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Thema: Alliierte Besetzung Britische Zone: Notausgaben ab 1945
Das Thema hat 88 Beiträge:
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GSFreak Am: 27.08.2018 10:04:17 Gelesen: 2034# 64 @  
Es geht weiter mit einer P A11 a (Urkarte P 298 I, 5 Rpf. Hitler-Wertstempel weggeschnitten). Die Ausgabe/der Verkauf erfolgte am 20.06.1945 in HAMBURG-BAHRENFELD (Ausgabekontrollstempel auf der linken Seite als Nachweis der Bezahlung der Beförderungsgebühr 6 Rpf.). Entwertet wurde die Karte am 15.08.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 28.08.2018 10:51:11 Gelesen: 1982# 65 @  
Hier eine P A12 a (Urkarte P 299 I, 6 Rpf. Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten). Der Ausgabekontrollstempel (HAMBURG 5) links unten datiert bereits vom 13.06.1945, das ist ein Tag vor Wiederaufnahme des Postverkehrs in der RPD Hamburg (nördlich der Elbe). Geschrieben wurde die Karte am 19.06. und entwertet am 20.06.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.

Damit es sich überhaupt um eine Notganzsache handelt, sollte am besten - wie hier und bei den beiden zuvor gezeigten Karten - ein größerer Zeitraum zwischen dem Datum des Ausgabekontrollstempels und dem Schreibdatum/Datum des Abgangsstempels liegen. Handelt es sich beispielsweise um dasselbe Datum oder um ein sehr zeitnahes Datum, ist in der Regel anzunehmen, daß der Absender mit einer noch in seinem Besitz befindlichen Karte (bspw. Hitler-Ganzsache) beim Postamt erschienen ist und diese dann nach Bezahlung der Freigebühr aufgegeben hat (das wäre dann eine Barfrankatur). Notganzsachen wurden dagegen vom Postamt gefertigt und verkauft (zuvor weggeschnittener oder geschwärzter Wertstempel und mit einem Ausgabekontrollstempel versehen).



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 01.09.2018 08:17:41 Gelesen: 1871# 66 @  
Hier drei P A13 a (Urkarte P 300, braunlila):

links: 15 Rpf. Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 1 (UB al) vom 18.06.1945, entwertet am 21.07.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c. RPD HAMBURG

rechts: 15 Rpf. Hitler-Wertstempel im Ganzen weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: BORDESHOLM (HOLST) vom 26.06.1945, entwertet mit dem gleichen Stempel, jedoch erst am 14.07.1945. RPD Kiel

unten: 15 Rpf. Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 1 (UB i) vom 18.06.1945, entwertet mit Ortstagesstempel HAGEN (WESTF)-DELSTERN am 08.08.1945 ("Hamburger" auf der Durchfahrt), unbeanstandete Fremdverwendung in der RPD Dortmund





Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 02.09.2018 08:26:50 Gelesen: 1826# 67 @  
Zwei P A14 a (Urkarte P 301):

links: P A14F a (5 Rpf. Fragekarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 20 (UB n) vom 19.06.1945, entwertet mit Ortstagesstempel HANNOVER ? am 13.02.1946 ("Hamburger" auf Sitzung in Hannover), unbeanstandete Fremdverwendung in der RPD Hannover.

rechts: P A14A a (5 Rpf. Antwortkarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 20 (UB n) vom 19.06.1945, entwertet am 16.01.1946 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.



Der Absender Wilhelm John (offenbar Prediger) war ein eifriger Karten-Schreiber. Neben privaten Mitteilungen über seine Aktivitäten handelt es sich oftmals um Einladungen zu Versammlungen (alles reine Bedarfspost).

Gruß Ulrich
 
alemannia Am: 02.09.2018 09:24:35 Gelesen: 1816# 68 @  
Hallo zusammen,
hallo Ulrich,

es gab ja auch Notausgaben, die bis zum 20.6.1948 verwendet werden konnten.

Somit war die Verwendung auch im Rahmen einer Zehnfachfrankatur möglich.

Wer hat einen solchen Beleg und würde ihn hier mal zeigen?

Gruß

Guntram
 
GSFreak Am: 08.09.2018 08:31:07 Gelesen: 1632# 69 @  
Hier vier P A15 a (Urkarte P 302):

oben links: P A15F a (6 Rpf. Fragekarte, Hitler-Wertstempel weggeschnitten), Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 19 (UB d) vom 16.06.1945, entwertet mit dem Maschinenstempel HAMBURG 1 , UB a.

oben rechts: P A15A a (6 Rpf. Antwortkarte, Hitler-Wertstempel weggeschnitten), Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 36 (UB w) vom 20.06.1945, entwertet am 22.06.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c (nur der Stempelkopf, ohne Wellenlinien, siehe auch #63); Schreibdatum 22.06.1945.

unten links: P A15F a (6 Rpf. Fragekarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten), Ausgabekontrollstempel : HAMBURG 1 (UB al) vom Ersttag 14.06.1945, entwertet am 18.06.1945 mit dem Ortstagesstempel HAMBURG 1 (UB am); Schreibdatum 18.06.1945.

unten rechts: P A15A a (6 Rpf. Antwortkarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten), Ausgabekontrollstempel: ITZEHOE vom Ersttag 14.06.1945, entwertet am 23.06.1945 mit dem Ortstagesstempel ITZEHOE; Schreibdatum 22.06.1945.





@ alemannia (#68)

In meiner umfangreichen Ganzsachensammlung habe ich meines Wissens keine Notausgabe Britische Zone als anrechenbarer Teil einer Zehnfachfrankatur.

Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 09.09.2018 21:50:16 Gelesen: 1601# 70 @  
Hier zwei P A16 a (Urkarte P 303):

links: P A16F a (15 Rpf. Fragekarte, Hitler-Wertstempel weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 4 (UB a) vom 25.06.1945, entwertet am 17.07.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.

rechts: P A16A a (15 Rpf. Antwortkarte, Hitler-Wertstempel weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: LÜBECK 2 (UB l) vom 00.07.1945, entwertet am 28.07.1945 in LÜBECK 1 (UB y): RPD Kiel.



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 11.09.2018 11:36:37 Gelesen: 1533# 71 @  
Hier drei P A21 a (Urkarte P 310 - Ostarbeiterkarte):

links: P A21F a (6 Rpf. Fragekarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 1 (UB al) vom Ersttag 14.06.1945, entwertet am 16.06.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c (nur Stempelkopf), Schreibdatum : 15.06.1945.

rechts: P A21F a (6 Rpf. Fragekarte, Hitler-Wertstempel weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: NEUMÜNSTER (UB f) vom 16.06.1945, entwertet am 19.06.1945 in EINFELD Neumünster (UB a), Schreibdatum: 19.06.1945: RPD Kiel. Die Urkarte weist den Setzfehler "BMa" statt "BaM) auf.

unten: P A21A a (6 Rpf. Antwortkarte, Hitler-Wertstempel weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 36 (UB p) vom 18.06.1945, entwertet am 25.06.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c (nur Stempelkopf), Schreibdatum : 25.06.1945.





Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 14.09.2018 11:06:20 Gelesen: 1483# 72 @  
Weiter geht es mit zwei P A23 aus meiner Sammlung (Urkarten 312 a mit Propagandavordrucken unten links). Insgesamt sind P A23-Karten recht selten zu finden.

links: P A23/04 a (6 Rpf. Fernpostkarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Propagandaspruch weder weggeschnitten noch geschwärzt), Ausgabekontrollstempel: NEUMÜNSTER (UB f) vom 21.06.1945, Schreibdatum: 24.06.1945, entwertet am 26.06.1945 in KIEL 4 (UB a): RPD Kiel.

rechts: P A23/08 a (6 Rpf. Fernpostkarte, Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten, Propagandaspruch geschwärzt), Ausgabekontrollstempel: NEUMÜNSTER ebenfalls vom 21.06.1945 (UB f), Schreibdatum: 30.06.1945, entwertet am 02.07.1945 in NEUMÜNSTER (UB b): RPD Kiel.



Beide Karten sind rückseitig voll beschrieben.

Gruß Ulrich
 
hajo22 Am: 14.09.2018 11:14:30 Gelesen: 1481# 73 @  
@ GSFreak [#72]

Historisch interessante und sehr kompetent aufgebaute, schöne Sammlung!

Wie viele Jahre hast Du dafür gebraucht?

hajo22
 
GSFreak Am: 14.09.2018 12:39:51 Gelesen: 1466# 74 @  
@ hajo22 [#73]

Briefmarken sammle ich seit über 55 Jahren. Als Jungendlicher hatte ich bereits mit dem Aufbau von Spezialsammlungen zur Bautenserie 1948 und zur Notopfermarke begonnen. Hier haben mich seinerzeit die verschiedenen Zähnungen, Wasserzeichen und Plattenfehler fasziniert. Grundstock bildeten damals die Tausende von entsprechenden Marken in Kästen und Tüten, die mein Vater angehäuft hatte.

Diese Sammelei ist aber seit etwa 35 Jahren vollkommen in den Hintergrund gerückt (Ausnahme bilden die vier Marken Bizone 69-72, 700 Jahre Kölner Dom) zu Gunsten deutscher Ganzsachen ab 1945 mit Schwerpunkt der Nachkriegszeit.

Gebrauchte Ganzsachen sind nicht nur Postgeschichte, sondern auch Zeitgeschichte. Ich blättere oftmals in meinen Ganzsachen-Alben (große Postkartenalben von SAFE mit Transparentblättern für 6 Karten, sodass auch die Rückseiten frei liegen) und lese mit großem Interesse, was die Leute seinerzeit so geschrieben haben. Das zunehmende Interesse für Postgeschichte hat mich vor etwa 4 Jahren auch dazu gebracht, eine Heimatsammlung Boppard (derzeitiger Wohnort) aufzubauen.

In den 35 Jahren ist natürlich auch Einiges an Geld in die Ganzsachen-Sammlung investiert worden. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, die relativ wenigen Lücken bspw. bei den Behelfsausgaben der Britische Zone und bei den Aufbrauchsausgaben der Französischen Zone zu decken, da selten Karten angeboten werden, die ich noch nicht habe.

Gruß Ulrich
 
hajo22 Am: 14.09.2018 16:48:00 Gelesen: 1444# 75 @  
@ GSFreak [#74]

Lieber Ulrich,

bitte sieh' doch zum Thema 700 Jahre Kölner Dom in den Thread "Alliierte Besetzung Bizone: Briefe bestimmen".

hajo22
 
GSFreak Am: 16.09.2018 16:11:15 Gelesen: 1326# 76 @  
Weiter geht es mit zwei P A24:

Oben: P A24 a (5 Rpf. Ortspostkarte (Urkarte P 313II b, Lücke im senkrechten Teilstich 18,5 mm, mit Propagandaspruch unten links), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG-ALTONA 6 (UB a) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 13.07.1945, entwertet am 13.07.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1, UB c. Die Karte ist am Zielort Wilhelmshaven (RPD Bremen) mit einer Nachgebühr von 9 Rpf belegt worden, da offenbar dort die Art der Freimachung in der RPD Hamburg nicht bekannt war.
Es ist wegen des Textes (Tochter an Vater) auch die Rückseite der Karte dargestellt.

Unten: P A24 a (5 Rpf. Ortspostkarte (Urkarte P 313II a, Lücke im senkrechten Teilstich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links), Hitler-Wertstempel weggeschnitten und Propagandaspruch geschwärzt, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG-RAHLSTEDT 1 (UB c) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 22.06.1945, entwertet am 23.06.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c - nur Stempelkopf.





Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 17.09.2018 22:50:30 Gelesen: 1282# 77 @  
Hier drei weitere P A24:

oben: P A24 a (5 Rpf. Ortspostkarte (Urkarte P 313II b, Lücke im senkrechten Teilstich 18,5 mm, mit Propagandaspruch unten links), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG-ALTONA 6 (UB a) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 07.07.1945, entwertet am 08.07.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1, UB c. Aus der gleichen Korrespondenz wie die Karte in #76. Die Karte ist am Zielort Wilhelmshaven (RPD Bremen) ebenfalls mit einer Nachgebühr von 9 Rpf belegt worden.

Auch die Rückseite der Karte ist dargestellt.

unten links: P A24 a (5 Rpf. Ortspostkarte (Urkarte P 313II b, Lücke im senkrechten Teilstich 18,5 mm, mit Propagandaspruch unten links), Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten und Propagandaspruch ebenfalls weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 20 (UB d) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 16.01.1946, entwertet am 16.01.1946 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.

unten rechts: P A24 a (5 Rpf. Ortspostkarte (Urkarte P 313II a, Lücke im senkrechten Teilstich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 39 (UB e) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 07.11.1945, entwertet am 07.11.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.





Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 19.09.2018 10:15:15 Gelesen: 1250# 78 @  
Auch bei der Urkarte P 314II gibt es wie bei der Urkarte P 313II (#76 und #77) die zwei Typen (a und b), was die Unterbrechung des senkrechten Teilstriches in Höhe des Postleitzahlkreises betrifft.

Hier zwei P A26, die die häufigste Notausgabe der RPD Hamburg darstellt, was sich auch im relativ niedrigen Katalogpreis niederschlägt:

links: P A26 a (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II b, Lücke im senkrechten Teilstich 18,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 39 (UB e) vom Ersttag 14.06.1945, Schreibdatum: 07.07.1945, entwertet am 07.07.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1, UB c.

rechts: P A26 a (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II a, Lücke im senkrechten Teilstich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 36 (UB p) vom Ersttag 14.06.1945, Schreibdatum: 08.10.1945, entwertet am 08.10.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1 , UB c.



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 21.09.2018 08:39:23 Gelesen: 1224# 79 @  
Hier zwei weitere P A26:

oben: P A26 a (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II b, Lücke im senkrechten Teilstrich 18,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 12 (UB g) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 18.06.1945, entwertet am 19.06.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1, UB c. Interessanter Text auf der Rückseite.

unten: P A26 b (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II a, Lücke im senkrechten Teilstrich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel geschwärzt und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: KREMPE (HOLST), UB a, vom 19.06.1945, Schreibdatum: 12.07.1945, entwertet am 12.07.1945 mit dem aptierten ((24) ist eingefügt) Ortstagesstempel (24) KREMPE (HOLST) ; RPD Kiel.





Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 24.09.2018 09:59:44 Gelesen: 869# 80 @  
Und noch zwei P A26 aus meiner Sammlung:

oben: P A26 a (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II a, Lücke im senkrechten Teilstrich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten und Propagandaspruch mit Stempelfarbe geschwärzt, Ausgabekontrollstempel: BUXTEHUDE (UB a) vom 18.07.1945, Schreibdatum: 12.08.1945, entwertet am 15.08.1945 mit dem Maschinenstempel (24) HAMBURG 1, UB c.

unten: P A26 b (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II a, Lücke im senkrechten Teilstrich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch geschwärzt (im Buchdruck), Ausgabekontrollstempel: MELDORF (HOLSTEIN) vom 16.06.1945, Schreibdatum: 17.06.1945, entwertet am 18.06.1945 mit dem Ortstagesstempel MELDORF (HOLSTEIN), UB b: RPD Kiel.





Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 25.09.2018 11:59:01 Gelesen: 716# 81 @  
Und noch zwei P A26 aus meiner Sammlung:

oben: P A26 a (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II a, Lücke im senkrechten Teilstrich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel und Propagandaspruch weggeschnitten, Ausgabekontrollstempel: HAMBURG 36 (UB f) vom 10.07.1945, Schreibdatum: 10.07.1945, entwertet am 10.07.1945 mit dem Maschinenstempel HAMBURG 1, UB a (nur Stempelkopf). Da der rückseitige Text an die Restkartenfläche angepasst ist, vermute ich, dass der Absender die Karte auf dem Postamt als Notganzsache gekauft hat und auf die Schnelle die Karte noch im Postamt beschrieben hat.

unten: P A26 a (6 Rpf. Fernpostkarte (Urkarte P 314II a, Lücke im senkrechten Teilstrich 21,5 mm, mit Propagandaspruch unten links)), Hitler-Wertstempel schräg weggeschnitten und Propagandaspruch geschwärzt (im Buchdruck), Ausgabekontrollstempel: LÜBECK 1 (UB j) vom 20.06.1945, Schreibdatum: 02.08.1945, entwertet am 04.08.1945 mit dem Ortstagesstempel LÜBECK 1 (UB y). Auf der Rückseite noch ein weiterer Maschinenstempel von Lübeck vom 10.08.1945: RPD Kiel.





Gruß Ulrich
 
sentawau Am: 27.09.2018 12:50:56 Gelesen: 668# 82 @  
@ GSFreak [#61,62)

Eine Karte aus Hagen wirft Fragen auf.



Ist das eine Notausgabe oder eine Barfrankatur? Die Karte wurde am 26.3.1946 geschrieben und mit Adresse Hamburg am 29.3.1946 abgeschickt. Sie trägt rückseitig unten rechts etwas erhöht den Prüfstempel von Dr. Arenz, einem zuverlässigen Altprüfer. Der neueste Michel Ganzsachen Katalog bildet als B20 eine sehr ähnliche Karte ab. Wegen des handschriftlich eingesetzten Portobetrags halte ich die Karte aber eher für eine Barfrankatur.

Die Karte ist auch sonst interessant. Sie wurde an eine Hauptermittlungsstelle Hamburg mit der Bitte um Zusendung einer Suchkarte geschickt. Mit dieser wurde nach Wehrmachtsangehörigen gesucht. Zufällig besitze ich ein solches Formular und werde es nächstens zusammen mit ähnlichen zeitgleichen Formularen aus dem Raum Hamburg/Kiel hier zeigen.
 
alemannia Am: 27.09.2018 13:56:07 Gelesen: 655# 83 @  
@ sentawau [#82]

Hallo,

es handelt sich um eine Teilbarfrankatur mit Stempel vom 9.3.1946.

Das Postkartenporto verdoppelte sich ab 1.3.46 von 6 auf 12 Pfennig.

Die Ganzsache wurde also aufgebraucht.

Gruß

Guntram
 
GSFreak Am: 27.09.2018 22:32:12 Gelesen: 618# 84 @  
@ sentawau [#82]

Wie alemannia (#83) bin ich ebenfalls der Meinung, dass es sich um keine Notganzsache handelt.

Ich habe eine Karte mit ähnlichem (etwas deformierten) "bezahlt"-Stempel, gestempelt HAGEN (WESTF) 1 vom 08.05.1946. Der Spezialist H.-H. Mücke hatte sie vor Jahren bei Durchsicht meiner Sammlung ebenfalls als Teilbarfrankatur eingestuft. Ob sich zwischenzeitlich in der Hagen-Forschung Neueres ergeben hat, weiß ich leider nicht. Hagen ist insgesamt ein schwieriges Gebiet. Da braucht man sehr viel Vergleichsmaterial, um - wie im vorliegenden Fall - bei Belegen ohne Zuordnungsmerkmal (bspw. ein Ausgabekontrollstempel) auf das entsprechende Ausgabepostamt schließen zu können. Hier sind insbesondere die Namenskürzel im "bezahlt"-Stempel von Bedeutung sowie natürlich das Vorliegen einer entsprechenden ungebrauchten Karte, um den Status einer Notganzsache nachzuweisen.



Gruß Ulrich
 
sentawau Am: 28.09.2018 12:22:42 Gelesen: 600# 85 @  
@ alemannia [#83]
@ GSFreak [#84]

Notausgabe Hagen


Ja, das muss natürlich „Teilbarfrankatur“ heißen. Aber der 9.3.46 als Stempeldatum kann nicht sein, denn die Karte wurde am 26.3. geschrieben. Entweder ist der Stempel nicht vollständig abgeschlagen oder er wurde falsch eingestellt.

Nachfolgend wie versprochen die Hamburger Suchdienstkarte. Sie ähnelt etwas der später in der SBZ ausgegebenen Karte.



Natürlich ist das keine Ganzsache, sondern ein Formblatt. Aber es gibt gute Gründe, diese und einige andere in einer Sammlung der Notausgaben mit zu berücksichtigen. Das sah auch einst Dr. Jens Uwe Rixen so, seinerzeit ein Spezialist für die Notausgaben der britischen Zone, als er diesen Teil für die 2. Auflage (1980) von Meier zu Eissens "Borek Ganzsachen Spezialkatalog Deutschland ab 1933" bearbeitete. Unter ausdrücklichem Hinweis, dass es sich nicht um Ganzsachen handelt, gibt er auf S. 190 ff. eine ausführliche Zusammenstellung derartiger Postkartenformulare.

Der Grund für diese Ausgaben war, dass das Umland von Hamburg und Kiel mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllt war, die alle ihre Angehörigen benachrichtigen wollten. Dazu kamen fast zwei Millionen Soldaten der Wehrmacht, die vor den Russen in die Gefangenschaft der Briten geflüchtet waren. Die Briten verweigerten ihnen völkerrechtwidrig den Status von Kriegsgefangenen und behandelten sie als Internierte. Sie wurden in Sperrgebiete eingewiesen, wo sie sich relativ frei bewegen konnten. Um Unterbringung und Verpflegung kümmerten sich die Briten wenig. Die alten deutschen Befehlsstrukturen blieben erhalten. Die Sperrgebiete waren deutschen Generälen unterstellt. Die Begriffe „Korps v. Stockhausen“ und „Korps Witthöft“ tauchen oft auf Poststücken zur Bezeichnung dieser Sperrgebiete auf. Ich empfehle die Lektüre des Artikels „Britische Sperrgebiete in Norddeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg“ in der Wikipedia.

Für den enormen Schreibbedarf dieser Kriegsgefangenen wurden besondere Postkartenformulare hergestellt. Sie sind inzwischen nicht mehr häufig im Handel zu finden. Ich bilde nachfolgend einige dieser Formblätter ab.











Die als letzte abgebildete Karte von Remscheid an einen Kriegsgefangenen in Eutin gehört nicht dazu. Sie ist eine als Formular verwendete P 302F, die zu Recht portofrei befördert wurde.

Mit meinem Beitrag wollte ich nicht vom Thema Notpostkarten ablenken. Aber ich meine, die gezeigten Formularblätter gehören dazu, wenn man die postalischen Verhältnisse in den RPD Hamburg und Kiel darstellen will.

Gruß Sentawau.
 
alemannia Am: 28.09.2018 12:40:43 Gelesen: 595# 86 @  
@ sentawau [#85]

Ja, das muss natürlich „Teilbarfrankatur“ heißen. Aber der 9.3.46 als Stempeldatum kann nicht sein, denn die Karte wurde am 26.3. geschrieben. Entweder ist der Stempel nicht vollständig abgeschlagen oder er wurde falsch eingestellt.

Vielleicht hat die Absenderin sich aber auch im Datum geirrt, ist aber eh egal.
 
GSFreak Am: 10.10.2018 22:20:00 Gelesen: 157# 87 @  
In der RPD Hamburg und Kiel wurden nicht nur Ganzsachen-Formblätter des Deutschen Reiches aufgebraucht (mit Ausgabekontrollstempel links unten als Wertzeichenersatz, siehe [#63] bis [#72] und [#76] bis [#81]) sondern entsprechend auch Postkarten-Formulare verwendet:

Hier eine P A57 (Postkarten-Formular aus einer Privatdruckerei mit Druckvermerk E/0803 65000 6 45 9953)

Ausgabekontrollstempel NIEBÜLL (SCHLESWIG), UB a, vom 26.06.1945
Abgangsstempel: NIEBÜLL (SCHLESW), UB a, vom 04.07.1945



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 11.10.2018 20:17:01 Gelesen: 120# 88 @  
Hier eine P A52 (Postkarten-Formular aus der Privatdruckerei Gruner & Sohn, Itzehoe, mit Druckvermerk 6 45 E 0285)

Ausgabekontrollstempel GLÜCKSTADT, UB f, vom 07.07.1945
Abgangsstempel: GLÜCKSTADT, UB b, vom 31.07.1945



Gruß Ulrich
 

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