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Thema: (?) (463/467/474) Altdeutschland Bayern Eingehende Briefe
Das Thema hat 482 Beiträge:
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Magdeburger Am: 05.10.2020 12:16:31 Gelesen: 9991# 458 @  
@ bayern klassisch [#457]

Lieber Bayern Klassisch,

recht herzlichen Dank.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Gernesammler Am: 29.10.2020 19:31:21 Gelesen: 7986# 459 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 20.11.1870 aus Sorau in der Nieder Lausitz (Brandenburg) an Fräulein Minna Hänsett bei Herrn Neustätter in München dort kam der Brief am 22.11. zur Ausgabe.

Für das Franko nahm man eine NDP Nr.16 zu 1 Groschen, gestempelt mit R3 Rahmenstempel von Sorau (Feuser 3114, nachverwendete Altdeutschland Stempel) auf der Rückseite zur Ankunft Einkreisstempel von München 1 und dem Briefträgerstempel Nr.10.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 01.11.2020 17:08:33 Gelesen: 7739# 460 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Ganzsachen Brief vom 19.3.1896 aus San Francisco von den Haas Brothers (Weinimporteur) nach Bamberg an Ferdinand Triest wo der Brief am ... (leider fehlt die Klappe und deshalb gab es die für 50 Cent) 96 zur Ausgabe kam.

Man nahm die Ganzsache Nr. U74 mit Abbildung des Präsidenten Grant zu 5 Cent in blau, gestempelt mit Einkreisstempel von San Francisco am 19.3. übergeben am 24.3. der Schiffspost in New York und Einkreisstempel von Bamberg sowie dem Briefträgerstempel B22.

War die No.63 in grün einen Manualnummer und/oder wurde diese Nummer erst auf dem Schiff angebracht.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 07.11.2020 18:17:58 Gelesen: 7135# 461 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Portobrief aus London geschrieben am 10.8.1834 über Frankreich und München nach Mittenwald an Herrn Anton Bader, gestempelt auf der Rückseite mit kleinem Einkreisstempel F 34 und dem 24.8. es wird wohl ein Französicher Stempel sein vielleicht kann hier jemand mehr dazu sagen, wann der Brief dann in Mittenwald zur Ausgabe kam entzieht sich meiner Kenntnis.

Auch wurde ein Stempel ANGL.ES1 und ein A.T.F. Stempel abgeschlagen ob beide erst in Frankreich Paris gestempelt wurden kann ich leider nicht sagen.

In Augsburg wurde dann der Auslagenstempel abgeschlagen mit dem Gesamt Porto welches der Empfänger zu zahlen hatte, dies waren 37 Kreuzer der Bayrische Anteil sind 20 Kreuzer, England sollte 8 Pence bekommen haben.

Wie sich das Porto wirklich zusammensetzt da hoffe ich auf Eure Hilfe, gab es einen Anteil für Frankreich oder wurden die Briefe im Paket geschickt.

Der Laufweg sollte London-Calais-Paris-Strassburg-Kehl-Augsburg-München-Mittenwald gewesen sein.

Gruß Rainer



 
Koban Am: 07.11.2020 20:51:25 Gelesen: 7110# 462 @  
@ Gernesammler [#461]

Hallo Rainer,

Vorphila ist jetzt nicht so meins, ich hoffe dennoch einige Fragen richtig beantworten zu können.

A.T.F (Angleterre Transit Français) und ANGL. EST. (Anglaise Estafette) findest Du bei [1].

Zumindest Letzterer könnte also auch schon in Calais angebracht worden sein, wobei die jeweiligen Oxydationsspuren, so man sie denn für "ähnlich" hält,
eher dagegen sprechen.

Die französische Taxziffer (ähnlich einer ohne abzusetzen geschriebenen 11) bedeutet 4 (Decimes) = 40 Centimes. Der rückseitige Stempel ist m.E. nicht französischen Ursprunges.

Gruß,
Koban

[1] http://marcophilie.org/x/y-an-2.html
 
Gernesammler Am: 08.11.2020 18:06:23 Gelesen: 6981# 463 @  
@ Koban [#462]

Hallo Koban,

danke schon einmal für die Hinweise zum Brief und der Link sehr interessant und informativ, so konnte ich den Stempel ANGL.EST jetzt auch im "van der Linden" finden.

Vielleicht kann ja noch jemand aus dem Forum etwas zu der Gesamt Taxierung sagen und dem rückseitigen Stempel damit ich dann den Brief sauber ablegen kann.

Sage schon einmal im Voraus Danke.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 09.11.2020 10:27:23 Gelesen: 6892# 464 @  
@ Gernesammler [#461]

Hallo Rainer,

schön, dass dir Koban schon etwas geholfen hat. Der Londoner zahlte bei der Aufgabe das Teilfranko bis zur französischen Küste in Höhe von 1 Shilling 8 Pence (1/8 geschrieben in roter Tinte, leider schon ein wenig verblasst). Dort wurde siegelseitig der Stempel F 34 (Foreign 1834 = Ausland) und das Datum 2.8. abgeschlagen.

Über Calais lief er nach London, wo das britische Briefepaket geöffnet wurde und A.T.F. = Angleterre Transit Francais (England im Transit über Frankreich) und ANGL. EST. = Angleterre Estafette = Englische Briefpost abgeschlagen wurden.

Da der Zielort Mittenwald in Oberbayern lag, ließ ihn Paris über Strasbourg - Augsburg austauschen. Der Anteil für Frankreich bis Strasbourg wurde mit 37 Kreuzern in Augsburg notiert und über dieser Taxe der kaum zu erkennende Auslagestempel Augsburg abgeschlagen. Der Brief war somit 1,5fach schwer für Frankreich. Für Bayern war er noch einfach (bis 8,75g), daher kamen ab Strasbourg nur 20 Kreuzer dazu, so dass der Empfänger total 57 Kreuzer zahlen durfte (fast 1 Gulden).

Rechnet man jetzt zu diesen 57 Kreuzern noch den in London bezahlten 1 Shilling 8 Pence hinzu, also gleich 20 Pence à 3 Kreuzer = 60 Kreuzer = 1 Gulden, so kostete der Brief insgesamt 1 Gulden 57 Kreuzer und das war der Tagesverdienst eines Arztes damals.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 09.11.2020 20:06:11 Gelesen: 6824# 465 @  
@ bayern klassisch [#464]

Hallo Ralph,

danke für die tolle Beschreibung, jetzt kann ich den Brief im Ordner mit ablegen, gekauft habe ich ihn, weil er über Frankreich lief und somit gut in diese kleine Sammlung passt.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 09.11.2020 20:51:12 Gelesen: 6816# 466 @  
@ Gernesammler [#465]

Hallo Rainer,

schon klar - jetzt fehlen dir noch Briefe aus den USA, Portugal und Spanien über Frankreich nach Bayern. Aber das bekommen wir schon hin.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 13.11.2020 14:41:18 Gelesen: 6421# 467 @  
Liebe Freunde,

ein Portobrief aus Rotterdam vom 13.11.1839 an die Firma Carl Barth in Reuth bei Weiden in der Oberpfalz zeigt den niederländischen Inlandsanteil von 25 Cents, die 4 1/2 Silbergroschen entsprachen. Mit dem Transit von Preussen i. H. v. 5 Sgr. ergaben sich an der bayerischen Grenze von Aschaffenburg 9 1/2 Sgr. Fremdporto, die korrekt mit 34 Kreuzern in dem Nürnberger Auslagestempel vermerkt wurden. Mit dem bayerischen Inlandsporto bis Weiden von 10 Kreuzern ergab sich ein Totalporto von 44 Kreuzern, die oben links notiert wurden.



Mittig oben lese ich etwas, das "Nach Abgang" bedeuten könnte, bin mir aber nicht sicher. Weiß jemand mehr über diesen scheinbaren Verzögerungsstempel? Hinten ist der Beleg blank.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.11.2020 14:53:56 Gelesen: 6287# 468 @  
Liebe Freunde,

auch wenn in einem Postvertrag wie dem Bayerns mit Frankreich vom 1.1.1822 hin und wieder Modifikationen auftauchen, die sich auf die Taxen auswirkten, so ist es doch immer schön Briefe zeigen zu können, bei denen diese Modifikationen nicht zu unterschiedlichen Taxen führten, sondern nur geänderte Instradierungen auf deutschem Boden.



Der ältere Brief aus Strasbourg (wer noch nicht dort war, unbedingt ein Wochenende reservieren und mal hinfahren - er wird es nicht bereuen) stammt vom 20.7.1835 und lief an die Firma Carl Barth in Reuth in der Oberpfalz. Als gewöhnlicher Portobrief wurde er in Strasbourg mit dem Stempel C.F.1.R. für Correspondance Francais Rayon 1 versehen im geschlossenen Briefepaket nach Nürnberg geschickt, wobei der Absender noch in deutscher Schrift "bei Wayden über Nürnberg" vermerkt hatte - ob es Zufall war, oder mehr dahinter steckte, dass die Post es so machte, stelle ich mal dahin.

In Nürnberg notierte man für einfache Briefe (1/2 Münchener Loth) aus dem 1. Rayon Frankreichs 6 Kreuzer (2 Decimes) als fremdes Porto und addierte 20 Kreuzer ab Kehl bis zur letzten Post in Weiden (Reuth lage näher an Erbendorf, aber dort gab es erst 1847 eine eigene Postexpedition und die Entfernung war nur zu berechnen bis zur letzten Post, nicht bis zum Bestimmungsort, hier 339 km oder alternativ knapp 45 Meilen). Das waren über 42 bis 48 Meilen = 18 Kreuzer plus 2 Kreuzer für den Transit durch Baden und gfs. Württemberg.

In summa zahlte man also 26 Kreuzer.

Der jüngere Brief aus Strasbourg vom 8.6.1838, wieder aus Strasbourg, wieder nach Reuth, kostete weiterhin 6 Kreuzer für die französische Strecke (von ein paar Hundert Metern!), jetzt aber 18 Kreuzer ab Kehl bis nach Reuth, obwohl auch hier der Absender "bei Wayden über Nürnberg" geschrieben hatte. Die badische Post transportierte ihn aber nach Würzburg, wo er mit 6 Kreuzern für Frankreich taxiert wurde, auf dieser 6 schlug man den Auslagestempel ab und notierte darunter das Porto von Kehl nach Weiden mit 18 Kreuzern, so dass statt der vorherigen 26 Kreuzer nun nur noch 24 Kreuzer in Reuth zu bezahlen waren.

Hinten sind beide Briefe blank, wie damals üblich.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 24.11.2020 13:24:53 Gelesen: 5390# 469 @  
Liebe Freunde der gepflegten Postgeschichte,

verfasst wurde er im württembergischen Heilbronn am 2.6.1854 und gerichtet war er an die Firma Georg Brüchle im bayerischen Obergünzburg. Allerdings erfolgte die Postaufgabe nicht im fernen Heilbronn (Entfernung Heilbonn - Obergünzburg in direkter Linie 169 km = 23 Meilen, also 9 Kreuzer einfaches Franko im Postverein, sondern im württembergischen Ulm, von wo aus es nach Obergünzburg nur 69 km waren, mithin also nur 9 Meilen und daher lediglich ein Franko von 3 Kreuzern benötigt wurde, die auch am 4.6.1854 frankiert wurden.





Im Brieftext ist zu lesen, dass Heinrich Junker in Ulm das Geschäft vermittelt hatte (es ging um Colonial - Waaren, in specie um Ceylon Caffé).

Durch eine Postaufgabe im bayerischen Neu-Ulm hätte man sich hier nichts gespart, weil die Vorteile im Gegensatz zur tatsächlich erfolgten Postaufgabe in Ulm (das Loth in Bayern inklusive, statt exklusive und statt 10 Meilen in Bayern 12 Meilen) hier nicht griffen.

Aber vlt. kann ich ja mal einen Brief aus Heilbronn nach Bayern schnappen, bei dem man dann die 100m über die Donau lief und ihn innerbayerisch aufgab - dann hätte ich das perfekte Pendant zu diesem hier.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 27.11.2020 14:34:12 Gelesen: 4987# 470 @  
Liebe Freunde,

Ortsbriefe von Augsburg sind keine Seltenheiten - und waren es auch ganz sicher damals nicht.

Aber wir wissen ja, dass Augsburg 2 Poststellen hatte, 1. die Stadt von alters her und 2. den Bahnhof, der immer wichtiger wurde, je mehr Geschäfte auf die Bahn verlagert wurden.

Hier ein Ortsbrief mit Aufgabe am Bahnhof vom 24.5.1873, der mit gleichem Stempeldatum einen Abschlag als Entwerter, Aufgabe- und Abgabestempel zeigt.





Man möchte glauben, dass nur bei einer Weiterleitung vom Bahnhof zur Stadt ein dortiger Abgabestempel nötig gewesen wäre, aber hier zeigt sich das Gegenteil.

Interessant wird es aber, wenn wir den Inhalt ansehen - es war nämlich kein eigentlicher Ortsbrief, sondern ein Fernbrief aus Bremen vom 21.5.1873, der damals 1 Silbergroschen (paritätisch 3,5 Kreuzer) gekostet hätte. Ersparnis: 2,5 Kreuzer und wenn es, was wir nicht wissen, nicht der einzige Brief war, den man in Bremen unter der Hand nach Augsburg schickte, dann potenziert sich das u. U. ganz schön.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 01.12.2020 17:03:25 Gelesen: 4556# 471 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 23.7.1823 aus Paris über Strasbourg nach Augsburg an Sebald Mittensteiner spediert wurde der Brief unfrankiert. Frankreich bekam von Augsburg 20 Kreuzer als Verrechnungseinheit für einfache Briefe aus dem 3. franz. Rayon (Paris) und notierte für Bayern ab Kehl 16 Kreuzer, so dass der Empfänger total 36 Kr. zahlen musste. Die Stempel P und CF3R (Correspondance Francaise du Troisieme Rayon) stammen aus Paris.

Gruß Rainer




 
Gernesammler Am: 04.12.2020 17:35:20 Gelesen: 4356# 472 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief aus Chatillon in Sardinien vom 5.4.1846 an Joseph Anton Baron de Senaz in Augsburg dort kam der Brief am 12.4.146 zur Ausgabe. Dieses Chatillon lag in Savoyen und das war 1846 noch Teil des Königreichs Sardinien.

Der Postvertrag Österreich - Sardinien sagte für Briefe aus Sardinien über Österreich hinaus, dass die sardische Inlandsgebühr (hier: 6 Decimi =17 Kreuzer rh.) bis zur Grenze zu Österreich bezahlt war, daher auch "per Turin und Mailand" und für den österreichischen Transit zahlte der Absender 10 Decimi, ca. 28 Kreuzer. Es herrschte immer noch der Grenzfrankozwang zwischen Österreich und Bayern bei Auslandsbriefen.

Ab der Grenze kamen 6 Kreuzer für den Empfänger hinzu (Bregenz - Augsburg).
Gestempelt wurde P.P.Chatillon kann mir ein Mitglied aus dem Forum mehr über den Stempel sagen (Danke), der Stempel P.A. in rot (Paye le port Autriche) van der Linden 2121, auf der Rückseite zur Ankunft der L2 Zweizeiler von Augsburg (Winkler 8b, 4x38mm Verwendung 1846-48.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 05.12.2020 13:15:20 Gelesen: 4341# 473 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich 3 Briefe aus den wunderschönen Strasbourg nach Reuth in der Oberpfalz, die alle unterschiedliche bayerische Auslagenstempel aufweisen und doch immer das gleiche kosteten.



In chronologischer Reihenfolge ein einfacher Brief bis 1/2 Münchener Loth vom 28.1.1837 mit dem Vermerk "bey Wayden über Nürnberg", der tatsächlich mit diesem Kartenschluß einher lief - 6 Kreuzer für Frankreich (2 Decimes) aus dem 1. franz. Rayon plus 20 Kreuzer ab Kehl via Baden im geschlossenen Transit ergaben das Gesamtporto von 26 Kreuzer.



Der 2. Brief datiert vom 25.10.1839 und trägt jetzt den Vermerk "b/ Weiden über Nürnberg". Er trägt vorne den Würzburger Auslagestempel, in dem 6 Kreuzer für Frankreich stehen und darunter 20 Kreuzer für Bayern bei der Leitung über Baden, die wiederum 26 Kreuzer Gesamtporto ergeben. Hinten noch der schwarze Halbkreisstempel von Würzburg vom 28.10.1839.



Der 3. Brief datiert vom 4.12.1839 und trägt nun keinen Leitvermerk, warum auch immer. Die Strasbourger Post leitete ihn, wie wohl die Masse der Briefe nach Bayern, über ihren Kartenschluß Augsburg, wo er 6 Kreuzer Porto für Frankreich und 20 Kreuzer Porto für Baden, Württemberg und Bayern notiert bekam, in summa auch 26 Kreuzer total, wenngleich bei ganz anderer Leitung.

Lustig: Im Inhalt schreibt der Elsässer dem Oberpfälzer, dass er das ihm mit seinem letzten Brief übersandte Muster wieder zurück haben möchte. So habe ich das auch noch nicht gesehen, aber jetzt passt er sowohl in meine Sammlung Bayern - Frankreich, als auch in meine kleine Muster - Spezialsammlung und das macht mich sehr glücklich.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 06.12.2020 11:58:43 Gelesen: 4321# 474 @  
Liebe Freunde,

ein Brief aus Sevilla vom 18.10.1806 (Nürnberg fiel erst 1806 an Bayern, zuvor freie Reichsstadt und ab 1.7.1808 war die Post bayerisch dort, so dass es eine bayerische Stadt unter der Posthoheit der Reichspost war) zeigt, dass er bis zur spanisch-französischen Grenze bezahlt war (wie hoch war das Franko?) und ab dort für den Transit durch Frankreich 12 Decimes von Kehl in roter Tinte notiert wurden, die knapp 36 Kreuzern entsprachen. In Nürnberg wurden 50 Kreuzer totales Porto notiert, die sich nicht mit den 45 Kreuzern decken, die wir sonst üblicherweise auf Briefen dieser Korrespondenz finden. Hat jemand eine Erklärung dazu?



Vorne mittig oben könnte etwas gestrichen worden sein, aber ich kann es leider nicht lesen. Hinten ist der Brief blank.

Wer den Inhalt grob übersetzen kann, würde mir einen Gefallen tun damit.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 07.12.2020 13:50:57 Gelesen: 4300# 475 @  
Liebe Freunde,

von außen sieht alles nach einer Drucksache in blau von Bayreuth nach Bamberg aus, welches an die dortige mechanische Baunwollweberey laufen sollte und als Drucksache nur 1 Kreuzer kostete.



Aber wenn man das unverschlossene Stück öffnet, offenbart sich einem etwas Anderes, das am 22.2.1866 dort ankam - nämlich eine Drucksache aus Liverpool vom 19.2.1866, die die statistischen Angaben für die verflossene (vorherige würden wir heute sagen) Woche bis zum 16.2.1866 auflistete.

Es ist schon erstaunlich, welche weltumfassenden Quantitäten an Baumwolle zu welchen Preisen hier genannt werden und ich lade jeden Sammler mit geschichtlichem und geographischem Hintergrund ein, das leicht lesbare Gedruckte zu verinnerlichen.

Bei regulärer Aufgabe hätte eine Drucksache 2 Kreuzer über Belgien (Ostende), oder 5 Kreuzer über Frankreich gekostet. Die Ersparnis betrug also auf diese Weise 50% bzw. 80%, wobei man den Wert der Marken abziehen musste, die das Gesamtpacket von vlt. 10 oder 20 Drucksachen kostete, die unter Kuvert gelegt nach Bayreuth von Liverpool aus verschickt wurden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 23.12.2020 17:29:30 Gelesen: 2602# 476 @  
Hallo Sammlerfreunde,

auf einen guten Hinweis habe ich den Beleg hier nochmals eingestellt.

Brief der Fahrpost vom 18.3.1863 für ein Paket von 13 Pfund 15 Loth von den Gebrüdern Müller aus Rodewisch spediert ab Auerbach im Vogtland an die
Mechanische Weberei in Hof, leider gibt es keinen Stempel zur Ankunft.

Für den Brief hatte der Empfänger 17 Kreuzer zu zahlen.

Gestempelt wurde mit R3 Dreizeiler in Sonderform "Auerbach im Vogtlande" (Feuser 011, nachverwendete Stempel Altdeutschland / Sachsen).

Der Fahrpostbrief erhielt den Klebezettel Auerbach mit der Manualnummer 622 in grün.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 07.01.2021 16:16:01 Gelesen: 1173# 477 @  
Liebe Freunde,

Briefe mit noch einliegenden Mustern gehören zu den großen Seltenheiten - hier kann ich einen Brief aus Karlsruhe vom 12.8.1843 nach dem ab 1.8.1843 gültigen Postvertrag nach Lambrecht in der Pfalz zeigen, für den der Absender 4 Kreuzer Gemeinschaftsgebühr (halbscheidig zu teilen!) bezahlte, wobei auf dem Brief selbst nichts von Mustern zu sehen ist (war auch nicht zwingend vorgeschrieben den Inhalt zu benennen).



Über Speyer lief er nach Neustadt an der Haardt und wurde von einem konzessionierten Boten (nicht dem Ruralboten von NW !!) für 1 Kreuzer nach Lambrecht betragen, immerhin 4,5 km Fußweg einfach. Ein Ruralbote hätte, 3 mal in der Woche abgehend, 2 Kreuzer genommen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 07.01.2021 16:28:35 Gelesen: 1172# 478 @  
Liebe Freunde,



ein Brief aus Pfullendorf mit Postaufgabe im nahen Möskirch am 9.12.1842 (heute: Meßkirch) musste 15 km zur Post getragen werden, ehe er mit 12 Kreuzern korrekt taxiert wurden (halbscheidig zwischen Baden und Bayern). Auch er lief über Speyer nach Neustadt an der Haardt und wurde erneut von einem konzessionirerten Boten für 1 Kreuzer nach Lambrecht ausgetragen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 07.01.2021 16:33:59 Gelesen: 1171# 479 @  
Liebe Freunde,



ein Brief aus Aufhausen bei Bopfingen vom 4.9.1842 sollte unfrei nach Lambrecht in der Pfalz geleitet werden. Den halben Kilometer bis Bopfingen legte man zu Fuß zurück und Württemberg taxierte 4 Kreuzer bis zur badischen Grenze. Baden verlangte 6 Kreuzer für seinen Transit bis Speyer, womit wir 10 Kreuzer Porto hätten. Von Speyer bis Neustadt an der Haardt kostete es 3 Kreuzer (bis 6 Meilen), das wären dann 13 Kreuzer und der Ruralbote verlangte von NW bis nach Lambrecht (damals noch ohne eigene Post) weitere 3 Kreuzer, so dass der Empfänger total 16 Kreuzer zu zahlen hatte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 07.01.2021 16:37:41 Gelesen: 1170# 480 @  
Liebe Freunde,





ein Brief aus Bischofsheim in Baden (Tauberbischofsheim heute) lief unfrankiert nach Lambrecht in der Pfalz für 8 Kreuzer (15.11.1843), die halbscheidig zu teilen waren zwischen Baden und Bayern. In ihm liegt noch ein Stoffmuster. Über Speyer (18.11.) lief er mit der bayer. Postkutsche nach Neustadt an der Haardt und wurde dort für den konzessionierten Boten des Hauses Marx in Lambrecht hingelegt. Der Bote hatte zuerst die 8 Kr. Postporto zu entrichten und dann kam sein Bestellgeld von einem Kreuzer noch dazu, in summa also 9 Kr. vom Emfpänger einzuheben.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 07.01.2021 19:35:28 Gelesen: 1153# 481 @  
@ bayern klassisch [#477]

Hallo Ralph,

in welche tolle Kiste hast Du denn greifen dürfen, eine Klasse Serie zu einer Firma die es heute noch gibt.

1585 gab es die erste urkundliche Erwähnung als Tuchmacher in Lambrecht
16. bis 20. Jahrhundert, Herstellung von Tuchen, Uniform- und Mantelstoffen.
1839 Herstellung der ersten Woll-Filztücher für die Papierindustrie.
Im 21. Jahrhundert wurde der Ausbau der Produktpalette zur Belieferung der Papierindustrie mit Nassfilzen sowie gewebten Trockensieben voran getrieben.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 07.01.2021 20:15:46 Gelesen: 1145# 482 @  
@ Gernesammler [#481]

Hallo Rainer,

vielen Dank für diese tollen Infos! In der Bucht war ein Konvolut von einem gekauft worden, der das Stück für Stück einzeln auspreiste und ich habe 4 bekommen (wollte aber 7 haben). Bin sehr froh, diese Stücke erhalten zu haben. So, jetzt muss ich schauen, ob noch mehr Angebote einflattern, damit ich noch ein paar mehr abgreifen kann.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

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