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Thema: (?) (178/179) Stempel bestimmen: Russland
Das Thema hat 183 Beiträge:
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volkimal Am: 28.01.2022 14:32:18 Gelesen: 10630# 159 @  
@ matze1958 [#158]

Hallo Matthias,

den Google-Übersetzer habe ich natürlich auch benutzt, aber mit den Übersetzungen muss man immer sehr vorsichtig sein.

Zum einen, weshalb soll in Liepāja (deutsch Libau) die weißrussische Sprache verwendet werden? Liebau liegt in Lettland. Dem schließt sich Litauen an und dann kommt erst Weißrussland. Es ist mehr als 400 km von Libau entfernt. Die Sprache im Stempel müsste entweder russisch oder lettisch sein.

Ich versuche in solchen Fällen andere Stempel mit der Abkürzung "ІЮЛ" zu finden, bei denen das Datum eindeutig bestimmbar ist. Dazu hatte ich gestern keine Zeit. Heute habe ich mehrere Karten gefunden. Hier ein Beispiel von Delcampe.net [1]:



Ansichtskarte aus Irkutsk.
Geschrieben am 12. Juli 1902 (greg.) = 29.6.1902 (jul.)
Aufgegeben in der transsibirischen Eisenbahn am 30.6.1902 (jul.)
Stempel Петербург = St. Petersburg vom 14. ІЮЛ 1902 = 14.7.1902 (jul.) Das passt aufgrund der großen Entfernung.
Ankunftsstempel Turku = Abo (Finnland) vom 28.7.1902 (greg.) = 15.7.1902 (jul.)

Was ich immer noch nicht weiß, ist woher die Abkürzung "ІЮЛ." kommt. Wenn ich bei Wikipedia den Monat Juli in russischer bzw. in weißrussischer Sprache öffne, so kommen diese Buchstaben nicht vor.



Dennoch ist eindeutig klar, dass dieser Stempel vom 4 ІЮЛ. 1887 = 4. Juli 1887 (jul.) = 16. Juli 1887 (greg.) stammt.

Viele Grüße
Volkmar

[1] Suchbegriff bei Delcampe: "SRW85 Russia SIBERIA railway TPO №244"
 
KaraBenNemsi Am: 28.01.2022 18:42:19 Gelesen: 10602# 160 @  
Hallo allerseits,

als der Brief am 13.6.1887 (greg.) in Genf gestempelt wurde, war in Libau der 1.6.1887 nach julianischem Kalender. Der Stempel von Libau wurde am 4. Juni 1887 (jul.) abgeschlagen. Das ist doch alles stimmig (Eisenbahntransport) und steht so auch im Stempel.

ІЮН.

Die Schreibweise mit I ist schlicht die alte russische Rechtschreibung vor 1918. Heute würde man bei gleicher Abkürzung ИЮН. schreiben. Rechtschreibreformen wie im Deutschen gab es in anderen Ländern auch. Mehr steckt nicht dahinter.

Beste Grüße

KaraBenNemsi
 
JohannesM Am: 28.01.2022 20:17:56 Gelesen: 10584# 161 @  
@ KaraBenNemsi [#160]

Da hast du leider falsch herum gerechnet, wie ich schrieb war in Libau der 25.6. und nicht der 1.6.



außerdem ist der russische Name eindeutig Juli



Beste Grüße
Eckhard
 
Koban Am: 28.01.2022 21:24:13 Gelesen: 10575# 162 @  
@ JohannesM [#161]

In Genf galt der gregorianische, in Libau der julianische Kalender!

Ich lese ebenfalls ІЮН. (Juni).

Gruß,
Koban
 
volkimal Am: 28.01.2022 21:39:01 Gelesen: 10568# 163 @  
@ KaraBenNemsi [#160]

Hallo KaraBenNemsi,

danke für die Korrektur. Ich muss einmal die verschiedenen Abkürzungen der Monat in den alten russischen Stempeln zusammentragen - oder gibt es solch eine Tabelle schon?

Viele Grüße
Volkmar
 
JohannesM Am: 28.01.2022 22:11:04 Gelesen: 10545# 164 @  
@ Koban [#162]

Das habe ich verwechselt, ich dachte der Julianische ist der Neuere, Sorry.

Beste Grüße
Eckhard
 
matze1958 Am: 21.02.2022 20:19:06 Gelesen: 9499# 165 @  
Hallo,

und schon wieder muss ich um Eure Hilfe bitten. Bei der folgenden spannenden Postkarte, die von Einsiedeln über Paris weiter nach Russland geleitet wurde, kann ich leider weder den Bestimmungsort, noch den Ankunfts(?)stempel lesen. Es hilft sicher, wenn man kyrillisch kann, aus dem lesbaren Rest des Stempels den Bestimmungsort herauszulesen. Vielleicht kann jemand von Euch etwas Licht ins Dunkel bringen?

Danke für Eure Hilfe!
Matze


 
inflamicha Am: 21.02.2022 20:51:39 Gelesen: 9491# 166 @  
Hallo Matze,

die Karte war nach Nischni Nowgorod adressiert.

Gruß Michael
 
matze1958 Am: 22.02.2022 11:09:22 Gelesen: 9437# 167 @  
@ inflamicha [#166]

Das ist es, wunderbar! Danke für die Hilfe!
 
matze1958 Am: 22.02.2022 20:14:15 Gelesen: 9360# 168 @  
Hallo,

ich bin es schon wieder. Ich will Euch diesen interessanten Brief von Genf nach St.Petersburg vorstellen, daher habe ich diesmal nicht nur die Stempel im Bild gezeigt. Auf der Rückseite eine grosse Menge von Stempeln, unter diesen auch wieder drei in kyrillischer Schrift. Den von St. Petersburg kann sogar ich gut erraten. Aber die anderen beiden? Wer hilft mir weiter?

Mak wiewder herzlichen Dank,
Matze1958



 
Michael D Am: 22.02.2022 20:21:17 Gelesen: 9358# 169 @  
@ matze1958 [#168]

Moskau und Reval. Der Brief ist in Russland weitergeleitet worden.

Viele Grüße
Michael
 
volkimal Am: 22.02.2022 21:27:47 Gelesen: 9338# 170 @  
@ Michael D [#169]

Hallo Michael,

wenn ich mich nicht irre, war die ursprüngliche Anschrift "par Berlin / St. Petersburg" die handschriftlichen Vermerke zur Weiterleitung kann ich nicht lesen. Ich erkenne aber folgende Stempel:

Geneve = Genf, 24.12.1867 (greg.)
Lausanne, 24.12.1867 (greg.)
Schweiz über Baden
Gr. Bad. Bahnpost = Großherzoglich Badische Bahnpost, 25.12.1867 (greg.)
МОСКВА = Moskau, 18.12.1867 (jul.) = 30.12.1867 (greg.)
РЕВЕЛЬ = Reval (heute Tallin), 24.12.1867 (jul.) = 5.1.1868 (greg.)
С. ПЕТЕРБУРГЪ = St. Petersburg, 29.12.1867 (jul.) = 10.1.1868 (greg.)

Wenn der Brief in Russland weitergeleitet wurde, weshalb ist dann der letzte Stempel aus dem ursprünglichen Zielort St. Petersburg?

Was war 1867 der normale Postweg von Berlin nach St. Petersburg?

Viele Grüße
Volkmar
 
Michael D Am: 22.02.2022 22:08:56 Gelesen: 9332# 171 @  
@ volkimal [#170]

Hallo Volkmar,

der übliche Weg 1867 von Berlin nach St. Petersburg wäre ein direkter Kartenschluss, also ohne Umkartierung zwischen diesen beiden Städten.

Du hast es richtig gelesen, dass der Brief par Berlin St. Petersburg laufen sollte, was allerdings zunächst eine unverbindliche Empfehlung des Absenders war. Es handelte sich um eine Laufwegsvorgabe, nicht um die Adresse.
Den ursprünglichen Zielort kann ich in dem Gekrakel nicht lesen. Anscheinend wurde aber dieser Zielort geändert. Zunächst lief der Brief nach Moskau und anschließend zurück über Reval (ungewöhnlich) nach St. Petersburg. Es gibt dann noch einen unvollständigen 4. russischen Stempel rechts unten.

Man müsste sich mal ne Stunde hinsetzen, um die handschriftlichen Notizen zu entziffern und in eine chronologische Reihenfolge zu bringen.

Viele Grüße
Michael
 
volkimal Am: 23.02.2022 09:24:57 Gelesen: 9277# 172 @  
@ Michael D [#171]

Hallo Michael,

du hast recht - erst nach deinem Beitrag habe ich den ursrünglichen (überkritzelten) Ort gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass der vierte russische Stempel aus diesem Ort stammt.



Die Fragmente reichen für mich nicht aus, um den Ort zu bestimmen. Leider ist das Datum im Stempel nicht zu erkennen, so dass man auch nicht weiß an welche Stelle der Reihenfolge er geört.

Viele Grüße
Volkmar
 
Koban Am: 23.02.2022 10:14:12 Gelesen: 9269# 173 @  
@ matze1958 [#168]
@ volkimal [#172]

Zur ursprünglichen Ortsangabe JEWE und dem hinterfragten Stempel würde IEBЬE (heute Jõhvi) passen. Der Ort liegt etwa auf halber Strecke zwischen Tallinn und St.Petersburg.

Gruß,
Koban
 
matze1958 Am: 23.02.2022 13:16:52 Gelesen: 9243# 174 @  
Hallo zusammen,

vielen Dank, das hilft schon mal enorm weiter. Der Postweg könnte also gewesen sein:

Schweiz -> Baden ->
МОСКВА = Moskau, 18.12.1867 (jul.) = 30.12.1867 (greg.)
->
РЕВЕЛЬ = Reval (heute Tallin), 24.12.1867 (jul.) = 5.1.1868 (greg.)
->
IEBЬE = Jõhvi = Jewe, ??.12.1867 (jul.) = ??.01.1868 (greg.)
->
С. ПЕТЕРБУРГЪ = St. Petersburg, 29.12.1867 (jul.) = 10.1.1868 (greg.)

Das ursprüngliche Ziel lag also im heutigen Estland. Macht das für Euch so Sinn? Die Adressatin war übrigens Baroness Olga Von Rosen, geborene von Kotzebue

Bleiben noch ein paar offene Fragen:- war der Leitweg via St. Petersburg richtig? Ging der Brief also über St. Petersbrg nach Jewe und dann wieder zurück?

- was steht ganz oben rechts auf dem Brief?- Kann jemand den übrigen durchgestrichenen Teil der Adresse ganz unten auf dem Brief lesen?

- Auch die Nachsendeadresse kann ich nicht entziffern, steht da überhaupt irgendwo St. Petersburg? Falls nein, könnte eine andere Hypothese ja auch sein, dass der Brief über St.Peterburg nach Jewe ging und die ergänzte Anschrft nur eine Art "Präzisierung" bzw. ohne Ankunftsstempel ist?! Ich meine auch, dass auf der Rückseite des Brief die Nachsendeadresse nochmal wiederholt wurde! Dort ist es für Kyrillischkundige viel besser zu lesen!

Ich habe noch mal ein paar möglichst gute, scharfe Fotos gemacht

Bis dahin aber schon mal herzlichen Dank!



 
Heinrich3 Am: 23.02.2022 13:27:55 Gelesen: 9236# 175 @  
Hallo an die oben an der Entzifferung beteiligten und großes Lob - man wird geholfen!

Deshalb zeige ich auch meinen sehr modernen Stempel, bei dem ich nicht weiterkomme.



Ich lese Грязино = Grjasino. Der weitere Text, also die PLZ 141196 und die Moskauer Angaben stimmen nicht mit dem überein, was ich im Internet finde Грязино (Нижегородская область) = Grjasino (Region Nischni Nowgorod). Die PLZ finde ich in den mir zugänglichen Aufstellungen nicht - der Nummernblock ist dort nicht belegt.

Ich bitte um Hilfe uns sage Danke!

Heinrich3
 
matze1958 Am: 23.02.2022 13:30:24 Gelesen: 9236# 176 @  
Hallo,

etaws habe ich eben selbst noch herausgefunden

Ganz unten durchgestrichen steht "Mehntack", laut Wiki: Die ehemalige Landgemeinde Mäetaguse (Mäetaguse vald) lag im Kreis Ida-Viru im Nordosten Estlands. ... Besonders sehenswert ist das 1542 erstmals erwähnte Gutshaus von Mäetaguse (deutsch Mehntack). Das heutige Hauptgebäude wurde 1796 durch den Deutschbalten Eugenius Octave von Rosen errichtet.

passt also perfekt zur Adressatin! Unddamit ist IEBЬE = Jõhvi = Jewe auch gesichert!
 
volkimal Am: 23.02.2022 14:10:53 Gelesen: 9227# 177 @  
@ Heinrich3 [#175]

Hallo Heinrich,

die PLZ passt schon. Hier ist das Postamt mit dieser PLZ:

Проспект Мира, 29, Фрязино, Московская обл., 141196 = Prospekt Mira, 29, Fryazino, Moscow Oblast, Russland, 141196

Ich habe es übrigens gefunden, indem ich bei Google Maps als Suche eingegeben habe: "141196 Frjasino, Post". Die Seite [1] hilft manchmal auch weiter.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://postleitzahlen.cybo.com/russland/141196_frjasino/
 
Heinrich3 Am: 23.02.2022 20:48:48 Gelesen: 9190# 178 @  
@ volkimal [#177]

Vielen Dank Volkmar,

das ist schon schwer wenn man nicht lesen kann - Beispiel: Ich.

Philat. Grüße
Heinrich
 
matze1958 Am: 23.02.2022 21:27:52 Gelesen: 9182# 179 @  
@ matze1958 [#174]

Ich habe mal versucht, den Postweg auf der Karte nachzuverfolgen: es ergbit nicht wirklich einen Sinn (Siehe Bild).

Laut Schäfer hätte der Weg nach Jõhvi (Estland) geführt über Berlin -> Danzig -> Riga -> Tallin -> Jöhvi
und wenn schon über Moskau, dann doch Moskau -> St. Petersburg -> Jöhvi

Hat jemand eine Erklärung?


 
Totalo-Flauti Am: 26.05.2022 12:12:09 Gelesen: 4234# 180 @  
Liebe Sammlerfreunde

ich suche den Absenderort dieses russischen Wertbriefes aus dem russischen Gouvernement Livland nach Leipzig vom Februar 1886. Die Ortsbezeichnung scheint latainische und kyrillische Buchstaben zu enthalten. Livland konnt ich unten im Stempel erkennen. Aber der Ort selbst ist mir ein Rätsel. Auch dem zweiten russ. Stempel (Grenzpostamt?) auf der Rückseite bin ich nicht auf die Spur gekommen. Ich kann hier ein N I B(?)A R T... erkennen. Die Buchstaben habe ich in Latain geschrieben. Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
DL8AAM Am: 26.05.2022 15:00:48 Gelesen: 4208# 181 @  
@ Totalo-Flauti [#180]

Eine schnelle Idee, ohne tiefere Recherche: ВЕНДЕН_ ПОЧТ.КОНТ. (Wenden Postkontor)? Nur würde ich den russischen Namen Цесис für Wenden erwarten? Oder hat man damals einfach noch/zum Teil die deutschsprachigen Namen kyrillisch geschrieben? Auch passt der fehlende Buchstabe nach ВЕНДЕН nicht (oder ist da etwas [C?] abgekürzt für "Wenden'isches Postkontor")?
 
Michael D Am: 26.05.2022 18:26:17 Gelesen: 4188# 182 @  
Zumindest Mitte des 19. Jahrhunderts stand in den Stempeln von Wenden noch die Schreibweise ВЕНДЕНЪ

Gruß
Michael
 
Totalo-Flauti Am: 26.05.2022 20:58:49 Gelesen: 4169# 183 @  
@ DL8AAM [#181]
@ Michael D [#182]

Vielen Dank für Eure Hilfe. Ich denke auch, das der Brief aus Wenden nordöstlich von Riga kommt.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
 

Das Thema hat 183 Beiträge:
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