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Thema: Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt
Das Thema hat 615 Beiträge:
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Martin de Matin Am: 05.09.2019 16:01:25 Gelesen: 13586# 591 @  
@ Heinz 7 [#590]

Ich habe noch einige Informationen zu den Alexandria-Marken aus dem Siegel-Census. Dort werden drei Exemplare mit der Untertype 40 Ornamente im Kreis ausgeführt. Entdeckt wurden diese in den Jahren 1872, 1894 und 1926.

Das Ferrary-Stück gehört zur Untertype 39 Ornamente im Kreis. Diese wurden in den Jahren1879, 1908 und 1933 entdeckt. Das Stück von Ferray, ist das Exemplar aus dem Jahr 1879. Die Marke wurde damals Theodore J. Pickett auf einem Brief entdeckt und von diesem abgelöst. Sie wurde an L.W. Durbin verkauft, dessen Name auf der Rückseite verewigt wurde. Schon 1879 erwarb Ferrary die Marke.

Interessant ist es das gemäß dem Siegel-Census, sofern ich das richtig verstehe, der Brief noch existiert. er wurde zuletzt 9.9.2006 versteigert. Interessant ist auch, das die 1907 entdeckte blau Marke, die einzige von den Alexandria-Marke ist, die einen Entwertungsstempel direkt auf der Marke trägt. Die hellchromgelben sind entweder ohne Stempel bzw. nur mit geringen Spuren vom Stempel am Rand oder sie haben einen handschriftlichen Eintrag 45 oder 70 mit zwei Buchstaben davor.

Gruss
Martin
 
merkuria Am: 06.09.2019 22:21:10 Gelesen: 13472# 592 @  
Am 27. September 2019 wird an der 170. Spink Auktion [1] in New York unter Los Nr. 1 seit langer Zeit wieder einmal einer der 6 existierenden Viererblocks der Inverted Jenny angeboten! Bei diesem Viererblock handelt es sich um die Nr. 45-46 / 55-56 (siehe dazu Aufstellung [#563]).



Diese Einheit wurde 1991 letztes Mal öffentlich beim Auktionshaus Christies angeboten und erreichte damals einen Preis von 550‘000 US$ + Aufgeld. Seither wechselte das Stück jedoch mehrmals auf privater Basis seinen Besitzer.

Der Ausruf bei Spink ist auf 1‘000‘000 US$ festgelegt, das Aufgeld bei dieser Auktion beträgt 20%. Auf das Resultat dürfen wir gespannt sein.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://www.philasearch.com/de/i_9483_4501/6605_USA_Flugpostmarken/9483-A170-1.html?set_sprache=de&set_anbieter=9483&set_auktionnr=5262&row_nr=0&breadcrumbId=1567752723.7617
 
Heinz 7 Am: 07.09.2019 10:19:52 Gelesen: 13423# 593 @  
@ Martin de Matin [#591]

Lieber Martin,

Danke für Deine Ergänzung. Ich weiss, dass es von der Alexandria-Marke zwei Typen kennt, eine mit 39 Rosetten, die andere mit 40. Scott vergibt dafür aber nicht zwei Hauptnummern, sondern katalogisiert:

1X1: 5 c buff, Type I (40 Rosetten)
1X1a: 5 c buff, Type II (39 Rosetten)
1X2: 5 c blue, Type I (40 Rosetten)

Leon Norman Williams nennt 7 Exemplare:

I = 1X1, Brief, Marke ohne Entwertung, bekannt seit 1872
II = 1X1a, Einzelmarke, ungebraucht, Sammlung Ferrary
III = 1X1, Einzelmarke, gebraucht (No. 45), bekannt seit 1894
IV = 1X1a, Brief, Marke ohne Entwertung, bekannt seit 1908
V = 1X2, Brief, Marke gestempelt "PAID" - die blaue Marke!
VI = 1X1, Brief, Marke ohne Entwertung, bekannt seit 1926
VII = 1X1a, Brief, Marke gebraucht (on 70), bekannt seit 1941

Die Info zum Stück II wurde von Williams nicht erwähnt, und ist sehr interessant. Das Erwerbsjahr für Ferrary war mir nicht bekannt. Danke.

@ merkuria [#592]

Lieber Jacques

Danke für die Info. Wir wissen, dass für Viererblocks schon deutlich höhere Preise bezahlt wurden. Es wird also kaum bei diesem Ausruf bleiben. Aber: die Inverted Jenny ist vermutlich die "am stärksten überbewertete Marke der Welt", um dies etwas plakativ auszudrücken.

Aber wer sagt schon, was "richtig" ist? "Der Markt hat immer recht" - das ist zwar nicht meine Meinung, aber (wie sagte schon Fontane:) "das ist ein weites Feld, Luise..."

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.09.2019 11:02:43 Gelesen: 13409# 594 @  
@ Heinz 7 [#555]

Über das wohl unbestritten wertvollste Stück der Bermuda-Philatelie haben wir bereits einiges gesagt. Die Frage nach seinem Wert wurde dabei meines Wissens noch nicht breit erörtert.

Fest steht:

der Brief war 1922 teuer (Ferrary)
der Brief war 1963 teuer (Burrus)
der Brief war 1973 teuer (Tomasini)
der Brief war 1980 teuer (Auktion Siegel)
der Brief war 1991 teuer (Auktion Christie's Robson Lowe)
der Brief war 1996 teuer (Auktion Siegel)

Den Auktionskatalog 1991 zeige ich anbei.



Schätzpreis damals war GB£ 200'000. Der Zuschlag erfolgte etwas tiefer, GB£ 185'000 + Aufgeld (damals "angenehme" 10%) GB£ 18'500 = GB£ 203'500.

Bolaffi rechnete dies in seinem Werk "Bolaffi 1992 International" um in US$ 376'850, also fast denselben Wert wie der Genf-Dreierstreifen mit Bogenrand. siehe...

@ Heinz 7 [#589]

... der es auf US$ 394'290 brachte.

Ohne die Wertverluste von GB£ und US$ nun zu sehr zu studieren, können wir sicher festhalten, dass diese Preise wohl damals am höchsten waren. Eine Betrachtung in CHF ist spannend!

Das Genf-Los war 1991 das neunthöchste Ergebnis weltweit, der Bermuda-Brief das elf-höchste, nach Bolaffi.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.09.2019 23:07:50 Gelesen: 13181# 595 @  
@ Heinz 7 [#541]

Vor etwa 12 Wochen stellte ich in diesem Thema eine Basler Taube vor, wie wir sie uns schöner kaum vorstellen können. Die Basler Taube zählt zwar - als lose Marke - nicht zu den wertvollsten oder zu den seltensten Briefmarken der Welt, aber sie nimmt wegen ihrer Einmaligkeit eine Sonderstellung ein und gehört ohne Frage zu den berühmtesten Briefmarken der Welt.

Nun habe ich vor Kurzem darauf hingewiesen, dass die klassischen Schweiz-Marken in Einheiten meistens sehr teuer sind und viele Notierungen im sechsstelligen Bereich (Schweizer Franken) zu finden sind, vgl.

@ Heinz 7 [#442]

Einzelne Beispiele habe wir bereits kennengelernt, zuletzt die Doppelgenf im Dreierstreifen

@ Heinz 7 [#589]

Die Anhänger der Basler Taube mögen mir verzeihen, wenn ich in Beitrag 589 die Begeisterung für die Genfer-Einheit ganz unverhohlen zum Ausdruck brachte. Ich lasse mich ja durchaus auch von Basler Tauben begeistern! Aber - Hand auf's Herz; gibt es etwas Schöneres als eine Basler Taube?

Klar - ein Paar Basler Tauben!



Dieses atemberaubende Paar (weissrandig, links mit Bogenrand!) ist wohl das schönste der wenigen Paare, die "man" kaufen kann (2 Paare sind in Museen "eingeschlossen"). Im Jahre 2010 war es so weit, das Paar wurde bei Corinphila in Zürich angeboten.

Bei CHF 180'000 fiel der Hammer. Dazu kamen 20 % Aufgeld, in der Summe also CHF 216'000. Das entsprach praktisch dem damaligen Katalogpreis (SBK = CHF 220'000).

Solche "Punktlandungen" gibt es öfters, als man vielleicht denkt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.09.2019 10:48:13 Gelesen: 12618# 596 @  
@ Heinz 7 [#590]

Ex aequo mit Los 536, das ich in Beitrag 590 vorgestellt habe, erreichte auch Los 542 der dritten Auktion bei Ferrary 1922 den schwindelerregenden Betrag von FRF 60'000 Zuschlag. Eine weitere US-Postmeister-Rarität wurde sehr hoch beboten; es handelt sich um die Postmeistermarke von Baltimore, die 10 Cents Marke, auf weissem Papier.



Postmeister von Baltimore war 1845 James M. Buchanan. Er gab Briefmarken heraus zu 5 Cents und zu 10 Cents, der 10 Cents-Wert ist äusserst selten.

1922 kannte man meines Wissens erst

- 1 Stück auf Fragment, auf bläulichem Papier
- 3 Stück auf Brief, auf weissem Papier.

Bis 1997 kamen dann noch dazu

- 2 Stück auf Brief, auf weissem Papier
- 1 Stück auf Brief, auf bläulichem Papier

Das Stück von Ferrary war optisch nicht das schönste.

Die Marke wurde etwas unschön entwertet und die Adresse kräftig "korrigiert"/eingeschwärzt. Trotzdem wurde sie teuer bezahlt!

Im Senf 1913 war sie zwar aufgeführt, aber nicht bewertet. Auch auf der Liste Haas fehlte die Marke. Wir können sagen: Erst mit der Auktion 1922 legte "der Markt" fest, wie hoch denn diese Rarität bewertet wird.

Etwas salopp gesagt: Die Marke wurde 1922 nicht tiefer bewertet, als heute. Im Gegenteil.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 14.09.2019 13:10:47 Gelesen: 12581# 597 @  
@ Heinz 7 [#596]

Gemäß Siegel-Census wurde der Brief der 10 cent von Baltimore 1896 oder 1897 entdeckt. Im Jahr 1897 erwarb Ferrary den Brief für 3.000 Dollar. 2012 wurde der Brief bei Siegel mit 70.000 Dollar zugeschlagen.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 15.09.2019 21:42:08 Gelesen: 12427# 598 @  
@ Martin de Matin [#597]

Danke für die Info. US$ 70'000 (2012) ist nicht besonders viel und deutlich weniger als FRF 60'000 (1922). Ich werde später darauf zurückkommen.

Ich erwähnte bereits, dass der berühmte Farb-Fehldruck von Spanien von 1851 schon sehr früh in der philatelistischen Welt hohe Wellen schlug. Theodor Haas klassierte die Marke auf Platz 1 der Fehldrucke (der Baden-Fehldruck ist "nur" auf Platz drei). Er ist aber auch extrem selten! Im Katalog Senf ist er aufgeführt (Nr. 8a), aber nicht bewertet:"-.-".

Der Fehldruck wurde 1868 entdeckt; das erste Exemplar gelangte in die Sammlung Westoby und 1884 in die Sammlung Tapling, einem grossen Gegenspieler von Ferrary.

1899 kam es zu einem wichtigen Verkauf: das einzige Paar, bei welchem eine blaue 6 Reales-Marke mit einem Fehldruck 2 Reales-Marke zusammenhängt, kam in die Sammlung von Ferrary. Es ist dies das Schlüsselstück; es beweist, dass ein falsches Klischee (2 R) in einen Bogen 6 Reales eingelegt wurde.

Ich habe vor einigen Monaten über den Verkauf dieses einmaligen Paares berichtet.

@ Heinz 7 [#477]

Es kam an der 5. Auktion (Nov. 1922) zum Verkauf und erzielte ein sehrsehr hohes Ergebnis; das sechsthöchste aller Ferrary-Lose.

An der 8. Auktion (ein Jahr später) wurde nun das dritte bekannte Exemplar dieses Fehldruckes verkauft. Auch dieses war in der Sammlung Ferrary!



Dieses Stück erzielte einen schwindelerregenden Preis von 92'000 Francs. Dies bedeutet das 18. höchste Ergebnis aller Ferrary-Einzellose.

(Fortsetzung folgt).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.09.2019 23:18:07 Gelesen: 12413# 599 @  
@ Heinz 7 [#598]

Einige Leser werden mich sicher fragen, warum Los 166 der 8. Auktion hinter Los 536 und Los 542 der 3. Auktion aufgeführt wird, obwohl Los 166: Francs 92'000 erzielte, Los 536+542 aber "nur" Francs 60'000.

Dies liegt am markanten Preiszerfall, den der französische Francs in den Nachkriegsjahren erlitt.

Im April 1922 kostete ein GB£ noch FF 48.15
Im November 1923 kostete ein GB£ viel mehr, nämlich FF 78.25

Das heisst also, dass der 60'000 Francs (4/1922) = GB£ 1'246 Wert waren
92'000 Francs (11/1923) aber nur noch GB£ 1'176.

Ich habe alle meine Studien in der Währung Schweizer Franken durchgeführt. Die Wertentwicklung des Britischen Pfunds zum Schweizer Franken in dieser Zeit war unspektakulär. So errechnete ich einen höheren Realwert für die zwei Lose der 3. Auktion, die FF 60'000 erzielt hatten, als für das Los der 8. Auktion, das (nominell) deutlich mehr erzielt hatte (92'000), aber, wie erwähnt, in einer deutlich schwächeren Währung.

Heinz
 
merkuria Am: 28.09.2019 00:17:38 Gelesen: 10618# 600 @  
@ merkuria [#592]

Gestern ist die 171. Spink Auktion in New York über die philatelistische Bühne gegangen!

Wie bereits angekündigt, wurde unter Los Nr. 1 ein Viererblock der Inverted Jenny zum Ausruf von 1'000'000 US$ angeboten. Der Zuschlag erfolgte bei 1'740'000 US$ + 20% Aufgeld, was einen Endpreis von 2'088'000 US$ für den Käufer bedeutet!

An der gleichen Auktion wurde unter Los Nr. 101 auch ein einzelnes Stück der Inverted Jenny (Pos. Nr. 39) für 510'000 US$ + 20% Aufgeld verkauft.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 28.09.2019 12:48:43 Gelesen: 10519# 601 @  
@ merkuria [#600]

Ja, die "Jenny" ist einfach eine Ikone unter den Briefmarken. Nur ganz wenige können sich in Bezug auf den Marktwert mit ihr messen - Danke für den Hinweis!

@ BD [#132]

Die Briefmarken des British Commonwealth haben in den letzten Jahrzehnten zum Teil deutlich an Wert verloren. Zwar sind sie im (Katalog-) Wert meines Wissens nicht zurückgestuft worden (genauere Studien habe ich aber nicht auf breiter Front durchgeführt), aber der Wertverlust des Britischen Pfundes war so drastisch (im Vergleich zum Schweizer Franken), dass die Briefmarken aus Sicht der Schweiz an Wert verloren haben.

Ein Blick auf diese Karte zeigt dies deutlich.



Bernd hat uns gezeigt, dass im Katalog Senf 1912 gleich zwei Marken mit dem Wert von 3000 Mark ausgezeichnet waren (Studie Schubert). Damit schafften sie es auf Platz 10 der damaligen Rangliste, wie oben bereits besprochen.

Die Ceylon 4 Pence Marke gilt ungebraucht auch heute noch als eine der seltensten und wertvollsten Briefmarken der Welt



Ein Exemplar wurde vor Kurzem in Zürich angeboten und teuer verkauft. Der Startpreis von CHF 30'000 war günstig (Katalogpreis meines Wissens ca. GB£ 70'000); die Marke wurde dann aber erst bei CHF 65'000 zugeschlagen (plus die üblichen Provisionen).

Damit schafft es die Marke zwar nicht mehr auf Platz 10 weltweit, aber der Preis ist immerhin auch respektabel.

Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.10.2019 22:51:18 Gelesen: 5566# 602 @  
Liebe Leser,

es fehlt mir heute die Zeit zu prüfen, was wir über die Saar D 31 I bereits geschrieben haben. In den letzten Tagen haben wir im Thema "Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit" einiges lesen können (siehe Beiträge 430, 452, 492, 510, 513). Jacques hat uns dort die Marke aus dem Saarland vorgestellt und die Frage gestellt, ob diese Marke in den Katalogen überbewertet sei.

Diese Frage ist meines Erachtens nicht eindeutig zu beantworten. Es ist aber Tatsache, dass diese Briefmarke schon hohe Preise erzielt hat.

1920 wurden Bayern-Briefmarken überdruckt mit dem Aufdruck "SARRE". Jedoch kamen die Marken (4 Werte A 31, B 31, C 31, D 31) nicht zum Verkauf an die Post-Schalter. Die Auflage betrug 1000 (A; 2 Pfg.), 4000 (B; 3 Pfg.), 11000 (C; 7.5 Pfg.) und 16 Stück (D; 20 Mark).

Warum die vierte Marke nur in einer Kleinstauflage von 16 Stück hergestellt wurde, weiss ich nicht.

1990 waren die vier nicht-verausgabten Briefmarken bewertet wie folgt (Zumstein 1990/91)
CHF 2500, CHF 225, CHF 75 und CHF 200'000. Also nur der höchste Wert zählt zu den wertvollsten Briefmarken der Welt; kein Wunder, wenn die Auflagezahlen beachtet werden.

Mit CHF 200'000 rangierte diese Briefmarke unter den höchstbewerteten Marken der Welt. Weltweite Vergleiche liefert uns Zumstein nicht, denn Zumstein-Kataloge gab es nur für Europa.

32 Jahre zuvor bewertete Zumstein diese Marke erst mit CHF 5'000 (Zumstein 1959). Aber wir dürfen nicht übersehen: CHF 5'000 war 1958/59 einer der höchsten Preise für Briefmarken. In den Jahren vor 1960 bis 1990 wurden viele Preise stark erhöht. Auch die Geldentwertung in diesen Jahren war recht gross und überdurchschnittlich, im Vergleich zum Durchschnitt des XX. Jahrhunderts.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.10.2019 23:25:58 Gelesen: 5554# 603 @  
@ Heinz 7 [#602]

Die Marke (Michel) Nr. D 31 ist ja sehr selten; die Auflage betrug nur 16 Exemplare. Ein Exemplar ragt aber unter allen 16 noch heraus, das berühmte Unikum mit dem kleinen "A" im Aufdruck.

Diese Marke wurde 1964 verkauft in Basel. Die unvergleichliche Sammlung von Dr. William A. Katz, Flushing, USA-New York, wurde von Robson Lowe in Zusammenarbeit mit Jacques Robineau (Paris) und Urs Peter Kaufmann (Basel) versteigert.



Auf Seite 34 wurde das einmalige Exemplar angeboten. Das Farbfoto stammt von der zweiten Umschlagsseite.



Los 259 erreichte einen sehr hohen Preis, nämlich CHF 25'000. Dazu kam ein Aufgeld von 10 %. Bei den nahezu gleichzeitig stattfindenden Burrus-Auktionen "Schweiz" und "Deutschland" waren zwar einige Preise noch markant höher, aber CHF 25'000 war doch aufsehenerregend. Das Ergebnis hatte bestimmt auch Einfluss auf die Katalog-Notierungen.

32 Jahre später wurde das Stück wieder verkauft

Heinz
 
Heinz 7 Am: 19.10.2019 23:48:35 Gelesen: 5547# 604 @  
@ Heinz 7 [#602]

Am 8. November 1996 konnte das berühmte Auktionshaus Kruschel ihre 41. Auktion durchführen. Das Paradestück war auf der Titelseite abgebildet.



Kruschel war damals bekannt für ausführliche Kommentare zu vielen seiner Auktionslose. Zu Los 293 gab er uns viel Information. Wir lesen u.a.

"Das Dr. Katz-Unikat. Deutschlands wertvollstes Einzelstück, mit DM 650'000 DM Katalogwert noch um 50'000 DM höher bewertet als die weltbekannte "Blaue Mauritius". Der Michelpreis stammt aus 1993. Danach nahm die Redaktion Unikate und solche Stücke, welche niemals angeboten werden, aus der Bewertung heraus (...)"

Welche Verkaufs-Transaktion für diese schwindelerregende Notierung gesorgt hatte, weiss ich heute nicht.

1996 wurde die Marke ausgerufen zu einem Startpreis vom DM 240'000, also "nur" 37% des letzten Katalogpreises.

Im Kruschel-Katalog zur 42. Auktion sind hinten die Resultate der 41. Auktion aufgeführt. Das Los 293 wurde nicht aufgeführt, also können wir festhalten, dass die Briefmarke 1996 nicht verkauft wurde.

Über Auktionsresultate dieser Marke Saar D 31 haben Jacques und ich berichtet im Thema "Nicht ausgegebene Briefmarken weltweit" (siehe Beiträge dort 430, 452, 492, 510, 513). Das "ganz hohe" Ergebnis, das einen Katalogwert von DM 650'000 (1993) rechtfertigte, haben wir noch nicht gefunden bzw. besprochen.

Heinz
 
merkuria Am: 20.10.2019 00:33:29 Gelesen: 5535# 605 @  
@ Heinz 7 [#602]

Warum die vierte Marke nur in einer Kleinstauflage von 16 Stück hergestellt wurde, weiss ich nicht

Siehe dazu

https://www.philaseiten.de/beitrag/196992

Gruss
Jacques
 
bayern klassisch Am: 20.10.2019 08:50:48 Gelesen: 5469# 606 @  
@ merkuria [#605]

Mir wurde mal von einem Insider gesagt, die 20 Mark wurde auf Weisung eines hohen französischen Offiziers dort überdruckt (Colonel = Oberst), aber mir ist der Name entfallen (auch schon 40 Jahre her, dass ich das aufgeschnappt hat).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 20.10.2019 14:24:43 Gelesen: 5401# 607 @  
@ Heinz 7 [#604]
@ merkuria [#605]
@ bayern klassisch [#606]

Danke, Jacques und Ralph !

Heute zeige ich Euch einen wichtigen Auktionskatalog



"Moment mal, hatten wir das nicht schon?" höre ich den einen oder anderen Leser fragen. Kruschel Raritäten, Saar-Katz-Unikum?

Ja, richtig, aber in Beitrag [#604] stellte ich die Auktion 1996 vor, jetzt bin ich 4 Jahre früher!

Am 6.11.1992 konnte Walter Kruschel an seiner 34. Auktion genau diese Marke schon einmal anbieten. Damals schrieb er im Auktionskatalog (Seite 69).

"Das Dr. Katz-Unikat. Deutschlands wertvollste Briefmarke mit der höchsten aller Notierungen im Michel-Katalog von 500 000,- DM."

Interessant auch:

"Die Marke war seit 1964 nicht mehr am Markt, weswegen der Michel-Preis nicht verändert wurde. Er wird jedoch gleich nach unserer Auktion unserem Ergebnis angepasst. (Siehe Schreiben der Michel-Redaktion vom 8.7.1992). Der Preis wird dann sehr wahrscheinlich 600 000,- oder mehr lauten. Im Vergleich dazu: Mauritius 2 Pence POST OFFICE gestempelt=600 000,-. (...)"

Walter Kruschel hat die Marke mit DM 380'000 ausgerufen und ein Schlussresultat schon vorausgesagt.

Gemäss Auktionskatalog Nr. 36 war der Zuschlag dann bei DEM 420'000. Selbst wenn das Aufgeld von 17 % dazugezählt wird (= Schlussresultat DEM 491'400) gab es meines Erachtens keinen Grund dafür, den Katalogwert der Marke weiter hinauf zu setzen, wie dies offenbar geschah.

Vorläufiges Fazit (aus meiner Sicht):

1) Der Katalogwert der Saarland D 31 war vor rund 30 Jahren äusserst hoch angesetzt worden (DM 500'000). Welche Resultate/Überlegungen dieser Notierung zugrundelagen, weiss ich nicht

2) Die Marke wurde teils als Unikat angepreist, was für die Abart "kurzes A" wohl zutreffen mag, aber genau genommen gibt es ein Dutzend Stück dieser Marke
Auflage: 16
./. verschollen: 4 (von Prüfer Dr. Dub nie gesehen)
= 12 Stück registriert (Kartei Dr. Dub)
./. 2 Stück gestempelt
= 10 Stück ungestempelt (keine postfrisch!), davon eine mit Abart "kurzes A".
(Diese Angaben entnehme ich dem Robson Lowe-Katalog "Katz Saar", siehe @ Heinz 7 [#604]) oder dem Auktionskatalog Kruschel 1992)

3) Walter Kruschel hat nachweislich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Marke verkaufsfördernd ins Zentrum des Interesses zu rücken (Fernsehen, Schreiben an Michel-Redaktion). Er hat das Unikat dann auch einmal offenbar teuer verkaufen können, 1992 (siehe oben)

4) der wahre Käufer ist (mir) nicht bekannt. Aber die Marke wurde vier Jahre später wieder angeboten und zu einem deutlich tieferen Ausruf NICHT verkauft.

siehe @ Heinz 7 [#604]

5) Michel hat die Katalog-Notierung angepasst:
D 31 * = Euro 150'000 (Michel 2010)

6) Die Sammler sollten klar unterschieden zwischen einer "normalen" D 31 und der D 31 I
(=Abart/Dr. Katz-Exemplar). Köhler schrieb dann auch zu seinem Los 2533 (367. Auktion): "Mi. ohne Brücksichtigung des einmaligen Aufdruckfehlers 160.000"

7) 2005 soll eine postfrische Marke doch auf dem Markt aufgetaucht sein.

8) Das Dr. Katz-Exemplar wurde 2019 verkauft von Heinrich Köhler zu lediglich Euro 55'000.

Zur Frage der "richtigen" Bewertung in den Katalogen können wir also viel diskutieren, vor allem bei Marken mit starken (Markt-) Preis-Schwankungen. Ich denke, die Briefmarkenkataloge sollten nicht auf jedes Markt-Resultat reagieren, weder nach oben, noch nach unten.

Nicht zuletzt darum scheinen mir langfristige Betrachtungen aufschlussreich.

So viel für heute,

Heinz
 
Heinz 7 Am: 21.10.2019 19:56:24 Gelesen: 5052# 608 @  
@ Heinz 7 [#607]

Ich habe das postfrische Exemplar gefunden!

2005 kam in Zürich, bei Corinphila, ebenfalls eine Saar D 31 zum Verkauf. Aber Überraschung, es war ein postfrisches Stück! Angeblich gibt es das ja nicht.

Nun vielleicht ist das eine der bisher nicht registrierten Marken? Doch nein, auch hier lesen wir im Corinphila-Katalog, dass das Stück Atteste hat von Herrn Dr. Dub (gleich zwei; 1959 und 1964), (dazu auch ein "neues" Attest von Herbert Ney) und das hier gezeigte Stück wurde auch schon an einer deutschen Auktion verkauft:

Larisch, München, Mai 1959

.

Das Stück habe 1959 DM 8'700 + Aufgeld gebracht ist im Katalog 2005 zu lesen. Corinphila schrieb, dass der Katalogwert bei Euro 150'000 lag für eine Marke mit Falz. Postfrisch = Liebhaberpreis.

Die Marke wurde zu nur CHF 85'000 ausgerufen (der Schweizer Franken war damals noch nicht so stark, wie heute). Dabei blieb es aber nicht, sondern der Hammer fiel erst bei CHF 150'000 (+18 % Aufgeld). Mit CHF 177'000 Endpreis gehört diese Marke also sicherlich zu den gut-bezahlten.

Gemäss Auktionskatalog sollen zwei postfrische Exemplare existieren, auch Corinphila schreibt von nur 12 registrierten Marken.

Diese Marke stammt angeblich von Feld 5 des überdruckten Bogenteils, bzw. Feld 1 der Überdruckplatte.

Es ist klar, dass nicht alle Marken gleich viel wert sind. Wie die Katalogpreise festzusetzen sind für die Varianten

Saar D 31 ** (2 Exemplare ?)
Saar D 31 * (7 Exemplare ?)
Saar D 31 I * (Aufdruck-Abart) (1 Exemplar)
Saar D 31 gestempelt (2 Exemplare ?)

ist sicher nicht ganz einfach zu entscheiden.

Heinz
 
marc123 Am: 28.10.2019 17:57:09 Gelesen: 3509# 609 @  
@ Heinz 7 [#60
@ merkuria [#605]

Warum die vierte Marke nur in einer Kleinstauflage von 16 Stück hergestellt wurde, weiss ich nicht.

@ bayern klassisch [#606]

Mir wurde mal von einem Insider gesagt, die 20 Mark wurde auf Weisung eines hohen französischen Offiziers dort überdruckt (Colonel = Oberst), aber mir ist der Name entfallen.

Hallo Heinz, Jacques und Ralph,

zur Beantwortung der Fragen, wieso nur 16 Exemplare und dem Namen des Offiziers kann ich etwas beitragen. Meine Informationen stammen aus der sehr detaillierten Losbeschreibung des Auktionshauses Schlegel (Sammlung Peter Zgonc, Deutsche Großraritäten, Sonderauktion 8. Februar 20019, 58-60, Los 21).

Das Auktionshaus zitiert hier Axel Braun, Mitteilungsblatt 50 Arge Saar. Auch das Attest von Herrn Braun ist abgebildet. Hier eine Zusammenfassung:

Der Oberbefehlshaber der französischen Truppen, Divisionsgeneral Wirbel hatte einen Neffen, der ihn bat, ihm einen Vierblock der 20 Mark-Bayern zu beschaffen. Der General wandte sich an das Postamt Saarbrücken, dieses wiederum an St. Ingbert, aber ohne Erfolg. Fündig wurde man in Homburg (das im bayrischen Teil lag). Das Postamt erhielt einen kompletten Bogen zu 20 Marken. Allerdings wurde kein Vierblock vom Postbeamten, sondern der obere Viererstreifen herausgetrennt.

Weiter wird darauf eingegangen, dass inzwischen die Bayernmarken des pfälzischen Teils Überdruckt wurden und in Erwartung an weitere Lieferungen des 20-Mark-Wertes, der restliche 16er-Block überdruckt wurde. Zu weiteren Überdrucken kam es aber nicht, da nach dem Überdruck der 10-Mark-Werte der Befehl erlassen wurde, keine weiteren Werte mehr mit Aufdruck zu versehen.

Zur Verwendung wird angegeben, dass die 16 Marken zum Teil für Interne Verrechnungszwecke verbraucht wurden, einige Marken gingen nach Homburg und St. Ingbert bzw. wurden an hochgestellte Persönlichkeiten abgegeben.

Interessant ist auch, dass heute noch 15 der 16 Marken existieren sollen. Eine Marke soll im April 1945 in Nordhausen durch den Angriff Amerikanischer Bomber zerstört worden sein (Schlegel 2019, 58-60).



Die beiden gestempelten Exemplare (Schlegel 2019, Los 21; Gärtner 2015, Los 14626

Es sollen nur zwei gestempelte Exemplare existieren. Beide sind abgestempelt: Rohrbach b. St. Ingbert, 10 Apr 20 5-6 Nm. Eines ist die Marke die wie oben erwähn aus der Sammlung Peter Zgonc stammt. Das zweite Exemplar wurde im Juni 2015 auf der 31. Auktion bei Christoph Gärtner angeboten.

Die Losbeschreibung bei Gärtner (2015, Rarities, 193) fällt etwas kürzer aus und entspricht im wesentlichen der von Schlegel mit Ausnahme einer interessanten Ergänzung: Hier wird erwähnt dass das angebotene Exemplar keine Knitterspuren aufweist was außergewöhnlich sein soll. Der Bogenteil war nach Abtrennung des Streifens (vor dem Überdruck) im Papierkorb gelandet und einem pflichtbewussten Beamten gerettet und geglättet worden.

Liebe Grüße
Marc
 
bayern klassisch Am: 28.10.2019 18:41:32 Gelesen: 3481# 610 @  
@ marc123 [#609]

Hallo Marc,

1A Recherche - wunderbar. Dann habe ich mir doch noch etwas als Jungsammler von der Saar behalten. Leider habe ich die Marke nicht, nur 1 mal gesehen, aber das muss bei den Preisen wohl auch reichen.

Liebe Grüsse und vielen Dank,
Ralph
 
marc123 Am: 29.10.2019 18:43:26 Gelesen: 3182# 611 @  
@ bayern klassisch [#610]

Danke Ralph für die lieben Worte.

Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, wieso gerade diese Marke so teuer ist. Die bei Schlegel wurde für 250.000 ausgerufen, die bei Gärtner für 500.000. Ob die bei Schlegel verkauft wurde konnte ich nicht mehr im Internet finden, die bei Gärtner blieb unverkauft.

Dass die Marke selten ist, ist klar. Aber es gibt auch andere Marken, die genauso selten sind oder noch seltener und die werten weit weniger. Kann es am Sammelgebiet liegen? Als so begehrt halte ich es nicht? Was aber all die richtig teuren Marken gemeinsam haben ist, dass sie eine Geschichte/Legende(n) haben, die man gerne weitererzählt, ob sie nun stimmen oder nicht. Und genau das denke ich, macht sie so begehrenswert. Sei es ein Schuljunge der sie gefunden hat (3 Skilling), ein fast blinder Uhrmacher der sich geirrt hat, auch wenn die Geschichte nicht stimmt (Mauritius Post Office). Auch im Modernen gibt es Geschichten, z.B. die Gescheidle-Marke hat auch ihre Geschichte von der Familie des Postministers der sie verschickt hat.

Und genauso ist es mit unserer 20-Mark-Sarre. Sie hat neben ihrer Seltenheit eine erzählenswerte Geschichte/Legende.

Liebe Grüße
Marc
 
bayern klassisch Am: 29.10.2019 19:19:38 Gelesen: 3131# 612 @  
@ marc123 [#611]

Hallo Marc,

da hast du wohl den Nagel auf den Kopf getroffen.

Für solche Geschichte habe ich mal vor Jahren den Satz geprägt: Wenn es eine Fiktion gibt, ist die Realität nicht mehr so wichtig.

Wenn man sich einen Augenblick Zeit nimmt, den Spruch zu überprüfen, wird man sehen, dass er nicht ganz so falsch ist.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 06.11.2019 14:16:57 Gelesen: 1768# 613 @  
@ Heinz 7 [#442]

Ich habe vor einem Jahr auf die sehr teuren Briefmarken der Schweiz hingewiesen, vor allem, wenn sie im Paar verwendet wurden und/oder wenn sie noch auf dem Brief haften. So haben wir gesehen, dass z.B. die Basler Taube, die einzeln (lose, gestempelt) nicht besonders selten ist, in besonderer Erhaltung oder eben in Einheiten dann doch sehrsehr teuer wird.

In Beitrag

@ Heinz 7 [#446]

habe ich einen einmaligen Brief gezeigt von Basel nach Riehen. Riehen ist eine Vorortsgemeinde von Basel und darum benötigte der Sender zwei Basler Taube-Marken.

Nun kommt ein ganz ähnliches Stück in Gegenrichtung auf den Markt! In der legendären Erivan Haub-Sammlung kommt ein ebenfalls einmaliger Brief zum Verkauf:



Los 7015 - Corinphila, Zürich, Dezember 2019

Kleinhüningen war eine Basler Landsgemeinde (heute: Teil von Basel). Der hier gezeigte Brief musste damals ebenfalls mit zwei Basler Tauben freigemacht werden. Es ist dies meines Wissens der einzige Brief aus einer Vororts-Gemeinde 1845-1848 in die Stadt hinein. Er trägt allerdings keinen Stempel von Kleinhüningen, sondern von Basel. (Warum nicht ein Stempel von Kleinhüningen angebracht wurde, ist eine berechtigte Frage, die ich im Moment nicht beantworten kann).

Dieser Brief ist nach Angabe des Auktionshauses über 100 Jahre lang nicht mehr "öffentlich auf dem Markt" gewesen. Er ist mit CHF 150'000 nicht teuer angesetzt worden. Nach SBK hat der Brief einen Katalogwert von CHF 400'000.

Es ist dies sicherlich ein Spitzenstück der Schweiz-Philatelie. Auf den tatsächlichen Zuschlag dürfen wir gespannt sein.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.11.2019 21:42:26 Gelesen: 1496# 614 @  
@ Richard [#1]

Es ist selten, dass eine Briefmarke (oder allgemein: ein philatelistisches Objekt) einen Verkaufspreis von CHF 1'000'000 erzielt oder gar übertrifft. Diese Kategorie ist für die ganz grossen Raritäten weniger Prestige-Länder reserviert. Nur wenige Länder haben Stücke, die im "Club der Millionäre" mitspielen können.

Wir haben schon gesehen, dass Grossbritannien sehr teure Stücke hat, für welche Sammler Riesenbeträge bezahlten. Grosse Einheiten der Penny Back haben schon sehr hohe Preise erzielt, so der 18er-Block, den ich in Beitrag 500 zeigte.

@ Heinz 7 [#500]

Zusammen mit einem dazu passenden Sechserstreifen erzielte der 18er-Block US$ 1'000'000 (plus Aufgeld).

Es ist dies aber nicht das teuerste Ergebnis, dass ein Stück aus Grossbritannien je erzielte. Es gab noch ein viel, viel teureres.

Wir haben schon erwähnt, dass eine einzelne Penny Black nichts sehr Teures ist. Ungebraucht hat sie einen Katalogwert von Euro 3'800, gestempelt von nur Euro 200. Natürlich gibt es teure Spezialitäten, und dann ist der Katalogwert der Grundmarke plötzlich nicht mehr wichtig.

Eine Sonderstellung hat die Marke natürlich auch, weil die Penny Black die erste Briefmarke der Welt ist.

Ein Ersttag-Brief der Penny-Black kostete gemäss Katalog Stanley Gibbons, Specialised Stamp Catalogue, 7th edition (1983) GB£ 10'000. Ein Brief von May 1840 (25.-30.5.) hingegen ist nur GB£ 300 wert.
 
Heinz 7 Am: 07.11.2019 22:53:26 Gelesen: 1477# 615 @  
@ Heinz 7 [#614]

Ich weiss nicht, wie viele Ersttag-Briefe der Penny Black es gibt. Aber es gibt sogar einige ganz wenige Vor-Ersttag-Briefe!

Die Penny Black wurde am 1.5.1840 verkauft. Ganze 600'000 Stück kaufte das begeisterte Publikum. Als erster Verwendungstag war der 6.5. bestimmt.

Eine Mulready-Ganzsache (Ausgabe ebenfalls 1.5.1840) wurde umgedreht und mit einer Penny Black frankiert, bereits am 2.5.1840. Der Empfänger drehte die Ganzsache und sandte sie wieder weg, bereits am 4.5.1840, also ebenfalls vor dem richtigen Ersttag (Stempel "Morpeth May 4").



Der Stempel "PAID-2 MY 2/1840" von London bezeugt also einen einmaligen Brief, der 4 Tage vor dem offiziellen ersten Verwendungstag verwendet wurde.



Dieser Brief wurde am 23. März 1991 angeboten bei Harmers Auctions SA in Lugano.

Der Start war bei CHF 250'000.

Der Hammer fiel bei CHF 3'400'000. Das war damals Weltrekord.

Wahnsinn. Man kann natürlich sagen, das sei ein einmaliger "Ausreisser nach oben", vermutlich stimmt das auch, aber es ist auf jeden Fall eine unglaubliche Geschichte.

Heinz
 

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