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Thema: (?) (74) Postkrieg: Schwärzungen und Gegenstempel
Das Thema hat 75 Beiträge:
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Quincy Am: 27.02.2019 20:53:37 Gelesen: 38387# 51 @  
Noch eine Besonderheit von der Insel Zypern

Kurz vor dem offenen Ausbruch des Zypernkonflikts 1974 durch den Putsch der Griechen und die Invasion der Türken stiegen bereits die Spannungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen. So wurden Frankaturen mit türkischen Sozialmarken von griechisch dominierten Postämtern sukzessive zwar noch akzeptiert, da sie lokal gültig waren, aber nicht mehr postalisch abgestempelt.

Der Michel schreibt zu den unten gezeigten türkisch-zypriotischen Sozialmarken von 1970:

MiNr. I-II hatten nur im lokalen Postverkehr Gültigkeit. Die Wertangabe wurde durch Blütenblätter symbolisiert. Belege mit späterer Verwendung im internationalen Verkehr sind bekannt, es handelt sich dabei um versehentlich durchgeschlüpfte Stücke.

Hier ein Brief innerhalb Nikosia (türkisch: Lefkoşa), laut Stempel vom 08.10.1973. Das griechisch dominierte Postamt stempelte anscheinend nicht die Marken, sondern am Unterrand des Briefes. Die Marken selbst wurden mit einem schwarzen Balken entwertet. Es ist auch möglich, dass er Brief anderswo in Zypern aufgegeben und entwertet wurde, und der Abschlag am Unterrand des Briefes ein Ankunftstempel ist. Außerdem sind noch weitere Varianten denkbar, wer wo den Brief entwertete.



Persönliche Adresse wieder aus Datenschutzgründen digital abgedeckt.

Zackige Grüße
Quincy
 
dietbeck Am: 11.05.2019 14:01:19 Gelesen: 37674# 52 @  
@ Quincy [#51]

Nur mal als Frage. Die Marken werden nicht billig verkauft, ich nehme mal an ein solcher Bedarfsbeleg hat einen dreistelligen Wert ?

Dieter
 
Quincy Am: 11.05.2019 17:53:17 Gelesen: 37653# 53 @  
@ dietbeck [#52]

Hallo Dieter,

das ist eine gute Frage. Ich habe diesen Beleg vor ca. 30 Jahren erstanden. An die Umstände und an den Preis kann ich mich nicht mehr erinnern. Der Beleg sollte meine Türkisch-Zypern-Sammlung mit sehr viel Specimens (mit Aufdruck "ÖRNEK") aufwerten, die ich einmal als Auktionsbeifang erhielt.

Im Michel 2017/18 stehen die beiden Marken postfrisch mit je 120 € und gestempelt mit je 50 €. Einen Belegpreis gibt es im Michel nicht. Was ein Beleg derzeit wert sein könnte, wäre nur über eine Auktion zu ermitteln. Aber mit dreistellig würdest du mit deiner Schätzung wahrscheinlich nicht schlecht liegen.

Interessant ist noch die Notation im Erdin's Catalogue vom 1981, wovon ich kürzlich eine (sehr schlechte) Fotokopie erhielt. Ich habe einmal die entsprechenden Seiten gescannt und das völlig unkenntliche Bild von Kat.-Nr. 1 und 2 (Mi-Nr. I und II) durch einen Scan aus meiner Sammlung ersetzt. Die Katalogpreise waren damals übrigens in Pfund Sterling notiert - so steht es im Vorwort des Katalogs.





Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
Fridolino Am: 29.08.2020 17:25:35 Gelesen: 33940# 54 @  
Habe hier eine Postkarte von Halberstadt nach Berlin Lichterfelde (im Westen) vom 14.6.54.

Darauf ist ein blauer Losungsstempel, der teilweise geschwärzt wurde.

Ein Entzifferungsversuch des Stempels ergibt die Fragmente

Deine Entscheidung
zur Volksbefragung
Gib ... gegen EVG

Eine Recherche in der Wikipedia ergab, dass es in der DDR 3 Volksbefragungen gab, die 2. lief vom 27. bis 29.6.54 unter dem Titel "Friedensvertrag oder Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)?"

Mir ist jetzt weder klar, warum der Stempel dann auf einer Sendung nach Westberlin aufgebracht wurde, noch warum er geschwärzt wurde.

Die EVG sollte ja in Westeuropa gegründet werden, wieso da in der DDR abgestimmt wurde, erschließt sich mir auch nicht ganz.

Vielleicht hat jemand eine Erklärung?



Viele Grüße
Fridolino
 
eifelsammler Am: 05.10.2020 13:19:32 Gelesen: 33441# 55 @  
Hallo!

Ich nähere mich einem Thema, von dem ich keine Ahnung habe. Vor kurzem habe ich einen Beleg erhalten, der von Leverkusen nach Leipzig lief. Auf dem schlechten Stempel der linken Marke ist allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Münchner Handstempel. Wenn ich das Fragment richtig erkenne könnte er 1965 oder 1968 gelaufen sein, wobei 1965 ja wahrscheinlicher sein dürfte.



Der Vorbesitzer hat auf der Rückseite vermerkt, dass es sich um die Michelnummer 479 "20 Jahre Vertreibung" handeln soll. Der erkennbare minimale Farbstreifen oben könnte dies bestätigen.



Viele Grüße

Carsten
 
Fridolino Am: 06.10.2020 07:25:24 Gelesen: 33407# 56 @  
@ eifelsammler [#55]

Wo ist jetzt das Problem?

Es handelt sich um einen Postkriegsbeleg, die DDR störte sich am Wort "Vertreibung" und benutzte stattdessen "Umsiedlung".
 
eifelsammler Am: 06.10.2020 08:59:42 Gelesen: 33392# 57 @  
@ Fridolino [#56]

Guten Morgen!

Du hast vollkommen Recht - es gibt kein Problem.

Der Umstand, dass man ein Problem oder eine Frage haben muss, um etwas zu schreiben war mir nicht bekannt.

Gruß

Carsten
 
Briefuhu Am: 13.11.2021 11:12:51 Gelesen: 28387# 58 @  
Hier ein Beleg zum Postkrieg mit Polen. Brief vom 17.01.1986 von Immenstadt nach Zielone, dort mit Stempel versehen, dass die Marke Michel Nr. 1265 gegen no153/1985 UPU verstößt und zurück gesandt. In Hannover mit entsprechendem Stempel versehen.



Schönen Gruß
Sepp
 
Cheri50 Am: 22.11.2021 16:13:39 Gelesen: 28252# 59 @  
Ein Beleg aus der Zeit des Postkrieges DDR-Bundesrepublik. FDC mit einem Viererblock Mi.479 frankiert, wurde mit grauer Farbe unkenntlich gemacht, was die Frankatur und auch den Zudruck des Umschlages betraf.

Absurd !



Beste Grüße
Christoph

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Viererblocks"]
 
Totalo-Flauti Am: 14.03.2023 20:10:31 Gelesen: 20426# 60 @  
Liebe Sammlerfreunde,

zwei Briefe aus Leipzig in den Braunschweiger Raum einmal nach Kästorf damals vor der Gebietsreform noch im Landkreis Helmstedt und zum anderen Braunschweig selber aus dem März und April 1951. Bei dem Brief nach Braunschweig wurde der Werbeteil "Treffen der friedliebenden Jugend der Welt" geschwärzt.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
iholymoses Am: 17.01.2024 21:21:02 Gelesen: 15339# 61 @  
Habe kürzlich diesen Beleg bekommen - mit in der DDR geschwärztem Stempelzusatz:



Wenn ich das richtig dechiffriert habe, wirbt das Webeklischee für das
"DEUTSCHES AFRIKA-KORPS ev 9. BUNDESTREFFEN 2. u. 3. OKTOBER IN HANNOVER"

Ein nicht geschwärzter Stempelabschlag ist hier zu finden:

https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-bilder.php?id=202258

Schönen Abend,
Reinhard
 
Jürgen Witkowski Am: 18.04.2025 16:25:33 Gelesen: 10069# 62 @  
Aus 2161 Assel über Stade lief eine Postkarte am 19.10.66 nach Leipzig. Sie war freigemacht mit der Sondermarke MiNr. 479, 20 Jahre Vertreibung. Auf dem Weg zum Empfänger wurde die Marke mit einer dicken schwarzen Lackschicht unkenntlich gemacht.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 02.05.2025 16:55:38 Gelesen: 9701# 63 @  
Bei der Schwärzung der Marken dieses Briefes hat sich jemand ordentlich die Finger schmutzig gemacht, wie man an den Fingerabdrücken unschwer erkennen kann.

Geschwärzt wurde die Marke 20 Jahre Vertreibung (MiNr. 479) zu 20 Pf und der, warum auch immer dazu geklebte 5 Pf-Wert aus der Dauerserie Bedeutende Deutsche (MiNr. 347 y). 20 Pf hätten zur Freimachung des Briefes von 545 Neuwied nach Stralsund ausgereicht. Das Stempeldatum ist leider nicht zu erkennen.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
zonen-andy Am: 04.06.2025 16:39:51 Gelesen: 8888# 64 @  
Hallo,

heute ein Brief von Berlin(Ost) N4 an das Reichsbahnausbesserungswerk nach Berlin-Tempelhof mit einem roten Propagandastempel "aber nicht unter kommunistischer Diktatur!".



Grüße
Andreas
 
sentawau Am: 26.08.2025 18:09:05 Gelesen: 7500# 65 @  
Mi. 165 innerhalb der BRD geschwärzt?

Der Brief ist nach Mühlhausen/Oberfranken adressiert, das man bei der Hamburger Post mit Mühlhausen/Thüringen verwechselte und deshalb den Brief in die DDR schickte. Dort wurden die Marken geschwärzt und der Brief richtig weitergeleitet.


 
dietbeck Am: 26.08.2025 19:10:25 Gelesen: 7479# 66 @  
@ sentawau [#65]

Was natürlich auch sein kann ist, dass der Brief korrekt in der BRD gelaufen ist und die Schwärzung nachträglich vorgenommen wurde, um den Brief aufzuwerten. Dafür würde auch sprechen, dass die Notopfermarke ohne Schwärzung blieb, die in der DDR ja auch unerwünscht war und gleich mitgeschwärzt worden wäre.

Aber natürlich ist auch Deine Version denkbar. Wird sich nicht mehr klären lassen.
 
sentawau Am: 26.08.2025 22:50:02 Gelesen: 7450# 67 @  
@ dietbeck [#66]

Wenn man die Art der Schwärzung mit anderen Schwärzungen dieser Marke (ich besitze mehrere solcher Briefe) vergleicht, halte ich Zweifel für ausgeschlossen.

Gruß Sentawau
 
sentawau Am: 27.08.2025 16:03:46 Gelesen: 7348# 68 @  
@ dietbeck [#66]

😊

Das ist eine unverdächtige Schwärzung. Auf der Rückseite der Karte steht ein langer familiärer Text.

Dein Einwand rumort noch in mir. Die für die Schwärzung meines Briefes benutzte schwarze Farbe ist unverdächtig. Und die nicht geschwärzte Notopfermarke hielt ich sogar für ein Zeichen der Echtheit. Denn ein Fälscher dieses ausgefallenen Briefes müsste schon kein Filutelistenanfänger sein, und der hätte die Notopfermarke bestimmt nicht übersehen.

Aber Du hast schon recht: beweiskräftig ist das alles nicht.

Sentawau
 
sentawau Am: 27.08.2025 16:23:08 Gelesen: 7340# 69 @  
Sonstiges zum Postkrieg

Zum Thema Kalter Postkrieg gehört auch Unauffälliges. Zum Beispiel der Vermerk: Unbekannt verzogen, im Klartext: Abgehauen. Oder völlig unbedeutende Korrespondenz von Behörden in Berlin und Westdeutschland oder umgekehrt, die mit Luftpost befördert wurde bzw. in den regelmäßigen Militärsonder-DZügen der Westalliierten. Oder das Verbot von Nachsendungen wie auf diesem unauffälligen Brief eines Postscheckamtes:


 
bovi11 Am: 27.08.2025 20:48:55 Gelesen: 7307# 70 @  
@ sentawau [#68]

Was ist eine "unverdächtige" Schwärzung?

Ich habe derartige Sachen grundsätzlich nicht in meiner sehr umfangreichen Notopfer- und Wohnungsbausammlung, denn ich halte diese kaum für als echte Schwärzung prüfbar. Genauso werden immer wieder Briefe oder Karten angeboten, bei denen die Notopfermarke abgerissen wurde. Als echt prüfbar ist das nur dann, wenn der Poststempel die Abrißstelle überdeckt. Ansonsten ist das Teil nicht als echt prüfbar.

Im Übrigen teile ich die Darstellung von dietbeck im Beitrag [#66]. Die Notopfermarke wäre in dem Fall ganz sicher auch beanstandet worden und die Sendung wäre ebenso sicher nicht zugestellt worden.
 
dietbeck Am: 28.08.2025 20:12:52 Gelesen: 7251# 71 @  
@ sentawau [#68]

Da ich speziell Postkrieg sammle, habe ich natürlich auch einiges mit der KGF-Marke. Eine Schwärzung muss man immer auch im Kontext sehen, passen die anderen Dinge wie Marke, Stempeldatum und anderes zusammen. Sicher ist der Beleg hier "echt" geschwärzt. Alles ist stimmig.

Aber generell kann sich natürlich auch jemand einen Paketrollstempel "besorgen" und den dann im Nachhinein benutzen, um das Vorgehen von damals nachzustellen.
 
dietbeck Am: 28.08.2025 20:25:21 Gelesen: 7249# 72 @  
@ bovi11 [#70]

Sicher ist eine Schwärzung eher nicht prüfbar. Das heisst aber nicht, dass man das nicht sammeln sollte. Schwärzungen hat es eben ganz offiziell gegeben, übrigens auch der Notopfermarke. Allerdings erst in späteren Jahren, ich würde daher eben keine Schwärzung einer Notopfermarke in die Sammlung nehmen, wo das Stempeldatum vor 1953 ist. Ich muss schauen, aber ich meine es gibt eine bekannte Verfügung aus der hervorgeht ab wann die Schwärzungen der Notopfermarke durchgeführt wurde.

Deswegen ist es eben wichtig eine Schwärzung immer im Kontext und mit Wissen zu betrachten. Natürlich heisst das nicht, dass eine Schwärzung der Notopfermarke 1955 notwendigerweise "echt" ist, denn unbeanstandete Belege hat es in allen Postkriegen gegeben, die im Nachhinein zu Postkrieg "gemacht" werden können.

Auch abgerissene Notopfermarken waren Praxis, aber natürlich kann auch im Nachhinein abgerissen worden sein. Aber grundsätzlich wurden die Notopfermarken in der SBZ erst ab 26.1.49 beanstandet, wenn also ein Beleg davor mit beanstandeter Notopfermarke vorliegt (wie auch immer die Beanstandung aussieht), ist es sicher eine Fälschung (und ja auch die gebt es).

Und sicher ist eine abgerissene Notopfer nur dann eindeutig echt, wenn der Stempel über dem Abriß liegt. ABER, dann ist der Abriß ja direkt im Ausgangspostamt in der BRD passiert. In der weiten Mehrheit, wo in der DDR abgerissen wurde, geht das Szenario ja so nicht. Deswegen hat es das aber eben in großem Umfang doch gegeben (auch wenn in die SBZ und nach Westberlin die Notopfermarke nicht notwendig war). Viele wussten das aber nicht, ebenso wird es einiges geben, wo bewusst aufgeklebt wurde aus Solidarität oder anderen Gründen.

Die Wohnungsbaumarken sind dahingehend noch schwieriger.
 
bovi11 Am: 28.08.2025 21:09:25 Gelesen: 7239# 73 @  
@ dietbeck [#72]

Klar hat es Schwärzungen gegeben, aber alles, was man auch heute noch herstellen kann, ist mit größter Vorsicht zu genießen.

Ich habe mehr als einen ganzen Binder mit Zurück-Stempeln und Zurück-Aufklebern der westdeutschen Post und parallel der Post in der sowjetischen Zone und zwar nur aus der Notopferzeit. Und auch dabei gibt es Fälschungen.

Der konkrete Beleg [#65] wäre jedenfalls in der Form wohl kaum zugestellt worden.
 
wheilmann Am: 29.08.2025 12:04:42 Gelesen: 7187# 74 @  
@ sentawau [#68]

Hallo sentawau,

kannst Du den Stempel unter der Schwärzung lesen, wenn "Mannheim-Neckarau", wie steht es dort, oben Mannheim- und unten Neckarau?

Wo befindet sich der UB, welches Datum kannst Du lesen?

Gruß Wolfgang
 
hannibal Am: 03.11.2025 21:23:46 Gelesen: 6180# 75 @  
Hallo,

heute eine durch die Stempel interessante Einzelfrankatur der SBZ 218 auf Orts-Faltbrief des Finanzsamtes Prenzlauer Berg nach Berlin West - Steuerbescheid.



Stempel BERLIN N 4 at 2.6.51.- sag JA ZUM FRIEDEN - x
und Westberliner Gegenstempel in rot ... aber nicht unter kommunistischer Diktatur (von dem Gegenstempel gibt es wohl verschiedene Typen).

Viele Grüße
Peter

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Alliierte Besetzung SBZ Dauerserie Köpfe I und Köpfe II Belege"]
 

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