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Thema: Moderne Postgeschichte: Internationales Remailing
Das Thema hat 204 Beiträge:
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epem7081 Am: 16.03.2020 15:00:14 Gelesen: 31949# 180 @  
Hallo Remailing-Experten,

aus dem heutigen Posteingang zwei Remailing-Belege ursprünglich aus Italien stammend.



Der erste Beleg stammt aus 70032 Bitonto (BA) und wurde über die Deutsche Post ausgeliefert. Für den Fall der Unzustellbarkeit sollte hier wieder einmal Postfach 2935 in 36243 Niederaula Rücklaufadresse sein.



Der zweite Beleg stammt aus Bologna und wurde wohl über die niederländische Post (postnl) weitergeleitet. Dementsprechend ist hier für den Fall der Unzustellbarkeit P.O.Box 7189, 3109 AA Schiedam als Rücklaufadresse angegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
DL8AAM Am: 19.03.2020 21:16:28 Gelesen: 31839# 181 @  
Remailing-Sendung aus dem Bereich des chinesischen eCommerce. Absender "Liu Jing Shop" in der Fuxingda Logistic Zone in Shenzhen. Die Lieferung wurde über "bpost international" (BPI) bzw. genauer über "bpost China", d.h. die (hoheitliche) Belgische Post ("bpost") in China, im Rahmen dessen "Angebots" Landmark Global [1] ("Minipak EU 1") verschickt; 14.08.2018.



Die LVS Sendungs- bzw. Trackingnummer (LVS: Low Value Shipments, d.h. Sendungen mit geringem Wert) stammt von der belgischen Post. Ich vermutee der Suffix N1 sagt etwas über die "Prioritenklasse" der Sendung aus (Beförderungs-Zeitfenster).

Einschleusung in den UPU-Lauf über Brüssel, Frankatur per Entgeltbezahlt-Eindruck (PPI) der belgischen Post unter der Lizenznummer ("permit mail") BPI-9333, Rücksendeadresse mit Deck- bzw. Sammelpostfach "P.O.Box 9333" in "1934 EMC Brucargo" (EMC = European Mail Center; Brucargo steht für den Frachtflughafen Brüssel).

Gruß
Thomas

[1] https://landmarkglobal.com/de_DE
 
epem7081 Am: 09.04.2020 22:46:32 Gelesen: 30027# 182 @  
Hallo zusammen

Internationales Remailing,

für mich immer noch eine geheimnisvolle verworrene Beziehung



Am 2.8.2014 habe ich über Amazon eine Buchbestellung bei The Book Depository, nach eigenem Bekunden Sitz in Gloucester, United Kingdom, getätigt. Der Versand per Priority Air Mail wurde mir von Amazon am 8.8.2014 als nicht nachverfolgbare Sendung signalisiert. In Deutschland wurde die Sendung dann wohl von Hermes Standort Heidenheim bearbeitet. Auf dem entsprechenden Label findet sich zwar in Minischrift, aber deutlich erkennbar, das Datum 17-Aug-2014 mit Uhrzeitangabe 06:55



Das eigentlich für mich irritierende ist die Angabe: P.P. / Swiss Post / 8010 Zürich / Mulligen, wohin die Sendung auch bei Unzustellbarkeit zurück gehen soll. Da muß man wohl um einige Ecken denken können,

Unbeschwerte Ostern bei guter Gesundheit wünscht allen
Edwin
 
juju Am: 17.05.2020 21:12:36 Gelesen: 26320# 183 @  
Ich hoffe mal, ich bin hier richtig. ;)

Da der ganze Beleg (Großbrief B4) nicht auf den Scanner passt, hier ein Aufkleber, den ich nicht zuordnen kann:



Der Brief lief von einem Privatabsender aus Antwerpen, Belgien, nach Pforzheim. Weitere Hinweise zu irgendeiner Postbeförderung oder weitere Vermerke finden sich nicht, ebenso fehlt eine zeitliche Angabe, oder ein so etwas beinhaltender Code, völlig.

Der Vermerk "port payé" sagt mir zumindest, dass dieser Aufkleber wohl ein Entgelt-bezahlt-Freimachungsvermerk ist. Aber warum 60544 Frankfurt? Die Rücksendeadresse Postfach 3001 in Niederaula würde ich jetzt einfach mal dem IPZ 2 zuordnen.

Die Zahl "1086" scheint mir mittels Tintenstrahl separat aufgebracht worden zu sein.

Wurde dieser Aufkleber bereits in Belgien oder erst in Deutschland aufgebracht?

Beste Grüße
Justus
 
Journalist Am: 18.05.2020 11:28:05 Gelesen: 26196# 184 @  
@ juju [#183]

Hallo Justus,

es handelt sich hier um Post die über die Deutsche Post Tochter Global Mail läuft. Dazu gibt es im IPZ 1 und IPZ 2 ein sogenanntes "Mailterminal" im dem die Post die vereinzelt auch aus Deutschland kommt, oft aber aus dem Ausland, mit einer deutschen Freimachung versehen wird, um diese dann ins Weltpostsystem einschleußen zu können. Da diese Post formal in Deutschland eingeliefert wurde, muss auch ein entsprechender deutscher Absender als Retoure laut Weltpostvertrag vorhanden sein - dies sind oft diverse Postfächer (auch Sammelpostfächer) aus Niederaula also aus dem IPZ 2.

In der Regel wird die Masse der Freimachungen dieser Art aber in Frankfurt im IPZ 1 angebracht.

Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen, wenn Du hier noch weitere Fragen hast, du kannst mich ja auch mal telefonisch kontaktieren oder auf meinen Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen, ich würde dann mal zurück rufen.

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 18.05.2020 14:53:57 Gelesen: 26153# 185 @  
@ Journalist [#184]

Nur zur kurzen Ergänzung: Diese Sammelpostfächer in Niederaula repräsentieren meist/oft eine spezielle Herkunft der Sendung bzw. des Mailings, so wird z.B. das Rücksendepostfach 2007 für eCommerce-DPAG/DHL-Kunden aus Hongkong genutzt, oder 2413 für den Kunden "Pitney Bowes", der auch als "Konsolidierer" Post in den USA für die DPAG/DHL erzeugt bzw. "einsammelt". Leider gibt es keine komplettere Liste der Postfächer mit den entsprechenden Angaben. Viel, sehr viel Raum für Forschung! Erschwerend kommt hinzu, dass es auch Postfächer anderer international aktiver nationaler Posten gibt, wie beispielsweise 2083 der französischen Post La Poste, die damit Sendungen ihrer Kunden für deutsche Empfänger, die sie über das IPZ direkt bei der DPAG einliefert, versieht [1].

Leider ist das Thema internationales Remailing für Außenstehende nur sehr schwer zu durchschauen. Es wird nichts "Substantielles", was uns die Ansprache der Belege erleichert, veröffentlicht. Das alles wird im Prinzip sogar fast als höchstgeheimes Geschäftsgeheimnis behandelt. Hier können uns Philatelisten eigentlich nur noch Whistleblower oder Personen mit "sehr guten Beziehungen" wirklich helfen.

Deine Funktionszahl 1086 könnte/sollte eine Angabe sein, die Identität des Absenders/Einlieferes bzw. das entsprechende Mailing näher bezeichnet.

Beste Grüße
Thomas

Nachsatz:

Diese Frankaturangaben werden nicht nur durch die DPAG in Niederlauda, sondern oftmals auch direkt vom Kunden im Ausland bereits bei der Erzeugung des Mailings, aufgebracht.

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/64929
 
al-lu Am: 20.05.2020 06:10:16 Gelesen: 25798# 186 @  
@ Baber [#164]



Am abgebildeten Beispiel, derselbe Absender, sieht man, welche unterschiedlichen Frankiervermerke in Niederaula eingesetzt werden.

Die aktuellen Varianten finden sich in folgender Broschüre [1].

Viele Grüße
Albrecht

[1] https://www.deutschepost.com/content/dam/dp-int/Business-Customers-Europe/Downloads/Deutsche_Post_Europe_Service-Description-Document_DE_23-03-17.pdf
 
DL8AAM Am: 20.05.2020 16:57:08 Gelesen: 25697# 187 @  
@ epem7081 [#182]

für mich immer noch eine geheimnisvolle verworrene Beziehung

Hi,

um diesen Beleg auch noch etwas zu entwirren: Der ist zufällig mal relativ einfach zu interpretieren.

Der Absender in England hat die Sendung in England bei der dortigen Niederlassung der nationalen Schweizer Post eingeliefert. Zu erkennen an den Angaben in der Rücksendeadresse "SPI LHR 578". SPI steht hier für die Schweizer (Swiss) Post International, LHR identifiziert deren Niederlassung, hier LHR für London-Heathrow. 578 gibt einen Rückschluß auf den entsprechenden Einlieferer. Zur Entschlüssel der SPI-Standorte findet sich auf der deutschen Zoll-Seite ein älteres Merkblatt der schweizer Post [1].

Die Schweizer Post hat nun die Sendung an/über ihre deutsche Niederlassung in Dietzenbach geleitet, die den Brief dann zur Zustellung an "Hermes" übergeben hat, die dann wiederum die Sendung über das Verteilzentrum Heidenheim (in Herbrechtingen) in ihr Netzwerk eingeschleust hat.

Die Hermes Logistik Gruppe ist bereits seit vielen Jahren ein direkter Partner der Swiss Post International und diese beiden haben in einigen Ländern sogar gemeinsame "Postunternehmungen" gegründet, u.a. Italien die "Porta a Porta" [2] sowie in Deutschland die "PrimeMail" (bis 2011) [3].

Vereinfach gesagt, können die deutschen Kurier-/Postdienstleister mehr oder weniger direkt (Verpartnert oder sogar echte Töchter) einer ausländischen nationalen Post "zugeordnet" werden: DHL = DPAG, GLS = Royal Mail, DPD = La Poste, Hermes > Schweizer Post, TNT > PostNL. Sieht man also auf der Autobahn einen LKW von DPD, dann handelt es eigentlich um ein französisches Postauto ;-)

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.zoll.de/SharedDocs/Downloads/DE/FormulareMerkblaetter/Zollrecht/Postverkehr/infoblatt_swisspost.html
[2] https://www.pressebox.de/inaktiv/hermes-germany-gmbh/Hermes-und-Swiss-Post-International-Neue-Geschaeftsstruktur-fuer-italienische-Porta-a-Porta/boxid/229648
[3] https://www.dnv-online.net/services/detail.php?rubric=Logistik+%26+Technik&nr=52564 und https://www.hermesworld.com/de/ueber-uns/historie/2000er-jahre/
 
Pete Am: 02.06.2020 20:53:41 Gelesen: 24704# 188 @  
Ein Sammlerkollege reicht nachfolgenden Absenderfreistempelabschlag zum Thema Remailing zwecks Veröffentlichung ein:



Absenderfreistempelabschlag in rot der österreichischen Post (post.at) vom 17.09.2002 mit einem Werbeeinsatz für Retoursendungen

Die im Werbeeinsatz angegebene Rücksendeadresse für unzustellbare Sendungen bezieht sich auf das Postfach 33 08 40 in 80068 München. Der Freistempel selbst weist oberhalb der Datumsangabe keinen Ort auf, dito fehlt die Postleitzahl. es ist nicht auszuschließen, dass das Gerät ggf. aptiert wurde.

Im September 2002 war die Umstellung der Freistempel in Deutschland bereits von rot auf blau bereits wenige Monate abgeschlossen (die üblichen "Nachwehen" außen vorgelassen). Ist bekannt, wann die Umstellung von rot auf blau in Österreich erfolgte?

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 02.06.2020 21:41:14 Gelesen: 24691# 189 @  
@ Pete [#188]

Pete, das Postfach 330840 in 80068 München wird im Internet mit bayerischen Niederlassung der österreichischen Oberbank AG genannt. Und Wikipedia sagt "Die Oberbank AG ist eine Regionalbank mit Sitz in Linz und gehört zu der 3-Banken-Gruppe."

Beste Grüße
Thomas
 
Pete Am: 13.07.2020 20:46:30 Gelesen: 21256# 190 @  
In diesem Thema wurden bereits einige Belege vorgestellt, welche über den Briefdienstleister "Asendia" liefen. Nachfolgend zwei weitere Exemplare aus dem Jahr 2020.



C6-Sendung der Citipost Nordwest vom 07.04.2020 via Asendia nach Luxemburg

Der erste Beleg wurde gestern in [1] näher beschrieben: der aufliefernde Postmitbewerber - die Citipost Nordwest aus Oldenburg [2] - verewigte sich rückseitig mittels eines kleinen Handstempels ("MA 2642 / Citipost Nordwest") auf der Briefumschlagrückseite und übergab den Brief an den u.a. auf Auslandssendungen spezialisierten Briefdienstleister Asendia [3] mit Hauoptsitz in Troisdorf im Großraum Köln-Bonn gelegen (Joint Venture der Schweizer und der französischen Post). Vorderseitig wurde die Sendung am 07.04.2020 entsprechend durch Asendia frankiert. Die Frankierung schaut mir nach einem Absenderfreistempel aus. Am 09.04.2020 durchlief die Sendung ein Briefsortierzentrum in Luxemburg, wo eine entsprechende Codierung inkl. der Angabe des Sortierdatums auf der Briefumschlagrückseite angebracht wurde.

und



Werbung eines Kleidungsgeschäftes aus 54290 Trier von ca. Juni 2020 via Asendia nach Luxemburg

Der zweite Beleg verweist auf ein Geschäft im wenige Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt gelegenen Trier. Auf der Karte ist zusätzlich eine Rücksendeadresse in 58099 Hagen angegeben. Der Beleg weist einen Zudruck mit Bezug auf Asendia als Freimachungsvermerk auf.

Gruß
Pete

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=238933#M24
[2] https://www.citipost-nordwest.de/
[3] https://www.asendia.de/
 
DL8AAM Am: 17.08.2020 00:13:44 Gelesen: 18378# 191 @  
Der "Remailer" mit der britischen Genehmigungsnummer "HQ 1256" hat sich durch die Angabe einer ausführlichen Rücksendeadresse enttarnt. ;-)



Overseas Courier Service (London) Ltd. - Poyle Road, Colnbrook, Berkshire SL3 0AY ("TEL +44 (0) 2076403400").

Die deutsche Unterseite [1] nennt in Kurzfassung deren Kerngeschäftsfeld "Overseas Courier Service [2] ist eine internationale Logistikfirma mit Hauptsitz in Tokyo und einem weltweiten Netz von Filialen. Das Kerngeschäft ist der Kurierdienst (mit dem) Versand sowohl von kleinen Dokumentensendungen als auch von großen Pallettenlieferung". Und wie es aussieht werden dabei auch internationale Postsendungen verschoben und "remailt", wobei die Einschleusung in den UPU-Lauf (u.a.) über England - im Rahmen der Entbezahlt-Genehmigungsnummer HQ1256 - erfolgt.

Beste Gruße
Thomas

[1] https://www.ocs-de.com/de/courier.php
[2] https://www.ocsworldwide.co.uk
 
DL8AAM Am: 18.08.2020 23:25:14 Gelesen: 18123# 192 @  
Und hier ein weiterer britischer Remailer

KMUK Universal Solutions (KeyMail UK Group)



Auf dem Umschlag angegebener Absender "Attn: K-1 Support, P.O. Box 799060, Dallas, TX 75379" (Texas, USA) dahinter steckt "CVR Partners, LP - Tax Package Support" [1], ursprünglich frankiert mit einem amerikanischen Entgeltbezahlt-Eindruck ("FIRST-CLASS MAIL / U.S. POSTAGE / PAID / LOGAN, UT / PERMIT 774"), d.h. ein sogenanntes permit mail unter der Genehmigung #774 beim Postamt Logan in Utah; aus März 2016.

Da die Sendung aber ins Ausland, nach Deutschland, gerichtet war, wurde sie ausgesondert und aus Portoersparnisgründen als Remailing über den Dienstleister KMUK (KeyMail UK), über England, verschickt. Hierfür wurde die Originalfrankatur mit einem Entgeltbezahlt-Label unter der (zentralen) britischen Genehmingungsnummer HQ 1142 von KMUK überklebt.

Die Zuordnung der bisher unbekannten Lizenznummer HQ 1142 zu KMUG konnte nun über ein kürzlich entdecktes Amazon-Versandlabel [2] bestätigt werden.

Leider ist die Webseite von KMUK wohl (temporär?) nicht mehr online [3], aber in der Wayback Machine kann man ein paar ältere Versionen aus dem Webarchiv laden. Sitz der KMUK ist übrigens (nach eigenen Angaben) Unit 12, Saxon Way Trading Estate, Saxon Way, Harmondsworth, Middlesex UB7 0LW; im Internet finden sich noch weitere Standorte, nämlich im remailing-bekannten Slough (Unit 22, Wexham Road, Slough, Berkshire SL2 5HF) sowie in Hayes (Unit B, Crosspoint Distribution Park, Swallowfield Way, Middlesex UB3 1DQ), beides ganz in der Nähe des (für Remailing wichtigen) Flughafens London Heathrow.

Gruß
Thomas

[1] https://www.taxpackagesupport.com/cvrpartners
[2] https://www.philaseiten.de/beitrag/233141
[3] http://www.keymailuk.com > u.a. https://web.archive.org/web/20140925113801/http://www.keymailuk.com/about-us/
 
DL8AAM Am: 22.08.2020 22:45:39 Gelesen: 17759# 193 @  
Eine spezielle Form, die man im weitesten Sinne - vom Grundprinzip her - ebenfalls dem großen Dunstkreis des Remailgs zuordnen kann, ist der internationale Versand von Waren aus dem Bereich des eCommerces.

Vereinfacht, man kauft über das Internet Waren im Ausland (in der Regel in China). Der chinesische Händler beauftragt für die Abwicklung, für die Logistik bzw. für den Versand entsprechende Dienstleister, die die Lieferungen in aller Regel nicht in China selbst der Post übergeben, sondern über "eigene Kanäle" nach Europa transportieren (lassen). Hier werden die Lieferungen, ebenfalls über spezielle Logistikpartner, über Dienstleister in das (UPU-) Postnetzwerk eingeschleust. Halt eine besondere Art des Remailings ...

Hier ein Beispiel ...

Worldtech Logistics GmbH, Mörfelden-Walldorf

... dass eigentlich nur ein Großbrief bzw. ein Päckchen gewesen wäre, dass aber als echtes (90 Gramm schweres) DHL Paket seinen Weg zum Empfänger gefunden hat:



Englischsprachiges DHL-Paket-Label von einer Versandtasche (diese typische "graue China-Form"). Der angegebene Absender ist ein fiktiver "DE Client" unter der Adresse "Hessenring 900, 64546 Mörfelden-Walldorf". Hinter dieser Adresse verbirgt sich der (Versandabwicklungs-) Dienstleister "Worldtech Logistics GmbH" [1]. Die "34" im Label gibt an, dass die Sendung über das DHL Paketzentrum Staufenberg (Im Rotte 2, 34355 Staufenberg) geleitet wurde.

Da dieser Versender als Logistikunternehmen, d.h. wirklich nur als postalischer Versender "im Auftrag der Chinesen", auftritt, gibt dieser auch ausdrücklich auf dem Label an, dass Warenrücklieferungen (Rücksendung, Erstattung und Umtausch) nicht an sie geschickt werden sollen, sondern dass der Empfänger hierfür Kontakt mit seinem Verkäufer/Online-Händler, d.h. mit seinem Vertragspartner, aufnehmen soll ("In case of return/Refund please contact your seller!"). Lediglich postalisch unzustellbare Lieferungen werden über Worldtech Logistics selbst bearbeitet.

Gruß
Thomas

[1] https://worldtech-logistics-gmbh.business.site/
 
DL8AAM Am: 28.08.2020 02:37:37 Gelesen: 17154# 194 @  
@ Pete [#190]

Hier ein 2016er ASENDIA-Vorläufer der schweizer Post aus Frankreich.

Aber primär möchte ich diesen Entgeltbezahlt-Vermerk mal zeigen, weil die Herkunftsabgabe LPG bisher hier bisher noch nicht dokumentiert wurde, auch wird diese Kennung nicht im einschlägigen Infoblatt "Standorte Swiss Post International" der schweizer Post (von 2011) genannt [1].

Swiss Post International SPI LPG



Entgeltbezahlt-Label der Swiss Post International, mit der Rücksendeadresse "Exchange Office, SPI LPG, 8010 Zürich-Mülligen", wobei LPG von der ICAO-Flughafenkennung LFPG für Paris-Charles de Gaulle abgeleitet ist.

Die Label überkleben eine ursprüngliche französische Entgeltbezahlt (Tintenstrahl)-Frankatur, mit zusätzlicher Angabe des Absenders, der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OCDE/OECD)" aus Paris.

Gruß
Thomas

[1] https://www.zoll.de/SharedDocs/Downloads/DE/FormulareMerkblaetter/Zollrecht/Postverkehr/infoblatt_swisspost.html
 
Araneus Am: 11.09.2020 15:51:39 Gelesen: 15526# 195 @  
Aus der heutigen Post ein Brief aus der Schweiz mit Rücksende-Postfach 2963 in Niederaula (Ausschnitt aus dem DIN A4-Adressträger).



Absender ist das Logistik-Unternehmen Rhenus, Standort Schaffhausen, der hier als Versender von Broschüren für Schweiz Tourismus fungiert. Wem das Postfach gehört, lässt sich nicht erkennen.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 16.09.2020 21:37:33 Gelesen: 14923# 196 @  
Postfach 7032 - Schiemdam

Bisher wurde dieses Postfach hier noch nicht beschrieben, auch finde ich im Internet keine Verweise auf dieses spezielle Fach



Werbesendung des Absenders (der nur im Anschreiben "so" genannt wird) "Google Ireland Ltd." (Gordon House, Barrow Street, Dublin 4), frankiert mit einem typischen Remailing Entgelt-Bezahlt-Eindruck der PostNL bzw. der PostNL Gruppe (Spring / G3 Worldwide); Okt/Nov 2016.

Rücksendeadresse P.O. Box 7032, 3109AA Schiedam aus der bekannten 7000er Serie von PostNLs Remailing-Geschäft, wobei diese spezielle Fach 7032 mir bisher unbekannt war. Üblicherweise identifizieren die einzelnen Postfächer ja die Kundengruppen, wie z.B. die Herkunftsländer oder u.U. vielleicht auch Großeinlieferer (Konsolidierer/Remailingpartner o.ä.). Hat jemand hierzu genauere Informationen oder hat weitere Belege mit diesem Postfach, um die "Bedeutung" näher einzugrenzen? Vielleicht steht 7032 ja für Irland? Wobei bei dieser Art von weltweit aktiven Absendern, wie Google, das Produktionsland (und/oder "Abgabeland") des Mailings nicht zwingend mit dem Land des angegebenen Firmensitz übereinstimmen muss.

Beste Grüße
Thomas
 
DL8AAM Am: 06.11.2020 02:31:39 Gelesen: 10055# 197 @  
Postfach 2013 - 3000 CA Rotterdam



a) Eingedruckt auf dem Umschlag befindet sich ein Entgeltbezahlteindruck (PPI) aus Schweden
AIRMAIL / PRIORITY A / If undeliverable return to: / Dept. 633MSSB / PO Box 5001 / SE-202 26 Malmö / PP / SE

wobei MSSB für "Morgan Stanley Smith Barney" steht, siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Morgan_Stanley_Wealth_Management

b) diesen PPI überklebt ein Entgeltbezahlt-Label der britischen Royal Mail:
AIRMAIL / 1 / ROYAL MAIL / POSTAGE PAID GB / SE 6211

c) und dieses Label wurde nun durch zwei weiße Blanco-Labels und dann abschliessend durch das endgültge Frankatur-Label der niederländischen PostNL überklebt, über die die Sendung letztendlich dann doch noch UPU-versendet wurde (Oktober 2015)
Port Payé / Pays-Bas / postnl / returns to: / P.O. Box 2013 / 3000 CA Rotterdam / Nederland

Der Umschlag, der sehr wahrscheinlich aus dem Haus Morgan Stanley stammt (aber ohne "echte" Absendernennung), selbst trägt keine weiteren Kennzeichnungen, außer dem rückseitigen Druckvermerk FA993 T (REV. 10/10), d.h. das Formular wurde wohl bereits im Jahr 2010 gedruckt?

Die Frage ist, steckt hinter dem Postfach 2013 in Rotterdam ein Remailing-Dienstleister oder wurde die Sendung nur innerhalb des Morgan Stanley Konzerns immer weitergeleitet, bis man eine günstige Einlieferungspost gefunden hat. Hat jemand weitere Sendungen mit diesem Rücksendepostfach? Im Internet finden sich weder weitere Frankatur-Beispiele, noch irgendwelche Verweise auf das Postfach selbst.

Beste Grüße
Thomas

Beispiele der überklebten Entgeltbezahlt-Eindrucke ("Dept. 633MSSB" und "SE 6211") wurden bereits in der Vergangenheit schon mal in unserer Stempeldatenbank eingestellt, siehe



(identischer Eindruck)



(ähnlicher Tintenstrahler)

https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/112694 bzw. https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/147995
 
Araneus Am: 22.11.2020 19:49:54 Gelesen: 8403# 198 @  
Swiss Post International

Leider liegt mir nur ein leerer Fensterumschlag vor. Interessant ist hier der Freimachungsvermerk der Swiss Post International, der eine Datumsangabe enthält. Das Ganze sieht aus wie der Druck einer umgebauten Freistempelmaschine:



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
büsi Am: 04.12.2020 23:46:02 Gelesen: 6965# 199 @  
@ DL8AAM [#28]

Durch Zufall habe ich den Beitrag über den Remailing-Brief aus Büsingen gefunden. Ich wäre daran für meine Heimatsammlung interessiert, weiß aber als Neuling nicht, ob diese Kontaktaufnahme so funktioniert. Sie können mir aber gern eine eMail mit dem Schlagwort "Büsingen-Remailing" senden.

mit freundlichen Grüßen, Büsi
 
GSFreak Am: 04.01.2021 13:59:39 Gelesen: 2382# 200 @  
Hier eine unfrankierte Ansichtskarte aus Lanzarote nach Deutschland, geschrieben am 24.11.1995 an der Costa Teguise.

Wie kommt ein belgischer P.P.-Stempel auf die Karte? Gab es da seinerzeit einen belgischen Postdienstleister auf Lanzarote oder wurde die Karte erst bei einem Zwischenstopp der Urlauber in Brüssel dort am Flughafen "freigemacht", weil sie vergessen hatten, die Karte von Lanzarote aus abzusenden?



Beste Grüße
Ulrich
 
Journalist Am: 04.01.2021 14:08:05 Gelesen: 2380# 201 @  
@ GSFreak [#200]

Hallo Ulrich,

ein tolles Stück, das man auf alle Fälle aufheben sollte. Hier gibt es viele verschiedene Postkarten aus verschiedenen Urlaubsgebieten, die in den letzten Jahren vorbei an der jeweiligen Heimatpost über Privatpostdienstleister an den Empfangsort geleitet wurden.

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 04.01.2021 19:29:20 Gelesen: 2319# 202 @  
@ GSFreak [#200]
@ Journalist [#201]

Hi,

das ist "etwas" aus dem Bereich des internationen Remailings.

Diese Karten wurden vor Ort entweder per Einwurf über separate Briefkästen, auch per Abgabe bei der Hotelrezeption oder Kiosk o.ä. versendet. Der versendende Kunde hat sicherlich das Porto bezahlt, auch wenn hier scheinbar wohl keine spezielle, sichtbare Frankatur mitverkauft wurde.

Der örtliche (kanarische) "Postbetreiber" muss natürlich die 'eingesammelten' Postkarten irgendwie in den UPU-Kreislauf einschleusen, dafür werden Remailingstrukturen verwendet. In Deinem Fall wurde die Karte über die belgische Post in das UPU-System abgeleitet.

In der belgischen "Entgeltbezahlt"-Frankatur findet sich die postalische Lizenz- bzw. Genehmigungsnummer ("Permit Mail") des "UPU-Einlieferes", hier "B-101" (ehemals "10/537", bis 1994). Hinter dieser Lizenznummer steht das 1986 gegründete weltweit aktive Remailingunternehmen "Belgavia Mailhouse BGMH". 1996 wurde BGMH von Scandinavian Distribution and Postal Service (SDPS), einer Tochter der dänischen Post (Post Danmark), übernommen (umbenannt in "Belgian Mailhouse") und später in das Joint Venture "Direct Link" der dänischen und schwedischen Post eingegliedert.

Interessant ist übrigens das angegebene Rücksendepostfach "P.O. Box 101/30" beim Flughafen Brüssel, 101 steht für BGMH und der nachgestellte Suffix gibt den tatsächlichen Kunden an. In diesem Fall "30" und 30 steht für DHL. Das heisst DHL hat für seine Ableitungen ihrer Kunden von den Kanarischen Inseln damals BGMH als "Subdienstleister" eingesetzt.

Man könnte, wenn man "bösartig" wäre, Deine Karte also in die Schublade "Deutsche Post in Spanien" ablegen. ;-)

Wie gesagt, "schöne neue Postwelt". ;-)

Beste Grüße
Thomas

[Beiträge [#200] bis [#202] redaktionell verschoben aus dem Thema "Entgeltvermerke - sammelwürdig ?"]
 
Leon Am: 05.01.2021 13:15:03 Gelesen: 2125# 203 @  
Hallo,

das ist mein erster Beitrag auf dieser Website. Ich möchte gerne ein Remailing aus China über die Philippinen nach Deutschland aus 12/2018 vorstellen.

Versendet wurde der Luftpolsterumschlag zunächst vom chinesischen Absender über den Postdienstleister Yanwen, der ihn anscheinend an die China Post übergab, wie in folgendem Label zu sehen:



Anschließend fand ein Remailing über die philippinische PHLPOST statt, wobei hier als Absender das Postfach 7674 in Pasay City aufgedruckt ist.



Die Bedeutung der Aufschrift "One World" erschließt sich mir jedoch nicht, ist hier eventuell die Fa. "One World Express" noch mit im Spiel?

Gruß
Leon
 
DL8AAM Am: 05.01.2021 17:25:19 Gelesen: 2073# 204 @  
@ Leon [#203]

Danke für das Zeigen, Leon! Chinesische eCommerce-Sendungen über die Philippinen sind ja auch eher etwas "seltener" zu sehen!

Zu Deiner Frage: Ja, es sieht so aus. Dazu passt das folgende Zitat [1]

One World Express, a global e-commerce B2C courier and logistics company, [...] is also keen to work closely with PHLPost

und auch die Schriftart deren Logos entspricht in etwa dem Schriftzug auf Deiner Sendung:



Beste Grüße und nochmals Danke!
Thomas

[1] https://postandparcel.info/67603/news/show-time/
 

Das Thema hat 204 Beiträge:
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