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Thema: Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 202 Beiträge:
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epem7081 Am: 13.04.2020 13:36:29 Gelesen: 62416# 153 @  
@ Postgeschichte [#152]

Hallo Postgeschichte,

Danke für die aufklärenden Hinweise.



Mein nächster Beleg ist eine Generation jünger. Er stammt von meinem Vater, der Ende des Krieges zunächst in russischer Gefangenschaft und dann in das polnische Arbeitslager gekommen ist. Chorzow (ehem. Königshütte), hier hatten die Gefangenen in den vormals deutschen Kohlenrevieren nun für Polen (und für Russland?) die Kohle zu fördern. An Ostern 1949 wurde er entlassen und konnte zu seiner inzwischen aus Schlesien geflohenen Familie ins Münsterland kommen und Wiedersehen feiern. 1959 ist er dann mit 42 Jahren leider viel zu früh verstorben.

So sorgt das Durchstöbern der "Familienschatztruhe" natürlich auch für nachdenkliche Erinnerungen.

Gesunde Osterwoche wünscht allen
Edwin
 
Pit Am: 06.06.2020 19:35:39 Gelesen: 59856# 154 @  
Hallo zusammen,

dieser Beleg der gut in meine Heimatsammlung "Steinen" passt, fiel mir vor kurzem in die Hände. Natürlich forscht man erstmal ein bißchen, anhand des linken Kastenstempels liest man das der Brief nicht zugestellt werden konnte.

Laut Internet recherche auf genealogy.net wurde Karl Hartman im Oktober 1917 erst vermisst gemeldet, und im August 1918 von Romans verwundet nach Engelberg (denke Schweiz) verlegt worden.

Was bedeutet denn das rote H? Vielleicht kann mir da jemand was dazu sagen.

Und über Romans finde ich auch sehr wenig, vielleicht weiß da auch noch jemand etwas dazu.

Viele Sammlergrüße


 
epem7081 Am: 14.07.2020 00:22:29 Gelesen: 57844# 155 @  
Hallo zusammen,

mindestens ein halbes Jahrhundert nach Ende des 2. Weltkrieges wurde vom DRK Suchdienst München die Portobefreiung als Kriegsgefangenenpost genutzt, wie dieser Beleg vom 30. Mai 1995 ausweist. Inzwischen wurde in den Briefumschlag der entsprechende Vermerk drucktechnisch eingebracht.



Eine gute Nacht wünscht
Edwin
 
Ichschonwieder Am: 05.09.2020 18:59:29 Gelesen: 55080# 156 @  
08.05.1948 - Ein Kriegsgefangener aus der Gefangenschaft in England ist nach Deutschland zurückgekehrt. Von der Beratungsstelle für entlassene Kriegsgefangene bekam er diese vorgedruckte Karte, wo er nur wenige Worte einsetzen konnte. Aber es war zumindest ein Lebenszeichen und das er wieder auf heimatlichem Boden ist.



Klaus Peter
 
Fips002 Am: 08.10.2020 17:38:53 Gelesen: 53488# 157 @  
Kriegsgefangenen-Postkarte aus dem Lager 445 nach Kiel.

Das Lager 445 befand sich in der Westregion im Lager Majowskaja (Georgenburg/Ostpreußen).

In der Westregion befanden sich 30 Lagerverwaltungen mit 315 Einzellager.

Diese Lager befanden sich in den heutigen Staaten Estland, Lettland, Litauen und im Gebiet von Kaliningrsd(Königsberg).



Dieter
 
volkimal Am: 28.10.2020 20:13:53 Gelesen: 52408# 158 @  
Hallo zusammen,

von unserem früheren Vereinsmitglied Fritz Bäuerlein habe ich Karten und Briefe aus seiner Gefangenschaft aus der Zeit 1945/46.



Die erste Karte ist die „Gefangenenmeldung für Kriegsgefangene“. Unten links steht:

„Diese Karte soll von jedem Kriegsgefangenen sofort nach seiner Gefangennahme und bei jedem Adresswechsel gleich nach seiner Ankunft im Lager oder Lazarett ausgefüllt werden.“

Wie man auf der Rückseite lesen kann, befindet sich der Sanitäts-Obergefreite Fritz Bäuerlein in einem amerikanischen Gefangenenlager in Frankreich. Als Ort ist angegeben U.S. Army PWIB France. Wo sich das Lager befand habe ich bisher noch nicht herausgefunden.



Diese Karte – vermutlich das erste Lebenszeichen nach der Gefangennahme – hat er am 1.4.1945. ausgefüllt und an seine Frau nach Lüdinghausen geschickt. Unten links ist ein Maschinenstempel „PASSED BY EXAMINER, BASE 1089 US ARMY“. Oben wurde ein Stempel „COMITE INTERNATIONAL de la CROIX-ROUGE – GENEVE“ abgeschlagen.

Es folgen drei Karten mit derselben Absenderangabe vom 15.4.45, 8.5.45 und vom 22.5.45. Der Text ist immer ähnlich.







Alle drei Karten tragen wieder denselben Maschinenstempel. Zusätzlich steht oben rechts jeweils eine rote Zahl. Vermutlich hat sie der Zensor dort angebracht.



Auf der dritten Karte teilt Fritz Bäuerlein mit, dass er seinen Tintenkulli verloren hat. Er muss sich irgendein Schreibgerät gebastelt haben, denn er schreibt weiter mit grüner Tinte. Die Schrift ist aber sehr ungleichmäßig breit. Auf der dritten Karte wurde ein Teil des Textes beanstandet und geschwärzt.

Kann mir einer von euch sagen, wo sich das Kriegsgefangenenlager befand?

Demnächst geht es weiter.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.11.2020 20:30:16 Gelesen: 52084# 159 @  
Hallo zusammen,

es folgt der zweite und letzte Teil zur Kriegsgefangenenpost von unserem Vereinsmitglied Fritz Bäuerlein. Im Beitrag [#158] habe ich als letztes eine Karte von ihm aus dem amerikanischen Lager mit der Bezeichnung „U.S. Army PWIB France“ gezeigt. Sie datiert vom 22.05.1945. Der nächste Beleg, den ich von ihm habe ist erst vom 12. November 1945.





Fritz Bäuerlein befindet sich jetzt in dem französischen Kriegsgefangenenlager № 23 in Saleux im Departement Somme. Mit dem Lager hat sich auch seine Gefangenennummer geändert. Der Brief trägt den Rechteckstempel „Dépôt de Prisonniers de Guerre / CENSURE / Vu № 1“.

Im Brief an seine Frau schreibt Fritz Bäuerlein u.a.: „Bis jetzt habe ich von Euch noch keine Nachricht erhalten und als Weihnachtsgeschenk wünsche ich mir ein Briefchen von Euch.“ Ich weiß nicht, ob sich diese Bemerkung auf die gesamte Zeit der Gefangenschaft oder nur auf das Lager in Saleux bezieht. In der Zeit zwischen April und Mai 1945 scheint er noch keine Post bekommen zu haben.



Auf der Karte vom 8.1.1946 schreibt er: „Ich habe Dir heute eine Paketadresse für ein Paket an mich geschickt. Post habe ich bis jetzt noch keine erhalten“. Es muss grausam gewesen sein, so lange nichts von der Frau und der kleinen Tochter zu hören.



Auf der Karte vom 27.2.1946 heißt es dann endlich: „Deinen lb. Brief vom 2.1.46 habe ich dankend und mit Freuden erhalten. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.“





Fritz Bäuerlein ist weiterhin Kriegsgefangener im Lager № in Saleux. Im Text des Briefes gibt er allerdings den Ort Forest-l’Abbaye an. Das ist ein kleines Dorf ca. 65 km nordöstlich von Saleux. Der Brief trägt diesmal den Zensorstempel mit der Nummer „Vu № 2“.

Am 8.4.1946 schreibt er u.a. „Den gestrigen Sonntag (meinen Geburtstag) habe ich gut verbracht. Das Wetter war sehr schön und ich habe nachmittags einen schönen Spaziergang in den Wald gemacht. … Ihr könnt mal dem Deutschen Roten Kreuz in Lüdinghausen mitteilen, dass ich als San(itäts)-Dienstgrad immer noch in Gefangenschaft bin und ihnen meine Adresse mitteilen. Hoffentlich werde ich auch bald entlassen und komme zu Euch zurück.“





Der letzte Brief ist vom 21.4.1946. Die Ortsangabe Forest-l’Abbaye ist evtl. bei der Zensur unkenntlich gemacht (evtl. von der Zensur). Beim Absender ist diesmal angegeben „Infirmier“. Google übersetzt es mit „männliche Krankenschwester“. Ich denke aber „Sanitäter“ passt eindeutig besser.

Fritz Bäuerlein schreibt u.a. „Unsere lb. Helga wird heute sicher mit grosser Freude bunte Ostereier suchen. Es ist schade, dass der Vati nicht dabei sein kann.“

Wann Herr Bäuerlein endlich aus der Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie nach Hause entlassen wurde kann ich leider nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
fogerty Am: 11.01.2021 09:59:06 Gelesen: 47573# 160 @  
Eine PRISONER OF WAR - Postkarte vom Camp Atterbury im Bundesstaat Indiana. Dieses Camp wird auch heute noch für militärische Zwecke benutzt. Die Karte wurde am 6.7.1944 geschrieben. Interessant die Adresse - Südtirol Germany ! Wenn mir jemand den Wehrmachtsstempel erklären könnte, wäre ich dankbar.



Grüße
Ivo
 
Lars Boettger Am: 07.03.2021 19:49:35 Gelesen: 44162# 161 @  
Kriegsgefangenenpost 1. Weltkrieg von Bleialf (Eifel) nach Portieres in Frankreich an einen Vizefeldwebel. Interessant ist zum einen der US-Zensurstempel U.S. no. 371, zum anderen der handschriftliche Vermerk "care of Interallied Postal Control Commission in Luxemburg". In Luxemburg waren mindestens zwei alliierte Kontrollkommissionen im Einsatz, einmal die "Postcontrolle" [1], zum anderen die alliierte Kommission für Schmalspurbahnen.

Beste Grüße!

Lars



[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Military_Inter-Allied_Commission_of_Control
 
dietbeck Am: 06.04.2021 19:14:51 Gelesen: 42223# 162 @  
Kann mir jemand mit dem angehängten "Stempel" helfen ?

Dieser wirft einige Fragen auf. Er findet sich auf Briefen an einen Nazi-Kriegsverbrecher in italienischer Haft.

Unter der angegebenen Verfügungsnummer 104/1959 befindet sich etwas ganz anderes, also stimmt das so nicht. Die Briefe wurden aber anstandslos von der Deutschen Bundespost OHNE Porto befördert und es wurde keine Nachgebühr erhoben.

Und es gibt auch Briefe an diesen Mann ohne diesen Stempel, auch ohne Porto, auf denen nur "Kriegsgefangenenpost" steht, ohne weiteren Hinweis, ebenfalls problemlos befördert.

Und nein, keine Mache, dafür gibt es zu viele verschiedene Absender und auch zuviel verschiedene Art und Weisen, wie die erwünschte Portofreiheit auf den Briefen angezeigt wurde.


 
ChristianSperber Am: 04.05.2021 00:26:43 Gelesen: 40233# 163 @  
Luftpostbrief aus Indien an einen polnischen Offizier im Oflag II D



Der gezeigte Luftpostumschlag zu 14 Annas wurde am 7.7.1943 in Bombay gestempelt. Der Luftpostzuschlag für eine Kriegsgefangenensendung hätte nur 8 Annas betragen, aber vielleicht hatte die Absenderin die Ganzsache gerade zur Verfügung.

Der Brief wurde von der Zensurstelle in Bombay geöffnet (Prüferstempel DHC/463 und Freigabestempel DHP/9). DHP war die Kennung der Stelle für Interniertenpost und Kriegsgefangenenpost.

Weitere Vermerke, insbesondere vom Oflag II D in Groß Born, sind nicht vorhanden. Ich frage mich daher, of der Empfänger im Offizierslager den Brief tatsächlich erhalten hat. Wie war die Praxis im Oflag II D? Wurden normalerweise Zensurstempel abgeschlagen?

Gruß
Christian
 
filunski Am: 04.05.2021 01:02:34 Gelesen: 40231# 164 @  
@ dietbeck [#162]

Hallo dietbeck,

wenn du immer nur so kleine "Bildchen" zeigst, findet sich kaum jemand, der sich damit befasst. Auch würde es sehr viel Sinn machen, hier den kompletten Beleg (Vorder- und Rückseite) in vernünftiger, gut lesbarer Größe, zu zeigen. ;-)

M.E. ist der Stempel irgendeine selbstgebastelte, stümperhafte Mache. Der Versuch in der untersten Zeile einen Satz in italienischer Sprache anzubringen ist misslungen. Der strotzt nur so von grammatikalischen und rechtschriftlichen Fehlern, ist kompletter Quatsch und wäre so wohl kaum auf einem "offiziellen" Stempel zu finden.

Mehr könnte man dazu aber heraus bekommen, wenn man den kompletten Beleg zu sehen bekäme und auch den Namen des Adressaten wüsste.

Viele Grüße,
Peter
 
DL8AAM Am: 04.05.2021 05:17:58 Gelesen: 40218# 165 @  
@ filunski [#164]

Hi,

da das aus dem Zusammenhang heraus "gezeigt" ist, ist eine Beantwortung schwierig - leider wurde auch nach einem Monat nichts nachgeliefert. Aber ich gehe mal ganz stark davon aus (falls das keine gefälschte Mache ist), das das ein rein privater Stempel des Absenders ist, der meint der Post mitteilen zu dürfen, dass dem Absender eine entsprechende "Genehmigung" zur Portofreiheit vorliegt. Da der vielleicht kein Italienisch konnte, hat der sich womöglich nur irgendetwas aus dem Wörterbuch rausgesucht. Der wollte einfach nur irgendwie der annehmenden, italienischen Post das Fehlen einer deutschen Frankatur begreiflich machen.

Beste Grüße
Thomas
 
volkimal Am: 09.05.2021 10:04:12 Gelesen: 39762# 166 @  
Hallo zusammen,

als Ergänzung zu dem Stempel von dietbeck ein echter Stempel aus Italien auf drei Kriegsgefangenenbriefe aus Italien nach Österreich aus den Jahren 1980/1981:



Absender war Major Walter Reder. Walter Reder (* 4. Februar 1915 in Freiwaldau; † 26. April 1991 in Wien) war ein österreichischer SS-Sturmbannführer im Dritten Reich sowie Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes.

Reder geriet 1945 in einem österreichischen Lazarett in Gefangenschaft, wurde anschließend im Kriegsgefangenenlager Wolfsberg in Kärnten interniert und 1948 von Großbritannien an Italien ausgeliefert. 1951 stand er vor einem Militärgericht in Bologna. Reder wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde am 24. Januar 1985 aus dem Gefängnis entlassen. Weitere Informationen siehe Wikipedia [1].

Seit der Fertigstellung der Anklage gegen Reder betrachtete sich Österreich als Schutzmacht für den Kriegsverbrecher. Dort gab es einen Unterstützerkreis für Major Reder. Aus diesem Umfeld stammen diese Briefe. Über den Empfänger des ersten Briefes habe ich nichts herausgefunden. Der zweite Brief geht an Karl Blacha aus Klagenfurt. Er war Bundesobmann der Hilfsgemeinschaft für die Freilassung von Major Reder [2].

Ein Nachbar meines Vaters ist von Selm (NRW) aus nach Klagenfurt gezogen. Durch ihn sind die drei Briefe in unsere Sammlung gekommen. Am interessantesten finde ich den dritten Brief:



Es ist ein Einschreibebrief an Paul Rösch, ebenfalls aus Klagenfurt. Auch er war im Arbeitskreis Walter Reder tätig [3]. Die Kriegsgefangenenpost selbst war gebührenfrei. Ich gehe davon aus, dass die 600 Lire die Einschreibegebühr sind. Kann das einer von euch bestätigen?

Die Einschreibenummer 5629 sieht man in dem Absenderfreistempel. Da der Brief gebührenfrei war, ist im Wertrahmen kein Geldbetrag eingestellt. Der Absenderfreistempel ist nach dem Internationalen Postage Meter Stamp Catalog [4] die Type PO6. Citis/TAE/EMS “PT3” (MV).

Wer kann mir sagen, wodurch das kleine Quadrat unterhalb des Ortsstempels entstanden ist?



Noch eine letzte Frage. Der Text des violetten Stempels ist „Stabil. mil. di custodia prev. e di pena reclusorio militare – Gaeta comando”. Wer kann mir sagen, wie die abgekürzten Wörter heißen und was die Übersetzung des Stempels ergibt.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Reder
[2] http://www.sudetenpost.eu/Archiv/1984/2.pdf
[3] https://issuu.com/bsawien/docs/der_wille_zum_aufrechten_gang_online/85
[4] https://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/Italy
 
filunski Am: 09.05.2021 10:41:28 Gelesen: 39752# 167 @  
@ volkimal [#166]

"Der Text des violetten Stempels ist „Stabil. mil. di custodia prev. e di pena reclusorio militare – Gaeta comando”

Hallo Volkmar,

Ausgeschrieben heißt es so: Stabilimenti Militari di Custodia Preventiva e di Pena, auf Deutsch Militärische Untersuchungshaft- und Strafanstalten oder kurz Militärgefängnis (= reclusorio militare). Hier in der italienischen Stadt Gaeta, Comando Gaeta, südöstlich von Rom. Dort befand sich das Militärgefängnis.

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 09.05.2021 17:08:39 Gelesen: 39706# 168 @  
@ filunski [#167]

Hallo Peter,

danke für die Übersetzung. Jetzt hoffe ich, dass noch jemand etwas zu den 600 Lire sagen kann.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.05.2021 15:11:03 Gelesen: 38261# 169 @  
Hallo zusammen,

inzwischen habe ich folgendes von Apn erfahren: "In der Tat betrug der Zuschlag für Einschreibe-Sendungen ins Ausland in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Juli 1981 genau 600 Lire."

Die 600 Lire auf dem Brief [#166] sind also wie vermutet die Einschreibegebühr.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.05.2021 15:13:12 Gelesen: 38260# 170 @  
Hallo zusammen,

eine Kriegsgefangenenkarte an meinen Patenonkel (den Bruder meiner Mutter) vom 5.12.1946 aus dem Lager Geneifa. Onkel Manfred wohnte in Limbach bei Homburg Saar. In der Anschrift heißt es „Saar Region, French zone of occupation“. Der Absender Adalbert Homberg kam ebenfalls aus dem Saarland.

Das Kriegsgefangenenlager Geneifa (POW 2750) lag in Ägypten, westlich des Suez-Kanals in der Nähe vom Bittersees bzw. Lake Timsah [1] bis [3].



Herr Homberg hat in diesem Fall ein Formular mit eingedrucktem Text verwendet. Geschwärzt wurde davon der Text: „Lager Nr. / c/o CHIEF P.O.W. POSTAL CENTRE MIDDLE EAST / Dienstgrad“.

Beim Absender kommt die Abkürzung M.E.L.F. vor. Wer kann mir sagen, was sie bedeutet?

Viele Grüße
Volkmar

[1] Google Books: No Time for Dreams: A Soldier's Six-year Journey Through World War II, Seite 60
[2] http://wiki-de.genealogy.net/Britische_Kriegsgefangenenlager_in_%C3%84gypten
[3] http://www.canalzoners.co.uk/POW%20Camp/POWs%20Camp%20in%20Egyt.htm
 
Silesia-Archiv Am: 06.06.2021 09:42:11 Gelesen: 37587# 171 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ich gebe zu dass ich kein Kenner von Kriegsgefangenenpost bin, habe aber kürzlich den beigefügten Beleg für meine Schlesien bzw. Bonn-Sammlung ersteigert.

Dabei stellt sich mir jedoch folgende Frage, da mich das Datum des Poststempels etwas irritiert. Bis wann gab es in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland (10 Jahre) Kriegsgefangenenpost? Kann jemand Auskunft geben? Danke!

Beste Sammlergrüße
Michael


 
saintex Am: 06.06.2021 11:39:14 Gelesen: 37572# 172 @  
@ volkimal [#170]

Ich vermute, dass die Abkürzung M.E.L.F. für Middle East Land Forces steht. Bis 1946 war der Name dieser militärischen Einheit Middle East Command. Passt also auch zeitlich.

MfG Wolfgang

Quelle: Wikipedia
 
volkimal Am: 06.06.2021 12:03:27 Gelesen: 37568# 173 @  
@ Silesia-Archiv [#171]

Hallo Michael,

bei der Kriegsgefangenenpost musst Du verschiedene Fälle unterscheiden.

1) Post von oder an Kriegsgefangene:

Diese gab es solange wie es Kriegsgefangene gab. In Italien war z.B. Major Walter Reder bis 1985 inhaftiert. Dementsprechend gibt es auch bis zu diesem Zeitpunkt portofreie Briefe aus der BRD an ihn. Du findest mehrere Briefe an ihn bei Delcampe.net. Briefe von Major Reder nach Österreich habe ich z.B. im Beitrag [#166] gezeigt.

Die letzte größere Entlassung von Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion („Heimkehr der Zehntausend“) fand 1955 statt. Also gab es auch bis zu diesem Zeitpunkt Post von und an sie.

2) Post von oder an Behörden, die sich mit Kriegsgefangenen befasst haben.

Hierzu zählt dein Brief, denn er ist vom kirchlichen Suchdienst. Bei vielen Briefen vom Suchdienst ist angegeben "Kriegsgefangenenpost gebührenfrei". Wie lange das üblich war kann ich nicht sagen (ich bin auch kein Spezialist auf diesem Gebiet). So weit ich weiß, ist die Post vom Suchdienst auch heute noch gebührenfrei.



Es gab auch Briefe mit dem Hinweis "Suchdienst gebührenfrei". Hier beide Fälle. Beim zweiten Brief an meinen Vater ging es vermutlich um seinen Bruder, der im Krieg vermisst wurde. Wann welcher Vermerk benutzt wurde kann ich auch nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 06.06.2021 12:04:37 Gelesen: 37567# 174 @  
@ saintex [#172]

Hallo Wolfgang,

dankeschön!

Viele Grüße
Volkmar
 
Silesia-Archiv Am: 07.06.2021 08:14:40 Gelesen: 37531# 175 @  
@ volkimal [#173]

Guten Morgen Volkmar,

danke für die Ausführungen. Vor allen Dingen war mir Punkt 2) nicht bekannt.

Gute Woche, Grüße
Michael
 
bedaposablu Am: 08.06.2021 19:03:38 Gelesen: 37481# 176 @  
Hallo alle miteinander,

habe heute meine Mappe mit den Unterlagen sprich Briefen meines Großvaters mütterlicherseits von 1944 gefunden.

Mein Großvater diente zu dieser Zeit in der Wehrmacht. Sein letzter Feldbrief stammt vom 18.06.1944.

Laut Kenntnisstand und der Mitteilung des Volkswohlbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V., die ich 2005 angefragt hatte, war der letzte Standort Rumänien.

Gibt es Listen, wo man anhand der Feldnummer oder Einheit dies auch überprüfen kann?

Nun habe ich einigen Schriftverkehr bzw. Briefe meiner Oma an den Suchdienst in München und Berlin, sowie von mir an die Stellen in Berlin.

Eine Überprüfung der Stempel dieser Briefe in der Datenbank ergab, daß nur 2 davon verzeichnet sind, weshalb ich diese Briefe sukzessiv vorstellen möchte.

Heute ein Brief an meine Großmutter von der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenden der ehemaligen deutschen Wehrmacht:





(1) BERLIN - WITTENAU / k



WITTENBERGE (PRIGN) 1 / a

Diesen Stempel habe ich in der Datenbank gefunden, aber wie kommt man vom schwarzen Quadrat auf UB "a" ?

Für heute erst einmal viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
bedaposablu Am: 09.06.2021 18:02:14 Gelesen: 37450# 177 @  
Faltbrief des Roten Kreuzes in Deutschland Suchdienst München vom 25.03.1950:





Bandstempel mit 2 Stempelköpfen: (13b) München BPA 1 / aa vom 25.03.1950 (in der Datenbank mit späterem Datum)

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 

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