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Thema: Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt (Übersicht # 1000)
Das Thema hat 1034 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 01.09.2025 16:57:43 Gelesen: 61271# 1010 @  
@ Heinz 7 [#615]
@ Heinz 7 [#1008]

Den unglaublich teuer verkauften Brief "Vor-Ersttag" (2. Mai 1840) haben wir bereits besprochen.

Es gibt aber einen noch älteren Brief!

Am 17. Februar 1999 konnte der weltbekannte Auktionator David Feldman das beiliegende Los anbieten:



Das Los zeigt einen ganzen Briefbogen mit einem Stempel 1. May 1840. Auf dem Briefbogen klebt eine Penny Black mit einem roten Malteser-Kreuz-Stempel. Der Brief wurde in London geschrieben und wurde adressiert an eine Mrs. Andrew Smith, Mauchlin, Ayrshire (Nord-Britannien).

Die 1 Penny-Marke wurde nicht akzeptiert als Vorauszahlung, sondern der Brief wurde belastet mit zwei Pence (siehe Tinten-Notiz). 1 d war das Porto, und dazu wurde 1 d Strafe berechnet. Gemäss Attest Holcombe 1992 wurde die Marke "almost certainly" mit einem Malteser-Kreuz- Stempel von Glasgow entwertet.

Die Briefmarke kam erst am 6.5.1840 offiziell in Gebrauch.

Der Brief wurde 1999 verkauft für CHF 500'000 + 15 % Zuschlag. Er hatte einen Schätzpreis von CHF 400'000 - 800'000 (damals ca. Equivalent GB£ 170'000 - GB£ 340'000).

Gemäss Vorwort wurde dieser Brief 1978 entdeckt und 1999 zum ersten Mal zum öffentlichen Verkauf angeboten. Es sei der einzig bekannte Brief mit solcher Verwendung 1. Mai.

Heinz
 
10Parale Am: 13.09.2025 12:43:56 Gelesen: 56010# 1011 @  
@ Heinz 7 [#1010]

Ein Hammerbrief, von dem ich bislang keine Kenntnis hatte. Vielen Dank für das Zeigen.

Was immer schön ist, wenn man von außerhalb Bestätigungen dafür bekommt, was man selbst ahnt und weiß. Auf diesem Palmin Sammelbild (Entstehungs-Jahr 1903 - 1915) wird Rumäniens Nr. 1, die 27 Parale Marke, als eine der 6 teuersten Briefmarken der Welt gekürt. Wie schön!

Heinz 7 wird es besonders freuen und ich denke, er kann uns bestimmt sagen, wann das Bild entstand, denn es wird sogar ein damals aktueller Katalogwert angegeben.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 21:12:46 Gelesen: 50299# 1012 @  
@ 10Parale [#1011]

Guten Abend.

Danke für die Vorlage dieses lustigen Sammelbildes. Ich kannte es noch nicht, und ich werde es gerne noch kommentieren. Es gibt dazu meines Erachtens eine "gewisse Anzahl Fragen/Bemerkungen".

Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 21:20:17 Gelesen: 50291# 1013 @  
@ Heinz 7 [#1000]

Ikonische Philatelie-Raritäten sollten hin und wieder in den Fokus der Sammler gelangen, um das Interesse an ihnen hoch zu halten. Die einmalige British Guiana One-Cent black on magenta erschien in den letzten 103 Jahren sechsmal auf dem freien Markt, und erzielte dabei nicht weniger als fünf Mal einen Weltrekord! Andere Grossraritäten hatten noch mehr «Auftritte» in den letzten hundert Jahren, andere aber auch weniger.

Eine der unter Experten höchst geschätzten Rarität hat es bis heute meines Wissens noch überhaupt NIE geschafft, an einer Auktion im freien Markt den «richtigen» Preis zu finden - weil sie meines Wissens NOCH NIE an einer Auktion angeboten wurde! Dabei handelt es sich um ein durchaus beachtenswertes Exemplar!

Wir wissen, dass 1840 die ersten Briefmarken der Welt herauskamen: Die Penny Black von Grossbritannien und ihre blaue Schwester, die Two Pence-Marke. Diese Briefmarken fanden weltweit gewaltiges Interesse und sie wurden in grossen Mengen gedruckt, sodass jeder Sammler jederzeit ein Exemplar finden konnte und finden kann. Aber es gibt zu dieser Briefmarke natürlich auch Spezialitäten, wozu auch die grössten bekannten Einheiten zählen.

Wir wissen, dass die Penny Black Marke in einem 18er-Block (plus dazu angrenzendem Sechserstreifen) zu den teuersten philatelistischen Einheiten aller Zeiten gehört.

@ Heinz 7 [#1007]

Diese ikonische Einheit(en) erzielten 2007 an einer Auktion in New York den Preis von US$ 1'000'000 (+15 % Aufgeld). Eine NOCH grössere Einheit, nämlich ein 43er-Block der One Penny-Black Marke war ein Schmuckstück der Sammlung von R.M. Phillips. Man kann diese Einheit aber nicht mehr kaufen, weil sie nun im National Postal Museum von London ist.



Bild von Reginald Moses Phillips, *1888 - 1977, einem der grössten Briefmarkensammler aller Zeiten

Phillips selbst konnte diese Rarität erst 1959 kaufen für (aus heutiger Sicht) «läppisch» anmutende GB£ 4'400. Wobei 1959 war ein British Pfund noch viel wert, aber… ich wiederhole mich.

1960 gewann Philips den Grand Prix an der Internationalen Ausstellung 1960 in London, und 1965 verschenkte er seine einmalige Sammlung «British Victorian Stamps» (46 Bände) an seine Nation. Die Sammlung kam ins National Postal Museum (heute: The British Postal Museum & Archive).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 21:29:53 Gelesen: 50279# 1014 @  
@ Heinz 7 [#1013]

Es ist klar, dass auch grosse ungebrauchte Einheiten der Two Pence-Marke 1840 interessieren. Bis 1945 galt ein 38er-Block als grösste Einheit davon; und diese Einheit befindet sich seit einiger Zeit in der Sammlung des britischen Königshauses. Der Block aus der linken oberen Bogenecke zeigt 7 Reihen zu 5 Marken, in der 8. Reihe sind die Positionen HA, HB und HC noch dabei (HD und HE sind weggeschnitten, sonst wäre es ein 40-er Block (5x8)).

Das traumhaft schöne Stück ist natürlich abgebildet im «schönsten Buch der Philatelie», und – kein Wunder – erhielt sogar die seltene Ehre einer Abbildung in Farbe (Plate III). Im Katalog des Buches von Wilson ist der Block beschrieben auf Seite 15, allerdings mit einem Fehler: statt «XXXVIII Bl AA-HC» steht da «XXXIV Bl. AA-HC», also ein Vierunddreissiger-Block, was natürlich nicht stimmt.



Aus Copyright-Gründen darf ich wohl dieses Schaustück der Sammlung hier nicht wiedergeben.

1945 aber gab es eine philatelistische Sensation: ein 48er-Block der ersten Briefmarke der Welt wurde entdeckt, 105 Jahre nachdem die Briefmarke herausgegeben wurde!

Ort des Geschehens war ein Schloss im Norden Grossbritanniens, im Dalkeith Palace, 7 Meilen von Edinburgh.



Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 21:35:09 Gelesen: 50273# 1015 @  
@ Heinz 7 [#1014]

Das Schloss gehörte Sir Walter John Montagu-Douglas-Scott Kt, PC, GCVO, dem achten Duke of Buccleuch. Er beauftragte seinen Sekretär, Mr. Alexander Martin, mit der Inventarisierung seiner Besitztümer nach dem Kriegsende. Dalkeith Palace war während dem Krieg teilweise durch das Militär belegt.

In einer Schublade fand Mr. Alexander Martin unter anderem zwei grosse Briefmarken-Einheiten: einen 48er-Block der Two Pence Marke 1840 und einen 55er-Block der One-Penny Red-Brown von 1841. Man nimmt an, dass die Briefmarken im 19. Jahrhundert von Walter Francis (1806-1884), 5th Duke of Buccleuch, gekauft wurden.



Natürlich fand dieser Sensationsfund grösste Aufmerksamkeit. Ein damals führendes Auktionshaus der Welt, H.R. Harmer Ltd., London, durfte dann die beiden Teilbogen auch anbieten.

H.R. Harmer pries das Stück in den höchsten Tönen an: «It is undoubtedly the most valuable philatelic piece of Great Britain in existance» (Quelle: Annual Résumé of the H.R. Harmer Stamp Auctions – Season 1945-46). Auf einem grossen Foto wurde das Schreibset abgebildet, worin sich die zwei grossen Teilbogen befanden. Auch das Schloss wurde abgebildet, und der prächtige 48er-Block wurde farbig abgebildet auf zwei Seiten. Im «Résumé» lesen wir auch, dass im Juni (1946) der Gesamtfund für GB£ 6'300 an einen englischen Sammler verkauft wurde.

Die Besitzer scheinen mit dem Erlös zufrieden gewesen zu sein, schrieb doch Sekretär Martin «(…) and (I) am pleased to note the excellent price obtained.» Der Preis bezog sich auf das ganze Los: «comprising the two blocks, and the writing set» (plus 21 letter seals). Auf Seite 9 wurde der Betrag von £ 6'300 genannt, auf Seite 30 hingegen wurden «six thousand guineas» genannt; vielleicht war dies der Preis für die Hauptsache, der Teilbogen der Two Pence-Marke?

Heutigen Lesern die Bedeutung dieses Betrages klar zu machen, ist gar nicht so einfach. GB£ 6'000 des Jahres 1946 war ein Vermögen!

Der Käufer des 48er-Blocks war, wie wir heute wissen, Mister G.P. Bailey.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 21:41:44 Gelesen: 50262# 1016 @  
@ Heinz 7 [#1015]

Schon wenige Jahre später war der Buccleuch-Bogen wieder im Angebot, wieder als Private Treaty Angebot. Während das Angebot 1946 scheinbar nicht weit verbreitet wurde, finden wir im Mai 1951 einen luxuriösen «Private Treaty Offers» - Katalog.



Im Auktionskatalog 21.-23.5.1951 (Sales 2205-2207) wurde die Brochure angekündigt; sie umfasste stattliche 40 Seiten (plus 4 Umschlagseiten). Auf Seite 20/21 wurde der grossartige Two Pence-Teilbogen angeboten, nun offeriert zu sogar GB£ 8'000. Als Verkäufer wurden genannt: G.P. Bailey.



Es geht aus den mir vorliegenden Unterlagen nicht hervor, ob der Grossblock zu dem Preis auch verkauft wurde. Es dauerte sodann meines Wissens 28 Jahre, bevor diese Rarität wieder öffentlich in einem Angebot erschien!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 22:11:13 Gelesen: 50232# 1017 @  
@ Heinz 7 [#1016]

Vermutlich 1996 kaufte Spink diese Gross-Rarität und bot sie dann 1997 zum Kauf an:



Darin war vermerkt, dass nach dem Verkauf 1946 der Block mehrere Male privat verkauft wurde. 1996 wurde er an der Prestige-Veranstaltung ANPHILEX ’96 in New York ausgestellt. Spink setzte 1997 einen bemerkenswerten Preis für die Rarität fest: GB£ 2'750'000. Dies ist das letzte mir bekannte Erscheinen dieser Weltrarität.



Zum Wert des Two-Pence Stückes gibt es noch eine sehr nützliche Information.
Als 1954 im LIFE Magazin der bahnbrechende Artikel «First Time in Color, eight pages of World’s rarest stamps« publiziert wurde, finden wir unter den 100 bewerteten Top-Raritäten unseren 48er-Block immerhin auf Platz 21 der Welt-Bestenliste, mit einem Gegenwert von US$ 25'000 (Seite 91).



Angeführt wurde die Liste damals von der British Guiana One Cent mit einem Wert von US$ 100'000.

Mein Beitrag soll zeigen, dass viele Experten diese Blockeinheit wirklich zu den wertvollsten Briefmarken-Einheiten zählten. Auch, dass der Block an der ANPHILEX ’96 zu den «Aristocrats» gezählt wurde (Nummer 13 von nur 20; siehe Seite 23), verdeutlicht seine ausserordentliche hohe Wertschätzung.



Ich hoffe, ich konnte zeigen, wie diese sensationelle Einheit bis heute immer "irgendwie unter dem Radar" blieb. Es hat mich sehr gefreut, die Spink-1997-Brochüre gefunden zu haben, denn so wurde klar, dass der einmalige 48er-Block immerhin nicht NUR privat, von Sammler-zu-Sammler, weiter gegeben wurde, sondern den ernsthaften und reichen Sammlern nach meinem Wissen also doch ein drittes Mal zum Kauf angeboten wurde als "Private Treaty Offer".

Auch DIESES Angebot ist nun bereits 28 Jahre alt. Ich weiss nicht, ob 1997 ein Verkauf erfolgte, und wo sich das gute Stück heute befindet, weiss ich auch nicht. Ich bin gespannt, wann - im 21. Jahrhundert erstmals (?) - das Stück wieder einmal auftaucht.

Heinz

Redaktioneller Hinweis: Der Autor Heinz Glättli hat in Beitrag [#1024] seinen Beitrag korrigiert.
 
Heinz 7 Am: 01.10.2025 19:32:13 Gelesen: 48839# 1018 @  
@ 10Parale [#1011]

(ich habe diese Stellungnahme auch im Thema: "Rumänien für Sammler" eingestellt)

Gerne nehme ich dazu Stellung.

Erstens: das Palmin-Post-Sammelbild mit der Abbildung einer 27-Parale-Marke von Rumänien kannte ich bisher nicht. Es ist ein hübsches Sammelbild, bei dem jedoch die Marke nicht sehr "wahrheitsgetreu" wiedergegeben wird. Ist ja auch nicht nötig.

Zweitens: Aus welchem Jahr dieses Sammelbild stammt, ist nicht einfach zu beantworten. Dass damals diese Briefmarke "1800 Mark kostet" (gestempelt), gibt einen Hinweis.

Im "Senf"-Katalog wurde diese Marke bewertet wie folgt: (gestempelt)
Katalog 1912: 1100 Mark

Wir dürfen also annehmen, dass das Sammelbild erst später hergestellt wurde, vielleicht Anfang Zwanzigerjahre?

Drittens: was aber nicht stimmt, ist die Relation: gestempelt (1800 Mark) zu ungestempelt (1600 Mark). Ungestempelt galt die Briefmarke schon vor hundert Jahren deutlich mehr, als gestempelt! Paul Kohl hat in seinem Katalog ("Handbuch", 10. Ausgabe 1915) die Marken wie folgt bewertet:

gestempelt: Mark 1300
ungestempelt: volle 15'000 Mark (!)

Viertens: Auch die Frage, wie Palmin dazu kommt, die 27 Parale-Marke unter "die sechs teuersten" zu reihen, ist mir nicht ganz klar. Aus den Studien von Schubert und Haas (vgl. "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt") erinnern wir uns:

Schubert platzierte die 27 Parale auf Platz 57 (1913, aufgrund der Katalogwerte Senf 1912),
Haas platzierte die 27 Parale auf Platz 18 (1905)

Beide Sammler bewerteten damals die 81 Parale-Marke (Michel Nr. 3) deutlich weiter vorne:
Schubert platzierte die 81 Parale auf Platz 4 weltweit! (1913, aufgrund der Katalogwerte Senf 1912),
Haas platzierte die 81 Parale auf Platz 6 weltweit! (1905).



Bei der Studie Schubert spielte sicher eine Rolle, dass er dazu nur die gestempelte Version betrachtete, wobei die 27 Parale-Marke (Mi Nr. 1) aber ungestempelt deutlich seltener ist.

Also - - wie auch immer - - es ist richtig, dass die ersten runden Ochsenköpfe der Ausgabe 1858 vor rund hundert Jahren als die wertvollsten Briefmarken von Europa galten (81 Parale * und gest., 27 Parale: *) und weltweit unter den "Top-Ten" (oder Top 20) eingereiht wurden.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verloren dann diese 2 Marken ihre weltweite Top-Stellung, bis ca. 1980, sie sind aber seit ca. 1990 wieder "mächtig am Aufholen".

Heinz
 
Dobe Am: 02.10.2025 13:00:15 Gelesen: 48456# 1019 @  
Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich mir die Ergebnisse der jüngsten 574. Roumet-Auktion angeschaut habe.

Mit Los 205 kam ein vertikales Tete-beche Paar zum Verkauf (laut Auktionsbeschreibung aus der La Fayette Beschreibung) für den sagenhaften Preis von 210.000 € zzgl. 10% Provisionsgebühr. Es gab noch einige weitere Auktionsergebnisse für Einzelmarken oder Paare mit Ergebnissen im höheren bis hohen fünfstelligen Euro-Bereich. Aber die Gesamtsumme von 231.000€ ist schon wirklich außergewöhnlich und erwähnenswert.

Liebe Grüße

Michael


Los 205 Frankreich Empire ungezähnt 1853

Yvert 17Af - Beschreibung: Tête-bêche. No 17Af, paire verticale, superbe et seule pièce connue. - RRRR (ex collection La Fayette) (cote Yvert: 500000 €)

https://www.philasearch.com/de/cat/12063/lot/9490-A574-205?treeparent=COGRP-16&postype=PH&euro_von=100000
 
Heinz 7 Am: 04.10.2025 18:55:17 Gelesen: 47501# 1020 @  
@ Dobe [#1019]

Guten Tag, Michael,

Du stellst uns ein Spitzenstück vor der Frankreich-Philatelie



Die Michel Nr. 17 a hat(te) einen Katalogwert von Euro 6'500 als ungebrauchte Einzelmarke (Michel 2010). Als Tête-bêche Paar aber wertet(e) diese Einheit sogar Euro 200'000.

Genau dieses Paar erreichte im Jahr 2003 an der grossartigen Auktion "La collection La Fayette" sogar ein Resultat von Euro 240'000, bei einem Startpreis von Euro 200'000. Dazu kam eine komplizierte Rechnung von abgestufter Provision plus Mehrwertsteuer: 17.94 % auf die ersten Euro 100'000 plus 11.96 % auf den Betrag über Euro 100'000.

Wenn also 2025 nun ein Zuschlag von Euro 210'000 erfolgt, können wir von einer Bestätigung des Ergebnisses 2003 sprechen, aber es ist nicht einmal der Rekordpreis für dieses seltene Stück.

Die Auktion "La Fayette" von Spink und Behr in Paris war ein mega-Anlass. Zwar kamen nur 129 Lose zum Ausruf, aber die hatten es in sich! Der Startpreis lag meines Wissens bei Euro 5'490'100! Also mehr als Euro 42'000 im Schnitt! Nicht weniger als 15 Lose hatten einen Schätzpreis von Euro 100'000 und mehr! Das Los 90 (der oben gezeigte TB-KD, Ceres T 17 A) stand zusammen mit Los 32 (Ceres T 6) mit Euro 200'000 "nur" auf Platz 7 der höchsten Schätzpreise (Estimates)!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.10.2025 19:18:38 Gelesen: 47480# 1021 @  
@ Dobe [#1019]
@ Heinz 7 [#278]
@ Heinz 7 [#1020]

An der Auktion "Collection La Fayette" von Spink London und Behr Paris in Paris am 17.11.2003 wurden nicht weniger als 8 Lose mit einem Schätzpreis von Euro 200'000 oder MEHR ins Rennen geschickt. Mit klarem Abstand das teuerste Los war Los 50, der einmalige TB-Viererblock der 1 Franc vermillon vif von 1849/1850.



Der Schätzpreis lag bei Euro 600'000 - 800'000, der Zuschlag erfolgte bei Euro 820'000 plus Zuschläge von ca. 18 % (komplizierte Mischrechnung mit Mehrwertsteuer-Zuschlag). Es war der höchste Startpreis und es war der höchste Zuschlag an dieser denkwürdigen Auktion.

Der berühmte TB-Viererblock Ceres T 7a ist aber schon lange bekannt und wurde auch 1954 gefeiert als teuerstes Stück von Frankreich (siehe mein Beitrag [#278]). An der Auktion 2003 wurden die hohen Erwartungen der Frankreich-Enthusiasten nicht enttäuscht.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 05.10.2025 15:14:07 Gelesen: 47117# 1022 @  
@ Heinz 7 [#102]

Der im oben genannte Beitrag Zusammendruck von MiNr.1 und 2 ist nicht der einzige der bekannt ist.

Bei der Auktion von Antonio M. Torres am 11.10.1996 in London war das Titelstück des Autionskatalog der zweite bekannte Zusammendruck der ersten Ausgabe von Brasilien. Das Los 3013 hatte einen Schätzpreis von 125.000 bis 175.000 Dollar. Der Zuschlag ist mir nicht bekannt. Die obere 30Reis-Marke hat keine Entwertung und sie ist in der rechten oberen Ecke repariert (der Packstreifen soll auch Mängel haben (dünn, bügig)), und die untere 60 Reis-Marke hat einen Federzug im linken Drittel.



Bei der Beschreibung zu dem Los steht, das 1897 ein Monat nach dem ersten Artikel über den "Pack-streifen", das ein zweites Stück existiert.

-1918 hat Heitor Sanchez das Stück für 200 000 Reis bei "philatelic house of Casa Filatelica J.Dolz mit anderen Brasilianischen Marken erworben.

-Er hat das Stück dann reparieren lassen und später für 600 000 Reis an Amaldo Moraes Pedroso verkauft.

-Am 12.6.1920 wurde es bei Casa Filatelica J.Dolz Auktion für 1 000 000 Reis an Luiz de Moares verkauft.

-12.12.1954 wurde es an den Briefmarkenhändler Rolf Harald Meyer für 200 000 Cruzeiros verkauft

- Im Dezember wurde es für 250 000 Cruzeiros an Ivo Fetteira da Costa verkauft. Dessen Sammlung wurde 1970 bei der PHILYMPIA 70 in London mit Large Gold Medal belohnt.

-Die Sammlung von Ivo Fetteira da Costa wurde für 500 000 Cruzeiros (das Paar wurde dabei mit 125 000 Cruzeiros bewertet) an Maurino de Araujo Ferreira verkauft.

Bei dem Band 27 der Edition D`Or ist es das Titelstück der Sammlung Luis Alemany Indarte.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 05.10.2025 18:07:13 Gelesen: 47035# 1023 @  
@ Dobe [#1019]

Wir kennen nun bereits fünf sehr wertvolle Tête-bêche - Paare von klassischen Briefmarken aus Frankreich. Ich rekapituliere, und nenne die Katalogpreise aus dem Spezialkatalog "Spink/Maury 2018" (Preise: Euro)

@ merkuria [#90]

Ceres T 1 = 1850, 10 Centimes, Katalog * 115'000

@ Heinz 7 [#274]

Ceres T 7D = 1849, 1 Franc, vermillon pâle dit Vervelle, Katalog * 750'000

@ Heinz 7 [#275]
@ Heinz 7 [#1021]

Ceres T 7a = 1849, 1 Franc, vermillon vif, Katalog * 1'200'000

@ Heinz 7 [#279]

Ceres T 7b = 1849, 1 Franc, vermillon terne dit "étrusque", Katalog gest. 375'000 (nur 1 Dreierstreifen lose + 1 Ex. auf Brief bekannt gemäss Maury)

@ Dobe [#1019]
@ Heinz 7 [#1020]

Ceres T 17 A = 1853/60, 80 Centimes carmin, Katalog * 550'000

Heute möchte ich einen weiteren Kehrdruck vorstellen:



Ceres T 18 = 1853/60, 1 Franc carmin, Katalog * 475'000

Auch dieses Stück war in der grossartigen Sammlung "La Fayette" zu finden. Der Sechserblock wurde als Los 92 angeboten und hatte einen Estimate von Euro 300'000, und der Zuschlag war auch bei Euro 300'000. Dazu kamen Zuschläge von ca 17-18%.

Dies war der dritt-höchste Estimate und der dritt-höchste Zuschlag an dieser Auktion.

1. war Los 50 = Est. 600'000 / PR 820'000 (= T 7a)
2. war Los 83 = Est. 325'000 / PR 460'000 (= T 7D) siehe Anmerkung
3. war Los 92 = Est. 300'000 / PR 300'000 (= T 18)
...
4.2. (ex aequo mit 4.1.) war Los 80 = Est. 250'000 / PR 200'000 (= T 7b)
(...)
7.2. (ex aequo mit 7.1.) war Los 90 = Est. 200'000 / PR 240'000 (= T 17 A)

Anmerkung: im Katalog Spink/Behr steht zwar "T 7C", aber ich denke, das stimmt nicht.

Damit kennen wir nun auch die vier höchsten Ergebnisse der Auktion von 2003.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.10.2025 23:21:50 Gelesen: 46885# 1024 @  
@ Heinz 7 [#1017]

Ich muss leider eine Zahl korrigieren - sorry!

Ich schrieb: "Als 1954 im LIFE Magazin der bahnbrechende Artikel «First Time in Color, eight pages of World’s rarest stamps« publiziert wurde, finden wir unter den 100 bewerteten Top-Raritäten unseren 48er-Block immerhin auf Platz 21 der Welt-Bestenliste, mit einem Gegenwert von US$ 25'000 (Seite 91)."

richtig ist aber: mit US$ 25'000 bewertete LIFE den grossen GB-Block auf Platz 11.

Die acht höchsten "Europäer" waren also:

Platz 4: Schweden, Tre Skilling, Farbfehldruck: US$ 40'000
Platz 11: Grossbritannien, Buccleuch-Block der Nummer 2: US$ 25'000
Platz 16: Frankreich, Viererblock mit Kehrdruck, Ceres T 7a = 1849, 1 Franc, vermillon vif: US$ 17'500
Platz 17: Schweiz, Dreierstreifen der Doppelgenf: US$ 15'000
Platz 25: diverse, u.a. Baden, 1851, Farbfehldruck 9 Kreuzer, blaugrün statt rosalila: US$ 10'000
...und Sachsen, 1851, Farbfehldruck 1/2 Neugroschen, blau, Zehnerblock: US$ 10'000
...und Spanien, 1851, Farbfehldruck 2 Reales blau: US$ 10'000
Platz 42: Rumänien, 27 Parale, Kehrdruck-Paar: US$ 7'000

Übrigens: ein US$ vom 3.5.1954 (Erscheinungsdatum LIFE-Magazin) setze ich bei meinen Wertvergleich-Berechnungen einem Wert gleich von CHF 19.99 per 31.12.2019, gerundet also CH 20.00.

Das heisst also: US$ 10'000 (1954) = CHF 200'000 (2019, oder 2025, seit 1.1.2020 Null-Verzinsung).

Heinz
 
Dobe Am: 12.10.2025 11:11:06 Gelesen: 43990# 1025 @  
@ Heinz 7 [#1021]

Lieber Heinz,

bei Behr wurde bei der jüngsten Auktion neben vielen Auktionsergebnissen im höheren bis hohen fünfstelligen Bereich folgender Block für 226.000 € (keine Auktionsgebühr wie immer bei Behr) verkauft:

1F. pale vermilion called Vervelle. Block of 4. Imperforatees margins. Museum piece. Superb. RR. (Estimate 250.000€)

Automatisch generierte Übersetzung:
1F. Blass zinnober genannt Vervelle. Viererblock. Ungezähnt Ränder. Museumsstück. Pracht. RR. (Schätzpreis 250.000 €)

Ich bin mir sicher, dass du wieder die spannende Historie hinter diesem fantastischen 4er Block kennst. :-)

Liebe Grüße

Michael



[Bild redaktionell ergänzt]

https://www.philasearch.com/de/info.php3?eknr=9200&posnr=102789
 
10Parale Am: 12.10.2025 12:32:52 Gelesen: 43958# 1026 @  
@ Dobe [#1025]

ich kann etwas zu den VERMILLIONS beisteuern, die ganze große Auktionsgeschichte werden wir dann wohl von Heinz7 erfahren.

Die ungeschnittene Marke "VERMILLION" (Farbton von Rot - Bedeutung des Namens) wurde am 2. Januar 1849 in einer ersten Auflage von 509.700 Briefmarken herausgegeben (Druckerei Hulot). Von diesem Tag ist auch eine Abstempelung bekannt. Bis 1853 wurden insgesamt ca. 2.500.000 Marken gedruckt, wobei die späteren Drucke karminfarben sind. Aus technischen (chemischen) Gründen kam es bei den ersten Druckwerken der blassen Farbe zu einer Art Rückruf, so dass von den 509.700 Briefmarken nur 387.302 in den Handel kamen.

Es gibt tatsächlich eine Geschichte zu dieser sehr seltenen Marke und den Blöcken.

Im Jahr 1931 fand ein Herr F. (mehr steht nicht im Buch) in einem alten Buch (bouquin), dass seit Jahrzehnten als Erbe seiner Eltern in seiner Bibliothek stand, einen inkompletten Bogen mit 22 Vermillions, also Marken mit der Nominale zu je 1 Franc. Der Bogen wurde im Laufe der Entdeckung und Folgezeit getrennt und Maurice Burrus kam in den Besitz eines 8-er Bogens vom linken Rand aus diesem Blatt. Ganz rechts gab es auch einen Viererblock mit einem Kehrdruckpaar, welches die Franzosen tete-beche nennen. Dieses seltene Traumstück stammt auch aus dem Blatt, welches 1931 entdeckt wurde und war einmal im Besitz von Theodore Champion. Es gibt aber noch einen weiteren Viererblock mit diesem tete-beche, welcher eine etwas blassere Farbe besitzt.

Leider kann ich keine Bilder bereitstellen (Copyright Gründe). Meine Angaben stammen aus einer Ausgabe der TIMBROSCOPIE von 1989.

Schönen Sonntag wünscht

10Parale
 
Martin de Matin Am: 12.10.2025 12:36:09 Gelesen: 43954# 1027 @  
@ Dobe [#1025]

Ich kann über diesen speziellen Vierblock nichts genaues sagen, aber über dessen Ursprung gibt es Informationen im Kohlhandbuch.

Dort steht das 1892 in den Papieren von A.A.Hulot ein Bogen zu 150 Marken der 1Fr. gefunden wurde . Bei den Bogen fehlten, nach derem Entdecker Huet, 11 Marken und 30 Marken waren beschädigt, so das 109 Marken, inklusive eines Kehrdrucks, übrig geblieben sind. Der Bogen war ungummiert und unterscheidet sich leicht in der Farbe der verausgabten Marken. 1895 wurde der Bogen an den Händler Vervelle (daher kommt auch die Bezeichnung "1F. pale vermilion called Vervelle") verkauft. Vervelle hat anfangs einzelne Marken für 20 Fr. verkauft.

Wegen der Ähnlichtkeit der orangeroten 1 Fr. mit der 40 c wurde diese zurückgerufen. In einen wurden die Poststelle angewiesen die Marken zurückzugeben. In dem Zirkular befand sich eine halbierte 1 Fr., die der Farbe der sogenannten Vervelle gleicht; so könnten die fehlenden 11 Marken des Bogens für diese Circular verwendet worden sein. Von dem Circular exestiert mindestens ein Stück, das in den letzten 30 Jahren mindestens einmal auf einer Auktion angeboten wurde (die Suche danach in meinen Auktionskatalogen könnte bei mir etwas länger dauern).

Der Kehrdruck aus diesem Bogen wurde als Viererblock bei der am 18.11.1924 bei der 11. Ferrary-Aution als Los 59 angeboten und für 200.500 Francs verkauft.

Gruss
Martin

P.S. Mich würde interessieren, was aus dem Brief mit Kehrdruck der grünen 15c (Los 19 der 11.Ferrary-Aution) geworden ist.
 
Koban Am: 12.10.2025 17:50:06 Gelesen: 43755# 1028 @  
@ Martin de Matin [#1027]

Für die angesprochenen Zirkulare [1] wurden die zinnoberroten (vermillon) Marken verwendet, nicht die sogenannten Vervelles.

Die Briefvorderseite(!) mit Kehrdruck der grünen 15c [2] wurde letztmals(?) 2003 bei der Auktion "La Fayette" von Spink und Behr in Paris für 245.000 Euro verkauft.

Gruß,
Koban



Bildquelle: https://behr.fr/articles/1-franc-vermillon-vervelle-timbre-france-1849



Bildquelle: https://behr.fr/articles/timbres-tete-beche-erreurs-rares-collection-philatelie
 
Martin de Matin Am: 12.10.2025 18:28:27 Gelesen: 43719# 1029 @  
@ Koban [#1028]

Für die angesprochenen Zirkulare [1] wurden die zinnoberroten (vermillon) Marken verwendet, nicht die sogenannten Vervelles.

Ich hatte nur die Angaben des Kohlhandbuchs wiedergegeben; dort stand, das die Farbe der Marke auf dem Circular den sogenannten Vervelle entsprechen.

Danke für die Abbildung des 15c-Kehrdrucks.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 13.10.2025 11:23:20 Gelesen: 42907# 1030 @  
@ Dobe [#1025]
@ 10Parale [#1026]
@ Martin de Matin [#1027]
@ Koban [#1028]

Liebe Kollegen

Danke für den angeregten Informations-Austausch. Zu den schwierigen Verhältnissen (Farbnuanacen, vorhandene Stücke, Katalogisierung) habe ich bereits einiges geschrieben,

siehe @ Heinz 7 [#1000]

nun zeigt uns Koban auch den tollen Kehrdruck Ceres T2 auf Brief (Vorderseite), einem weiteren "ganz grossen" Stück der Frankreich-Philatelie:

- Es war an sechster Stelle im Wert der Sammlung "La Fayette"

@ Heinz 7 [#1023]

... mit einem Schätzpreis von Euro 220'000; bei den erzielten Preisen (Euro 220'000 plus Aufgeld) landete das Stück auf Platz 5

Im Katalog Spink/Maury 2018 wird ein Katalogwert von Euro 400'000 vermeldet

... und in der Auktion bei Ferrary erzielte das Stück immerhin FF 62'000, was gemäss meinen Aufzeichnungen für Platz 33 aller Ferrary-Stücke ausreichte! (11. Auktion, Los 19).



Mein früher errechneter Gegenwert von CHF 257'000 zeigt also: das Stück wurde schon vor 100 Jahren (1924) sehr teuer bezahlt!

Im Life-Artikel 1954 erschien der Brief leider nicht.

Heinz
 
10Parale Am: 13.10.2025 20:57:20 Gelesen: 42143# 1031 @  
@ Heinz 7 [#1030]

in der besagten TIMBROSCOPIE (Numéro hors série) aus dem Jahr 1989 habe ich auf Seite 95 in Erfahrung bringen können, dass 18 französische Marken, die dort alle auch aufgeführt werden, ein Kehrdruckpaar aufweisen. Seltsamerweise fehlt exakt bei der 15 C vert eine Abbildung. Dort heißt es dann dazu:

"Cette case pourra etre bouchée le jour où l´on découvrira un second tete-beche de 15c".

Zu dem extrem seltenen Frankreich-Brief aus der Auktion Ferrary lese ich: "Sans ce devant de lettre, aucune collection de tete-beche ne peut etre complète...Du moins tant qu´on n´aura pas découvert un autre tete-beche du 15 c vert. Il en existe bien une seconde de la meme archive. meme destinataire, adresse et affranchissement..ou presque. Les personnes ayant apercu cette pièce depuis la vente Ferrari se comptent sur les doigts d´une main, d´où son surnom "l´Arlésienne".

Übersetzung:

"Ohne dieses Briefvorderteil kann keine Sammlung von Kopf-an-Kopf-Stücken vollständig sein. Zumindest solange nicht, bis ein weiteres Kopf-an-Kopf-Stück der grünen 15 C entdeckt wird. Es gibt tatsächlich eine zweite aus demselben Archiv, derselbe Empfänger, dieselbe Adresse und Frankierung - oder fast. Die Personen, die dieses Stück seit der Ferrari-Auktion gesehen haben, kann man an einer Hand abzählen, daher sein Spitzname „die Arlésienne“."

Schwierig zu verstehen und der Verweis auf die Namensgebung ARLÉSIENNE verstehe ich auch nicht ganz, aber scheint es einen zweiten, ähnlichen Brief zu geben?

L´Arlésienne ist eine Oper von Bizet(1). Ich bin kein Opernkenner, aber es scheint um die Liebe eines Bauern für zwei Frauen zu gehen. Ist die Allegorie l´Arlésienne ein Hinweis darauf, dass es 2 Briefe gibt?

Vielleicht kannst du oder ein anderer hier aushelfen.

Liebe Grüße

10Parale

https://de.wikipedia.org/wiki/L%E2%80%99Arl%C3%A9sienne_(Bizet)
 
Koban Am: 13.10.2025 21:36:03 Gelesen: 42091# 1032 @  
@ 10Parale [#1031]

Hier der Schwesterbeleg, jedoch ohne Kehrdruck:



Sofern sich "l'arlésienne" auf die zwei Frauen aus der Oper bezieht, dürften damit eher die beiden Köpfe des Kehrdruckes gemeint sein.

Bildquelle: https://collections.forumgratuit.org/t24146p50-le-ceres-15c-non-dentele-il-en-a-des-choses-a-dire

Bei meinem Exemplar der Timbroscopie, Heft 57, April 1989 befinden sich die Abbildungen auf den Seiten 24 und 25. Die Nichtabbildung unseres 15 Centimes Kehrdruckes
in dieser Aufstellung, "Cette case pourra être bouchée le jour où l´on découvrira un second tête-bêche de 15c", erklärt sich durch den Titel der Zeitschrift "L'impossible collection des 18 tete-beche de France" (Die unmögliche Sammlung der 18 Kehrdrucke ...) und den Hinweis in der Einleitung des Artikels, dass es nur einem Sammler möglich ist, eine vollständige Sammlung zusammenzutragen. (Dieses Feld also frei bleiben wird.) Die Briefvorderseite mit dem Kehrdruck ist abgebildet, jedoch am Beginn des Artikels auf S. 23.

Gruß,
Koban
 
Heinz 7 Am: 14.10.2025 22:25:06 Gelesen: 41576# 1033 @  
@ Heinz 7 [#1023]

zu unseren oben präsentierten Stücken in [#1023] und [#1030]

T 1
T 2
T 7a
T 7b
T 7D
T 17A

kann ich auch T 6 heute vorstellen; auch T 6 wurde in der Sammlung La Fayette angeboten.

Los 32 hatte einen Estimate von Euro 200'000 (also der siebthöchste Schätzpreis (ex aequo mit Los 90)), wurde aber als einziges der 8 Lose mit einem Estimate von mind. Euro 200'000 NICHT verkauft.



Es ist wieder eine 1 Franc-Marke der ersten Ausgabe des Landes, 1849, nun aber in der Farbe karmin, oder, um genau zu sein: "carmin brun". Im Katalog Spink/Maury 2018 müsste das wohl T6b sein, die mit folgendem Vermerk erfasst ist:

"1ex connu neuf", Katalogwert Euro 375'000, also gemäss Spink/Maury ein Unikat; im Auktionskatalog steht aber: "Un des deux tête-bêche connus neuf". Dies dünkt mich etwas seltsam, denn im Auktionskatalog von 1924 entdecken wir gleich drei fast identische Lose:

Los 87 - Preis FF 15'000
Los 88 - Preis FF 20'500
Los 89 - Preis FF 35'000



alle 3 werden mit "carmin" beschrieben, also nehme ich an, dass erst später die Aufteilung

carmin foncé (Spink-Maury T6)
carmin-brun (Spink-Maury T6b)

vorgenommen wurde. Gemäss Spink-Maury gibt es von T6 vier Exemplare ungestempelt, von T6b nur eines. Auf Brief aber kennt man offenbar doch immerhin 12 verschiedene!

Wir dürfen also annehmen, dass Ferrary BEIDE Kehrdruck-Paare hatte: T6 (carmin foncé) und T6b (carmin-brun). Los 87 sei ein Exemplar carmin-brun, somit müsste also mindestens ein Los (88 oder 89) carmin-foncé sein. Diese Variante wird bei Spink-Maury ebenfalls sehr hoch bewertet: Euro 325'000

Neben Ferrary hatte dieses oben gezeigte TB-Paar (Los 32) gemäss Auktionskatalog einen weiteren prominenten Vorbesitzer, nämlich Maurice Burrus (März 1967)

Heinz
 
Dobe Am: 28.12.2025 20:59:30 Gelesen: 9209# 1034 @  
@ Heinz 7 [#1033]

Bei der 749. Auktion bei Il Ponte wurde einer der schönsten Briefe Altitaliens überhaupt versteigert - inkl. Auktionsgebühr war dem Käufer der Brief 94.500 € wert. Im Verhältnis zu Spitzenergebnissen aus Frankreich (jüngst bei Behr wurde wieder ein Viererblock für 120.000 € versteigert) oder den USA (letzte Inverted Jenny ging vor einigen Wochen für 380.000 Dollar über den Tisch, obwohl Dr. Köhler vorher unkte, dass das Exemplar nicht besonders gut ist) mag die Summe nicht so hoch erscheinen, für Altitalien ist die Summe sehr hoch.

Es handelt sich um eine spektakuläre Frankatur aus Parma.

Briefumschlag von Pontremoli nach Genua, frankiert mit 4,80 Lire mit drei Exemplaren der 10-Centimo-Marke in Schwarz, zwei Einzelmarken und zwei äußerst seltenen Viererstreifen der 40-Centimo-Marke in Hellblau sowie einem Paar der 25-Centimo-Marke in Braun-Lila.

Ein außergewöhnlicher Briefumschlag, der die höchste Frankierung des Herzogtums Parma darstellt und zu den größten Raritäten aller alten italienischen Staaten zählt.

Allgemein anerkannt als „die spektakulärste Frankierung des Herzogtums Parma”.
Ganzseitige Abbildung im Sassone-Katalog und Erwähnung im enzyklopädischen Katalog Bolaffi 1983/84 als „höchste Frankatur mit Briefmarken aus Parma – Unikat”.

Zertifiziert von En. Diena. Unterschriften: A. Diena, G. Bolaffi, G. Colla, L. Gazzi.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Angesichts der wunderschönen fast künstlerischen Gestaltung des Portos könnte man sich fragen, was wohl das Motiv gewesen sein könnte?

Ich war online bei der Auktion anwesend, leider wurde ich bei allen meinen Geboten überboten. Keine Chance.

Viele Grüße

Michael

[Hinweis der Redaktion: Unser Mitglied DrKöhler ist kein Dr. sondern ein Dieter]

https://www.philasearch.com/de/info.php3?eknr=9468&posnr=5319


 

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