Thema: Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 150 Beiträge:
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roteratte48 Am: 20.06.2008 18:46:05 Gelesen: 154835# 26 @  
Hallo Peter,

der Text rechts oben: Correspondences des prisonniers de guerre.

Du siehst die Rückseite der Karte - die (ehemals) anhängende Antwortkarte diente zur Bestätigung des Geldempfangs. Hübsch finde ich den eingerahmten roten Text, einen Kriegsgefangenen aufzufordern, eine "etwaige Adressänderung" sofort mitzuteilen.

Wissen würde ich gerne den ungefähren Text des Zensurstempels - ich kann einen besseren Abschlag zur Verfügung stellen. Auf insgesamt vier mir vorliegenden Karten der selben Korrespondenz gibt es zwei unterschiedliche Zensurstempel.

Gruss an alle,
Rolf
 
duphil Am: 20.06.2008 19:03:15 Gelesen: 154831# 27 @  
@ roteratte48

Hallo Rolf!

Den Text und die Abbildung der Zensurstempel kannst Du hier gerne reinsetzen. Wir haben zumindest ein Mitglied, welches russisch lesen und übersetzen kann.

Zum "hübschen eingerahmten roten Text":

Deutsche Kriegsgefangene in Rußland mussten im Regelfall schwerste körperliche Arbeit im ganzen Zarenreich leisten und wurden einfach nach Bedarf eingesetzt und verlegt, vorzugsweise nach Sibirien und an die Grenze zu China. Das heißt, möglichst weit weg von der Grenze zum Westen. Dadurch wussten die Angehörigen in Deutschland nicht immer über das Schicksal und den aktuellen Aufenthaltsort der Kriegsgefangenen Bescheid, also ob er nur verlegt wurde oder vielleicht doch schon verstorben war.

Weiterhin konnte ohne aktuelle Adresse weder Geld (siehe deinen Beleg); Bekleidung, Nahrungsmittel oder Liebesgaben, sprich Tabak, Zigarren u.ä. an den Kriegsgefangenen gesandt werden.

Mit freundlichen Gruß
Peter

PS. Ich glaube, ich habe mich etwas im Ton vergriffen und zu hart geantwortet. Das war und ist nicht persönlich gemeint. Da waren die tippenden Finger wegen der Formulierung "hübschen" schneller als die Vernunft und Ruhe. Noch einmal: Sorry!
 
Jürgen Witkowski Am: 20.06.2008 20:29:35 Gelesen: 154803# 28 @  
Kriegsgefangenensendung 1. Weltkrieg

Eine Postkarte an einen britischen Soldaten in ein Kriegsgefangenenlager in Darmstadt aus dem Jahr 1914. Die Karte kam aus dem schottischen Ort Knockando, der bei Kennern einen guten Ruf für den gleichnamigen Single Malt Whiskey geniesst.

Sie ist frankiert mit einer Marke zu 1 Penny, GB MiNr. 128. Der Poststempel Kockando R.S.O. Morayshire 5.30 PM 14 DE 14 04 weist eine Besonderheit auf. Er ist von einem R.S.O., das bedeutet Railway Sub Office. Die R.S.O.'s sind eine britsche Besonderheit. Es waren kleine Stadt- oder Landpostämter, die die ankommende Post hauptsächlich direkt an die Travelling Post Offices (Bahnpostämter) weiterleiteten und weniger an die Haupt- oder Bezirkspostämter.

Der englischsprachige Rundstempel links weist die Sendung eigentlich als gebührenbefreite Kriegsgefangenensendung aus: Post Free *Prisoner of War* P.C. Die Bedeutung der Abkürzung P.C. ist mir nicht ganz klar. Es könnte Prisoner Camp, zu deutsch Gefangenenlager, bedeuten.

Der Stempel "Kriegsgefangenensendung" auf der rechten Seite ist ja eindeutig.

Zum Kriegsgefangenenlager in Darmstadt wäre noch zu sagen, dass es schon unmittelbar nach Kriegsbeginn im August 1914 eröffnet wurde. Die ersten nach dorthin transportierten Kriegsgefangenen sollen 280 Franzosen gewesen sein. Das Lager war bis zu Kriegsende im November 1918 in Betrieb und hatte in Spitzenzeiten bis zu 15.000 Insassen.

Nach soviel geschichtlichem Hintergrund nun zu den philatelistischen Fragen. Wer hat eine Erklärung dafür, was die Abkürzung P.C. bedeutet? Warum wurde die eigentlich gebührenfrei Postkarte mit 1 Penny Auslandsporto frankiert?

Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA


 
roteratte48 Am: 21.06.2008 10:02:41 Gelesen: 154813# 29 @  
Hallo Peter,

es ist wie immer - beim Schreiben kommen Untertöne nicht mit rüber, ich hätte beim "hübschen Text" wohl Ironie-Tags setzen sollen. Gemeint war natürlich die fast schmerzhafte Ironie, einem unter Extrembedingungen lebenden Kriegsgefangenen aufzuoktruieren, eine Verlegung in ein anderes Lager (oder schlimmeres) "sofort unter Angabe der Referenznummer etc." zu melden. No hard feelings!

Dank Deines Querverweises auf das Rote Kreuz hab ich mich mit der Suche etwas leichter getan und bin vorerst auf zwei Quellen gestossen. Zum einen ein Buch der bekannten Elsa Brandström über die Bedingungen und Vorschriften in sowjetischen Lägern 1914 - 1920; zum andern eine im PDF-Format vorliegende Datei von Georg Wurzer, Ehingen - Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Philosophie an der Uni Tübingen im Jahre 2000. Titel: "Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Russland im ersten Weltkrieg". Dort heisst es u.a. auf Seite 154:

"Die Geldüberweisungen an die Gefangenen erfolgten über verschiedene Kanäle, beispielsweise über die Deutsche Bank und Schweden. Der offizielle Wechselkurs betrug 2,50 Kronen für einen Rubel. In dem Befehl für den Turkestanischen Militärbezirk vom 15. 5. 1915 wurden die Gebiets- und Kreiskassen angewiesen, die Krone zu 15 Kopeken, die Mark zu 30 Kopeken, die Goldkrone zu 39 und die Goldmark zu 46 Kopeken zu tauschen. Die Angaben zu dem tatsächlichen Tauschkursen, die die Gefangenen beim Wechseln ihrer Gelder bekamen, differieren stark, von 38 Rubeln für 100 Kronen in Frontnähe bis zu 25 Rubeln in Turkestan. Auch die Geldsendungen gaben Anlaß zu den verschiedensten Klagen. Sehr häufig heißt es, daß die Gefangenen die Benachrichtigung über das Eintreffen von Geldern erhalten hätten, ohne sie ausbezahlt zu bekommen, oder gar daß sie auf Druck des Lagerkommandanten Quittungen über den Erhalt von Geldern hätten unterzeichnen müssen, ohne sie ausbezahlt zu bekommen.

Kunewälder beispielsweise bemängelt hingegen nicht die Zuverlässigkeit, sondern die Langsamkeit der Geldsendungen nach Irkutsk-Gorodok: „Geldsendungen erreichten fast immer den Empfänger, doch dauerte es wochenlang, bis das Geld ausgezahlt wurde,selbst auch dann, wenn man den Scheck von der Schwedischen Bank in Stockholm bereits erhalten hatte. Unter anderem wurde den Gefangenen angeblich in den Lagern in Charkov, Krasnojarsk und Omsk ihr Geld vorenthalten. In einer Liste der Beschwerden der Kriegsgefangenen beim 5. Sibirischen Schützen-Reserve-Bataillon in Verchne-Udinsk, tauchen 29 Kriegsgefangene mit Klagen auf, alle ausschließlich über den Nichterhalt der ihnen angekündigten Geldsendungen. Öfters hatten sie die Nachricht über das Eintreffen der Gelder bei der örtlichen Post erhalten, in einigen Fällen war ihnen von zuhause geschrieben worden.

Interessant sind die Erläuterungen des Bataillonskommandeurs zu den Klagen. In 15 Fällen schrieb er, beim Bataillon sei keine Benachrichtigung eingetroffen. Die Dauer der Geldsendungen läßt sich teilweise genau ermitteln. Beispielsweise trafen die 2 R. 85 K., die Paul Fischer am 9. 12. 1914 von zu Hause gesandt worden waren, nach zweieinhalb Monaten, am 23. 2., beim Bataillon ein.Bei der Auszahlung der Geldbeträge kam es wohl in der Tat zu Unregelmäßigkeiten, denn die Hauptverwaltung des Generalstabs schrieb am 25. (12.) 6. 1915 an den Stabskommandeur des Irkutsker Militärbezirks, im Augenblick habe das Zentrale Auskunftsbüro für Kriegsgefangene beim Russischen Roten Kreuz Gründe anzunehmen, daß bei den lokalen Postbehörden bedeutende Mengen an Überweisungen aufbewahrt würden, die von dem genannten Büro gesandt worden wären, aber aus irgendwelchen Gründen die Adressaten nicht erreicht hätten. Um eine unnötige Verzögerung der Überweisungen zu verhindern, bitte das Büro die lokalen Militärbehörden den entsprechenden Posteinrichtungen mitzuteilen, daß die nicht abgeholten Überweisungen sofort an das Zentrale Auskunftsbüro für Kriegsgefangene zurückgesandt werden sollen. So werde eine unerwünschte Anhäufung von Überweisungen bei den Postbehörden vermieden."

Nachfolgend noch die Scans der beiden verwendeten Zensurstempel - für jede Hilfe dankbar! Sollte dieser Beitrag einige Member hier genervt haben - ich bitte um Nachsicht. Nicht ich hatte die Karte hier eingestellt - das Team war an mich herangetreten mit der Frage, ob man das Thema hier aufgreifen könne, dem habe ich natürlich zugestimmt.

Gruss an alle, Rolf


 
Carolina Pegleg Am: 23.06.2008 23:37:17 Gelesen: 154768# 30 @  
@ Concordia CA [#28]

Na gut, da so lange keine Antwort kam, versuche ich mich dann doch mal an diesem Beleg. Vielleicht kriegen wir es ja gemeinsam raus. Also P.C. heisst mit ziemlicher Sicherheit "Postal Censorship." Du findest diese Buchstaben generell z. B. auch auf den Verschlussstreifen britischer Zensurpost.

Das 1-Penny Porto erscheint mir auch etwas seltsam. Allerdings ist dies eine Karte an einen Kriegsgefangenen, und nicht von einem Kriegsgefangenen. Während die Post des Gefangenen in der Heimat stets wie Gold aufgehoben wurde, war der Gefangene oft nicht in der Lage, die an ihn gerichteten Briefe zu verwahren. Vermutlich aus diesem Grunde, habe ich Post an KGF noch nicht oft gesehen. Daher kann ich aus dem Gefühl heraus auch nicht sicher sagen, ob Portofreiheit auch für Post an KGF bestand. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass Portofreiheit in dieser Richtung nicht galt.
 
Jürgen Witkowski Am: 23.06.2008 23:57:57 Gelesen: 154768# 31 @  
@ roteratte48 [#29]

An der Tatsache der promten Antworten kannst Du erkennen, dass Du keinesfalls nervst. Es macht doch Spass, an solchen Belegen herumzuknobeln, bis man gemeinsam schlauer geworden ist.

Da sich in der Diskussion herausgestellt hat, dass es sich um einen Beleg aus dem Bereich Kriegsgefangenenpost handelt, ordne ich die Beiträge dem passenden Thema zu.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Georgius Am: 24.06.2008 22:37:57 Gelesen: 154735# 32 @  
@ roteratte48 [#29]

Hallo Rolf,

zu den beiden Stempeln im scan kann ich Dir antworten:

1. Stempel:
Geöffnet durch Militärische Zensur der Stadt Petrograd, Militär Zensor Nr. 2637 oder 2037

2.Stempel:
Verschlossen durch Militär Zensor Nr.63 des Petrograder Militärbezirks (ПBO).

Nebenbei gesagt, macht mir das höllischen Spaß, solche Originale zu entziffern.
Wenn Du Ähnliches mehr haben solltest, helfe ich Dir gern weiter, soweit ich dazu in der Lage bin.

Mit bestem Sammlergruß
Dietrich
 
roteratte48 Am: 25.06.2008 11:03:25 Gelesen: 154720# 33 @  
@ Georgius [#32]

Hallo Dietrich - sehr herzlichen Dank für Deine Mühe! Du hast mir sehr geholfen - ich werde mich jetzt mal auf die Suche nach den Vorschriften machen. Sollte ich fündig werden, berichte ich hier!

Herzliche Grüsse - Rolf
 
Stempelwolf Am: 04.10.2008 20:38:50 Gelesen: 154368# 34 @  
Diese Karte eines französischen Soldaten wurde im Jahr 1917 aus dem Stuttgarter Kriegsgefangenenlager nach Amiens geschickt. Ohne diesen Beleg hätte ich niemals erfahren, dass in Stuttgart um diese Zeit ein Lager eingerichtet war.


 
asmodeus Am: 04.10.2008 21:52:26 Gelesen: 154358# 35 @  
Hier eine der ersten Luftpost- Ganzsachen von Großbritannien an Kriegsgefangene.


 
Pilatus Am: 05.10.2008 18:56:53 Gelesen: 154331# 36 @  
Hallo roteratte48,

zu Deinem Beitrag [#29] ergibt sich die Frage, wie die gute Frau Brandström über "sowjetische Kriegsgefangenenlager in der Sowjetunion" schreiben konnte, wenn es die SU doch erst seit 1922 gab?

Viele Grüße Pilatus
 
reichswolf Am: 05.10.2008 19:07:34 Gelesen: 154327# 37 @  
@ Pilatus [#36]

Es gab aber bereits die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR). Ungenaue Bezeichnungen sind nicht nur in Internetforen gang und gebe.

Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 21.10.2008 20:22:21 Gelesen: 154212# 38 @  
Briefe aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft nach dem 2. Weltkrieg sind deutlich seltener zu finden, als die vorgedruckten Karten, wie sie zum Beispiel in Beitrag [#18] zu sehen sind.

An diesem Brief würde mich interessieren, ob man die Lagernummer 7406/a einem bestimmten Lager zuordnen kann. Der typische rautenförmige violette Zensurstempel trägt die Nummer 130.

Der Brief selbst, mit Stempeldatum 27.08.1949, wurde, wie wohl die meiste Kriegsgefangenenpost aus der Sowjetunion, über Moskau geleitet.

Interessant ist der Maschinenstempel. Dieser Typ, wie er auch schon in Beitrag [#10] gezeigt wird, kam in der Sowjetunion nach meinem Wissen nicht vor. Ich vermute, es handelt sich um eine Beutemaschine aus Beständen der Reichspost. Es könnte eine Universal-Halbstempelmaschine sein, die mit einfachen Mitteln mit neuem Stempelkopf und neuer Stempelfahne versehen wurde. Der Schöpfer war sich nur nicht schlüssig, ob er Wellen oder Striche nehmen sollte.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Harald Zierock Am: 22.10.2008 06:46:54 Gelesen: 154199# 39 @  


Hier eine Gefangenen Postkarte aus Kurume/Japan.

Harald
 
TomWolf_de Am: 22.10.2008 10:22:07 Gelesen: 154182# 40 @  
@ Stempelwolf [#34]

In Württemberg gab es einige Kriegsgefangenenlager, eine nette Übersicht findest Du hier:

http://www.postgeschichte.net/kriegsgef/

Gruß
Thomas
 
AfriKiwi Am: 22.10.2008 10:57:53 Gelesen: 154176# 41 @  
@ Concordia CA [#38]

Hallo Jürgen,

In [#10] oben im Stempel über dem Stern steht U R S ? In Deinem Beleg sieht es aus nach U R S F.

Es soll sicher URSS sein, oder ?

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 22.10.2008 12:07:24 Gelesen: 154170# 42 @  
@ AfriKiwi [#41]

Auch in meinem Stempel steht URSS. Der Abdruck ist nur etwas undeutlicher, als bei Deinem Beispiel. Beide Belege sind nach meiner Meinung mit derselben Maschine gestempelt worden.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Richard Am: 30.12.2008 11:32:37 Gelesen: 153856# 43 @  
Botha_de hat gestern im Briefmarken-Cafe folgenden Beleg vorgestellt:

Doppelzensur. Kein außergewöhnlicher Beleg, aber attraktiv. :-) Deutsche und britische Zensur auf Luftpostfaltbrief für britische Kriegsgefangene in Deutschland und Italien.

Das Lager STALAG 306 war vom Juni 1941 bis November 1942 in Marburg an der Drau eingerichtet.


 
Hermes Am: 30.12.2008 12:08:46 Gelesen: 153846# 44 @  
@ Richard [#43]

Hier noch ein Beispiel von Kriegsgefangenenpost durch Luftpost. Von Wien, 20.11.1944 nach Camp Aliceville, New York, USA. Doppelzensur D und US.

Obwohl eigentlich immer Gebührenfrei, wurden hier für die Luftpostbeförderung 40 RPf in Bar bezahlt. Siehe Vermerk unter das Stempel.



Die Angehörigen trauten sich offenbar nicht um in die unsicheren Zeiten einen Bericht an der andere Seite der Welt ohne weiteres ab zu schicken.

Übrigens gibt es in Griechenland manche Doppelzensuren, D -It, Gr -D, Gr -It und sogar Zensuren von drei Ländern!

Fr Gruss,

Hermes
 
Stempelwolf Am: 30.12.2008 19:07:11 Gelesen: 153825# 45 @  
Diese Belege aus dem Kriegsgefangenenlager Stuttgart 1 konnte ich dieser Tage bei verschiedenen Auktionen erwerben. Sie stammen alle aus den Jahren 1916-1918 und sind von französischen Soldaten gesendet worden. Mit dem 10 Pfennig-Schein konnte wohl Tabak und dergleichen erworben werden.



Beste Grüße
Wolfgang
 
Hermes Am: 30.12.2008 19:28:47 Gelesen: 153818# 46 @  
@ Stempelwolf [#45]

Der Stempel F.a., dem wir so oft begegnen auf diesen Belegen, und hier auch wieder: Was bedeutet diese Abkürzung?

Etwa: Fristmässig abgefertigt? Oder?

Fr Gruss,

Hermes
 
Stempelwolf Am: 30.12.2008 20:39:30 Gelesen: 153808# 47 @  
@ Hermes [#46]

Hallo Hermes,

nach langem Suchen habe ich jetzt diese Erklärung gefunden:

Zum Zusatz "FA":

Im Briefverkehr der Kriegsgefangenen war mit Erlaß vom 11. November 1914 geregelt, daß aus Gründen der Sicherheit die Absendung der Briefe der Kriegsgefangenen erst 10 Tage, nachdem sie geschrieben sind, erfolgen sollte. Die Überwachung dieser vorgegebenen Frist war allerdings in der Praxis aus verschiedenen Gründen nicht immer möglich. Daher folgte am 11. Januar 1915 ein Befehl des Kriegsministeriums, die Kriegsgefangenenpost vor der Weitergabe mit einem Stempel zu versehen, der den Ablauf der zehntägigen Frist sofort erkennen ließ. In diesem Stempel musste der Vermerk F.A. enthalten sein. F.A. bedeutet: "Frist abgelaufen".

Quelle: http://www.arge-deutsche-geschichte.de/neuzeit/oflag-trier.

Beste Grüße
Wolfgang
 
Hermes Am: 04.01.2009 12:48:57 Gelesen: 153754# 48 @  
Hallo Wolfgang,

Besten dank für die Informationen! Damit kann jeder wieder seine Kenntnisse erweitern.

Ein weniger beachtetes Thema sind Kriegsgefangene, keine Militärgefangenen, aber brave Bürger, die -wenn der Krieg ausbrach- im Ausland verblieben, und dort als Vorsorgemassnahme interniert wurden.

Das geschah z.B. in den Vereinigten Staaten (siehe Beitrag 44), aber auch in Kanada.

Der Absender schreibt an seine Mutter in Itzehoe, Holstein, am 1. Mai 1941, dass er bald wieder ein Jahr (!) interniert ist.



Wieder ein Zeitdokument.

Besten Gruss,

Hermes
 
Holger Am: 21.01.2009 22:44:28 Gelesen: 153659# 49 @  
Kriegsgefangenenpost an einem französischen Gefangenen im Lager "OFLAG X1 A" (Osterode) von 1940 mit einer Biene im Zensurstempel:



Grüsse
Holger
 
Harald Zierock Am: 29.07.2009 17:12:02 Gelesen: 152514# 50 @  
Hallo,

ich habe hier einen Brief von Russland nach Preussen.

Ich konnte "Heimkerlager" entziffern, weiss aber nicht ob das etwas mit Feldpost zu tun hat.

Wer kann helfen?

Viele Grüsse,

Harald




 

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