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Thema: Bund Dauerserie Welt der Briefe - Fehldruck der 010 Cent Marke !
Das Thema hat 72 Beiträge:
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asmodeus Am: 09.02.2024 10:40:59 Gelesen: 2426# 48 @  
Habe aus Spaß an der Freude eine zweite Bestellung am 07.02.2024 aufgeben. Heute war die Sendung im Briefkasten und diesmal war die Rolle enthalten mit dem Datum 04.12.23.

Die erste Bestellung bescherte mir eine Rolle der 4. Auflage.


 
Vernian Am: 09.02.2024 11:00:48 Gelesen: 2392# 49 @  
@ asmodeus [#48]

Ich habe soeben aus Jux und Dollerei auch mal eine Rolle bestellt, mal sehen, ob ich auch Glück habe. Wie auch immer, das Meiste werde ich vermutlich eh verkleben. Ich brauche eigentlich nur eine Handvoll dieser Type. Und die 20.- € tun mir jetzt nicht so weh wie mit Porto 2, 3 oder mehr Euro bei eBay für 2, 3 Stücke zu zahlen - denn ich kann die Marken ja verwenden - es sei denn, die Post würde diese Ausgabe für ungültig erklären wovon ja aber kaum auszugehen ist.

Ich werde berichten, wenn ich ebenfalls diese Variante erhalten habe, und falls ja - wer dann Exemplare günstig haben will, der kann mich dann gerne kontaktieren (erst mal abwarten jetzt).

V.
 
Stefan Am: 09.02.2024 11:39:30 Gelesen: 2341# 50 @  
@ Stefan [#24]

"Neben der Tagesangabe ist auch die Uhrzeit zu lesen (hh:mm:ss) und ist in diesem Thema bisher zwischen 14:08 Uhr (und 41 Sekunden) und 14:47 Uhr (und 13 Sekunden) belegt."

Die bisherige Diskrepanz ergibt einen Zeitraum von 38 Minuten und 32 Sekunden = 2312 Sekunden. Unter der Maßgabe, dass pro Sekunde eine Rolle maschinell verpackt würde, ergäbe dies bei einem Rollenumfang von 200 Marken/Rolle eine bisher belegbare Auflage von 462.400 Briefmarken, welche produziert (aber nicht vollständig ausgeliefert) wurde.


Dank asmodeus in Beitrag [#48] ergibt sich ein neues Frühdatum (Uhrzeit) für den Verpackungsaufkleber:

Beitrag [#48]: 13:54 Uhr (und 43 Sekunden)
Beitrag [#4]: 14:47 Uhr (und 13 Sekunden)

Unter der Maßgabe, dass lediglich ein Drucker verwendet, dort ein Aufkleber pro Sekunde ausgedruckt wurde und der Drucker die gesamte Zeit über lief, ergibt sich aktuell eine Laufzeit von 52 Minuten und 30 Sekunden = 3.150 Sekunden. Jede Rolle umfasst 200 Briefmarken, ergo 3.150 Sekunden x 200 Briefmarken/Rolle/Sekunde = 630.000 gedruckte Briefmarken als Minimum für eine ursprüngliche Druckauflage.

Es ist derzeit nicht klar, ob diese Nachauflage nun gänzlich vom Verkauf zurückgezogen wurde oder nicht. Gerüchteweise gab es zwischenzeitlich (seit ca. Anfang Februar?) einen Rückruf in einigen (allen?) Filialen, welche mit einer Bestellung von Briefmarken zu 10 Cent im Dezember 2023 bzw. Januar 2024 beliefert worden sind. Die Versandstelle in Weiden liefert allerdings weiterhin Bestellungen u.a. mit diesem Fehldruck aus (zufällig oder absichtlich), aktuelles Beispiel jenes von asmodeus in Beitrag [#48].

@ asmodeus [#25]

Eine Kontaktaufnahme per Email war leider nicht möglich gewesen. In deinem Profil ist keine Emailadresse freigeschaltet. Die Anfrage hat sich nun dank deines Volltreffers sicherlich erledigt. ;-)

@ Heiko.Joe.Nagengast [#44]

Denkbar wäre aber auch, daß die Post, um Spekulationen zu vermeiden, die Marke offiziell nachproduzieren läßt und mit eigener Bestellnummer orderbar macht. Dann müßte sie im Michel aber eine eigene Hauptnummer erhalten. Ich bin ohnehin gespannt, wie der Michel mit der 010er Marke umgehen wird.

Ich glaube nicht, dass die Deutsche Post AG eine Nachauflage der fehlerhaften Ausgabe zu 010 Cent produzieren lassen würde um zukünftige Spekulationen auf dem Sammlermarkt zu vermeiden. Die gesamte Aktion dürfte eh für die Bundesdruckerei und die Deutsche Post AG peinlich genug und die ursprüngliche Auflage der 010er-Ausgabe sicherlich ausreichend sein, wenn diese ab sofort in den nächsten Monaten vollständig in Umlauf gebracht würde. Wenn doch ein Nachdruck der 010er käme, dann bitte farblich für Philatelisten unterscheidbar. ;-)

Es klang bereits durch, dass kaum vorstellbar ist, wie dieser Irrtum in der Nominalangabe zustande kam. Eigentlich sollte eine Bildvorlage, welche als Druckvorlage für einen Druck vorgesehen ist, nicht mehr in derartigen Details anpassbar und die Grafik passwortgeschützt sein. Seitens eines hier mitlesenden Sammlerkollegen kam bereits die theoretisch denkbare Überlegung auf, dass seitens der DPAG bereits eine fehlerhafte Bildvorlage an die Bundesdruckerei in Berlin herausgegeben worden sein könnte. Damit läge die Fehlerursache in Bonn und nicht in Berlin. Diese Briefmarke bietet reichlich Möglichkeiten zu Spekulationen.

Es wird sehr interessant werden, wie die Michel-Redaktion mit dieser Ausgabe umgehen wird. Die Ausgabe zu 010 Cent gehört auf jeden Fall in den Michel Deutschland-Spezial und meinem Verständnis nach auch in die Katalogisierung des normalen Michel Deutschland-Katalogs, da auch ohne Lupe mit bloßem Auge unterscheidbar - entweder als Unternummer bspw. wie folgt aufgeteilt als 3723 I (10er Nominale Matrixcode normalstehend) und 3723 II (10er Nominale Matrixcode kopfstehend) und 3723 III (010er Nominale) oder der "Fehldruck" als eigene Hauptnummer mit Ausgabedatum auf Dezember 2023. In Beitrag [#44] wird aktuell der 08.01.2024 als Frühdatum auf Beleg gemeldet.

Auf der Jahreshauptversammlung meines Vereins (Briefmarkensammlerbund Lörrach e.V.) habe ich den ersten Brief rumgehen lassen, die 010er Marke kannte niemand.

Gemäß den Angaben auf der Internetseite vom Lörracher Verein fand die Jahreshauptversammlung am 27.01.2024 statt. Auch auf einem Treffen des Aachener Vereins am 28.01.2024 machte sich ein Sammlerkollege den Spaß und legte ein paar Exemplare der 010er Ausgabe dort anwesenden Sammlern vor, welche aktuelle Bund-Briefmarken sammeln. Diese fehlerhafte Ausgabe war den anwesenden Sammlern zu jenem Zeitpunkt (noch) unbekannt gewesen. Nun gut, nicht jeder Sammler hat einen Internetzugang (wobei die Gruppe der Sammler ohne PC und Internetzugang in den nächsten Jahren fast aussterben dürfte) oder liest online auf Philaseiten mit. In der gedruckten Presse hatte die Deutsche Briefmarken-Revue in der gleichen Kalenderwoche den Anfang gemacht und die Existenz dieses Fehldrucks in den Printmedien als erste Zeitschrift gemeldet (Auslieferung an Abonnenten ab dem 25.01.2024, siehe Beitrag [#4]). Andere Printmedien werden sicherlich nachziehen.

Die Philaseiten waren online bereits eine Woche früher dran diese fehlerhafte Nachauflage zu melden, siehe Beitrag [#1] vom 19.01.2024.

Gruß
Stefan
 
asmodeus Am: 09.02.2024 18:09:26 Gelesen: 2188# 51 @  
Jetzt kommen einige komplette Rollen des sogenannten Fehldruckes zum Verkauf. Die Preise variieren von 99€ bis 1190€

eBay-Artikelnr.:eBay 225993356215, eBay 364724021725, eBay 305390232674






 
spain01 Am: 11.02.2024 10:15:13 Gelesen: 1950# 52 @  
@ Meisterbetriebsmeister [#23]

Hallo,

ich habe eine Rolle der 4. Auflage mit Datum 18.1.24 und Uhrzeit: 13:04.17.

Gruß
Michael
 
Stefan Am: 11.02.2024 14:21:38 Gelesen: 1862# 53 @  
@ Meisterbetriebsmeister [#20]

Ein Fehldruck (falsche Farben...) oder eine Fehlproduktion (kopfstehender Barcode...) ist es in dem Sinne ja eigentlich nicht - die Produktion der Marke erfolgte ja korrekt.

Über falsche Farben könnte man diskutieren. Auf der Internetseite vom Landesverband Südwest wird es bereits angesprochen [1], nachfolgend in diesem Thema selbst:



links die erste Auflage mit kopfstehendem Matrixcode, rechts die dritte Auflage mit der Nominalangabe "010" Cent

Verschiedene Farbtöne weichen voneinander ab. Dies wird vor allem am Gelb unterhalb der Nominale und am orange bzw. rot vom Seepferdchen deutlich. Wenn beide Auflagen im Original vor einem liegen, ist der Farbunterschied nicht zu übersehen.

Deutlicher wird die Nachauflage herstellungsbedingt an den Zwischenstegen; die Strichcodes sind inhaltlich identisch:



links die erste Auflage mit breitem Zwischensteg (Enschedé aus Haarlem, Niederlande), rechts die dritte Auflage mit schmalem Zwischensteg (Bundesdruckerei Berlin)

Im direkten Vergleich der beiden Auflagen lässt sich ebenfalls problemlos erkennen, dass die Nominalangabe zu 010 Cent in der Grafik komplett neu gesetzt worden sein muss. Es reichte nicht, einfach die Ziffer "0" vor der Nominalangabe "10" zu platzieren.

Ich werde auch den Eindruck nicht los, dass das Druckraster der gelben Farbe in einem anderen Druckwinkel gedruckt wurde, daher nachfolgend als Scan zu 600 dpi. Die Nachauflage wäre damit so oder so unterscheidbar gewesen.



Mein Scanner will anscheinend nicht mehr so richtig in der Bildauflösung, ein Handyfoto macht es nur bedingt besser:



Kann bitte auch jemand die vierte Auflage in punkto Druckraster überprüfen?

Danke! :-)

Gruß
Stefan

[1] http://www.briefmarken-suedwest.de/Archiv/2024-01-26_Fund-Dauermarke_10-Cent_010/index.htm (Beitrag vom 26.01.2024, Ergänzung vom 28.01.2024)
 
spain01 Am: 11.02.2024 15:04:56 Gelesen: 1837# 54 @  
@ Stefan [#53]

Hallo Stefan,

hier ein Vergleichsscan von 3. und 4. Auflage mit 1200 dpi:



Vielleicht hilft dir das.

Gruß
Michael
 
spain01 Am: 11.02.2024 15:09:36 Gelesen: 1834# 55 @  
@ Stefan [#53]

Hier nochmal auf vertikal 5000 Pixel vergrößert. Der Druck der 4. Auflage erscheint mir schärfer. Erste bzw. zweite Auflage habe ich nicht als Vergleich.



Gruß
Michael
 
Ben 11 Am: 11.02.2024 20:26:03 Gelesen: 1740# 56 @  
@ Stefan [#53]

Ich werde auch den Eindruck nicht los, dass das Druckraster der gelben Farbe in einem anderen Druckwinkel gedruckt wurde,...

1. und 2. Auflage R.J. Enschedé (siehe Druckereikennung im Matrixcode).
Winkel der Farben (gemessen aus der Senkrechten):
- Gelb 0°.
- Cyan 105° (elliptische Rasterpunkte)
- Magenta 165° (elliptische Rasterpunkte)
- Schwarz 45°
starke Lackierung obendrauf. Drucktechnisch sind beide Auflage identisch.

3. Auflage "010" Bundesdruckerei (siehe Druckereikennung im Matrixcode).
Winkel der Farben (aus der Senkrechten)
- Gelb 0°
- Cyan 75°
- Magenta 45°
- Schwarz 15°

Die 4. Auflage liegt mir noch nicht vor.

Den dunkleren Ton im ockerfarbenen Streifen in der 3. Auflage erzeugt die zusätzliche Verwendung von Schwarz. Bei Enschedé in der 1. und 2. Auflage gibt es dieses nicht.

VG, Ben.
 
Ben 11 Am: 14.02.2024 18:17:08 Gelesen: 1457# 57 @  
@ Ben 11 [#41]

zweiter Versuch, heute von der Poststelle abgeholt, werde ich die Sendung morgen retournieren.



Es scheint so, als ob diese Marken aufgebraucht werden sollen und Sammler die offensichtlich gern haben wollen. :-)

VG Ben.
 
prinzlodi Am: 14.02.2024 18:52:50 Gelesen: 1430# 58 @  
@ Ben 11 [#57]

Ja, das einzig Richtige in diesem Fall - Retournieren!

Am besten mit Kreuzchen bei Mängelanzeige und Begründung:

Denn es kann nicht sein, dass einerseits, diese Marken vom Pressesprecher als fehlerhaft bezeichnet werden, und andererseits wochenlange dieselbige zentral ausgeliefert wird.

Ich erwarte ja nicht, dass alles aus dem letzten Zumwinkelchen zurückgerufen wird, aber die recht einfach greifbaren Paletten in Weiden hätten sie ja schon aus dem Verkehr ziehen können.
 
prinzlodi Am: 14.02.2024 19:19:22 Gelesen: 1415# 59 @  
@ Ben 11 [#57]

Ich habe gerade eben eine subjektive Momentaufnahme auf ebay gemacht über das Preisniveau der einzelnene Flaschenpost-Varianten.

Ich führe hier jeweils den billigesten Sofortkauf-Preis inclusive Porto für eine Einzelmarke und ein Zwischenstegpaar auf:

Bogenmarke: 1,65 - Paar (z.B. oberer Bogenrand): 1,85
Rolle 2. Auflage (Enschede mit korrektem Matricxcode): 1,95 - Zwischensteg: 2,15
Rolle 3. Auflage (Bundesdruckerei 010): 1,95 - Zwischensteg: >5 EUR
Rolle 4. Auflage (Bundesdruckerei 10): 2,20 - Zwischensteg: 2,95
Rolle 1. Auflage (kopfstehender Matrixcode): 2,95 - Zwischensteg: 3,35

Ferner haben nach obenhin Verkäufer der 3. Auflage viel Preisphantasie (z.B. dreistellige Preise für ganze Rollen, die andere Leute hier im Forum empört verschmähen), aber sieht man mal von diesen Spezialitäten ab (für ein Zwischenstegpaar der 3. Auflage unter 5EUR müsste man sein Glück im Auktionsformat suchen), so liegt bei Einzelmarken aktuell die 3. Auflage preislich zwischen der 2. und 4. Auflage.

Relativ selten wird nur die 1. Auflage bleiben (hier stürzte sich vor einem Jahr die Sammlerschar nicht auf Nachkäufe, manche hielten diesen Bug eventuell auch für ein Feature (denn ein kopfstehender Matrixcode ist informationstechnisch kein Fehler), und irgendwann gab es dann heimlich still und leise stattdessen die 2. Auflage).

Paradox ist, dass - obwohl in Weiden ausverkauft - die Bogenmarken auf ebay immer noch am günstigsten gehen.
 
asmodeus Am: 14.02.2024 20:04:37 Gelesen: 1385# 60 @  
@ Ben 11 [#57]

Wieder ein Frühdatum der Verpackung. 13.52 Uhr und 32 Sek.
 
Vernian Am: 14.02.2024 21:02:08 Gelesen: 1351# 61 @  
@ Ben 11 [#57]

Mir wurde aus Weiden eine Rolle vom 18.01.2024 (13:01:08) geliefert - also Type 4. Wenn Du tauschen möchtest (allerdings habe ich die Packung an der Unterseite bereits geöffnet und den "Endklebestreifen" der Rolle entfernt bevor dessen Kleber vielleicht zu sehr haftet und die Marke beschädigt) - ich hätte gerne eine 010er-Rolle. Meine Email findet sich in meinem Profil.

Best

V.
 
Ben 11 Am: 14.02.2024 21:08:18 Gelesen: 1346# 62 @  
@ prinzlodi [#59]

(z.B. dreistellige Preise für ganze Rollen, die andere Leute hier im Forum empört verschmähen)

:-) Du meist ich sollte die Rolle mit der selten frühen Herstellungsangabe lieber im Ganzen oder gestückelt in die Bucht werfen und auf horrende Gewinne hoffen. Hm, auch eine Idee.

Ich packe sie wieder aus.

Aber die Rolle nimmt einen anderen Weg im Tausch gegen eine 4. Auflage. Das gefällt mir besser. Und so kann vielleicht zum Wochenende hin schon mal die Unterschiede im Druckraster erforschen.

@ Stefan [#53],

vielen Dank für Deine spontane Vermittlung. :-)

Danke für Dein Angebot Vernian, die Rolle ist schon vergeben.

zufriedene Grüße sagt
Ben.
 
Vernian Am: 14.02.2024 21:37:56 Gelesen: 1314# 63 @  
@ Ben 11 [#62]

Glückwunsch - Schade für mich.
 
Stefan Am: 16.02.2024 18:33:04 Gelesen: 1132# 64 @  
@ spain01 [#54] und [#55]

Danke für deine Mühen. Leider benötigt man scheinbar eine Originalvorlage, um etwas vernünftig zu erkennen.

@ Ben 11 [#56]

Auch dir vielen Dank für die Aufschlüsseldung der Winkel. Kannst du bitte nochmals schauen, ob die Angabe von 165° für die Farbe Magenta der ersten und zweiten Auflage (Enschedé) korrekt ist (oder ein Tippfehler vorliegt)?

Es wird, wie bereits beschrieben, interessant werden, ob der Schwaneberger Verlag (Michel-Redaktion) für die 010-er Ausgabe eine eigene Hauptnummer oder eine Unternummer vergeben wird. Ohne die zusätzliche Fehlangabe "010" würde ich regulär von einer Unternummer der Hauptnummer Mi-Nr. 3723 ausgehen. Die farbliche Abweichung der dritten Auflage im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Auflagen resultiert (gemäß der Info eines Kollegen, der sich mit Offsetdruck auskennt) normalerweise aus einer abweichenden Reihenfolge der einzelnen Druckfarben im Briefmarkendruck.

Die Hersteller der jährlichen Vordruckblätter (Leuchtturm, Lindner, Safe, Schaubek usw.) dürften sicherlich Interesse haben, die Info zur zukünftigen Katalogisierung zu erhalten. Leuchtturm liefert bereits den Jahrgang 2023 aus [1], dito Lindner [2] und Schaubek [3]. Bei Safe soll der Nachtrag ab März 2024 lieferbar sein [4].

Gruß
Stefan

[1] https://www.leuchtturm.de/leuchtturm-sf-nachtrag-bundesrepublik-deutschland-2023.html
[2] https://www.lindner-original.de/briefmarken-vordruckalben/lindner-t-vordruckblaetter-einzel-jahrgaenge/nt2023/deutschland-nachtrag-jahrgang-2023/a-1111138016
[3] https://www.schaubek.de/Nachtrag-Bundesrepublik-2023-Brillant
[4] https://www.safe-album.de/BRD-Dual-Nachtrag-2023
 
Ben 11 Am: 19.02.2024 19:19:33 Gelesen: 888# 65 @  
@ Stefan [#64]

Guten Abend Zusammen,

Leider benötigt man scheinbar eine Originalvorlage, um etwas vernünftig zu erkennen.

Nun, für eine Beurteilung ist es sinnvoll, wenn die Rasterpunktverläufe erkennbar sind. Mit welchem Gerät diese sichtbar gemacht werden, ist egal. Ich verwende hier gern mein Mikroskop.

Die farbliche Abweichung der dritten Auflage im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Auflagen resultiert (gemäß der Info eines Kollegen, der sich mit Offsetdruck auskennt) normalerweise aus einer abweichenden Reihenfolge der einzelnen Druckfarben im Briefmarkendruck.

Das kann eine Rolle spielen, ist in diesem Fall aber nicht so.

Kannst du bitte nochmals schauen, ob die Angabe von 165° für die Farbe Magenta der ersten und zweiten Auflage (Enschedé) korrekt ist (oder ein Tippfehler vorliegt)?

Ja, dann schauen wir uns das doch einmal genauer an. :-)

Die beiden "Enschedé-Ausgaben" beurteile ich als drucktechnisch identisch. Sie unterscheiden sich nur in der Lage des Data-Matrix-Codes und der Position des Bar-Codes auf dem Zwischenfeld.

Links die erste Auflage und rechts die zweite.



Im Übergang zwischen dem hellem und dem dunklem Sand finden wir erste Informationen zu den Winkeln. Gut zu erkennen ist Gelb auf 0°. Auch Magenta ist gut zu sehen, wobei die 165° noch nicht eindeutig sind. Es könnten auch 75° sein, wenn man den zweiten Schenkel der Rasterlinie berücksichtigt. Im Körper des Fisches finden wir wieder Gelb und zusätzlich Cyan auf 105°. Aber auch das ist noch nicht ganz klar und könnte auch 15° heißen.



Interessant wird es im Glas der Flasche: Die Rasterpunkte von Cyan berühren sich an zwei Seiten und bilden eine Kette. Das wäre der Nachweis für elliptische Rasterpunkte. Magenta bildet hier noch keine Berührungen aus. Diese bildet sich erst im Seepferdchen und dem umliegenden Wasser.

Interessant ist hier auch die Farbe Schwarz im Winkel von 45°, was nicht einfach zu erkennen ist, denn es könnte sich auch um eine Farbmischung aus Gelb-Magenta-Cyan handeln.

Alleinstehend ist Schwarz nur in den Schnüren sichtbar. Allerdings ohne Raster.



In der zweiten Auflage sind die Kettenlinien von Cyan und Magenta sehr deutlich zu erkennen. Und auch das Problem von Schwarz: die Punktlinien verlaufen genau in der gleichen Richtung wie Magenta. Damit hat Schwarz hier keinen eigenen Rasterwinkel.



Das wäre meine erste Einschätzung, die zweite zu den Marken der Bundesdruckerei folgt später.

Viele Grüße einstweilen.
Ben.
 
Ben 11 Am: 19.02.2024 22:01:49 Gelesen: 824# 66 @  
@ Ben 11 [#65]

Flaschenpost Teil 2: die Marken der Bundesdruckerei Berlin.



Vorausschicken möchte ich, dass die Bestimmung der Rasterwinkel hier recht kompliziert ist. Der Bildaufbau sieht unter der Vergrößerung recht "verwaschen aus"

Auflage 3 mit "010".

Im Sandübergang finden wir wenige Informationen. Ein paar weiße horizontale Linien deuten das Gelb auf 0° an. Die Wertziffer wird mit Schwarz auf 15° eingefasst. Im Sand liegen die Rasterpunkte sehr eng beieinander, sie sind also größer, als bei Enschedé, was dazu führt, dass die Farben dunkler wirken. Es gibt keine weißen Stellen zwischen den Punkten. Im dunklen Sand gibt es kleine schwarze Rasterpunkte.

Immerhin können wir im Fisch das gelbe Raster bestätigen. Auch Cyan ist auf 75° gut zu sehen.



Die Flaschenpost bestätigt Magenta auf 45° und zeigt Cyan mit einem Punktschluß an allen 4 Quadrantpunkten. Eine Ellipse bildet sich nicht.

Der Punktschluß an allen 4 Quadrantpunkten führt dazu, dass die weiße Fläche zwischen den Rasterpunkten sehr schnell sehr klein wird. Die Farbe wirkt sprunghaft dunkler. Drucktechnisch spricht man hier von einem "Tonwertsprung". Das Seepferdchen zeigt noch einmal Cyan auf 75°



Die 4. Auflage bringt drucktechnisch nichts Neues.

Die Farben sind etwas dunkler, als bei Enschedé, jedoch heller als bei der 3. Auflage. Gelb auf 0°, Magenta auf 45°.



Cyan auf 75° und Schwarz auf 15°. In der Glasflasche wieder der Punktschluss bei Cyan.



Mein Fazit daraus: Drucktechnisch liegt bei der 3. Auflage kein Produktionsfehler der Bundesdruckerei vor, da die Rastertechnologie übereinstimmt.

Die farbliche Abweichung der dritten Auflage im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Auflagen resultiert (gemäß der Info eines Kollegen, der sich mit Offsetdruck auskennt) normalerweise aus einer abweichenden Reihenfolge der einzelnen Druckfarben im Briefmarkendruck.

Die Begründung, warum das nicht plausibel ist, liegt in der Herstellung der Marken durch zwei Druckereien, die unterschiedliche Maschinen und Rastertechnologien verwenden. Über die Breite der Zwischenstege kann man die unterschiedlichen Durchmesser der Plattenzylinder ausrechnen.

Zur Entstehung vielleicht folgendes Szenario als Gedankenspiel:

- Die Deutsche Post gibt einen Nachauftrag zum Druck der 10-Cent-Marke an R.J.Enschedé. Da Enschedé bereits diese Marken gedruckt hat, wird kein Layout mit dem Auftrag mitgegeben.
- Enschedé gibt den Auftrag jedoch zurück. Warum, ist nicht bekannt. Vielleicht ist die Maschine ausgelastet oder gerade in Wartung / Reparatur.
- Die Deutsche Post gibt den Auftrag sofort an die Bundesdruckerei weiter. Weil die Zeit drängt, wird aber das Layout vergessen.
- Die Bundesdruckerei nimmt den Auftrag an und fordert auch das Layout an.
- Bei der Deutschen Post wird in aller Hektik versehentlich ein "früheres Entwurfslayout" aus dem Rechner gezogen, welches eigentlich schon mal verworfen wurde, und an die Bundesdruckerei geschickt.
- Die Bundesdruckerei führt den Auftrag mit jetzt vollständigen Unterlagen aus.
- Später erfolgt die Korrektur mit dem richtigen, aktuellen Layout.

Den tatsächlich Ablauf der Ereignisse weiß ich natürlich nicht.

Viele Grüße
Ben.
 
Stefan Am: 22.02.2024 20:10:22 Gelesen: 568# 67 @  
Die Deutsche Briefmarken-Revue (DBR) hatte am 24.01.2024 zuerst online und kurze Zeit später gedruckt mit einem kleinen Artikel zum "Fehldruck" der 010 Cent in der Ausgabe Februar 2024 nachgelegt, siehe Beitrag [#2]. Mittlerweile ist in der März-Ausgabe der DBR ein ganzseitiger Artikel erschienen, welcher Ende letzter Woche (ca. 16.02.2024) an die Abonnenten ausgeliefert wurde. Die Deutsche Briefmarken Zeitung (DBZ) veröffentlicht einen Artikel (etwa eine viertel Seite) und zusätzlich einen Leserbrief in der aktuellen Ausgabe 05/2023, welche derzeit an Abonnenten ausgeliefert wird.

In beiden Zeitschriften wird vermeldet, dass der Schwaneberger Verlag (Michel-Redaktion) diesen "Fehldruck" als Unternummer und nicht als eigene Hauptnummer veröffentlichen wird. Man darf gespannt sein, wie demnächst die Neuheitenkatalogisierung in der Michel-Rundschau aussehen und der Verlag dies preislich erstmalig ansetzen wird.

Im jetzigen DBR-Artikel äußert der Autor Herr Billion eigene Überlegungen, wie dieser Fehldruck zustande gekommen sein könnte. Die Argumentation klingt in sich durchaus schlüssig und ist als Artikel für interessierte Sammler in jedem Fall lesenswert.

Gruß
Stefan
 
drmoeller_neuss Am: 23.02.2024 10:26:33 Gelesen: 450# 68 @  
Ich hoffe, dass ich die Diskussion nicht zu sehr unterbreche, aber an alle Sammlerfreunde und -freundinnen, die auf ebay für diesen "Fehldruck" viele Euronen gelatzt haben:

Ich habe jetzt auch ein Exemplar, erworben für 1,20 EUR von einem Sammlerkollegen auf dem wöchentlichen Tauschtag in Ulm. Ja, es lohnt sich noch, in einem Ortsverein mitzumachen.

Für alle, die mitmachen wollen: Briefmarkenverein Ulm [1], trifft sich jeden Montag ab 16:30 in Ulm-Söflingen in der Eisenbahner-Sportverein-Gaststätte (direkt neben Edeka).

[1] https://ulmphila.de/
 
Meisterbetriebsmeister Am: 23.02.2024 10:42:17 Gelesen: 436# 69 @  
@ drmoeller_neuss [#68]

Zu dem Preis hättest Du die Marken auch von mir haben können.

Aber es wäre eine nette Werbe-Idee für Vereine, um die Besucherzahlen zu erhöhen.

"Komm zum Vereinsabend und beziehe die Top-Rarität des Jahres für 1,20 Euro". ;-)
 
Ben 11 Am: 23.02.2024 21:51:49 Gelesen: 321# 70 @  
@ Stefan [#67]

Im jetzigen DBR-Artikel äußert der Autor Herr Billion eigene Überlegungen, wie dieser Fehldruck zustande gekommen sein könnte. Die Argumentation klingt in sich durchaus schlüssig und ist als Artikel für interessierte Sammler in jedem Fall lesenswert.

Da habe ich heute schon wieder auf dem Heimweg den Umweg über unsere Hauptbahnhofsbuchhandlung gewählt, um diese Zeitschrift zu erwerben. :-)

Demnach hat also das Versandzentrum Weiden eigenständig die Bestellung aufgegeben. Naja, die weiße Verpackung erinnert dann auch an die unbedruckten Rückseiten der Folienblätter, die für das Versandzentrum hergestellt wurden. Nur, ich meine mich zu erinnern, dass es auch Postfilialen gab, an denen man die "010"-er Ausgabe erwerben konnten.

Die geschilderte "Dummy"-Produktion mit Wertstufe 000 ist vorstellbar, gibt es doch auch Banknoten damit. Nur, die Abwandlung einer "Dummy"-Vorlage durch einen Mitarbeiter in "010" kaum. Es gab bereits 2021 auch eine 5-Cent Marke aus Berlin ohne vorangestellte Null. Es dürfte also bekannt sein, wie die Wertstufen geschrieben werden. Eine Veränderung, denke ich, ist nicht so einfach möglich, wenn die Vorlagedatei nur als fertiges Bild existiert, von dem die Farben einzeln aufgerastert werden. Das Editieren eines "Textfeldes" mit der Ziffer ist bei einem Bild eben nicht vorstellbar.

nachdenkliche Grüße von
Ben.
 
Vernian Am: 24.02.2024 01:46:09 Gelesen: 266# 71 @  
@ Ben 11 [#70]

Es gab bereits 2021 auch eine 5-Cent Marke aus Berlin ohne vorangestellte Null.

Bitte was ?
 
Ben 11 Am: 24.02.2024 08:04:33 Gelesen: 223# 72 @  
@ Vernian [#71]

Die zum Beispiel. Aber stimmt, die Rollenmarken kamen etwas später von der Bundesdruckerei.



übrigens auch mit Plattenkanal.

VG
 

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