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Thema: Bund Sicherheitsaufdrucke
Das Thema hat 83 Beiträge:
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Markus Pichl Am: 02.07.2018 10:52:15 Gelesen: 47051# 59 @  
Hallo,

mit "zweiten Durchgang" meine ich nicht, dass hierzu unbedingt das bedruckte Papier ein zweites Mal durch die oder eine zweite Druckmaschine geführt wird oder werden muß. Aber der Sicherheitsaufdruck wird nach meinem Verständnis zumindest als letztes auf das Papier aufgetragen.

MfG
Markus
 
Journalist Am: 02.07.2018 12:27:43 Gelesen: 47041# 60 @  
Hallo an alle,

vermutlich gibt es hier keine generelle Regel für alle Marken. Vermutlich hängt es beispielsweise auch davon ab, welche Marke wo gedruckt wurde. Daher sollte man einmal überprüfen, ob es bei der betreffenden Druckerei, einheitliche Regeln gibt oder nicht ? und außerdem kann / könnte sich dies auch eventuell im Laufe der letzten Jahre bei dieser oder allen beteiligten Druckereien geändert haben.

Erst mit diesen Zusatzangaben, gedruckt in welcher Druckerei, in welchen Jahr lassen sich aus meiner Sicht mittelfristig nach Auswertung sinnvolle Aussagen treffen.

Dieser Diskussionsansatz sollte daher mal aus meiner Sicht überprüft werden.

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 02.07.2018 18:40:34 Gelesen: 47012# 61 @  
@ Bund-Briefe [#57]

Hallo Klaus,

Und mit welchen "Augen" sieht das die Prüf-Vorrichtung - auf was spricht die denn an? Fluor / Phosphor / Magnetismus / ... / ? Die Maschinen müssen das ja innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde erkennen - und werfen die Briefe mit gefälschten Marken aus. "Seltene Erden" ist ein Metall - das zu Pulver gemahlen / zerkleinert ist oder sein muss?

In den Sortieranlagen gibt es eine Art Laserscanner, hier wird die Marke mit einem gepulsten Laser angeblitzt. Es wird die Reaktionszeit des An- und Abklingens der Fluoreszenz gemessen. Also Leuchtbeginn und -ende. Das ist so ähnlich, wie die Phosphoreszenz bei den frühen "Wilding"-Marken. Die grüne Farbe der Fluoreszenz spielt da wohl keine Rolle. Bei den Seltenen Erden spricht man nicht von Pulver, sondern von Atomen/Ionen, die in ein kristallines Trägermaterial dotiert wurden. Das ist so ähnlich wie bei Siliziumscheiben für Mikroprozessoren.

@ Markus Pichl [#58]

Es heißt "Sicherheitsaufdruck", weil in einem zweiten Druckgang etwas aufgedruckt wurde.

Markus, der Aufbau einer Druckmaschine ist Dir soweit bekannt?

Ich teile auch nicht jede Definition, die im "BPP-Begriffslexikon" steht. "Sicherheits aufdruck" passt aber hier definitiv nicht, da ein Aufdruck die Veränderung eines vorhandenen Postwertzeichens bedeutet. Mit dem Sicherheitsmerkmal und dessen Träger wird jedoch nichts verändert, es gehört schlicht von Anfang an zum Layout dazu.

@ Journalist [#60]

Vermutlich hängt es beispielsweise auch davon ab, welche Marke wo gedruckt wurde.

Jürgen, das wird nicht weiterhelfen. Die Druckereien haben darauf wahrscheinlich keinen Einfluss. Entscheidend ist eher das Motiv der Marke. Bei einer Marke mit sehr dunklen Farben in engem Raster und großen Rasterpunkten wird ein Druck unter der Farbe nicht zu sehen sein. Bei Marken mit helleren Farben, weitem Raster und kleinen Punkten dagegen schon. Demzufolge wird man ab und an schon mal zu einer vollflächigen oder teilweisen Lackierung an der Oberfläche greifen.

Viele Grüße
Ben.
 
ReinierCornelis Am: 02.07.2018 18:57:56 Gelesen: 47008# 62 @  
Markus,

Hallo Ben,

in dem BPP-Begriffslexikon mag stehen was will. Es heißt "Sicherheitsaufdruck", weil in einem zweiten Druckgang etwas aufgedruckt wurde. Drucktechnisch ist adas auch gar nicht anders möglich, insofern ist es ein Aufdruck.

MfG
Markus



D.h. dass es nicht so heisst wie die Prüfer uns glauben wollen!!!

Ben hat völlig recht und ist bestimmt viel besser informiert und gebildet als irgendeiner diplomierter Kaufmann.

Gruss, Rein
 
Bund-Briefe Am: 04.07.2018 12:26:23 Gelesen: 46870# 63 @  
@ Ben 11 [#61]

Lage des Sicherheitsmerkmals bei der Wohlfahrtsmarke zu 70 Cent selbstklebend von 2018

Hallo Ben,

ich wasche von allen Selbstklebe-Marken vor dem Aufkleben auf den Brief die Selbstklebeschicht ab und klebe die Marke mit altersstabilem Naturkleber auf den Brief. Beim Abwaschen der Marken stelle ich immer wieder fest, dass die Selbstklebeschicht von einigen Marken an bestimmten Stellen nur nach sehr langer Einweichzeit zu entfernen ist.

Bei der 70 Cent Selbstklebe-Wohlfahrtsmarke von 2018 haftet die Selbstklebeschicht im Bereich des gelben "Ballons" in der Mitte besonders lange und fest. Ich vermute oder mutmaße, dass das Sicherheitsmerkmal unter (?) oder in (?) der gelben Farbe in der Mitte der Marke aufgebracht ist.

Kannst Du das bei Gelegenheit einmal anhand der Prüflampe bestätigen ?



Danke und frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
Ben 11 Am: 04.07.2018 22:21:19 Gelesen: 46825# 64 @  
@ Bund-Briefe [#63]

Guten Abend Klaus,

die selbstklebende Ausgabe musste ich mir heute erst mal von der Post holen, die ist relativ neu und findet sich noch nicht in der Tagespost. Die IR-Fluoreszenz findet sich in allen farbigen Flächen, also auch in den blauen Wassertropfen. Nicht aber in der Schrift. Ich schließe daraus, dass die Sicherheitspigmente unter dem Markenmotiv liegen. Bei genauem Hinsehen kann man den Trägerstoff unter UV-Licht 254 nm im Bereich der Fußspitzen auch erkennen. Die schwarze Farbe überdeckt Fluoreszenz. Die goldene Kugel hat auf der Oberfläche eine Lackierung, gut zu sehen bei schrägem Licht. Die Finger und Unterarme sind von der Lackierung ausgenommen. Ich gehe davon aus, dass diese Lackierung das Durchweichen des Papiers beim Ablösen verzögert.

Viele Grüße
Ben
 
Bund-Briefe Am: 05.07.2018 20:32:00 Gelesen: 46767# 65 @  
@ Ben 11 [#64]

Es war nur eine Vermutung meinerseits. Aber die unüblich lang dauernde Zeit zum Ablösen der Klebeschicht wird dann von der wasserundurchlässigen "goldenen" Lackschicht verursacht !

Danke und frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
ReinierCornelis Am: 05.07.2018 22:26:27 Gelesen: 46746# 66 @  
Unter der Selbstklebeschicht gibt es noch eine normale Gummierung damit beim Abweichen keine Problemen mehr da sind.

Mindestens das war so bei deutschen und auch bei niederländischen Selbstklebemarken. Belgien hat diese extra Schicht fallen lassen vor 8 Jahren (Sparsamkeit!) und die Engländer schon früher um Wiederbenutzung zu verhindern.

Wer auf normale Weise versucht belgische oder englische Selbstklebemarken abzuweichen bekommmt nur noch Papier-Machee. ;)
 
Markus Pichl Am: 05.07.2018 22:35:16 Gelesen: 46741# 67 @  
@ Ben 11 [#61]

Hallo Ben,

dann wirst Du uns doch bestimmt erklären können, wann der Sicherheits aufdruck auf das Papier angebracht wird.

Aufdruck bleibt Aufdruck, egal ob er von Anfang an für das Wertzeichen geplant ist oder nicht. Sowohl in der Inflationszeit, als auch in der Nachkriegszeit wurden Neuauflagen von Postwertzeichen gedruckt um sie dann mit einem Aufdruck zu überdrucken. Soll heißen, auch bei diesen Neuauflagen gehört der Aufdruck zum Layout der Marke!

Hast Du eventuell einen besseren Vorschlag, mit welchem Wort man "Sicherheitsaufdruck" ersetzen könnte?

Beste Grüße
Markus
 
Austrophil Am: 05.07.2018 22:52:28 Gelesen: 46734# 68 @  
Hallo Ben,

herzlichen Dank für die fachkundigen Erläuterungen, die ich urlaubsbedingt erst jetzt gesehen habe.

Die Diskussion über die genauen Merkmale bei Herstellung des SAD und die Unterscheidung haben mich zunächst etwas verwirrt; vielleicht kommt demnächst eine schlüssige Abhandlung darüber in der Philatelie?

Die Skepsis bezüglich der Bewertung teile ich, da die SAD VII doch recht häufig vorkommt.

Beste Grüße aus Kärnten
Peter
 
Bund-Briefe Am: 05.07.2018 23:12:16 Gelesen: 46727# 69 @  
@ ReinierCornelis [#66]

Ich wasche generell von allen (!) Selbstklebe-Marken den Selbstklebekleber im Wasserbad ab und klebe die Marken mit altersstabilem Naturkleber auf die Briefe. Die Zeit, bis man die Selbstklebeschicht herunterbekommen kann ist bei den vielen verschiedenen Marken sehr unterschiedlich. Manchmal geht es schnell, bei anderen dauert es wie bei der 70er-Wohlfahrtsmarke von 2018 vielleicht 1/4 Stunde oder noch länger. Bei dieser Marke ist ist die "goldene Lackschicht" des Ballons in der Mitte der Marke dran schuld. Bei anderen vermute ich, dass es am "Sicherheitslack" liegt, da es immer nur bestimmte Bereiche einer Marke sind, die eine längere Einweichzeit erfordern.

Frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
Markus Pichl Am: 06.07.2018 00:15:12 Gelesen: 46712# 70 @  
@ Austrophil [#68]

Hallo Peter,

Ben schreibt: bin ich aber der Meinung, dass es die 2345 II bzw. 2347 II mit SAD VII nicht gibt

Nur ich schreibe, erkläre und zeige auf, dass es den SAD VII gibt.

Daher verstehe ich Deinen Beitrag nicht.

Beste Grüße
Markus
 
opti53 Am: 07.05.2019 11:05:36 Gelesen: 42162# 71 @  
@ Ben 11 [#48]

Hallo,

ich möchte noch mal auf die Salzachmarke zurückkommen. Bei der selbstklebenden Variante kann man unter normalem UV-Licht deutlich die beiden Varianten mit dunklem und hellem Rahmen erkennen.



Dabei wäre es mir egal, ob das SAD VI oder VII heisst. Entscheidend ist, dass man die beiden Varianten deutlich unterscheiden kann. Von beiden Varianten gibt es hellere und dunklere Ausprägungen.

Nun habe ich mal 175 Exemplare der Marke (gestempelt, abgelöst) durchgesehen, und dabei 39 mit dunklem Rahmen gefunden, der Rest mit hellem Rahmen. Meine Erkenntnis daraus: der dunkle Rahmen ist (zumindest bei mir) seltener als der helle Rahmen, aber immerhin noch mit 22% vertreten. Demnach ist keine der beiden Varianten wirklich selten. Der Preisansatz im Michel ist also Unsinn. Im Übrigen finde ich es eigenartig, dass beim MH52 zwischen Ia und Ib unterschieden wird, bei der Einzelmarke aber nicht.

Viele Grüße

Thomas
 
Richard Am: 12.05.2019 09:45:01 Gelesen: 41971# 72 @  
@ opti53 [#71]

Hallo Thomas,

danke für Deinen Beitrag zur Häufigkeit.

Die aktuellen Preis

im Michel Spezial 2019:

2347 I ** 1.90 / o 1.30
2347 II ** --.-- / o 100.--

und im Handel unter Sammlern [1]:

2347 I UND 2347 II o 1.--
 

[1] https://www.ppa-auktion.de/cgi-bin/auktion.pl?do=bu&bu=307&lo=222415

Es wird wieder einmal zu nur 1 % Michel gehandelt.

Schöne Grüsse, Richard
 

opti53 Am: 12.05.2019 14:33:31 Gelesen: 41947# 73 @  
Hallo Richard,

bei dem in der Auktion hinterlegten Foto kann man allerdings nicht zweifelsfrei erkennen, ob die 2347 II auch eine solche ist.

Ich habe meine 136 Exemplare mit hellem Rand (unter normalem UV-Licht) nun noch mal mit einer Phosphor-Lampe bestrahlt (genaue Wellenlängen weiss ich bei beiden Lampen leider nicht). Interessanterweise sieht man nun bei den meisten dieser Marken einen etwas dunkler erscheinenden Rahmen.



Bei zwei Marken kann ich den Rahmen nicht ausmachen, allerdings erscheint auch der Mittelteil nicht dunkler.

Das könnte für die weiter oben schon genannte These sprechen, dass der SAD selber fluoresziert.

In Folge dieser Erkenntnisse schlage ich folgende Katalogisierung vor:

2347 Ia SAD VI, Rahmen nicht fluoreszierend
2347 Ib SAD VI, Rahmen fluoreszierend
2347 II SAD VII (wie sieht das aus?)

Hinweise bezüglich der Feststellbarkeit wären auch sinnvoll. Wäre es eventuell für die PhilaSeiten eine Idee, die Methodik der Briefmarkenbestimmung in einer Rubrik (Gewußt wie ...) zu sammeln?
 
Ben 11 Am: 12.05.2019 17:11:23 Gelesen: 41928# 74 @  
@ opti53 [#73]

Hallo Opti53,

lies bitte mal meine Beiträge [#41], [#44] und [#48] zu diesem Thema. Ich denke, die möglichen Unterscheidungen habe ich ausführlich beschrieben. Einen SAD VII gibt es hier nicht.

Viele Grüße
Ben
 
opti53 Am: 12.05.2019 19:09:37 Gelesen: 41901# 75 @  
@ Ben 11 [#74]

Hallo Ben,

ich bin ja voll bei Dir. Nur wie bringt man Michel jetzt dazu, eine vernünftige Katalogisierung zu machen?

Wenn es die SAD VII gäbe, müsste die ja irgendjemand schon mal gesehen haben. Trotzdem sind die beiden anderen Typen deutlich unterscheidbar und sollten so aufgeführt werden. Die Melierfasern sind auch kaum zu erkennen, stehen aber im Katalog.

Viele Grüße

Thomas
 
rulfreak Am: 07.02.2021 10:37:34 Gelesen: 33305# 76 @  
@ Markus Pichl [#46]

Hallo Markus,

betreffend der Mi.-Nr. 2347 Salzachbrücke habe ich meine Marken einmal in verschiedene Rubriken eingeteilt.

Spalte 1 = Markenmitte hell, dunkler Rahmen, Zähnung gelb fluoreszierend
Spalte 1 letzten 3 Marken = Markenmitte hell, dunkler Rahmen, Marke insgesamt etwas bläulich
Spalte 2 = mittiges graues Rechteck, insgesamt gelb fluoreszierend
Spalte 3 und 4 = mittiges dunkles graues teilweises blaues Rechteck, schwach fluoreszierend

Nach der Beschreibung im Michel wären die Spalte 1 Sicherheitsaufdruck VI und die anderen Spalten Sicherheitsaufdruck VII.

Es wäre schön, wenn Sie mir meine Annahmen bestätigen könnten.

Im Voraus besten Dank.

Gerhard


 
Fridolino Am: 07.12.2024 09:15:42 Gelesen: 8031# 77 @  
Noch mal zu Mi.-Nr. 2347 Salzachbrücke

Ich habe bei der Durchsicht von MH erst mal geglaubt, ein MH 52 II (in meinem Michelkatalog von 2018 immerhin 10.000 € wert) entdeckt zu haben, denn es hat laut Michel den SD VII (Markenrand hell und deutlich gelb floureszierend, Markenmitte dunkel)

Um sicherzugehen, habe ich mir hier noch mal die ganze Diskussion durchgelesen. Ben meint, es gibt keinen SD VII bei der Marke, denn es ist nicht die Mitte, sondern der Rand bedruckt. Markus meint, es gibt SD VII mit aufgedrucktem Rechteck.



Nun seht selbst: Hier leuchtet der Rand unter UV gelblich, in der Mitte ist ein dunkleres Rechteck zu sehen.

Wenn dieses Rechteck aber aufgedruckt wäre, müsste auch das Papier um die Briefmarken gelblich leuchten. Das tut es aber nicht, also stammt das gelbliche Leuchten von einem aufgedrucktem Rahmen auf den Marken.

Da war es dann wohl doch nichts mit den 10.000 € ...

Gruß Fridolino
 
martha Am: 04.10.2025 22:10:11 Gelesen: 2445# 78 @  
Ein Hallo in die Runde,

bin neu hier - und hoffe als erstes, dass ich im richtigen Thema bin. Aufdruck passt wenigstens m.M.n. - Sicherheitsaufdruck .... ???? Und gelandet hier, da ich eine Antwort suche.

Also: beim Durchsehen von älterer Kiloware (Stempeldaten ca. 2015) bin ich auf eine "Alte Buchenwälder" Marke gestoßen die im rechten unteren Viertel irgendwie etwas wie einen Aufdruck hat. Zufallsfund ohne Lampe oder Lupe. War/ist bei leicht eingeschränktem Licht und in Schräglage mit bloßem Auge zu sehen.

Wobei insges. sehr viele "Alte Buchenwälder" in der Kiloware waren - aber bei keiner weiteren habe ich das Ganze nochmal gefunden. Daher ? Hoffe die Fotos machen es sichtbar - wobei ich als erstes hoffe, dass ich das jetzt schaffe die Fotos mitzuliefern.



Die ersten beiden Fotos habe ich in Schräglage und Zimmerlicht gemacht - beim dritten mit Fluoreszenzlampe flachliegend angeleuchtet und da eben bleibts im Aufdruck/Belagbereich dunkel. ( das R liegt ganz außerhalb / durch A und D geht die Randlinie der ?Fläche ). Hat jemand dazu eine Erklärung ?

Gruß in die Runde
Martha
 
Lohengrin Am: 30.01.2026 16:34:50 Gelesen: 920# 79 @  
@ Ben 11 [#51]

POSTLOGISTIK

Salzachbrücke Bund Mi 2347, SAD VII, Phantom oder Realität?

Im Juni 2003 hat die Deutsche Post die Marke 100 Jahre Salzachbrücke Mi 2347 ausgegeben mit verschiedenen Varianten eines Sicherheitsaufdrucks (SAD VI, SAD VII). Der SAD VII wird im Michel Katalog hoch bewertet und von Sammlern gesucht.

Das wichtige Kriterium gemäß Michel Katalog ist ein rechteckiger dunkler Aufdruck in der Markenmitte mit gelb-grüner Fluoreszenz im UV über der Zähnung. In der Tat aber haben die meisten Marken (für mich die "Standardmarke") einen schwachen dunklen in der Intensität stark schwankenden Aufdruck mit hellem Rand. Dies jedoch ist aber nicht die hoch bewertete, selten vorkommende Marke (Bild 1)

Ben 11 vertritt hier im Forum im Ergebnis eigener Vergleichsuntersuchungen die Ansicht, dass der SAD VII gar nicht existiert. Er hat die Fluoreszenz der Marken im lang- mund kurzwelligen UV sowie im Nahen Infrarot, NIR, verglichen, aber keine relevanten Zusammenhänge zu SAD VII gefunden. Die langwellige IR Fluoreszenz ist in der Tat ein relativ neues Sicherheitskriterium der Fluoreszenz von hinzugefügten Selten Erdverbindungen, die aber selbständig und unabhängig von der UV-Fluoreszenz wirken.

Kürzlich habe ich mit Dipl. Ing. Hans Zerbel zu diesem Thema gesprochen (er war bis 2011 Mitarbeiter der Bundesdruckerei Berlin BDB, Miterfinder zahlreicher Patente für die BDB: darunter auch US-Patent 20020131618 vom 19.9.2002 mit dem Titel "Secured document identified with anti-stokes fluorescent composition".Die Selten Erdverbindungen des Patents sind Gadolinium Ga, Yttrium Y, Lanthsn La, Lutetium Lu) der mir erklärte, dass die IR Fluoreszenz unspezifisch mit Selten Erdverbindungen erzeugt wird, weiter, dass SAD VII tatsächlich existiert.



Diese "highly sophisticated"Ausrüstungen von Druckerzeugnissen wie Wertmarken darunter Geldscheinen dient vor allem der Postautomation (ca. 23 Mrd. Briefaufkommen 2001), die mit einer rasanten Postverarbeitung und Kontrolle von 40.000 Postbriefen (max. 60.000 Sendungen/h) arbeitet. Ein weiterer Aspekt der Postlogistik ist die ökonomische Seite im Postbetrieb. Kosten und Gewinne sind nicht mehr in der Balance. Die Dänische Post hat deswegen gerade ihren Betrieb eingestellt. In Deutschland hat sich das Briefaufkommen in ca. 20 Jahren nahezu halbiert, auf 12,2 Mrd. in 2024). Das Paketaufkommen dagegen steigt ständig weiter.

In Deutschland sind im Wesentlichen drei Systeme der Postlogistik im Einsatz,

UV I und UV II Fluoreszenz (1978) 365 nm Cartax DP I und DP II
IR, NIR Fluoreszenz (2003) 980 nm Seltene Erden
Datamatrix Code DMC, OCR (optische Zeichenerkennung und Lesen von Adressen und Barcodes (2021)

wobei Fluoreszenzmittel in die Papiermasse eingebracht werden, als Schicht auf das Papier aufgetragen oder als Maske/Lack aufgedruckt werden.

Den Salzachaufdruck SAD VII betreffend (vergl. Bild 2), stimme ich der Auffassung von Marcus im Forum zu. Zudem habe ich die KI von Microsoft befragt, die mir sagte, dass diese Besonderheit des Aufdrucks sehr selten ist und aus einer Testphase der BDB stammt, wobei nur wenige Bögen in den Verkauf kamen. Ein Test meiner Marke mit dem intensiven Aufdruck des Rechtecks von Bild 2 wurde als positiv bewertet (zur KI bin ich selbst sehr kritisch eingestellt, da ich mehrfach Falschaussagen und Unkenntnis erfahren habe).

Obwohl ich nur ca. 15 Marken Mi 2347 habe, war diese Marke zufälligerweise dabei, wie ebenso 2 Marken mit nur partiellem misslungenem Teilaufdruck siehe linke obere Ecke. Ein ähnliches Exemplar hatte auch Markus bereits gezeigt. Ob dieser Aufdruck wirklich SAD VII ist, bleibt solange Spekulation bis eine Prüfung von H.D. Schlegel vorliegt.

Bilder 1-3, aufgenommen im UV bei 365 nm
Udo Groß (Lohengrin)
 
Ben 11 Am: 01.02.2026 09:21:57 Gelesen: 720# 80 @  
@ Lohengrin [#79]

Welche Bedeutung oder Aufgabe hat denn das mittige Rechteck im Kontext der Sicherheitsmerkmale?
 
Ben 11 Am: 04.02.2026 12:55:10 Gelesen: 451# 81 @  
@ Lohengrin [#79]

Hallo Lohengrin,

Miterfinder zahlreicher Patente für die BDB: darunter auch US-Patent 20020131618 vom 19.9.2002 mit dem Titel "Secured document identified with anti-stokes fluorescent composition".Die Selten Erdverbindungen des Patents sind Gadolinium Ga, Yttrium Y, Lanthan La, Lutetium Lu)



Bei dem von Dir genannten "US-Patent" US2002/0131618A1 handelt es sich um eine Offenlegungsschrift ("Patent Application Publication") mit der Bezeichnung "Apparatus and method for detecting the authenticity of secured documents", also "Vorrichtung und Verfahren zur Überprüfung der Echtheit gesicherter Dokumente". Die Offenlegungsschrift beginnt mit einem Abstrakt (Einleitung), dem Stand der Technik, der Beschreibung der Erfindung und den Patentansprüchen.

In der Beschreibung der Erfindung finden wir den Anti-Stokes Leuchtstoff (GdYbTM)2O2S2 (leider kann ich die "2" nicht tiefer stellen), also ein Thulium (Tm) aktiviertes und Ytterbium (Yb) kodotiertes Gadoliniumoxysulfid. Es wird auch darauf hingewiesen, dass statt des Gadoliniums auch Yttrium oder Lanthan als Grundgitter eingesetzt werden können. Lutetium steht nicht drin.

Nun ist die Beschreibung mit ihren "besonders vorteilhaften Ausführungen" nicht wichtig, entscheidend sind die Ansprüche. In der Patentanmeldung beginnen diese mit: "We claim:

In den Ansprüchen steht:
Ein Verfahren zur Bestimmung der Echtheit gesicherter Dokumente, dass ein Authentifizierungselement enthält, dass bei Anregung mit Strahlung einer vorbestimmten Wellenlänge Strahlung aussendet, umfassend die folgenden Schritte:
- Anregung des genannten Authentifizierungselementes mit Strahlung der vorgegebenen Wellenlänge,
- Bestimmung des Intensitätsprofils der von dem Authentifizierungselement emittierten Strahlung über ein vorbestimmtes Zeitintervall, und
- Überprüfung der Echtheit des besagten gesicherten Dokuments auf Grundlage eine Analyse des ermittelten Profils.

Später folgt noch:
Ein Sensor zur Bestimmung der Echtheit eines gesicherten Dokuments, der mindestens ein Authentifizierungselement enthält, dass bei Anregung mit Strahlung einer vorbestimmten Wellenlänge Strahlung aussendet:
- Mittel zur Anregung des Authentifizierungselementes mit Strahlung einer vorbestimmten Wellenlänge,
- eine Detektionseinheit zum Erfassen der vom Authentifizierungselement ausgesendeten Strahlung und
- eine Auswerteeinheit zur Auswertung der vom Authentifizierungselement emittierten Strahlung ...

Damit sind Vorrichtung und Verfahren als Anspruch definiert. Anti-Stokes Leuchtstoffe kommen dort nicht vor. Immerhin wird in einem der letzten Ansprüche ein Intensitätsverhältnis zweier Anti-Stokes Emissionslinien als Kriterium genannt. Und nebenbei wird auch die Abstempelung von Briefmarken nach erfolgreicher Prüfung erwähnt. Aber soweit hinten in den Ansprüchen spielt das eigentlich keine Rolle mehr.

In den USA führte die Offenlegungsschrift wohl nicht zu einer Patenterteilung.

Es gibt mit der Nummer DE 101 13 268 A1 eine inhaltliche gleiche deutsche Offenlegungsschrift, in der der Leuchtstoff ebenfalls nur in der Beschreibung genannt wird.



Aus dieser Anmeldung entsteht schließlich 2021 eine Patentschrift, die seit 2022 rechtskräftig ist.



Liest man das Patent, stellt man fest, dass dieses grundlegend überarbeitet wurde. Der Stand der Technik enthält mehrere US Patente, die vorher nicht erwähnt wurden.

In den Patentansprüchen steht jetzt:
"Verfahren für die Echtheitserkennung von Wert und/oder Sicherheitsdokumenten, wobei mindestens ein Sicherheitselement mit einem Anti-Stokes-Leuchtstoff in oder auf das Wert- und/oder Sicherheitsdokument ein- und/oder aufgebracht ist ..." Im Bild wird hier eine mit Briefmarken versehene Postsendung gezeigt.

Auch der Sensor wird genannt:
"Sensor für die Echtheitserkennung von Wert und/oder Sicherheitsdokumenten, wobei mindestens ein Sicherheitselement mit einem Anti-Stokes-Leuchtstoff in oder auf das Wert- und/oder Sicherheitsdokument ein- und/oder aufgebracht ist, wo bei der Sensor Mittel aufweist, so dass das Sicherheitselement mit Strahlung einer fest voreingestellten Anregungswellenlänge (λ1) anregbar ist, wobei eine Erfassungseinheit vorgesehen ist, die vom Sicherheitselement emittierte Strahlung bei einer zweiten Wellenlänge (λ2) erfasst, und eine Auswerteeinheit vorgesehen ist, die die erfasste Strahlung auswertet ..."

Patente muss man also Lesen und Verstehen können. Üblicherweise werden solche Anmeldungen relativ weit gefasst, um ein möglichst breites Spektrum zu abzudecken, so dass man das Patent nicht umgehen kann.

Für das Thema der Salzachbrücke hilft uns Dein Verweis auf obiges US-Patent leider nicht weiter.

Viele Grüße
Ben.
 
Ben 11 Am: 04.02.2026 15:14:56 Gelesen: 402# 82 @  
@ Lohengrin [#79]

Kürzlich habe ich mit Dipl. Ing. Hans Zerbel zu diesem Thema gesprochen (...) der mir erklärte, dass die IR Fluoreszenz unspezifisch mit Selten Erdverbindungen erzeugt wird (...).

Hilfreich ist hier die Patentschrift DE 101 13 266 B4, in der der Leuchtstoff (GD-Yb,Tm)2O2S2 sehr genau definiert wird .



In den Patentansprüchen wird formuliert.

1. Wert- und/oder Sicherheitsdokument für die Hochgeschwindigkeitsverifikation, mit einem Anti-Stokes-Luminophor, der in Form von kleinen anorganischen Partikeln vorliegt und derart auf Wert- und /oder Sicherheitsdokumenten oberflächennah appliziert ist, dass deren Hochgeschwindigkeitsverifikation mittels NIR-Licht-Anregung und Detektion der Emissionsbanden im sichtbaren und NIR-Wellenlängenbereich erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der Anti-Stokes-Luminophor ein Thulium-aktiviertes und Ytterbium-kodotiertes Gadoliniumoxysulfid der Zusammensetzung (Gd(1-x-y) Yb(x)Tm(y))2O2S2 ist.

2. dadurch gekennzeichnet, ... dass die Partikel ... kleiner 2 µm sind.

3. dadurch gekennzeichnet, dass Offsetdruckverfahren, Rastertiefdruckverfahren, Stahlstichtiefdruckverfahren ... verwendbar sind.

4. dadurch gekennzeichnet, dass nur in einer der Druckfarben der Anti-Stokes-Luminophor ... eingearbeitet ist und dass der Füllgrad ... bevorzugt von 5-10 Gewichts% beträgt ...

5. dadurch gekennzeichnet, dass die Yb- und die Tm- Konzentration ... für hohe Auslesegeschwindigkeit in folgenden Grenzen gewählt werden:
0,05 <=x<= 0,80 und 0,0001 <=y=<= 0,1 und vorteilhaft für Auslesegeschwindigkeiten zwischen 3 und 6 m/s mit:
0,2 <=x<= 0,6 und 0,0001 <=y<= 0,05, so dass ein geeignetes An- und Abklingverhalten der Anti-Stokes-Lumineszenz vorliegt.

In diesen Konzentrationen antwortet der Leuchtstoff im sichtbaren Bereich mit einem grünen Licht.

Das ist schon sehr konkret.

Zur Überprüfung des Sicherheitsmerkmals suchen wir also einen Bereich auf der "Salzach-Marke", der bei IR-Beleuchtung mit einer grünen Fluoreszenz antwortet. UV-Licht reicht hierfür nicht aus!

Bisher habe ich die grüne Fluoreszenzreaktion nur in den Rahmen gefunden, nie in der Mitte (auch nicht bei Marken mit dunklem Rechteck in der Mitte).

Kürzlich habe ich mit Dipl. Ing. Hans Zerbel zu diesem Thema gesprochen (...), weiter, dass SAD VII tatsächlich existiert.

Sollte es den SAD VII wirklich geben, müsste die Mitte im dunklen Rechteck bei IR-Licht grün leuchten.

Ich empfehle Dir also die Anwendung eines IR-Laser-Pointers. Alles andere ist nicht zielführend.

Falls Du keinen hast, helfe ich gern.

Viele Grüße
Ben.
 
Journalist Am: 12.02.2026 08:42:29 Gelesen: 132# 83 @  
@ Lohengrin [#79]
@ Ben 11 [#82]

Hallo an alle,

mit den normalen UV- und Phosphor-Lampen im Briefmarkenbereich sind diese neue "Seltenen Erden"-Aufdruck nur ansatzweise erkennbar. Daher besteht hier die Gefahr einer Falschinterpretation. Mit einem Infrarotlaserpointer kann man diese Sicherheitsmerkmale zumindest punktuell gut sichtbar machen.

Es gibt aber ein Prüfgerät, das dies von der ganzen Marke eindeutig sichtbar macht, ein Dokumentenprüfsystem von der Firma "foster + formann" - Modell VSC 9000. Allerdings ist dieses Prüfgerät nicht ganz billig, es kostet circa 85.000 Euro. In Deutschland gibt es aber beim Auktionshaus Heinrich Köhler so ein Prüfgerät. Damit würde sich alles eindeutig sichtbar machen lassen.

Als Beispiel, das dies machbar ist und wie so etwas aussieht, zeige ich dies hier am Beispiel einer echten 70 Cent Blumenmarke "Schokoladenkossmee" und deren Fälschung, bei der erstmals auch die "Seltenen Erden" mitgefälscht wurden:



Links sieht man die echte Marke, bei der der Sicherheitsaufdruck nur im Bildbereich der Marken aufgedruckt wurde, daher ist nur dieser Teil grünlich leuchtend sichtbar.

Bei der Fälschung dagegen wurden die "Seltenen Erden" ganzflächig in einer transparenten Lackschicht aufgetragen. Daher leuchtet diese Marke im Prüfgerät bei Infrarotbeleuchtung ganzflächig grünlich.

Es ist also technisch mit einen gewissen Aufwand eindeutig möglich, hier einen Nachweis zu erbringen, ob der SAD VII tatsächlich existiert oder nur eine Fehlinterpretation ist.

Viele Grüße Jürgen
 

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