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Thema: (?) (116) Alliierte Besetzung: Zehnfachfrankaturen
Das Thema hat 119 Beiträge:
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spain01 Am: 12.12.2018 13:19:25 Gelesen: 35658# 95 @  
Der folgende Brief wirft für mich Fragen auf:



Zunächst ist er mit 170 Pf für einen Ortsbrief um 10 Pf überfrankiert. Die Marken der französischen Zone wurden wohl zu Recht reklamiert, gekennzeichnet und nicht entwertet. Mannheim lag aber in der französischen Zone.

Die akzeptierten Marken haben einen Frankaturwert von 127 Pf, damit war/wäre der Brief um 33 Pf unterfrankiert. Durch die Nachgebühr von 6 Pf wurde der Brief dann wieder teurer als der eigentliche Tarif von 160 Pf bzw. der regulären 16 Pf.

Wurde hier eine "Strafgebühr" erhoben?

Wie ist ein solcher Brief zu bewerten? Im 2017er Mi-Spez auf Seite 813 steht "Beanstandete Zehnfachfrankaturen ... Zuschlag 150,-". Trifft das hier zu oder müssen andere Maßstäbe angelegt werden?

Gruß
Michael
 
guy69 Am: 12.12.2018 13:44:59 Gelesen: 35652# 96 @  
Ein ganzer Tag zu spät. Oder was ist hier passiert?


 
Frankenjogger Am: 12.12.2018 14:07:08 Gelesen: 35642# 97 @  
Hallo guy69,

ja die Marken waren nicht mehr gültig. Somit galt der Brief als nicht frankiert und es wurde die 1,5-fache Nachgebühr erhoben.

Hallo Michael,

Mannheim gehörte zur Amerikanischen Zone, auch wenn es zu Baden gehört. Dort waren die Marken der französischen Zone nicht gültig.

Bei deinem Brief fehlten, wie du schon festgestellt hast, 33 Pf, die als 3,3 Pf neue Währung gerechnet wurden. Dieser Wert wurde auf 4 Pf Fehlbetrag aufgerundet und dann wurde der 1,5-fache Betrag als Nachgebühr erhoben.

Über den Wert kann ich leider keine Auskunft geben.

Viele Grüße, Klemens
 
spain01 Am: 12.12.2018 14:16:52 Gelesen: 35638# 98 @  
Danke für die Info, Klemens!
 
spain01 Am: 20.05.2019 16:21:13 Gelesen: 32647# 99 @  
Hallo Allerseits,

heute bekam ich einen Brief, dessen Stempelung eine mir nicht nachvollziehbare Kuriosität zeigt:



Der Brief wurde in Bad Schwartau aufgegeben und mit Datum 21.6.48-18 gestempelt. Der auf der Rückseite lila markierte Stempel ist von Hamburg 21.6.48.9-10...



Wie kann es sein, dass der Stempel vom Ankunftsort vor dem Absendedatum liegt? Und dann auf der rückseitig einzigen nicht entwerteten Marke? Wurde hier "platz gelassen" für den Ankunftsstempel?

Es wäre doch sicherlich ein sehr großer Zufall, wenn eine nicht entwertete Briefmarke (gut, auf der Vorderseite sind genau genommen auch 2 Marken nicht entwertet) von einem nicht auf den nächsten Tag umgestellten Stempel entwertet worden wäre. Oder kam der Brief tatsächlich innerhalb von 3-4 Stunden in Hamburg an?

Die Marke links des markierten Stempels ist übrigens die All. Bes. MiNr. 951 I.

Gruß
Michael
 
sammler-ralph Am: 20.05.2019 16:36:14 Gelesen: 32638# 100 @  
@ spain01 [#99]

Viele Ämter haben Ihre Stempel nicht mehrmals am Tag umgestellt. Vermutlich hat Bad Schwartau den ganzen Tag über mit 18 Uhr gestempelt. Der Ankunftstempel zeigt übrigens die Uhrzeit 9-10 N, das N steht für nachmittags (also 21-22 Uhr). Somit könnten die Uhrzeiten sogar direkt stimmen, sind ja nur rund 70 Kilometer.

Gruß
Ralph
 
GSFreak Am: 12.11.2019 21:27:30 Gelesen: 29134# 101 @  
Hier eine portogerecht frankierte Postkarte aus Göttingen 2 nach Elberberg über Fritzlar vom 22.06.1948. Ergänzend zum 10 Rpf. Wertstempel der P 961 sind 1,10 RM zugeklebt (Mi.-Nrn. 937 und 946), das sind denn 120 Rpf = 12 Pf.



Gruß Ulrich
 
Fips002 Am: 30.06.2020 19:03:09 Gelesen: 24179# 102 @  
Ganzsachen Postkarte P 962 der II. Kontrollratsausgabe 1947-1948 mit Zehnfachfrankatur von Wittgendorf(Kreis Zittau) 26.7.1948 nach Hirschfelde/Sachsen. Die Karte ist mit 1 Pfennig überfrankiert.



Dieter
 
Fips002 Am: 04.07.2020 19:17:21 Gelesen: 24033# 103 @  
Brief mit Zehnfachfrankatur an das Finanzamt in Eutin. Entwertet wurde die Frankatur mit dem Bahnpoststempel Kiel-Lübeck am 21.6.1948.



Dieter
 
Franz-Karl Lindner Am: 04.10.2020 13:15:37 Gelesen: 22036# 104 @  
Hallo zusammen,

bilde einmal einen R-Brief aus Niendorf/Ostsee nach Bad Mergentheim vom 22.06.1948 ab, Vorder- und Rückseite. Was haltet ihr von der Frankatur? Gab es hier nicht einen Rechenfehler, oder stimmt die Frankatur doch? Wer hilft?

Danke Franz-Karl


 
hajo22 Am: 04.10.2020 13:30:28 Gelesen: 22028# 105 @  
@ Franz-Karl Lindner [#104]

Wenn ich richtig gerechnet habe, ergeben sich 810 Reichspf. = 81 "neue" DPf.

Frankatur: Einschreiben 60 Pf. (oder 600 Pf. alt) + 24 Pf. (oder 240 Pf. alt).

Der RBrief ist demnach um 3 neue Pf. oder 30 alte Pf. unterfrankiert.

Und keiner hat's gemerkt.

hajo22
 
Franz-Karl Lindner Am: 04.10.2020 14:35:47 Gelesen: 22011# 106 @  
Danke, da hat einer wohl nicht rechnen können!
 
alemannia Am: 04.10.2020 14:41:48 Gelesen: 22009# 107 @  
@ Franz-Karl Lindner [#104]

Hallo zusammen,
hallo Franz-Karl,

unbeanstandet gelaufene unterfrankierte Zehnfachfrankaturen kommen in der Bizone vor, wenn auch relativ selten.

Insbesondere findet man sie bei Mischfrankaturen mit mehreren Marken unterschiedlicher Wertstufe, die aufgrund fehlenden Platzes auf der Vorderseite, auch rückseitig verklebt werden mussten.

Zu dem gezeigten Beleg zeige ich ein weiteres Beispiel eines R-Briefes bis 20 g, der mit 4 alten RPf unterfrankiert war:



Um das rechnerisch ohne Taschenrechner festzustellen, musste ich schon etwas Zeit aufwenden.

Gruß

Guntram
 
GSFreak Am: 10.11.2020 12:06:28 Gelesen: 20888# 108 @  
Eine Zehnfachfrankatur vom 08.07.1948 aus BERLIN-WEISSENSEE 1 (sowj. Sektor) nach Hann.Münden. Hier hat einer auch nicht richtig gerechnet, obwohl offenbar Leiter eines Briefmarken-Tausch-Zirkels. Einschließlich Wertstempel (P 962, in der SBZ noch gültig bis 31.07.1948) beträgt die Frankatur 130 Rpf.

120 Rpf. = 12 Pf. hätten gereicht. Immerhin soll eine sog. "Goldtaube" verklebt sein (Mi.-Nr. 959b) gemäß handschriftlicher Notierung eines Vorbesitzers der Karte. Konnte ich bisher aber nicht verifizieren.



Beste Grüße
Ulrich
 
Briefuhu Am: 01.03.2021 22:17:18 Gelesen: 17100# 109 @  
Hallo,

hier eine Zehnfachfrankatur vom 03.07.1948 von Wünschendorf nach Kaltenborn in der Sowjetischen Zone.

Frankiert mit 11 Mark = 1,10 Mark.

Fernbrief bis 50 g = 48 Pfennige und 60 Pfennige für Einschreiben = 1,08 Mark also mit 2 Pfennig überfrankiert.

Ich hoffe ich habe richtig gerechnet.

Auf der Rückseite ist ein Prüfvermerk von Schlegel A. angebracht und drei Marken mit a) oder b) geprüft.



Schönen Gruß
Sepp
 
Totalo-Flauti Am: 18.07.2021 08:54:55 Gelesen: 12713# 110 @  
Liebe Sammlerfreunde,

eine Zehnfachfrankatur (insgesamt 240 alte Reichspfennig) aus der SBZ von Leipzig nach Droyßig über Zeitz vom 6.7.1948. Marken in Reichsmark-Währung die sich noch im Besitz der Postbenutzer befanden durften in der SBZ im Zeitraum vom 24.06.1948 bis 31.07.1948 zu 1/10 des Nennwertes aufgebraucht werden.

Hier wurden von der zweiten Kontrollratsausgabe 6x Mi.943, 2x Mi.944, 2x Mi.945, 2x Mi.946, 9x Mi.947 und 3x Mi.961 für die notwendige Frankatur verwendet.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
Totalo-Flauti Am: 30.07.2021 18:21:59 Gelesen: 12149# 111 @  
Liebe Sammlerfreunde,

mit 15x Mi.949 konnten die notwendigen alten 240 Reichpfennig für den einfachen Brief dargestellt werden. Hier auf einem Leipziger Brief vom 27.08.1948.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
Adalbert Am: 27.09.2021 09:57:59 Gelesen: 10578# 112 @  
Hallo,

ich habe mal eine Frage zu den Zehnfachfrankaturen vom 21./22.06.1948. Es gibt ja die briefmarkenfrankierten Belege, bei denen man dann halt an der Briefmarke erkennen kann, ob es sich um "alte" oder "neue" Währung handelt. Andererseits gibt es aber auch Zehnfachfrankaturen, frankiert mit Absenderfreistempeln; an den beiden Tagen konnte auch altes RM-Freistempel-Guthaben als Zehnfachfrankatur verwendet werden.

Wie konnte das aber bei Absenderfreistempeln unterschieden werden, ob es sich um "alte" oder "neue" Währung handelt?

Viele Grüße
Adalbert
 
alemannia Am: 27.09.2021 10:11:24 Gelesen: 10571# 113 @  
@ Adalbert [#112]

Hallo zusammen,
hallo Adalbert,

es war auch bei den Freistempeln der zehnfache Betrag zu verwenden.

Zwei Beispiele, 24 Pfennig für Fernbrief Inland bis 20 g und Geschäftspapier Inland bis 100 g:



Gruß
Guntram
 
jokama Am: 27.09.2021 12:38:45 Gelesen: 10529# 114 @  
Ich habe hier Informationen über die 10fach Frankaturen auf meiner Webseite [1].

Geschichtliche Infos und Briefbeispiele.

Gruß

Manfred



[1] http://www.manfredkaiser.de/10fach.html
 
Adalbert Am: 29.09.2021 08:24:08 Gelesen: 10474# 115 @  
Hallo,

danke für die Rückmeldungen und das Zeigen der Belege. Dennoch bleibt für mich die Frage, woran kann die Post bei den Belegen mit Absenderfreistempel erkennen, dass es sich um die alte Währung und nicht um die neue handelt? Für die Beispiele, die im Beitrag [#113] gezeigt wurden: Wäre es schon neue Währung gewesen, sähen dann die Belege nicht ganz genauso aus, nur dass ein anderer Wert eingedruckt gewesen wäre? Aber die Post musste es ja auch irgendwie erkennen können, ob alte oder neue Währung?

Viele Grüße
Adalbert
 
alemannia Am: 29.09.2021 11:11:49 Gelesen: 10451# 116 @  
@ Adalbert [#115]

Hallo zusammen,
hallo Adalbert,

wenn ich die Frage richtig verstehe, geht es darum, inwieweit es möglich gewesen ist, am 21. und 22.6.1948 nicht zehnfach, sondern einfach mit altem RM-Guthaben unerkannt in falscher Höhe zu stempeln.

Bei den Absender-Freistemplern mussten die Gebühren im voraus entrichtet werden. Die Buchung der Beträge geschah beim zuständigen Postamt, entweder durch Wertkarten (Francotyp), oder Einstellungen (Postalia) an den Geräten.

Ab 21.6. war die Zahlung nur noch in DM möglich.

Die freigestempelten Briefsendungen konnten in der Regel nicht über Briefkasten eingeliefert werden, sondern mussten, taggenau zum Stempeldatum, beim Postamt abgegeben werden.

Ich gehe davon aus, dass die Dienststellen nachvollziehen konnten, inwieweit die Firmen ihr Guthaben aufgebraucht hatten.

Bei Absenderfreistempeln mit Datum 21. und 22.6.1948 gehe ich deshalb davon aus, dass es sich bei Einfachfrankierung um die neue DM-Währung handelt.

Da ich kein Fachmann für AFS bin, würde ich mich freuen, wenn meine Ausführungen bestätigt, ergänzt oder auch berichtigt würden.

Gruß

Guntram
 
iholymoses Am: 20.11.2021 12:14:24 Gelesen: 9081# 117 @  
Hier ein Brief vom 2.7.48 mit einer leider entfernten oder sonst wie abhanden gekommenen Marke (der Brief war in einem wilden Lot dabei):



Wenn ich richtig gerechnet habe, dürfte eine 40 Pf-Marke fehlen: 200 Pf (80 Pf vorne + 120 Pf hinten) Frankatur sind noch vorhanden, 240 Pf wären notwendig.

Mir gefällt auch der spezielle Stempel gut.

Schönen Samstag,
Reinhard

[riefrückseite um 180 Grad gedreht, jetzt ist der Stempel besser erkennbar]
 
Fips002 Am: 17.12.2021 18:24:08 Gelesen: 8197# 118 @  
Ganzsachen Postkarte P 955 von Wittgendorf (Kreis Zittau) 26.7.1948 nach Hirschfelde, Sachsen.

Die Karte ist mit 15 Pfennig überfrankiert.



Dieter
 
iholymoses Am: 30.12.2021 21:35:38 Gelesen: 7684# 119 @  
@ jokama [#58]

Hier eine Mischfrankatur, die dem gezeigten Beleg sehr ähnlich sieht:



MiNr. 959 als Zehnfachfrankatur = 10 Pf. und dazu MiNr. 166 + 170 mit Bezirkshandstempeln ergeben zusammen die notwendigen 24 Pf.

Aber das scheint dann ja wohl ein Machwerk zu sein, in Massenfertigung.

Viele Grüße,
Reinhard
 

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