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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 1635 Beiträge:
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Magdeburger Am: 18.09.2018 10:39:22 Gelesen: 75816# 1386 @  
@ Gernesammler [#1384]
@ bayern klassisch [#1383]

Hallo ihr beiden.

ich war mal so frei:



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 18.09.2018 13:10:51 Gelesen: 75771# 1387 @  
@ Magdeburger [#1386]

Lieber Magdeburger,

vielen Dank! Ich kann es leider nur fragmentarisch lesen, aber eine Rücksendung ist es nicht, weil die auch die Adressseite betroffen hätte und die ist ja unverändert.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 18.09.2018 19:36:38 Gelesen: 75698# 1388 @  
@ Magdeburger [#1386]
@ bayern klassisch [#1387]

Hallo Ralph, hallo Ulf,

vielen Dank fürs Drehen des Scans, ich kann hier leider auch nur im geprägten Andreas Fuersten königlicher Roint Schweinfurt lesen, sowie im geschriebenen Text Rosenstrauss ... kaufen? Schweinfurt 10.8.1865.

Aber mich würde natürlich interessieren, warum der Brief dann noch über Weigoldshausen gelaufen ist, dann wäre er ja erst am nächsten Tag in Schweinfurt gewesen.

Vielleicht ist ja der Text im Innern nur eine Notiz des Notars (reine Theorie).

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 18.09.2018 20:36:30 Gelesen: 75687# 1389 @  
@ Gernesammler [#1388]

Hallo Rainer,

dein Brief lief am 8.8. von Werneck in den Nachbarort Weigoldshausen, wo er am 9.8. ankam. Von dort aus direkt nach Schweinfurt am selben Tag, aber ohne Ankunftsstempel, mehr nicht. Er lief todsicher nicht retour.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 19.09.2018 19:49:12 Gelesen: 75636# 1390 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Geislingen vom 9. September. 1796 nach München an "Monsieur le Baron de Rechberg Chevallier de Lordre militaire de St.George Chambellan et Confeiller de Etat de S A S Elektorale Palatine Duc de Baviere Administratuer de Comte de Wiesensteig", also einem Träger des St.George Ordens dieser wurde seit 1769 von Katharina II zur Belohnung an Offiziere und Soldaten für hohe militäriche Dienste vergeben. Gleichzeitig war Baron de Rechberg gewählter Pfalzgraf von Bayern (Elektorale Palatine Duc de Baviere).

Am 10.9.1796 kam der Brief in München an dies wurde handschriftlich vermerkt.
Für den Brief wurden bis Grenze 4 Kreuzer vermerkt und der Anteil für Bayern betrug 8 Kreuzer, Gesamt 12 Kreuzer diese waren vom Empfänger zu zahlen.

Ob Baron de Rechberg diese Portokosten tragen musste kann man nicht nachvollziehen.

Gestempelt wurde mit L1 Einzeiler D.GEISLINGEN (Feuser 1105-1 ab 1775 in Verwendung). Auf der Rückseite noch ein sehr schönes Siegel vielleicht kann man im Text erkennen von wem dieses Siegel sein könnte.

Zwischen 1396 und 1802 gehörte Geislingen zur Freien Reichsstadt Ulm und ab 1500 auch zum Schwäbischen Reichskreis. 1803 fiel die Stadt durch den Reichsdeputationshauptschluss an das Königreich Bayern und wurde 1810 mit Württemberg getauscht.

Gruß Rainer





 
bayern klassisch Am: 19.09.2018 20:18:23 Gelesen: 75633# 1391 @  
@ Gernesammler [#1390]

Hallo Rainer,

netter Brief!

Er kostete 4 Kreuzer bis Augsburg und von Augsburg 4 weitere Kreuzer bis München, total also 8 Kreuzer, wie oben notiert.

Grenzen gab es für die Post keine, weil das die taxische Reichspost alles in ihrer Hand hatte (Staatsposten gab es im Süden der Republik noch keine).

Wollte der Absender frankieren, gab es das "Absatzfranko", hier also von Geislingen bis Augsburg und ab da das Porto nach München. Hier hat man aber gar nichts bezahlt, was recht selten war, da der Empfänger kein Subalterner war, sondern eine recht hoch gestellte Persönlichkeit, die allerdings diese 8 Kreuzer zu bezahlen hatte.

Ein paar nette Titel reichten der Reichspost noch lange nicht, um einem die passive Postportofreiheit zu gewähren - da brauchte es schon andere Kaliber.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 20.09.2018 20:08:04 Gelesen: 75475# 1392 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Vorderseite eines Porto Briefes vom 17.5. aus Stadtprozelten nach Amorbach an Herrn Rechtsanwalt Dehloch, da beide Orte innerhalb der Tarif Zone bis 12 Meilen lag.

Der Brief wurde unfrankiert versendet und somit dem Empfänger 24 Kreuzer Porto abverlangt da das Gewicht über 4 Loth gelegen haben muss. Gestempelt mit Halbkreisstempel 11b somit müsste der Brief zwischen 1854 oder 1857 spediert worden sein.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 20.09.2018 20:54:46 Gelesen: 75462# 1393 @  
@ Gernesammler [#1392]

Hallo Rainer,

wenn ich kurz korrigieren darf: Dr. Dessloch war der Empfänger des schönen Stücks.

Die Aufgabepost hatte in schwarzer Tinte 12 Kreuzer Porto notiert, welches die Abgabepost strich und selbst 12 Kreuzer in Rötel auftrug - das kenne ich zu Beginn der 1850er Jahre, als jeder seine eigene Hand auf den Briefen verewigt sehen wollte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 25.09.2018 11:41:37 Gelesen: 73207# 1394 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Porto Brief aus Augsburg vom 29.1.1848 an den den Gemeinte Rath in Thannhausen über Nördlingen wo der Brief am selben Tag ankam. Für das Porto wurden 4 Kreuzer erhoben für die Entfernung 6-12 Meilen, hier hat auch die Aufgabepost 4 Kreuzer vermerkt und die Abgabepost hat die schwarze 4 gestrichen und neu in Rötel notiert. Gestempelt wurde mit Zweizeiler von Augsburg (Winkler 8b, 4 x 38 mm)verwendet 1846-1848 und auf der Rückseite der Halbkreisstempel von Noerdlingen (Winkler 11b), den Rest des Weges kam der Brief per Boten zum Empfänger.

Gruß Rainer







 
bayern klassisch Am: 25.09.2018 17:43:04 Gelesen: 73175# 1395 @  
@ Gernesammler [#1394]

Hallo Rainer,

der Brief weist eine Besonderheit auf:

Als gewöhnlicher Portobrief setzte Augsburg bis zur württembergischen Staatsgrenze bzw. thurn und taxischen Postgrenze (war hier dasselbe) 4 Kreuzer an, wie du korrekt bemerkt hast.

Ab dieser Grenze hätte der Brief für die württembergische Strecke taxiert werden müssen - wurde es aber nicht. Stattdessen strich man die bayerischen 4 Kreuzer durch, um sie mit Tinte zu wiederholen, sonderbar, denn das deutete darauf hin, dass der Empfänger Portofreiheit genossen hätte - was möglich war, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Von Nördlingen aus wurde er aber nicht von einem (bayerischen) Bogen ausgetragen, weil das Oberamt Ellingen 28 km von Nördlingen entfernt lag - das wäre ein bissi weit gewesen, sogar für wohltrainierte bayerische Waden. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
olli0816 Am: 25.09.2018 18:37:01 Gelesen: 73163# 1396 @  
Hallo,

jetzt möchte ich nach längerer Zeit mal wieder einen Brief zeigen, den ich noch nicht lange besitze.

Es ist ein Brief von München Vorstadt Au mit schönem offenen Mühlradstempel 25 und Halbkreisstempel Vorstadt Au nach Neumarkt in Oberbayern mit einer Michel Nummer 6 12 Kreuzer rot. Der Brief erinnert mich an Monaco Franze, der wollte immer der Stenz von der Au sein. Mein erster 12 Kreuzer Brief der Quadratausgabe von Bayern und da die Stempel so schön waren, konnte ich mich nicht zurückhalten.

Was mich ein bisschen irritiert ist die Tatsache, dass die Marke über die Schrift geklebt wurde, obwohl weiter unten oder rechts noch Platz gewesen wäre. Das Jahr kann man leider nicht feststellen, da kein Ankunftsstempel auf der Rückseite vorhanden ist und das Schreiben innen fehlt. Das einzige ist noch ein kleiner Rückstand eines ehemaligen roten Siegels.



Grüße Oliver
 
bayern klassisch Am: 25.09.2018 19:09:51 Gelesen: 73154# 1397 @  
@ olli0816 [#1396]

Hallo Oliver,

hoppla - was für ein Brief!

Er ist in jeder Hinsicht echt und der Absender hatte eigene Marken, die fast immer mittig verklebt wurden (die Post klebte ja damals die Marken generell nicht auf die Briefe, wenn sie sich an die Vorschrift hielten).

Es war ein Brief über 1 bis 2 Loth nach dem Tarif 1.7.1858 bis 31.7.1865, also ein 2. Gewicht bei einer 2. Entfernungsstufe über 12 Meilen innerbayrisch.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
olli0816 Am: 26.09.2018 14:36:48 Gelesen: 73060# 1398 @  
Hallo zusammen,

anbei noch ein weiterer schöner Bayernbrief, den ich auch noch nicht ganz so lange besitze.

Es handelt sich um einen Brief aus Sonthofen mit einer sehr schönen 9 Kreuzer Marke 5d nach Österreich/Maulterndorf. Der Halbkreisstempel von Sonthofen und der geschlossene Mühlradstempel sind sehr gut erhalten. Auf der Rückseite ist der Ankunftsstempel von Maulterndorf zu sehen. Der Brief wurde 1861 verschickt und war 2 Tage unterwegs. Meine Großeltern väterlicherseits besaßen in Sonthofen einen 500 Jahre alten Bauernhof. Vieles war sehr gut erhalten inkl. der viel zu kleinen Türen/Durchgänge zu einigen Räumen. Die Menschen waren damals etwas kleiner als heute. Ich wollte schon länger einen schönen Brief aus dem Ort besitzen, nun hat es endlich geklappt.

Ein Blick in meinem alten Thomas Henke Altdeutschland Katalog verrät mir, dass der Nummernstempel recht häufig ist. Das finde ich erstaunlich, da Sonthofen um 1850 nur etwa 3.000 Einwohner hatte. Selbst heute ist es mit knapp 22.000 Leuten noch übersichtlich. Vielleicht gibt's eine Erklärung?

Hier nun der Brief mit Vorder- und Rückseite:



@ bayern klassisch [#1397]

Danke für deine Erklärung und der Bestätigung, dass der Brief echt ist sowie Erklärung des Portos.

Viele Grüße
Oliver
 
bayern klassisch Am: 26.09.2018 15:09:38 Gelesen: 73052# 1399 @  
@ olli0816 [#1398]

Hallo Oliver,

da zeigst du uns einen sehr schönen 9 Kreuzerbrief aus Sonthofen unter 1 Loth über 20 Meilen.

Sonthofen hat praktisch immer rechts übergehend gestempelt, jedenfalls findet man kaum mal einen anders gestempelten Brief.

Sem gibt in seinem Katalog einen Briefzuschlag von satten 10 Euro an, was auf große Häufigkeit schließen lässt, aber mit den Zuschlägen ist das so eine Sache.

Sonthofen hatte außer Schiefer nicht so viel Industrie, wenn ich als Laie nicht irre, aber es sind schon ein paar nette Briefe erhalten. Was genau so wichtig ist, wie die Anzahl der verschickten Briefe, ist die Anzahl der erhalten gebliebenen Korrespondenzen - auch da gibt es wohl das ein oder andere, aber 10 Euro Zuschlag halte auch ich für zu wenig, wenn ich andere Stempelzuschläge aus gleicher Zeit vergleiche, von denen ich 50 oder 60 praktisch ad hoc weltweit kaufen könnte, was ich bei Sonthofen ausschließe.

Es mag auch sein, dass es kaum oder keine Sonthofener Heimatsammler gibt, die solche Briefe kaufen würden - das weiß ich leider nicht. Manche Zuschläge sind nur deshalb so hoch, weil es zahlreiche Heimatsammler gibt/gab, die viel Geld in der Tasche hatten, um sich alles zu kaufen, was auf den Markt kam, während andere Orte kaum gesucht waren, obwohl das Material gut und nicht häufig war. Generalsammler der Mühlradstempel konnten das teilweise abfedern, weil sie alle Stempel haben mussten in beiden Verteilungen, aber die Anzahl derer ist stark auf dem absteigenden Ast und die Verbliebenen a) haben fast schon alles, bis auf die Bomben, oder b) sehen sich bei besseren Stücken finanziell außerstande mitzubieten.

Ich hatte mal einen vergleichbaren Sonthofener Brief, finde ich aber nicht mehr, trotz intensiver Nachsuche, daher muss deiner vorerst hier allein bleiben, was sich hoffentlich bald ändert.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 27.09.2018 11:38:07 Gelesen: 73009# 1400 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Partei Sache (PS) vom 4.8.1863 von der Filial Bank Ludwigshafen an die Gemeinde Zell über Albisheim und Kirchheimbolanden, hier kam der Brief am 6.8.1863 an.

Die Gemeinde Zell bekam erst am 10.9.1898 eine eigene Post Agentur deswegen wurde der Brief ab Kirchheimbolanden weiter spediert. Für das Porto da unfrankiert musste der Empfänger 6 Kreuzer zahlen. Gestempelt mit Halbkreisstempel von Ludwigshafen (Winkler 14 große Type) Verwendung 1863-68 auf der Rückseite Halbkreisstempel von Albisheim (Winler 12a) Verwendung ab 1863 und der Halbkreisstempel von Kirchheimbolanden (Winler 11b) Verwendung 1858-63.

Es ist auch noch ein sehr gut erhaltenes Siegel auf der Rückseite von der Filialbank Ludwigshafen welches durch seine schwarze Farbe auf einen Trauerbrief hinweist.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 03.10.2018 11:41:13 Gelesen: 71550# 1401 @  
Liebe Freunde,

heute kann ich einen netten Kleinbrief aus Bamberg vom 31.5.18?? für 12 Kreuzer Porto nach Klebing bei Mühldorf in Bayern zeigen, der den Fingerhutstempel mit 2 Bruchstrichen zeigt, was verwundert, da doch bei einem Tag/Monats - Datum nur 1 Bruchstrich vonnöten ist.







Darüber hinaus wundert man sich über die etwas ungewöhnliche Art, wie man diesen Brief geschrieben hat (längs, quer, oben, unten, seitlich, hinten usw.), was sich aber erklären lässt, weil der Schreiber dieser Zeilen gegen Ende seines Briefes von der Post einen Brief der Empfängerin zugestellt bekam, diesen las und sofort noch mit den letzten Zeilen beantwortete.

Wie oft gab es das wohl, dass A an B einen Brief just dann schrieb, als die Post ihm einen Brief von B vor die Türe legte? Sicher nicht sehr häufig.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 03.10.2018 12:00:08 Gelesen: 71547# 1402 @  
Liebe Freunde,

bei Briefen mit 2 datumsverschiedenen Aufgabestempeln ist die Interpretation für dieses Handeln nicht einfach, weil wir die Uhrzeit der Aufgabe nicht kennen.



1. Möglich wäre eine späte Einlieferung kurz vor Schalterschluß, so dass aus dokumentarischen Gründen das Aufgabedatum durch Stempelabdruck zu belegen war, der Brief aber nicht mehr am Aufgabetag abspediert werden konnte und so bis zum Folgetag liegen blieb, an dem er nochmals abgestempelt wurde, nun aber mit dem aktuellen Datum.

Für dergleichen Fälle war der Nebenstempel "Nach Abgang der Post" bzw. "Nach Abgang" vorgesehen, den aber nicht jede Poststelle in Bayern besaß und infolgedessen auch nicht abschlagen konnte. Manuell konnte das auch nachgetragen werden, aber das verteilte sich mehr auf die Postscheine bei Brief- und Fahrpost, als auf gewöhnliche Briefpostsendungen, wo es die absolute Ausnahme blieb.

2. Ebenso möglich war beim 1. Brief des Tages der Test, welches Stempeldatum der Vorgänger (oder man selbst) eingestellt hatte (der eine stellte es am Vortag Abends schon auf den nächsten Tag um, der andere war etwas fauler und überließ das "der nächsten Schicht"). Also konnte man den Stempel wie hier am 3.1.1831 testhalber abschlagen, um zu sehen, dass man ihn jetzt auf den richtigen Tag, den 4.1.1831, umstellen musste, was man auch tat und dokumentierte. Jetzt wäre aber der falsche (alte) Abschlag zu streichen gewesen, was man verabsäumte.

Man weiß daher nicht, welche dieser Varianten im Jänner 1831 in Bamberg mit dem aptierten Zweizeiler gespielt wurde (innen ist er absenderdatiert 3.1.). Theoretisch möglich wäre auch ein sog. "reclamirter Brief", also eine Postaufgabe am 3.1., dann wäre im Laufe der nächsten Stunden der Absender aber zur Post zurück gekommen und hätte seinen Brief wieder zurück verlangt (vlt. weil ihm neue Erkenntnisse in der Zwischenzeit zugekommen waren). Die Post hätte ihn ihm zurückgeben müssen, er hätte seinen Briefinhalt ergänzt und am Folgetag erneut (neu versiegelt) der Post aufgegeben.

Der hiesige Brief scheint tatsächlich zu diesen reclamirten Briefen zu gehören, weil auch hier Text später hinzugefügt wurde und das schwarze Trauersiegel einmal überdruckt wurde von einem neuen Trauersiegel.

Doch ganz ausschließen kann man auch damit die Variante 2 natürlich nicht.

Infolge einer Neueinteilung kostete dieser Brief trotz gleichem Tarifzeitraum jetzt statt 12 Kreuzer nur noch 10 Kreuzer - tja, die bayerische Post war halt eben damals schon sehr lernfähig.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 09.10.2018 20:01:28 Gelesen: 68940# 1403 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 27.10.1871 aus Zoeschlingsweiler von der Baumwollweberei in Schwaben über Lauingen nach Augsburg an Herrn Rudolph Schneider, unten im Brief in Rötel "Provisions Nota" wofür könnte dieser Begriff bei diesem Brief gelten.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr. 23x, gestempelt wurde mit Halbkreisstempel von Lauingen (Winkler 11b) und auf der Rückseite als Ankunftsstempel der Zweizeiler Bahnhof Augsburg in Grotesk (Winler 8b S).

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 11.10.2018 20:11:27 Gelesen: 68879# 1404 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Porto Brief vom 6.11.1860 aus Dürkheim in der Pfalz an Herrn Fischer in Schwarza bei Rudolstadt, der Brief wurde spediert über Frankfurt am Main wo er noch am 6.11. ankam und weiter spediert über Weimar 7.11. und am 8.11.in Rudolstadt ankam für das Porto mussten vom Empfänger 26 Kreuzer aufgebracht werden, diese setzten sich aus 12 Kreuzern für Bayern die dann nochmals erwähnt und durchgestrichen werden, sowie 4 Neu-Groschen die reduziert wurden auf 3 1/2 Neu-Groschen diese wurden dann umgerechnet in 14 Kreuzer die auf der Vorderseite durchgestrichen sind aber auf der Rückseite nochmals in Rötel notiert wurden.

Ich hoffe das ist richtig, wenn nicht dann wie immer gerne verbessern, damit ich alles sauber aufziehen kann.

Gestempelt wurde mit Halbkreisstempel (Winkler 11b) und auf der Rückseite Einkreisstempel von Frankfurt A.M., Einkreiser K1 von Weimar (Feuser 3822-4) und Zweikreiser K2 von Rudolstadt (Feuser 3035-5).

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 11.10.2018 20:28:45 Gelesen: 68873# 1405 @  
@ Gernesammler [#1404]

Hallo Rainer,

ein phantastischer Brief - nur bei der Beschreibung muss ich ein paar Dinge korrigieren.

Bayern notiert mittig 12 Kreuzer Porto - die allein Bayern auch zustanden.

In Frankfurt am Main wähnte man den Zielort im taxischen Groschenbezirk und reduzierte in 3 1/2 Silbergroschen die von Bayern geforderten 12 Kreuzer. Eigentlich waren im Postverein 3 Kreuzer gleich 1 Silbergroschen (Neugroschen gab es nur im Königreich Sachsen - dein Brief lief aber nicht nach Sachsen, sondern in den Thurn und Taxis - Bezirk, daher waren es Silbergroschen, die gleichwertig waren).

Mit den Bestellgeld von 1/2 Groschen ergaben sich 4 Groschen, die mit dem Faktor 3,5 in Kreuzer zu reduzieren waren, so dass der Empfänger im Kreuzerbezirk dort tatsächlich 14 Kreuzer bezahlen musste.

Ein wunderbares Beispiel über die Berechnung und Reduktion von Währungen im Postverein.

Da der Brief von 1860 stammt, konnte es nur ein Porto geben, nämlich das der Aufgabepost, wie im DÖPV beschlossen zum 1.7.1850.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 12.10.2018 20:12:50 Gelesen: 68619# 1406 @  
@ bayern klassisch [#1405]

Hallo Ralph,

vielen Dank für die Richtigstellung der Taxierung des Briefes, da lag ich ja nur mit den 12 Kreuzern für Bayern richtig, auf jeden Fall konnte ich den Brief jetzt super beschrieben aufziehen und in meine Sammlung "Porto Briefe in der Markenzeit" aufnehmen.

Gruß Rainer
 
Gernesammler Am: 15.10.2018 20:08:34 Gelesen: 67703# 1407 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Augsburg vom 28.11.1871 von den Gebrüdern Fromel als Rechnungsbrief an Herrn J.Berger in St. Johann per Kufstein in Tirol spediert. Im Brief selbst geht es um 1 Ballen Java und einen Ballen Jamaica (Wolle, Kaffee oder Tabac) steht leider nicht im Brief dabei. Die Rechnung ist ein Vordruck der für jeden Kunden verwendet werden konnte. Für das Franko nahm man eine Bayern Nr. 23 zu 3 Kreuzer, gestempelt mit Halbkreisstempel Bahnh. Augsburg (Winkler Nr. 14 Schrift in Grotesk).

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 18.10.2018 19:48:32 Gelesen: 66414# 1408 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 29.6.1850 aus Nürnberg von der Hüttensteinacher Eisenwerkgesellschaft an Caspar Gerhauser Eisenhändler in Kaufbeuren. Da der Brief unfrankiert bei der Post aufgegeben wurde, wurden 6 Kreuzer Porto erhoben für unfrankierte Briefe bis 1 Loth im Fernverkehr über 12 Meilen, diese hatte der Empfänger zu erstatten. Gestempelt wurde der Brief mit Zweikreisstempel mit Zierstücken (Winkler Nr. 10 Typ I, 22 mm). Auf der Rückseite gibt es keinen Ankunftsstempel.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 18.10.2018 21:25:21 Gelesen: 66391# 1409 @  
@ Gernesammler [#1408]

Hallo Rainer,

ein netter Brief, der am 29.6.1850 innerbayerisch auf die Reise ging. 2 Tage später hatte Bayern seinen Ersttag im Postverein und damit auch sein inländisches Reglement modifiziert, als es dann einen Portozuschlag von 3 Kreuzer für unfrankierte Briefe gab und der Brief dann 9 Kreuzer gekostet hätte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Marcel Am: 18.10.2018 22:28:58 Gelesen: 66370# 1410 @  
@ Gernesammler [#1380]

Hallo Rainer,

ich bin begeistert. Ich bin ständig auf Suche nach Briefen und Dokumenten an und von Knauth. Erst kürzlich habe ich einen Brief erstanden auf den ich noch warte aus Strassburg nach Orlamünde.

1864 regte der selbstständige Handelsvertreter für verschiedene Spielzeughersteller Edmund Knauth die Gründung einer eigenen Spielwarenfabrik in Orlamünde an. Seine ältere Schwester Fräulein Mathilde bemühte sich bis 1873 besonders ums Geschäft, das gemeinschaftlich geführt wurde und bis 1875 die Bezeichnung "Mathilde Knauth, Spielwaaren-Fabrik Orlamünde" trug. Mit beteiligt am Geschäft waren ein jüngerer Bruder Guido Knauth und ein Neffe Arno Sperrhake. Diese Beiden gründeten später eigene Fabriken in Orlamünde und Eisenberg.

Siehe dazu: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=135615

Vielen Dank fürs zeigen - Super!

Wir haben hier im Museum auf der Kemenate auch eine kleine Ecke über die Puppenfabrik.

schöne Grüße aus Orlamünde
Marcel
 

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