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Thema: USA Fälschungen
Heinz 7 Am: 07.09.2019 13:22:37 Gelesen: 1284# 1 @  
Fälschungen USA: 1890, 2 Cents, counterfeit grill

Liebe Philatelisten-Gemeinde,

wir kennen aus den USA extrem seltene Briefmarken, die unspektakulär aussehen, aber wegen einer Abart Weltraritäten sind, die es nur in wenigen Stücken gibt; bisweilen sogar Unikate. Ich spreche von Papier-Abarten.

Siehe dazu Thema: "Die seltensten und wertvollsten Briefmarken der Welt" (u.a. Beiträge 564, 565, 568, 569).

Alle seltenen Briefmarken sind fälschungsgefährdet. Ich wusste aber nicht, dass auch die schwierigen Riffelungen offenbar gefälscht wurden. Wer kann etwas Genaues dazu sagen?

Aufmerksam geworden auf das Thema bin ich, als ich in einer alten philatelistischen Zeitung auf diese "Naturalgabe" stiess, die den Abonnenten der Zeitschrift geschickt wurden.



Es wäre schön, wenn uns ein Spezialist etwas über diese frühen Fälschungen sagen könnte.

Heinz
 
lueckel2010 Am: 07.09.2019 15:26:54 Gelesen: 1261# 2 @  
@ Heinz 7 [#1]

Hallo, Heinz!

Mit den von Ihnen so bezeichneten "Riffelungen" könnten eventuell "grills" (Scott) bzw. Waffeleinpressungen (Michel) gemeint sein. Diese wurden bei den Briefmarkenserien, Mi.-Nr. 16-25, 26-35 und 36-48, mit Walzen eingepresst. Durch diese Maßnahme sollte eine Wiederverwendung leicht gestempelter Marken verhindert werden.

Michel katalogisiert insgesamt 8 Waffeltypen, die in der Tat meistens sehr teuer bezahlt werden müssen, insbesondere bei den Serien Mi.-Nr. 16 - 25 und 36 - 48, die sowohl mit als auch ohne Waffeleinpressungen verkauft wurden.! Da in der Vergangenheit (und vermutlich auch heute noch) immer wieder versucht wurde, "grills" zu fälschen bzw. nachträglich einzupressen, empfiehlt z. B. Michel, derartige Marken nur kompetent geprüft zu erwerben.

Ich werde in Kürze eine o Mi.-Nr. 20 II W VI, geprüft W. Jakubek, BPP, vorstellen.

Mich verwundert ein wenig, dass die unter [#1] gezeigte Mi.-Nr. 62 nie "gegrillt" wurde, allerdings wurde sie auf der Abbildung auch korrekt als "gefälscht" bezeichnet.

Wünsche ein schönes Wochenende.

Viele Grüße, Gerd Lückert.
 
lueckel2010 Am: 07.09.2019 15:55:05 Gelesen: 1254# 3 @  
Nachtrag zu [#2]

Mi.-Nr. 20 II W VI/ Scott Nr. 89 (bei Michel gibt es nur Unternummern, Scott katalogisiert "gegrillte" Marken mit Hauptnummern, m. E. auch korrekt, weil übersichtlicher!).



Laut "aktuellem" Michel USA Spezial (2014) "nur" 400.00 M€. Allerdings in den 1990er Jahren in einem "Groschenbuch" entdeckt und für einen "Tacken" erworben. Die schöne Fancy-Stempelung gab es "gratis" dazu!

Ab und an kann es sich schon lohnen, wenn man sich in "seinem" Sammelgebiet auskennt!
 
Holzinger Am: 07.09.2019 20:07:07 Gelesen: 1204# 4 @  
Für Interessierte aus "Counterfeits-USA" (Für die Übersetzungsmängel entschuldige ich mich):

2¢ Washington, 1894

Am 31. März 1895 erschien eine Anzeige in der Chicago Tribune, in der eine Neuheitsagentur aus Ontario zwei Cent US-Marken zum Verkauf anbot, den erstklassigen inländischen US-Briefkurs. Die Anzeige signalisierte den ersten bekannten Versuch, das United States Post Office Department (USPOD) zu betrügen.

Bei den angebotenen Briefmarken handelte es sich tatsächlich um gefälschte Briefmarken der zwei Cent Karminenausgabe von George Washington. Laut H.K. Petschel in seinem Buch Spurious Stamps: A History of U.S. Postal Counterfeits, 1997 von der American Philatelic Society veröffentlicht, handelte es sich um Fälschungen der Ausgabe 1894, Scott 250 Type I Dreieck, Krause-Minkus (K-M) 172 Type I. Die USPOD-Stempel wurden graviert; die Fälschungen wurden lithographiert. In einem Artikel von Linn vom März 1992 berichtete Wayne Youngblood, dass auch Fälschungen mit dem Typ III Dreieck bekannt seien.

Die gezeigten Beispiele sind das Typ I Dreieck. Auf der linken Seite ist ein Scott 250, die anderen "Stempel" sind Fälschungen.



Ähnliches gibt es auch bei den 2ct-Washington Franklin und 2ct-Washington of the Fourth Bureau - bis hin zu neueren Ausgaben. Im Prinzip sind aber US-Fälschungen selten (bezogen auch auf die großen Ausgabemengen) und eigentlich bekannt.

Evtl. könnte/sollte die Überschrift auf "US-Fälschungen (allgemein)" geändert werden, da mein Beitrag sich nicht genau auf den Erstbeitrag mit seiner Marke bezieht.
 
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