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Thema: Altdeutschland Bayern Eingehende Briefe
Das Thema hat 777 Beiträge:
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Gernesammler Am: 28.01.2024 17:52:08 Gelesen: 22203# 753 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Ganzsachen Postkarte mit Werteindruck von 2 Kreuzern vom 18.5.1875 aus Marienbad, spediert an L.E. Oppenheimer in Würzburg dort kam die Karte am 19.5.1875 zur Ausgabe.

Gestempelt wurde mit Einkreisstempel von Marienbad sowie zur Ankunft mit dem Einkreisstempel Würzburg II (Winkler 20a) verwendet 1870-1875.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 31.01.2024 11:49:58 Gelesen: 22012# 754 @  
Liebe Freunde,

ein Brief, so wunderschön und vollständig er auch ist, macht hinsichtlich seiner Gewichtstarifierung Probleme.

Verfasst am 13.06.1835 in Triest wurde er bis zur bayer. Grenze mit siegelseitig notierten 56 Kreuzern Conventionsmünze (14+14+14+14) als Brief bis 2 Wiener Loth inkl. für die 4. Gewichtsstufe frankiert.



Bayern bekam 20 Kreuzer rheinisch für den einfachen, bis 1/2 Münchener Loth wiegenden Brief im Transit durch Taxis nach Preussen und rechnete jetzt 20+10+10+10 = 50 Kreuzer rheinisch links in sepia Tinte. Eigentlich nur ein Brief der in der 3. Gewichtsstufe liegen sollte und daher auch nur 40 Kreuzer rh. Transitentschädigung nach sich gezogen haben sollte.

Preussen reduzierte diese in 12 1/2 Gutegroschen um nach dem Altvertrag von 1816 (1 Ggr. = 4 Kreuzer rh.) und addierte für sich 2 Ggr. + 1 Ggr. + 1 Ggr. + 1 Ggr. = 5 Ggr. als Transitentschädigung für die 4. Gewichtsstufe dazu und belastete somit die belgische Post mit total 17,5 Ggr., wobei Preussen die alten Gutegroschen nach dem Postvertrag Niederlande/Belgien - Preussen von 1817 in Rechnung stellen konnte, . Preussen rechnete intern mit dem Loth zu 14,6g als einfach und je weiteres halbes Loth als 50% davon, also kam man dort auf maximal 29,2g., allerdings war im PV von 15g als einfach die Rede, so dass wir auch hier bei max. 30g liegen.

Belgien addierte diese Fremdforderung und sein Inlandsporto zu 35 Stuiver bzw. Decimes (eine Decime = 2,8 bis 2,85 Kreuzer rh.) und vermerkte oben links noch "32g" als ermitteltes Gewicht.

Für weiterführende Gedanken und Lösungen wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Postgeschichte-Kemser Am: 05.02.2024 16:15:44 Gelesen: 21782# 755 @  
Hallo in die Runde,

dann will ich auch mal eine Kleinigkeit hier zeigen:

Ein Brief aus Tokyo, dort aufgegeben am 24. August 1904 "via America" an den Oberleutnant Ludwig Freiherr von Malsen beim Königlich Bayer. Leibregiment in München, Ankunft 26. September 1904 (vor 8-9).

Dort nicht angetroffen, wurde ihm der Brief am 28. September von München nach Possenhofen (Ank. 28.9. - 12-1 Nm) nachgesandt und erneut nicht zustellbar nach Bad Reichenhall weitergeleitet, wo er noch am gleichen Tage um 9-10 Uhr Abends eintraf.

Leider bleibt uns der Absender des Briefes verborgen - aber der Brief ist ja auch so schon "aufregend" genug.

Beste Grüße
Postgeschichte-Kemser


 
bayern klassisch Am: 05.02.2024 16:46:10 Gelesen: 21773# 756 @  
@ Postgeschichte-Kemser [#755]

Hallo Schorsch,

Glückwunsch zu dieser Oberrosine - die hat alles, was man sich wünschen kann.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 25.02.2024 15:18:06 Gelesen: 19699# 757 @  
Hallo Sammlerfreunde,

leider nur eine Briefvorderseite, aber ich fand den Adressaten interessant genug um diese mitzunehmen.

Der Brief war vom 22.6.1853 und wurde als Rechnung an die C.Reichbachsche Maschinenfabrik in Augsburg spediert [1].

Für das Franko nahm man eine Württemberg Nr.3 zu 6 Kreuzer, gestempelt mit Dreikreisstempel von Stuttgart.

Gruß Rainer



[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_August_Reichenbach
 
bayern klassisch Am: 31.03.2024 10:56:43 Gelesen: 17380# 758 @  
Liebe Freunde,



ein Brief aus Maderno am Gardasee wurde am 15.01.1873 in Brescia Aufgabe gestempelt und kam über Verona in Nürnberg am 17.01.1873 an, um an den Stadtbriefträger Nr. 5 (?) gegeben und ausgetragen zu werden.

Interessant fand ich die Stempelung von Maderno, die ich so (als Laie von Altitalien) so nicht kannte.

40 Centesimi reichten aus für den einfachen Brief.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 02.04.2024 09:47:35 Gelesen: 17122# 759 @  
Liebe Freunde,

am 08.11.1866 gab die Firma "Ulmer Rollgersten-Fabrik von Heinrich Daur" einen am Vortrag verfassten Brief/Rechnung an Streng in Dietmannsried in Neu-Ulm auf - es ging um Futtermehl.



Frankiert wurde der Brief unter 1 Loth mit 3 Kreuzern. Die hätten auch von Ulm aus gereicht, denn von Ulm bis Dietmannsried waren es unter 10 Meilen (69 km), so dass der Lauf über die Donau hier nichts gespart hat. Aber allein an der Tatsache, dass man den Brief erst einen Tag später aufgab, kann man vermutlich ersehen, dass der Absender noch andere Briefe nach Neu-Ulm zur Postaufgabe gebracht hat, bei denen eine Ersparnis gegeben war. Vlt. finde ich noch ein paar von denen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 05.04.2024 19:57:24 Gelesen: 16797# 760 @  
Liebe Freunde,

aus englischen Landen frisch auf den Tisch (frei nach Familie Hoppenstedt von Loriot) zeige ich einen mit 6 Pence korrekt für bis 7,5 g schwere Briefe frankierten poste restante Beleg aus London W(est) 30 über Frankreich nach Nürnberg.

Üblich war der Laufweg über Belgien (dann bis 1 Loth), daher sind britische Briefe über Frankreich nach Bayern keine Massenware.



Der an Mister J. M. Hunt gerichtete Brief war am 17.09.1860 auf die Reise gegangen, am Folgetag schon übergesetzt nach Calais, dann in Paris, dort umkartiert nach Strasbourg und schlug am 20.09.1860 (mein Lieblingsjahr in Bayern!) in Nürnberg ein, wo er unter der Lagerbuch-Nummer 119 eingetragen wurde. Nun begann eine Frist von 3 Monaten, innerhalb deren er abgeholt werden musste.

Da der Empfänger Ausländer war, was ich bei dem Namen annehme, musste er sich mit einem Paß ausweisen. Konnte er das, durfte er 4 Kreuzer an den Abgabebeamten bezahlen für die Lagerung und den Brief mitnehmen. Da es keine Spuren einer Retoure gibt, sollte Mr Hunt dies gelungen sein.

"Just for the record": 2 Pence = 2 Decimes = 6 Kreuzer für Großbritannien.
2 1/2 Decimes = 7,2 Kreuzer für Frankreich.
4,8 Kreuzer für die bayer. Postverwaltung.
4 Kreuzer für die Abgabepost.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 07.04.2024 10:02:28 Gelesen: 16558# 761 @  
Liebe Freunde,

ein einfacher Brief aus St. Petersburg, eine sehr schöne Stadt übrigens, lief am 15.01.1874 (dort: 27.01.1874) an Herrn Joh. Eligius Hahn in Unsleben in Bayern.



Absender war die Firma Asmus Simonson dortselbst. 10 Kopeken reichten aus. Die Leitung kenne ich nicht, wann der Brief eintraf, ist auch nicht gesichert, da man großzügig auf weitere Stempelabschläge verzichtete.

Interessant war und ist, dass der Bayer Hahn noch ein Guthaben bei Simonson hatte und er außerdem noch 15 Aktien der Wolga Dampfschiffahrts Gesellschaft besaß (die zu besitzen würde mir heute auch Spaß machen).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.04.2024 09:09:30 Gelesen: 16188# 762 @  
Liebe Freunde, verehrte Taxler,

heute zeige ich 2 Taxisbriefe mit unterschiedlicher Handhabung des Bestellgeldes. Beiden gemein ist die spätere Weiterleitung nach Bayern, sonst wären sie nicht in meinem Besitz und das sind sie schon über 30 Jahre lang, ohne dass ich dergleichen nochmals zu Gesicht bekommen hätte.



Ein Brief aus Marburg vom 16.8.1859 war unfrei für die Strecke bis HIldburghausen (145 km = 19 Meilen) aufgegeben worden. Das Porto wurde einst da notiert, wo heute die 3 Kr. Marke prangt mit 6 Kr., dazu im Nenner das Bestellgeld von 1 Kr.. Ausweislich der Siegelseite lief er über Kassel am 16.8., Eisenach am 17.8. und traf am selben Tag in Hildburghausen ein, wo er für total 7 Kr., hinten in blauer Tinte, ausgeliefert wurde.

Nach Zahlung des Portos gab man ihn am Folgetag, dem 18.8. jedoch als Frankobrief an Frau Rosalie Scheller mit geänderter Anschrift, jetzt bei Glasermeister Weimer in Kissingen/Bayern, erneut auf, wobei man nun einen Postvereinsbrief bis 10 Meilen vor sich hatte. Den alten Aufgabestempel von Marburg strich man mehrfach mit roter Tinte, ehe er am Folgetag in Bad Kissingen eintraf. Es ist äußert selten, einen unfrankierten Brief mit markenfrankierter Weiterleitung (nach Bayern) zu erhaschen und mit dem damaligen (Mond-)Preis habe ich aus heutiger Sicht gar keine Probleme mehr, ganz im Gegenteil (man hatte damals glatt 200 DM gefordert und alle Umstehenden haben mich damals ausgelacht, warum ich so viel Geld für einen simplen 3 Kr. Brief aus Taxis ausgegeben habe, da die doch Massenware seien). Nun ja, ich wußte es damals und heute wohl besser.



Ein Brief vom 5.7.1859 aus Alzei (heute: Alzey) war mit 2 Kr. für die Beföderung des Briefes und mit 1 Kr. Bestellgeld = 3 Kr. frankiert nach Worms auf die kurze Reise gegangen, wo er natürlich noch am selben Tag eintraf (Entfernung nur 18 km). Doch der Emfänger, Holzhändler Beker aus Freinsheim in der Pfalz, der wohl noch vor kurzem in Worms weilte, war wieder in seine nordpfälzische Heimat zurück gekehrt, so dass das Franko von 2 Kr. und das Bestellgeld von 1 Kr. eigentlich verloren waren (der Distributionsstempel hinten vom 5.7. belegt die Übergabe des Briefes an den Stadtboten in Worms), denn bei einem Postvereinsbrief bis 10 Meilen nach Bayern gab es weder eine 2 Kreuzer Frankostufe, noch ein 1 Kreuzer Bestellgeld. Die in Alzei in roter Tinte notierten 2/1 waren also durch die Nachsendung nach Freinsheim so nicht abrechenbar. Aber man war clever in Worms und flexibel obendrein. Die blaue NULL-Paraphe oben rechts wurde gestrichen und aus dem Bruch 2/1 wurde jetzt nur eine rote 3. Damit war er optisch als einfacher Postvereinsbrief mit 3 Kr. Postvereinsfranko voll bezahlt und einer Leitung über Frankenthal (6.7.) nach Freinsheim (7.7.) stand nichts mehr im Wege.

Interssieren würde mich in diesem Zusammenhang, ob der Bote in Worms seinen Kreuzer bekam, oder ob er ihn auf Grund dieser besonderen Umstände an den Fürsten abtreten musste. Jedenfalls habe ich diese Oberrosine mal vor gut 30 Jahren beim philatelistischen Arbeitskreis Pfalz sehen und kaufen dürfen und gottlob orientierte sich der Preis eher an Marke und Nummernstempel, als an der postgeschichtlichen Entstehung seiner selbst. Glück muss man haben!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 15.04.2024 14:31:34 Gelesen: 15618# 763 @  
Liebe Freunde,

ein Brief, der mehrere Besonderheiten in sich birgt, ist immer ein kleines Highlight und so ist es auch hier.



Aufgegeben als Trauerbrief ("mourning cover") in Wächtersbach (Thurn und Taxis) war er mit einem Groschen frankiert worden (bar, ohne Marke war das dort möglich).

Die Aufgabepost schrieb oben links ob seines Formats und Gewichts "1fach", bemerkte also den weiteren Poststellen damit, dass der Brief präzise verwogen worden war und nichts nachzuerheben war.

Weil die Dekade im Stempel undeutlich abgeschlagen war, fügte man zwischen 18 und 9 schnell in Orange eine "5" ein, so dass wir ihn auf 1859 datieren können.

2 Tage später kam er an und die traurige Mitteilung, die man seiner Erlaucht, dem Herrn Grafen zu Castell machte, ist heute nicht mehr vorhanden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manne Am: 15.04.2024 15:04:57 Gelesen: 15614# 764 @  
Hallo,

aus Stuttgart ein Brief vom 17.12.1833 der nach Kempten lief.







Gruß
Manne
 
bayern klassisch Am: 15.04.2024 15:09:49 Gelesen: 15612# 765 @  
@ Manne [#764]

Hallo Manne,

das war ein Frankobrief an das Handelshaus Welf (ursprünglich in Savoyen - Gressonney - ansässig), der den Absender 6 Kr. für Württemberg und 4 Kr. für Bayern gekostet hatte. Gewicht bis 1/2 Loth = 8,75 g.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Manne Am: 15.04.2024 15:31:01 Gelesen: 15607# 766 @  
@ bayern klassisch [#765]

Ralph,

vielen lieben Dank für Deine Ergänzung.

Gruß
Manne
 
bayern klassisch Am: 17.04.2024 11:15:30 Gelesen: 15402# 767 @  
Liebe Freunde,

es gibt Highlights, denen man dieses Attribut schon meilenweit entfernt ansieht, und es gibt welche, die sich einem auch auf den 2. Blick kaum als solche zu erschließen vermögen. Hier die Variante 2.



Die Firma Mess & Co. in London 20 gab einen einfachen, bis 1/4 Unze = 7,5 g leichten Brief an die Gebrüder Gienanth in Hochstein bei Winnweiler in der Pfalz auf, der korrekt mit 6 Pence frankiert worden war.

Über die Lombard Street Stempel (L.S. von London) ging am 23.5.1857 die Reise über Calais (Folgetag) und Paris mit der Bahnpost Paris-Strasbourg nur bis Forbach, wo er ausgeladen wurde und über Saarbrücken (Preussen) in die Pfalz lief. Am 25.5. war er in Winnweiler und weil die Firma Gienanth ein Postfach dort hatte, kamen keine weiteren 2 oder 3 Kreuzer für den Kantonsboten hinzu.

Der Absender, ein Kenner der internationalen Postverhältnisse, hatte in weiser Voraussicht der Post mit seinem Leitwegsvorschlag "via Calais & Forbach" den passenden Tipp gegeben, denn eine Leitung über Belgien wäre auch möglich gewesen, wobei das maximale Gewicht für einen einfachen Brief schon bei einem Loth lag, also gut dem Doppelten, wie bei der Leitung über Frankreich.

Dabei profitierte die Pfalz von diesem Tarif über Frankreich, der in andere Orte Bayerns nämlich 2 Pence = 6 Kreuzer mehr gekostet hätte. Ab dem 1.8.1852, wenn es über Ostende (Belgien) und Aachen gegangen wäre hätte der Preussens mit Grossbritannien 23 Kr. vorgesehen, ungeachtet der linksrheinischen Pfalz.

Nun könnte man meinen, dass Pfalzbriefe via Frankreich nach Grossbritannien et vice versa häufig seien, weil doch die Pfalz direkt an Frankreich grenzte und Briefe nach Grossbritannien keine Seltenheiten sind - aber weit gefehlt. Außer einem Brief an die Firma Gienanth im 3. Gewicht, kennen wir bisher keinen weiteren, so dass ich sehr froh war, diesen schnappen zu können. Fehlt eigentlich nur noch einer im 2. Gewicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manne Am: 19.04.2024 10:57:46 Gelesen: 15118# 768 @  
Hallo,

aus Gera ein Brief vom 21.05.1832, gelaufen nach Hof.





Gruß
Manne
 
bayern klassisch Am: 19.04.2024 11:02:16 Gelesen: 15116# 769 @  
@ Manne [#768]

Hallo Manne,

der Absender zahlte hinten zu sehen 1 1/2 Groschen für den Brief, wobei Bayern KEIN Porto bezog, weil Hof ein Grenzpostamt war und es daher keine innerbayerische Taxe gab. Das war eine Besonderheit, die es sonst nicht gab. Hof war preussisch, sächsisch und bayerisch und die dort verwendete Tinte bei Taxen war preussisch Rot, nicht sächsische Rötel oder bayerisch Schwarz.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Manne Am: 19.04.2024 11:14:20 Gelesen: 15115# 770 @  
@ bayern klassisch [#769]

Hallo Ralph,
vielen Dank für Deine Erklärung, wieder etwas gelernt.
Gruß
Manne
 
bayern klassisch Am: 15.05.2024 09:51:50 Gelesen: 9821# 771 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich 2 Portobriefe aus Odessa nach Marseille mit der Leitung über Österreich, Bayern, Württemberg und Baden nach Frankreich.



Der 1. vom 9.6.1869 (+ 12 Tage unseres Kalenders) wurde von Österreich in Wien mit 15 Neukreuzer für den russischen Anteil einfach taxiert. In Paris aber am 28.6. oben links mit "2" versehen für das 2. Gewicht und mit 20 Decimes taxiert. Dabei kann man die große, blaue 15 Nkr. gut lesen, während man den undeutlichen Stempel 20 von Frankreich unglücklich platziert hatte.



Der 2. vom 28.5.1870 (+ 12 Tage unseres Kalenders) wurde von Österreich in Wien ebenso mit 15 Nkr. taxiert, allerdings wurden diese dann auch von derselben Hand gestichen. Warum? Paris stempelte jetzt 10 Decimes für dein einfachen Brief.

Diese südrussischen Briefe über Österreich und die Südstaaten nach Frankreich sind taxmäßig immer für eine Überraschung gut und das letzte Wort hierüber noch nicht gesprochen. Aber schön sind sie allemal.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 15.05.2024 16:33:08 Gelesen: 9781# 772 @  
@ bayern klassisch [#771]

Hallo Ralph,

sehr cool diese Briefe, ich bin begeistert, sehr schön auch auf dem zweiten Brief die Verschlussvignette der Firma Wurhaft.

Gib mal den Link ein und geh über die Suchfunktion und gib Wurhaft ein, vielleicht wäre das interessant [1].

Gruß Rainer

[1] https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/4039486/e7b9f8427a5f98050d8d7a9303ec92b0/archiv-findbuch-stiftung-data.pdf
 
bayern klassisch Am: 22.05.2024 16:48:14 Gelesen: 8300# 773 @  
Liebe Freunde,

endlich kann ich einen österreichischen Brief als Werbekuvert mit 5 Neukreuzern frankiert in Böhmisch Eisenstein zeigen, der via Weiden nach Bayreuth am 17.10.1870 lief (am 19.10. in Zwiesel und am 21.10. in Bayreuth).



Text des Vordruckkuverts: Spegel- & Glasfabriken Joh. Anton Ziegler & Söhne,

Kreuzhütte pr. Klentsch in Böhmen, Niederlage: Wien Johannesgasse Numero 2.

Ich liebe diese Kuverts - für mich sind sie mit das Schönste, was es aus dem 19. Jahrhundert gibt in meinen Sammlungen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 22.05.2024 19:13:32 Gelesen: 8267# 774 @  
@ bayern klassisch [#773]

Hallo Ralph,

da kann man nur staunen, ein wirklich schöner Beleg der wohl in mehrere Sammlungen passen würde allein schon wegen der Werbung auf dem Kuvert.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 29.05.2024 15:33:22 Gelesen: 6551# 775 @  
Liebe Freunde,

eine Rechnung der Firma Wilhelm Fleischhauer in Stuttgart wurde dortstelbst am 27.12.1851 aufgesetzt. Kunde war der Apotheker Goessel in Nürnberg. Die Rechnung belief sich auf 23 Gulden total.





Die Postaufgabe des Briefes (Rechnungen waren immer Briefe) erfolgte aber in Nürnberg, 158 km Luftlinie entfernt bei der Hauptbriefpostexpedition dortselbst für nur einen Kreuzer, aber was für einen, am 31.12.1851.

Verwendet wurde eine Bayern 1 I vom Nov. 1849, also die klassische Erstausgabe. Diese war aber Ende Dezember 1851, also über 2 Jahre alt, nicht mehr am Postschalter zu bekommen, da sie in Nürnberg schon im Dezember 1850 von ihrer Nachfolgerin, der 1 Kreuzer rosa (Nr. 3I) abgelöst wurde.

Man darf also davon ausgehen, dass der Absender in Stuttgart bayerische Einser aus 1849 und 1850 hatte und diese peu à peu verwendete, denn gültig waren sie ja bis 1864.

Er musste also jemanden gehabt haben, der ihm seine Briefe nach Bayern transportierte, um sie dort günstig aufgeben zu können. Die Ersparnis betrug 8 Kreuzer und war somit pro Brief enorm.

Briefe aus der Markenzeit Württembergs (ab 15.10.1851) in den Postverein bzw. nach Bayern mit Marken der Zielländer sind handverlesen und eine spätere Verwendung einer 1 I muss man erst einmal finden (wäre eine Portemonnaiemarke und wie die i. d. R. aussehen, wissen wir).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 29.05.2024 19:52:11 Gelesen: 6503# 776 @  
@ bayern klassisch [#775]

Hallo Ralph,

schönes und interessantes Stück, einen Forwarder habe ich in der Zeit für Nürnberg oder Stuttgart nicht gefunden, es kann also nur ein Geschäftsfreund oder ein Fuhrmann den Brief mitgenommen haben.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 29.05.2024 19:54:10 Gelesen: 6502# 777 @  
@ Gernesammler [#776]

Hallo Rainer,

bei 4 Tagen Differenz zwischen Schreiben und Aufgeben des Briefes dürftest du mit dem Fuhrmann sehr gut liegen. Ein Bahnreisender hätte den am selben, oder spätenstens nächsten Tag aufgegeben.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

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