. Nach dem See ist auch die ihn umgebende Ortslage benannt, die entgegen einer weit verbreiteten Meinung kein eigenständiger Ortsteil innerhalb Zehlendorfs ist. Seit 1920 gehören See und Ortslage zu Berlin (Umbenennung in Berlin-Schlachtensee). Trotzdem wurde dieser Stempel bis 1926 weiter verwendet.

Quellen: Wikipedia und Philastempel.

Sammlergruß
Werner
 
inflamicha Am: 24.03.2015 14:05:28 Gelesen: 4000520# 3914 @  
Hallo allerseits,

für heute habe ich diese Postkarte rausgekramt:



Auf dieser teilte das Pfarramt Tharandt dem Pfarramt in Wendischcarsdorf am 21.6.1922 (PP 7) den Kirchenaustritt eines Herrn Max Grün mit. Wendischcarsdorf oder auch Karsdorf gehörte zum Kirchspiel Possendorf (hier dürfte sich das zuständige Pfarramt befunden haben...), diesen Ort finden wir als Hinweis unten auf der Karte. Angebracht wahrscheinlich von einem Postbeamten, da die kleine Waldhufengemeinde Wendischcarsdorf, die heute zu Rabenau gehört, sicher kein eigenes Pfarramt hatte. Frankiert ist die Karte portogerecht mit 1,25 M aus 5mal Mi 158 und einmal 187 a.

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 25.03.2015 07:50:30 Gelesen: 4000293# 3915 @  
Moin zusammen,

nicht jede/s Poststelle/Postamt verfügte über Porto-/Nachgebühr-Stempel. Hier ein Beispiel aus der PP 13 (1.3. bis 30.6.1923):



(Datenbank # 7394)

Belege kleiner Orte im Ortsverkehr sind recht selten zu finden. Diese Ortspostkarte innerhalb "GROSSSCHÖNAU \ -9.3.23.9-10V. \ a \* (Sachsen) *" wurde frankiert mit 9,95 Mark: 3x 3M Posthorn, Ziffern 15 Pf und 2x 40 Pf.

Für den fehlenden Porto-Betrag von 10,05 M wurde das 1,5-fache Fehl-Porto (15,075 M) fällig. Die wenigen Pfennige wurden auf eine volle Mark aufgerundet und mit Blaustift "16 M" notiert.

Der Ortsname Großschönau im Tagesstempel fällt auf durch die ungewöhnliche Schreibweise mit drei "SSS".

Sammlergruß
Werner
 
Magdeburger Am: 25.03.2015 15:38:34 Gelesen: 4000183# 3916 @  
Guten Tag

heute hatte ich folgenden Beleg in der Post:



Aufgegeben am 28.11.1922 in Dessau, PP10, gesendeter Brief nach Coswig, frankiert mit 12 Mark. Siegelseitig ist nichts. (Kann ich die Bleistiftnotierung entfernen?)

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
muemmel Am: 25.03.2015 18:31:14 Gelesen: 4000144# 3917 @  
@ Magdeburger [#3916]

(Kann ich die Bleistiftnotierung entfernen?)

Hallo Ulf,

bevor Du mir den für die Belege-DB schickst, bitte ich gar sehr darum.

Grüßle
Harald
 
inflamicha Am: 25.03.2015 20:49:13 Gelesen: 3999825# 3918 @  
Guten Abend,

von der Allgemeinen Ortskrankenkasse Esslingen wurde dieser Brief an das Versorgungsamt Stuttgart gesandt:



Für den Brief waren am 6.4.1922 (PP 7) 2 Mark Porto zu entrichten, frankiert wurde mit vier 50 Pf.-Dienstmarken für die württembergischen Gemeindebehörden (Mi 158).

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 26.03.2015 22:10:02 Gelesen: 3999617# 3919 @  
Guten Abend,

eine Privatganzsache vom 28. Philatelistentag in Frankfurt am Main gibt es heute zu sehen:



Die Postkarte mit einem 50 Pf.-Wertstempel im Ziffermuster zeigt auf der Bildseite das "Rothe Haus in Frankfurt Mayn 1769", registriert ist sie im Frech unter PP 61 C3/02. Der Absender verwendete die Karte innerorts mit der Zusatzleistung postlagernd, mit viel "Augenzudrücken" ist die Zusatzfrankatur portogerecht- am 10.8.1922 (PP 8) wurden für die Ortspostkarte 75 Pf. und für postlagernd 50 Pf. berechnet. Ein Sammlerbeleg halt... Entwertet wurde mit dem Sonderstempel des Philatelistentages (Filbrandt 95).

Gruß Michael
 
JoshSGD Am: 27.03.2015 13:29:26 Gelesen: 3999468# 3920 @  
Guten Tag,

heute ein eingeschriebener Ortsbrief bis 20g, gelaufen am 28.3.1923 in Halle/Saale (PP 13; 1.3. - 30.6.23). Der Beleg ist mit 40 Mark Porto und 80 Mark Einschreibgebühr portorichtig frankiert, MiF Mi.Nr. 209 P und 230 W.

Empfänger war der damals bekannte Großhändler für Futtermittel und Getreide, Moritz Redelmaier. Das Gebäude auf der Magdeburger Straße selbst ist nicht mehr existent, die Gegend um den Bahnhof wurde auch im Krieg getroffen.

Moritz Redelmaier selbst verstarb schon 1937, der Name seiner Frau Frieda taucht auf der Deportationsliste vom 30.5.1942 für den Transport nach "Osten" auf. Sie kam am 3.6.42 im Vernichtunglager Sobibor um. Beide Kinder emigrierten noch vor 1940 in die USA.



Gruß
Josh

(Datenbank # 7678)
 
inflamicha Am: 27.03.2015 14:38:40 Gelesen: 3999455# 3921 @  
@ JoshSGD [#3920]

Hallo Josef,

bitte stelle in die Datenbank noch die Rückseite des Beleges ein. Die Mi 230 scheint mir auch ein Plattendruck zu sein - bist Du Dir sicher mit Walze?

Gruß Michael
 
Magdeburger Am: 27.03.2015 18:11:21 Gelesen: 3999412# 3922 @  
Liebe Sammelfreunde,

für heute zum Ende des Tages noch ein Beleg aus Dessau:



Er ist vom 26.08.1814, also PP01 und lief nach Eberhausen-Reichertshofen. 10 Pfennig waren der Tarif eines Fernbriefes bis 20 Gramm.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
inflamicha Am: 28.03.2015 23:23:22 Gelesen: 3999205# 3923 @  
Guten Abend,

heute geht es um den Aufbrauch der ursprünglich für den Württemberger Orts- und Oberamtsverkehr 1916 verausgabten Ganzsachen-Postkarten nach Portoerhöhung durch die Kriegssteuer mit 5 1/2 Germania-Wertstempel (P 100). Mit dem halben Pfennig ließ sich nicht mehr viel anfangen, so dass viele Karten um diesen zu hoch frankiert sind. Es wäre natürlich mit je einer Marke zu 2 und 2 1/2 Pf. auch portogerecht gegangen, aber besonders letztere Wertstufe dürfte kaum noch zu bekommen gewesen zu sein. Umständlicher war es auch...

Erstes Beispiel:



Fernpostkarte von Göppingen nach Oschatz vom 3.6.1919 (PP 3), Portosoll 10 Pfennig. Die Karte wurde mit 5 Pf. Germania (Mi 85 II) auffrankiert.

Zweites Beispiel:



Ein gutes Jahr später reichten die 10 1/2 Pf. nur noch für eine Drucksache, diese wurde am 2.10.1920 (PP 5) von Mengen nach Gröditz gesandt.

Schönen Sonntag und viele Grüße

Michael
 
juni-1848 Am: 30.03.2015 01:48:58 Gelesen: 3999000# 3924 @  
Moin zusammen,

oft brauchte es ein, zwei Tage, bis auch der letzte Postbedienstete eine Portoerhöhung realisiert hatte.

Hier zwei Nachgebühr-Beispiele aus der PP 11 (15.12.1922 bis 14.1.1923) vom 1. Tag der Erhöhung zu den häufigsten Versandformen Postkarte und Brief im Fernverkehr:



(Datenbank # 7397)

Zuerst eine Fern-Postkarte vom 15.11.22, dem ersten Tag der Portoerhöhung von 6 auf 15 M, ab Marktredwitz an die Schuhfabrik Karl Fuchs nach Roßwein.
Da nur mit waagerechtem Viererstreifen der 150 Pf Schnitter (Mi. 189) frankiert, wurde das doppeltes Fehlporto von "1800" M ohne zusätzlichen Porto-Stempel beim Empfänger nacherhoben.



(Datenbank # 7399)

Als zweites ein Firmen-Couvert aus Bremen nach Vechta-Falkenrott, ebenfalls vom 15.12.23, dem ersten Tag der Portoerhöhung von 12 auf 25 Mark.
Da nur mit Posthorn 2 M (Mi. 224) und 10 M (Mi. 206) frankiert, wurde das doppelte Fehlporto von "2600" M notiert und mit dem Einzeiler "Porto" verdeutlicht.

Auch die "Gewohnheit" führte zu fehlerhaften Frankaturen:



(Datenbank # 7395)

Diese Ansichtskarte (Hamburg Außenalster mit Hotel Atlantic) wurde am 18.12.23 mit Posthorn 4x 2 M (Mi. 224) und 4 M (Mi. 226) frankiert.
Da bei den beiden vorangegangenen Portoerhöhungen jeweils das alte Fernbriefporto zum neuen Porto für Fernpostkarten wurde, frankierte der Absender auch diesmal in alter Gewohnheit, nur diesmal 3 M zu wenig. Das Fehl wurde mit doppelter Nachgebühr von "600" Pf belegt. Leider etwas schwach der rote Kreisgitterstempel "KIEL 1 \ 19.2.22.2-3V. \ PORTO".

Und morgen geht´s weiter mit einem ganz ungewöhnlichen Nachporto-Beleg
Werner
 
juni-1848 Am: 30.03.2015 12:06:26 Gelesen: 3998930# 3925 @  
Schnell noch zwei Nachtaxierte aus der PP 8 (1.7. bis 30.9.1922):



(Datenbank # 7402)

Dieser Brief wurde ohne Absenderangabe bei der Bahnpost aufgeliefert: Stumpfoval " ROSTOCK (MECKELNB) - WISMAR \ BAHNPOST \ ZUG 121 \ 6│8.22 \ ●● ".

Der Einliefer hatte das Mehrgewicht über 20g nicht bemerkt Also erfolgte die Nachtaxierung mit dem Einzeiler " Porto" und dem doppelten Fehlporto "200" per Blaustift.

Rückseitig wurden die 4 Germania 75 Pf (Mi. 197) einzeln mit dem Bahnpoststempel entwertet. Dort finden wir auch die Bleistiftnotiz "Nicht angetroffen \ {SIGN} 7/8" - schließlich wollte die Nachgebühr eingesammelt werden.

Und bei Nachfolgendem wurde schlichtweg nur die Zusatzleistung frankiert:



(Datenbank # 7400)

Am 8.8.1922 versendete die Weingroßhandlung und Kelterei Conrad Kesselring & Co. aus Kitzingen eine Drucksache mit Nachnahme über 762 Mark, die am 9.8.22 in Nürnberg ankam.

Da der Absender mit 30 Pf (Mi. 162, Ziffern im Rechteck) und 120 Pf (Mi. 168, Bergarbeiter) nur die Vorzeigegebühr frankiert hatte, wurde für das fehlende Drucksachen-Porto der 3-zeilige Rahmenstempel " Porto \ NÜRNBERG 2 \ 10.AUG.1922" abgeschlagen und der doppelte Fehlbetrag von "100" Pf notiert.
Der Empfänger verweigerte noch am gleichen Tag die Annahme. Mit dem Dreizeiler " Zurück \ Entlastet \ NÜRNBERG 2" wurde er von der Nachgebühr wieder entlastet.

Am 12.8 22 wurde die Karte unverrichteter Dinge zurück gesendet. Ob das fehlende Porto beim Einlieferer nacherhoben wurde, ist mangels anhängender Zahlkarte nicht mehr feststellbar.

Am oberen Rand der Karte findet sich der 4-stelliger Numerator "4904". Solche "Zähler" finden wir auf den meisten mit Zusatzleistungen (Einschreiben, Eilbote, Nachnahme etc.) in Nürnberg eingegangenen Sendungen der Infla-Zeit. Sie haben nichts mit der (ab 1920 in Betrieb genommenen internen) Nürnberger Rohrpost zu tun.

Die (beschädigte) Briefverschluß-Vignette von Conrad Kesselring wurde per Bildbearbeitung eingefügt.

Der nächste folgt bestimmt.
Werner
 
Magdeburger Am: 30.03.2015 15:12:10 Gelesen: 3998895# 3926 @  
Liebe Inflafreunde,

ich mag ja insbesondere Belege mit Dienstmarken - ich kann nicht sagen warum.



So bin ich froh, diesem am 18.08.1922, PP08, in Magdeburg aufgegebenen bekommen zu haben. Er lief nach Osternienburg / Post Trebbichau und wurde mit insgesamt 3 Mark frankiert.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
inflamicha Am: 30.03.2015 17:21:25 Gelesen: 3998865# 3927 @  
Hallo allerseits!

@ Magdeburger [#3926]

Dann wird Dir diese Dienst-Massenfrankatur hier auch gefallen:



Fernbrief der Generaldirektion der Bayerischen Staatstheater in München nach Unterschondorf am Ammersee vom 7.8.1923 (PP 15), für das Porto von 1000 Mark wurden 100 Stück der D 68 b verklebt.
 
Magdeburger Am: 30.03.2015 17:33:03 Gelesen: 3998860# 3928 @  
@ inflamicha [#3927]

Hallo Inflamicha,

sie gefällt mir sehr - da sie weder aus Magdeburg noch Dessau oder gar Mosigkau kommt - ja dann wäre sie in der falschen Sammlung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
juni-1848 Am: 30.03.2015 21:41:29 Gelesen: 3998826# 3929 @  
Moin zusammen,

eine Seite ohne Mümmels Rosetten geht ja gar nicht:



(Datenbank # 7661)

Diese Ansichtskarte vom 10.11.23 trägt eine Frankatur aus je 2x Rosetten Mi. 323 AP (200 Mio) und 325 AP (1 Mrd), die nach der Hamburger Handstempelung noch eine zweite Entwertung erfuhren mit dem Ankunfts-Maschinen-Stempel "Rom-Centro".

Und der Hamburger Segelschiffhafen ist immer wieder schön anzuschauen.

Sammlergruß
Werner
 
juni-1848 Am: 31.03.2015 00:06:41 Gelesen: 3998794# 3930 @  
Zum Quartalsende noch einen aus der PP 1 (1.7.1906 - 31.7.1916):



(Datenbank # 7364)

Vordruck-Couvert der Firma "Fr. Doert, Hofmusikalien-Handlung, Karlsruhe" an einen Ersatz-Reservisten im Leibgrenadierregiment 109, z. Zt. auf dem Truppenübungsplatz Heuberg bei Konstanz (offene Feldpostadresse).

Wegen Gewichtsüberschreitung (>20g) wurden 10 Pf fällig, für die Eilgebühr weitere 25 Pf. Frankiert mit Germania Mi. 86 II und 88 II.

Rückseitig noch der Ankunftsstempel (Einkreis-Stegstempel) "TRUPPEN= \ ÜBUNGSPLATZ \ -5.9.15. 10-11V \ HEUBERG \ (BZ. KONSTANZ)".

Sind gebührenfreie Feldpostbriefe mit Eilgebühr schon keine Massenware, so kann man Gebührenpflichtige Feldpostbriefe mit Eilgebühr getrost als kleine Raritäten bezeichnen.

Sammlergrüße
Werner
 

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