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Thema: Schweiz: Eingehende Briefe
Das Thema hat 154 Beiträge:
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briefmarkenwirbler24 Am: 17.09.2018 23:05:51 Gelesen: 6962# 130 @  
@ Heinz 7 [#129]

Hallo Heinz,

sehr schönes Stück!

Ich persönlich finde es immer sehr erfreulich, wenn man solche Belege aus der Zeit findet, die mit Nachportomarken versehen worden sind, weil sie einfach in jeder Sammlung etwas hermachen.

Warum der Absender der Meinung war, 5 Pfennig würden bis in die Schweiz ausreichen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
bayern klassisch Am: 18.09.2018 06:27:55 Gelesen: 6949# 131 @  
@ Heinz 7 [#129]

Hallo Heinz,

gefällt mir sehr gut deine Karte.

Aber das Deutsche Reich existierte erst ab dem 18.1.1871 (Kaiserproklamation in Versailles).

Viele Deutsche glaubten schon in den 1850er Jahren des DÖPV, dass die Schweiz auch zu diesem gehörte, weil sie nicht verstehen konnten, dass Länder wie Luxemburg und die Lombardei dem DÖPV (Deutsch Österreichischer Postverein) angeschlossen waren, der von Dänemark bis zum Kirchenstaat und von Frankreich bis Russland reichte, aber die solide, deutschsprachige Schweiz nicht.

Daher sind zahllose Poststücke unterfrankiert bzw. mit dem Tarif für Inlands- bzw. Vereinspost versehen. Dieser Glaube wurde auch nicht durch die Gründung des Weltpostvereins beendet, wie man an deiner schönen Karte gut sehen kann, sondern lebte weiter fort - wie ich weiß, teilweise bis heute.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 25.09.2018 14:49:53 Gelesen: 6720# 132 @  
Hallo in die Runde,

mal wieder ein neuer Beleg:

Aufgegeben wurde der Faltbrief am 13.01.1871 in Görlitz und man adressierte ihn nach Basel, wo er zwei Tage später bereits angekommen ist.

Zur Frankatur lässt sich sagen, dass sich hier die Tarifperiode vom 01.09.1868 bis zum 31.12.1871 anwenden lässt. Hier wurde die Einheitstaxe von 7 Kreuzern bzw. 2 Silbergroschen eingeführt, bei meinem Brief gilt Letzteres.

Nun kamen jedoch zzgl. 2 Sgr. für die Einschreibe-Gebühr oben drauf, sodass wir bei einem Franko von 4 Silbergroschen (14 rheinische Kreuzer) liegen, die sehr schön als Viererblock verklebt worden sind.

Die "3" in Rötel entspricht hier dem Weiterfranko, das wer bekam?

Optisch konnte ich diesem Brief einfach nicht widerstehen.

Liebe Grüße

Kevin


 
bayern klassisch Am: 25.09.2018 17:35:55 Gelesen: 6709# 133 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#132]

Hallo Kevin,

da das Deutsche Reich niemals in anderer, als Thaler-/Groschenwährung verrechnete, hier aber 3 Kreuzer in Rötel (von Basel) notiert wurden, hatte das Reich mit Baden und Baden mit Basel (= der Schweiz) das Weiterfranko von 10/12 Silbergroschen verrechnet.

Noch besser wäre es, du hättest einen Groschen- oder Kreuzerzeitbrief des Reiches in die Schweiz mit einem Weiterfranko in Reichspfennigen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 28.09.2018 13:45:30 Gelesen: 6669# 134 @  
@ bayern klassisch [#133]

Hallo Ralph,

aufgrund des Studiums kam ich erst jetzt dazu dir hier zu antworten.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wurden die "3x" in Rötel in 10/12 Sgr. umgerechnet, weil das Deutsche Reich in keiner anderen Währung seine Anteile verrechnete?

Liebe Grüße

Kevin
 
bayern klassisch Am: 28.09.2018 14:48:49 Gelesen: 6664# 135 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#134]

Hallo Kevin,

wenn Post des Deutschen Reichs direkt mit der Schweiz ausgetauscht wurde, bedurfte es keiner anderen Währungen als Rappen und Silbergroschen bzw. deren Bruchteile.

Waren aber süddeutsche Posten involviert, die ja so gut wie nie in anderen Währungen, als rheinischen Kreuzern fakturierten, dann sehen wir dies auf Briefen, die Kreuzernotationen aufweisen, so wie hier.

Was viele nicht wissen: Auch die Gebiete des Deutschen Reiches, die im Kreuzergebiet lagen und mit Kreuzermarken frankierten, waren im internationalen Postverkehr in Groschenwährung rechnungspflichtig; das galt auch bei unterfrankierten Briefen von dort.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Manne Am: 03.10.2018 13:52:10 Gelesen: 6570# 136 @  
Hallo,

ein eingeschriebener Brief aus Schwenningen nach Zürich vom 05.05.1894, Ankunftstempel Zürich vom 05.05.1894.

Gruß
Manne


 
briefmarkenwirbler24 Am: 23.01.2019 17:42:33 Gelesen: 3133# 137 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#126]

Guten Abend allerseits,

nachdem ich vor etwas längerer Zeit einen Brief frankiert mit dem Reichsadler aus der Pfennig-Währung zeigen konnte, möchte ich euch heute einen Brief aus der Groschen-Zeit zeigen.

Aufgegeben wurde der Brief am 29.11.1872 in "Leipzig Postamt N°2" und adressiert nach Thalwil bei Zürich.
Siegelseitig finden wir einen Transitstempel von Zürich (30.11.) und den Ankunftsstempel von Thalwil vom 01.12.1872.

Zur Frankatur verwendete man 2x Mi.Nr.19, 1 Groschen "Adler mit großem Brustschild", also insgesamt frankogerecht 2 Groschen (gleiche Tarifperiode wie oben).



Ich habe mal spaßeshalber etwas über den Schreiber und den Empfänger des Briefes recherchiert und konnte folgendes finden:

Leon Rosenzweig wurde am 29.07.1840 in Czernowitz (Ukraine) als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Er arbeitete zunächst einige Zeit selbst als Kaufmann in Bukarest, bevor er 1871 nach Czernowitz zurückkehrte und dort eine Bank eröffnete. Während seiner Zeit als Kaufmann machte er viele Geschäftsreisen nach Deutschland, England und Frankreich und Italien. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann verfasste Rosenzweig zudem Lustspiele und "Dramatische Sprichwörter" 1864 sowie 1865 in Leipzig über den Verlag Fritsch und Theile. Später ergänzte er seine Werke um Novellen und Humoresken.

Einerseits war Leon Rosenzweig ein typisches Beispiel für die Schicht emanzipierter bildungsbürgerlicher Juden und andererseits produzierte er als einer der frühesten jüdischen Autoren deutschsprachige Kleinepik und dramatische Literatur, die wiederum beispielhaft für die Nachahmung zeitgenössischer deutscher Trivialliteratur in der Bukowina (Buchenland) ist.



Der Empfänger war kein geringerer als das Unternehmen "Schwarzenbach & Landis".

Die Robert Schwarzenbach & Co AG wurde 1829 in Thalwil (Kanton Zürich) gegründet und stellte Seidenstoffe her. 1928 war Schwarzenbach mit 28'000 Angestellten und einem Umsatz von 267 Millionen Schweizer Franken das grösste Textilunternehmen der Welt, wobei ein Grossteil des Umsatzes in den USA erzielt wurde. 1829 machte sich Johannes Schwarzenbach-Landis (1804–1861) als Seidenfabrikant selbständig. 1832 gründete er zusammen mit seinem Vater Joseph Schwarzenbach-Kölliker und seinem Schwager Jakob Näf-Schwarzenbach die Seidenweberei Näf & Schwarzenbach mit Geschäftssitz im Ägertli, Gemeinde Thalwil. Der neue Geschäftssitz in zwei Wohnhäusern (Ferggstube) an der Seestrasse wurde 1846 mit einer Seidenwinderei und -zwirnerei erweitert. 1874 wurden 633'240 Laufmeter Seidenstoffen im Verkaufswert von 2,2 Millionen Franken produziert und verkauft. Eigene Verkaufsbüros wurden ab 1877 in London, Lyon, Berlin, New York, Como und Mailand gegründet.



Auf dem linken Bild sieht man Robert Schwarzenbach und rechts die Seidenweberei Schwarzenbach um 1920.

Wer Interesse an diesem Thema hat, einfach den untenstehenden Links folgen.

https://books.google.de/books?id=T6KFN40miHoC&pg=PA55&lpg=PA55&dq=leon+rosenzweig+leipzig&source=bl&ots=AqHkSWv5kK&sig=ACfU3U2mbMym-v98XDf05l-OwRLzU4HqxA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiBke_8o4TgAhURLFAKHWFCAKAQ6AEwAHoECAgQAQ#v=onepage&q=leon%20rosenzweig%20leipzig&f=false

https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Schwarzenbach_%26_Co

Liebe Grüße

Kevin

PS: Vielleicht ist ja auch jemand so frei und kann den Inhalt des Briefes übersetzen, sodass man grob nachvollziehen kann, worum es in dem Gespräch ging.
 
bayern klassisch Am: 23.01.2019 17:56:13 Gelesen: 3129# 138 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#137]

Hallo Kevin,

schöner Brief - man ersucht um Zusendung einer Muster - Kollektion.

Wäre toll, eine solche mal sehen zu können, aber die wird wohl leider die Wirren der Zeit kaum überlebt haben.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 23.01.2019 22:07:20 Gelesen: 3114# 139 @  
@ bayern klassisch [#138]

Hallo Ralph,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Ich glaube auch, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass solch ein Muster zwei Weltkriege überlebt hat. Sei's drum, hauptsache der Brief ist noch gut erhalten. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
bayern klassisch Am: 31.01.2019 17:21:32 Gelesen: 2702# 140 @  
Liebe Freunde,

die jüngste Errungenschaft eines lieben Sammlerfreundes von mir möchte ich euch nicht vorenthalten.



Teilfrankobrief der 2. Gew. Stufe aus Chile (Südamerika)

Das äusserst seltene Tarifdokument konnte wertzeichenfrankiert mit 10 Centavos (2 x 5 Ctv.) nur für die chilenische Inland-Wegstrecke bis zum Einschiffungshafen spediert werden.

Die Schiffspassage auf dem Pazifik, der Landweg „via Panama“, sowie der Seeweg über den Atlantik nach England und weiter über Frankreich in die Schweiz ist mit Fr. 2.60 Porto (in Rötel „260“) ausgewiesen, vom Empfänger zahlbar!

Ab 1.7.1862 war dieser Tarif ab Einschiffungshafen in Chile für Briefe in der 2. Gew.Stufe (über 7,5 - 15 Gramm) bis zum Adressaten portogerecht. Je 7,5 Gramm (oder Bruchteile) wurden lt. Tarifliste mit Fr.1.30 berechnet!

Der Verrechnungsstempel „GB 2F 87“ zeigt an, dass Frankreich an England je Unze Briefgewicht Fr.2.87 Seetaxe zu vergüten hatte.

Santiago 17.Sept.1862, Zürich 1.Nov.1862

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 31.01.2019 20:43:27 Gelesen: 2684# 141 @  
@ bayern klassisch [#140]

Hallo Ralph,

was eine Granate, da schlägt das postgeschichtliche Herz doch gleich höher!

Briefe von Chile in die Schweiz sollten doch handverlesen sein, oder? Ich möchte nicht wissen, wie viele Pizzen man sich für diesen Brief hätte holen können. :D

Hat dein Freund (bzw. unser Freund, wenn wir vom gleichen reden) denn das passende Gegenstück in seiner Sammlung? Nach meinen Informationen sind genau 12 Strubel-Briefe nach Chile bekannt, welche allesamt nach Valparaiso adressiert worden sind.

Aus der Zeit der sitzenden Helvetia habe ich zwei Briefe in meinem Archiv, einmal frankiert mit 3 Franken (3. GS) über Bordeaux und die Magellanstraße mit 20 Centavo Inlandsporto sowie einen Brief frankiert mit 1,30 Franken mit 15 Centavo Inlandsporto. Aus dieser Zeit gibt es aber sicherlich ebenfalls etwa so viele Briefe wie aus der Strubel-Zeit.

Liebe Grüße

Kevin
 
bayern klassisch Am: 31.01.2019 21:07:18 Gelesen: 2681# 142 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#141]

Hallo Kevin,

frage doch mal unseren Freund, ob er das Gegenstück hat. Es könnte gut sein.

Aber: Eingehende Post (= Incoming Mail) ist VIEL schwerer zu finden, als ausgehende Briefe, von daher könnte es sein, dass dieser Brief heute ein Unikat ist.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 31.01.2019 21:14:25 Gelesen: 2680# 143 @  
@ bayern klassisch [#142]

Hallo Ralph,

werde ich machen.

Dass eingehende Post um ein Vielfaches schwerer zu finden ist, sollte wohl klar sein, außer vielleicht aus Europa, wobei es da natürlich auch auf die jeweiligen Länder ankommt. Aber Briefe aus oder nach Südamerika sind für mich sowieso die schönsten und unter Sammlern wohl auch die begehrtesten. Umso mehr beneide ich ihn um dieses Stück. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
Stamps99 Am: 18.02.2019 15:41:29 Gelesen: 1758# 144 @  
Hallo,

ich möchte das Spektrum mit einem etwas unansehnlichen Brief bereichern.



Nach meinen Recherchen war das III Armee Corps der 2. Armee unterstellt und wurde am 28. Juli zusammen mit dem X. Korps im Raum Bingen am Rhein ausgeladen. Zugestellt am 4. August, wurde der Brief während des Vormarsches zur Saar geschrieben, noch bevor am Abend des 5. August Neunkirchen erreicht wurde.

Innerhalb des Norddeutschen Bundes und seiner Verbündeten war der Brief portofrei, für den Schweizer Anteil musste der Empfänger 10 Rappen bezahlen.

Gruß Ralf
 
bayern klassisch Am: 18.02.2019 16:07:02 Gelesen: 1753# 145 @  
@ Stamps99 [#144]

Hallo Ralf,

ich würde noch das Jahr 1870 angeben, damit man weiß, in welchem Krieg wir uns befinden.

Ein Ort ist nicht angegeben, aber Ende Juli waren die meisten Truppen noch unterwegs - der Brief hier könnte wie beschrieben gelaufen sein und direkt per Bahn gen Süden mit der badischen Bahnpost kartiert worden - sein, daher keine Stempel auf deutscher Seite, denn die Bahnpost hatte damals andere Sachen zu tun, als portofreie Briefe abzustempeln.

Ein seltenes Stück - von Bayern gibt es da keine 10 Stück (auch wenn die Aufgabestempel haben) und vom Rest wird es auch nicht viel mehr geben. Klasse!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 19.02.2019 00:27:19 Gelesen: 1720# 146 @  
@ Stamps99 [#144]

Der "unansehnliche Brief" ist an Herrn Rudolph Euler adressiert, Notar in Basel. Dass er sein Büro offenbar in der Rheingasse 69 hatte, wusste ich nicht.

Ein schöner, seltener Falt-Brief! Zeig uns doch den Inhalt, vielleicht ist er auch geschichtlich interessant (vom Inhalt)! Postgeschichtlich ist er ja offenbar gut (siehe Kommentar Ralph).

Heinz
 
Stamps99 Am: 19.02.2019 19:33:19 Gelesen: 1641# 147 @  
@ Heinz 7 [#146]

Hallo Heinz,

leider hat die Hülle keinen Inhalt mehr, sodass ich ihn nicht zeigen kann.

Zur Abwechslung wieder etwas gefälligeres für die Augen:



Von Frankfurt nach Zürich am 18. Sept. 1862, am nächsten Tag zugestellt. Der Absendender bezahlte 9 Kreuzer bis zur Postvereinsgrenze und (notierte) 3 Kreuzer für den ersten Schweizer Rayon.

Gruß Ralf
 
briefmarkenwirbler24 Am: 23.02.2019 19:54:28 Gelesen: 1478# 148 @  
Guten Abend,

nachdem uns Ralf zwei schöne Briefe zeigen konnte, gibt´s von mir heute Abend einen Beleg aus dem NDP.

Aufgegeben wurde der Faltbrief am 30.10.1869 in Köln, von dort aus ist er via Zürich (31.10.) nach Zug weitergeleitet worden, wo der Brief am 01.11. angekommen ist.

Hier lässt sich wieder die Tarifperiode vom 01.09.1868 bis zum 31.12.1871 anwenden, in der bereits die Einheitstaxe von 7 Kreuzern bzw. 2 Silbergroschen (hier geltend) eingeführt wurde.

Liebe Grüße

Kevin




 
Stamps99 Am: 24.02.2019 11:44:12 Gelesen: 1408# 149 @  
Hallo,

den folgenden Brief aus Ludwigsburg nach Istein bei Basel von 1844 richtig zu beschreiben, hat mir vor einiger Zeit Probleme bereitet.Rückseitig befindet sich ein Stempel von Lörrach. Wer Spass am Knobeln hat, darf sich gern daran versuchen.



Gruß Ralf
 
bayern klassisch Am: 24.02.2019 13:40:11 Gelesen: 1393# 150 @  
@ Stamps99 [#149]

Hallo Ralf,

falscher Thread - Istein war badisch, wie man sehen kann.

Der Empfänger zahlte 12 Kreuzer Porto und 1 Kreuzer Bestellgeld (ursprünglich 12 Kreuzer für Württemberg und 4 Kreuzer für die Schweiz war falsch, weil zwar über Basel spediert wurde, aber nicht nach Basel gehörte, daher hatte Basel keinen Anspruch auf ein Transitporto).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Martin de Matin Am: 24.02.2019 18:35:37 Gelesen: 1370# 151 @  
Ich zeige eine etwas modernere Postkarte aus Ägypten in die Schweiz. Die Karte ist mit einer MiNr. 43 frankiert, und wurde am 19.12.1911 in Kairo abgestempelt und kam am 29.12.1911 in Erstfeld am. Die Anschrift wurde vermutlich dort von Erstfeld in das ca. 10km entfernte Gurtnellen geändert.



Gruss
Martin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 24.02.2019 19:33:31 Gelesen: 1362# 152 @  
@ Martin de Matin [#151]

Hallo Martin,

deine Karte gefällt mir sehr gut, nur schade, dass sie etwas "ramponiert" wurde.

LG

Kevin
 
Martin de Matin Am: 03.03.2019 18:10:04 Gelesen: 1049# 153 @  
Heute zeige ich einen Brief aus Nordhausen (Deutsches Reich) nach Genf aus dem Jahr 1894. Angekommen ist der Brief in Genf im nächsten Jahr am 1.1.1895. Der Brief ist mit der 10pf MiNr DR47 für einen Inlandsbrief frankiert. In der Schweiz wurde eine Nachgebühr von 25 Rappen verlangt. Dafür wurde eine 5 und eine 20 Rappen Portomarke aufgeklebt.



Gruss
Martin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 22.03.2019 15:00:37 Gelesen: 510# 154 @  
Hallo zusammen,

ich konnte zuletzt von Dr. Derichs folgenden Beleg ersteigern, der in die Kategorie "Eierlegende Wollmilchsau" reinpasst.

Aufgegeben wurde der Ganzsachenumschlag am 30.07.1867 in Hannover und wurde adressiert an einen Anwalt in Zürich. Darüber hinaus vermerkte man auf dem Beleg "poste restante", also postlagernd.

Der Brief kam bereits einen Tag später (31.07., 10 Uhr morgens) in Zürich an, wurde jedoch sofort darauf (01.08., 8:30 Uhr) wieder retourniert (siehe vorderseitiger Zürich Stempel), weil der Ganzsachenumschlag unzureichend frankiert wurde. Die Adresse strich man durch und ersetzte "Zürich" wieder durch "Hannover", wo er ebenfalls einen Tag später wieder ankam.

Nun zur Taxierung:

Es handelt sich hierbei um eine Unterfrankatur, da der GU mit dem Wertstempel von 3 Silbergroschen bloß den Postvereinsanteil abdeckte, also bis zur schweizerischen Grenze. Zürich lag im 1.Rayon, sodass der Beleg um 1 Sgr unterfrankiert wurde.

Wir sehen auf der Briefvorderseite zwei Notierungen, zum einen eine "6" (?) in Bläuel und zum andern eine "10" in Rötel.

Warum dort eine "6" notiert wurde (sofern ich die "6" richtig erkenne) kann ich mir nicht erklären. Normalerweise wäre es wie folgt abgelaufen:

Baden hätte 1 Sgr. als Weiterfranko erhalten, die mit der Schweiz wiederum an der Grenze 3 Kreuzer abgerechnet hätten. 3 Kreuzer entsprachen 10 Rappen, die der Schweiz im Normalfall zugestanden hätten. Die "10" strich man jedoch wieder durch, weil der Brief retourniert wurde und den Advokaten niemals gesehen hat.

Nun noch eine Info zu dem blauen Stempel von Hannover:

Im Jahr 1866 erklärte Preußen im Rahmen des Deutschen Krieges Hannover den Krieg und zwang es zur Kapitulation von Langensalza. Am 20.09.1866 wurde Hannover von Preußen formal in Besitz genommen und somit preußische Provinz, die neue Verfassung wurde dann am 01.10.1867 eingeführt.

Zum 01.10.1866 wurden auch preußische Briefmarken eingeführt, die hannoverschen Marken zum 01.11.1866 außer Kurs gesetzt und die hannoversche Post zum 01.01.1867 in die preußische Postverwaltung eingegliedert.

Nach Übernahme der Postanstalten stempelten diese bis zum Aufbrauch nur noch mit blauer Farbe.

Ich bin der Meinung, dass dieser Beleg mehrere Dinge vereint, die als "Komplettpaket" in der Form sehr selten sind.

Zum einen die Unterfrankatur (schon nicht sehr häufig), dann als "poste restante" verschickt und zu guter Letzt eben die Retournierung.



Auf der Siegelseite sind nur der Ankunftsstempel von Zürich sowie der von Hannover (nach Retournierung) zu sehen.

Liebe Grüße

Kevin
 

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