Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 9239 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 70 170 270 280 290 300 310 320 330 340 350 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369   370  oder alle Beiträge zeigen
 
inflamicha Am: 03.10.2021 17:01:46 Gelesen: 22104# 9215 @  
Hallo,

von mir gibt´s diese eilige Postkarte:



Die Ansichtskarte aus Cottbus vom 22.11.1917 (PP 2) nach Berlin-Steglitz verlangte nach 7 1/2 Pfennig Porto und 25 Pfennig Eilbestellgebühr. Frankiert wurde mit Mi 88 II und 99 b tarifgerecht. Auf der Rückseite gibt es eine Ansicht des Cottbuser Bahnhofes. Die weißen Stellen darauf sind nicht etwa Schürfstellen, sondern kommen vom Dampf der Lokomotiven. Also alles recht zünftig.

Gruß Michael
 
Gernesammler Am: 04.10.2021 10:35:32 Gelesen: 21204# 9216 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postkarte vom 3.10.1918, diese wurde innerhalb Deutschlands spediert, aber Bayern war erstens noch Königreich und zweitens da die Karte aus Essen war, kam diese im Fernverkehr.

Für das Franko verklebte der Absender eine Marke Deutsches Reich Nr.99 Germania zu 7 1/2 Pfennig, jetzt war aber seit 3 Tagen die Portoperiode 3 der Inflation eingeläutet (1.10.1918-30.9.1919) somit betrug das Franko für eine Postkarte im Fernverkehr 10 Pfennig.

Dies wurde in Bamberg bei Eingang erkannt und es wurde der Stempel "Porto Kontrolle" abgeschlagen und handschriftlich 3 Pfennig Nachgebühr notiert die dann auch vom Empfänger erhoben wurden.

Abgang gestempelt wurde mit Einkreisstegstempel von Essen am 3.10.1918 sowie zur Ausgabe der Briefträgerstempel B19.

Gruß Rainer


 
inflamicha Am: 04.10.2021 21:17:25 Gelesen: 20659# 9217 @  
Guten Abend,

ein Einschreibbrief vom Hauspostamt des Berliner Abgeordnetenhauses:



Der Brief wurde durch das Centralkomitee vom Roten Kreuz in Berlin am 30.8.1916 (PP 2) an den Chefarzt des Vereinslazarettzuges Q in Brieg (Bezirk Breslau) verschickt. Das Fernbriefporto 15 Pf. und die 20 Pf. Einschreibegebühr summieren sich auf 35 Pf., frankiert wurde tarifgerecht mit Mi 86 II a und 88 II b. Interessant sind der Poststempel und der besondere R-Zettel, die in ihren Zusätzen auf das Abgeordnetenhaus hinweisen.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 05.10.2021 21:37:49 Gelesen: 19375# 9218 @  
Guten Abend,

heute gibt es mal einen schönen Wertbrief:



Der Brief mit inliegenden 30 Millionen Mark wurde am 27.8.1923 (PP 16) in Leipzig auf den Weg gebracht, Zielort war Dresden.

Die Gebührenrechnung sieht wie folgt aus: Briefporto 20.000 M., Einschreiben 20.000 M. und Versicherungsgebühr 300.000 M. (pro 10.000 Mark wurden 100 Mark berechnet, bei 30 Mio Mark Wertangabe ergibt sich die genannte Summe). Für die zusammen 340.000 Mark wurden 17 Stück der Mi 282 I verklebt, ganz nach Vorschrift schön einzeln mit Abstand zueinander. Der Empfänger wurde beim ersten Zustellversuch nicht angetroffen.

Gruß Michael
 
HWS-NRW Am: 05.10.2021 22:37:01 Gelesen: 19285# 9219 @  
@ inflamicha [#9218]

Hallo Michael,

ein herrlicher Beleg, schön, dass der noch komplett erhalten geblieben ist.

mit Sammlergruß
Werner
 
muemmel Am: 06.10.2021 22:04:21 Gelesen: 18243# 9220 @  
Guten Abend,

heute mal wieder ein Beleg aus meinem eigentlichen Sammelgebiet (1.10.-31.12.1923):



Ein Aktenbrief der 4. Gewichtstufe (>250-500g) vom 13.11.23 (Portoperiode 24) ab Radolfzell nach Überlingen. Das Porto hierfür war 18 Milliarden, wovon 16 Milliarden auf der Vorderseite mit größeren Werten (10 Milliarden, 500 Millionen) verklebt wurden. Der Rest wurde dann mit kleinen Werten zusammengestoppelt.

Wie bei solchen Belegen üblich, haben einige Marken gelitten, was man aber bei hohen Gewichtstufen halt in Kauf nehmen muss, denn solche findet man nicht oft.

Gruß
Mümmel
 
inflamicha Am: 08.10.2021 21:33:06 Gelesen: 16162# 9221 @  
Guten Abend,

heute eine Teilbarfrankatur:



Die Postkarte von Burg auf Fehmarn nach Kiel vom 8.10.1923 (PP 19) musste mit 800.000 Mark frankiert werden. Der Absender verklebte wohl alles was er noch hatte: Mi 257, 262 a, 275 a und 2mal 282 II = 200.000 Mark, mithin zu wenig. Die fehlenden 600.000 Mark mussten bar am Schalter entrichtet werden, wovon der rote Gebühr bezahlt-Stempel und die Signatur den Postbeamten Zeugnis ablegen.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 09.10.2021 21:47:11 Gelesen: 14867# 9222 @  
Guten Abend,

heute was mit Zuschlagsmarken:



Der Einschreibbrief von Berlin nach Oranienburg vom 16.2.1923 (PP 12) kostete den Absender 90 Mark (Porto 50 und Einschreiben 40 Mark). Frankiert wurde mit je 3mal Mi 258 und 259. Das heißt der Absender legte auf die 90 Mark noch 1.800 Mark Spende für die Rhein-Ruhr-Hilfe drauf - das nenne ich großzügig. Beim ersten Zustellversuch wurde der Empfänger nicht angetroffen, wie der Postbote Reinicke auf der Rückseite anmerkte.

Gruß Michael
 
philast Am: 10.10.2021 18:22:53 Gelesen: 13791# 9223 @  
@ inflamicha [#9222]

Hallo,

das nenne ich einen spannenden Beleg.

Vor allem deshalb, weil er am 16.2.1923 in Berlin abgestempelt wurde und ein Ankunftsstempel von Oranienburg vom 17.2. trägt.

Nach allem was bzgl. dieser Ausgabe publiziert wurde sind die Marken am 19.2.23 ausgegeben worden.

In der Verfügung 112 vom 10.2.23, in der diese Ausgabe angekündigt wurde, steht jedoch kein konkret benanntes Ausgabedatum, nur dass diese Marken den Oberpostkassen ohne Bestellung zugehen werden.

Das könnte bedeuten, dass diese Marken ab Ankündigung im Nachrichtenblatt geliefert und verwendet werden konnten. Das wäre wieder mal eine Neuigkeit für diese Ausgabe.

Anbei Vfg.112 vom 10.2.23:



Grüße
philast
 
muemmel Am: 10.10.2021 21:41:46 Gelesen: 13603# 9224 @  
Guten Abend,

fürchterlich das, vor lauter Arbeit hätte ich fast vergessen, den fälligen Sonntagsbeleg vorzustellen. Das nennt man dann Ruhestand.



Ansichtskarte vom 4.6.22 (Portoperiode 7) aus dem Passionsspielort Oberammergau nach München-Riem. Frankiert wurde mit einer Marke der MiNr. 199.

Schönen Gruß
Mümmel
 
inflamicha Am: 12.10.2021 21:08:36 Gelesen: 11461# 9225 @  
Guten Abend!

@ philast [#9223]

Mit "spannender Beleg" muss ich Dir recht geben. Selbst der alte Bechtold mit seiner besonders durch die Prüferei sehr umfangreichen Registratur solcher Belege konnte nur den 22.2.1923 als frühestes Verwendungsdatum (siehe Inflaband 46) für einen Beleg benennen. Aber das Buch ist ja auch schon von 1999. Im Laufe der Zeit taucht zum Glück immer mal wieder etwas neues auf. Ein Ersttagsbrief vom 19.2. wird übrigens in der nächsten Schlegel-Auktion angeboten. Mir reicht mein "Vorersttagsbeleg". ;-)

Sehr interessant finde ich immer noch den Umstand, dass die sozusagen "Urmarke" ohne Aufdruck zu 5 Mark erst 5 Tage (oder mehr wie wir jetzt wissen) nach Erscheinen der Rhein-Ruhr-Aufdruckmarke an die Postschalter kam.

Zum Zeigen habe ich heute diesen Brief:



Der Absender aus Saarow (Mark) verwendete für seinen Brief nach Berlin-Steglitz vom 17.3.1923 (PP 13) einen Privatganzsachenumschlag (PU 77 A 1/03 nach Strahlendorff/Mette) mit einem Wertstempel zu 20 Mark. Da das Fernbriefporto mittlerweile 100 Mark betrug musste auffrankiert werden. Verwendet wurden hierzu Mi 209 Wa und 231 b.

Gruß Michael
 
Gernesammler Am: 13.10.2021 19:53:31 Gelesen: 10556# 9226 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postkarte vom 4.11.1923 per Einschreiben aus Züschen (Kreis Brilon) an die Kohlenhandels AG in Basel über die Mitteilung das 10.000 Kg Holzkohle verladen ist.

Für das Franko in der Portoperiode 22 (1.11.-4.11.1923) hätte man für eine Postkarte ins Ausland 120 Millionen Mark sowie weitere 50 Millionen Mark für die Reco Gebühr gebraucht, meine Frage; wieso wurden hier anstatt 170 Millionen 340 Millionen an Marken verklebt, ist der R-Stempel vom 5.11.23 für die Rückantwort?.

Man nahm für das Franko 17x die Mi.Nr.319AP zu 20 Millionen und den Klebezettel zur Recommandation mit der Manualnummer 702, gestempelt wurde mit Kreisobersegmentstempel von Züschen und zur Ankunft der Stempel von Basel.



Gruß Rainer
 
inflamicha Am: 13.10.2021 20:48:02 Gelesen: 10517# 9227 @  
@ Gernesammler [#9226]

Guten Abend!

Warum der Absender die doppelte Gebühr verklebt hat kann ich Dir auch nicht sagen, der rückseitige Stempel ist jedenfalls ein Bearbeitungsstempel des Baseler Kohlehandels und nichts postalisches. Eine Vorausfrankierung mit deutschen Marken für eine Rücksendung aus dem Ausland war nicht möglich (Ausnahme bezahlte anhängende Rückantwortkarten, so etwas liegt hier aber nicht vor).

Dieser Beleg kommt von der Markenverkaufsstelle des Briefpostamtes Berlin C 2:



Der Nachnahme-Wertbrief nach Berlin-Neukölln vom 11.8.1921 (PP 6) ist mit Mi 120 und 155 I a vom Plattenoberrand tarifgerecht frankiert. Die Gebührenberechnung lautet wie folgt: Ortsbriefporto >20 bis 100 g 60 Pf., Nachnahme-Vorzeigegebühr 50 Pf., Einschreibgebühr 1 Mark und Versicherungsgebühr 1 Mark pro 1.000 M. Wertangabe macht zusammen genau 3,10 Mark. Rückseitig sieht man noch die Befestigungen für die beigefügte Zahlkarte.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 13.10.2021 21:58:03 Gelesen: 10476# 9228 @  
@ Gernesammler [#9226]

Hallo Rainer,

Michael hatte dazu ja bereits alles geschrieben und ich habe auch keine Idee, warum der Absender den doppelten Betrag frankiert hat.

@ alle

Aus der Zeit, als die Inflation krabbeln lernte, hier ein Brief vom Sonntag, den 19.8.1917 (Portoperiode 2):



Gelaufen von Freiburg (Breisgau) nach Ravensburg, frankiert mit 1 x MiNr. 101.

Gruß
Mümmel
 
Gernesammler Am: 13.10.2021 22:29:31 Gelesen: 10456# 9229 @  
@ muemmel [#9228]

Hallo Mümmel hallo Michael,

ihr wart hier eigentlich meine Hoffnung mehr zu erfahren, aber egal, schön ist die Karte allemal und vielleicht gibt es ja irgendwann Aufklärung.

Gruß Rainer
 
philast Am: 14.10.2021 18:58:00 Gelesen: 9537# 9230 @  
@ Gernesammler [#9229]

Hallo,

2 Ideen dazu, auch wenn sie nicht das Zielporto ergeben:

Der 4.11.23 war ein Sonntag, Uhrzeit im Stempel 7-8V --> sowas deutet auf Annahme außerhalb der Schalterzeiten hin, wenn die Zusatzgebühr hier verklebt wurde (was nicht üblich aber erlaubt war) dann kommen 50 Mio drauf.

Wenn die Postkarte größer war als 140*90 (wenn ich mir die Größenverhältnisse Briefmarke zu Karte anschaue müsste das aber OK sein), dann musste ins Ausland die Briefgebühr verklebt werden. Die Schweizer waren diesbzgl. sehr empfindlich, wenn man das neue größere Format genommen hat (C4). Dann wären statt 120 Mio, 200 Mio zu verkleben gewesen. Das wären dann max. 130 zuätzliche Mios fehlen noch 40 Mio, aber dafür habe ich dann auch keinen plausiblen Vorschlag mehr.

Grüße
philast
 
inflamicha Am: 15.10.2021 21:38:56 Gelesen: 7872# 9231 @  
@ philast [#9230]

Guten Abend!

Man sollte nicht unbedingt mehr hinein interpretieren als tatsächlich gegeben ist- es handelt sich meiner Ansicht nach schlicht und ergreifend um einen falsch frankierten Beleg. Das kam häufig vor und wurde an dieser Stelle schon des öfteren gezeigt. Ich versuche auch immer gerne die Beweggründe des Absenders zu erforschen, aber meistens bleibt die Ursache der Fehlfrankatur im Dunkeln.

Ich habe heute wieder eine Teilbarfrankatur. Der verwendete Ortsstempel findet sich auch in der Infla-Falschstempelliste, woran man sieht dass alle dort aufgeführten Stempel nicht zwangsläufig Nachstempelungen sind. An sich echte Stempel so wie hier wurden allerdings später auch für solche Zwecke missbraucht. Abgesehen von der Infla-Prüfung sind bei dem gezeigten Brief der Gebühr bezahlt-Stempel und das leider unleserliche Amtssiegel des Postamtes Indizien für eine zeitgerechte Abstempelung.



Auch bei diesem Beleg ist das Porto in keinster Weise nachvollziebar, selbst wenn man eine Datumsfehleinstellung in Betracht zieht. Aber schaut selbst: Der Absender verklebte auf seinem Brief vom 20.9.1923 (PP 18) mit 2mal Mi 248 a und einer Mi 250 ganze 800 Mark. Dazu erhob der Schalterbeamte noch 45.000 Mark in bar und notierte diese Summe rechts oben. Diesen 45.800 Mark stehen folgende "Auswahlmöglichkeiten" gegenüber: Fernbriefporto (der Nachbarortsverkehr zwischen Wildpark und Potsdam galt nur bis zum 31.3.1921, könnte aber immer noch in den Köpfen herumgegeistert sein) in der PP 18 250.000 (bis 20 g) oder 350.000 M. (bis 100 g), bei Datumsfehleinstellung (z.B. statt 20.8.23) 1.000 bzw. 1.200 M. in der PP 15, 20.000 bzw. 25.000 M. in der PP 16 oder 75.000 bzw. 100.000 M. in der PP 17- nichts passt. Und danach (ab PP 19) kamen ja schon die Milliönchen. Nur ein Ortsbrief der 2. Gewichtsstufe in der PP 17 (1.9.-19.9.23) hätte die bar erhobenen 45.000 Mark gekostet. Wobei die verklebten 800 Mark unter den Tisch gefallen wären, was auch nicht rechtens war. Und Ortsbriefporto war ja nicht nicht mehr und ab 20.9. sowieso schon wieder teurer.

Also nicht zu klären, oder? Schlimm dass hier ein Postbeamter involviert war, der die Gebühren eigentlich drauf gehabt haben sollte.

Sachdienliche Hinweise erbeten an Chiffre... Ach was, können auch hier veröffentlicht werden. ;-)

Gruß Michael
 
muemmel Am: 17.10.2021 17:08:42 Gelesen: 6147# 9232 @  
Guten Tag,

der heutige Sonntagsbeleg stammt aus der Frühzeit der Inflation:



Dabei handelt es sich um einen Brief der 2. Gewichtstufe vom 4.11.1917 (Portoperiode 2) aus Breitendorf an die Königl. Amtshauptmannschaft in Löbau. Frankiert wurde mit je 1 x Mi. 86 II und 101.

Sonnige Grüße
Mümmel
 
Gernesammler Am: 18.10.2021 20:07:31 Gelesen: 5064# 9233 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 25.10.1923 (Portoperiode 21, 20.10.-31.10.1923) von A. Thurnauer einer Fabrik für Korbwaren in Burgkundstadt an B.Ivarsson in Osby Schweden.

Für das Franko nahm man 6x die Mi.Nr.314 AP zu 1 Millionen und auf der Rückseite 19x die Mi.Nr.309 AW 200 Mark mit Überdruck 2 Millionen, für den einfachen Brief in das Ausland wären 30 Millionen fällig gewesen, somit müsste dieser in der 2.Gewichtsstufe liegen mit weiteren 15 Millionen je weitere 20 Gramm.

Da es im Gesamtfranko aber nur 44 Millionen sind, ist entweder eine Marke abgefallen was aber nicht zu ersehen ist oder es wurde einfach übersehen. Gestempelt wurde mit Zweikreisstempel von Burgkundstadt (Helbig 39b), ich habe leider nichts zu der rückseitig aufgeklebten Vignette "Goldener Hirsch" gefunden.



Gruß Rainer
 
muemmel Am: 18.10.2021 21:24:27 Gelesen: 5012# 9234 @  
@ Gernesammler [#9233]

Guten Abend Rainer,

auf der Rückseite gibt es ein paar Stellen, wo evtl. früher mal ein Marke geklebt haben könnte. Aber wie dem auch sei, es gibt Ganzstücke, die mit bedeutend größeren Abweichungen vom Sollporto ohne Beanstandungen befördert worden sind.

@ alle

Heute zeige ich ein Schmankerl, das man nicht häufig findet.



Ein Brief vom 5.11.23 (Ersttag der Portoperiode 23) ab Hamburg nach Kristiania (Oslo) in Norwegen, frankiert mit 18 Marken der MiNr. 325 APa, also 18 Milliarden Mark. Die ersten 20 Gramm verlangten in dieser Portoperiode 4 Milliarden und für jede weiteren 20g waren dann 2 Milliarden fällig.

Mithin also ein Auslandsbrief der 8. Gewichtstufe (>140-160g). Nach solchen muss man sehr lange suchen.

Grüßle
Mümmel
 
inflamicha Am: 18.10.2021 21:28:41 Gelesen: 5002# 9235 @  
Guten Abend!

@ Gernesammler [#9233]

Hallo Rainer,

wahrscheinlich war der Brief sogar zwischen 40 und 60 g schwer. Auf der Rückseite fehlen nämlich eindeutig mehrere Marken, kenntlich an den fehlenden Stempelübergängen. Ich denke auch die Vignette war komplett zugeklebt. Porto-Soll in diesem Falle 60 Millionen Mark.

Da habe ich es mit meinem heutigen Beleg einfacher (zumindestens konnten da keine Marken abfallen):



Der Brief vom 25.8.1923 (PP 16) von Kehl nach Olbernhau kostete den Absender 20.000 Mark, welche bar am Schalter entrichtet wurden. Der 25.8. war der Ersttag für den offiziellen Gebrauch der Barfrankaturen. Der verwendete Stempel "20 000 Mark / durch Einnahme- / nachweisung / verrechnet." entsprach dabei nicht den Richtlinien - feststehende Ziffern für den erhobenen Betrag waren nicht zugelassen.

Gruß Michael
 
inflamicha Am: 19.10.2021 20:24:23 Gelesen: 4105# 9236 @  
Guten Abend,

heute ein Brief der Kieler Fischindustrie AG:



Der Brief nach Regensburg vom 10.10.1923 (Ersttag der PP 20) war mit 5 Millionen Mark zu frankieren. Der Absender griff zu Mi 292 (4) und 309 AP (2).

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 19.10.2021 21:29:28 Gelesen: 4057# 9237 @  
@ inflamicha [#9210]

Danke, Michael, für die mehr als ausführliche Antwort.

@ Gernesammler [#9226]

Für das Franko in der Portoperiode 22 (1.11.-4.11.1923) hätte man für eine Postkarte ins Ausland 120 Millionen Mark sowie weitere 50 Millionen Mark für die Reco Gebühr gebraucht, meine Frage; wieso wurden hier anstatt 170 Millionen 340 Millionen an Marken verklebt, ist der R-Stempel vom 5.11.23 für die Rückantwort?

und

@ inflamicha [#9227]

Warum der Absender die doppelte Gebühr verklebt hat kann ich Dir auch nicht sagen, der rückseitige Stempel ist jedenfalls ein Bearbeitungsstempel des Baseler Kohlehandels und nichts postalisches. Eine Vorausfrankierung mit deutschen Marken für eine Rücksendung aus dem Ausland war nicht möglich (Ausnahme bezahlte anhängende Rückantwortkarten, so etwas liegt hier aber nicht vor).

Dazu habe ich drei Fragen:

Ist es richtig dass im Auslandsverkehr bezahlte anhängende Rückantwortkarten möglich waren während der ganzen Inflazeit?

Galt diese Regelung für den Postverkehr mit allen Auslandsstaaten; oder gab es Einschränkungen bzw. Ausnahmen?

Ist es richtig, dass Zusatzdienste (wie Einschreiben, Eilbote, Flugpost, Nachnahme) für eine vorbezahlte Antwort-Postkarte in keinem Fall mit Marken der Deutschen Reichspost vorausfrankiert (=bezahlt) werden konnten?

Sammlerdank vorab für Eure fachkundigen Antworten.

Werner
 
inflamicha Am: 20.10.2021 22:18:18 Gelesen: 3025# 9238 @  
Guten Abend!

@ juni-1848 [#9237]

Die Regelung mit der internationalen Antwortkarte wurde erst 1971 auf der Weltpostvereinskonferenz in Tokio aufgehoben, galt also auch während der gesamten Inflationszeit. Gegolten hat diese natürlich nur zwischen Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins. Zusatzdienste durften meines Wissens nicht vorabfrankiert werden, sondern mussten vom ausländischen Rücksender in dortigen Marken verklebt werden. Einfach mal googeln, man findet reichlich Material im Netz dazu, u.a. gab es auch hier mal eine Forumsdiskussion zu diesem Thema. Mir fehlt leider momentan die Zeit für tiefere Recherchen. Ich habe im übrigen hier schon einige solche Postkarten gezeigt, z.B. 7 1/2 Pfg.- Ganzsachen aus den Niederlanden (Beleg-Nr. 10360) und aus Spanien (Beleg-Nr. 10356) sowie eine 3 Mark-Ganzsache mit Zusatzfrankatur aus Dänemark (Beleg-Nr. 10541) immerhin aus dem August 1923 und damit fast aus der Hochinflation. (Beleg-Nummern beziehen sich auf Inflaseiten.de)

Ich hätte für heute auch eine 7 1/2 Pfennig-Postkarte:



Es handelt sich dabei um die gezähnte Variante der P 110 (also P 110 II), die hier mit privatem Zudruck der Schappe-Nähseide-Fabriken in Gutach/Breisgau am 14.4.1919 (PP 3) nach Höfen/Enz gesandt wurde. Da der Wertstempel für die 10 Pfg. Sollporto nicht ausreichten wurde mit einer Mi 98 zufrankiert. Die Marke ist mit der Firmenlochung "G & C" = Gütermann & Co. versehen. Die gezähnten Karten waren für die Beschriftung mit der Schreibmaschine vorgesehen. Die Herstellung erfolgte in 5er-Streifen, welche sich gut in die Maschine einspannen ließen. Dieses Exemplar hier wurde bestimmungsgemäß verwendet- oft sieht man ja mit der Hand beschrifete gezähnte Karten.

Gruß Michael
 
Gernesammler Am: 21.10.2021 20:17:03 Gelesen: 2124# 9239 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postkarte vom 25.9.1923 im Ortsverkehr von Berlin W35 nach Berlin NW21, spediert in der Portoperiode 18 (20.9.1923-30.9.1923) hier waren für das Franko 50 Tausend Mark nötig.

Verklebt wurden dafür die Mi.Nr. 277, 40 Pfennig mit Überdruck 5 Tausend, die Mi.Nr. 279, 40 Mark mit Überdruck 15 Tausend und die Mi.Nr.285, 200 Mark mit Überdruck 30 Tausend.

Gestempelt wurde mit Maschinenstempel von Berlin W35, vielleicht war es ein Gast in Berlin, denn die Postkarte hat die Ansicht von Bad Kissingen mit der Trimburg.

Gruß Rainer


 

Das Thema hat 9239 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 70 170 270 280 290 300 310 320 330 340 350 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369   370  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.