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Thema: (?) (144) Nachportobelege / Nacherhebung von Porto
Das Thema hat 145 Beiträge:
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Baber Am: 18.11.2017 11:06:56 Gelesen: 27400# 121 @  
@ remstal [#120]

Nichts, wenn die Sendung aus dem Ausland kommt, denn woher soll der Postler im Auslieferungsland wissen, dass die Sendung unterfrankiert ist? Das kann ihm nur der Tax-Stempel des Absendelandes sagen.

Gruß
Bernd
 
Journalist Am: 18.11.2017 11:10:41 Gelesen: 27399# 122 @  
@ remstal [#118]
@ Baber [#119]
@ remstal [#120]

Hallo Anton und Bernd und an alle anderen,

wie Bernd vorhin schon richtig erklärt hat, muß heutzutage das Absendeland einen voll ausgefüllten Taxvermerk anbringen. Dabei steht beispielsweise derzeit bei Taxvermerken aus Deutschland unter dem Bruchstrich 90 - diese Zahl ist abhängig vom aktuell gültigen Porto für einen Standardbrief ins Ausland - bei Deutschland derzeit ja 90 Cent. Über dem Bruchstrich steht das fehlende Porto, wie Bernd ja auch schon geschrieben hat. Dies geschieht aber nur stichprobenartig, da eine vollautomatische Kontrolle über Maschinen nicht machbar ist (Ausnahme Niederlande und Dänemark teilweise).

Zumindest beim Eingang nach Deutschland kann ich sagen, daß ohne komplett ausgefüllten Taxvermerk kein Nachentgelt erhoben wird. Umgekehrt dürfte es bei vielen Ländern heute genauso sein. Zusätzlich kommt bei uns ja noch dazu (gilt vermutlich auch in umgekehrte Richtung - also ins Ausland) das viele Zusteller gar nicht mehr wissen, wie ein Taxvermerk zu berechnen ist.

Weiter kommt heute dazu, daß die Post oft gangfolgesortiert wird. Die Maschinen sind aber nicht in der Lage diese Blaustiftvermerke zu erkennen bzw. auszusortieren, so daß der eventuell fitte Zusteller auch hier ein Nachentgelt erheben könnte, da er die Sendung erst beim Einwerfen in den Briefkasten sieht.

Viele Grüße Jürgen
 
remstal Am: 18.11.2017 11:33:54 Gelesen: 27395# 123 @  
@ Baber [#121]
@ Journalist [#122]

Bernd und Jürgen,

danke für Eure Antworten. Ich gehe einig, dass ohne den T Stempel mangels Wissen im Empfängerland ein Nachporto nicht erhoben werden kann. Das müsste auch schon früher so gewesen sein. Grund für meine Frage ist dieser Brief von 1920 aus der Schweiz nach Deutschland. Der Expressbeleg ist mit Sicherheit unterfrankiert, die Eiltaxe betrug damals 30 Cts + das Auslandsbriefporto mindestens 25 Cts. Kein T der Schweiz,trotzdem in D mit 85 taxiert. Zum Einen also zu Unrecht taxiert ? Zum Andern lässt sich die Höhe des Nachportos nicht erklären. Einfach eine falsche Behandlung in Deutschland ?

Viele Grüße Anton


 
Journalist Am: 18.11.2017 13:16:20 Gelesen: 27373# 124 @  
@ remstal [#123]

Hallo Anton,

die aktuelle Situation lässt sich nicht so einfach auf frühere Zeiten zurück übertragen - hier hat das ganze teils noch etwas anders funktioniert bzw. soll anders funktioniert haben (die damaligen Verträge sahen auch noch anders aus), aber hier bin ich kein Spezialist - da müssen andere ran - die Deine Frage vermutlich besser beantworten können.

Viele Grüße Jürgen
 
Baber Am: 18.11.2017 13:46:07 Gelesen: 27366# 125 @  
@ remstal [#123]

trotzdem in D mit 85 taxiert

Könnte es ein, dass damals der Expressbote extra bezahlt werden musste und daher die Gebühr von 85 Pfg erhoben wurde?

Ich erinnere mich an Belege, wo auf Expressbriefen extra ein Aufkleber drauf ist "Botenlohn bezahlt", damit er nicht noch einmal kassiert wurde.

Gruß
Bernd
 
remstal Am: 18.11.2017 15:28:29 Gelesen: 27349# 126 @  
@ Baber [#125]

Hallo Bernd,

ein interessanter Gedanke, vielleicht kann ich das noch weiter aufklären. Auf jeden Fall vielen Dank !

Gruß Anton
 
briefefan Am: 18.11.2017 18:27:39 Gelesen: 27319# 127 @  
@ remstal [#123]
@ Journalist [#122]

dass ohne den T Stempel mangels Wissen im Empfängerland ein Nachporto nicht erhoben werden kann. Das müsste auch schon früher so gewesen sein.

Nein, zumindest in den 1960er Jahren hatte die Deutsche Bundespost Dienstwerke, in denen in andereren Ländern gültige Gebühren für Briefe nach Deutschland standen. Diese Informationen kamen vom Weltpostverein. Mit dieser Unterlage konnte die Post Nachgebühren für eingehende Auslandssendungen berechnen und einziehen.

Damals mussten nach innerdienstlichen Vorschriften der Post ab und zu an einem Tag alle eingehenden Sendungen aus dem In- und Ausland auf die richtige Freimachung geprüft werden. Dafür war das genannte Dienstwerk dann nützlich. Diese Prüfung hatte wahrscheinlich den Sinn, dass die Postbenutzer nicht auf den Gedanken kommen sollten, portogerechte Freimachung könnten Sie sich ersparen.

Grüße von briefefan.
 
wuerttemberger Am: 19.11.2017 07:09:15 Gelesen: 27255# 128 @  
@ remstal [#123]

Des Rätsels Lösung ist die unterstrichene Ortsangabe Grosskemnat. Dieser Ort lag/liegt gute 2,5 km außerhalb von Kaufbeuren und somit dürfte wohl Eilbestellung im Landzustellbezirk erfolgt sein.

Diese kostete damals 100 Pfennig. Es war nur ein Teil vorausbezahlt und somit wurde der Rest vom Empfänger erhoben.
 
remstal Am: 19.11.2017 09:19:04 Gelesen: 27233# 129 @  
@ briefefan [#127]
@ wuerttemberger [#128]

Ganz herzlichen Dank für Eure Interpretationen. Ich sehe schon, die Auslegung ist nicht so einfach. Die Erläuterung mit der Eilbestellung im Landzustellbezirk ist einleuchtend.

Schöne Grüße remstal
 
Totalo-Flauti Am: 19.11.2017 09:39:36 Gelesen: 27211# 130 @  
Liebe Sammlerfreunde,

am 2.1.1935 verwendete der Absender eine Mi P 199I. Die zur Portoherabsetzung für Fernpostkarten 1932 herausgegebene Postkarte verlor ihre Gültigkeit zum 30.06.1934. In Göttingen schien die ungültige Karte noch nicht aufgefallen zu sein. Man hätte Sie ja dem Absender zurücksenden können. Jedenfalls wurde in Leipzig das 1 1/2 fache der Gebühr (Porto und Nachgebühr) von 6 Pfennigen vom Empfänger erhoben.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
Bautenfünfer Am: 11.05.2018 02:14:08 Gelesen: 15890# 131 @  
@ merkuria [#110]

Hallo,

ich habe da etwas ähnliches:

Eine Postkarte von Garmisch nach Shanghai, auf der Vorderseite mit einer 8 Pf Marke beklebt. Datum 5.8.31



Das war wohl zu wenig, denn auf der Rückseite ist dann Nachporto aufgeklebt worden.


 
GSFreak Am: 09.10.2018 22:11:37 Gelesen: 6693# 132 @  
Hier eine 7 1/2 Pf. Ganzsache (P 110I), verwendet am 09.10.1918 als Fernpostkarte nach Görlitz, geschrieben in Warmbrunn. Entwertet mit ovalem Bahnpoststempel Hirschberg - Grünthal (Schlesien). Ab 01.10.1918 betrug allerdings das Porto für eine Fernpostkarte 10 Pf.. Somit war Nachgebühr fällig ("Porto"). Erhoben wurde 3 Pf. (einfacher Fehlbetrag, aufgerundet).



Gruß Ulrich
 
Sachsendreier53 Am: 28.11.2018 10:14:07 Gelesen: 4501# 133 @  
DDR: Postkarten im Orts- oder Fernverkehr = 10 Pf,

Wegen fehlendem Porto wurden jeweils 15 Pf Nachgebühr fällig.

Aufgrund von Zustellproblemen kamen beide Belege in den Postsack unzustellbar.



193 WITTSTOCK 8.8.1988



25 ROSTOCK 2 / 1.12.1988

mit Sammlergruß,
Claus
 
remstal Am: 22.01.2019 19:15:53 Gelesen: 1875# 134 @  
Dieser Brief vom 31.3.1921 von Konstanz in die Schweiz wurde am Bestimmungsort Herisau mit 20 Rappen taxiert. Es hätten in Deutschland statt 40 Pf 80 Pf frankiert werden müssen. Weiss jemand, ob die 20 Rappen damals umgerechnet 80 Pfennigen entsprachen, das Nachporto betrug ja das Doppelte der fehlenden Taxe.

mit vielem Dank remstal


 
SH-Sammler Am: 23.01.2019 04:26:23 Gelesen: 1833# 135 @  
@ remstal [#134]

Hallo Anton,

die Berechnung der Nachportotaxe ist in mehreren Beiträgen in diesem Forum schon festgeschrieben worden. Das mag dort nach Mathe aussehen, deshalb hier ein Versuch, die Berechnung verständlicher zu umschreiben.

In anderen Worten ausgedrückt berechnet sich die Nachportotaxe folgendermassen: Wieviel "deutsches Auslandporto" fehlt (die Hälfte)? Dieses in Prozent des richtigen "deutschen Auslandportos" = 50%.

Wenn auf einem ausländischen Brief 50% der ausl. Taxe fehlt, wird der gleiche Anteil (hier 50%) auf die Schweizer Auslandbrieftaxe umgerechnet. Heisst: Bei einer AUSLANDBRIEFTAXE Schweiz von 20 Rappen damals, wären die 50% = 10 Rappen. Dieser errechnete Anteil wurde (meistens) verdoppelt und aufgerundet. Die errechnete Zahl von 10 Rappen verdoppeln = Nachporto von 20 Rappen. Beleg stimmt.

Es ist also nicht so, dass die Schweizer Nachportotaxe von 20 Rappen damals 80 Pfennigen entsprochen hätte. Es ist immer der prozentuale fehlende Anteil, umgerechnet auf den normalen Schweizer Inlandtarif. Die gleiche Regelung müsste auch von allen anderen Postgesellschaften weltweit angewendet worden sein, weil dies den UPU Regeln entsprach.

Gruss aus der Schweiz

SH-Sammler
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 23.01.2019 04:49:44 Gelesen: 1829# 136 @  
@ remstal [#134]

Hallo Anton,

nachstehend ein weiterer Beleg, anhand dessen ich die Erhebung des Nachportos aufzeigen will. Ich denke zwar, dass ich diese Karte schon mal gezeigt habe, aber hier passt es "einmalig".



Magdeburg nach Schaffhausen, 1880

Berechnung:
Soll Frankatur Postkarte Ausland = 10 Pfennige.
Fehlender Anteil = 5 Pfennige
Sollfrankatur BRIEF ins Ausland (nicht Postkarte) = 20 Pf
Fehlende Taxe (in Prozent) 5 Pf von 20 Pf = 25%

Schweizer Taxe für einen Brief ins Ausland = 25 Rappen
Nun die fehlenden 25% der deutschen Brieftaxe, berechnet an der Schweizer Auslandtaxe = 25% von 25 Rappen = 6¼, links des Wertzeichenaufdruckes notiert.
Diese 6¼ Rappen wurden nun verdoppelt = 12½ Rappen, dann aufgerundet zu 15 Rappen (siehe Beleg)

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
remstal Am: 23.01.2019 09:21:38 Gelesen: 1794# 137 @  
Hallo Hanspeter,

herzlichen Dank für die umgehende Antwort. Ich kann die Berechnung nachvollziehen, aber betrug das Schweizer Auslandsbriefporto damals nicht 40 Rappen ? Korrekt weiter gerechnet, hätte dann das Nachporto 40 Rp. betragen müssen ? Hier also keine Verdoppelung ?

Noch eine andere Frage: Kann es sein, dass Konstanz und Herisau zueinander im Grenzrayon lagen? Luftlinie ca 31 km. ein amtliches Verzeichnis habe ich nicht.

Viele Grüße Anton
 
SH-Sammler Am: 23.01.2019 15:39:29 Gelesen: 1741# 138 @  
@ remstal [#137]
@ remstal [#134]

Hallo Anton,

jetzt hast Du mich auf dem falschen Fuss erwischt. Du hast recht, die AUSLAND-Brieftaxe war ab 01. Febr. 1921 = 40 Rappen, Ich habe in der falschen Kolonne geschaut. Ich bitte für die falschen Angaben um Entschuldigung, ich möchte sie am liebsten nachträglich noch anpassen.

Wie sieht das jedoch nun mit der Berechnung aus? Das Nachporto sollte, wie Du schreibst, 40 Rappen betragen. Unterfrankierte Briefe aus dem Ausland mussten bis 1975 immer mit der Verdoppelung des errechneten Betrages nachtaxiert werden. Der Fehler könnte deshalb passiert sein, weil unterfrankierte Inlandbriefe, also Schweizer Briefe ab Dez. 1895 bis 1925 mit der einfachen Taxe berechnet wurden.

Der Grenzbereich ist sicher ebenfalls eine Betrachtung wert. Die Brieftaxe betrug ab 01. Mrz. 1921 = 25 Rappen. Nur liegt Herisau mit über 31km ausserhalb des Grenzbereiches. Wieviel hätte denn ein Brief in den Schweizer Grenzrayon von Deutschland aus gekostet? Im Buch “Der Schweizer Grenzrayon” von Hilmar Sturm ist die Taxe von Mai 1920 bis 31. Mrz. 1921 mit 40 Pfennig aufgeführt, was bei Deinem Brief genau der verklebten Taxe entsprechen würde. Für einen in Konstanz wohnenden Absender ist die Version des Grenzrayon daher absolut nachvollziehbar. Dummerweise hat es der Schweizer Postler gemerkt, dann aber trotzdem einen Berechnungsfehler mit dem Faktor 2 gemacht.

Insgesamt ist Dein Brief also doch recht interessant. Danke für das Zeigen. Und für mich gilt: wieder etwas gelernt. Ich muss die Kolonnen bei mir besser auseinander halten, damit in Zukunft keine Verwechslungen mehr geschehen.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
remstal Am: 23.01.2019 17:55:13 Gelesen: 1707# 139 @  
Vielen Dank, Hanspeter!

So wird es wohl gewesen sein.

Herzlichen Gruß Anton
 
Porsche-Sammler Am: 24.01.2019 18:49:49 Gelesen: 1615# 140 @  
Hallo,

kann mir jemand erklären, wie bei dieser „Brief-Deckel-Postkarte“ das Nachporto (2,65€) zustande kam?

Dank und Gruß,
Porsche-Sammler


 
Christoph 1 Am: 25.01.2019 14:55:17 Gelesen: 1526# 141 @  
@ Porsche-Sammler [#140]

Ja, kann ich (fast) erklären. Ein Bierdeckel hat nicht die Standard-Maße für einen Standard-Brief. Er zählt als Großbrief. Das korrekte Porto wäre 1,45 € gewesen. Die Post erhebt als Nachentgelt für einen Großbrief eine Gebühr von 2,- € (siehe Broschüre der Deutschen Post "Leistungen und Preise", Link siehe unten [1], Seite 35). Hinzu kommt natürlich das fehlende Porto, in diesem Fall sind das 0,75 €. Korrekt wären also nicht 2,65 € gewesen, sondern 2,75 €. Aber Rechnen ist ja nicht Jedermanns Stärke, vermutlich hat sich der Zusteller um 10 Cent verrechnet.

Viele Grüße,
Christoph

[1] http://www.deutschepost.de/leistungen-und-preise/pdf
 
Journalist Am: 25.01.2019 15:15:35 Gelesen: 1519# 142 @  
@ Porsche-Sammler [#140]
@ Christoph 1 [#141]

Hallo Christoph,

eine perfekte Erklärung bis auf die Ausnahme, dass diese Berechnung nicht vom Zusteller vorgenommen wird, sondern beim Absendebriefzentrum erfolgt und dass man sich dort verrechnet hat. :-)

Der Zusteller soll diesen Betrag theoretisch kassieren, was aber mehr oder weniger selten in der Praxis passiert.

Viele Grüße Jürgen
 
Porsche-Sammler Am: 26.01.2019 20:16:20 Gelesen: 1399# 143 @  
@ Journalist [#142]
@ Christoph 1 [#141]

Vielen Dank für die tolle Erklärung.

Noch ein schönes Wochenende,
Porsche-Sammler
 
Porsche-Sammler Am: 27.01.2019 07:34:58 Gelesen: 1352# 144 @  
Hallo,

ist dieser Brief mit Nachporto versehen ?

Wenn ja, wie hoch ist es, bzw. wie setzt es sich zusammen?

Kann leider die blaue Schrift nicht entziffern.

Viele Grüße,
Porsche-Sammler


 
StefanM Am: 28.01.2019 08:25:06 Gelesen: 1229# 145 @  
@ Porsche-Sammler [#144]

Das sieht mir nicht nach einem Vermerk für ein Nachporto aus. Was es ist, kann ich aber auch nicht sagen. Wie wäre denn das Porto für eine Nachnahme über 1,30 DM im Jahr 1956?

Gruß
Stefan
 

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