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Thema: (?) (152/158) Die unterschiedlichen Kalender
Das Thema hat 161 Beiträge:
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volkimal Am: 27.04.2018 10:19:37 Gelesen: 37130# 137 @  
Hallo zusammen,

endlich funktioniert mein PC wieder und ich kann einen Beitrag einstellen.

Wie ich im Beitrag [#134] beschrieben habe, ist das Ergebnis beim Umrechnen der Daten nicht immer gleich. Das richtige Datum dürfte bei den Ersttagsstempeln zu erkennen sein, da diese vielfach das Datum nach dem islamischen und nach dem gregorianischen Kalender zeigen. Bei Tagesstempeln mit beiden Daten dürfte es in der Regel richtig sein, vielleicht ist das Datum aber auch gelegentlich falsch eingestellt. Hier einige der Ersttagsstempel:



Bei den Ersttagsstempeln gibt es einige, bei denen das Datum bei beiden Kalendern in unserer Schrift angegeben ist. Die Briefmarke zum Thema Energiesparen erschien am 01.08.1424 AH = 27.09.2003 AD.

Traditionell wird am 9. Oktober die Gründung des Weltpostvereins mit dem Weltposttag gefeiert. Aus diesem Anlass erschien am 13.08.1424 AH = 09.10.2003 AD die rechte Briefmarke. Bei diesen beiden Stempeln liefern z.B. die Datumsumrechner IslamiCity und Link to islam das richtige Datum.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.05.2018 15:47:21 Gelesen: 36435# 138 @  
Hallo zusammen,

neben unseren lateinischen Zahlen wird das islamische Datum natürlich häufig auch in arabisch-indischen Zahlen angegeben. Auch hierzu zwei Beispiele:



In Riad gibt es das King Abdul Aziz Horse Center. Man sieht den Reitplatz auf der Briefmarke vom ٢٣-١٠-١٤٢٤ = 1424.10.23 AH = 17.12.2003 AD.

Für eine Pilgerfahrt nach Mekka nimmt man heutzutage gerne auch ein Flugzeug. Die Briefmarke vom ١-١١-١٤٢٤ = 1424.11.01 AH = 24.12.2003 AD erschien aus diesem Anlass.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 06.06.2018 18:38:48 Gelesen: 26147# 139 @  
Hallo zusammen,

endlich komme ich dazu das Thema die unterschiedlichen Kalender fortzusetzen.

Als letzter Beleg aus Saudi-Arabien noch ein Tagesstempel auf einer Postkarte an meinen Vater:





Die Karte kommt von dem ehemaligen Schüler Bodo Grunewald. Er schreibt:
„… habe ich heute das außerordentliche Vergnügen, eines hier produzierten Landschaftsbilder, unter dem Künstlernamen – PINEP – in Saudi-Arabien veröffentlicht, Ihnen als Kartengruß zukommen zu lassen.“

Die Ortsangabe im Stempel ist „KH.MUSHAIT“. Die Postamtsnummer ist „6“. Oben ist der Ortsname in arabischer, unten in lateinischer Schrift angegeben.
Die Karte kommt also aus Khamis Mushayt = Chamis Muschait, einer Stadt im Südwesten von Saudi-Arabien in der Provinz Asir. 2004 hatte die Stadt 372.000 Einwohner.

Das Stempeldatum ist: ١٤٠٩-٩-١٩ = 1409-9-19 AH. Dieses entspricht vermutlich dem 25.04.1989 AD. Die Umrechner geben aber zum Teil den 24.04.1989 AD an.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.06.2018 13:26:50 Gelesen: 24682# 140 @  
Hallo zusammen,

Obwohl der islamische Kalender in vielen islamischen Ländern gilt, ist es nicht einfach Stempel aus anderen Ländern nach dem islamischen Kalender zu finden. Im Iran galt z.B. bis 1925 der islamische Kalender. Alle Stempel die ich aus der Zeit davor gesehen habe, tragen aber unser Datum. Auch die Stempel aus fast allen anderen islamischen Ländern zeigen unser, also das gregorianische Datum.

In Afghanistan sowie in Hedschas und Nedschd, den Vorgängerstaaten von Saudi-Arabien habe ich Stempel nach dem islamischen Kalender gefunden. Komplette Stempelabschläge fehlen aber noch in meiner Sammlung. Hedschas ist der westliche Teil, Nedschd der zentrale Teil Saudi-Arabiens.



Die linke Marke kommt aus Hedschas. Sie ist 1924 AD = 1342 AH erschienen. Links sind noch die drei ersten Zahlen der Jahreszahl zu sehen: ١٣٤ = 134.
Die rechte Marke kommt aus Nedschd. Sie wurde am 03.04.1931 AD = 15.11.1349 AH in Dschidda = Djeddah abgestempelt. Leider fehlt der rechte Teil des Stempels mit dem islamischen Datum in arabisch-indischen Ziffern. Damit man den Stempel besser lesen kann, habe ich dieselbe Marke ein zweites Mal auf dem Kopf abgebildet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 06.07.2018 17:28:38 Gelesen: 20416# 141 @  
Arabische Staaten, unser Kalender

Hallo zusammen,

aus Homs in Syrien kommen diese Stempel mit der Datumsangabe in unseren (arabischen) Zahlen und zusätzlich in arabisch-indischen Zahlen:



Als ich diese Stempel aus Syrien fand, habe ich zuerst angenommen, dass das Datum nach unserem und nach dem islamischen Kalender angegeben ist. Damit lag ich allerdings falsch.





In der Datumszeile steht: 29.4.38 * ٣٨.٤.٢٩ = 38.4.29. Es ist also zweimal dasselbe Datum nach dem gregorianischen Kalender. Die arabisch-indischen Zahlen sind allerdings von rechts nach links zu lesen. Beim Stempel aus Aleppo (Rückseite) ist das Datum nur mit unseren Zahlen angegeben.

Beim Ankunftsstempel aus Mailand sieht man zusätzlich das Datum nach der faschistischen Zeitrechnung: 1938 = XVI.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 25.07.2018 08:48:09 Gelesen: 16943# 142 @  
Hallo zusammen,

genauso wie in Saudi-Arabien gibt es in Syrien Bandstempel mit unterschiedlichen Stempelköpfen - siehe Beitrag [#128]. Im ersten Stempelkopf ist das Datum mit unseren (arabischen) Ziffern angegeben, im zweiten Stempelkopf dagegen mit arabisch-indischen Ziffern. Es ist ein zweisprachiger Stempel. Der Ortsname ist in beiden Stempelköpfen sowohl in Französisch als auch in Arabisch angegeben.



Das Stempeldatum in arabisch-indischer Schrift ist von rechts nach links, das andere von links nach rechts zu lesen. In beiden Stempelköpfen aus Damaskus ist das Datum nach unserem (gregorianischen) Kalender angegeben:

.

Damit man das Datum besser lesen kann, habe ich Striche bzw. Punkte eingesetzt, die im Stempel nicht vorhanden sind. Interessant finde ich auch die hochgestellte und unterstrichene Minutenangabe in beiden Stempelköpfen.

Auch die Posteigenwerbung ist sowohl Französisch als auch Arabisch. Es heißt dort: Expediez vos colis par la poste rapidite securite = Versenden Sie Ihre Pakete schnell und sicher mit der Post.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 14.08.2018 11:40:54 Gelesen: 14573# 143 @  
@ volkimal [#5]

Guten Tag,

was haben wir denn hier? Fangen wir doch mal ganz harmlos an:



Eine Alte Ansichtskarte aus dem Jahr 1899 aus Marburg, gezeigt ein Blick um den Lahnbogen auf die Stadt und über allem thront das Schloss. Es wird schlicht von der nächsten Fahrt nach Cassel und weiter über Berlin nach Neubabelsberg und Zeuthen berichtet. Damit sind wir von Hessen nach Brandenburg unterwegs - so weit, so gut.



Nun, die Zeit in Marburg war wohl etwas knapp, so hat der Absender die Karte erst in Kassel am 5.3.1899 in den Kasten geworfen. Auch bis hierhin noch nichts besonderes.



So, nun wird es etwas interessanter. Die Karte wurde nach Sankt Petersburg in Russland verschickt. Mit der Empfängeradresse tue ich mich noch etwas schwer, das braucht noch ein wenig bis ich es entziffert habe. Spannend finde ich den Ankunftsstempel, dieser datiert vom 24.2.1899. Dank Volkmars akribischer Recherche, kann ich nun das Datum vom julianischen auf den gregorianischen Kalender umrechnen, somit müsste die Karte am 8.März in St. Petersburg eingetroffen sein.

Spannend auch die Stempelform des Ankunftstempel, für mich ein Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten und jeweils ein Segment oben und unten. Der Ortsname (russisch Санкт-Петербург) ist in kyrillisch, jedoch findet sich am Ende noch ein großes Härtezeichen "Ъ", dieses scheint heute verschwunden zu sein.

Letzter Punkt, die Karte ist über Eydtkuhnen geleitet, ehemalige Grenzstadt zwischen Deutschland und Russland. Leider kein Transitstempel vorhanden, ich zeige daher noch als Ergänzung eine Feldpostkarte aus dem Jahre 1915 aus Eydtkuhnen.






Beste Grüsse sagt Olaf
 
DL8AAM Am: 14.08.2018 17:14:30 Gelesen: 14546# 144 @  
@ DERMZ [#143]

Mit der Empfängeradresse tue ich mich noch etwas schwer

Wenn ich mich als deutelnder Wessi nicht irre, ging die Karte an Herrn/Frau Olerich in der Kazaner Straße (Kazanskaya Ulitsa) Nr. 18, Wohnung 11 in Sankt Petersburg.

Das Haus dürfte sogar noch das "Original" von damals sein:



(Quelle: Google Maps)

Gruß
Thomas
 
volkimal Am: 14.08.2018 21:03:54 Gelesen: 14518# 145 @  
@ DERMZ [#143]
@ DL8AAM [#144]

Hallo Olaf und Thomas,

schön, dass ihr auch einmal etwas zu diesem Thema beitragt. Dass die Adresse auf der Karte sofort übersetzt wird finde ich auch gut.

Vielen Dank und viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 16.08.2018 16:22:55 Gelesen: 14340# 146 @  
@ DL8AAM [#144]

Danke Thomas,

so habe ich das kyrillische auch umgesetzt. Es ist halt doch zu lange her, als daß es mir flüssig von der Hand geht. Vielen Dank für das Photo, eine tolle Idee, die mir noch nicht in den Sinn kam.

Viele Grüße aus dem südlichen Süden

Olaf
 
volkimal Am: 17.08.2018 17:41:34 Gelesen: 14249# 147 @  
Hallo zusammen,

ein Foto von Angelika und Hans-Joachim Förster von einem Friedhof aus Istanbul möchte ich euch nicht vorenthalten:



Die gute Nadide ist allerdings keine 666 Jahre alt geworden. Die Jahreszahl 1330 ist nach dem Rumi-Kalender, der bis 1925 in der Türkei bzw. dem Osmanischen Reich galt. 1330 Rumi + 584 = 1914 AD. Nadide ist also 82 Jahre alt geworden.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 25.08.2018 10:40:11 Gelesen: 13490# 148 @  
Hallo zusammen,

im Beitrag [#141] habe ich mit unserem gregorianischen Kalender in arabischen Staaten begonnen. Ein letztes Beispiel aus Syrien mit der Datumsangabe in unseren (arabischen) Zahlen und zusätzlich in arabisch-indischen Zahlen:



Mit diesem zweisprachigen Stempel (Französisch/Arabisch) aus Aleppo habe ich Beispiele aus den drei größten Städten des Landes gezeigt.

Das Stempeldatum in arabischer Schrift ist 30-12-47 = 20.12.1947 AD. In arabisch-indischer Schrift ist angegeben ٤٧-١٢–٣٠ = 47-12-30. Es ist also dasselbe Datum, muss aber von rechts nach links gelesen werden.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 01.09.2018 23:01:02 Gelesen: 11892# 149 @  
Lieber Volkmar,

ich habe etwas überlegt bei welchem Thema ich diesen Beleg zeige, der speziell für dich gedacht ist, da er gleich mehrere deiner "philatelistischen Adern" trifft. ;-)

Hier erst mal die Anschriftenseite:



Im Text und bei verschiedenen anderen Angaben, z.B. Absender = Sendanto, oder das Zielland, Österreich = Austrujo, fällt die ungewöhnliche Sprache auf. Esperanto.

Noch viel interessanter und deswegen hier im Thema, die Bildseite dieser Postkarte, weitere Worte dazu erspare ich mir, das Bild dürfte alles dazu selbst sagen:



Amu salutojn,
Peter ;-)
 
volkimal Am: 02.09.2018 10:17:26 Gelesen: 11755# 150 @  
@ filunski [#149]

Kara Peter,
multaj dankon!

Das ist wirklich eine interessante Karte. Einen Esperanto-Kalender habe ich noch nicht gesehen. Bisher habe ich Belege mit Kalendern noch nicht in diesem Thema gezeigt, aber sie passen natürlich auch dazu.

Was wohl der italienische Maschinenstempel "Arrivano i vichinghi" = "Die Wikinger kommen an" bedeutet? Bezieht er sich auf den US-amerikanischer Abenteuerfilm "Die Wikinger" des Regisseurs Richard Fleischer aus dem Jahr 1958?

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 02.09.2018 23:32:30 Gelesen: 11545# 151 @  
@ volkimal [#150]

Hallo Volkmar,

dachte ich mir, dass dir der Kalender gefällt! ;-)

"I vichinghi" meint genau den von dir genannten Film. Werbung für den Kinostart des Films in Rom.

LG, Peter
 
volkimal Am: 07.09.2018 18:49:07 Gelesen: 10747# 152 @  
Hallo zusammen,

die von 1958 bis 1961 bestehende Vereinigte Arabische Republik (VAR) war ein Zusammenschluss der arabischen Staaten Ägypten und Syrien. Die Union zerbrach mit dem Austritt Syriens am 28. September 1961. Ägypten behielt den Namen Vereinigte Arabische Republik nach deren Ende noch bis zum Jahr 1972 bei.



Auf diesem Einschreibebrief aus Kairo nach München ist einer der wenigen mir bekannten Stempel aus Ägypten, bei denen das Datum in arabisch-indischen Ziffern geschrieben ist.



Der Absender des Briefes wohnt in Kairo. Da aber der Aufgabestempel nur arabischen Text enthält, kann ich aber nicht sagen, wo der Brief aufgegeben wurde. Das Datum ist gut zu erkennen, nur die Uhrzeit ist unklar. ٦٤-٢-٢٦ = 64-2-26 = 26.02.1964. Einen Tag später erhält der Brief einen Stempel vom Postamt Cairo Airport.

Der Brief trägt keinen Einschreibezettel oder Einschreibestempel. Lediglich die Nummer des Einschreibens ist zweimal handschriftlich vermerkt. Unten steht die Zahl hinter einem „R“ in arabisch-indischen Ziffern: „R ١٩١“. Links von der Anschrift ist mir der Buchstabe unklar, die Ziffern sehen aber nach unseren arabischen Ziffern aus: „? 191“. Ob er in Deutschland als Einschreiben behandelt wurde ist nicht erkennbar. Auch die Bedeutung des kleinen elliptischen Stempels unterhalb der Marke ist mir nicht klar. Vielleicht kann ja einer von Euch etwas dazu sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.09.2018 16:53:00 Gelesen: 9711# 153 @  
Hallo zusammen,

als nächstes ein Einschreibebrief aus dem Irak:



Das Stempeldatum ist = 1968 August 1 = 01.08.1968 AD. Es ist also nach unserem (gregorianischen) Kalender. Die beiden rechten Marken sind MiNr. 463 zur Eröffnung des neuen Irak-Museums in Bagdad. Links ist eine Zwangszuschlagsmarke zur Flutkatastrophe 1967 mit dem arabischen Aufdruck الدفاع الوطني = nationale Verteidigung (MiNr. 18). Was für ein Stempel links unten auf der Rückseite ist, weiß ich nicht.





Durch den Einschreibezettel ist es mir möglich, den Aufgabeort zu erkennen. Auf dem Einschreibezettel ist angegeben Al-Sadoon = السعدون. Damit kommt der Brief aus Bahdad. Im Rusafa-Distrikt östlich des Tigris gibt es den Al-Saadoon Park bzw. die Saadoun Street. Dort wohnt auch der Absender des Briefes. In der Nähe gibt es ein Postamt der Iraq telecom and post company = الشركة العامه للاتصالات والبريد. Evtl. hat der mittlere Teil „للاتصالات“ etwas mit dem arabischen Text unten im Stempel zu tun. Die Zeichen passen aber nicht genau.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.09.2018 19:16:10 Gelesen: 6159# 154 @  
Hallo zusammen,

nach den Tagesstempeln noch zwei Ersttagsstempel aus Dubai bzw. aus der Vereinigten Arabischen Republik:



Das Stempeldatum ist in unserer und in der arabisch-indischen Schrift angegeben. Es muss wie üblich von rechts nach links gelesen werden:



In diesem Fall wurde der syrische Monatsname für den Januar verwendet:






Wo dieser Ersttagsstempel aus der Vereinigten Arabischen Republik abgeschlagen worden ist, kann ich nicht sagen. Es ist kein Ort angegeben. Im Stempel steht oben lediglich die Übersetzung des englischen Textes. Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Republik war Kairo. Kein Problem bietet dagegen das Stempeldatum:



Bei beiden Ersttagsstempeln wurde also nur der gregorianische Kalender verwendet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 07.10.2018 14:52:22 Gelesen: 5125# 155 @  
Hallo zusammen!

Der äthiopische Kalender

Wenn man diese Briefmarken aus Äthiopien zum Millennium genauer ansieht, so stellt man fest, dass sie erst 2007 erschienen sind.



Der äthiopische Kalender ist eine Variante des koptischen Kalenders. Die Jahreszählung läuft dem gregorianischen Kalender 7 Jahre und etwa 8 Monate hinterher.

Auf den neueren Briefmarken aus Äthiopien steht in der Regel unten links die Jahreszahl in der äthiopischen Schrift. Bei diesem Satz ist es nicht so, denn dort steht ፪ሺህ = 2. Jahrtausend. Die Briefmarken sind also im Jahr 2000 EE = 2007 AD erschienen. Die Abkürzung „EE“ steht in diesem Fall für „Ethiopian era“.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 12.10.2018 20:47:05 Gelesen: 4328# 156 @  
@ volkimal [#19]

Guten Abend,

heute hatte ich die folgende Karte im Briefkasten, ein schönes aktuelles Beispiel für die unterschiedlichen Kalender in Japan - doch um es nicht zu vergessen, ohne diese Forum und Volkmars spannende Zeitreisen, ich hätte nie niemals an unterschiedliche Kalender gedacht!



Der nette Kollege hat Tokio besucht, und dort im Stadtteil Shiba den Tokio-Tower besichtigt. Der Tokio Tower ist in der Form dem Eifelturm nachempfunden, allerdings in Rot und Weiss lackiert. Auf dem roten Handstempel ist das Datum in der Heisei-Zeit im Gengö-System angegeben, dabei steht die 30 am Anfang für das 30.Jahr seit Beginn der Heisei-Zeit am 8. Januar 1989. Tag und Monat sind in diesem Fall identisch mit unserem Kalender. Der zweite Stempel - ich nenne ihn mal "Exportstempel" - ist in dem uns geläufigen Kalender gehalten.

Beste Grüße aus dem südlichen Süden

wünscht Olaf
 
volkimal Am: 17.10.2018 09:25:58 Gelesen: 3766# 157 @  
@ DERMZ [#156]

Hallo Olaf,

schön, dass ich bei diesem Thema nicht nur Alleinunterhalter bin und dass Du auch einmal einen Beleg zeigst. Danke!

Alle anderen können natürlich auch gerne mitmachen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.10.2018 09:40:40 Gelesen: 3760# 158 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Äthiopischen Kalender. Anhand dieser drei Ausgaben kann man gut erkennen, dass der Jahreswechsel nicht mit unserem Kalender übereinstimmt. Alle drei Briefmarken sind im selben äthiopischen Jahr erschienen. Als Jahreszahl ist unten links jeweils das Jahr ፳፻፲ angegeben.

An dieser Stelle eine erste Einführung in die äthiopische Jahreszählung. Die drei Ziffern sind:

፳ = 20, ፻ = 100 und ፲ = 10. Die äthiopische Jahreszahl ist 20 x 100 + 10 = 2010 EE.









Daneben stehen als Jahreszahlen nach unserem Kalender 2017, 2017/18 bzw. 2018 AD. Die unterschiedlichen Jahreszahlen ergeben sich dadurch, dass der Jahresbeginn nach unserem Kalender im September ist. Wieso bei der mittleren Marke beide Jahreszahlen angegeben sind weiß ich nicht. Ich konnte das genaue Erscheinungsdatum des Satzes bisher noch nicht feststellen.



Hat einer von Euch Informationen dazu? Ich konnte die Seite der äthiopischen Post leider nicht öffnen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.10.2018 18:21:12 Gelesen: 1986# 159 @  
Hallo zusammen,

zum „Übersetzen“ der äthiopischen Jahreszahlen genügt es nicht, die äthiopischen Ziffern zu kennen. Man muss zusätzlich wissen, wie die Jahreszahlen aufgebaut sind. Hier zunächst die äthiopischen Ziffern:



Auf dieser Briefmarke (MiNr 362) aus der Serie „alte Städte“ stehen gleich zwei Jahreszahlen nach dem äthiopischen Kalender in äthiopischen Ziffern und zusätzlich nach unserem Kalender:



Links stehen hintereinander die Zeichen für folgende Ziffern: ፱, ፻, ፺, ፪ = 9, 100, 90, 2
Rechts sind es die Ziffern ፲, ፪, ፻, ፺, ፪ = 10, 2, 100, 90, 2
Hinter den Jahreszahlen steht ዓ : ም : = C.E. = Christian era. Ich habe inzwischen festgestellt, dass häufiger CE anstelle von EE = Ethiopian era benutzt wird.

Die Jahreszahlen sind wie folgt zu lesen:
፱ ፻ ፺ ፪ ዓ : ም : = 9 x 100 + 90 + 2 = 992 CE = 1000 AD
፲ ፪ ፻ ፺ ፪ ዓ : ም : = (10 + 2) x 100 + 90 + 2 = 1292 CE = 1300 AD

Vor den Jahreszahlen steht noch ላሊበላ = Lalibela und ከ = von
Darunter heißt es ጥንታዊ : መናለሸ : ከተማ : = antike Hauptstadt
Lalibela ist weltweit bekannt für die elf monolithischen Kirchen, die überwiegend mehrgeschossig in rote Basaltlava gemeißelt sind. Die Briefmarke zeigt eine dieser Kirchen und zwar die Kirche Bet Emanuel oder Bet Amanuel

Viele Grüße
Volkmar
 
mausbach1 Am: 09.11.2018 10:44:48 Gelesen: 347# 160 @  
Danke, suchst ein japanischer roter Stempel mit Datum 3.3.12 - welches originale Datum ist auf einer Karte "verschlüsselt"? Das Datum wird evtl. aus dem Jahr 1991 stammen?

Meinen herzlichen vorab meinen Dank!

Glückauf!
Claus
 
volkimal Am: 09.11.2018 14:20:21 Gelesen: 317# 161 @  
@ mausbach1 [#160]

Hallo Claus,

es ist leichter, wenn du den Stempel zeigst. Wahrscheinlich steht die 3 links. Dann dürfte der Stempel aus dem Jahr Heisei 3 stammen. Damit wäre er vom 12.03.1991 AD.

Siehe https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=98953

Viele Grüße
Volkmar
 

Das Thema hat 161 Beiträge:
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