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Thema: Fremde Post in der Levante: Belege echt gelaufen
Das Thema hat 59 Beiträge:
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hajo22 Am: 17.07.2017 21:28:57 Gelesen: 547# 35 @  
@ Mondorff [#34]

Ist da ein Zähnchen oben bei der linken Marke umgeknickt? Läßt sich mit etwas Spucke schnell "reparieren".

Schönen Abend.

hajo22
 
bignell Am: 17.07.2017 23:35:30 Gelesen: 527# 36 @  
2 x 10 Soldi mit Stempel Lloyd Agenzie Smirne 31.8.1872, Durchgangsstempel Lloyd Agenzie Constantinopolis 2.9. nach Galatz 7.9. an eine Person mit dem schönen Namen Nicolas Calamari, leider (später von einem Sammler) zusammengeklebt, somit nicht mehr auffaltbar.



Lg, harald
 
StefanM Am: 18.07.2017 11:15:13 Gelesen: 503# 37 @  
Zunächst vielen Dank an alle, die hier so spannende Beiträge bringen und Belege zeigen. Ich lese sehr interessiert mit.

Ich kenne mich in der Region nicht so gut aus, aber ich habe mich gefragt, wie der geografische Begriff Levante tatsächlich einzuordnen ist. Ich war immer der Meinung, dass es sich um die Anrainer des östlichen Mittelmeers handelt, im Speziellen um Palestina, Israel, Libanon und das Hinterland.

Das wäre aber doch ziemlich weit weg von Konstantinopel, was in diesem Thema im Mittelpunkt zu stehen scheint.

Aber vielleicht irre ich mich ja in meiner Annahme der geografischen Zuordnung?

Gruß
Stefan
 
mljpk Am: 18.07.2017 12:07:10 Gelesen: 495# 38 @  
Liebe "Levantisten",

aus meinem Fundus einige Stücke zu österreichischen Ämtern in der Levante:



Im April 1899 von Konstantinopel nach Paris gelaufene osmanische Postkarte, freigemacht mit einer Marke der österreichischen Levantepost.



Eine der notorischen Weihnachtskarten aus Bethlehem. Am 24.12.1899 dort wohl an einen privaten Beförderer übergeben, im Postamt zu Jerusalem am 25.12.1899 dann postalisch nach Berlin aufgegeben.



1898 von Konstantinopel nach Ungarn gelaufene Ganzsache.



1901 von Jerusalem nach Dresden gelaufene Karte, nachfrankiert wohl in Österreich, der Stempel ist leider nicht leserlich. Bin über Erklärungen dankbar, warun dies so gehandhabt wurde, und nicht etwa eine Portomarke Verwendung fand. Bin hier leider völlig ohne Wissen. Bereits jetzt Dank für die Erklärungen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jens
 
Richard Am: 18.07.2017 15:56:58 Gelesen: 469# 39 @  
@ StefanM [#37]

Ich kenne mich in der Region nicht so gut aus, aber ich habe mich gefragt, wie der geografische Begriff Levante tatsächlich einzuordnen ist. Ich war immer der Meinung, dass es sich um die Anrainer des östlichen Mittelmeers handelt, im Speziellen um Palestina, Israel, Libanon und das Hinterland. Das wäre aber doch ziemlich weit weg von Konstantinopel, was in diesem Thema im Mittelpunkt zu stehen scheint.

Hallo Stefan,

hier eine von vielen Erklärungen [1]:

Als Levante (von mittelfranzösisch levant für „Sonnenaufgang“, steht allegorisch für den „Osten“ und das „Morgenland“) bezeichnet man im engeren Sinne die östliche Mittelmeerküste und ihr Hinterland, also die heutigen Staaten Syrien, Libanon, Israel, Jordanien sowie die palästinensischen Autonomiegebiete und die türkische Provinz Hatay.

Im Arabischen wird diese Region als Asch-Scham (الشام / aš-Šām) bezeichnet, was wörtlich übersetzt „der Norden“ heißt. Damit ist die Region nördlich des Hedschas gemeint. In der Region selbst bezeichnet Asch-Scham sowohl die Stadt Damaskus als auch (Groß-)Syrien.

Im weiteren Sinne umfasst die geografische Bezeichnung Levante die Länder am östlichen Mittelmeer, also alle Länder, die östlich von Italien liegen, besonders die griechische Halbinsel und die griechischen Inseln in der Ägäis, die mediterranen Küstengebiete der Türkei, Zypern, den Libanon, Palästina, das historische Syrien und Ägypten.


Hier eine andere Erklärung [2]:

In Spanien bezeichnet der Begriff Levante (spanisch für „Sonnenaufgang“, allegorisch für „Osten“) die Ostküste der Iberischen Halbinsel und ihr Hinterland.

Llevant ist auch der geografische Begriff für eine der Landschaftszonen auf der Baleareninsel Mallorca.


Leider werden Themen wie diese nicht in den Philaseiten Suchindex (Philaseiten A bis Z) aufgenommen, da sie geografisch nicht zugeordnet werden können.

Mir wäre lieber, es gäbe entsprechend abgrenzbare Länderthemen für solche Belege und Informationen.

Schöne Grüsse, Richard

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Levante
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Levante_(Spanien)
 
bignell Am: 18.07.2017 18:36:23 Gelesen: 440# 40 @  
@ Richard [#39]

Hallo Richard,

Mir wäre lieber, es gäbe entsprechend abgrenzbare Länderthemen für solche Belege und Informationen.

Ich möchte hier widersprechen: Das würde diesem Thema die Vielfalt nehmen. Wie Heinz in Beitrag [#32] schön gezeigt hat, haben in dem Gebiet viele Postanstalten konkurriert, und auch Länder versucht politischen Einfluss zu gewinnen / auszubauen. Würde man das trennen (Österreichische Post in der Levante, Deutsche Post in der Levante, etc) würde der Aspekt dieser Vielfältigkeit wegfallen. Zumal ja nichts dagegenspricht, diese Themen zusätzlich getrennt zu behandeln, die Server werden das schon aushalten. Aber die spezialisierten Themen locken halt auch nur diejenigen an, die sich darauf spezialisiert haben bzw intensiver mit dem Gebiet beschäftigen. Aus meiner Sicht wäre eine Trennung ebenso sinnvoll wie bei Motivthemen, die würde auch keiner nach Ländern trennen wollen.

Lg, harald
 
bignell Am: 18.07.2017 18:57:26 Gelesen: 435# 41 @  
Und um das gesagte zu illustrieren, hier kamen sich unser Kaiser und der griechische Götterbote besonders nahe:



1872 Umschlag von Meteline (heute Mytilini [1]) nach Syros, Rötel 20 Lepta

Lg, harald

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mytilini
 
Heinz 7 Am: 18.07.2017 19:02:38 Gelesen: 433# 42 @  
@ Richard [#39]

Auch Grossbritannien hatte (britische) Auslandpostämter in der Türkei.

Seit 1857 in Constantinopel,
seit 1873 in Beyrouth, und so weiter.

Ab 1885 verwendete Grossbritannien eigene Briefmarken mit Überdruck. So wurde auch Grossbritannien Michel Nr. 107 von 1902 mit einem Überdruck (in türkischer Währung) versehen und für das Auslandpostamt verwendet.



Die gezeigte Marke trägt den höchst interessanten Stempel "CONSPOLI-CONSTANTA-BUCIRESCI".

Michel katalogisiert diese Marke (1906) unter "Britische Post in der Türkei" unter der Nummer 23.

Alle Nummern 1-54 (1885-1921) waren solche Überdruckmarken (Marke aus GB, türkische Währung). Die Marken Nr. 55-61 (auch 1921) trugen dann den Aufdruck "LEVANT".

Freundliche Grüsse
 
hajo22 Am: 18.07.2017 19:42:48 Gelesen: 428# 43 @  


Österreichische Post in Constantinopel II. Brief frankiert mit einem senkrechten 5er Streifen der 8 Para = 40 Para gestempelt am 25.8.1892 nach Salzburg (Ankunft 28.8.).

hajo22
 
bignell Am: 18.07.2017 20:21:08 Gelesen: 417# 44 @  
Brief von 1874 von Salonich (Thessaloniki) 25. Août (August) nach Wien 4.9. mit 5+10 Soldi, Vermerke "Per Land Post" und "Post Paid"



Innen sehr schönes Wappen von William Abbott mit Inschrift "Foy en dieu" (Glaube an Gott), Text auf französisch.

Lg, harald
 
10Parale Am: 18.07.2017 21:45:17 Gelesen: 397# 45 @  
@ mljpk [#38]

"Liebe "Levantisten"

Selten über eine Begrüßung so gelacht. Man könnte hier ja glatt bei so vielen Belegen zum "Levantisten" mutieren. Als geborener Moldau-Walachist ist der Levantist sozusagen mein Bruder, mit dem man seine Freundschaften und Konflikte pflegt.

Im nachfolgenden Scan befindet sich die Beschreibung für einen weiteren schönen Beleg aus dieser Epoche. Freue mich auf weitere spannende lehrreiche Belege.

Liebe Grüße

10Parale


 
Mondorff Am: 18.07.2017 23:29:17 Gelesen: 377# 46 @  
Und ich hatte mich, bei der "Gründung" dieses Themas und nach [#39], schon gefragt:

Wat haste jetzt wieda verbrochen?

Viel Spaß noch
wünscht
DiDi
 
hajo22 Am: 19.07.2017 07:46:14 Gelesen: 332# 47 @  
@ Mondorff [#46]

"Wat haste jetzt wieda verbrochen?"

Lieber DiDi, Selbstzweifel sind nicht angebracht, hier paßt alles sehr gut.

Allerdings frage ich mich manchmal beim Betrachten mancher Forumsbeiträge frei nach Marcel Reich-Ranicki (vormals Literaturkritiker): "Mußte dieser Thread eröffnet werden?"

hajo22
 
hajo22 Am: 19.07.2017 09:05:07 Gelesen: 316# 48 @  


Deutsches Postamt Constantinopel 3.

Geschäfts-R-Brief aus dem Jahr 1912 nach Dresden. Frankiert mit 2 Piaster auf 40 Pf. Germania.

Der Brief wurde offensichtlich am oberen Couvertrand um die Geschäftsadresse verkürzt.

hajo22
 
sentawau Am: 19.07.2017 17:46:06 Gelesen: 271# 49 @  
@ hajo22 [#25]

Die Deutsche Palästina-Bank ließ auch für ihre eingeschriebenen Briefe besondere Ganzsachenumschläge drucken:



Außer den beiden Umschlägen der Palästina-Bank gibt es noch einen dritten deutschen Privatganzsachen-Umschlag:



Davon gibt es zwei Ausführungen;

- entweder wie U 5, aber ohne Wz. Nur das ist eine Privatganzsache
- oder wie U 5 mit Wz. Linien. Das ist wahrscheinlich eine amtliche Ganzsache mit Zudruck.

Der abgebildete Umschlag hat kein Wasserzeichen. Den Umschlag mit Wz. kenne ich nur aus der Literatur. Die 'Jerusalemer Warte' war ein frommes Blättchen des syrischen Waisenhauses.
 
bignell Am: 19.07.2017 18:04:43 Gelesen: 267# 50 @  




1880 10 Soldi Smirne 21.7. - Catania 25.7. - Palermo 26.7. - Tunis 29.7.

Lg, harald
 
hajo22 Am: 19.07.2017 19:08:01 Gelesen: 249# 51 @  
@ sentawau [#49]

Jerusalemer Warte. = PU3 Privat-Ganzsachenumschlag im großen Format (wie PU1 und PU2).

PU3 gibt es laut genannter Literatur in 2 verschiedenen Papiersorten.
Verwendung: Nur Stempel Deutsche Post Jerusalem, von 1912-1914.



Deutsche Post Constantinopel 2:

Amtlicher Ganzsachenumschlag U1A (kleines Format) zu 20 Para + Zusatzfrankatur 1 1/4 Piaster und 20 Para = gesamt 2 Piaster für ein Einschreiben nach Berlin vom 22.4.1893 (Ankunft 25.4.).

Der Adressat ein seinerzeit bekannter Philatelist.

hajo22
 
hajo22 Am: 20.07.2017 08:15:32 Gelesen: 212# 52 @  
@ sentawau [#49]

Die Deutsche Palästina-Bank ließ auch für ihre eingeschriebenen Briefe besondere Ganzsachenumschläge drucken:

Habe ich in [#27] bereits erwähnt. Danke für die Abbildung.

hajo22
 
hajo22 Am: 20.07.2017 11:41:22 Gelesen: 195# 53 @  
Deutsche Post Constantinopel 1



Amtlicher Ganzsachenumschlag U1B (großes Format) zu 20 Para + Zusatzfrankatur 20 Para = 40 Para für einen Brief nach Leipzig vom 28.6.1894 (Ausgabestempel 1.7.)

hajo22
 
hajo22 Am: 20.07.2017 16:45:32 Gelesen: 171# 54 @  
Da die Mitstreiter hier im thread heute keine so rechte Lust zum Schreiben entwickeln, zeige ich noch eine weitere Preziose aus Konstantinopel:





British Post Office Constantinople

Ganzsachenumschlag Halfpenny gestempelt 26.7.1893 an die Deutsche Levante Linie in Hamburg (Ankunft 29.7.). Die Dampfer-Linie wurde 1889 gegründet.

hajo22
 
bignell Am: 20.07.2017 19:06:44 Gelesen: 154# 55 @  


1883 10 Soldi Jerusalem - Charles Town WV USA [1] (nicht zu verwechseln mit Charlestown/Boston, hatte damals grad mal 2000 Einwohner)

Sehr schönes Monogramm RM (wenn ich das recht entziffere) vorderseitig
Die Stempel sind leider kaum entzifferbar, Gerusalemme 4.4.1883 - Alexandria ?.4. - Marseille a ?? - Lyon a Paris 17.4. - New York 29?.4.

Lg, harald

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Town,_West_Virginia
 
sentawau Am: 21.07.2017 13:04:12 Gelesen: 115# 56 @  
[#49]

Ich hatte in meinem Beitrag das evangelisch geleitete syrische Waisenhaus in Jerusalem erwähnt. Es versendete so viele Bittbriefe und Traktate in alle Welt, dass die Reichspost amtliche Umschläge und Streifbänder mit Wertstempeln herstellte, die vornehmlich in Jerusalem verwendet wurden. Aus der incoming mail des Waisenhauses kann ich eine Postkarte aus Deutsch Ostafrika zeigen:



Die Karte wurde am 25. 9. 1897 von Daressalam auf einem französischen Postdampfer (Stempel vom 27. 9.) nach Port Said in Ägypten befördert, traf dort am 7. 10. ein und erreichte das österreichische Postamt in Jerusalem am 14. 10., war also rund 3 Wochen unterwegs.

Ein philatelistisches Wochenende wünscht Sentawau!
 
hajo22 Am: 22.07.2017 18:39:14 Gelesen: 67# 57 @  


2 amtliche Streifbänder zu 5 Centimes (S6) und zu 10 Para (S2) vom Syrischen Waisenhaus in Jerusalem nach Württemberg. Poststempel der Deutschen Post Jerusalem 1912.

hajo22
 
hajo22 Am: 22.07.2017 19:12:07 Gelesen: 60# 58 @  


Amtliche Postkarte zu 20 Para (P13) gestempelt Deutsche Post Constantinopel 2 vom 12.8.1908 in die USA.

hajo22
 
bignell Am: 22.07.2017 20:46:12 Gelesen: 44# 59 @  




1875 10 Soldi ANK 4I von Alexandria nach Larnaca / Zypern, signiert Ferchenbauer.

Nicht nur eine seltene Destination, der Brief ist datiert mit 4 | 16 Dezembrios 1875, also julianischer und gregorianischer Kalender, verfaßt in griechisch.

Lg, harald
 

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