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Thema: Madagaskar: Poststücke vor und nach der Unabhängigkeit
Das Thema hat 41 Beiträge:
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Cantus Am: 02.11.2012 23:44:58 Gelesen: 9038# 1 @  
Madagaskar (amtlich Republik Madagaskar, malagasy Repoblikan’i Madagasikara, französisch République de Madagascar) ist mit etwa 22 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 587.041 Quadratkilometern nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt. Die Präsidialrepublik mit einer Küstenlänge von 4828 Kilometern liegt vor der Ostküste Mosambiks im Indischen Ozean.

1883 besetzte die französische Armee den Hafen, setzte die Königin ab und erklärte die Insel schließlich am 6. August 1896 zu einer französischen Kolonie. Erst am 26. Juni 1960 wurde Madagaskar unabhängig.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Madagaskar
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Madagaskars
http://de.wikipedia.org/wiki/Königreich_Madagaskar
http://www.planet-wissen.de/laender_leute/inseln/madagaskar/index.jsp

Eine Vielzahl von Informationen, insbesondere zur wechselvollen Geschichte Madagaskars, findet sich bei den vorgenannten Links.

Die Zeit der französischen Kolonialisierung hat sich maßgeblich auf die Gestaltung der Postwertzeichen dieses Landes ausgewirkt; bis in die heutige Zeit lassen sich diese Einflüsse nicht leugnen. Bei der Suche nach einem Staat in Afrika, dessen Philatelie sich zu sammeln lohnt und dessen Markenausgaben mir gefallen (ich bin langjähriger Frankreich-Sammler), bin ich unter anderem auf Madagaskar aufmerksam geworden. Im Laufe von vielen Jahren hat sich dann so nach und nach eine hübsche kleine Sammlung unterschiedlichster Poststücke ergeben, von denen ich euch einige vorstellen möchte.

Madagaskar dürfte wohl für die ganz überwiegende Zahl der Mitglieder dieses Forums etwas äußerst Exotisches sein und ich rechne auch nur mit ganz vereinzelten Beiträgen anderer Sammler. Anders als beim Start anderer Beiträge beginne ich hier nicht mit der Klassik, sondern möchte euch erst einmal drei Briefe neueren Datums vorstellen, bei denen Frankaturen bekannte Persönlichkeiten Madagaskars darstellen.

Zunächst ist da ein R-Brief, der eine Marke mit dem Bild Philibert Tsiranana trägt; Tsiranana (* 28. Oktober 1912 in Ambarikorano; † 16. April 1978) war von 1960 bis 1972 Präsident Madagaskars.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tsiranana

Der Brief lief am 27.2.1961 von Maevatanana nach Nantes.



Mi. 434, 457, 465

Ein zweiter Brief trägt eine Sondermarke, die am 30.12.1970 anlässlich des 60. Geburtstages des Präsidenten erschienen ist. Dieser Brief lief am 20.2.1971 von Sambava nach Colmar in Frankreich.



Mi. 625

Zum Schluss noch ein Umschlag, der u.a. eine Marke trägt, die das Bild von Jean-Joseph Rabearivelo (* 4. März 1901 in Antananarivo; † 22. Juni 1937 ebenda) zeigt; er war ein madagassischer Schriftsteller und Übersetzer.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Joseph_Rabearivelo

Der Brief wurde im Dezember 1968 von Tananarive nach Würselen im Bezirk Aachen befördert.



Mi. 515, 535

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 06.11.2012 02:38:58 Gelesen: 8981# 2 @  
Am 23.4.1935 erschien ein 14teiliger Flugpostsatz; alle Marken zeigen ein Flugzeug über der Silhouette von Madagaskar. Am 18.7.1938 sowie am 24.2.1941 erschienen insgesamt zehn Ergänzungswerte, alle mit der gleichen Abbildung.

Ich zeige heute einen Luftpostbrief, der am 22.6.1937 von Tananarive nach Freital in Sachsen befördert worden ist. Die Frankatur besteht aus zwei Marken zu 1,75 und 4,50 Francs. Zum Kennenlernen bilde ich beide Marken ab.



Mi. 217, 221





Viele Grüße
Ingo
 
Baber Am: 06.11.2012 15:29:23 Gelesen: 8954# 3 @  
@ Cantus [#29]

Hallo Cantus,

da ich die Postgeschichte zur Unabhängigkeit aller afrikanischen Staaten sammle, ist für mich Madagascar nicht so exotisch.

Was ich aber nicht nur bei Madagascar sondern bei allen ehemaligen französischen Kolonien noch nicht herausgefunden habe ist, wie lange die Kolonialmarken nach der Unabhängigkeit noch gültig waren oder ob sie theoretisch immer noch gültig sind, was ja in den französisch geprägten Gebieten nicht so abwegig wäre. In Frankreich sind ja theoretisch selbst die Marken mit dem alten Franc zu 1/100 des Nennwertes noch gültig.

Dein erster Brief hat so eine Mischfrakatur mit alt (FIDES) und neu (Präsident und Schmetterling).

Anbei noch 2 Briefe:



Mischfrankatur alt (FIDES+Kaffee) und neu (Proklamation der Republik 1959)



Inlands-R Brief Aufnahme in die UNO 1962

Gruß
Baber
 
Cantus Am: 06.11.2012 20:06:51 Gelesen: 8933# 4 @  
@ Baber [#3]

Hallo Baber,

sehr schön, nun sind wir schon zu zweit, die an solcher Philatelie so viel Interesse haben, dass sie das Gebiet auch sammeln. Deine Frage kann ich allerdings nicht so aus dem Stegreif beantworten, ich denke aber, die französischen Regeln zur erlaubten weiteren Verwendung der Marken trifft unter anderem auch auf Madagaskar zu. Ich werde mich jedoch dazu noch mit dem amtierenden, und, wenn das nicht weiterhilft, auch noch mit dem ehemaligen langjährigen Vorsitzenden der ARGE Frankreich in Verbindung setzen. Beide Herren sind mir seit langem bekannt, sammeln ehemalige französische Kolonien in Afrika und dürften kompetente Ansprechpartner sein. Es wird zwar einige Zeit dauern, ich werde dann aber über das Ergebnis hier berichten.

Im Übrigen habe ich selber auch versucht, eine Antwort in der Literatur zu finden, aber weder im Michel noch im Ceres noch im Dallay gibt es dazu irgendwelche Ausführungen.

Viele Grüße
Ingo
 
Baber Am: 07.11.2012 06:02:18 Gelesen: 8923# 5 @  
@ Cantus [#4]

Hallo Ingo,

die Antwort, wie lange die Kolonialmarken gültig waren, wird gar nicht so leicht zu finden sein. In den verschiedenen Katalogen hatte ich auch schon gesucht und vor einiger Zeit die Sammlervereinigung COLFRA in Frankreich kontaktiert. Aber auch von dort kam keine Antwort. Jetzt hat es Herr Rainer von Scharpen nochmals für mich bei der COLFRA versucht. Vielleicht hat er durch seine Kontakte mehr Erfolg.

Gruß
Bernd
 
Cantus Am: 07.11.2012 12:25:29 Gelesen: 8904# 6 @  
@ Baber [#5]

Hallo Bernd,

wenn du schon mit Rainer in Kontakt bist, dann kann ich mir diesen Weg sparen. Ich werde es dann noch beim Schorsch, dem gegenwärtigen Vorsitzenden der ARGE Frankreich, versuchen, der ist aber zur Zeit nicht zu erreichen. Außerdem ist mir noch ein belgischer Großsammler eingefallen, der vielleicht weiterhelfen könnte, aber da wird eine Anfrage längere Zeit in Anspruch nehmen.

Viele Grüße
Ingo
 
zockerpeppi Am: 11.11.2012 17:56:19 Gelesen: 8872# 7 @  
Da ich bei meinen Banken auch Incoming Mail mit einbeziehe, gibt es schon manchmal Post aus aller Welt. So auch aus Madagaskar.

Ich habe vor kurzem 4 Briefe an die BNP in Luxemburg gekauft, hier nun 2 davon. Allerdings aus den 80zigern.



Bei Interesse bitte melden.

Lulu
 
Cantus Am: 18.11.2012 11:48:31 Gelesen: 8804# 8 @  
Danke für das Angebot, aber mich reizen Frankaturen bis Ende 1975, je älter, desto besser. Heute daher ein Brief, gelaufen am 12.6.1929 von Tananarive an das Bankhaus Hentsch & Cie. in Genf. Das Porto wird durch drei Marken zu je 50 Centimes der Freimarkenausgabe "Landschaft", die ab 1922 zum Verkauf kam, abgedeckt.



Mi. 161(3)

Viele Grüße
Ingo
 
zockerpeppi Am: 02.07.2013 23:34:08 Gelesen: 8124# 9 @  
Hallo Ingo.

Am Sonntag war ich auf einem Sammlermarkt in Bonnevoie. Ein französischer Händler hatte vieles von den Französischen Kolonien im Angebot was dich sicherlich interessiert hätte. Echt tolle Sachen.

Bei Madagaskar konnte ich nun nicht anders: 10.2.54 nach Paris



e gudden Owend nach
Lulu
 
AfriKiwi Am: 03.07.2013 00:39:53 Gelesen: 8113# 10 @  
Die Frage wie lange die Kolonialmarken gültig waren, werdet ihr kaum in Katalogen finden.

Was ich persönlich von 'Reisenden' durch Afrika Staaten auch wohl französischen Gebieten erfuhr ist ganz einfach.

Kommt man in einen kleineren Stadtteil oder Dorf, fragt man nach dem Hauptpostbeamten, Bankier oder Bürgermeister, die wahrscheinlich dieselbe Person sein kann.

Dieser wird erst freundlich angesprochen und ein Austausch von Informationen folgt.

Dann kommt die Frage zu Briefmarken und wupps wird eine Mappe oder Steckbuch vorgezeigt mit Marken seit 1945 in tadeloser Erhaltung.

Obwohl nicht alles komplett ist, bleibt es ein Schatzfund.

Was das dann alles kostet, kommt mehr auf der Unterhaltung und Vorgang vor als der Wert der Marken, was wahrscheinlich weniger kostet als was drum und dran hängt, aber ein Sammler ist zufrieden.

In einer Großstadt ohne französisch ist es kaum erfolgreich und kann nur auf Deinen Geldbeutel ankommen und der Sammler kommt nicht zu glücklich davon ab.

Nuancen der Briefmarkensammler in Afrika.
 
Cantus Am: 12.08.2013 02:18:49 Gelesen: 7958# 11 @  
@ AfriKiwi [#10]

Hallo AfriKiwi,

ich werde wohl niemals das erleben, was du so anschaulich geschildert hast, denn Reisen nach Afrika lässt meine Gesundheit nicht mehr zu. Allerdings reicht auch so meine Zeit kaum aus, mich mit all dem zu beschäftigen, was ich schon in meinen Sammlungen habe. So mache ich heute mit einem Umschlag weiter, dessen Frankatur an den letzten Brief von Lulu anknüpft. Alle Marken stammen aus einem insgesamt 19 verschiedene Werte umfassenden Freimarkensatz, der ab dem 10.2.1946 zum Verkauf kam.

Absender des Briefes war die Mission der Adventisten auf Madagaskar, Adressat war ein Doktor in Kopenhagen.



Mi. 390, 395, 397, 400, 402, 403

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 12.08.2013 11:35:01 Gelesen: 7939# 12 @  
Hier noch ein etwas modernerer Brief, abgestempelt am 17.12.1960 in Marovoay. Diese Stadt liegt im Nordwesten von Madagaskar am beginnenden Mündungsgebiet des großen Flusses Betsiboka [1].



Mi. 453, 454

Viele Grüße
Ingo

[1] Betsiboka siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Betsiboka
 
Cantus Am: 18.08.2013 03:57:30 Gelesen: 7881# 13 @  
Heute ein Luftpostbrief vom 13.9.1938, gelaufen von Majunga über Tananarive nach Zella Mehlis in Thüringen. Das Porto wurde abgedeckt durch Mi. 210, 253.



Viele Grüße
Ingo
 
8049home Am: 18.08.2013 07:02:06 Gelesen: 7879# 14 @  
Hier etwas Spezielles für Madagaskar-Fans:

Eine Antwortkarte von Diego Suarez. Diego Suarez war eine französische Kolonie im Norden Madagascars. Im Jahr 1896 (lt. Wikipedia) wurde die Region mit Madascascar vereint. Die Antwortkarte lief in 1898 von Indien (Kathiawar) nach Diego Suarez und ist in Hindi (oder so ähnlich) verfasst. Es gibt nur wenige Marken und Ganzsachenausgaben von Diego Suarez.


 
Cantus Am: 03.09.2013 01:35:47 Gelesen: 7771# 15 @  
@ 8049home [#14]

Zugegeben, eine schöne und höchst seltene Karte, sie hätte aber eine eigene Überschrift "Diego Suarez" verdient gehabt; hier geht sie im Laufe der Zeit unter.

Von mir ein Briefumschlag, der im Jahr 1956 (das genaue Datum ist leider nicht erkennbar) von Tamatave nach St. Gallen befördert worden ist. Der Umschlag trägt Marken in alter und neuer Währung.



Mi. 397, 427, 429

Viele Grüße
Ingo
 
drmoeller_neuss Am: 03.09.2013 17:03:50 Gelesen: 7757# 16 @  


Wenn nicht die Lady-Di-Marken auf diesem Brief kleben würden und die modernen Barcode-Einschreibe-Etiketten, würde man sich beim Betrachten dieses Beleges kurz vor oder nach der Unabhängigkeit Madagaskars um 50 Jahre zurückversetzt fühlen.

Das interessante sind die Stempelveteranen, die sich auf dem Brief verewigt haben: Der sechseckige Poststempel von Sabotsy-Namehana stammt noch aus der französischen Kolonialzeit und dürfte sein goldenes Jubiläum bereits gefeiert haben. Für diesen Steckstempel hat man für das Jahr 2012 wohl vor Ort noch einen Einsatz anfertigen lassen, mal sehen bis dieser Veteran gegen die modernen Rundstempel der madegassischen Post ausgetauscht wird.



Aber auch der dreieckige Lagerstempel der Hauptpost in Neuss stammt noch aus der Zeit der Deutschen Bundespost und wird nach wie vor verwendet. Er dürfte auch nicht viel jünger sein.

Im kleinen Postamt von Sabotsy-Namehana werden nach wie vor die alten Einschreibeklebezettel verwendet, das moderne Barcode-Einschreibe-Etikett wird wohl erst in der Hauptpost von Antananarivo nachträglich aufgeklebt. Der Weltpostverein hat für alle internationalen Sendungen ein einheitliches Klebe-Etikett vorgeschrieben, damit nachweispflichtige Sendungen sicher erkannt werden.
 

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