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Thema: (?) (313) Rumänien: Belege nach 1945
Das Thema hat 317 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 26.01.2017 23:13:24 Gelesen: 93168# 43 @  
@ Michael Mallien [#41]
@ 10 Parale [#40]

Liebe Kollegen,

gestern zeigte ich euch einen Ausland-Brief der 4. Tarifstufe aus der Rumämischen Inflation 1945/47, heute dopple ich nach und zeige einen ähnlichen Brief:



Dieser Brief wurde am 17.2.1947 auf die Reise geschickt und ist frankiert mit 7'200 Bani. Das Porto setzt sich zusammen aus:

3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946)
4200 Lei für Einschreiben (ab 1.12.1946), vgl. Tabelul Nr. 26 Ing. Calin Marinescu, (1993)

Dazu wäre wohl wieder zu erwarten:

20 Lei für Zuschlag Luftpost für die Schweiz (seit 15.4.1943) (vgl. Tabelul Nr. 33), doch fehlen diese 20 Lei auch auf diesem Brief. Ich nehme an, die Post verzichtete wegen Geringfügigkeit auf die Erhebung dieses Zuschlages. Erst ab 1. März 1947 gab es wieder einen "vernünftigen" Zuschlag für die Schweiz: 2'200 Lei (vgl. Tabelul Nr. 34).

Ich habe meine Überlegungen dazu bereits in Beitrag 42 dargelegt und wiederhole nun nicht alles. Ich denke, die Post tolerierte wissentlich, dass der Tarif für einen Auslandbrief damit gleich war wie für einen Inlandbrief (dies nun gezeigt an einem R-Brief = eingeschriebener Brief).

Gute Nacht
Heinz
 
10Parale Am: 27.01.2017 11:47:53 Gelesen: 93147# 44 @  
@ Michael Mallien [#41]

Ein Werk zur Darlegung der Posttarife ab 2008 bis anno dato habe ich leider auch nicht. Aber auch danach lässt sich im world wide web bestimmt suchen und etwas finden. Die einzige Quelle, - da stimme ich Heinz 7 zu, dürfte im Moment wenigstens die rumänische Post sein.

Dein Brief nach Japan zeigt sehr schön die Michel Nr. 6231 (Auflage: 170.040 Stück) mit der Marke in der Marke, die berühmte Michel Nr. 5 Zeitungsmarke, von denen es zwei Typen gibt und von der an anderer Stelle hier schon die Rede war (Thread: Rumänien für Sammler).

@ Heinz 7 [#42]:

Bei dem vorliegenden Brief sehe ich einen Abschlag von BRASOV (Cursa I) vom 24. I.947.

Ein weiterer Privatstempel verrät wohl die Ankunft bei der Bank in Zürich 4.II.1947.

Aus diesem Grunde bezweifle ich (wie auch in [#43] ähnlich gelagert), dass der Brief mittels Luftpost befördert wurde (eher mit der Eisenbahn). Insofern erübrigt sich bei diesen wunderschönen Belegen die Erhebung eines Luftpostzuschlages für die Schweiz. Aber dies ist nur meine Vermutung und ich kann mich da auch kräftig irren.

Ich zeige im folgenden noch einen eingeschriebenen Brief aus dem Jahr 2014, der mit 8,10 Lei im Vergleich zu meinem in Nr. 40 vorgestellten Einschreiben mehr als 50 % günstiger war, obwohl nur ein Abstand von 3 Jahren dazwischen liegt. Ich denke nach einer Phase relativer Währungsstabilität ist in Rumänien im Moment wieder eine schleichende Inflation im Gange, die sich auch hier philatelistisch dokumentieren lässt.

Im Deutschlandfunk habe ich gehört, dass Rumänien im Jahr 2016 das höchste Bruttoinlandsprodukt aller europäischen Länder im Jahr 2016 zu verzeichnen hatte. Eine Inflation bedeutet ja stets eine Geldentwertung. Dieser Zusammenhang kann ich leider nicht erklären.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.01.2017 19:15:21 Gelesen: 93123# 45 @  
@ 10Parale [#44]

Lieber 10 Parale,

ich danke für deinen interessanten Beitrag.

Es ist durchaus möglich, ja vielleicht sogar wahrscheinlich, dass Rumänien gegen Ende des 2. Weltkrieges keine Luftpost-Beförderung mehr anbieten konnte. Vielleicht liegt hier die Erklärung für das Wegfallen dieser Tarife.

Wenn ich Tabelle 31 bei Marinescu betrachte, scheint es so, dass ab September 1922 Rumänien ihre Auslandpost via Luftpost bedienen konnte, wenigstens in gewisse Länder. Tabelle 32 zeigt uns dann die Tarifentwicklung 1.3.1934 - 17.4.1939 und Tabelle 33 von Januar 1940 - 15.4.1943. Tabelle 34 zeigt dann gänzlich neue Tarife ab 1.3.1947.

Es ist nun durchaus denkbar, dass irgendwann nach dem 15. April 1943 der Luftpost-Dienst unterbrochen werden musste und erst ab 1.3.1947 wieder aufgenommen werden konnte. Dies wäre für die Kriegs- und Nachkriegszeit sogar plausibel. Wenn nun der Luftpostdienst aufgegeben werden musste, fiel natürlich auch der frühere Zuschlag dafür weg. Vielleicht verzichtete die Post darauf, für Auslandbriefe eine Zusatzgebühr zu erheben, denn offenbar galt um die Zeit 1945-1947 (März), dass die Inlandbriefe gleich viel kosteten, wie die Auslandbriefe.

Sehen wir uns die bisher gezeigten Belege auch auf der Rückseite an.

1: R-Brief Bukarest - Fribourg (Beitrag [#38]): Abgang 26.1.46, Ankunftsstempel Fribourg 15.2.1946

2: Brief Brasov - Zürich (Beitrag [#42]): Abgang 24.1.47, leider kein Ankunftsstempel. Der aufgedruckte Vermerk "4.2.1947" wird wohl ein bankinterner Vermerk gewesen sein, gut möglich, dass es ein (privater) Eingangsstempel war

3: R-Brief Brasov - Zürich (Beitrag [#43]): Abgang 24.2.47, leider kein Ankunftsstempel. Der aufgedruckte Vermerk "5.3.1947" = privater Eingangsstempel?

Ich denke auch, dass keiner dieser drei Briefe per Luftpost unterwegs war.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.01.2017 19:59:00 Gelesen: 93119# 46 @  
@ 10Parale [#44]

Liebe Kollegen,

ich bin nun sehr froh, einen meines Erachtens sehr interessanten Beleg zeigen zu können!

Wie ausgeführt (Beitrag [#45]) halte ich es für denkbar, dass mindestens für die Dauer 1.5.1945 - 28.2.1947 keine Luftpost Zustellung für Ausland-Briefe angeboten werden konnte. Am 1.3.1947 änderte dies aber wieder; Calin Marinescu listet auf Tabelle 34 die neuen Tarife auf.



Dieser Brief von Bukarest nach Zürich wurde gleich mit drei verschiedenen Stempeln aus Bukarest auf die Reise geschickt! Alle zeigen eindeutig das Datum 1.3.1947. Dies bedeutet, dass dies ein Ersttagbrief für Luftpost ist. Dass der Brief per Luftpost transportiert werden sollte, ist klar erkennbar (Absendervermerk und Postkleber "PRIN AVION).

Und was können wir zum Tarif sagen? Er passt perfekt!
3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946)
2200 Lei für suprataxele aeriene externe (ab 1.3.1947)
= total 5200 Lei.

Ich habe die Bedeutung dieses Briefes erst heute erkannt und freue mich entsprechend darüber.

Heinz
 
Baber Am: 28.01.2017 09:02:51 Gelesen: 93103# 47 @  
@ Michael Mallien [#27]

Hallo Michael,

Mustela erminea ist der lateinische Name für Hermelin.

Gruß
Bernd
 
Heinz 7 Am: 28.01.2017 11:29:23 Gelesen: 93088# 48 @  
@ Michael Mallien [#33]

"Ich konzentriere mich auf Belege ab 1989 und dabei im Speziellen auf Portostufen aus der Inflationszeit". Da mache ich gerne mit, bin aber 44 Jahre früher dabei, bei der Inflation Rumänien 1945-1947.

Die vierte Portostufe konnte ich bereits zeigen, nun habe ich dazu noch eine Ergänzung. Ich habe das seltsame Porto von 13'500 Lei angetroffen, und dachte natürlich bereits an die 5. Portostufe. Doch das passt nicht, weder vom Zeitraum, noch vom Portobetrag.



Leider ist der Aufgabetag aus den schwachen zwei Abgangsstempeln nicht ersichtlich, doch dieser Brief hat einen Ankunftsstempel rückseitig "ZÜRICH 25.I.47". Der Bank-interne Datumsvermerk (vgl. Beitrag 42+43) wurde zwei Tage später angebracht: "27.I.47".

Wieso trägt dieser Beleg nun Briefmarken im Wert von 13'500 Lei? Calin Marinescu gibt Auskunft!(Tabelle 26, Seite 44):

3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946)
kein Zuschlag für Ausland-Briefe (vgl. Beitrag 45)
4200 Lei für Taxa de recomandare (ab 1.12.1946)
6300 Lei für Taxa expres (ab 1.12.1946)
= Summe 13500 Lei.

Das stimmt exakt! Wir sehen, der Brief wurde "Recomandée Express" aufgegeben, und der rückseitige "Zürich" Stempel ist auch ein Spezialstempel "EILZUSTELLUNG".



Somit kann ich vermutlich eine (sehr?) seltene Verwendung belegen, was natürlich Freude macht.

Ich wünsche allen ein schöne Wochenende!
Heinz
 
Michael Mallien Am: 28.01.2017 12:08:55 Gelesen: 93082# 49 @  
Heinz, es sind sehr spannende Belege, die Du zeigst. Herzlichen Glückwunsch dazu und danke fürs zeigen.

Insgesamt freue ich mich über die rege Diskussion zum Thema Rumänien und dass ich jetzt auch einiges beitragen kann.

Ich habe meinen 3. Beleg aus [#27] nochmal genau angesehen. Nun unter Zuhilfenahme des Werkes von Marinescu. Tatsächlich habe ich die Antwort gefunden auf meine Frage nach dem kleinen Kastenstempel A.R. auf dem Beleg und darauf, wie sich die 6.200 Lei für den Beleg zusammensetzen (Band 1, Tabelle Nr. 71, Seiten 144, 145).

Die Portoperiode ging nur über 2 Monate, nämlich vom 1.8. bis 30.9.2000!

Scrisore pana la 20g (Brief-Inland): 1.700 Lei
Taxa de recomandare (Einschreiben): 2.200 Lei
Taxa adeverire de Primire (Rückschein): 2.300 Lei

Macht zusammen genau 6.200 Lei. Das A.R. kennzeichnet die Zusatzleistung "Rückschein".

Hier ist noch einmal der Beleg:


 
Michael Mallien Am: 28.01.2017 12:30:01 Gelesen: 93079# 50 @  
Gestern habe ich eine Korrespondenz herein bekommen aus Zarnesti, einer Kleinstadt im ehemaligen Siebenbürgen, nach Wismar aus den Jahren 1991 - 2009. Zwar sind die Belege häufig in keinem sehr guten Zustand, aber hinsichtlich der Dokumentation von Portostufen aus dieser Zeit sind sie ein Schatz. :)

Interessanterweise fallen die ersten Belege genau in die erste Portoperiode, zu der es einige Änderungen bei der rumänischen Post gegeben hat, nämlich ab dem 1.10.1991.

Hier ist mein erster Beleg vom 14.11.1991 mit Frankatur auf beiden Seiten des Briefes:



Die Freimachung summiert sich auf 49 Lei (8x MiNr. 3915 zu 50 Bani + 10x MiNr. 4654 zu 4,50 Lei).

Scrisori simple 20g: 45 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 4 Lei

Den Luftpostzuschlag habe ich der Tabelle 286 (Bd. 2, Marinescu) in Kombination mit Tabelle 289 entnommen.

Hier noch ein zweiter Beleg aus derselben Portoperiode, ebenfalls portorichtig mit 49 Lei frei gemacht. Der Stempel PAR AVION dokumentiert sozusagen den Luftpostzuschlag.


 
Heinz 7 Am: 28.01.2017 18:19:39 Gelesen: 93059# 51 @  
@ Michael Mallien [#50]

Lieber Michael,

vielen Dank für Deine Reaktion. Du hast interessante Belege; ich hoffe, Du kriegst so möglichst viele der Portostufen zusammen! Wie viele sind es denn? Welchen Zeitraum umfasst "Deine" Inflation?

Ich habe bereits einmal eine Dokumentation über eine (andere) Inflation zusammentragen können; fast zufällig. Es fiel mir auf, dass sich die Werte stark erhöhten, das hat mein Interesse geweckt und so versuchte ich, die Zeit der Inflation in Jugoslawien (Slowenien) der Zeit 1976-1995 zu dokumentieren. In dieser Zeit gab es 39 verschiedene Portostufen, wie ich ermittelte, wovon 15 allein in den Jahren 1988/1989. Das war hochspannend. Ganz alle Wertstufen konnte ich zwar nicht dokumentieren, aber doch die meisten!

So kann auch mit kleinem Geldbeutel "Philatelie vom Feinsten" betrieben werden! Ich bin nun gespannt auf Deine weiteren Beiträge.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 29.01.2017 12:59:15 Gelesen: 93040# 52 @  
@ Heinz 7 [#51]

Welchen Zeitraum umfasst "Deine" Inflation?

Lieber Heinz,

das hast Du nett ausgedrückt. Aber schauen wir mal auf die Tabellen im Marinescu. Ich nehme beispielhaft die Entwicklung des Porto für einfache Inlandsbriefe bis 20g (Tarife sie taxe interne - Scrisori "loco"). In der Liste unten habe ich mehr Portoperioden aufgeführt, als Änderungen des Beispielportos, welches sich eben nicht mit jeder Portoperiode änderte.

Die Quelle für alle Daten ist Band 1 des Werkes von Calin Merinescu aus dem Jahr 2008, Seite 139ff.

Von 1982 bis Anfang 1991 gibt es keine Änderungen, also kann man den Beginn der Inflation gut auf die erste Änderung im Jahr 1991 setzen.

01.04.1991 - 09.10.1991 3,50 Lei (6 Monate, 9 Tage)
10.10.1991 - 09.03.1992 5 Lei (5 Monate)
10.03.1992 - 30.11.1992 6 Lei (8 Monate, 20 Tage)
01.12.1992 - 03.06.1993 10 Lei (ca. 6 Monate)
04.06.1993 - 01.07.1993 15 Lei (ca. 1 Monat)
02.07.1993 - 30.10.1993 17 Lei (ca. 4 Monate)
01.11.1993 - 31.03.1994 25 Lei (5 Monate)
01.04.1994 - 30.06.1995 30 Lei (15 Monate)
01.07.1995 - 17.03.1996 50 Lei (8 Monate, 17 Tage)
18.03.1996 - 02.03.1997 70 Lei (11 Monate, 15 Tage)
03.03.1997 - 01.07.1997 200 Lei (ca. 4 Monate)
02.07.1997 - 15.09.1997 250 Lei (2 Monate, 13 Tage)
16.09.1997 - 01.02.1998 300 Lei (4 Monate, 15 Tage)
02.02.1998 - 17.05.1998 700 Lei (3 Monate, 15 Tage)
18.05.1998 - 21.10.1998 800 Lei (ca. 5 Monate)
22.10.1998 - 03.01.1999 850 Lei (2 Monate, 10 Tage)
04.01.1999 - 14.03.1999 1.100 Lei (2 Monate, 10 Tage)
15.03.1999 - 20.06.1999 1.100 Lei (3 Moante, 5 Tage)
21.06.1999 - 25.07.1999 1.300 Lei (1 Monat, 4 Tage)
26.07.1999 - 03.10.1999 1.300 Lei (2 Monate, 8 Tage)
04.10.1999 - 02.01.2000 1.500 Lei (ca. 3 Monate)
03.01.2000 - 27.02.2000 1.500 Lei (ca. 2 Monate)
28.02.2000 - 30.04.2000 1.700 Lei (ca. 2 Monate)
01.05.2000 - 31.07.2000 1.700 Lei (3 Monate)
01.08.2000 - 30.09.2000 1.700 Lei (2 Monate)
01.10.2000 - 03.12.2000 2.000 Lei (ca. 2 Monate)
04.12.2000 - 07.01.2001 2.000 Lei (ca. 1 Monat)
08.01.2001 - 14.05.2001 2.200 Lei (4 Monate, 6 Tage)
15.05.2001 - 19.08.2001 2.200 Lei (3 Monate, 4 Tage)
20.08.2001 - 14.10.2001 2.500 Lei (1 Monat, 24 Tage)
15.10.2001 - 14.03.2002 2.500 Lei (5 Monate)
15.03.2002 - 02.06.2002 2.500 Lei (2 Monate, 17 Tage)
03.06.2002 - 30.09.2002 3.000 Lei (ca. 4 Monate)
01.10.2002 - 14.10.2003 3.000 Lei (12 Monate, 14 Tage)
15.10.2003 - 02.11.2003 3.000 Lei (18 Tage)
03.11.2003 - 31.07.2004 4.000 Lei (ca. 9 Monate)
01.08.2004 - 17.04.2005 5.000 Lei (8 Monate, 17 Tage)
18.04.2005 - 30.06.2005 5.000 Lei (2 Monate, 12 Tage)
++++++++++++ 10.000 alte Lei --> 1 neuer Leu
01.07.2005 - 14.02.2007 0,50 Lei
15.02.2007 - 31.07.2007 0,50 Lei
01.08.2007 - 02.01.2008 0,80 Lei
03.01.2008 - .......... 1,00 Lei
 


Das Bild ist nicht so einheitlich und dramatisch, wie in anderen (Hoch-)inflationen mit den teils exponentiellen Steigerungen und extrem kurzen Portoperioden, aber dennoch interessant zu dokumentieren. Ich beginne einfach mit dem Jahr der Revolution 1989 und führe die Sammlung bis heute fort. Das ist der Plan :)

Und den großen Geldbeutel braucht man zu Beginn ganz sicher nicht. Den Posten mit der Korrespondenz von 1991 - 2009 habe ich für 8,- Euro erhalten und er umfasst 50 Belege. Ich bin in Erwartung von zwei weiteren Posten mit Korrepondenz von Rumänien nach Moldavien bzw. von Rumänien nach Bulgarien, auf die ich mich auch schon freue.

Damit es hier nicht so ganz ohne Bilder bleibt, zwei Briefe aus dem Jahr 1992. Beide leider nicht ganz portorichtig

Brief vom 18.11.1992 zu 60 Lei mit 3x MiNr. 4712



Scrisori simple 20g: 55 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 4 Lei

... macht zusammen 59 Lei. Also ist der Brief mit 1 Leu überfrankiert


Weihnachtsganzsache, verwendet als Brief zu 94,5 Lei vom 21.12.1992



Ich vermute:
Scrisori simple 21-50g: 90 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 10 Lei

... macht zusammen 100 Lei. Damit wäre der Brief unterfrankiert. Aber eine bessere Erklärung der Portostufe habe ich nicht gefunden.
 

10Parale Am: 29.01.2017 17:45:34 Gelesen: 93026# 53 @  
@ Forum,

Das ist ja ein Eldorado an Portostufen, was Calin Marinescu´s Werk uns offenbart und M.Mallien und Heinz7 zusammen mit mir dokumentieren.

Porto- bzw. Tarifänderungen auch bei der Deutschen Post unterliegen wirtschaftlichen Zwängen bzw. dem Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage.

Eine sehr lange, relativ stabile Portoperiode erlebte Rumänien im Inlands-Postverkehr zwischen dem 28. Januar 1952 (Währungsumstellung 20 alte Lei = 1 neuer LEU) bis zum 31. März 1982. Das sind immerhin gute 30 Jahre, eine lange Zeit.

Ich möchte dies dokumentieren mit einem Brief, der in Beliu am 10. Juli 1981 aufgegeben wurde und mit 55 Bani portogerecht freigemacht ist (Michel Nr. 3163 - Baudenkmäler - Cula-Festung, Maldarasti).

Solche Briefe finden sich bestimmt heute noch in großer Zahl in rumänischen Haushalten, man sollte sie jedoch nicht unterschätzen und ad acta legen. Ich werde in Kürze einen weiteren Brief desselben Absenders an die selbe Dame vorstellen, der allerdings 4 x so teuer war.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.01.2017 19:46:19 Gelesen: 93003# 54 @  
@ Michael Mallien [#52]

Das ist ja wirklich überraschend! Diese Tabelle erinnert mich sehr stark an diejenige von Jugoslawien (und Nachfolgestaaten, u.a. Slowenien). Bei mir waren es 39 Portostufen, bei Dir sind es nun 42! wobei bei Deiner Tabelle effektiv "nur" 28 verschiedene Wertstufen plus eine Währungsreform festzustellen sind. Die Portostufen 18,20,22,24,25,27,29,31,32,34,35,38,39,40 zeigen keine Preiserhöhungen; ich verstehe also nicht, warum sie besonders genannt werden. Die Wertstufe 3000 Lei zum Beispiel galt offenbar vom 3.6.2002 - 2.11.2003, warum wird diese Periode in drei Zeiteinheiten eingeteilt (Portostufen 33,34+35)?

Es ist grandios, was Du Dir mit 8 Euro kaufen konntest! Ganz herzliche Gratulation. Nehmen wir an, Du kannst Dir damit eine nette Sammlung Inflation 1991-2008 zusammenstellen, dann hast Du etwas WERTVOLLES zusammentragen können fast ganz ohne Geldaufwand. Das ist natürlich viele Briefmarken-Gebiete und -Zeitetappen nicht machbar, aber der findige Philatelist kann sich immer ein Gebiet aussuchen, dass ihm gefällt und das zu ihm passt (auch finanziell).

Du erlaubst mir sicher, nochmals zu "meiner" Rumänien-Inflation von 1945-47 zurückzukehren, die ja nur 6 Portostufen umfasste. Ich habe Euch schon ein paar schöne Belege zur 3. und 4. Stufe zeigen können; gerne würde ich dies nun auch zur 5. Stufe tun.

Rekapitulation:

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000 (immer für: scrisori simple)

Die 5. Stufe dauerte vom 1.4. bis zum 1.7.1947 und war damit die zweitkürzeste. Ich HABE nun zum Glück 4 Belege aus dieser Zeit, aber es gibt da ein Problemchen...



Sehen wir uns die Belege an: 3 davon haben eine Frankatur von 52.000 Lei. Zwei davon habe ich abgebildet. Zum Porto erwarten wir

15.000 Lei für scrisori simple (ab 1.4.1947)
21.000 Lei für Taxa de recomandare (ab 1.4.1947)
2.200 Lei für suprataxele postale aeriene externe (ab 1.3.1947)
= Summe 38.200 Lei.

Wir sehen, die Portostufe lässt sich mit Marinescu offenbar nicht erklären.

Vielleicht gab es eine weitere Portoerhöhung, z.B. ab 1.5.1947: Erhöhung der Flugpost-Taxe auf 16.000 Lei?

Im Moment kann ich diese Porti (52.000 Lei statt 38.200 Lei?) nicht erklären. Da dieses Porto aber bei mir dreimal dokumentiert ist, denke ich, diese Stufe 52.000 sei kein Versehen/Fehler des Absenders.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 29.01.2017 20:06:06 Gelesen: 93000# 55 @  
@ Heinz 7 [#54]

Vielleicht gab es eine weitere Portoerhöhung, z.B. ab 1.5.1947: Erhöhung der Flugpost-Taxe auf 16.000 Lei?

Genau, die gab es! Und zwar am 1.4.1947. Siehe Band 2, Tabelle nr.274 auf Seite 146.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 29.01.2017 20:24:54 Gelesen: 92997# 56 @  
@ Heinz 7 [#54]

Die Portostufen 18,20,22,24,25,27,29,31,32,34,35,38,39,40 zeigen keine Preiserhöhungen; ich verstehe also nicht, warum sie besonders genannt werden. Die Wertstufe 3000 Lei zum Beispiel galt offenbar vom 3.6.2002 - 2.11.2003, warum wird diese Periode in drei Zeiteinheiten eingeteilt (Portostufen 33,34+35)?

Lieber Heinz,

es gab Portoperioden, die einzeln im Marinescu aufgeführt sind, in denen sich die Versendungsart Scrisori "loco" nicht verändert hat, wie Du richtig erkannt hast. Allerdings haben sich andere Versendungsarten im Inlandsverkehr oder Zusatzleistungen preislich verändert. Deshalb habe ich die Portoperioden mit aufgeführt.

Die Portoperioden müssten dann mit anderen Versendungsarten bzw. Zusatzleistungen dokumentiert werden.

Offen ist noch, ob es nicht noch weitere Portoperioden gibt, in denen sich Versendungsarten im Auslandsverkehr verändert haben. Dann gäbe es noch ein feiner granulareres Bild.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 29.01.2017 21:08:30 Gelesen: 92991# 57 @  
@ Michael Mallien [#55]

Oho! Hoch interessant! Das wusste ich nicht, dass Marinescu seine (alten) Tabellen "erweitert" (ergänzt) hat.

Ich habe nur sein Büchlein von 1993 (84 Seiten). Daneben habe ich 6 andere Bücher von ihm, aber das zweibändige Porto-Werk von 2008 habe ich nicht.

Ich werde das wohl nachholen. Vielen Dank jedenfalls für Deine Meldung.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 30.01.2017 13:04:01 Gelesen: 92964# 58 @  
@ Mihael Mallien [#52]

Die 90 Lei für einen Auslandsbrief entsprechen dem damaligen Tarif. Auf dem Umschlag ist kein Bezug auf eine Luftpostsendung zu finden, daher auch ein einfacher Brief. Es wurde bloß an Stelle eines anderen Couverts, ein älterer Ganzsachenumschlag benützt. Das kam dort öfter vor.

Nor 42
 
Heinz 7 Am: 30.01.2017 20:33:26 Gelesen: 92944# 59 @  
@ Michael Mallien [#56]

Ich habe mir gedacht, dass die Preisveränderungen bei anderen Versendungsarten (als "Scrisori loco" ) der Grund sind, dass es so viele Portostufen gibt. Ich bin nun gespannt darauf, was Du zeigen kannst.

Ich gehe zurück zur Inflation 1945-1947. Ich kann Euch eine Frankatur für "scrisori simple" der 6. Stufe zeigen (ab 1.7.1947). Der Tarif nach meinem Büchlein/Tabelle 26 ist 45.000 Lei.



Der Beleg ist Bedarf und leider nicht ganz fehlerfrei, aber immerhin ist es eine gute Dokumentation für diese Portostufe, meines Wissens die 6. dieser Inflation.

Michael, Du hast mir mitgeteilt, dass die Tabelle 34 bei "Marinescu 1993" nicht vollständig ist. Kannst Du nun bitte Tabelle 26 überprüfen? (für "Scrisori simple 20 g"). Ist diese Tabelle in "Marinescu 2008" dieselbe?

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000
1.7.1947: Lei 45.000
15.8.1947: 15 Neue Lei

Vielen Dank für's Nachsehen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.01.2017 21:02:40 Gelesen: 92940# 60 @  
@ Michael Mallien [#55]

Michael, vielleicht kannst Du nochmals helfen? Oder 10 Parale? Oder Nor 42?

Ich habe da einen Brief, frankiert mit 2400 Lei:



Das würde passen für 3. Stufe, Brief über 20 Gramm: 1500 + 900 = 2400 Lei. Aber etwas stimmt nicht.

Die 3. Stufe galt erst ab 1.6.1946, mein Brief hat aber das Datum 3. April 1946 (?-etwas unleserlich), rückseitig mit Ankunftsstempel Zürich 8.5.1946, und da galt doch noch die 2. Portostufe. Ich erwarte also ein Porto von 850 Lei. Warum sind es nun aber 2400?

Wer weiss Bescheid?

Heinz
 
Michael Mallien Am: 30.01.2017 22:15:22 Gelesen: 92932# 61 @  
@ Heinz 7 [#59]

Lieber Heinz,

gerne schaue ich nach. Ich finde in den Tabellen 243 und 244 auf den Seiten 114 und 115 die von Dir aufgeführten Portostufen und zusätzlich für Scrisori simple 20g:

1.3.1946 1.000 Lei

Das erklärt auch das Problem mit [#60]!
Taxa de recomandare war am 1.3.1946 1.400 Lei und damit passt es :)

Für suprataxele postale aeriene externe in die Schweiz (Elvetia) folgt am 1.7.1947 noch 48.000 Lei. Ich weiß gerade nicht, ob die Portostufe schon hattest.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 31.01.2017 12:39:02 Gelesen: 92910# 62 @  
@ Michael Mallien [#61]

Lieber Michael,

das macht richtig Spass, diese Entdeckungsreise! Dass wir also nicht 7 Stufen der Inflation Rumänien 1945-47 haben, sondern (mindestens) acht, das ist eine neue Erkenntnis für mich.

Ich rekapituliere: (Tarife für "Scrisori simple 20 g").

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.3.1946: Lei 1.000
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000
1.7.1947: Lei 45.000
15.8.1947: 15 Neue Lei.

Ist es hiermit komplett (nach Marinescu 2008)?

Die Extrataxe für Flugpost Schweiz ab 1.7.47 ist bereits bei Marinescu 1993 erwähnt und ich habe sie in meiner Sammlung und ich kann sie noch zeigen. Vielleicht schon heute Abend.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
StefanM Am: 31.01.2017 13:42:15 Gelesen: 92893# 63 @  
@ 10Parale [#11]

Büchersendung freigemacht mit 31 Briefmarken im Gesamtwert von 72,50 RON (Lei)

Ich habe heute mal auf der Webseite der Posta Romana gestöbert und finde folgenden Tarif für "International Printed Papers"



Das könnte doch passen für 72,50 Lei.

Gruß
stefan
 
Heinz 7 Am: 31.01.2017 20:06:21 Gelesen: 92864# 64 @  
@ Michael Mallien [#61]

Lieber Michael,

ich bin froh, dass ich von der 7. Portostufe folgende Frankaturstufe zeigen kann: 93.000 Lei. Dies ist eine Kombination von:

45.000 Lei für scrisori simple (ab 1.7.1947)
48.000 Lei für suprataxele postale aeriene externe (ab 1.7.1947)



Der Luftpost-Umschlag wurde am 9.8.1947 frankiert und einen Tag später befördert. Ein Ankunftsstempel wurde nicht angebracht, von der Post, aber bankintern wurde ein Stempel angebracht 18.VIII 47.

Am 15. August 1947 kam es in Rumänien zu einer Währungsreform, als 20'000 Lei ersetzt wurden durch 1 "Neuen Lei". Damit war die Hyper-Inflation gebrochen.

Solche Briefe werden vermutlich nicht sehr häufig vorkommen, da dieses Porto nur 46 Tage lang gültig war.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 31.01.2017 20:16:20 Gelesen: 92861# 65 @  
@ Heinz 7 [#62]

Lieber Heinz,

die Anzahl der Portoperioden und die Portohöhen stimmen überein mit den Angaben im Marinescu von 2008. Lediglich ein Datum weicht ab. Anstelle des 15.8.1947 wird der 21.8.1947 genannt mit der Anmerkung, dass es auch der 22.8.1947 sein könnte (wenn ich den Anmerkungstext richtig interpretiere:

S-au pus in aplicare pe data de 21 sau 22 august 1947

Generell möchte ich noch anmerken, dass sich ganz offensichtlich sehr viel getan hat zwischen den Werken aus 1993 und 2008. Du schreibst weiter oben

Ich habe nur sein Büchlein von 1993 (84 Seiten)

Das neue Werk umfasst 320 Seiten (Band 1) und 386 Seiten (Band 2). In der Summe also über 700 Seiten!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 31.01.2017 20:18:52 Gelesen: 92860# 66 @  
@ Heinz 7 [#64]

Oh ja, das ist wirklich ein sehr schöner Beleg. Danke fürs Zeigen. :)

Mal sehen, ob ich gleich noch etwas schönes zum Zeigen habe. Ich werde mir mal das Jahr 1993 aus der weiter oben beschriebenen Korrespondenz herausgreifen, die ja von 1993 bis 2009 geht.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 31.01.2017 20:54:02 Gelesen: 92853# 67 @  
@ StefanM [#63]

Vielen Dank für Dein Interesse und Deine Mithilfe. Der Link ist https://www.posta-romana.ro.

Addiert man die Einschreibegebühr (für alle Gewichtsstufen einheitlich) von 12 Lei hinzu, ist der "Sonnenblumenbrief" mit 72 Lei Gesamtfrankatur mit 50 Bani leicht unterfrankiert.

In [#53] habe ich einen gewöhnlichen Brief bis 20 Gramm mit Inlandsporto von 55 Bani gezeigt. (Ortsbriefe kosteten sogar nur 35 Bani).

Ein gutes Jahr später, am 07.07.1982 schrieb der selbe Verfasser wieder einen Brief bis 20 gramm an die selbe Empfängerin. Aufgrund einer Portoerhöhung zum 1. April 1982 kostete dieser nun satte 2 Lei. (siehe Tabelle Nr. 66 Calin Marinescu Vol. I).

Der Brief wurde somit vorderseitig mit 3 Freimarken zu 55 Bani (Baudenkmäler) und rückseitig mit einer weiteren Freimarke zu 55 Bani freigemacht. Mangels anderer Marken war er somit mit 20 Bani überfrankiert.

Beim Öffnen der Rückseite (die Briefmarke diente hier wohl noch als Klebeverschluss mangels Klebstoff) wurde diese Marke zerstört. Rückseitiger Ankunftsstempel von Sibiu vom 08.07.1982.

Am Rande: ich habe mal gehört, dass die berühmten brasilianischen Ochsenaugen rückseitig frankiert werden mussten. Beim Öffnen des Briefes wurden sie dadurch meistens zerstört und haben dennoch ihren hohen Sammlerwert erhalten.

Liebe Grüße

10Parale

  
 

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