Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 622 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 5 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24   25  oder alle Beiträge zeigen
 
Heinz 7 Am: 07.07.2019 14:01:45 Gelesen: 8781# 598 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#596]

Das ist ein sehr schöner Brief, Kevin!

Einzelfrankaturen mit der 5 Rappen braun sind natürlich keine Seltenheit, aber als hübscher Ortsbrief dennoch sehr begehrenswert. Auch im Nahverkehr war die Marke so eine gültige Frankatur, wie der nachstehende Brief zeigt.



Aufgegeben wurde dieser Brief 1867 in Aeugst (Knonauer-Amt). Da dieser Ort kein Postbüro hatte, nur eine Postablage, erhielt der Brief zwei Stabstempel "AEUGST". Vorschriftsgemäss wurde der Brief dann ein zweites Mal gestempelt im Durchgangsort Affoltern. Der kleine blaue Stempel "AFFOLTERN A/A" (= am Albis) ist sehr schön und bei den Schweiz-Sammlern beliebt.

Der Brief ist adressiert an Herrn (Herrn) Gemeindeammann Huber in Rifferswil. Dieser Ort ist nicht weit von Aeugst entfernt, darum genügte eine Frankatur von 5 Rappen, was der Absender auch vermerkte (handschriftlich: "franco").

Solche kleinformatigen Briefchen sind bei Sammlern auch sehr beliebt.

Kevin, die Information, die Du uns gibst, über Ennenda, ist sehr interessant. Widersprechen muss ich Dir aber in einer anderen Aussage: der allgemeine Wohlstand der Schweiz zu dieser Zeit war nicht etwas hoch, sondern im Gegenteil: In weiten Teilen der Schweiz herrschte bittere Armut, die viele Einwohner sogar zur Auswanderung zwang, oder - noch schlimmer - zur Reisläuferei: Junge Männer liessen sich im Mittelalter von fremden Armeen zum Militärdienst verdingen, bis diese verboten wurde!

Die Schweiz war damals ein karges Land mit wenig Rohstoffen, mit oft schlechten Erträgen in der Landwirtschaft auf oft kargen Böden (Gebirge; kalte Winter; "Mini-Eiszeit 1850").

Erst später erschuf sich die Bevölkerung mit viel Fleiss einen Wohlstand. Seidenband-Weberei, Uhrmacherkunst, Maschinenbau, Pharmazie u.s.w. verhalfen der Schweiz ab Ende XIX. Jahrhundert zu mehr Wohlstand. Auch der Eisenbahn-Bau und der aufkeimende Tourismus brachte neue Einkommensmöglichkeiten für die notleidende Bevölkerung.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.07.2019 14:24:20 Gelesen: 8777# 599 @  
@ Heinz 7 [#598]

Hallo Heinz,

dein Brief ist ebenfalls eine Wucht! Ich liebe diese kleinformatigen Briefe, nicht umsonst sind diese Formate, wie Du bereits sagtest, unter Sammlern sehr beliebt. In Kombination mit dem Stabstempel ein Augenschmaus!

Du hast natürlich Recht mit der Armut in der Schweiz zur damaligen Zeit, mein Fehler.

Liebe Grüße,

Kevin
 
Heinz 7 Am: 29.07.2019 20:34:43 Gelesen: 7341# 600 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#1]

Für unser 600-Jubiläum habe ich einen schönen Beitrag gesucht, und ich denke: auch gefunden!

Etwas "Unscheinbares", aber etwas Kurioses!



Die beiden Marken sind nicht selten. Die Stempel schon eher: "EBERTSCHWEIL" als Stabstempel (Abstempelungswerk Andres/Emmenegger Gruppe 30, Buchstabe E, Nummer 1) wurde im zweiten, überarbeiteten Werk (Grosses Handbuch 1969) mit immerhin CHF 60 (auf sitz. Helvetia gezähnt) bewertet.

Kurios ist, dass die Marke links oben gestempelt wurde "BERTSCHWEIL". Jeder Interessent wird diesen Ort in der Schweiz vergeblich suchen, den Ort gibt es nicht! Die Erklärung ist: beim Stempel fehlt der erste Buchstabe!

Bei der sorgfältigen Beschreibung der Stücke ist dem Sammler doch ein kleiner Fehler unterlaufen: Der Brief links wurde am 19.3.1878 (nicht am 15.3.) in Hausen weitergeleitet. Aufgabeort war Ebertschweil (Postablage), in der Poststelle wurde der Brief mit dem Datumstempel versehen und an den Zielort weiterbefördert. Den kennen wir in diesen zwei Fällen nicht, weil nur je ein Fragment übrig geblieben ist.

Es ist Zufall, dass mit diesem Jubiläum auch ich eine "runde Zahl" feiern kann: es ist mein 100. Beitrag zu diesem schönen Schweizer Thema!

Heinz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 05.08.2019 21:55:39 Gelesen: 6847# 601 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#377]

Guten Abend zusammen,

die Bearbeitung meiner Sammlung für die Ausstellung in Sifi nähert sich bald ihrem Ende und ich habe mal wieder einen Beleg gefunden, der mich beim näheren Betrachten doch etwas stutzig gemacht hat.

Wie beim Beitrag [#377] ff. zu erkennen ist, haben wir damals schon die kleine Besonderheit des belgischen Grenzübergangsstempels auf einem Brief von Schweiz nach Frankreich festgestellt, der dort eigentlich nichts zu suchen hatte. So weit so gut.

Was mir jetzt bei etwas Intensiveren Betrachten des Beleges aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass rechts neben der Marke ein weiteres kleines Stempelfragment des Aufgabestempels abgeschlagen ist. Handelt es sich hierbei nur um einen Abklatsch oder haben hier vielleicht noch weitere Marken geklebt? Die Taxe für einen Brief der 1. Gewichtsstufe aus der 5. Tarifperiode beträgt natürlich 30 Rappen und es ist auch keine Notierung einer höheren Gewichtsstufe zu erkennen. Das würde schon mal dagegen sprechen, ist aber nicht unbedingt ein eindeutiges Ausschlusskriterium. Die Größe des Briefes ist doch ziemlich groß für die 1. Gewichtsstufe würde ich behaupten, was aber auch nicht zwangsläufig für höhere Gewichte sprechen muss.

Ich konnte mit der Lupe zumindest nichts erkennen was darauf schließen lässt, dass hier mal mehr als eine Marke geklebt haben, aber vielleicht kann sich noch jemand den Brief mal genauer anschauen. Besser einmal zu viel geguckt als einmal zu wenig.

Liebe Grüße

Kevin


 
bignell Am: 05.08.2019 22:00:39 Gelesen: 6845# 602 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#601]

Hallo Kevin,

für eine weitere Marke ist der Stempel zu gerade "abgeschnitten", ich würde eher annehmen, der Postbeamte hat einen weiteren Brief daraufgelegt und übergehend gestempelt, deshalb die gerade Kante.

Liebe Grüße, harald
 
briefmarkenwirbler24 Am: 05.08.2019 22:38:59 Gelesen: 6836# 603 @  
@ bignell [#602]

Hallo Harald,

das klingt doch sehr plausibel, daran habe ich gar nicht gedacht.

Dann kann ich ja beruhigt schlafen gehen:D

Liebe Grüße,

Kevin
 
SH-Sammler Am: 06.08.2019 07:55:25 Gelesen: 6804# 604 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#601]

Hallo Kevin,

ich bin der gleichen Ansicht wie Harald, dass Dein Brief beim Stempeln unter einem anderen Brief lag. Nur war Dein Brief noch nicht so ausgerichtet, dass die 30-er Marke links oben, die Schrift normal lesbar war. Der Brief lag verdreht vor. Daher ist der Teil-Stempelabschlag oben kopfstehend. Nachdem der obere Brief gestempelt war, hat der Postbeamte Deinen Brief in die korrekte Position gedreht und den Stempelabschlag auf die Marke (und den Brief) aufgebracht.

Mit anderen Worten, er hat sicher nicht den Stempel in seiner Hand gedreht.

Du kannst also beruhigt sein, da ist m.E. nichts falsch.

Liebe Grüsse
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 06.08.2019 13:01:36 Gelesen: 6777# 605 @  
@ SH-Sammler [#604]
@ bignell [#602]

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure Erläuterungen, so ergibt es Sinn!

Liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 09.08.2019 15:12:01 Gelesen: 6479# 606 @  
Hallo zusammen,

ich möchte euch gerne einen neu erworbenen Brief vorstellen:

Aufgegeben wurde der Beleg am 10.11.1867 in Thun und wurde adressiert nach Aarau. Die Taxe setzt sich wie folgt zusammen:

20 Rappen für einen Brief der 2. Gewichtsstufe (<10 bis 250 g) im Fernverkehr laut Tarif vom 01.07.1862 bis zum 31.08.1871 und 10 Rappen für eine Nachnahme bis 10 Franken laut Tarif vom 01.08.1862, macht zusammen 30 Rappen, die auch portogerecht frankiert und so vom Postbeamten auch in Rötel vermerkt wurden (einmal "30" Rappen für die Frankatur und "300" Rappen für den gesamten Nachnahmebetrag). Eine Besonderheit liegt darin, dass die Nachnahme vom Adressaten verweigert (refüsiert) wurde und so der Brief wieder Retour zum Absender geschickt wurde. Für die Retoure sind keine zusätzlichen Gebühren angefallen.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Marke und zwar handelt es sich um die seltene "b"-Farbe "reinblau" (im Zumstein) bzw. "preußischblau" (im Michel). Laut Befund ist ein Zahn der Marke zerrissen, was ich aber so nicht bestätigen würde

Vielleicht kann jemand den Namen des Adressaten entschlüsseln (ich lese bloß "Brast") ?



Liebe Grüße,

Kevin
 
SH-Sammler Am: 09.08.2019 15:34:38 Gelesen: 6477# 607 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#606]

Hallo Kevin

nicht schlecht, Dein Brief. Muss man erst mal finden.

Zur Adresse kann ich nur sagen, "Wer lesen kann, ist besser dran". Aber ich kann's eben auch nicht und brauche immer wieder Hilfe.

Wer jedoch nicht probiert, der verliert… ist noch so ein Spruch mit einer gewissen Wahrheit. :-)

Also los, Buchstabe um Buchstabe entziffern.

Ich lese 2 unterschiedliche Begriffe hinter dem Namen: Es könnte Waffen und Wein sein. Darunter, in der nächsten Zeile ist dann noch das Wort "Handlung".
Es könnte in meinen Augen auch Kaffee und Klein Handlung sein. Was jetzt?

Es gibt sicher jemanden (wir kennen ihn beide dem Namen nach) der das noch besser kann und meine Annahmen korrigiert.

Ich bin gespannt auf die Auflösung

Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 09.08.2019 17:22:28 Gelesen: 6460# 608 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#606]
@ SH-Sammler [#607]

Wie wäre es mit "Wasser- und Wein-Handlung?"

Heinz
 
bignell Am: 09.08.2019 19:25:47 Gelesen: 6442# 609 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#606]

Hallo Kevin,

also ich lese Waffen- und Weinhandlung. Der Herr A. Brast ist hier erwähnt [1].

Lg, harald

[1] http://www.schweizinfo.ch/files/Repertorium_band1_1848.pdf
 
briefmarkenwirbler24 Am: 09.08.2019 21:05:03 Gelesen: 6423# 610 @  
@ SH-Sammler [#607]
@ Heinz 7 [#608]
@ bignell [#609]

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Mithilfe, manchmal ist es doch ganz schön schwierig alleine auf den richtigen Namen zu kommen, mit Teamwork klappt es doch meistens super!

Im Parallelforum wurde auch "Waffen und Weinhandlung" gesagt, dann nehme ich doch mal an, dass dies wohl die richtige Adresse sein wird!

Vielen Dank und liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.09.2019 20:12:14 Gelesen: 2689# 611 @  
Hallo zusammen,

nach längerer Pause in diesem Thema, mal wieder ein neuer Brief der Sitzenden Lady:



Aufgegeben wurde der Brief am 22.02.1878 in Luzern und wurde adressiert an das Luftlinie weniger als 5 km entfernte Emmen, wo der Brief bereits am darauffolgenden Tag angekommen ist.

Tarif vom 01.09.1876 - 01.11.1884: 5 Rappen für einen Brief der 1. Gewichtsstufe (bis 15 g) im Ortskreis (bis 10 km)
Tarif vom 01.09.1876 - 01.11.1884: 20 Rappen für die Chargé-Gebühr
 

Ergibt in summa also 25 Rappen, die auch in Form einer hübschen Buntfrankatur verklebt worden sind.

Eingeschriebene Brief im Ortsverkehr sind nicht häufig, einen so schönen wie den, muss man dann auch erst mal finden. :)

Liebe Grüße,

Kevin
 

bayern klassisch Am: 10.09.2019 20:36:48 Gelesen: 2685# 612 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#611]

Hallo Kevin,

feines Stück - "Botenweibel" hieß der Empfänger. Mehr dazu [1].

Ausdrücke, die es sonst auf der Welt wohl nicht gibt.

Liebe Grüsse,
Ralph

[1] https://query-staatsarchiv.lu.ch/detail.aspx?ID=1229658
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.09.2019 20:55:28 Gelesen: 2679# 613 @  
@ bayern klassisch [#612]

Hallo Ralph,

die sog. "Botenweibelbriefe" waren eine Eigentümlichkeit des Kanton Luzerns.

Ich zitiere aus dem Buch "Über die Frankaturen der Sitzenden Helvetia gezählt" vom SSV:

Diese [Botenweibel-Briefe] waren auf den Rechtsbetrieb bezogen und enthielten oft Bareinlagen von Privaten zur Begleichung gewisser Gebühren; sie wären demnach wie Wertbriefe als Fahrpoststücke zu behandeln gewesen. Da die große Zahl solcher Korrespondenzen die Fahrpostexpediton unverhältnismäßig erschwerte, bewilligte die Postbehörde speziell für den Kanton Luzern deren Beförderung als gewöhnliche Chargé-Briefe, jedoch unter der Bedingung, dass sie keine Wertangabe trugen.

Zitation aus dem Buch "Altschweiz- was nicht im Katalog steht" von Josua Bühler:

Als Besonderheit sieht der Sammler oftmals mit 20 Rp. frankierte Briefe, die an Botenweibel adressiert sind. Wir entnehmen der Verfügung 7/1866: <<Im Kanton Luzern werden die auf Rechtsbetrieb und gerichtliche Liquidation bezüglichen Sendungen und Mitteilungen mittels Chargébriefen bewerkstelligt. Es werden einerseits von Privaten an Rechtsbetriebsbeamte (Botenweibel) Chargébriefe mit Einlagen der entsprechenden Gebühren, andererseits von Rechtsbetriebsbeamten und Gerichtskanzleien Chargébriefe an Private aufgegeben, auf denen der Wert der verwendeten Marken per Nachnahme erhoben wird.

Ich finde es relativ interessant, dass diese Regelung bloß für den Kanton Luzern gültig gewesen ist und nicht für die anderen Kantone. Bzw. in anderen Worten, warum hatte ausgerechnet Luzern einen so großen Korrespondenzverkehr solcher Schriftstücke.

Liebe Grüße,

Kevin
 
bayern klassisch Am: 10.09.2019 21:34:01 Gelesen: 2669# 614 @  
Hallo Kevin,

wieder etwas dazu gelernt - wow!

Luzern war schon zuvor, was das Reco - Verfahren anging, etwas eigen. Statt Chargé - bzw. Recommandirt - Stempel machten man dort einfach mit der Chargé - Raute weiter und pinselte munter in rot und blau drauflos.

Macht die Briefe aber hübscher, von daher hat dieser Kanton auch die schönsten Briefe hinterlassen. Freuen wir uns darüber, dass das üble Gleichmachertum nicht auch den letzten Winkel der Schweiz erreicht hat. Lang lebe der Individualismus!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
matze1958 Am: 18.09.2019 21:46:44 Gelesen: 2107# 615 @  
Nach langer Pause mal wieder ein kleiner Beitrag von mir. Die beiden abgebildeten Belege von Genf nach (Schloss-) Ritzebüttel (bei Cuxhaven, 1869 zu Hamburg und damit zum Thurn- und Taxischen Postgebiet gehörend) habe ich Abstand von ca. einem Jahr für kleines Geld bei Ebay ersteigert.

An sich nichts Besonderes, aber interessanterweise einmal mit 50 Rp. (nach meiner Meinung korrekt für Sendungen aus dem 2. Schweizer Rayon in den 3. Rayon des T&T Postgebiets in der Tarifperiode 01.11.1852 bis 31.08.1868) und das zweite Mal lediglich (unbeanstandet) mit 40 Rp. frankiert.

Hat die Post das einfach übersehen oder liege ich mit meiner Taxerklärung falsch? Bin gespannt auf Eure Kommentare.

Matze


 
bayern klassisch Am: 18.09.2019 22:26:07 Gelesen: 2099# 616 @  
@ matze1958 [#615]

Hallo Matze,

der 1. Brief war korrekt frankiert mit 20 Rappen für die Schweiz und 30 Rappen für den Norddeutschen Bund.

Der 2. Brief war unterfrankiert - aber die Schweiz hat trotzdem 30 Rappen als Weiterfranko den Norddeutschen Bund bonifiziert, so dass die Aufgabepost 10 Rappen verschenkt hatte. Da man dummerweise "P.D." gestempelt hatte, galt der Brief als geprüft voll frankiert und die Abgabepost in Deutschland durfte ihn nicht nachtaxieren.

Thurn und Taxis ging am 30.6.1867 unter. Preußen hatte übernommen als Folge des Krieges von 1866, so dass dein 1. Satz nicht richtig ist.

Ein schönes Paar, mit dem man einen kleinen Vortrag halten kann.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
philaworld Am: 22.09.2019 16:40:15 Gelesen: 1930# 617 @  
Rar und unbekannt, gehört aber zu England und nicht zu USA:

Dieser Charge Brief nach England sucht seinesgleichen. Es sind gemäss englischen Kollegen nur maximal 5 Belege aus der Schweiz bekannt, ich kenne nur drei, mit diesem Charge Eingangsstempel aus London:



Registered-London ... from Switzerland. Der Stempel wurde nur kurze Zeit verwendet, von 1869-1870. Für die Schweiz ist er in rot und in schwarz bekannt.

Den Stempel gibt es auch mit anderen Länderbezeichnungen wie: Belgium, Belgium via France, Bremen, Denmark, France, Hamburg, Holland, Italy, Malta, Prussia, Spain

Siehe hierzu die Quelle: Postvertragsstempel von James van der Linden, Verlag SOLUPHIL

1. Suplement zum Katalog von 1993.

Die Bücher: Ausgabe + Supement sind bei Philabooks zu bekommen. wer also Postgeschichte ins oder aus dem Ausland sammlet, sollte sich diese zulegen [1].

Lieber Gruss Rene

[1] https://www.philabooks.com/pages/suche.asp?L=SU&AB=1&A=QS

[Redaktionell verschoben aus dem Thema "Auslandsdestination: Schweiz -> USA bis zum Jahr 1900", da England nicht in den USA liegt]
 
philaworld Am: 28.09.2019 01:13:35 Gelesen: 1597# 618 @  
@ Pepe [#37]

Diese Frankaturen zeigen etwas besser was unter Farbnuancen zu verstehen ist.







Nicht alle Belege sind aus meiner Sammlung.

Lieber Gruss Rene
 
bayern klassisch Am: 28.09.2019 07:35:03 Gelesen: 1578# 619 @  
@ philaworld [#617]

Hallo Rene,

ganz wichtig bei deinem super Brief aus Lausanne wäre das Datum zu erwähnen gewesen - 12.9.1870. Da konnte man von der welschen Schweiz nicht mehr über Frankreich nach England schreiben, weil die Franzosen an allen Fronten verloren hatten und sich die deutschen Armeen Richtung Paris zubewegten.

Bei der Leitung über Kriegsgebiet waren alle chargierten Briefe (Wertbriefe, Einschreiben, Express usw.) nicht mehr versichert, das bedeutete, dass die Postverwaltungen keine Ersatzleistungen mehr anerkannten im Falle des Verlusts oder des Untergangs dieser Poststücke, was ja nur zur verständlich war.

Von daher war es nur logisch, dass Schweizer ihre wichtige Post nach England über das sichere Deutschland schickten, vor allem, wenn sie recommandirt sein sollte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 17.10.2019 19:02:25 Gelesen: 379# 620 @  
Liebe Freunde,

von einem lieben Freund habe ich die Erlaubnis, die folgenden Seite zu zeigen: Schweiz wegen Unterfrankatur via Frankreich in den Kirchenstaat.



Solch eine Seite hat sicher nicht jeder - der geschichtliche Hintergrund beim 2. Brief ist noch besser, als beim ersten - die französische Militärschutzmacht war aus Rom ausgezogen und wurde im Krieg 1870/71 gegen die Deutschen benötigt, daher war der Kirchenstaat ab September 1870 militärisch verwaist - Gott-sei-Dank ging die Eingliederung in das Königreich Italien unblutig von statten und dieser Brief (der 2.) zeigt schön, dass man zwar große politische Umwerfungen hatte, aber postalisch 1 zu 1 mit dem 1. Brief handelte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
SH-Sammler Am: 18.10.2019 02:45:55 Gelesen: 339# 621 @  
@ bayern klassisch [#620]

Hallo Ralph, hallo unbekannter CH-Sammler,

interessant, diese 2 Briefe. Wieder etwas dazugelernt. Bitte mehr davon, auch wenn von meinem Sammelgebiet Schaffhausen nicht so viel Post in den Kirchenstaat existiert wie zB. aus katholischen und grenznäheren Orten.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 18.10.2019 10:50:31 Gelesen: 309# 622 @  
@ SH-Sammler [#621]

Hallo Hanspeter,

wenn du mir eine Mail schickst, schicke ich dir die E-Mail Adresse meines Freundes. Er hat mehr Alben Schweiz, als viele Schweiz Sammler alte Briefe.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

Das Thema hat 622 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 5 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24   25  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.