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Thema: Euro Postwerzeichen bleiben nach Einführung von Marken mit Matrixcode gültig
Das Thema hat 33 Beiträge:
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antwortscheinsammler Am: 18.07.2020 17:01:04 Gelesen: 1906# 9 @  
@ 22028 [#3]

Der Vorteil des Matrix Codes ist doch dass wenn der Brief/Marke durch den Scanner der Sortieranlage lief dieser gleich im System als benutzt markiert wird.

Eine Stempelung ist dann gar nicht mehr notwendig.

Ganz tolle Erfindung !

Ein weiter Sargnagel für die Philatelie wenn es dann nur noch postfrisch oder gebraucht ohne Stempel gibt.

LG
antwortscheinsammler
 
nagel.d Am: 18.07.2020 18:56:47 Gelesen: 1863# 10 @  
Um ehrlich zu sein über die Brücke, dass es keine gestempelten Marken mehr gibt gehe ich nicht ganz mit, für mich hat die ganze Geschichte mit dem Matrixcode immer noch einen faden Beigeschmack. Wie ich aus unserem Nachbarland Frankreich festgestellt habe, denn dort gibt es bereits Marken mit Matrixcod (hier Dauermarken), werden diese trotzdem von der Sortiermaschine gestempelt und dort gibt es weiterhin ohne Code. Und selbst nach 20 Jahre Euroeinführung tauchen immer noch Briefe mit Franc-Marken auf, so meine persönliche Erfahrung.
 
uli Am: 18.07.2020 19:04:26 Gelesen: 1858# 11 @  
@ antwortscheinsammler [#9]

Auch wenn ich deine Äusserung nachvollziehen kann und mir viele Änderungen nicht passen: Postwertzeichen (u.ä.) sind Alltagsgegenstände, die für Versand und Zustellung von Briefen, etc. benötigt werden. Sie sind KEINE speziell und ausschliesslich zum Sammeln hergestellten Objekte. Das Postwesen ist schon immer in ständiger Entwicklung - wir Sammler müssen uns deshalb auch immer weiter entwickeln. Sterben wird die Philatelie nur, wenn die Leute, die sich damit beschäftigen, nicht in der Lage sind die Änderungen "bei der Post" zu adaptieren, die sich zwangsläufig im Laufe der Zeit ergeben.

Gruß
Uli
 
silent Am: 19.07.2020 08:49:04 Gelesen: 1762# 12 @  
@ uli [#11]

Sehe ich halt gänzlich anders.

wären es nur Alltagsgegenstände würde es reichen eine Serie Dauermarken, mit der man alle Portostufen abdecken kann, auf den Markt zu bringen. Dann würde man keine Sondermarken zu irgendwelchen Anlässen auf den Markt bringen müssen. Und genau die Marken werden ja für Markensammler auf den Markt gebracht. Einen normalen Kunden der Post wird es egal sein welche Marke er bekommt wenn er einen Brief verschickt.

Also wenn es keine Stempel auf Marken mehr geben würde kann man die Ausgabe von Sondermarken auch gleich einstellen. Und würde man wirklich alle alten Euromarken ohne Matrixcode für ungültig erklären wäre es der nächste Tiefschlag für Sammler. Dann gibt es Unmengen an Marken in Euro die auch gewaltig an Wert verlieren würden. Kann ich sie nicht mehr verwenden sind diese Marken auch nur mehr Liebhaberei und hätten wahrscheinlich nicht mal mehr den Wert der auf der Marke steht.
 
Michael Mallien Am: 19.07.2020 11:49:53 Gelesen: 1714# 13 @  
@ silent [#12]

Einen normalen Kunden der Post wird es egal sein welche Marke er bekommt wenn er einen Brief verschickt.

Das glaube ich nicht. Es wird durchaus gerne mit "schönen Marken" frankiert und nach wie vor am Schalter nach Sondermarken gefragt.

Also wenn es keine Stempel auf Marken mehr geben würde kann man die Ausgabe von Sondermarken auch gleich einstellen.

Hier denke ich, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Vielleicht wird es ja sogar wertgeschätzt, wenn "schöne Marken" nicht mit Stempeln "verunziert werden"?

Sicher wird der Wegfall des Stempels einen Einfluss auf das Sammeln haben, da eben der Gebrauch einer Marke nicht mehr so ohne weiteres erkennbar ist. Das Sammeln von Belegen wird einen Vorschub erhalten, denn Belege lassen auf vielfältige Weise die Verwendung der Marken erkennen.

Es gibt übrigens auch heute schon Sammelgebiete, in denen genau dies der Fall ist: die Postwertzeichen dürfen nicht gestempelt werden, weil sie einen 2D-Matrixcode haben, der maschinell ausgelesen wird. Ein Stempel würde diesen Vorgang behindern. Sammeln lassen sich solche Postwertzeichen trotzdem. :)

Viele Grüße
Michael
 
jmh67 Am: 19.07.2020 14:10:04 Gelesen: 1675# 14 @  
Die Postunternehmen machen es den Sammlern aber auch nicht einfach, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Neuausgaben pro Jahr in vielen Ländern rapide angestiegen ist und in anderen seit vielen Jahren konstant hoch ist. Mein Eindruck ist, dass damit nicht mehr der Philateliemarkt bedient werden soll, sondern die Souvenir- und Devotionalienjäger. Bei dieser Flut muss man sich einfach spezialisieren, und da kann ich mir vorstellen, dass die "schönen Marken" für viele Philatelisten gar nicht mehr so interessant sind.

Die Stempelung von Postsendungen wird vermutlich noch eine Weile nötig bleiben, einerseits weil noch viele Marken ohne Matrixcode auf ihre Verwendung warten und andererseits im Auslandsverkehr - denn ich bezweifle, dass die elektronische Sendungsverfolgung und der Nachweis der Verwendung der Marken so ohne weiteres auf Anhieb in der ganzen Welt nach demselben Strickmuster funktionieren werden.

Gibt es denn auch schon eine schriftliche Erklärung, dass die Marken ohne Matrixcode gültig bleiben sollen?

-jmh
 
BochumerJunge Am: 19.07.2020 14:30:35 Gelesen: 1667# 15 @  
Das verwenden von Matrix-Code ist ja auch für die Post von Vorteil. Wahrscheinlich wird es am Anfang so sein, das die Marken auch gestempelt werden wie normale Marken. Auf lange Sicht wird es aber keine Abstemplung mehr geben.
Es dürfte für die Post kein Problem sein die Sortiermaschinen so zu gestalten das Briefe mit ausschließlich Matrix garnicht erst durch die Stemplung laufen. Gleichzeitig kann man prüfen ob das Porto richtig berechnet ist. Das ist ja auch jetzt schon der Fall bei Frankierung im Sichtfenster.

So wird der Anteil an "normalen" Marken ja immer kleiner. Für mich als Sammler sehe ich da ja kein Problem. Schwierig wird es dann später vielleicht einmal wenn man ungummierte Marken hat. Da zu entscheiden gebraucht oder ungebraucht könnte dann ein Problem sein. Ich sehe das alles eher gelassen.
 
nagel.d Am: 19.07.2020 14:48:12 Gelesen: 1659# 16 @  
Ich spiele mal jetzt einen gehässigen Gedanken durch.

Ich bekomme hunderte von Briefmarken mit Matrixcode, an denen ich nicht erkennen kann, ob sie bereits genutzt waren oder nicht und stelle fest, daß diese bereits benutzt wurden, weil der Matrixcode bereits ausgelesen wurde. Nun gehe ich hin und verklebe diese Marken auf Briefe an Personen, die ich nicht leide. Was passiert dann, wenn kein Absender erkennbar ist. Na ganz einfach diese/r Personen/Empfänger werden mit Nachporto belegt. Und wenn ich dieses Spiel nicht bei mehreren Personen, sondern nur bei einer Person mache ? Das Ergebnis kann sich jeder wohl selbst ausmalen.
 
Christoph 1 Am: 19.07.2020 15:18:59 Gelesen: 1648# 17 @  
@ nagel.d [#16]

Naja - zu diesem Gedankenspiel möchte ich gar nicht so viel sagen, aber: Wenn man solche Gedanken unbedingt umsetzen will, kann man das heute schon tun. Einfach unfrankierte Briefe oder nur mit wenigen Cent frankierte Briefe verschicken. Und was wird in 95% der Fälle das Ergebnis sein: Diese Briefe werden anstandslos zugestellt. Die "Gehässigkeit" zahlt sich also in diesem Fall nicht aus.

Zum eigentlichen Thema zurück:

Ich schließe mich grundsätzlich der Meinung von uli in [#11] an. Interessant wäre für mich, mehr darüber zu erfahren, wie das Auslesen des Matrix-Codes in der Praxis funktioniert. Beim Pilotversuch der neuen Automatenmarken gab es hier im Forum Leute, die den Code mithilfe einer Handy-App auslesen konnten. Kann man daran auch erkennen, ob der Code bereits entwertet wurde oder nicht?

Viele Grüße
Christoph
 
22028 Am: 19.07.2020 15:31:50 Gelesen: 1638# 18 @  
@ Christoph 1 [#17]

Kann man daran auch erkennen, ob der Code bereits entwertet wurde oder nicht?

Wie soll das mit einer Handy App funtionieren? Dazu bräüchte man ein Datenbankabbild aller vergegebenen Matrix-Codes oder einen Echtzeit Online Zugriff auf diese Datenbank bei der Deutschen Post.
 
Pete Am: 19.07.2020 15:37:54 Gelesen: 1634# 19 @  
@ Christoph 1 [#17]

Interessant wäre für mich, mehr darüber zu erfahren, wie das Auslesen des Matrix-Codes in der Praxis funktioniert. Beim Pilotversuch der neuen Automatenmarken gab es hier im Forum Leute, die den Code mithilfe einer Handy-App auslesen konnten. Kann man daran auch erkennen, ob der Code bereits entwertet wurde oder nicht?

An dem Code der Briefmarke bzw. den mittels App ausgelesenen Daten ändert sich nichts, egal ob die dazugehörende Briefmarke bereits verwendet wurde oder nicht. Die App greift auf den Datensatz des gedruckten Matrxicodes zurück.

"Elektronisch enwertet" soll schlicht bedeuten, dass die während des im Briefzentrum erfolgten Auslesens im Matrixcode ersichtliche fortlaufende Nummerierung (inkl. Prüfziffer) postseitig entweder

a) in einer Liste (Datenbank) nach dem aktuellen Auslesevorgang als gebraucht neu aufgeführt wird oder
b) in einer Liste noch zu verwendender Codes nach dem aktuellen Auslesevorgang nicht mehr vorhanden ist, d.h. durch Markengebrauch gestrichen.

Ich nehme an (ich weiß es nicht genau), dass die Deutsche Post AG über eine Liste der zulässigen (d.h. verkauften) Codes verfügt (Variante b)). Wird aus dieser Liste ein Code (Briefmarke) zur Frankatur gebraucht, d.h. in den Briefsortieranlagen eingelesen, wird der Code aus der Liste entfernt. Diese Vorgehensweise hätte den Vorteil, dass die Liste (Datenbank) nicht unendlich groß wird. Laut der Veröffentlichung in Beitrag [#1] beträgt derzeit das jährliche Portovolumen in Briefmarken bei 1.500.000.000 Euro (= z.B. rund 970 Mio. Großbriefe oder 1,875 Mrd. C6-Sendungen bis 20g pro Jahr).

Wird eine bereits verwendete Briefmarke erneut zur Frankatur gebraucht, müsste dies im Briefzentrum der DPAG auffallen, da der Code der Briefmarke nicht mehr in der Liste (Datenbank) vorhanden ist.

Gruß
Pete
 
funnystamp Am: 19.07.2020 15:59:00 Gelesen: 1619# 20 @  
Eine weitere Frage:

Könnte man mit dem neuen Code nicht auch die Gültigkeit der ausgegebenen Marken begrenzen? Also, dass man nach einer gewissen Frist die Marke nicht mehr für die Frankierung verwenden kann? Ähnlich wie die Festlegung der Gültigkeit der frühen Ausgaben der Bund-und Berlinmarken bis Ende 1968.

Denkt man das konsequent weiter, so wäre die zeitgemäße Verwendung dieser Marken in Zusammenhang mit dem auf dem Brief aufgespritzten Sortiercode wieder ein sammelwürdiges Gebiet.

Mal nur so als Spekulation im Rahmen möglicher Varianten.

Gruß
Hermann
 
BochumerJunge Am: 19.07.2020 18:05:41 Gelesen: 1589# 21 @  
Theoretisch wäre so etwas natürlich möglich. Aber ob eine Gültigkeitsbegrenzung wirklich der Post Vorteile bringt bezweifle ich.

Man hat die Leistung ja im voraus bezahlt. Also müsste man sein Geld zurückbekommen. Wie auch immer die Deutsche Post dies bewerkstelligt, es wäre Arbeitsaufwand den die Deutsche Post ja gerade vermeiden will.

Im übrigen denke ich, das der Übergang ja Jahre braucht. Man muss dazu in allen Briefzentren eine funktionierende Infrastruktur aufbauen.

Also haben wir Zeit uns darauf vorzubereiten.
 
Koban Am: 19.07.2020 18:27:19 Gelesen: 1573# 22 @  
@ funnystamp [#20]

Die Einführung eines "Mindesthaltbarkeitsdatums" für neue Briefmarken könnte sogar der tatsächliche Grund für die Neuerung sein.

Dass es nicht um die bereits existierenden ungestempelten Marken bzw. deren unzulässige Wiederverwendung geht, lässt sich aus der weiteren Gültigkeit von Marken ohne Code ableiten. Dass Positiv- oder auch Negativlisten von Codes kaum beliebig lange gespeichert werden (können), sollte klar sein.

Womit sich neben dem gebraucht-sammeln, wegen fehlender Stempel, auch noch das sammeln ungebrauchter Neuheiten endgültig erübrigt.

Anders als einige Vorschreiber, sehe ich allerdings keinen großen Schaden für die Philatelie. Neuheiten sammelt, im Gegensatz zu früheren Jahren, heute nur noch ein Bruchteil der Sammler. Wer das heute noch tut, dürfte ohnehin schon weitestgehend schmerzfrei sein.

Gruß,
Koban
 
Vernian Am: 19.07.2020 18:35:39 Gelesen: 1565# 23 @  
@ filunski [#4]

Ich bin da eher skeptisch und habe schon damit begonnen meinen reichlichen Bestand an postfrischen, frankaturgültigen Marken, aufzubrauchen und werde auch nur noch benötigte Ergänzungswerte neu anschaffen. ;-)

Ich halte es fast genauso. Mich darauf verlassen, dass Code-lose Marken gültig bleiben, will ich nicht, und wenn es eine Umtauschperiode geben sollte werde ich alles, was ich bis dahin nicht verklebt habe, umtauschen. Ich hoffe aber vorher damit durch zu sein.

V.
 
Sammler Individuell Am: 19.07.2020 19:49:44 Gelesen: 1532# 24 @  
Meine Vermutung ist, dass alle Marken ohne Matrix nur noch eine gewisse Zeit gültig sein werden. Ohne diese zeitliche Begrenzung würde die Matrix keinen Sinn machen. Weiterhin gültige Marken könnten von Fälschern ja sonst ohne ewig gedruckt und verwendet werden. Die Post würde weiter mit den Fälschungen geschädigt werden. Dies kann ja nicht das Ansinnen der DPAG sein. Ich nutze meine Überbestände auf jeden Fall und werde die Bund-Sammlung Ende des Jahres beenden - postfrisch UND gestempelt.
 
TeeKay Am: 19.07.2020 20:30:13 Gelesen: 1516# 25 @  
@ Koban [#22]

Dass Positiv- oder auch Negativlisten von Codes kaum beliebig lange gespeichert werden (können), sollte klar sein.

Warum sollte das nicht möglich sein? Ein 13-stelliger Code reicht bei 10 Milliarden Marken pro Jahr für 1000 Jahre aus, wenn niemals eine Marke gelöscht wird. Selbst wenn keine einzige Marke pro Jahr verwendet werden würde, wüchse die Datenbank pro Jahr nur um 121GB. Um die Datenbank im Hauptspeicher zu behalten, benötigt man Speicher im Wert von 630 Euro pro Jahr - bei derzeitigen Preisen. Ein AMD Epyc Board mit einem Sockel und 16 Steckplätzen für Speicher könnte bei heutigen 64GB-Modulen also acht Jahre benutzt werden. Es müssten nur jährlich zwei Module nachgesteckt werden. Macht 1400 Euro in der Erstausstattung (Mainboard, Prozessor, Speicher).

Da sich die Komplexität der Chips alle 24 Monate verdoppelt, reicht in zwei Jahren schon Speicher für 315 Euro aus. In vier Jahren 150 Euro für die Speicherung der gesamten Datenbank eines Jahres.

Da von den Marken jedoch die meisten binnen weniger Monate verbraucht werden, reden wir effektiv über eine deutlichst kleinere Datenbank, die vermutlich selbst nach Jahren noch im Hauptspeicher eines günstigen Aldi-PC abgelegt werden könnte.
 
Pete Am: 19.07.2020 22:12:03 Gelesen: 1477# 26 @  
@ TeeKay [#25]

Danke. Darauf wollte ich auch hinaus und hatte ein paar Berechnungen am heimischen PC mit handelsüblicher Technik am heimischen PC angestellt.

Wenn die Deutsche Post AG alle noch nicht benutzten Codes speichert und die gespeicherte (fortlaufende) Nummerierung analog den Automatenmarken aufgebaut ist, welche von Dezember 2018 bis Juni 2019 getestet wurde ...



... ergäbe sich eine zu speichernde Nummer wie folgt: A0 021D 752C 00 0000 8180 (zwanzigstelliger Code ohne Berücksichtigung von Leerzeichen)

Diese Nummer umfasst kaufmännisch aufgerundet 26,95 bytes in einer normalen txt-Datei (Editor). Ich habe dies an verschiedenen Beispielen (unterschiedliche Anzahl an Datensätzen in einer Datei, ein Datensatz = ein Code mit zwanzig Stellen) ausprobiert. Sobald eine in dieser Datenbank gespeicherte Nummer in einer Briefsortieranlage auftaucht, würde diese in der Datenbank gelöscht.

Bei einem Portovolumen in Briefmarken von 1,5 Mrd. Euro pro Jahr (siehe Beitrag [#1]) ergäbe sich bei einer angenommenen Stückzahl von 5 Milliarden Briefmarken pro Jahr (Nominalen von aktuell 5 Cent bis 500 Cent) die nachfolgende Kalkulation: 5.000.000.000 * 26,95 bytes = 134.750.000.000 bytes = 134.750.000 kb = 134.750 mb = 134,75 gb. Ein Jahrgang Briefmarkencodes passt auf eine normale Festplatte, welche in modernen PC für den Haushalt zu finden ist. Selbst bei einer von TeeKay in Beitrag [#25] angenommenen Stückzahl von 10 Mrd. Briefmarken pro Jahr ergäbe dies ein Speicherbdarf von 269,5 Gigabytes (sofern kein Briefmarke eines Jahrgangs zur Frankatur benutzt würde oder alle zu druckenden Briefmarken eines Jahrgangs bereits zu Jahresbeginn systemseitig zur Verfügung stünden).

Da von den Marken jedoch die meisten binnen weniger Monate verbraucht werden, reden wir effektiv über eine deutlichst kleinere Datenbank, die vermutlich selbst nach Jahren noch im Hauptspeicher eines günstigen Aldi-PC abgelegt werden könnte.

Ich gehe ebenfalls davon aus, dass die Mehrheit der erworbenen Briefmarken binnen weniger Monate zur Frankierung verwendet wird. Damit erübrigt sich - zumindest aus Sicht des Speicherbedarfs - eine Begrenzung der Gültigkeit von Briefmarken. Selbst wenn 10 % einer Briefmarkenauflage pro Jahr in Sammleralben verschwinden oder als Rest in Privathaushalten bzw. Firmen unbenutzt liegenbleiben (bei angenommenen 5 Mrd. Briefmarken wären es immerhin noch 500 Mio. Stück!!!), macht dies an Speicherplatz für Codes pro Jahr nicht viel aus. Selbst moderne USB-Sticks mit einer zweistelligen gb-Anzahl, für einen einstelligen Eurobetrag erhältlich, lassen mehr Speicherplatz zu als für die Speicherung dieser "Reste" benötigt würde.

Gruß
Pete
 
Rore Am: 20.07.2020 01:12:35 Gelesen: 1431# 27 @  
Ich mache mir da keine Gedanken mehr, brauche nur noch Frankaturen.
 
uli Am: 20.07.2020 10:04:51 Gelesen: 1361# 28 @  
@ BochumerJunge [#21]

Im übrigen denke ich, dass der Übergang ja Jahre braucht. Man muss dazu in allen Briefzentren eine funktionierende Infrastruktur aufbauen.

Nö. Das fotografische Erfassen von Sendungen in den Sortiermaschinen ist heute schon vorhanden, ebenso das Aussteuern von "negativen" Sendungen. Der Rest ist etwas Software und Hardware ohne nennenswerte Komplexität.

Gruß
Uli
 
BochumerJunge Am: 20.07.2020 11:11:15 Gelesen: 1335# 29 @  
@ uli [#28]

Ich habe mich da dann vielleicht falsch ausgedrückt. Dass entsprechende Software schon einige Zeit auf dem Markt ist wissen wir. Aber das muss in allen Zentren gleich gut funktionieren.

Dass die fehlerhaften Sendungen (hierzu gehören dann auch Mischfrankaturen mit und ohne Matrix) maschinell weiterverarbeitet werden müssten ist dann auch klar. Hier könnte dann speziell nach Fälschungen gesucht werden. Wiederverwendungen kann man ja in den meisten Fällen nicht erkennen. Erst wenn alle maschinellen Möglichkeiten ausgereizt sind dürfte eine manuelle Behandlung erforderlich sein.
Am Anfang dürfte da der Aufwand relativ groß sein. Aber mit den Jahren dürfte der Bestand an Marken mit Matrix ja immer weniger werden.

Das ist zwar Aufwand für die Post, aber ein Umtausch würde auch einen großen Aufwand erfordern. Und man müsste da dann auch gezielt nach Fälschungen suchen (was es bei der letzten Umtauschaktion ja wohl lange nicht in dem Maße gab). Eine einfache Ungültigerklärung halte ich für ausgeschlossen. Das würde rechtlich bei den Gerichten nicht durchkommen.

Wie der Sortiervorgang dann seien würde kann man sich im Moment nur denken:
Vorausgesetzt die Marken würden auf Papier ohne Fluorezenz gedruckt:

Brief ohne Strahlung:

Prüfen nach Matrix, Porto ausreichend Sendung weiterleiten
Matrix zu wenig, aussortieren und kontrolle ob alte Marken verklebt sind. Wenn ja, Porto wird dazugerechnet mit Bilderfassung.
Wenn keine Strahlung erfasst wird = Fälschung.
Ansonsten zu wenig Porto verklebt = aussortieren

Dann blieben nur noch die jetzt gültigen Marken. Hier könnte die Bilderfassung das entsprechende Porto zusammenrechnen.

Hört sich alles einfach an, ist aber eben Aufwand.

Aber hier dann doch mit abnehmenden Volumen.
 
olli0816 Am: 20.07.2020 11:59:01 Gelesen: 1310# 30 @  
Hallo,

der Code wird bei Internetmarken schon seid einiger Zeit genutzt. Von daher kann man ausgehen, dass die Deutsche Post Anlagen im Betrieb hat, die solche Marken auf Gültigkeit scannen und ausbuchen.

Trotzdem hat das System wie jedes andere Angriffsmöglichkeiten und bei der Bedienung einen entscheidenden Nachteil. Der Kunde kann schlicht nicht erkennen, ob die Marke schon verbraucht wurde. Es geht um kleine Summen im Einzelfall und es wird Leute geben, die Marken zu günstigeren Preisen an andere unbedarfte Personen verkaufen. Das ist in etwas so, wie wenn Fälschungen über eine Internetplattform an unbedarfte Sammler verkauft werden. Das wird, wenn die Post strickt anfängt zu scannen und nur noch solche Marken zulässt zu vielen teuren Diskussionen führen.

Letztendlich ist eine Technologie vonnöten, die z.B. bei dem Code unten ein grünes Feld (gültig) generiert, welches durch einen Prozess beim scannen rot wird. Der Aufwand ist sicher nicht ohne, aber es erscheint mir bei der Frage wichtig. Der Kunde braucht Sicherheit, was er kauft und dass er sofort sehen kann, ob es verwendbar ist. Erst ab da ist eine Abstempelung nicht mehr sinnvoll. Der Stempel als solches hat heutzutage sowieso nur den eingeschränkten Sinn, dass eine Marke entwertet wird. Die Zusatzangaben, wann und wo der Brief abgestempelt wurde scheint zumindest den Postdienstleistern nicht mehr sonderlich wichtig zu sein. Das äußert sich in der häufig mangelhaften oder gar nicht vorhandenen Entwertung. Das was Sammler früher spannend fanden, also die unterschiedlichen Stempel der Postorte zu sammeln, hat in der heutigen Zeit bei der Post keinerlei Bedeutung mehr. Da sind die Filialen schlicht durchnummeriert und das gleiche gilt für die Postzentren. Ob Filiale 505 am Tag 2.000 Briefe abwickelt, wird in naher Zukunft durch die EDV automatisch erfasst und daran werden entsprechende Planungen der Post fußen. Postsendungen als solches wird eher ein Nebengeschäft werden und genauso unwichtig wie heute die Herausgabe der Briefmarken. Ehrlicherweise ist der gute alte Brief immer mehr überholt und gäbe es die Samnmler nicht, würden keinerlei Briefmarken herausgegeben werden. Wofür braucht eine Post heute bitteschön noch Marken oder gar die inflationsmäßig erscheinenden unsinnigen Briefmarkenblocks?

Bis die Post zu 100% auf die neue Methode umsteigt, wird noch ein bisschen Zeit vergehen. Und es braucht wie weiter oben geschrieben noch den nächsten Schritt der Kenntlichmachung für den Kunden. Dann muss niemand mehr stempeln, weil das Zeichen sich farblich beim scannen verändert. Darauf wird es rauslaufen, weil man eine solche Methode genauso prima bei Paketen verwenden kann.

Wie weiter oben von Teekay schön beschrieben, wird die Verwaltung der Marken sowie die Bearbeitung technologisch immer preisgünstiger. Für viele Länder kein Problem, es mittelfristig umzusetzen. Bei der Republik Kongo oder dem Sudan hätte ich da meine Zweifel, weil die Versandwesen nur im geringen Umfang benötigen. Aber für viele Länder mit immer höheren Versandaufkommen inklusive Kombination Paket (was wichtiger wird) und andere Post (wird eher in der Versenkung verschwinden) bietet sich das an.

Solange es nicht umgesetzt ist, bleiben mit Sicherheit die EURO-Marken gültig. Das wird sich ändern, sobald die Effizienz so groß ist, dass alte Briefmarken nur noch Ärger bereiten.

Es wird trotzdem versucht werden, zu betrügen. Jedes elektronische System ist angreifbar. Auch wenn z.B. das System mit den Geheimnummern für Bankkarten nie öffentlich in Frage stand, so war es doch mindestens zwei Mal geknackt. Das kann auch mit diesem System passieren, da darf man sich nichts vormachen. Die Mittel werden mit den Jahren zwar anders, aber der Erfindungsreichtum ist unendlich, wenn man sich Vorteile verschaffen kann.

Grüße Oliver
 
opti53 Am: 20.07.2020 12:12:10 Gelesen: 1298# 31 @  
Hallo,

dass die mit dem Code verbundene Automatisierung der Abläufe erfolgreich sein wird, würde ich nicht bezweifeln. Und wenn die Positiv-Liste nur die noch nicht verwendeten Marken enthält, ist die Datenmenge tatsächlich überschaubar.

Ein Aspekt ist aber noch gar nicht erwähnt worden. Wenn das System läuft, kann man exakt feststellen, wie viele von den verausgabten Marken (bisher) verbraucht wurden, und wie viele noch existieren, z.B. in den Alben der Sammler. Das ergibt ungeahnte neue Möglichkeiten der Preisfeststellung aus sammeltechnischer Sicht. Und ich wüsste auch nicht, was dagegen spräche, solche Bestandsdaten an die Katalogredaktionen oder sogar an alle weiterzugeben.

Viele Grüße

Thomas
 
TeeKay Am: 20.07.2020 15:57:04 Gelesen: 1238# 32 @  
Die Post schafft es ja seit zwei Jahrzehnten nicht einmal mehr, regelmäßig Auflagezahlen an die Katalogredaktionen herauszugeben.
 
BochumerJunge Am: 20.07.2020 17:56:39 Gelesen: 1188# 33 @  
@ TeeKay [#32]

Ich denke aber die Veröffentlichung der Auflagenzahlen wird eher zurückgehalten. Aus welchen Gründen auch immer.

Die Auflagen sind rasant zurückgegangen. Nur einige wenige Werte sind allgemein als Standardwerte überall zu haben.

Ich denke anhand der Auflagenzahen kann man feststellen dass fast alle Neuheiten nur noch für den Sammlermarkt produziert werden.
 

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