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Thema: Nachgebühr verschiedener Länder
Das Thema hat 385 Beiträge:
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Baber Am: 07.02.2024 18:37:58 Gelesen: 79515# 361 @  
@ bedaposablu [#360]

Hallo Claus-Peter,

der Tax-Stempel kann nur aus Frankreich kommen, denn nur das Aufgabeland weiß, wie das richtige Porto gewesen wäre.

Es war wohl eine Marke drauf auch noch bei der Ankunft in Klagenfurt, was man am Nachgebührenstempel oben sieht, der am Eck über die Marke gegangen ist.

Da Frankreich den Taxstempel T60/90 = Tarif bis 15.9.1974 für Auslandpostkarte/Auslandsbrief gesetzt hat, war die Marke ungültig. Die Postkarte galt als nicht frankiert.

Österreich multiplizierte den Taxbruch 60/90 mit dem Tarif eines Auslandsbriefe von 4 S, was 2,67 S Nachgebühr, aufgerundet auf 2,70 S ergab.

Gruß
Bernd
 
bedaposablu Am: 07.02.2024 18:59:10 Gelesen: 79506# 362 @  
@ Baber [#361]

Hallo Bernd,

danke für Deine Informationen und die Nachportoberechnung, da wäre ich nie darauf gekommen, auch daß der 9010 Klagenfurt-Stempel über die Marke ging ist mir nicht aufgefallen. Das durch die T 69/90 Angabe die Frankatur ungültig wird war mir ebenfalls nicht bekannt gewesen. Mann lernt nie aus.

Nochmals Danke und viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
Baber Am: 07.02.2024 21:15:45 Gelesen: 79491# 363 @  
@ bedaposablu [#362]

Hallo Claus-Peter,

der Tax-Stempel macht nicht die Frankatur ungültig sondern zeigt im Zähler, wieviel Porto fehlt.

Im Nenner steht immer das Porto eines Auslandsbriefes der 1. G-Stufe. Das Auslands-Postkartenporto war damals in Frankreich 0,60 Fr.

Also die Karte war nicht etwa unterfrankiert weil dann wäre im Zähler nur die Differenz zu 60 gestanden. Da eine Marke offensichtlich aufgeklebt war, kann es nur eine ungültige gewesen sein, da der Tax-Stempel besagt, dass 60 also das gesamte Porto gefehlt hat.

Gruß
Bernd
 
saeckingen Am: 15.03.2024 13:48:28 Gelesen: 77830# 364 @  


Ansichtskarte per Luftpost von s-Gravenhage/Niederlande 3.3.80 nach Nairobi/Kenia. Die Karte ist mit 50c um 5c unterfrankiert und erhielt daher den Taxe-Stempel T 5/80.

In Kenya wurde der Fehlbetrag in 1/10 umgerechnet und die Karte am 8.3.80 im Postfach des Empfängers benachrichtigt. Am 18.3.80 wurde bei Abholung der Karte das Nachporto von 1/10 mit zwei Portomarken zu 40c und einer zu 30c verrechnet und die Marken entwertet.

Grüße
Harald
 
GSFreak Am: 27.10.2024 21:07:26 Gelesen: 64325# 365 @  
Hallo zusammen,

hier eine 5 Rpf. Ortspostkarte-Ganzsache der Amerikanischen Zone (P 630), gelaufen als Fernpostkarte in der Britischen Zone von KÖLN-SÜLZ 2 (29.08.1945) an das Rote Kreuz in Lüneburg. Folglich um 1 Rpf. unterfrankiert und damit 1 1/2 Rpf. Nachgebühr, welche auf 2 Rpf. aufgerundet wurde. Eigentlich war diese Karte in der Britischen Zone nicht gültig.

Dem Text ist zu entnehmen, dass ein Mann aus München seine Angehörigen sucht. Es ist eine Grenzgängerkarte mit Deckadresse in Köln (mutmaßlich ein Kollege/Freund des Schreibers).



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 13.11.2024 09:29:52 Gelesen: 63763# 366 @  
Hallo zusammen,

hier eine AK aus Gillenfeld in der Eifel am Pulvermaar. Ohne Frankatur am 05.05.1970 versendet nach St. Ingbert. Das hat dem Empfänger 50 Pfg. Nachgebühr beschert. Dafür aber einen vollkommenen Stempelabschlag von GILLENFELD, in dem allerdings die Datumszeile unsauber eingestellt ist.



Beste Grüße
Ulrich
 
DL8AAM Am: 13.11.2024 16:16:14 Gelesen: 63742# 367 @  
Nachgebühr auf Japanisch ;-)

Hier ein (doch recht interessantes YouTube-Video eines Deutschen, der in Japan lebt (Kanal "NihonGo"), zum System Nachgebühr der Japan Post [1].



Im Bild das betreffende Zahlungsaufforderungsformular.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://youtu.be/hlo4_U_mOYQ
 
Stefan Am: 01.06.2025 10:32:37 Gelesen: 48737# 368 @  
Nachfolgend ein Ausreißer eines Nachportobeleges aus den Niederlanden anch Deutschland. Hierbei handelt es sich ausdrücklich um reinen Bedarf und nicht um eine philatelistische Spielerei:



Sendung eines unbekannten Absenders aus den Niederlanden adressiert nach 48147 Münster in Deutschland

Der Brief wurde in den Niederlanden aufgegeben und von der niederländischen Post mit einem Nachportostempel (T 30/95) versehen. Die verklebte Briefmarke weist eine Nominale von 44 Eurocent aus. Die niederländische Post übergab die Sendung zusammen mit anderen Sendungen an den deutschen Ableger TNT Post national (Briefzentrum Hannover? oder Frankfurt/Main?). Von dort aus erfolgte jahrelang (mindestens von 2004 bis 2021) generell eine bundesweite Weiterleitung von Sendungen aus den Niederlanden auf regionale Zustellpartner, in diesem Fall der Transport zum Postmitbewerber Brief und Mehr aus Münster (BuM). Die Sendung durchlief dort am 18.11. die Briefsortieranlage und dürfte am darauffolgenden Tag zugestellt worden sein. Die Jahreszahl ist weder im niederländischen Maschinenstempel noch in der Frankierung von BuM zu erkennen. Ich nehme an, dass der Brief irgendwann innerhalb der Jahre 2009-2011 seine Reise angetreten hatte. Vielleicht lässt sich der Zeitraum auf ein oder zwei Jahre anhand der BuM-Frankierung eingrenzen, da BuM bis zum Schluss (30.06.2023) regelmäßig Anpassungen in den Frankiervermerken vorgenommen hatte. Ich habe den Beleg 2012 von einem Münsteraner Sammlerkollegen für die eigene Sammlung erhalten.

Ich gehe nicht davon aus, dass Brief und Mehr aus Münster das Nachporto beim Empfänger erhoben hat. Mir sind generell keine Nachportobelege von Brief und Mehr bekannt (trotz einer vorliegenden fünfstelligen Anzahl BuM-Belege). Dieses Unternehmen war von 2005 bis 2023 als Briefdienstleister im Münsterland und vor Ort auch der Platzhirsch tätig gewesen.

Gruß
Stefan
 
Philtiger2 Am: 12.07.2025 17:35:51 Gelesen: 43689# 369 @  
Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand aus dem Forum den folgenden Beleg erklären:

Ansichtskarte mit Stempel „3138 DANNENBERG, ELBE -9.10.70“ nach Wien, frankiert mit 30 Pfennig Motiv „Nationale Briefmarkenausstellung SABRIA 70“ (Mi. Nr. 619). Damit ist nach dem vom 01.04.1966 bis 30.06.1971 geltenden Auslandstarif das korrekte Porto für eine Auslandspostkarte in ein CEPT-Land frankiert.

Warum Nachgebühren erhoben wurden, ist für mich daher nicht ersichtlich:



Hat hier der deutsche Postbeamte fälschlich das Porto für einen Auslandsbrief von 50 Pfennig in Ansatz gebracht oder wie erklärt sich der Taxstempel „T 20/50“?

In Österreich wurde dann ein Nachgebühr-Stempel „1120 WIEN 12.10.70 S. 00140 NACHGEBÜHR“ abgeschlagen und damit „1,40“ Schilling erhoben. Eine Portomarke wurde nicht verklebt. Der Betrag wurde handschriftlich notiert.

Im Jahr 1970 war zumindest nach meinen Recherchen im Internet das Porto für einen Standardbrief von Österreich nach Deutschland 1,50 Schilling. Nach der Rechnung 20/50 (Taxierung) x 1,50 (Standardauslandstarif des Empfängerlandes) hätten also nur 0,60 Schilling gefordert werden dürfen. Offenbar war der Rest von 0,80 Schilling eine Bearbeitungsgebühr?

Wer kann helfen?

Dank im Voraus und viele Grüße
Holger
 
Baber Am: 17.08.2025 09:06:58 Gelesen: 40888# 370 @  
Die "krumme" Nachgebühr Österreichs von 63 Groschen

Am 1.12.1954 führte Österreich die Geschäftspostkarten ein, die ein ermäßigtes Porto (50 Groschen) gegenüber einer normalen Postkarte (70 Groschen) hatten. Wurde diese Karte als "Gwschäftsantwortpostkarte" unfrankiert in den Briefkasten geworfen, zahlte der Empfänger nicht das doppelte Porto als Nachgebühr sondern nur eine um !/4 erhöhte Gebühr, aufgerundet auf ganze Groschen. 50 + 12,5 = aufgerundet 63 Groschen.

Dazu gab die österr. Post am 30.4.1957 extra eine 63 Groschen Portomarke heraus. Mi 243



Gruß
Bernd
 
Baber Am: 17.08.2025 09:20:11 Gelesen: 40884# 371 @  
@ Philtiger2 [#369]

Hallo Holger,

Der österrr. Tarif für einen Auslandsbrief war 1970 3,50 S. 20/50 x 3,50 = 1,40 S

Das Nachporto ist korrekt.

Gruß
Bernd
 
Philtiger2 Am: 18.08.2025 17:19:27 Gelesen: 40777# 372 @  
Hallo Bernd,

danke für deine Antwort! Die Berechnung der 1,40 S verstehe ich jetzt.

Aber warum hat der deutsche Postbeamte überhaupt den T-Stempel gesetzt und mit 20/50 ausgefüllt? Zumindest nach dem Michel Postgebühren-Handbuch waren die 30 Pfennig doch das korrekte Porto für diese Auslands- Postkarte! Welche Motivation hatte er bzw. welche Tax-Vorschrift gab es, die Frankatur mit dem Porto eines Auslands- Briefes in Relation zu setzen? Und was sagt dann die Angabe im Michel-Handbuch für das Auslandspostkartenporto überhaupt aus?

Ich bin immer noch etwas irritiert.

Viele Grüße
Holger
 
Journalist Am: 18.08.2025 19:19:18 Gelesen: 40750# 373 @  
@ Philtiger2 [#372]

Hallo Holger und an alle,

bei der Taxierung steht unter dem Bruchstrich immer das Porto für einen Auslandsbrief, das ist die Basis. Interessant ist es natürlich dann bei einer Auslandspostkarte, hier hätte dann normalerweise überhaupt nicht taxiert werden dürfen, wenn die 30 Pfg. ok sind.

Hat eine Auslandspostkarte eine falsche Frankierung, wird allerdings unter dem Bruchstrich immer das aktuell gültige Auslandsgrundentgelt eines Briefs angesetzt und nicht das einer Postkarte. Dies basiert wenn mich nicht alles täuscht auf den entsprechenden Weltpostverträgen, in dem diese Grundlagen fixiert sind, dazu müsste ich aber erst einige Akten durchsuchen, dazu fehlt mir leider die Zeit.

Soweit von meiner Seite noch eine Ergänzung - viele Grüße Jürgen
 
Baber Am: 19.08.2025 09:03:55 Gelesen: 40711# 374 @  
@ Philtiger2 [#372]

Hallo Holger,

warum der Postbeamte in Danneberg den Tax-Stempel gesetzt hat, obwohl die Karte portogerecht frankiert war, wird wohl ein ungelöstes Rätsel bleiben.

Vielleicht hat er die Sondermarke als 10 Pfg Marke betrachtet.

Die Nachgebühr wird vom Empfängerland nur auf Grund des Taxstempels berechnet. Ob dieser richtig oder falsch gesetzt wurde, interessiert das Empfängerland nicht.

Gruß
Bernd
 
Philtiger2 Am: 19.08.2025 18:15:31 Gelesen: 40665# 375 @  
Hallo nochmal,

vielen Dank für die Antworten!

Manches bleibt wohl ein Rätsel! Aber die Österreicher haben zumindest richtig gehandelt und dieser Teil des Nachportos ist somit nachvollziehbar.

Viele Grüße
Holger
 
DL8AAM Am: 11.05.2026 20:52:09 Gelesen: 20367# 376 @  
Wenn ich das Thema richtig durchgescrollt habe, dann gab es bisher noch keine Nachgebührsendung aus der damaligen Tschechoslowakei nach Westdeutschland?



Mehrbild-Ansichtskarte aus Most (Motive: Regionales Kulturhaus der Bergleute und Energiearbeiter / Autodrom / Markt / Theater der Arbeiter) aus der Edition bzw. vom Verlag Vydavatelství 'Press CTK Foto', Prag), verschickt nach Göttingen in Westdeutschland, ungenügend freigemacht mit lediglich 1 Krone (Schmetterling "Großer Eisvogel" - Limenitis populi, 1987; Michel #2902) und entwertet in Komořany u Mostu irgendwann im Jahr 1987.

Der handschriftliche T- (bzw. Nachgebühr-) Bruch ist für mich leider etwas kryptisch, auch da dieser etwas schlechter lesbar ist: Im Nenner steht für mich eindeutig wohl eine 200, das hieße, dass ein Standardauslandsbrief seinerzeit nur 2 Kčs gekostet hätte (wirklich?), soweit ok? Der Zähler könnte 700 oder auch 300 bedeuten? Da aber bereits eine Krone verklebt war, kann ich mir beide mögliche Varianten nicht erklären, denn es fehlt zu den 2 Kčs ja nur noch eine weitere Krone ("100") - nach der UPU-standardmäßigen Verdoppelung käme hier also nur eine "200" in Frage, oder? Oder habe ich das Prinzip falsch verstanden? Denkfehler?

Die Deutsche Bundespost hat zumindest aus dem für mich unklaren Bruch eine Nachgebühr in Höhe von 64 Pfennig ermittelt und wohl auch eingezogen.

Beste Grüße
Thomas
 
Stefan Am: 29.09.2026 21:26:47 Gelesen: 2933# 377 @  
Nachfolgend eine Nachportosendung aus Lübeck, adressiert an einen Empfänger in Nicolai im Landkreis Pless in Oberschlesien gelegen.



Sendung vom 23.09.1924 aus Lübeck nach Polen

1924 war Nicolai bzw. Nikolai nicht mehr Bestandteil des Deutschen Reiches sondern gehörte zur Republik Polen. Ein Teil Oberschlesiens wurde nach der erfolgten Volksabstimmung (20.03.1921) im Juni/Juli 1922 an Polen abgetreten, hier der Landkreis Pless (Pleß) am 28.06.1922 [1]. Die Sendung durchlief am 23.09.1924 zwecks Briefmarkenentwertung die maschinelle Stempelung in Lübeck (Modell Universal oder Standard des Herstellers Klüssendorf) und wurde dort mit einem Nachporto belegt (Blaustift 40 Pfennig?). Das Porto für eine einfache Auslandssendung bis 20 g lag damals bei 30 Pfennig. Das verklebte Porto zu 10 Pfennig hätte für den Grenzverkehr in Westpolen ausgereicht. Anscheinend war die Entfernung nach Nikolai größer gewesen?

In Mikołów (Nikolai) am 30.09.1924 angekommen, wurde der Nachportobetrag in polnische Groszy umgerechnet, die Sendung mit zwei Nachportomarken in den Währungen polnischer Mark und Groszy versehen und in die Zustellung gegeben. Anscheinend verweigerte der Empfänger die Annahme (?), so dass die Sendung nach Deutschland zurückgeschickt wurde. In Polen wurde am 14.04.1924 eine Währungsreform durchgeführt und der polnische Złoty als neue Währung eingeführt [2]. Die polnische Nachportomarke zu 300.000 polnischer Mark wurde vermutlich entsprechend des Wechselskurses 1.800.000 Mark = 1 Złoty umgerechnet, d.h. 1/6 Złoty = aufgerundet 17 Groszy.

Lässt sich feststellen, ob die "T"- und "NACHGEBÜHR"-Stempel in Lübeck oder in Nikolai abgeschlagen worden sind? Mit der Gebietsabgabe an Polen 1922 wurden nicht alle deutschsprachgig gehaltenen Stempel entsorgt sondern verschwanden in Schubladen. Manches ist mit der Besetzung Polens (ab dem 01.09.1939) wieder im Postalltag aufgetaucht.

Rückseitig befindet sich eine handschriftliche Notiz. Kann dies jemand lesen?

Danke.

Gruß
Stefan

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=194627
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Polnische_Mark
 
JoergH Am: 30.09.2026 18:23:07 Gelesen: 2671# 378 @  
@ Stefan [#377]

Hallo Stefan!

Ich kann vom Handschriftlichen auf der Rückseite nur ein Wort entziffern:

Obere Zeile, zweites Wort lese ich "Portozahlung".

Vielleicht hilft's ja weiter.

Jörg
 
inflamicha Am: 30.09.2026 18:50:35 Gelesen: 2659# 379 @  
@ JoergH [#378]

Hallo Stefan,

das ist das übliche "Wegen Portozahlung verweigert", deswegen wurde der Brief ja zurückgesandt.

Gruß Michael
 
TomWolf_de Am: 30.09.2026 18:52:30 Gelesen: 2656# 380 @  
@ JoergH [#378]

Wegen Portozahlung verweigert?

Gruß
Thomas
 
Lars Boettger Am: 30.09.2026 23:07:37 Gelesen: 2607# 381 @  
@ Stefan [#377]

Hallo Stefan,

das Land, aus welchem der Brief kam, hat ihn als unterfrankiert gekennzeichnet. Damit wusste das Empfänger-Land, dass sie damit eine Eintreibungsverpflichtung hatten (Postverwaltung, Postamt, Zusteller). Der Zusteller musste schriftlich begründen, warum ihm eine Eintreibung nicht möglich war.

Der T-Stempel wurde in Lübeck abgeschlagen. Da der Absender die Zahlung des Fehlportos verweigerte (Begründung auf der Briefrückseite), wurde er von Polen wieder an das Deutschland zurückgegeben. Der Absender konnte dank Adressangabe ermittelt werden und musste dann die Nachgebühr von 40 Pfennig bezahlen. Ich gehe davon aus, dass auch der "Nachgebühr"-Stempel bei der Rücksendung auf den Brief kam.

Beste Grüsse!

Lars
 
Stefan Am: 02.10.2026 17:22:04 Gelesen: 2186# 382 @  
@ JoergH [#378]
@ inflamicha [#379]
@ TomWolf_de [#380]
@ Lars Boettger [#381]

Ich danke euch. :-)

Gruß
Stefan
 
Stefan Am: 03.10.2026 13:45:34 Gelesen: 2047# 383 @  
Nachfolgend ein Beleg aus Deutschland, welcher in dieser Konstellation regulär zwischen 1886 und dem 31.03.1900 vorkam und spätestens seit Anfang 1998 auch wieder möglich ist: eine Sendung mit einer (Briefmarken-)Frankatur eines deutschen Mitbewerbers für die eigene Zustellung, welche in den Kreislauf der Post (Reichspost bzw. Deutsche Post AG) gelangt ist.



Es handelt sich hierbei um einen Ortsbrief aus Berlin vom 14.02.1896, welcher mit einer Briefmarke zu drei Pfennig der Berliner Packetfahrt Gesellschaft freigemacht wurde. Die Sendung wurde seitens der Reichspost mit einem Nachporto zu 20 Pfennig belegt und am 15.02.1896 zur Zustellung gegeben.

Wenn ich davon ausgehe, dass das erhöhte Entgelt (Zuschlag) für eine unzureichend frankierte Sendung bei 10 Pfennig gelegen hatte, hätte das reguläre Porto bei 10 Pfennig gelegen, was einem Brief bis 15 Gramm Gewicht im Fernverkehr entsprochen hätte. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Ortsbrief, wo normalerweise ein Porto von 5 Pfennig angefallen wäre. Gilt der Ortstarif auch für eine Großstadt wie Berlin? Wo liegt mein Denkfehler?

Danke!

Gruß
Stefan
 
Lars Boettger Am: 03.10.2026 13:53:52 Gelesen: 2045# 384 @  
@ Stefan [#383]

Hallo Stefan,

für Berlin galt, aufgrund der grossen Distanzen, nicht das vergünstigte Ortsbriefporto von 5 Pfennig. Die ersten 15 Ortsbriefe kosteten 10 Pfennig, ab dem 16. Brief galt dann das verringerte Porto von 5 Pfennig [1].

Beste Grüsse!

Lars

[1] https://www.arge-krone-adler.de/5-pfennig/
 
Stefan Am: 04.10.2026 20:13:09 Gelesen: 1614# 385 @  
@ Lars Boettger [#384]

Danke für die Info! Damit passt der Nachportovermerk wieder. :-)

Gruß
Stefan
 

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