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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 5250 Beiträge:
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inflamicha Am: 04.02.2014 18:22:54 Gelesen: 672053# 2851 @  
Guten Abend,

aus der kürzesten Portoperiode stammt dieser Berliner Rohrpostbrief vom 2.11.1923 (PP 22). Um 7.20 Uhr abends von Berlin W 15 abgesandt war der Brief bereits 10 Minuten später in Charlottenburg. Leider scheiterte eine schnelle Zustellung. Beim ersten Mal war das Bauamt schon zu (Vermerk "Geschlossen 2/11."), beim zweiten Mal der Herr Ingenieur noch nicht zugegen (Vermerk "Nicht angetroffen 3/11"). Erst der dritte Zustellversuch war erfolgreich, wie auch die 3 verschiedenen Zustellerstempel 4, 7 und 9. (sogenannte Berliner Brikettstempel wegen ihrer Form) belegen.



Das Porto gibt Rätsel auf. Verklebt sind 180 Mio Mark, obwohl nur 140 Mio nötig gewesen wären. Unterstellt man Annahme nach Schalterschluss fehlen 10 Mio, da hierfür ein Zuschlag von 50 Mio Mark erhoben wurde.

Was meint die Gemeinde?

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 05.02.2014 16:18:17 Gelesen: 671641# 2852 @  
@ inflamicha [#2851]

Gerade in der extrem kurzen PP22 (1.11. bis 4.11.23) wobei der 1.11. Allerheiligen und der 4.11. ein Sonntag war, mag der ein oder andere Postbedienstete nicht ständig auf die neue Tarifliste geschaut haben sondern sich an die groben Faustregeln gehalten haben:

10x Porto Briefsendungen PP21 = Porto Briefsendungen PP22 (mit einigen exotischen Ausnahmen)

5x Gebühr Zusatzleistungen PP21 = Gebühr Zusatzleistungen PP21.

Der Rohrpostbrief bis 20 g innerhalb Berlins kostete in der PP21 noch 28 Millionen. Vorderseitig frankiert sind 100 Millionen - also das 5-fache von 20 Millionen. Der Rest musste auf die Rückseite - und dabei wird unser Postbediensteter gestört worden sein. Nach der Störung erinnerte er sich, dass die 8 Millionen aus der PP21 noch zu verkleben waren und multiplizierte kurzerhand mit dem Faktor 10 = 80 Millionen, ohne sich an die umseitig notierte "Rohrpost" zu erinnern.

Ähnliche "Rechenfehler" habe ich bei anderen beidseitig frankierten Belegen mit "krummen" Frankaturen beobachtet.

Der Aspekt "Annahme nach Schalterschluß" kommt nicht zum Tragen: Die Gebühr hierfür galt meines Wissens nur für Einschreibebriefsendungen und gewöhnliche Pakete.

Mathematische Grüße,
Werner
 
inflamicha Am: 05.02.2014 21:36:09 Gelesen: 671541# 2853 @  
@ juni-1848 [#2852]

Danke Dir für Deine Meinung. Da lässt sich trefflich spekulieren, aber den wahren Grund werden wir wohl nie erfahren.

Von mir gibt es heute diesen Fernbrief von Düren nach Dortmund, das Porto betrug am 15.8.1922 (PP 8) 3 Mark. Im oberen Teil des Umschlages 3 Stempel der "Custos Porto-Controlle DR PAT Düsseldorf" zu je 1 Mark. Verklebt ist eine Mi-Nr. 192.



Gruß Michael
 
inflamicha Am: 06.02.2014 19:06:20 Gelesen: 671014# 2854 @  
Guten Abend,

heute eine Nachnahme-Drucksache von Chemnitz nach Kreiensen vom 13.10.1922 (PP 9). Für die 4 Mark Porto (1 Mark Drucksache + 3 Mark Vorzeigegebühr) wurden rückseitig 2 Stempel "Custos Porto-Controlle DR PAT Düsseldorf" angebracht, ein Stempelgerät zu 4 Mark war wohl (noch) nicht vorhanden.



Für die rückseitig verklebte Marke zu 3 Mark gab es natürlich keinen Custos-Stempel- dieser Betrag war erst vom Absender für die verlangte Frist bzw. das damit verbundene wiederholte Vorzeigen zu entrichten.

Besonderes Interesse verdient der ovale Stempel hinten "Diese Karte enthält vollständ. handschriftl. vollziebare Quittung, Tage von Ansage oder Rechnungen, erspart als Drucks.(ache) 0/00 M. 20,- Porto D.R.G.M. Zugelass. d.(urch) Reichsp(atent) Bayern, Württemberg. Fürs Ausl.(and) bes.(ondere) Karte. PETER BRAUN CHEMNITZ" Auf so eine geniale Idee muss man erst mal kommen... ;-)

Gruß Michael
 
muemmel Am: 07.02.2014 00:08:31 Gelesen: 670843# 2855 @  
@ stampmix [#2830]

Guten Abend Michael,

dass bei dem Überweisungsbetrag einige Nullen zu wenig angegeben worden sind, kann ich nur beipflichten. Aber nicht nur Otto-Normalverbraucher und Postler hatten ihre Probleme mit den vielen Nullen bei der Umrechnung von Papier- auf die neue Rentenmark. Wie man sieht, offensichtlich auch Banker.

Bei der Frankatur handelt es sich um eine ganz normale Fernpostkarte, die 50 Milliarden = 5 Rentenpf. Porto verschlang. Die Eilzustellgebühr für den Ortsbereich ist mit 300 Milliarden = 30 Rentenpf. ebenfalls nicht zu beanstanden. Sonderregelungen für Eilbuchungen gab es nicht.

Grüßle
Harald
 
muemmel Am: 07.02.2014 00:38:49 Gelesen: 670835# 2856 @  
Moin allerseits,

kaum ist man mal etwas mehr als drei Wochen wegen Providerwechsel in Zwangsurlaub, kocht das Thema "Drucksachenkarte" wieder hoch.

In den Informationen zur Belege-Datenbank hatte ich diese Thematik schon erörtert und gedacht, dies klargestellt zu haben. Anscheinend war dies jedoch nicht deutlich genug und deswegen hier ein erneuter Versuch zur Klärung der "Drucksachenkarte".

Drucksachenkarte war in den Portoperioden 6 und 7 eine besondere Versandart der Deutschen Reichspost. Wie der Name schon sagt, waren nur Postkarten erlaubt und alles musste darauf in gedruckter Form vorhanden sein. Lediglich Absender- und Empfängerangaben waren handschriftlich zugelassen. Damit dürfte diese Versandart eindeutig umrissen sein.

Unabhängig von den Portoperioden gab es Drucksachen in Form von Postkarten und Briefen, die offen einzuliefern waren. Nun könnte man eine beliebige Drucksache in Postkartenform als Drucksachenkarte bezeichnen, was jedoch aufgrund der besonderen Bestimmungen, die hier auch bereits zitiert wurden, nicht richtig ist. Hier handelt es sich nämlich um eine Drucksache, die als Postkarte verschickt wurde.

Aus diesem Grund wird in der Belege-Datenbank auf diesen Unterschied großer Wert gelegt. Des Weiteren wird für Drucksachen in Form von Postkarten in der Belege-Datenbank stets die Gewichtsstufe 1 von 25g erwünscht.

Eine gute Nacht wünscht euch allen der
Harald
 
inflamicha Am: 07.02.2014 22:37:52 Gelesen: 670256# 2857 @  
@ muemmel [#2856]

Hallo Harald, hallo Inflafreunde,

die Drucksachenkarte ist doch nur die Spitze des Eisberges, wie wir festgestellt haben. Ausgemistet gehören die Sendungsarten, korrigiert eine Reihe von Gewichtsangaben. Was soll beispielsweise "Eingeschreibennachnahmepaketkarte" sein? Was unterscheidet die (richtige) Mischsendung von der "Mischsendung aller Art"? Bei den Gewichtsangaben sind all jene falsch, die da heißen 20-40g, 100-250g usw. usf., richtig wäre hier 21-40g und 101-250g. Es sollte die Möglichkeit geschaffen werden Falsches zu löschen bzw. es sollte nicht jeder einfach "neue" Sendungsarten kreieren dürfen. Ich schlage vor: Die Belegredakteure einigen sich auf die korrekten Sendungsarten bzw. Gewichtsangaben und löschen Unsinniges raus. Nach der Bearbeitung dürfen nur noch die Belegredakteure neue Einträge in diesen beiden Rubriken vornehmen. Sonst kommt nie Ordnung in dieses Chaos.

Wie denkt Ihr darüber?

Ansonsten hätte ich heute diesen Fernbrief von Köln nach Dortmund vom 30.07.1923. Das Porto betrug 300 Mark, wofür offensichtlich der alte 3 Pfennig-Stempel "Custos Porto-Controlle DR PAT Düsseldorf" wieder hervorgeholt wurde. Aus Pfennig wurde Mark, die zwei Nullen für "300" dachte man sich einfach dazu. D.h. nach dem Ablesen des Zählwerkes und dem Multiplizieren x 3 wurden zwei Stellen hinzugefügt, um auf den korrekten Markbetrag zu kommen.



Gruß Michael
 
muemmel Am: 08.02.2014 00:51:25 Gelesen: 670187# 2858 @  
@ inflamicha [#2857]

Guten Morgen Michael,

habe dazu inzwischen einiges auf den Weg gebracht.

Nach längerer Internetabstinenz hier auch mal wieder ein Beleg aus meinem Fundus:



(Datenbank # 4666)

Ein Fernbrief der 2. Gewichtsstufe bis 100g, der 2,8 Millionen Porto benötigte. Gelaufen am 5.10.23 von Berlin nach München. Zum Einsatz kamen die Dienstmarken D91 und D92.

Übrigens einer von zwei Belegen mit reiner Dienstmarkenfrankatur aus der Hochinflation, die ich Anfang des Jahres erwerben konnte.

Ein schönes Wochenende wünscht
der Harald
 
inflamicha Am: 08.02.2014 18:26:46 Gelesen: 669757# 2859 @  
Guten Abend,

und noch ein Fernbrief, diesmal von Bunzlau nach Hamm vom 10.11.1922 (PP 9). Das Porto betrug 6 Mark, wofür eine Mi-Nr. 228 W verklebt wurde. Der Stempel "PORTO-CASSEN-SYSTEM FIRMA CUSTOS DUISBURG" weist in der Mitte ein "B" auf. Dieses B könnte zwar für Brief stehen, ist aber wahrscheinlich eher wie eine römische Zahl zu deuten, wie sie häufig genutzt wurden, um den Wertstempeln eine längere Lebensdauer zu geben. Mit Buchstabe ist es der erste Custos-Stempel der mir untergekommen ist, vielleicht hat ja noch jemand so etwas zum zeigen?



Gruß Michael
 
muemmel Am: 08.02.2014 21:26:05 Gelesen: 669709# 2860 @  
Guten Abend,

heute nun der zweite Beleg mit reiner Dienstmarkenfrankatur aus der Zeit der Hochinflation:



(Datenbank # 4665)

Das Porto für den einfachen Fernbrief betrug in der Portoperiode 21 (20.–31.10.1923) 10 Millionen Mark und wurde hier mit 40 Marken der D93 erbracht. Gelaufen am 31.10.23 von Schneidemühl nach Langensalza.

Schöne Grüße
Harald
 
muemmel Am: 09.02.2014 15:25:43 Gelesen: 669455# 2861 @  
Hallo Belegefreunde,

aus der Portoperiode 19 (1.–9.10.1923) heute eine Fernpostkarte:



(Datenbank # 4646)

Gelaufen am Letzttag der Portoperiode von Hamm nach Münster/Westfalen und frankiert mit einer Marke 305.

OPD-Überdrucke auf Belegen sind schon kleine Ringeltäubchen und diese Karte wurde vor 1945 in Kommission von Gustav Kobold, Johannes Nawrocki und Eduard Peschl geprüft.

Schönen Gruß
Harald
 
juni-1848 Am: 09.02.2014 21:36:42 Gelesen: 669345# 2862 @  
Moin moin,

dieses Schnäppchen wechselte heute für knappe 175 EUR bei ebay den Liebhaber:



1923 hat die Reichspost die Erprobung von Absender-Barfreimachungsapparaten selbst in die Hand genommen und geeignete Apparate von vier Firmen herstellen lassen, um sie mietweise zum Gebrauch an Interessenten abzugeben.

Die Hersteller waren die Uhrenfabrik L. Furtwängler Söhne AG in Furtwangen, die Bafra-Werke in Berlin, die Anker-Werke in Bielefeld und Komusina / Guhl Co. in Hamburg.

Hier liegt eine ganz ungewöhnliche Wertstufe "M220" aus der kurzen Erprobungszeit des Bafra-Apparates C1 von Februar bis August 1923 vor:
Fernbrief = 100 M + Eilzustellung = 120 Mark.

Schönen Abend noch,
Werner
 
inflamicha Am: 09.02.2014 22:59:55 Gelesen: 669268# 2863 @  
Guten Abend,

für die nächsten 2 Wochen muss ich hier leider kürzer treten, da ich beruflich stark eingespannt sein werde. Belege werde ich jedenfalls keine zeigen können.

Hier zum "Abschied" eine schöne Privatganzsache der Spedition Max Lissauer Berlin nach Schramberg. Bei Frech trägt sie die Nummer PP 34 B1/02, der Antwortteil hängt ungenutzt dran. Als Wertstempel diente die 10 Pf. Germania in orange, am 15.11.1920 (PP 5) ausreichend für eine Drucksache.



Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 10.02.2014 17:52:44 Gelesen: 669000# 2864 @  
@ inflamicha [#2863]

Eine farbenprächtige Privat-Ganzsache!

Eine solche PP 34 B1/02 bot mir seinerzeit ein Sammlerkollege an mit dem Hinweis "Da geht's um Kistenweise gerolltes Münzgeld aus der Anfangszeit der Inflation".

Erst auf den zweiten Blick wurde mir klar, dass hier mit Rollgeld Transportkosten gemeint waren: Für den Hauptweg einer Ware vom Versende- zum Empfängerplatz werden "Frachtkosten" fällig, die Kosten für den Weg zum Versendeplatz nennt man "Rollgeld 1", jene für den Weg vom Bestimmungsplatz zum Empfänger "Rollgeld 2".

Und damit's auch was zu sehen gibt, ein einfacher Beleg aus der PP 5 (6.5.1920 bis 31.3.1921):



(Datenbank # 632)

Der Faltbrief des Amtsgerichts (Siegelstempel "Badisches Amtsgericht Konstanz" innen und rückseitig) wurde mit einer 40 Pf Dienstmarke (Mi. D 28) am 23.3.21 innerhalb Konstanz versendet.

Die Empfängerin, ein Fräulein Armenpflegerin, bedauert es, nicht der Empfänger zu sein (handschriftlicher Vermerk vom 27.III rückseitig). Der erbrochene Brief wurde daraufhin mit neutralem Postamts-Siegel wieder amtlich verschlossen und der handschriftlichen Adress-Vermutung "Armenhaus?" weitergeleitet - wohl erfolgreich, da keinen Spuren weiterer Postbearbeitung zu erkennen sind.

So manches Mal ist die Rückseite spannender als die Vorderseite eines Beleges.

Ach ja: Nur in dieser PP 5 waren für Briefsendungen die Porti im Orts- und im Fernverkehr identisch.

Wünsche allen eine goldene Olympia-Woche,
Werner
 
muemmel Am: 10.02.2014 22:12:11 Gelesen: 668916# 2865 @  
@ juni-1848 [#2862]

Moin Werner,

Gratulation zu dem Sahneteilchen und Danke fürs zeigen.

Grüßle
Mümmel
 
juni-1848 Am: 11.02.2014 19:41:42 Gelesen: 668630# 2866 @  
@ muemmel [#2865]

Schön wär's! "Gemein(e)nützige Verpflichtungen" hielten mich ungeplant aus dem www fern.

Und schon war das Schätzchen weg.
 
juni-1848 Am: 11.02.2014 23:53:34 Gelesen: 668555# 2867 @  
Guten Abend zusammen,

heute mal wieder einer aus der 257-er-Kollektion (PP17: 1.9. bis 19.9.1923):



(Datenbank # 4617)

Dieser Auslandsbrief (200.000 M) lief am 19.9.23 ab Stuttgart 8 per Einschreiben (75.000 M) nach Rehetobel (Appenzell) in die Schweiz. Nach erfolgter Devisenkontrolle wurde der Brief mit Kontrollzettel "Nr. 19" von Stuttgart wieder verschlossen. Der Kontrollzettel trägt neben zwei violetten Einkreisstempeln der Überwachungsstelle Stuttgart noch den Ankunftsstempel von Rehetobel.

Frankiert wurde mit
Mi. 262 (Kölner Dom), die Aufdruck-Marken Mi. 277 (5 Tsd), Mi. 280 (20 Tsd auf 12M), Mi. 281 (20 Tsd auf 25M), Mi. 285 (30 Tsd auf 200M)
sowie mit diesen geprüften
Mi. 257 I (100 Tsd Queroffset), Mi. 279 a (15 Tsd), Mi. 288 I (75 Tsd auf 1000 M).

Was versteckt sich hinter der Mi. 257 I ?

Wir blättern in Sammlers Lieblingslektüre und finden unter der Überschrift Plattenfehler diese Details: "weiße Schraffur, scheinbar breite Inschrift" - ohne Angabe eines Bogenfeldes.

Plattenfehler?

Ein Plattenfehler bei Briefmarken ist ein Fehler auf der Druckplatte, der bei der Briefmarke eine deutlich sichtbare Abweichung von der Originalmarke bewirkt. {.....} Plattenfehler sollten nicht mit Druckzufälligkeiten verwechselt werden. Ein Plattenfehler sieht immer gleich aus und kann eindeutig einem bestimmten Bogenplatz zugeordnet werden. {.....} Plattenfehler sind bei Philatelisten sehr begehrt und erhöhen den Wert einer Briefmarke oft um ein Vielfaches. {.....}
Quelle: [http://de.wikipedia.org/wiki/Plattenfehler]

Und gönnen wir uns noch die Ausführungen zur Eingrenzung des Begriffs "Plattenfehler" von Petschke (Infla-Bücherei Bd. 23-1, Die Plattenfehler der Großziffermarken im Offsetdruck 19222/1923), ist nicht weiter verwunderlich, dass eine Mi. 257 I mit keiner Silbe erwähnt wird.

Immerhin lässt diese "nette Spielerei" die Prüfer nicht verhungern.

In diesem Sinne allen eine fehlerfreie Woche,
Werner
 
muemmel Am: 13.02.2014 18:00:10 Gelesen: 667804# 2868 @  
Guten Abend,

aus der Portoperiode 19 (1.–9.10.1923) heute ein einfacher Fernbrief der 1. Gewichtsstufe bis 20g, für den 2 Millionen Mark Porto zu entrichten waren:



(Datenbank # 4675)

Hier wurden Marken der 275a, 279, 290 und 295 aufgebraucht, die ein recht buntes Bild ergeben. Gelaufen am 3.10.23 von Duisburg-Meiderich nach Berlin.

Schöne Grüße
Harald
 
juni-1848 Am: 13.02.2014 20:28:13 Gelesen: 667734# 2869 @  
Moin moin,

ergänzend zur gleichen Postfreistempel-Wertstufe von 96 Milliarden Mark (Datenbank # 3218) heute ein dazu passender Novemberbeleg (Vierfachfrankatur):



(Datenbank # 704)

Diese Firmendrucksache bis 25 g (16 Mrd) wurde in Leipzig 12 am 29.11.23 nach Hattingen (Ruhr) per Einschreiben (80 Mrd) aufgegeben. Da die Marken anbetrachts der nahenden gesunden Währung in der letzten Novemberphase (PP26) zum 4-fachen Nennwert ausgegeben wurden, ist dieses Couvert korrekt frankiert mit 20 Mrd (Mi. 329 AP) sowie 2x 2 Mrd (Mi. 326 AP).

Das Couvert hat eine vollständig gummierte Klappe, zeigt Randbräunungen und rückseitig nichts weiter als Spuren verwischter Stempelfarbe.

Gelegentlich werde ich das Foto in der Datenbank noch gegen ein 600x600er austauschen.

Bis dahin, Werner
 
muemmel Am: 14.02.2014 16:47:09 Gelesen: 667357# 2870 @  
Hallo Belegfreunde,

aus der Portoperiode 23 (5.–11.11.1923) hier ein Brief der es ganz eilig hatte:



(Datenbank # 4669)

Zwischen Cannstatt und Stuttgart galt Ortstarif, so dass es sich hierbei um die Versandart Ortsbrief mit Eilzustellung handelt. Solche findet man allerdings nicht häufig.

Gelaufen am 7.11.23 und frankiert mit 318 AP, 320 AW, 323 APa und 325 APa.

Guten Start ins Wochenende
Harald
 
juni-1848 Am: 16.02.2014 20:05:18 Gelesen: 666341# 2871 @  
Moin zusammen,

es hat ein Weilchen gedauert, bis ein weiterer Sammler die Nutzung dieser Pfiffikus-Klappe auf Päckchen/Paket bestätigt hat:



(Datenbank # 874)

Aus der PP 17 (1.9. bis 19.9.1923) stammt diese ausgeschnittene Pfiffikus-Adressklappe der Maßschneiderei "Der Damenputz, Berlin W 57" nach Frankfurt am Main mit 694.000 Mark frankert und entwertet per Kreisbrückenstempel mit Segmenten oben und unten "BERLIN W \ 12.9.23.7-8N \ * 35 k".

Wahrscheinlich handelt es sich um diese Versandart:

Ein zartes Damengespinnst - wohl nicht wirklich knitterfrei - wurde als sperriges Paket versendet: Berlin nach Frankfurt > 375 km, Gewicht bis 3 kg (350 Tsd), sperrig (+ 100%) = 700.000 Mark gesamt.

Der Schneiderlehrling hatte wohl pflichtbewußt begonnen, die Sendung mit Marken zu bekleben, bis der Meister dazwischen fuhr und den Rest ordnungsgemäß auf die Paketkarte verbannte.

Rein rechnerisch käme auch ein portogenauer Inlandsbrief der PP 17 als Nachnahme-Wertbrief in Frage:

Fernbrief bis 500 g (140 Tsd) + Einschreiben (75 Tsd) + Versicherung für Wert 22,1 Mio (442 Tsd) + Nachnahme (37 Tsd) = Gesamt 694 Tsd.

Jedoch bleibt rätselhaft, welcher "Damenputz" im Werte von 22 Millionen Mark wohl keine 500 Gramm - also einen "Hauch von Nichts" - gewogen haben mag.

Siehe Beitrag [http://www.philaseiten.de/beitrag/66211].

Wünsche eine sammelfreudige Woche, Werner
 
juni-1848 Am: 20.02.2014 00:36:38 Gelesen: 664744# 2872 @  
Moin zusammen,

damit das Infla-Thema nicht schwächelt, bringe ich mal wieder etwas rote Farbe ins Spiel.

Heute eine Mischfrankatur der Mi. 257 mit der 256 aus dem gleichen Satz:


(Datenbank # 4607)

Dieser Brief vom 4.9.23 aus der PP 17 (1.9. bis 19.9.1923) ist vielerlei Hinsicht ungewöhnlich:

1. Er wurde von der Firma Nicolas Moise Debahy & Cie (aus Syrien) von Chemnitz aus versendet ("ABC-Remailing").

2. Da der Empfänger in Steinschönau in der Tschechoslowakei ansässig war, galt der vergünstigte Tarif zu 150 Tsd Mark für den 20-Gramm-Brief.

3. Frankiert wurde mit Queroffset Mi. 257 (100.000 M) und rückseitig mit 10x Mi. 256 (5.000 M), wobei die rückseitigen Marken entwertet wurden in "Chemnitz 1" mit einer Strichrolle (für Grobsendungen) in Breite der Queroffset-Marken.

Rückseitig wurde eine abgefallene Marke ersetzt (durch den Blaustich des scans ist das deutlich zu erkennen - mit blossem Auge heisst es schon genau hinschauen).

"Remailing" nennt man übrigens den Auslandsversand zum Zwecke der Portoersparnis. Bei diesem Brief handelt es sich um ein sogenanntes "ABC-Remailing" - also keine Expedierung vom Deutschen Reich (B) zurück nach Syrien (A), sondern in das Drittland Tschechoslowakei (C).

(siehe auch [http://www.philaseiten.de/beitrag/81033])

Beste Grüße, Werner
 
muemmel Am: 20.02.2014 17:14:56 Gelesen: 664376# 2873 @  
Hallöle,

heute gibt es ein Streifband aus der Portoperiode 24 (12.–19.11.1923) zu sehen.



(Datenbank # 2693)

Gelaufen am 17.11.23 von Berlin nach Bern. Die Handelsbank in Berlin verschickte die aktuellen Kursdaten an die Schweizer Nationalbank. Tarifrichtig mit 8 Milliarden Mark (8 x 325 APa) frankiert.

Schöne Grüße
Harald
 
muemmel Am: 22.02.2014 20:58:39 Gelesen: 663422# 2874 @  
Guten Abend,

heute eine Drucksache aus der Portoperiode 22 (1.–4.11.1923):



(Datenbank # 1116)

Eine etwas schwergewichtige Drucksache der 3. Gewichtsstufe bis 100g, die mit 60 Millionen Mark Porto zu Buche schlug. Gelaufen am 2.11.23 von Hamburg nach Stade und bunt frankiert (314 AP, 316 AP, 318 AP, 319 AW).

Damit ist mal wieder das Ende der Fahnenstange erreicht, aber ich hoffe demnächst auf Nachschub.

Viele Grüße
Harald
 
Andreas44 Am: 24.02.2014 00:47:24 Gelesen: 662904# 2875 @  
Hallo,

ich zeige hier ein Brief (portopflichtige Dienstsache) vom 18.1.1923 aus Rennerod (Westerwald) richtig frankiert mit 50 Mark.



Viele Grüße
Andreas
 

Das Thema hat 5250 Beiträge:
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