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Thema: Kongo (Brazzaville): Belege mit Mischfrankaturen der AEF Nachfolgestaaten
Michael Mallien Am: 20.10.2017 11:09:53 Gelesen: 3436# 1 @  
In dem Thema Französisch-Äquatorialafrika: Echt gelaufene Belege [1] sind die vier selbständigen Einheiten der Kolonie aufgeführt, die um 1960 zu unabhängigen Staaten wurden.

Aus Mittelkongo wurde die Republik Kongo (Kongo Brazzaville).

Aus Ubangi-Schari wurde die Zentralafrikanische Republik.

Ich habe hier einen Beleg, der mit der MiNr. 2 der Zentralafrikanischen Republik frei gemacht ist. Er trägt allerdings einen Stempel aus Brazzaville vom 2.1.1962.



Ich frage mich, wie dieser Beleg einzuordnen ist?

Ist es ein Brief aus der Republik Kongo, der mit Marken eines anderen Landes frei gemacht wurde? Vielleicht war dies eine Zeit lang möglich? Wir kennen so etwas aus den ostafrikanischen Ländern Kenia, Uganda und Tansania.

Oder ist es ein Brief aus der Zentralafrikanischen Republik, der in Brazzaville postalisch bearbeitet wurde? Vielleicht war das für eine bestimmte Region der Zentralafrikanischen Republik üblich?

Eine dritte mögliche Interpretation ist ähnlich der zweiten, nämlich dass die Post über Brazzaville geleitet wurde und dort ein ungestempelter Beleg "nachträglich entwertet" wurde.

Weiß jemand mehr?

Viele Grüße
Michael

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=10200&CP=0&F=1
 
Baber Am: 20.10.2017 12:21:43 Gelesen: 3414# 2 @  
@ Michael Mallien [#1]

Hallo Michael,

solche Frankaturen waren nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Gebiete von Französisch Äquatorialafrika möglich. Ich weiß nur nicht wie lange. Möglicherweise wurden die Marken diese Länder auf der Post in Brazzaville auch verkauft, da in Brazzaville die zentrale Postverwaltung für Franz. Äquatorialafika war. Leider gibt es zum Unterschied zu ehemals englischen Kolonien fast keine Literatur über die Postgeschichte der ehemaligen französichen Kolonien nach der Unabhängigkeit.

Hier ein Beleg mit Marken aus allen 4 Ländern Congo, Gabun, Tschad und Zentralafrikanische Republik, auch gestempelt in Brazzaville (sicher philatelistisch gemacht):



Gruß
Bernd
 
Michael Mallien Am: 20.10.2017 12:59:09 Gelesen: 3397# 3 @  
@ Baber [#2]

Hallo Bernd,

sehr interessant und vielen Dank für die Erklärung. Demnach ist der Beleg aus [#1] in Kongo (Brazzaville) echt gelaufen.

In diesem Thema hier könnten wir versuchen Spätdaten von Belegen aus Brazzaville mit Marken der anderen Nachfolgestaaten von Französisch-Äquatorialafrika zusammen zu tragen, um so der Fragestellung näher zu kommen, wie lange dies möglich war. Kannst Du da noch etwas zeigen?

Der Beleg in [#2] trägt nur Ausgaben des Tschad und nicht aus allen vier Ländern, wie Du geschrieben hast. Ich nehme daher an, dass Du noch mindestens einen weiteren Beleg hast und in [#2] versehentlich einen anderen gezeigt hast.

Ich werde Richard bitten das Thema umzubenennen in Kongo (Brazzaville): Belege mit Marken der Nachfolgestaaten von AEF.

Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 20.10.2017 14:11:39 Gelesen: 3382# 4 @  
@ Michael Mallien [#3]

Hallo Michael,

das kommt davon, wenn man schnell vor dem Mittagessen noch einen Beitrag fertigschreiben will. Hier ist der Beleg, den ich eigentlich zeigen wollte:



Er ist 1961 in Gabun aufgegeben und mit Marken aller 4 ehemaligen Länder von Franz. Äquatorialafrika frankiert.

Gruß
Bernd
 
Baber Am: 20.10.2017 14:44:16 Gelesen: 3373# 5 @  
Meine spätesten Belege mit Mischfrankaturen sind von 1963, wobei ich bisher nur solche gesehen habe, die in Kongo-Brazzaville und Gabun aufgegeben wurden, aber keine aus Tschad und der Zentralafrikansichen Republik.



Brief aus Libreville, Gabun nach Senegal vom 23.1.1963



Brief aus Brazzaville, Kongo nach Innsbruck vom 14.11.1963, Vorder- und Rückseite.

Diese Brief, abgesendet von einem Arzt, der für die WHO im Kongo war und mit allem frankiert ist, was es wohl auf der Post gab, erhärtet meine Vermutung, dass auf dem Postamt in Brazzaville damals nicht nur die Marken des unabhängigen Kongo, sondern auch die von Gabun, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik verkauft wurden.

Gruß
Bernd
 
Cantus Am: 20.10.2017 16:32:17 Gelesen: 3364# 6 @  
@ Baber [#5]

Herrlich, solche Briefe, wenn du noch mehr davon hast, dann zeige sie doch bitte noch.

Viele Grüße
Ingo
 
drmoeller_neuss Am: 20.10.2017 20:17:38 Gelesen: 3343# 7 @  
Ich vermute auch, dass die Marken dieser Länder für eine bestimmte Zeit wechselseitig gültig waren.

Ich habe gefälligkeitsgestempelte Marken aus Zentralafrika, die mit einem Klischeestempel aus Gabun (Libreville) entwertet wurden. Zunächst dachte ich daran, dass die Klischees verwechselt wurden, jetzt ist mir klar, dass alles seine Ordnung hatte.
 
Michael Mallien Am: 23.10.2017 19:58:53 Gelesen: 3280# 8 @  
Eine Recherche bei Delcampe zeigte mir, dass solche Mischfrankaturen nicht sonderlich selten sind. Das ist hilfreich für die Suche nach späten Stempeldaten. Wir können so einordnen, bis wann diese Mischfrankaturen erlaubt oder zumindest geduldet waren. Da mir die Belege nicht gehören zeige ich Daten hier in einer Liste.

Gabun

Destination Datum Marken
Israel 17.01.1963 Gabun, Zentralafrikanische Republik
Israel 09.04.1963 Kongo, Tschad, Zentralafrikanische Republik
Israel 25.04.1963 Gabun, Kongo
Israel 24.xx.1963 Gabun, Kongo, Tschad, Zentralafrikanische Republik

Kongo

Destination Datum Marken
Frankreich 22.12.1962 Zentralafrikanische Republik (2 Belege)
Frankreich 29.06.1964 Tschad

Tschad

Destination Datum Marken
Tschechoslowakei 31.07.1962 Kongo, Tschad, Zentralafrikanische Republik
 

Viele Grüße
Michael
 

Michael Mallien Am: 10.11.2017 12:02:37 Gelesen: 3189# 9 @  
Einen, der in Beitrag [#8] aufgeführten Belege konnte ich erwerben. Das schöne an dem Beleg ist, dass er unzweifelhaft echter Bedarf ist und auch die späte Verwendung sicher nicht auf eine fehlerhafte Einstellung des Stempels zurückzuführen ist.

Einschreiben vom 29.6.1964 aus Brazzaville nach Toulouse. Die Freimachung erfolgte mit einer Marke der Republik Tschad zu 85 Franc (MiNr. 81).
Rückseitig ein Ankunftsstempel aus Toulouse vom 1.7.1964.



Die Verfärbungen auf der Rückseite stammen vom Gummi der Verschlussklappe. Obwohl sie die sehr interessanten Absender-Angaben enthält, habe ich sie abgeschnitten, um das Fortschreiten der Verfärbung zu stoppen.

Viele Grüße
Michael
 
Privatpost Am: 25.03.2019 19:42:57 Gelesen: 2095# 10 @  
Ich habe auch solch einen Beleg mit gemischter Frankatur mit Marken aus den Republiken Centafricaine und Gabun. Der Stempel stammt allerdings aus der Republik Congo (Brazzaville) aus einer Stadt Dolisie, die inzwischen über 100.000 Einwohner hat. Das Stempeldatum ist der 28.1.1962 auf einem Brief nach Toulouse in Frankreich.Die Rückseite ist leer, weshalb ich anfangs diesen Brief für eine Mache hielt.


 
Baber Am: 26.03.2019 10:29:05 Gelesen: 2072# 11 @  
Ein Brief aus der Republik Kongo, gelaufen am 12.10.1961 von Point Noire nach Rügen mit Mischfrankatur Congo, Zentralafrikanische Republik und französisch Äquatorialafrika.



Gruß
Bernd
 
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