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Thema: Luxemburg: Briefmarken Fälschungen
Mondorff Am: 23.06.2018 22:30:05 Gelesen: 1964# 1 @  
Abgesehen davon, dass die Marken selbst falsch sind - alle diese Stempel (Vierringstempel etwa) kommen auf Luxemburg-Marken nicht vor.

Schon daran ist erkennbar, dass die Marken falsch sind:





Schönen Gruß
DiDi
 
marc123 Am: 05.07.2018 16:00:42 Gelesen: 1864# 2 @  
@ Mondorff [#1]

Hallo Dieter,

toll dass Du dieses wichtige Thema hier eingestellt hast. Ich möchte an dieser Stelle die Abstemplungen der Fälschungen der Gebrüder Spiro aus Hamburg (sogenannte Hamburger-Fälschungen) vorstellen. Fast alle sind Phantasie Stempel. Ähnlichkeit mit echten Stempeln hat nur der Datumsstempel vom Französischen Typ von Luxemburg. Die zwei Haupterkennungsmerkmale sind dünnes Papier und die Marken sind umrahmt, was bei Originalen nicht der Fall ist. Diese existieren bei den Wappenmarken nur bei den Michel-Nummern 3-11.



Hamburger-Fälschungen. Die meisten sind sehr einfach anhand ihrer Stempel zu erkennen. Handelswert, ca. 5 Euro. Man trifft sie leider sehr häufig auf den bekannten Internetauktionen, aber auch in Auktionslosen, als echte Marken bezeichnet. Dies sowohl als Einzellose aber auch häufig in Sammellosen.



Echte Stempel zum Vergleich, von links: Französischer Typ; Linearer Stempel Trier (Zufallsstempel, sehr selten, hier Marke restauriert, gestrichelte Linien in den Rändern sind nachgezeichnet, existieren nicht bei echten Marken); Rauten, nur aus Ettelbrück; PD, echte Stempel sind umrahmt, Ausländischer Nummern-Stempel (Belgien oder Frankreich, sehr selten); Dreikreisstempel (Vierkreisstempel existieren nicht im Original); Franco (echte Stempel sind umrahmt).

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 05.07.2018 16:17:19 Gelesen: 1855# 3 @  
@ marc123 [#2]

Einheiten der Hamburger Fälschungen sind sehr selten. Auch ungestempelt findet man sie fast nie (Mir ist nur ein Exemplar bekannt).



Hier ein Viererstreifen. Gut erkennbar, die Trennungslinien.



Echter Viererblock (ex Caspary), ohne Trennungslinien.

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 08.07.2018 12:57:41 Gelesen: 1799# 4 @  
@ marc123 [#2]



Hier mal ein aktuelles Beispiel von eBay. Die erste Marke ist eine Hamburger Fälschung (am Stempel erkennbar, siehe Beitrag 2, letzte Marke). Auch die dritte Marke ist verfälscht (Durchstochene Marke mit abgeschnittenem Durchstich). Die Marke in der Mitte ist echt (Katalog ca. 25 Euro). Der Verkäufer gibt einen Katalogwert von Euro 445 an. Bei Echtheit schreibt er nicht bestimmt.

eBay 163129409797

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 08.07.2018 13:06:32 Gelesen: 1795# 5 @  
@ marc123 [#2] und [#3]



Weiteres Beispiel: Zweite Marke oben, erste Marke unten. Erkennbar sind die Umrahmungen, besonders bei der 25 Centimes. Bei der 10 Centimes fällt der Stempel sofort ins Auge (Stempel 2, Beitrag 2).

Beschreibung: Katalogwert 950 Euro, Echtheit: Echt.

eBay 302688219039

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 02.08.2018 23:53:44 Gelesen: 1654# 6 @  
Ein schönes Beispiel einer Hamburger Fälschung. Sehr gut erkennbar sind die Umrahmungen und der typische Falschstempel, vier Kreise.

Angeboten wird die Fälschung zum Ausruf von ca. 140 Euro, aktuell bei AB Philea (360. Auktion, Los 2129) als Michel Nr. 4, Katalog 700 Euro.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 28.12.2018 18:51:56 Gelesen: 1293# 7 @  
Fälschungen von François Fournier

Von sämtlichen Wappenmarken (1859-1880) existieren Fälschungen von François Fournier. Man findet sie häufig in Internet Auktionen, sowie bei Auktionshäusern in Einzel- sowie auch in Sammellosen, dort als echte Marken angeboten. Sie kommen mit echt wirkenden Stempeln, aber auch mit Fantasiestempeln vor.

Diese sind sehr leicht zu erkennen, wenn man einen einfachen Trick kennt. Die Falschen Marken der hohen Werte (ab 10 Centimes) haben im zweiten weißen Buckel einen Punkt.



Zwei Fournier-Fälschungen links mit Fantasiestempel, rechts echt wirkender Stempel.



Echte Marke



Details der Marken. Die beiden ersten falschen Marken, mit Punkt, die rechte Marke, echt, ohne Punkt.

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 28.12.2018 19:36:30 Gelesen: 1279# 8 @  
Fälschungen von François Fournier

Auch die kleinen Werte (159-1880) wurden von Fournier gefälscht. Diese sind leicht an einem weißen Fleck über dem D erkennbar.



Links Fournier-Fälschung, rechts echte Marke.



Details, links falsch, rechts echt.

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 30.12.2018 09:25:31 Gelesen: 1192# 9 @  
@ marc123 [#7]

Hier mal ein aktuelles Beispiel einer Fournier-Fälschung bei eBay 153321640894



Der Punkt im zweiten weißen Buckel ist deutlich erkennbar.

Beste Grüße
 
marc123 Am: 30.12.2018 09:54:27 Gelesen: 1186# 10 @  
@ marc123 [#7]

Auch bei Auktionshäusern findet man Fournier-Fälschungen häufig. Hier ein sehr auffälliges Beispiel. So breitrandig ist die Marke bzw. der Probedruck nicht im Original.



Beim Auktionshaus Lenz im Nachverkauf für 100 Euro, Los 760. 1879, 37 1/2 C. gelbbraun, ohne Aufdr. - ungezähnt, sehr breitr. Prachtstück - Gummireste (Mi.-Preis für ohne G.) 600,- Auch hier ist der Punkt gut erkennbar.

https://www.briefmarken-lenz.de/katalog/suche/?FldKatalog=&FldLand=ALL&FldLandMuenzen=ALL&FldLosnummer=&FldMichelnummer=&FldStichwort=&a=katalogSuche&FldLosnummerStart=753&FldLosnummerEnd=779

Beste Grüße
Marc
 
Mondorff Am: 15.03.2019 22:04:10 Gelesen: 670# 11 @  
Allgemein sollte bekannt sein, dass es "ausreichend" Aufdruck-Fälschungen der Dienstmarken gibt.

Hier nun wieder eine mit falschem S.P.-Aufdruck und ganz leicht als Fälschung zu erkennen.



Dienstbriefe wurden allgemein zur Frankierung und zur anschließenden Entwertung der Marken zum Hauptpostamt Luxembourg-Ville transportiert. Kleinere Postämter, Postagenturen, Postrelais geschweige denn Paketpostagenturen wurden nicht mit Dienstmarken beliefert.

Wie also sollte solch eine Paketpostagentur wie USELDANGE dazu kommen, diese Marke zu entwerten?

Der S.P.-Aufdruck * wurde nachträglich auf einer schon gestempelte Marke angebracht.

Schade um eine Marke mit diesem seltenen Stempel.

Gruß DiDi

* S.P. = Service publique = Dienstsache (Öffentlicher Dienst) = Dienstmarke
 
Mondorff Am: 16.03.2019 14:47:36 Gelesen: 633# 12 @  
Auch allgemein bekannt sein sollte, dass Marken im sog. Haarlemer Druck (Mi-Nr. 37/44) besonders gern mit der Schere bearbeitet werden, um daraus Marken der Mi.-Nr. 3/9 zu machen.



Neben dem gröberen Druck verraten die Stempel die Fälschung. Die waren zum Zeitpunkt der Ausgabe noch nicht da. Bei der Mi.-Nr. 3 (eine mit der Schere bearbeitete Mi.-Nr.37), deren Original 1863 ausgegeben wurde, ist (mit dem Photokopierer) ein Stempeltyp d'raufgesetzt, der erst ab 1905 zum Einsatz kam.

Leider gibt es aber auch Auktionsfirmen, die diesen Fabrikationen von Philoutelisten nicht gewachsen sind und sie eben unter der Nr. 3 oder 4 einstellen.

Schönen Gruß
DiDi
 
marc123 Am: 12.04.2019 09:58:15 Gelesen: 502# 13 @  
@ Mondorff [#12]

Hallo Dieter,

gut dass Du darauf hinweist. Auch die Nr. 7 (12, 5 Centimes) und die Nr. 11 (40 Centimes sind hiervon betroffen). Manchmal auch die 10 Centimes, aber die erkennt man sehr leicht.



Ich zeige hier mal ein interessantes Los zu diesem Tema, das am 5. Mai bei SoleryLlach (Los 1369) zum Ausruf von 150 Euro versteigert wird.

Laut Beschreibung eine Michel Nr. 4, 5, 7 und 8.

Die Nr. 4 ist eine Haarlem (Michel Nr. 38) mit abgeschnittener Zähnung. Die Marke war von großem Format, daher der breite Rand oben. Der Katalogwert mit Zähnen beträgt 5 Euro. Die Nr. 4 immerhin ca. 700, je nach Katalog.

Die Nr. 5 ist echt aber keine Nr. 5, denn die ist in Wirklichkeit gelb, sondern eine Nr. 26. Katalogwert Nr. 5, 225 Euro, Nr. 26, 175 Euro.

Die Nr. 7 ist eine Nr. 18 mit abgeschnittenem Durchstich. Katalogwert 10 Euro mit Durchstich an Stelle von 200 für eine Echte.

Die Nr. 8 ist eine Fournier Fälschung. Man beachte den Punkt (siehe Beitrag 7, 9 und 10). Katalogwert Nr. 8, 350 Euro.



Ein weiteres Beispiel, aktuell bei Götz, Los 3181 (7.-9.5.), Ausruf 40 Euro. Es handelt sich nicht um eine Nr. 3 wie beschrieben, sondern um eine Nr. 24 mit abgeschnittenem Durchstich. Rechts unten sind sogar noch Reste vom Durchstich zu erkennen. Katalog 10 Euro mit Durchstich, die Echte wird mit 550 Euro bewertet.
Hier ist auch interessant, dass im darauffolgenden Los eine echte Nr. 3 im Viererblock angeboten wird.

Liebe Grüße
Marc
 
marc123 Am: 12.04.2019 10:26:13 Gelesen: 490# 14 @  
Ein weiteres Sammellos, hier bei Schlegel (Los 2025, vom 14. Mai) Ausruf 120 Euro, mit einer interessanten Vielfalt an Fälschungen.



Die Beschreibung ist sehr interessant "LUXEMBURG: 1852/80, gestempelte Partie ab Mi-Nr. 1 in unterschiedlicher Qualität"

Von 1880 befindet sich nur eine Marke im Los und zwar die 2. Marke. Diese ist eine Haarlem Michel Nr. 38, mit abgeschnittener Zähnung. Einsortiert ist sie aber als wäre es eine Nr. 4. Bei der 6. Marke wurde der Aufdruck UN FRANC entfernt. So wurde aus einer Michel Nr. 25 eine 22 hergestellt. Auf dieses Problem habe ich schon in einem anderen Thema hingewiesen.

Die erste Marke der zweiten Reihe ist eine Hamburger Fälschung, man beachte die Umrahmung (siehe Beitrag 2-6).

Dann noch 2 Fournier Fälschungen (2. Reihe 6 Marke und 3. Reihe, 2. Marke). Bei der 20 Centimes ist der Punkt (siehe Beitrag 7, 9 und 10) gut erkennbar. Bei der 10 Centimes ist der Punkt nicht zu erkennen, hier erkennt man es aber am schlechten Durchstich.

Ich denke, dass mit etwas Übung, auch ein Laie auf diese Weise Sammellose gut auf Fälschungen überprüfen kann.

Liebe Grüße
Marc
 
Richard Am: 12.04.2019 15:49:31 Gelesen: 449# 15 @  
@ marc123 [#13]

Hallo Marc,

Herr Lehrich vom Auktionshaus Götz hat bereits zu Deinen Beitrag per Mail geantwortet:

Sehr geehrter Herr Ebert,

wir möchten uns gerne bei Ihnen und Ihren Forenleser für den Hinweis auf Los 3181 der 383. Versteigerung bedanken.

Wir haben uns dieses Los natürlich zur Hand genommen und mussten tatsächlich feststellen, dass es sich hierbei um die besagte Nr. 24 statt Nr. 3 handelt.

Um weiteren Schaden abzuwenden wird dieses Los von der Versteigerung zurückgezogen und kommt nicht zum Verkauf.

Leider passieren solche Fehler auch den besten Philatelisten aber dieses hat dennoch etwas Gutes an sich. Es zeigt uns, dass die Kataloge von unseren Kunden eingehend gelesen und studiert werden und auf entsprechende Resonanz stößt.

Ein besonderes Dankeschön auch an das Mitglied „marc123“, welcher den Fehler entdeckt hat.

Eine Bitte jedoch an alle Forenmitglieder. Da auch wir nicht frei von Fehlern sind ist es natürlich auch wünschenswert, wenn diese nicht nur im Forum veröffentlicht werden, sondern auch uns direkt mitgeteilt werden. Nur so besteht die Chance zu reagieren um weiteren Schaden abzuwenden.

In diesem Sinne noch viele schöne Momente mit unserem gemeinsamen Hobby.

Mit freundlichen Grüßen

David Lehrich

 
Richard Am: 12.04.2019 17:16:50 Gelesen: 411# 16 @  
@ marc123 [#14]

Hallo Marc,

auch die Firma Schlegel hat geantwortet:

Hallo Herr Ebert,

bitte reichen Sie unsere Antwort in das Forum weiter: Wir haben das Los zurückgezogen und bedauern unseren Fehler.

Leider lassen sich solche Fehler nicht immer vermeiden, wir sind jedoch immer dankbar für entsprechende Hinweise.

Das Los wird in den Online-Katalogen noch einige Tage normal angezeigt werden, da wir die entsprechende Änderung nicht selbst vornehmen können. Sie wird von der Firma Philasearch umgesetzt, so dass leider ein paar Tage Bearbeitungszeit eingeplant werden müssen.

Freundliche Grüße / Best regards

Stefan Kaphengst

Chefphilatelist / Senior-Philatelist

 
marc123 Am: 12.04.2019 17:56:59 Gelesen: 394# 17 @  
@ Richard [#16]

Hallo Richard,

vielen Dank für Deine Arbeit. Eigentlich habe ich die Lose hier eingestellt um anhand meiner vorherigen Beiträge zu zeigen, wie man auf Auktion "relativ" leicht Luxemburg-Fälschungen erkennt. Umso mehr freut mich für die Sammler, dass die Lose zurückgezogen wurden und dass die Auktionshäuser die Hinweise ernst nehmen.

Zur Antwort von Herrn Lehrich:

Eine Bitte jedoch an alle Forenmitglieder. Da auch wir nicht frei von Fehlern sind ist es natürlich auch wünschenswert, wenn diese nicht nur im Forum veröffentlicht werden, sondern auch uns direkt mitgeteilt werden. Nur so besteht die Chance zu reagieren um weiteren Schaden abzuwenden.

Ich habe in den letzten Jahren mehrfach Auktionshäuser bezüglich Luxemburg-Fälschungen kontaktiert. Die Antworten kann ich in drei Kategorien aufteilen:

1. Keine Antwort.
2. Ich müsste das Los ja nicht kaufen.
3. Bedankung und das Los wurde zurückgezogen.

Liebe Grüße
Marc
 
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