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Thema: Fremde Post in der Levante: Belege echt gelaufen
Das Thema hat 78 Beiträge:
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hajo22 Am: 20.07.2017 16:45:32 Gelesen: 1679# 54 @  
Da die Mitstreiter hier im thread heute keine so rechte Lust zum Schreiben entwickeln, zeige ich noch eine weitere Preziose aus Konstantinopel:





British Post Office Constantinople

Ganzsachenumschlag Halfpenny gestempelt 26.7.1893 an die Deutsche Levante Linie in Hamburg (Ankunft 29.7.). Die Dampfer-Linie wurde 1889 gegründet.

hajo22
 
bignell Am: 20.07.2017 19:06:44 Gelesen: 1662# 55 @  


1883 10 Soldi Jerusalem - Charles Town WV USA [1] (nicht zu verwechseln mit Charlestown/Boston, hatte damals grad mal 2000 Einwohner)

Sehr schönes Monogramm RM (wenn ich das recht entziffere) vorderseitig
Die Stempel sind leider kaum entzifferbar, Gerusalemme 4.4.1883 - Alexandria ?.4. - Marseille a ?? - Lyon a Paris 17.4. - New York 29?.4.

Lg, harald

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Town,_West_Virginia
 
sentawau Am: 21.07.2017 13:04:12 Gelesen: 1623# 56 @  
[#49]

Ich hatte in meinem Beitrag das evangelisch geleitete syrische Waisenhaus in Jerusalem erwähnt. Es versendete so viele Bittbriefe und Traktate in alle Welt, dass die Reichspost amtliche Umschläge und Streifbänder mit Wertstempeln herstellte, die vornehmlich in Jerusalem verwendet wurden. Aus der incoming mail des Waisenhauses kann ich eine Postkarte aus Deutsch Ostafrika zeigen:



Die Karte wurde am 25. 9. 1897 von Daressalam auf einem französischen Postdampfer (Stempel vom 27. 9.) nach Port Said in Ägypten befördert, traf dort am 7. 10. ein und erreichte das österreichische Postamt in Jerusalem am 14. 10., war also rund 3 Wochen unterwegs.

Ein philatelistisches Wochenende wünscht Sentawau!
 
hajo22 Am: 22.07.2017 18:39:14 Gelesen: 1575# 57 @  


2 amtliche Streifbänder zu 5 Centimes (S6) und zu 10 Para (S2) vom Syrischen Waisenhaus in Jerusalem nach Württemberg. Poststempel der Deutschen Post Jerusalem 1912.

hajo22
 
hajo22 Am: 22.07.2017 19:12:07 Gelesen: 1568# 58 @  


Amtliche Postkarte zu 20 Para (P13) gestempelt Deutsche Post Constantinopel 2 vom 12.8.1908 in die USA.

hajo22
 
bignell Am: 22.07.2017 20:46:12 Gelesen: 1552# 59 @  




1875 10 Soldi ANK 4I von Alexandria nach Larnaca / Zypern, signiert Ferchenbauer.

Nicht nur eine seltene Destination, der Brief ist datiert mit 4 | 16 Dezembrios 1875, also julianischer und gregorianischer Kalender, verfaßt in griechisch.

Lg, harald
 
sentawau Am: 24.07.2017 16:55:52 Gelesen: 1499# 60 @  
[#56]

Der für seine Reiselust bekannte Kaiser Wilhelm II. trat im Herbst 1898 eine Reise ins sogenannte Heilige Land an, die von einer lautstarken Propaganda als Pilgerreise verkauft wurde. Tatsächlich aber diente sie vorrangig sehr viel weniger frommen Zwecken. Dem deutschen Militär, dem deutschen Bankkapital und der deutschen (Rüstungs-)Wirtschaft sollte der Nahe Osten erschlossen und den Großmächten Russland, England und Frankreich deutsche Präsenz bewiesen werden. Dieses Ziel wurde voll erreicht. Nach einem Besuch beim Sultan in Konstantinopel reiste der Kaiser mit großem Gefolge weiter nach Haifa, Jerusalem, Bethlehem, Beirut und Damaskus.

Zur Unterbringung wurde in Jerusalem eigens eine Zeltstadt errichtet. Dort gab es ein türkisches Postamt - das deutsche eröffnete erst im März 1900 - das zu Ehren des hohen Pilgers einen mehrsprachigen Sonderstempel führte, den ich hier abbilde. Wegen der sehr groben Zähnung ist die türkische Marke beschädigt.



In Deutschland wurden anlassbezogen Bildpostkarten gedruckt und in Konstantinopel verkauft.



Die nachstehende Postkarte ist ein philatelistisches Zeugnis der militärischen Zusammenarbeit. Die Postkarte ist an einen türkischen Offizier gerichtet, der zu einem deutschen Artillerieregiment in Königsberg/OPr. abkommandiert war.



Im Ersten Weltkrieg kämpfte die Türkei zunächst an der Seite der Mittelmächte. Alle deutschen Postämter wurden am 30. September 1914 geschlossen. Die Postbeamten wurden in die Heimat zurückbeordert. Davon berichtet die folgende unscheinbare Postkarte.



Charlottenburg 3. 5. 15 nach Jaffa Palästina, Deutsches Konsulat. Herrn Postsekretär Amsasch (?). Handschrftl. „Eingang 28.5.“ – Türkischer Zensurstempel

"Lieber Hermann! Diese Woche fahre ich wieder nach Stettin, hoffentlich bekomme ich dann bald ein Telegramm von Dir. Die Sachen sind hier und Deine Abberufung ist auch schon unterwegs, wie ich auf dem Reichspostamt gehört habe. Hoffentlich bleibt alles wie Italien, Rumänien etc. ruhig, damit Du unbehindert durchkommen kannst. …

Genug für heute. Eine gute Woche wünscht Sentawau,
der kein Türkei-Spezialist ist, sondern Ganzsachen sammelt und sich für Geschichte(n) interessiert.
 
hajo22 Am: 25.07.2017 20:41:42 Gelesen: 1467# 61 @  
@ sentawau [#60]

Zur Kaiserreise Wilhelm II. nach Jerusalem eine Ansichtskarte von Jaffa mit Medaillonbild von S.M. (der Medaillonrahmen sieht aus wie ein Rettungsring, ob das gewollt war?):



Österr. Post Jerusalem 31.10.1898 nach Sommerfeld/DR, frankiert mit 20 Para-Marke.

hajo22
 
hajo22 Am: 26.07.2017 08:27:05 Gelesen: 1438# 62 @  
Und noch eine Karte zum Kaiserbesuch 1898 im Orient:



Das Kaiserpaar im goldgefaßten Siegerkranz (Reliefprägung).

Diese Reise scheint ein Glücksfall für die (deutsche) Ansichtskartenindustrie gewesen zu sein.

Deutsche Post Constantinopel 8.11.1898 nach Braunschweig, frankiert mit 10 Para.

Ich kann noch weitere Karten zu diesem Anlaß zeigen, eine Steigerung zu dieser (Kitsch-)Karte ist allerdings nicht mehr möglich.

Eine Karte mit Kaiserautogramm, das wäre es.

hajo22
 
hajo22 Am: 29.07.2017 19:38:52 Gelesen: 1350# 63 @  


1906: Österr. Post Candia/Kreta, 10 Centimes auf Ansichtskarte nach Schwäbisch Hall.

hajo22
 
bignell Am: 29.07.2017 21:58:03 Gelesen: 1330# 64 @  
Hier ein schöner Brief aus Smirna 1899 an "Mein vielgeliebtes Fräulein Poldy" in Graz:






Sehr nette Formulierungen wie "Die Wellen, über 15 Meter hoch, sind über das ganze Schiff geflogen, so dass wir mehr unter dem Wasser gewesen sind. Unzahl waren seekrank - ich hatte nur ein heftiges Kopfschmerzen. Die Wellenschläge waren so heftig, dass uns paar Schiffskrahne ganz abgebrochen u. davon getragen waren, die Falltreppen (Fallreep) aber ganz zerschlagen. Und so dauerte es die ganze Nacht."

Lg, harald
 
olli0816 Am: 30.07.2017 11:32:09 Gelesen: 1297# 65 @  
Hallo zusammen,

ein sehr schönes Thema mit sehr tollen Sachen, die gezeigt werden.

@ Harald

Der Brief ist wirklich ein Highlight. Der Monaco Franze der Steiermark. Sehr beeindruckender Schreibstil. Vielen Dank fürs zeigen.

Anbei ein Brief von Constantinopel von Papazian & Co nach Bernau bei Berlin mit einer 8a gestempelt. Das Unternehmen war in Galata und trotz Recherche habe ich nicht sehr viel herausbekommen können. Am nächsten kam noch, dass es sich um ein Photogeschäft (Portraits) handelt, aber das ist reine Spekulation. Der Brief war 3 Tage unterwegs, was bei der Entfernung und dem Zeitpunkt des Versendens 1890 erstaunlich kurz ist. Ich bezweifle, dass ich heute einen Brief schneller bekommen würde, wenn er aus Istanbul versendet wird. Der Constantinopel-Stempel ist nicht ganz ideal, auf der Rückseite dagegen sehr schön der dreizeilige Kastenstempel aus Bernau/Potsdam und der Firmenstempel.



Grüße
Oliver
 
sentawau Am: 30.07.2017 16:48:47 Gelesen: 1270# 66 @  
[#61] und [#62]

Danke für die schönen Bilder von Andenkenkarten zur Kaiserreise. Ich hatte sie alle noch nie gesehen.

Die Kaiserreise war überhaupt ein Glücksfall auch für die deutsche mittelständige Industrie. Das belegen die Texte (deutsch und französisch) unzähliger Postkarten, besonders nach Constantinopel und Smyrna. Da geht es um Uhren, Farben, Puppen, Schiefertafeln, Griffel, Murmeln, Kunstblumen, Masken aus Pappmaché, Textilien usw. Diese Korrespondenzen setzen sich bis in die Jahre des Krieges fort.

Als besonders schönes Beispiel zeige ich einen türkischen versiegelten Wertbrief von 1915, mit dem ein Buchhändler in Constantinopel eine Rechnung in Deutschland bezahlte. Der Einschreibeumschlag (EU 1A ) nach englischen Vorbild (gewebeverstärktes Papier, Wertstempel auf der Rückseite für die Versicherungsgebühr) durchlief natürlich die türkische Zensur.





Eine gute Woche wünscht Sentawau.
 
sentawau Am: 01.08.2017 17:52:45 Gelesen: 1205# 67 @  
Die Levante war schon früh als Sammelgebiet bei Philatelisten beliebt. Der Leipziger Carl Born – in Wolfgang Maaßens "Wer ist wer" ist er zu 1897 nur als Prüfer bekannt, war aber sicher auch Händler – ließ Umschläge und Streifbänder mit seiner Anschrift bedrucken und sich von Jaffa aus nach Leipzig zusenden, wahrscheinlich um seine Kunden damit zu beliefern.



Die beiden Postkarten sind ebenfalls von Sammlern geschrieben und betreffen den Kauf bzw. Tausch von Briefmarken. Die eine wurde vom österreichischen Postamt in Smyrna (wo es 1898 noch kein deutsches Postamt gab) an das deutsche Postamt in Constantinopel geschickt und zeigt sehr schön die Stempel der beiden Postanstalten. Die andere kam aus Marienwerder, traf aber den Empfänger nicht an und reiste zurück nach Deutschland.



Viele Grüße von Sentawau
 
hajo22 Am: 04.08.2017 14:20:04 Gelesen: 1166# 68 @  


Deutsches Postamt Constantinopel 1, Einschreibbrief vom 17.7.1899 nach Basel, frankiert mit 4x1 Piaster.

Franco 4 Piaster: (1 Piaster/15grx3) + Einschreiben 1 Piaster

hajo22
 
Heinz 7 Am: 04.08.2017 18:13:19 Gelesen: 1148# 69 @  
@ Mondorff [#1]

Österreichische Post in Rumänien.



Der Briefumschlag wurde in Braila (Rumänien) aufgegeben bei der österr. Post und mit dem österr. Stempel "JBRAILA" gestempelt. Als Taxvermerk erhielt der Brief die Notiz "10". Adressiert ist diese Post nach Bordeaux, Frankreich.

Der Brief wurde aufgegeben am 11.9.1868, bekam (rückseitig) einen Durchgangsstempel "WIEN - xx/9 68", erhielt den Stempel "A." (kopfstehend, vorne, m.W. Abkürzung für "Autriche"), passierte den Grenzübergang bei Strasbourg (siehe blauer Stempel: "AUTR./ 3 STRASBOURG 3" (= Van der Linden No. 414); Autr. steht für Autriche, französisch, für Österreich) Stempel auch im September. Rückseitig gab es noch einen weiteren Stempel "PARIS A BORDEAUX, 18 SEPT. 68"

Grüsse aus der Schweiz
Heinz
 
bayern klassisch Am: 04.08.2017 18:31:52 Gelesen: 1144# 70 @  
@ Heinz 7 [#69]

Hallo Heinz,

wenn ich noch hinzufügen darf: A und 10 (Decimes) wurden in Paris gestempelt. Der Stempel Autriche - Strasbourg 3 lag in Paris und war ein Eingangsstempel (Ankunftsstempel) des Wiener Briefepakets.

Es gab ein Gemeinschaftsporto von 10 Decimes für einfache Briefe bis 10g, zahlbar vom Empfänger, die ca. 30 Neukreuzern entsprachen.

Der Brief lief komplett mit der Bahn, daher waren die Laufzeiten der Strecken so kurz.

Schönes Stück - einen Ähnlichen habe ich auch.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
hajo22 Am: 04.08.2017 19:38:03 Gelesen: 1129# 71 @  


Eingehende Post

Ansichtspostkarte aus Hohenheim/Württ. vom 22.4.1900 nach Smyrna Deutsche Post, Ankunft 1.5., frankiert mit 2x5 Pf. Württemberg-Marken. Weitergeleitet auf die Insel Cos über Constantinopel 10.5.00. Auf der Kartenansichtsseite 2 leider unleserliche Stempel.

Das Deutsche Postamt Smyrna bestand vom 1.3.1900 bis 30.9.1914.

hajo22
 
Mondorff Am: 04.08.2017 20:19:32 Gelesen: 1121# 72 @  
@ Heinz 7 [#69]

Da gibt es sicher Kollegen, die sich fragen, was Rumänien nun mit der Levante zu tun hat - auch wenn es dort ein österreichisches Postamt gab.

DiDi
 
bignell Am: 04.08.2017 21:15:09 Gelesen: 1110# 73 @  
@ Mondorff [#72]

Hallo DiDi,

aus Sicht des Österreich-Sammlers: In der Monarchie wurden diese Postämter zur Levante gezählt, anbei die Aufstellung aus Handbuch Dr Ferchenbauer - bin leider nicht gut im Bücher-scannen, bitte um Entschuldigung für die Qualität.



In anderen Ländern mag natürlich eine andere Zuordnung gegolten haben.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 05.08.2017 10:20:53 Gelesen: 1080# 74 @  
@ Mondorff [#72]
@ bignell [#73]

Hallo DiDi,

mit dieser Definition ist Ferchenbauer nicht allein. Auch viele andere sehen die "Levante" auf diesem grossen Raum. Vgl. z.B. "Französische Post in der Levante". Vielleicht hilft es, wenn Du Dir die geschichtlichen Verhältnisse von ca. 1860 vor Augen führst. Da war das Osmanische Reich noch sehr gross, und Länder unter dem Einflussbereich des Osmanischen Reiches wurden zur Levante gezählt. Aber das weisst Du ja, siehe Beitrag [#18] und [#19]. Von daher verstehe ich Deinen Einwand nicht.

Heinz
 
hajo22 Am: 05.08.2017 12:46:00 Gelesen: 1067# 75 @  


Ganzsache DAP Türkei P 7 (Germania 20 Para).

Gestempelt Deutsche Post Smyrna vom 17.5.1904 nach Brüssel, Ankunft 22.5.

Privatkarte an den "Cher Monsieur Papa" mit (vorderseitig links oben Absenderstempel) "Consulat General de Belgique / Smyrne". Belgien hatte kein eigenes Auslandspostamt in der Türkei.

hajo22
 
hajo22 Am: 05.08.2017 19:50:00 Gelesen: 1027# 76 @  


Vorläufer Ganzsache VP8 aus Constantinopel 1 Deutsche Post vom 22.3.1884 nach Hemer/Westfalen. Text auf der Rückseite in französisch.

hajo22
 
sentawau Am: 06.08.2017 13:57:37 Gelesen: 985# 77 @  
[#69]

Das ist ein sehr seltener und interessanter Brief! Was hat wohl der Absender von dem Reeder (armateur) in Bordeaux gewollt? Ich vermute, es ging um eine Ladung Rotwein oder Cognac.

Rumänien wurde seit 1866 von einem deutschen Fürsten (Hohenzollern-Sigmaringen) regiert. 1876 beseitigte der Berliner Kongress die letzten Abhängigkeiten vom türkischen Sultan. Dieser Abhängigkeit verdankte wahrscheinlich das alte Rumänien seine Zurechnung zur Levante! Im 1. Weltkrieg wollte sich der greise König Carol I. den Mittelmächten anschließen, konnte sich aber gegen Adel und Militär nicht durchsetzen. Sein nachfolgender Neffe trat 1916 der Entente bei. Daraufhin besetzten deutsche und österreichische Truppen binnen kurzem das Land. Dazu die nachfolgend abgebildete Feldpostkarte.



Ein Angehöriger der K. u. K. Telegraphen-Betriebsabteilung für Ostrumänien, K. u. K. Etappenpost 346, schreibt auf einer erbeuteten und als Formular benutzten rumänischen Feldpostkarte (FP 4) mit einem Stempel der deutschen (!) Feldpost vom 28. Mai 1917 und einen türkischen Zensurstempel an seinen aus Köln stammenden Vater nach Konstantinopel, Pera Palace (ein Hotel?): „… Lange habe [ich] jetzt keine Nachricht von Dir bekommen. Wie geht es Dir? Denkst Du noch lange dort zu bleiben? …“ Die Karte macht neugierig, aber mehr ist nicht zu erfahren.



Der Kleine Kreuzer „Breslau“ war bei Ausbruch des Krieges im Mittelmeer stationiert und wurde der Türkei übergeben. Dort tat er unter dem Namen „Midilli“ Dienst, behielt aber ihren Marineschiffspoststempel. Im Januar 1918 lief das Schiff auf eine Mine und sank.



Im 1. Weltkrieg kämpften viele deutsche Militärs und Berater in Kleinasien. Die nachfolgende Postkarte vom 30. Dezember 1916 trägt einen türkisch/deutschen Feldpoststempel, doch genoss sie, weil in die Schweiz gerichtet, keine Portofreiheit. Ihr Schreiber ist Ober-Militärbeamter beim Straßenbau-Sonderkommando in Kutahia. Er berichtet: „ … Anfang Januar fahre ich wieder nach Kutahia zu, nachdem ich im Dezember noch eine interessante Reise über das Marmarameer und in Richtung Smyrna auszuführen hatte …“.

Auch während des Krieges lebten noch viele deutsche Zivilisten in der Türkei. Sie wurden erst nach Kriegsende zusammen mit den deutschen Militärs ausgewiesen.



Die Stimmung der Deutschen war gut. Auf der nach Kirchheim/Teck dressierten Karte teilte die Schreiberin 1915 mit: „… Wegen uns mache Dir keine Sorgen, es geht uns gut, und warum sollte es schlimm kommen?...“ Die beiden abgebildeten Karten tragen die Stempel der türkischen Zensur.



Zum Schluss noch eine Karte, die nicht nur wegen ihres skuril deformierten Durchgangsstempels ‚Stambul Depart‘, sondern besonders wegen ihres Textes interessant ist. Absender ist der deutsche Hofkapellmeister des Sultans Paul Lange Bey (diesen Titel trugen höhere Militärs oder Beamte). Er schrieb seinem Sohn in Charlottenburg: „… Bravo für Deinen schönen Brief! Mache Dir nur keine Sorgen um die Zukunft. Nach diesem Krieg wird alles gut … Vergiss ja nicht, wegen des Eisernen Kreuzes nachzufragen und Deinen Gewährsmann anzugeben! Das darfst Du auf keinen Fall vernachlässigen! Lebt Dein Companieführer noch? Da bleibt fürs ganze Leben ein schönes Erinnerungszeichen zurück. Ich freue mich von Herzen, dass Deine Stimmung wieder gehoben ist. Feste drauf! Meinen gedruckten Hindenburg-Marsch von hier werde ich schicken, der macht hier Furore. [..?..] wird ihn auch wahrscheinlich drucken für Deutschland. Ich habe ihn für große Militärmusik fein concertmäßig instrumentiert und dann noch für Marsch-Musik. Den Text habe ich auch verfertigt..."

Viel Spaß beim Lesen wünscht Sentawau!
 
bignell Am: 06.08.2017 14:58:27 Gelesen: 979# 78 @  
Nicht verwendete UPU-Antwortkarte 1896 von Constantinopel 15.8. nach Netzschkau Sachsen 18.8.:



Lg, harald
 

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