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Thema: (?) (325/334) Altdeutschland Bayern Eingehende Briefe
Das Thema hat 336 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 07.04.2019 22:10:14 Gelesen: 4705# 312 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#311]

Hallo Kevin,

danke sehr! Die 9 Kreuzer Erstausgabe ist meine österreichische Lieblingsmarke und Briefe mit ihr in die Schweiz gibt es als Einzelfrankatur, Farbfrankatur und Mehrfachfrankatur - aber es ist so, wie es immer ist: Wenn man etwas Spezielles sucht, ist es nicht da.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Stamps99 Am: 11.04.2019 19:35:02 Gelesen: 4460# 313 @  
Hallo,

das könnte eine Quizfrage sein: Ortsname mit 5 x S.

In Bayern gibt es ihn - Strassbessenbach :-)

Hier als Ankunftsstempel auf 2 Kreuzer Ganzsache aus Frankfurt, rückseitig eine Bestellung von Feuerzeugen.



Gruß Ralf
 
bayern klassisch Am: 11.04.2019 19:45:56 Gelesen: 4458# 314 @  
@ Stamps99 [#313]

Hallo Ralf,

schönes Stück - hätte ich auch genommen. Schön zu sehen, dass Bayern links oben Ankunft gestempelt hat, weil das bei bayerischen Correspondenz- bzw. Postkarten so vorgeschrieben hatte, bei der Reichspost war das aber wohl nicht nötig.
Routine eben.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 14.04.2019 09:09:35 Gelesen: 4299# 315 @  
Liebe Freunde,

für den einen ist er unattraktiv, für den anderen sieht er einfach nicht gut aus. Ich habe ihn genommen, weil er 2 Komponenten aufweist, die es darzustellen gilt und so oft kann man das m. M. n. nicht.



http://www.alemannia-judaica.de/edenkoben_synagoge.htm

Innerhalb Bayerns waren Briefe inklusive 1 Loth einfach, im Postverein aber waren es schon Doppelbriefe. Den Beweis tritt einer aus Birnbaum vom 6.5.18?? nach Edenkoben in der Pfalz an, der leider für mich nicht datierbar ist. Gerichtet war er an Wolf Issac, den Vorsteher der israelitischen Gemeinde in Edenkoben.

1855 laut Link war er zumindest dort Vorsteher. Wer näheres dazu beitragen kann, darf das gerne tun, da ich alles andere als ein begnadeter Googler

Zurück zum Brief: Oben links notierte die Aufgabepost (Bayern hätte das nicht getan) 1 Loth, womit Briefe über 20 Meilen 3 + 3 = 6 Silbergroschen (Sgr.) franko kosteten (hier bar kassiert - schade, hätte auch gerne ein nettes Blockstück preussischer Marken hier gezeigt). Aber er war noch dazu recommandirt und hierfür fielen weitere 2 Sgr. an, so dass der Absender total 8 Sgr. zahlte. Es wurde also, und das war nicht bei allen Staaten so, die Recogebühr in den Frankobetrag integriert.

Was über "Wolf" steht, kann ich nicht lesen und siegelseitig hätte man schon ein paar Stempel vermutet (Platz wäre ja genug da), aber dort ist gähnende Leere.

Sollte sich jemand bei der israelitischen Kulusgemeide Edenkoben mit Postgeschichte befassen, schenke ich ihm den Brief (mich hat er den Preis von 2 Pizzen gekostet) gerne, auch wenn man damit nichts wiedergutmachen kann.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.04.2019 09:20:29 Gelesen: 4296# 316 @  
Liebe Freunde,

heute ein barfrankierter Brief mit 4 3/4 Schilling von Wismar, Mecklenburg - Schwerin, nach Annweiler in die Pfalz, wo er am 6.12.1852 ankam und ins nahe Annweiler gebracht wurde (dort leider ohne Ankunftsstempel).



Sind schon gewöhnliche Briefe (i. d. R. Portobriefe) nach Bayern Seltenheiten, so ist ein frankierter, noch dazu in die beschauliche Pfalz, Raritäten.

Die Siegelseite zeigt wunderbar den Postenlauf: Wismar an der Strecke Rostock - Hagenow, Hamburg - Berlin, Wittenberg - Magdeburg und Magdeburg - Leipzig.

Bisher kann ich kaum Briefe von dort in die Pfalz - jetzt habe ich einen davon. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.04.2019 09:45:29 Gelesen: 4293# 317 @  
Liebe Freunde,

da ist mir ein schönes Schwabenfrüchtchen ins Netz gegangen. Absenderstempel Meyer & Kober in Berg bei Stuttgart, verfasst am 13.3.1867, ging er nicht an seinen gedachten Empfänger Jos. Xaver Lutz in Cham im Wald, sondern zur Firma Weinmann nach Nördlingen, wo man am 18.3. eine Nr. 9c aufpappte, die für die innerbayerische Strecke bis Cham ausreichte.



Der Briefinhalt ist hektographiert und nur die individuellen Daten wurde manuell eingetragen. Hellblauer Faltbrief, orange + blaue Firmenstempel, dazu die rote Marke (und so häufig ist die 9c schon auf Normalbrief nicht, geschweige denn auf einem Kuvertierten) - da musste ich nicht lange überlegen.

Bei einer Strecke von gut 250 km hätte er von Berg bei Stuttgart aus natürlich 9 Kreuzer gekostet, so dass man sich 6 Kreuzer sparte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 22.04.2019 08:55:04 Gelesen: 3758# 318 @  
Liebe Freunde,

einen Dreiländer - Laufzettel der Vormarkenzeit findet man nicht an jeder Ecke und das war schon damals so. Umso erfreuter war ich, dergleichen in der Bucht schießen zu können, womit meine Mini - Laufzettel - Sammlung wieder ein kleines Stück voran kommt. Aber der Reihe nach.

Im badischen Mannheim stellte man einen Laufzettel am 9.5.1842 für ein Paket von dort nach Oettingen (Bayern) aus, welches am 2.3.1842 aufgegeben worden war, der Mannheimer Absender aber keine Rückmeldung des Erhalts bekommen hatte. Der Badener war also am 9.5.1842 bei seinem Postamt vorstellig geworden, hielt seinen Postschein hin und fragte, was damit los sei. Er tat dies so glaubhaft, dass die Aufgabepost einen kostenfreien Dienstlaufzettel aufnahm, der denselben Weg zu verfolgen hatte, wie damals das Paket.

Text: Laufzettel fahrender Post nach Oettingen über Stuttgart

No 47 Den 2ten Maerz d. J. wurde sub No 6 ein Paket an die Lehen u. Regalienadministration in Oettingen nach Stuttgart abgesandt. Der Aufgeber dieses Packets konnte bis jetzt keine Nachricht über dessen richtigen Empfang erhalten, weßwegen wir das Ansinnen stellen uns über dessen Weiterbeförderung und richtige Bestellung nähere Nachricht zu geben. Großh. Postwagen Expedition A. A. von der Banck

No 137 praes. 11. May

Den 5. Maerz in Charte I Sub Nro. 6 nach Noerdlingen.
Stuttgart, den 11. May 1842
K. W. Haupt Expedition Fahrposten Klingler

erster Fahrpost - Inspector - Unterschrift

Den 10 Maerz sub Nr. 1 nach Oettingen.
Noerdlingen den 13. May 1842
Koenigliche Postverwaltung
Henning

Obenerwähntes Packet wurde laut Bestellungs-Buch unterm 12. Maerz 1842 der hiesigen k. Lehensadministration zugestellt.
Oettingen: 13/5 42
Koenigliche Postexpedition
AA Beyschlag.

Wir sehen also hier, dass alles seine Richtigkeit hatte und nur der Empfänger es versäumt hatte, zeitig dem Absender den Erhalt des Packets mitzuteilen.

Der so vollzogene Laufzettel war umgehend der Post in Mannheim zu retournieren, welche nach seiner Ankunft am 16.5.1842 den Empfänger verständigte, dass er seinen Laufzettel auf der Post abholen könnte. Dieser wurde dann gegen den Postschein des Absenders getauscht, so dass er mit dem Laufzettel in Händen beruhigt nach Hause gehen konnte. Der eingezogenen Postschein wurde in die Akten gelegt und nach Ablauf der für ihn vorgesehenen Frist amtlich vernichtet.

Dieser Beitrag wird auch in einem Rundbrief der ARGE Baden erscheinen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 02.05.2019 19:51:22 Gelesen: 3156# 319 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Ganzsachen Postkarte zu 50 Reis mit Zusatzfrankatur von nochmals 50 Reis aus Bahia De Miguel Calmon an Herrn Mattin Brunner in Nürnberg. Die Postkarte wurde am 4.5. aufgegeben, das Jahr könnte 1907-08 gewesen sein ich finde leider kein direktes Datum.

Was ich sehr bemerkenswert fand ist die Tatsache, dass um diese Zeit schon Spender für die Bekämpfung von Krebskrakheiten gab, die Stadt Nürnberg hatte dafür eine Stiftung errichtet.

Ich habe den Text mit angehangen, denn das allein ist schon faszienierend.

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 10.05.2019 14:42:29 Gelesen: 2751# 320 @  
Liebe Freunde,

dass ein Schweizer eher zu der Gattung der sparsameren Menschen zählt, ist kein Privileg der heutigen Zeit, sondern konnte schon länger beobachtet werden. Wie lange schon? Nun, in St. Gallen zumindest seit dem 29.4.1865, als man einen Brief nebst 1 Balle(n) Baumwollgarn "franco Fracht und Ausgangszoll" der Firma Martin Spengelin zukommen ließ. Der Brief war natürlich in der Ware versteckt, aber die dortige Güterexpedition entnahm ihn und klebte eine Portomarke zu 3 Kreuzern auf, womit sie den Schweizerischen Schmuggelbrief als unfrankierten Ortsbrief in Bayern akzeptierte.




Der Ballen scheint nicht so klein gewesen zu sein, denn es wurden als Wert 900 Gulden (3 Jahresgehälter eines durchschnittlichen Beamten damals) angesetzt und der Endempfänger war Jeig & Roth in Oelsnitz.

Bei der Entwertung der Portomarke könnte man fast von einer Vorentwertung sprechen, wenn nicht unten rechts der Strich 1mm auf den Brief übergehen würde. Aber die Arbeit mit einem Lineal ist hier ganz klar bewiesen, weil kein Mensch so gerade ein X anbringen kann.

Mit diesem kenne ich 4 Briefe dieser Art aus St. Gallen, alle von derselben Firma an dieselbe Firma in Lindau, wobei ich noch einen habe, bei der der K.G.E. Lindau - Stempel abgeschlagen wurde.

In jedem Fall sind Schweizbriefe dieser Art größte Seltenheiten und, Sigi Deider sei Dank, alle Jubeljahre mal bei großen Bayernauktionen im Angebot, so dass ich hier glücklich zuschlagen konnte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.05.2019 14:53:57 Gelesen: 2749# 321 @  
Liebe Freunde,

ein Dienstbrief, bei Baden mit D.S. für Dienst - Sache gekennzeichnet und mit dem Behördensiegel von Mannheim am 11.8.1849 versehen, wurde korrekt von der Aufgabepost untaxiert belassen. Empfänger war das bayer. Kreis- und Stadtgericht in Nürnberg. Gem. Postvertrag Baden - Bayern vom 1.1.1843 waren die gegenseitigen Diensteskorrespondenzen in Staatsangelegenheiten portofrei zu belassen.



Der Kartenschluß Mannheim - Würzburg funktionierte auch gut, denn schon am Folgetag war der Dienstbrief in Würzburg. Siegelseitig war der Ortsstempel abzuschlagen, was man in schöner blauer Stempelfarbe erledigte - nur der Abschlag eine Auslage - Stempels war für portofreie Briefe natürlich obsolet, denn eine Auslage, also eine fremde Portobelastung, gab es hier ja gar nicht.

Warum auch immer - in Würzburg stempelte man den Auslagestempel auf die badische Franchise D.S., ohne ihn freilich zu taxieren. So dürfte sich auch die Zielpost in Nürnberg gewundert haben, als sie ihn noch am selben Tag erhielt, wie ich auch, denn dergleichen hatte ich bis dato noch nie gesehen. Hätte Mannheim besser gestempelt, wäre es ein Traum - so ist es zwar kein Albtraum, aber ein bisserl traurig bin ich schon, dass er nicht so schön ist, wie ich ihn mir gewünscht hätte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.05.2019 15:06:59 Gelesen: 2744# 322 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Portobrief aus Ulm nach Kaufbeuren an Caspar Gerhauser vom 4.12.1848. Der Brief hätte auch über die Donau in Neu-Ulm aufgegeben werden können, dann aber eine andere Gebühr nach sich gezogen, nämlich bei 6-12 Meilen über 1/2 bis 1 Loth schwer 6 Kreuzer. Die 3 Kreuzer für Württemberg hätte man sich gespart.





Aber der Absender war postehrlich und Württemberg taxierte 2 + 1 = 3 Kreuzer als Brief der 2. Gewichtsstufe und sandte ihn im Paket nach Augsburg, wo er am 9.12.1848 zuerst den Ankunftsstempel und dann den Auslagestempel auf der württembergischen "3" erhielt, z u denen 6 Kreuzer für Bayern kamen, so dass der gute Gerhauser 9 Kreuzer total zahlen musste.

Warum kostete der Brief aber so viel und wog 1,5fach? Im Inhalte lesen wir, dass der Ulmer einen Protest von Gerhauser zu einem Kunden von jenem am 3.12. zugesandt bekommen hatte, den der Ulmer jetzt wieder an Gerhauser zurück schickte. Unten links auf der 1. Seite des Schreibens lesen wir auch: "1 Einl(age)".

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 10.05.2019 19:53:54 Gelesen: 2726# 323 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postkarte von August Blumenthal aus Hamburg vom 10.1.1884 an die Mechanische Weberei in Hof.

Für das Franko nahm man eine Mi.Nr.40 Ziffer - Reichsadler (Pfennig) zu 5 Pfennig und gestempelt wurde mit L3 Dreizeiler Sonderstempel "Hamburg Sped.Bur.No 3" (Feuser 1367, nachverwendete Stempel Altdeutschland), sowie dem Ankunftsstempel von Hof II Einkreiser (Helbig Nr.4 Typ 21a ohne Jahr).

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 10.05.2019 20:23:39 Gelesen: 2718# 324 @  
@ Gernesammler [#323]

Sehr schöne Karte, Rainer - da kann man nicht meckern!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 15.05.2019 15:10:13 Gelesen: 2086# 325 @  
Liebe Freunde,

für 3 Pizzen oder 24 Euro kann man nicht meckern, wenn man a) einen schönen und b) einen gleichzeit ungewöhnlichen Brief an Land ziehen kann - nicht mal dann, wenn es ein "häufiger" Preusse in dein "häufiges" Bayern war.





Geschrieben am 18.7.1849 in Stradow bei Spremberg mit Aufgabestempel Spremberg vom Folgetag war er gerichtet: An Eine Hochgräflich Castellsche Hochlöbliche Domänial Canzley zu Castell in Unterfranken Kreise des Königreichs Bayern".

Die Aufgabepost stellte siegelseitig fest, dass der Absender dort etwas vermerkt hatte: In augenblicklicher Ermangelung des Amts - Siegels, der Guts-Administrator Schlegel".

Aha - also wäre kein Dienstbrief (portofrei!) möglich gewesen, sondern nur noch die Variante franko bzw. porto zu verschicken. Bezahlen wollte der Herr Guts-Administrator Schlegel nicht, also hatte Spremberg zu taxieren und zwar nur die preussische Strecke mit 4 Silbergroschen, die in blauer Tinte ausgeführt wurden. Bayern rechnete diese in 14 rheinische Kreuzer um (rote Tinte von Hof). Dann notierte man später 12 Kreuzer für Bayern ab Hof bis zum Zielort, so dass man total 26 Kreuzer berappen musste (oben links wurden nur die 14 Kreuzer wiederholt, die Preussen gefordert hatte).

Briefe mit Siegelvermerken sind m. E. nicht häufig - länderübergreifende Briefe damit kenne ich kaum einmal. Ich war sehr froh, diesen hier geschossen zu haben.

Frage an die Preussenkenner unter uns: War das eine Contravention?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 15.05.2019 15:18:10 Gelesen: 2082# 326 @  
Liebe Freunde,

das Bankhaus Metzler in Frankfurt am Main schickte einen mit 6 Kreuzern treffend frankierten einfachen Brief bis 20 Meilen nach Seligenstadt [1] bei Würzburg.



Wikipedia lehrt uns, dass der Ort praktisch nur aus dem Bahnhof bestand - und just so wurde auch die Anschrift formuliert:

Herrn J. Wilhelm Scheller von Hildburghausen poste restante Bahnhof in Seligenstadt bei Würzburg. Siegelseitig mangel alles und auch die damals (22.1.1856) fällige Lagergebühr von 4 Kreuzern wurde nirgendwo vermekt, aber wohl bezahlt, denn retour lief er nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Seligenstadt_bei_W%C3%BCrzburg
 
Gernesammler Am: 15.05.2019 19:57:30 Gelesen: 2032# 327 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Porto Brief vom 23.11.1831 aus Preussen (ehemals Grossherzogtum Hessen, aber seit 1828 zum Zollgebiet Preussen zugehörig) von Ferdinand Ihm wenn ich es richtig lese mit einer Bestellung an Nicolaus Welff und Sohn in Kempten die durch den Fuhrmann Oberndörfer befördert werden sollte.

Da Offenbach 1831 noch keinen eigenen Stempel hatte wurde der Brief Richtung Kempten nur mit dem Vermerk von 18 Kreuzer in Rötel verschickt und lief über Würzburg Richtung Augsburg wo der Auslagenstempel von Augsburg abgeschlagen wurde.

Im Auslagenstempel wurde der Anteil von Preussen 4 Kreuzer vermerkt, darunter der Anteil von Bayern die 14 Kreuzer für sich beanspruchten. Auf der Rückseite ist ein Papiersiegel welches zwar nicht mehr so toll aussieht aber einen Anker zum Inhalt hat, vielleicht kann jemand hierzu etwas sagen.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 16.05.2019 18:09:56 Gelesen: 1899# 328 @  
@ Gernesammler [#327]

Hallo Rainer,

da muss ich ein bisserl korrigieren. Offenbach war nicht preußisch - erst zum 1.7.1867 kam das so auf Grund des verlorenen Krieges gegen Preußen.

Damals war es Teil des Großherzogtums Hessen und man war eine Postanstalt der Fürsten von Thurn und Taxis.

Offenbach hatte mindestens seit 1816/17 eigene Poststempel, hier wurde aber dieser abzuschlagen vergessen, was ja auch interessant ist.

Die Leitung, wie von dir richtig beschrieben, erfolgte im Briefepaket via Aschaffenburg - Würzburg - Augsburg - Kempten. Da er in Hessen im Paket der Briefe eingetütet worden war, welches nach bayerische Schwaben sollte, öffnete Augsburg das TT - Paket und stempelte auf den 4 Kreuzern für Taxis seinen Auslagestempel, darunter 14 Kreuzer für Bayern ab Aschaffenburg bis Kempten, wo man letztlich in Rötel die Addition 18 notierte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 17.05.2019 19:39:12 Gelesen: 1779# 329 @  
@ Gernesammler [#327]

Hallo Ralph,

Danke für die Richtigstellung, ich selbst hatte bei Wiki nachgesehen "Zollverein Hessen - Preussen".

https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fisch-Hessischer_Zollverein

Hier der Link dazu, dachte das wäre richtig, denn ich sagte ja nicht, dass Hessen Preussen zugehörig war.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 25.05.2019 10:41:19 Gelesen: 1256# 330 @  
Liebe Freunde,

schon als Kind faszinierten mich Retourbriefe und tun es noch. Bei unserer JHV konnte ich einen schnappen, der bei der Heidelberger Stadt-Post am 28.12.186? vom H. Faas, Rechtsanwalt dortselbst, aufgegeben wurde. Offenbar lag ihm die Mandantschaft im Ohr, einen Brief an ein "Fräulein Mathilde Stubenvoll Neuenburg bei Grünstadt Pfalz" zu schreiben. Der Brief kam wohl noch am selben Tag in Grünstadt an, jedoch war dort a) weder ein Ort namens Neuenburg, noch b) eine Mathilde Stubenvoll bekannt, was in summa dazu führte, dass man frontseitig "unbekannt retour" schrieb, wobei unklar bleiben muss, ob damit a) der Ort, oder b) das Fräulein, oder c) Ort und Fräulein gemeint waren. Noch am selben Tag schickte man den Brief nach Heidelberg zurück, wo er am 29.12. seinem Absender wieder zugestellt wurde - 3 Kreuzer für nichts, könnte man sagen.



Ein Neuenburg gibt es, allerdings in Südbaden zwischen Freiburg im Breisgau und Basel - und Grünstadt liegt auch fast am Rhein, was eine dünne Parallele wäre.

Es gäbe auch ein Neuerburg - allerdings nördlich von Trier, damals Preussen, genauer in der Eifel, aber die war von der Pfalz auch nicht so weit weg.

Möglich wäre auch ein Neuburg am Rhein, welches in der Pfalz lag und liegt, allerdings ca. 60 km südlich von Grünstadt und westlich von Karlsruhe (Baden).

Bei meinen germanisch-bescheidenen Google - Eigenschaften versteht es sich von selbst, dass ich die gute Mathilde Stubenvoll sogar weltweit, nicht nur in der Pfalz, gefunden habe.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Für Hinweise, die zur Ergreifung (von Daten) der Stubenvoll führen, setzt der Unterzeichner eine hohe Belohnung aus.
 
Stamps99 Am: 25.05.2019 14:24:31 Gelesen: 1228# 331 @  
@ bayern klassisch [#330]

Hallo Ralf,

bei Grünstadt gibt es kein Neuenburg und keinen Ort, der ähnlich geschrieben wird.

Der Ort wird also auf jeden Fall mit "unbekannt" gemeint sein.

Auch Mathilde habe ich nicht gefunden, aber den Landgerichtsdiener Georg Stubenvoll, der sich 1874 von Grünstadt nach Speyer versetzen lies. Der war bei der Post sicher bekannt und wenn er zur Zeit des Briefes schon Gerichtsdiener war, hatte man ihn bestimmt aufgrund der Namensgleichheit zu Mathilde befragt.

Wäre sie bekannt gewesen, hätte sie auch den Brief trotz falscher Adresse erhalten, so das "unbekannt" auch ihr galt.

Gruß Ralf
 
bayern klassisch Am: 25.05.2019 15:22:15 Gelesen: 1219# 332 @  
@ Stamps99 [#331]

Hallo Ralf,

so wird es gewesen sein - es gibt wohl auch heute noch ein paar Stubenvolls in dieser Ecke. Leider habe ich keine konkreten Hinweise auf Mathilde gefunden, aber meine Frau ist Genealogin und darf sich von jetzt an damit befassen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 28.05.2019 16:42:52 Gelesen: 955# 333 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen schweren Brief aus Bitche nach Landau in der Pfalz vom 26.5.1839, der für die französische Strecke bis Forbach 18 Kreuzer (6 Decimes) und von dort nach Landau weitere 18 Kreuzer kostete.



Ausweislich der Siegelseite lief er über den Paketschluß Homburg (heute: Homburg an der Saar), siehe blauer Halbkreisstempel und es kam noch ein weiterer Kreuzer Bestellgeld (privater Bote) hinzu, so dass der Empfänger total 37 Kreuzer für ihn zu zahlen hatte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 28.05.2019 19:43:32 Gelesen: 930# 334 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 27.2.1803 aus Näfels im Kanton Glarus aus der Schweiz von Herrn Lattelt(h)ing nach Kempten per Lindau an Nicolaus Zumstein und Söhne. Da kein Kürzel auf dem Brief über ein Porto oder Franko zu sehen ist gehe ich davon aus das dieser in einem Briefpaket oder per Fuhrmann an Herrn Zumstein spediert wurde.

Was hat es mit dem Zeichen zwischen an und Herrn auf sich, es kann wohl kein Charge Gitter sein wenn der Brief im Paket kam.

Auf der Rückseite ist noch ein etwas mitgenommenes Papiersiegel.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 02.06.2019 10:58:20 Gelesen: 656# 335 @  
Liebe Freunde,

das einzige Objekt der Begierde beim heutigen Tauschtag in Darmstadt liegt hier vor euch: Eine schöne Postkarte aus Stuttgart vom 23.4.1874 an Herrn Georg Benda in Fürth bei Nürnberg, der folgender Text aufgeschrieben wurde:



Stuttgart April 23 / 1874

Ich bitte Briefe etc für Herrn Henry Benda bis auf Weiteres nach Genf Adresse Charles Köhler zu senden. Freundlichst grüßend Heinrich Benda

Demzufolge könnte es Briefe aus Bayern mit 3 Kreuzern frankiert nach Stuttgart geben, die dann kostenpflichtig in die Schweiz weiter geleitet wurden (mit 40 Rappen Nachtaxe, oder, das wäre der Hammer, auf 7 Kreuzer auffrankiert dort mit einer Württembergmarke). Wer dergleichen hat, darf sich gerne bei mir melden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.06.2019 12:47:38 Gelesen: 588# 336 @  
Liebe Freunde,



heute zeige ich eine Besonderheit: Portobrief aus Mülhausen im Elsaß (Frankreich) vom 14.4.1844 in den Kanton St. Gallen fehlgeleitet über Bayern. Französischer Anteil 8 Kreuzer + Transit Bayern 12 Kreuzer = 20 Kreuzer. Dann bemerkte man, dass der Brief nach Rheineck in der Schweiz gehen sollte und nicht nach Bayern, daher routete man ihn via Lindau nach St. Gallen (Anteil von St. Gallen = 2 Kreuzer = 22 Kreuzer Gesamtporto. "POSTE RESTANTE Rheineck" wünschte der Absender, so dass der Brief 3 Monate lang bei der Post liegen bleiben musste, ehe er ausgelöst und abgeholt wurde.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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