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Thema: Bund Sicherheitsaufdrucke
Das Thema hat 70 Beiträge:
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Markus Pichl Am: 22.05.2018 09:24:42 Gelesen: 2184# 46 @  
Hallo,

die Untersuchung von Ben mit IR-Licht zeigt lediglich auf, dass die beiden Marken auf selbigem fluoreszierendem Papier gedruckt sind. Sie gibt aber keinerlei Rückschlüsse auf die beiden verschiedenen Sicherheitsaufdrucke.

Die nachstehenden Bilder zeigen Marken MiNr. 2347

In der linken Bildhälfte sehen wir solche, mit Sicherheitsaufdruck VII und in der rechten solche mit Sicherheitsaufdruck VI.



Der Scan zeigt vier Marken aus der linken Hälfte des vorstehenden Bildes, also SAD VII. Welche Besonderheit birgt die linke obere Marke?



Ganz einfach, bei dieser Marke ist der SAD VII besonders kräftig aufgedruckt. Das aufgedruckte Rechteck markiert sich im Scan als eine helle Fläche.

Wie ich das beweisen will, ist ganz einfach. Der Sicherheitsaufdruck wird mit eine speziellen Druckfarbe aufgedruckt und bei der linken oberen Marke im Scan zeigt sich unter UV eine Ansammlung von dieser Druckfarbe im besagten aufgedruckten Rechteck, welche im Scan selbstverständlich nicht zu sehen ist.



Beste Grüße
Markus
 
Ben 11 Am: 22.05.2018 22:12:45 Gelesen: 2105# 47 @  
Guten Abend Markus,

ich biete Dir an, Deine Marken mal auf die Sicherheitsmerkmale zu untersuchen. Wenn Du sie mir leihweise dafür zur Verfügung stellen möchtest, schicke mir einfach eine E-Mail.

Das Angebot möchte ich auch allen anderen Sammlern vorschlagen. Hat vielleicht der Eine oder Andere von Euch Marken der Salzachbrücke (selbstklebend oder nassklebend) mit SAD VII, die eventuell auch geprüft wurden? Ist es möglich, dass ich mir diese Marken mal ansehe?

Wer prüft aktuell die Marken nach den SAD Typen?

Viele Grüße
Ben.
 
Ben 11 Am: 26.05.2018 22:48:13 Gelesen: 1986# 48 @  
@ Markus Pichl [#46]

Guten Abend Zusammen,

leider gibt es bislang keine Antwort von Markus auf meinen Vorschlag. Ich möchte deshalb mal noch ein paar Einzelheiten ergänzen.

die Untersuchung von Ben mit IR-Licht zeigt lediglich auf, dass die beiden Marken auf selbigem fluoreszierendem Papier gedruckt sind. Sie gibt aber keinerlei Rückschlüsse auf die beiden verschiedenen Sicherheitsaufdrucke.

Es ist allgemein bekannt, dass dem Papierstrich eine organische Verbindung beigemischt wird, die unter 365 nm UV-Licht gelb fluoresziert. In verschiedener Literatur wird diese Fluoreszenz auch als "gelblichgrün" beschrieben. Ich konnte nun nachweisen, dass das verwendete Sicherheitsmerkmal aus Pigmenten von Seltenen Erden besteht, die unter 980 nm IR-Licht grün fluoreszieren. Leider vermischt Markus beide Fluoreszenzen aufgrund der Farbe und verortet sie in den Papierstrich, was aber zumindest für das Jahr 2003 nicht richtig ist.
Es gibt keine verschiedenen Sicherheitsaufdrucke bei dieser Marke, deshalb auch keine Rückschlüsse.

"[...] bei dieser Marke ist der SAD VII besonders kräftig aufgedruckt. Das aufgedruckte Rechteck markiert sich im Scan als eine helle Fläche."

Schauen wir uns mal den "SAD VII" unter dem Mikroskop an, erkennen wir eindeutig einen Rahmen und kein mittiges Rechteck. Der Rahmen erscheint unter 254 nm UV-Licht in cremig-matten Ton und reicht bis in die Stanzung der Zähne. Zusätzlich sind bei entsprechender Vergrößerung blaue Fasern im Papier erkennbar. Diese Fasern findet man in Papieren mit SAD VI nicht. Hier deutet sich möglicherweise die Verwendung eines anderen Papiers an, welches im Papierstrich eine höhere Konzentration des UV-Fluoreszenzstoffes besitzt.



Die IR-Pigmente im Rahmen sind gut erkennbar. In der Mitte der Marke, wo sich das Rechteck befinden soll, finden sich solche Pigmente nicht.



Wie ich das beweisen will, ist ganz einfach. Der Sicherheitsaufdruck wird mit eine speziellen Druckfarbe aufgedruckt

Das ist richtig, trifft aber auf das Rechteck in der Mitte nicht zu, sondern auf den schon beschriebenen Rahmen. Was wir unter UV-Licht sehen, ist jedoch nicht das Sicherheitsmerkmal, sondern nur der Träger: eine farblose (farbpigmentfreie) Druckfarbe oder ein Drucklack. In der Farbenlehre nennt man diese Erscheinung "bedingt gleiche Farbe". Die Farbe sieht bei geänderter Beleuchtung anders aus. Ganz besonders gut sieht man das im Rahmen des SAD VI in dunkler Form.



Für die Sicherheitsaufdrucke auf den Marken "100 Jahre Salzachbrücke" schlage ich deshalb folgende Unterteilung vor:

a) SAD VI mit dunklem Rahmen unter UV 254 nm,
b) SAD VI mit hellerem Rahmen unter UV 254 nm,
c) SAD VI mit gelbem Rahmen unter UV 365 nm.

Viele Grüße
Ben.
 
Markus Pichl Am: 27.05.2018 01:01:30 Gelesen: 1966# 49 @  
@ Ben 11 [#48]

Hallo Ben,

in den letzten Tagen war ich in den von mir frequentierten Foren sehr zurückhaltend und dies hat gesundheitliche Gründe.

Meine Bilder sind eindeutig und zeigen ein mittig aufgedrucktes Rechteck, bei den von mir als SAD VII bezeichneten Marken. Da gibt es kein Vertun und keine Ausreden. Sicherheitsaufdruck bedeutet, dass etwas auf das Papier aufgedruckt wurde und dies ist bei meinen Marken nachweislich und eindeutig der Fall.

UV 254 nm bewirkt lediglich, dass der von mir gezeigte Sicherheitsaufdruck nur als eine helle Fläche erscheint. UV 254 nm ist zur Untersuchung von Phosphoreszenzen und nicht für Fluoreszenzen geeignet.

Du verwechselst nach wie vor die Fluoreszenz des Papiers, mit der Fluoreszenz des Sicherheitsaufdrucks, siehe Dein zweites Bild im letzten Beitrag. Die glitzernden Punkte, Fluoreszenz des Papiers, leuchten im IR-Licht durch die Fluoreszenz des Sicherheitsaufdrucks durch.

Ich schließe nicht aus, dass es bei dieser Marke mehr als nur zwei Sicherheitsaufrucke gibt. Meine Bilder zeigen jedoch nur zwei verschiedene und der eine ist mittig und der andere ist flächig auf die Marke aufgedruckt.

Wer prüft aktuell die Marken nach den SAD Typen?

Wenn ich nicht irre, kein Mensch. Mir wäre es aber recht, weil ich diesbezüglich nur Informationen nach Hörensagen habe, wenn sich Richard einmal bei den Herren Schlegel und Dörrenbach erkundigt und vor allem daraufhin bezogen, was diese in fachlicher Hinsicht hier beizutragen haben.

@ Ben 11 [#41]

Unter UV-Licht 256 nm (für Phosphoreszenz) sind die Rahmen ebenfalls gut zu sehen. Auch die Marke mit dem vermeintlichen SAD VII bildet einen Rahmen.

Die Marke mit SAD VII hat keinen dunklen bedruckten Rahmen sondern die in der Markenmitte bedruckte Fläche wechselt unter UV 254 nm von dunkel nach hell. Dadurch entsteht der irrige Eindruck, sie habe einen dunklen Rahmen.

MfG
Markus
 
Ben 11 Am: 30.05.2018 22:34:29 Gelesen: 1722# 50 @  
@ Markus Pichl [#49]

Guten Abend Zusammen und Markus, ich wünsche Dir eine gute Besserung.

Sicherheits aufdruck bedeutet, dass etwas auf das Papier aufgedruckt wurde und dies ist bei meinen Marken nachweislich und eindeutig der Fall.

Was ein Aufdruck ist, wird im BPP Begriffslexikon definiert mit: "Veränderung eines vorhandenen Postwertzeichens durch Anbringen (maschinell oder manuell) von zusätzlichen Buchstaben, Worten oder Zeichen."

Interpretieren wir mal das Rechteck oder den Rahmen auf den Marken als "Zeichen" im Sinne obiger Definition, dann haben wir keinen Aufdruck, denn:

a) die farblose Trägerschicht des Sicherheitsmerkmales liegt unter den anderen Druckfarben, wurde also als erstes auf das Papier gebracht und

b) das vorhandene Postwertzeichen wurde nicht verändert.

Im Übrigen halte ich die Diskussion, ob ein Rahmen oder ein Rechteck vorliegen, für weit hergeholt. Entscheidend ist die Frage, wo sich die Pigmente der Seltenen Erden befinden, die unter IR-licht fluoreszieren. Im Papier befinden sie sich nicht, denn dann sollte überall auf der Marke die Fluoreszenz zu sehen sein. Bei nassklebenden Marken also auch auf dem Bogenrand. Das ist aber nicht der Fall.

Anbei nochmal eine schöne Marke mit "vermeintlichem SAD VII" unter UV-Licht 365nm aus einem kürzlich erworbenen größeren Bestand . Wo wird wohl die IR-Fluoreszenz zu sehen sein? Natürlich im Rahmen. :-)



wenn sich Richard einmal bei den Herren Schlegel und Dörrenbach erkundigt und vor allem daraufhin bezogen, was diese in fachlicher Hinsicht hier beizutragen haben.

Herr Dörrenbach schrieb mir auf meine E-Mail, dass er keine SAD prüft. Von den Herren Schlegel habe ich noch keine Antwort. Die Michel-Community ist offline, so dass ich wohl den Verlag mal direkt anschreibe. Irgendwoher muss ja die Katalognotierung kommen.

In der Zwischenzeit halte ich an meiner Einschätzung fest: Es gibt keinen SAD VII auf der Salzachbrücke.

Viele Grüße
Ben.
 
Ben 11 Am: 05.06.2018 23:10:27 Gelesen: 1499# 51 @  
@ Ben 11 [#50]

Guten Abend Zusammen,

ein kurzes Update der letzten Neuigkeiten:

Herr H.-D. Schlegel hat mir auf meine Anfrage bestätigt, dass es den SAD VII gibt und er diesen auch attestiert. Auf meine Frage nach seiner Prüfmethode hat er die Anwendung einer UV-Leuchte 365 nm genannt. Er verweist zu weiteren Fragen zum SAD an die Bundesdruckerei.

Mit der Fluoreszenzleuchte erzielt er also das gleiche Bild, wie oben schon beschrieben.

Vom Schwaneberger Verlag habe ich weiter keine Antwort.

Es bleibt also bei meiner Einschätzung: den SAD VII, wie im Katalog beschrieben, gibt es auf der Salzachbrückenmarke nicht.

Viele Grüße
Ben.
 
ReinierCornelis Am: 06.06.2018 09:35:04 Gelesen: 1463# 52 @  
Ben,

ein Prüfer unterschreibt nur, dass etwas übereinstimmt mit was Michel beschrieben hat. Oder nicht!

So sollte man Prüfer bestätigen lassen, dass meine Kriegsgräber [und Bayern München] in Offsetdruck hergestellt sein. :)

Gruss, Rein
 
Austrophil Am: 22.06.2018 14:31:07 Gelesen: 1294# 53 @  
Sicherheitsaufdruck bei BRD 2347 I bzw. II

Liebe Sammlerkollegen,

kürzlich hatte ich Gelegenheit zusammen mit einem Tauschpartner folgende Marken (.) zu vergleichen:

- 2347 I ist auch in abgelöstem Zustand gut zu erkennen
- 2347 II hat uns verwirrt, da der Schutzaufdruck bei einer noch auf Brief aufgeklebten Marke sehr deutlich zu sehen war, bei den abgelösten Marken war der Schutzaufdruck deutlich! schwächer.

Zunächst vermuteten wir, dass es noch eine 3. Variante gibt.

Kann es sein, dass sich der Schutzaufdruck VII beim Ablösen sehr leicht auflöst?
Müsste man, um sicher zu gehen, diese Marke immer auf Papier belassen?

Da der Michel Deutschland-Spezial 2015 die 2347 II o mit ME 100,- bewertet, ist die klare Unterscheidung durchaus wichtig.

Welche Erfahrung gibt es dazu in der Sammlergemeinde?

Herzlichen Dank
 
Ben 11 Am: 28.06.2018 12:23:56 Gelesen: 1091# 54 @  
@ Austrophil [#53]

Hallo Austrophil,

jetzt komme ich endlich mal dazu, Deine Frage zu beantworten.

Müsste man, um sicher zu gehen, diese Marke immer auf Papier belassen?

Ich habe mittlerweile sehr viele dieser Marken auf Papier und auch abgelöst untersucht, und empfehle, die selbstklebenden Marken auf dem Papier zu belassen.
Im Papierstrich (der Oberfläche des Papiers) ist ein Fluoreszenzfarbstoff integriert, der auf UV-Licht 365 nm mit einer gelben (oder auch gelblichen) Fluoreszenz antwortet. Dieser Fluoreszenzfarbstoff ist nicht stabil, bzw. kann wohl auch zerstört werden. Im Ergebnis sieht das dann so aus, wie in diesem Bild.



Kann es sein, dass sich der Schutzaufdruck VII beim Ablösen sehr leicht auflöst?

Ich konnte bisher nicht feststellen, dass das eigentliche Sicherheitsmerkmal, die Fluoreszenz auf IR-Licht, durch Ablösen im Wasserbad irgendwie beeinträchtigt wurde. Wie genau das Sicherheitsmerkmal aussieht, habe ich im Beitrag [#41] beschrieben.

Da der Michel Deutschland-Spezial 2015 die 2347 II o mit ME 100,- bewertet, ist die klare Unterscheidung durchaus wichtig.

Ca. 1/4 der von mir untersuchten Marken erfüllt die Merkmale des beschriebenen SAD VII. Wie jedoch schon in meinen bisherigen Beiträgen zu diesem Thema diskutiert und gezeigt, bin ich aber der Meinung, dass es die 2345 II bzw. 2347 II mit SAD VII nicht gibt. Aufgrund der Häufigkeit des Auftretens und meiner Untersuchungsergebnisse halte ich die Bewertung für überzogen.

Viele Grüße
Ben.
 
Bund-Briefe Am: 28.06.2018 22:12:07 Gelesen: 1032# 55 @  
@ Ben 11 [#54]

Einmal eine andere Frage zu den "Sicherheitsaufdrucken":

Wo und wie werden die denn bei den derzeitigen Marken-Neuerscheinungen aufgebracht?

Ist da ein System drin ?

Die "Rahmen" scheinen passé zu sein. Jedenfalls kann ich diese nicht erkennen. Sind die jetzt in der Farbe oder "unter" der Farbe?

Frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
Ben 11 Am: 30.06.2018 23:25:06 Gelesen: 946# 56 @  
@ Bund-Briefe [#55]

Guten Abend Klaus,

bei den meisten Marken, die ich bislang untersucht habe, gibt es einen farblosen Druck mit dem ersten Druckwerk unter allen weiteren Farben, der das Sicherheitsmerkmal trägt. Im günstigsten Fall kann man diesen Druck unter UV-Licht 254 nm sehen, wie hier in leichtem Blau bei "Karl Marx". Das Prinzip kennen wir von den "Sehenswürdigkeiten". Unter dem UV-Licht sehen wir nicht das Sicherheitsmerkmal, sondern nur seinen Träger. Unser holländischer Sammlerfreund Rein hat das mal treffend als "Weissdruck" bezeichnet und damit ein gutes Gespür bewiesen.



Meist lässt sich der farblose Druck nicht so einfach identifizieren, da er in das Markenmotiv aufgenommen wurde oder vollflächig die ganze Marke bedeckt. In solchen Fällen hilft dann nur ein Blick auf den Bogenrand. Bei der "Rostock"-Marke ist das der Fall. Der Hintergrunddruck nimmt nach oben hin ab, ist unter UV-Licht nicht leicht zu sehen, setzt sich aber deutlich zum Bogenrand ab.



Selten befindet sich das Sicherheitsmerkmal in einer Lackierung, wie bei der Wohlfahrtsmarke "Pferde" aus 2007. Hier wurde vollflächig über die gesamte Marke lackiert. Interessant ist hierbei, dass die weiße Schrift nicht auf das IR-Licht reagiert. Bei der Marke "Bergakademie Freiberg" aus 2015 gibt es ebenfalls eine Lackierung, die sich jedoch nur auf den abgebildeten Steinen befindet.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich das Sicherheitsmerkmal in einer zumeist hellen Farbe befindet. Bei den "Rizzi"-Marken aus 2008 ist das der Fall. Hier findet man das Sicherheitsmerkmal in der gelben Farbe.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind also vielfältig. Insgesamt ist das eine ziemlich spannende Sache.

Viele Grüße
Ben.
 
Bund-Briefe Am: 01.07.2018 22:43:08 Gelesen: 905# 57 @  
@ Ben 11 [#56]

Und mit welchen "Augen" sieht das die Prüf-Vorrichtung - auf was spricht die denn an? Fluor / Phosphor / Magnetismus / ... / ? Die Maschinen müssen das ja innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde erkennen - und werfen die Briefe mit gefälschten Marken aus. "Seltene Erden" ist ein Metall - das zu Pulver gemahlen / zerkleinert ist oder sein muss?

Frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
Markus Pichl Am: 02.07.2018 01:30:18 Gelesen: 892# 58 @  
@ Ben 11 [#50]

Hallo Ben,

in dem BPP-Begriffslexikon mag stehen was will. Es heißt "Sicherheits aufdruck", weil in einem zweiten Druckgang etwas aufgedruckt wurde. Drucktechnisch ist das auch gar nicht anders möglich, insofern ist es ein Aufdruck.

MfG
Markus
 
Markus Pichl Am: 02.07.2018 10:52:15 Gelesen: 861# 59 @  
Hallo,

mit "zweiten Durchgang" meine ich nicht, dass hierzu unbedingt das bedruckte Papier ein zweites Mal durch die oder eine zweite Druckmaschine geführt wird oder werden muß. Aber der Sicherheitsaufdruck wird nach meinem Verständnis zumindest als letztes auf das Papier aufgetragen.

MfG
Markus
 
Journalist Am: 02.07.2018 12:27:43 Gelesen: 851# 60 @  
Hallo an alle,

vermutlich gibt es hier keine generelle Regel für alle Marken. Vermutlich hängt es beispielsweise auch davon ab, welche Marke wo gedruckt wurde. Daher sollte man einmal überprüfen, ob es bei der betreffenden Druckerei, einheitliche Regeln gibt oder nicht ? und außerdem kann / könnte sich dies auch eventuell im Laufe der letzten Jahre bei dieser oder allen beteiligten Druckereien geändert haben.

Erst mit diesen Zusatzangaben, gedruckt in welcher Druckerei, in welchen Jahr lassen sich aus meiner Sicht mittelfristig nach Auswertung sinnvolle Aussagen treffen.

Dieser Diskussionsansatz sollte daher mal aus meiner Sicht überprüft werden.

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 02.07.2018 18:40:34 Gelesen: 822# 61 @  
@ Bund-Briefe [#57]

Hallo Klaus,

Und mit welchen "Augen" sieht das die Prüf-Vorrichtung - auf was spricht die denn an? Fluor / Phosphor / Magnetismus / ... / ? Die Maschinen müssen das ja innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde erkennen - und werfen die Briefe mit gefälschten Marken aus. "Seltene Erden" ist ein Metall - das zu Pulver gemahlen / zerkleinert ist oder sein muss?

In den Sortieranlagen gibt es eine Art Laserscanner, hier wird die Marke mit einem gepulsten Laser angeblitzt. Es wird die Reaktionszeit des An- und Abklingens der Fluoreszenz gemessen. Also Leuchtbeginn und -ende. Das ist so ähnlich, wie die Phosphoreszenz bei den frühen "Wilding"-Marken. Die grüne Farbe der Fluoreszenz spielt da wohl keine Rolle. Bei den Seltenen Erden spricht man nicht von Pulver, sondern von Atomen/Ionen, die in ein kristallines Trägermaterial dotiert wurden. Das ist so ähnlich wie bei Siliziumscheiben für Mikroprozessoren.

@ Markus Pichl [#58]

Es heißt "Sicherheitsaufdruck", weil in einem zweiten Druckgang etwas aufgedruckt wurde.

Markus, der Aufbau einer Druckmaschine ist Dir soweit bekannt?

Ich teile auch nicht jede Definition, die im "BPP-Begriffslexikon" steht. "Sicherheits aufdruck" passt aber hier definitiv nicht, da ein Aufdruck die Veränderung eines vorhandenen Postwertzeichens bedeutet. Mit dem Sicherheitsmerkmal und dessen Träger wird jedoch nichts verändert, es gehört schlicht von Anfang an zum Layout dazu.

@ Journalist [#60]

Vermutlich hängt es beispielsweise auch davon ab, welche Marke wo gedruckt wurde.

Jürgen, das wird nicht weiterhelfen. Die Druckereien haben darauf wahrscheinlich keinen Einfluss. Entscheidend ist eher das Motiv der Marke. Bei einer Marke mit sehr dunklen Farben in engem Raster und großen Rasterpunkten wird ein Druck unter der Farbe nicht zu sehen sein. Bei Marken mit helleren Farben, weitem Raster und kleinen Punkten dagegen schon. Demzufolge wird man ab und an schon mal zu einer vollflächigen oder teilweisen Lackierung an der Oberfläche greifen.

Viele Grüße
Ben.
 
ReinierCornelis Am: 02.07.2018 18:57:56 Gelesen: 818# 62 @  
Markus,

Hallo Ben,

in dem BPP-Begriffslexikon mag stehen was will. Es heißt "Sicherheitsaufdruck", weil in einem zweiten Druckgang etwas aufgedruckt wurde. Drucktechnisch ist adas auch gar nicht anders möglich, insofern ist es ein Aufdruck.

MfG
Markus



D.h. dass es nicht so heisst wie die Prüfer uns glauben wollen!!!

Ben hat völlig recht und ist bestimmt viel besser informiert und gebildet als irgendeiner diplomierter Kaufmann.

Gruss, Rein
 
Bund-Briefe Am: 04.07.2018 12:26:23 Gelesen: 680# 63 @  
@ Ben 11 [#61]

Lage des Sicherheitsmerkmals bei der Wohlfahrtsmarke zu 70 Cent selbstklebend von 2018

Hallo Ben,

ich wasche von allen Selbstklebe-Marken vor dem Aufkleben auf den Brief die Selbstklebeschicht ab und klebe die Marke mit altersstabilem Naturkleber auf den Brief. Beim Abwaschen der Marken stelle ich immer wieder fest, dass die Selbstklebeschicht von einigen Marken an bestimmten Stellen nur nach sehr langer Einweichzeit zu entfernen ist.

Bei der 70 Cent Selbstklebe-Wohlfahrtsmarke von 2018 haftet die Selbstklebeschicht im Bereich des gelben "Ballons" in der Mitte besonders lange und fest. Ich vermute oder mutmaße, dass das Sicherheitsmerkmal unter (?) oder in (?) der gelben Farbe in der Mitte der Marke aufgebracht ist.

Kannst Du das bei Gelegenheit einmal anhand der Prüflampe bestätigen ?



Danke und frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
Ben 11 Am: 04.07.2018 22:21:19 Gelesen: 635# 64 @  
@ Bund-Briefe [#63]

Guten Abend Klaus,

die selbstklebende Ausgabe musste ich mir heute erst mal von der Post holen, die ist relativ neu und findet sich noch nicht in der Tagespost. Die IR-Fluoreszenz findet sich in allen farbigen Flächen, also auch in den blauen Wassertropfen. Nicht aber in der Schrift. Ich schließe daraus, dass die Sicherheitspigmente unter dem Markenmotiv liegen. Bei genauem Hinsehen kann man den Trägerstoff unter UV-Licht 254 nm im Bereich der Fußspitzen auch erkennen. Die schwarze Farbe überdeckt Fluoreszenz. Die goldene Kugel hat auf der Oberfläche eine Lackierung, gut zu sehen bei schrägem Licht. Die Finger und Unterarme sind von der Lackierung ausgenommen. Ich gehe davon aus, dass diese Lackierung das Durchweichen des Papiers beim Ablösen verzögert.

Viele Grüße
Ben
 
Bund-Briefe Am: 05.07.2018 20:32:00 Gelesen: 577# 65 @  
@ Ben 11 [#64]

Es war nur eine Vermutung meinerseits. Aber die unüblich lang dauernde Zeit zum Ablösen der Klebeschicht wird dann von der wasserundurchlässigen "goldenen" Lackschicht verursacht !

Danke und frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
ReinierCornelis Am: 05.07.2018 22:26:27 Gelesen: 556# 66 @  
Unter der Selbstklebeschicht gibt es noch eine normale Gummierung damit beim Abweichen keine Problemen mehr da sind.

Mindestens das war so bei deutschen und auch bei niederländischen Selbstklebemarken. Belgien hat diese extra Schicht fallen lassen vor 8 Jahren (Sparsamkeit!) und die Engländer schon früher um Wiederbenutzung zu verhindern.

Wer auf normale Weise versucht belgische oder englische Selbstklebemarken abzuweichen bekommmt nur noch Papier-Machee. ;)
 
Markus Pichl Am: 05.07.2018 22:35:16 Gelesen: 551# 67 @  
@ Ben 11 [#61]

Hallo Ben,

dann wirst Du uns doch bestimmt erklären können, wann der Sicherheits aufdruck auf das Papier angebracht wird.

Aufdruck bleibt Aufdruck, egal ob er von Anfang an für das Wertzeichen geplant ist oder nicht. Sowohl in der Inflationszeit, als auch in der Nachkriegszeit wurden Neuauflagen von Postwertzeichen gedruckt um sie dann mit einem Aufdruck zu überdrucken. Soll heißen, auch bei diesen Neuauflagen gehört der Aufdruck zum Layout der Marke!

Hast Du eventuell einen besseren Vorschlag, mit welchem Wort man "Sicherheitsaufdruck" ersetzen könnte?

Beste Grüße
Markus
 
Austrophil Am: 05.07.2018 22:52:28 Gelesen: 544# 68 @  
Hallo Ben,

herzlichen Dank für die fachkundigen Erläuterungen, die ich urlaubsbedingt erst jetzt gesehen habe.

Die Diskussion über die genauen Merkmale bei Herstellung des SAD und die Unterscheidung haben mich zunächst etwas verwirrt; vielleicht kommt demnächst eine schlüssige Abhandlung darüber in der Philatelie?

Die Skepsis bezüglich der Bewertung teile ich, da die SAD VII doch recht häufig vorkommt.

Beste Grüße aus Kärnten
Peter
 
Bund-Briefe Am: 05.07.2018 23:12:16 Gelesen: 537# 69 @  
@ ReinierCornelis [#66]

Ich wasche generell von allen (!) Selbstklebe-Marken den Selbstklebekleber im Wasserbad ab und klebe die Marken mit altersstabilem Naturkleber auf die Briefe. Die Zeit, bis man die Selbstklebeschicht herunterbekommen kann ist bei den vielen verschiedenen Marken sehr unterschiedlich. Manchmal geht es schnell, bei anderen dauert es wie bei der 70er-Wohlfahrtsmarke von 2018 vielleicht 1/4 Stunde oder noch länger. Bei dieser Marke ist ist die "goldene Lackschicht" des Ballons in der Mitte der Marke dran schuld. Bei anderen vermute ich, dass es am "Sicherheitslack" liegt, da es immer nur bestimmte Bereiche einer Marke sind, die eine längere Einweichzeit erfordern.

Frdl. Grüße, Bund-Briefe - Klaus Pietsch
 
Markus Pichl Am: 06.07.2018 00:15:12 Gelesen: 522# 70 @  
@ Austrophil [#68]

Hallo Peter,

Ben schreibt: bin ich aber der Meinung, dass es die 2345 II bzw. 2347 II mit SAD VII nicht gibt

Nur ich schreibe, erkläre und zeige auf, dass es den SAD VII gibt.

Daher verstehe ich Deinen Beitrag nicht.

Beste Grüße
Markus
 

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