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Thema: Zurück und nachgeschickt
Das Thema hat 504 Beiträge:
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briefefan Am: 13.01.2018 00:21:29 Gelesen: 74116# 480 @  
@ volkimal [#467]

Der Sechseckstempel dürfte von der Form her von einem portugiesischen Ort stammen. Leider kann ich nicht sagen woher er kommt. Zu dem Text unten im Stempel „UETRA“ (oder ähnliches) habe ich nichts gefunden. Wer kann etwas zu dem Stempel sagen?

Das ist ein Stempel aus Beira, dem damaligen Hauptort des Gebietes der Mocambique-Gesellschaft.

Grüße von briefefan.
 
volkimal Am: 13.01.2018 10:48:28 Gelesen: 73977# 481 @  
@ briefefan [#480]

Hallo Briefefan,

vielen Dank für Deine Antwort. Das ist ja seltsam! Da haben gleich zwei Mitglieder des Forums meine Frage vom 1. November entdeckt und innerhalb von kurzer Zeit beantwortet. Siehe [#477] und den folgenden Beitrag.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.01.2018 15:48:41 Gelesen: 69598# 482 @  
Hallo zusammen,

in Bayern wurden unzustellbare Briefe wieder an den Absender zurückgeschickt. Für den Fall, dass ein nach außen sichtbarer Hinweis auf den Absender fehlte, wurde der Brief an eine Kommission beim jeweils zuständigen Oberpostamt weitergeleitet. Die Kommission öffnete den Brief und verschloss ihn für die Rücksendung, falls ein Absender ermittelt werden konnte, mit einer Retourenmarke. Hier drei Beispiele:





Weitere Informationen beim passenden Thema: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?&ST=2089&full=1

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 03.02.2018 12:51:31 Gelesen: 59786# 483 @  
Hallo zusammen,

diesen stark vergilbten Brief habe ich vor langer Zeit sehr billig in einer Rundsendung gefunden. Auf den ersten Blick ein normaler Retour-Brief, aber beim genaueren Hinsehen doch etwas Besonderes:



Der Brief wurde am 15.04.1872 / 5-6 N. von Darmstadt aus an das Großherzogliche Landgericht Zwingenberg geschickt. Er kam noch am selben Tag in Zwingenberg an (Ankunftsstempel vom 15.04.1872 / 8-9 N.M.).

Frankiert ist er mit 3 Kreuzer, dem Porto für Briefe bis 15 Gramm. Das Porto für Briefe über 15 g betrug 7 Kreuzer. Vermutlich war der Brief zu schwer, denn er trägt einen blauen Taxvermerk. Es könnte sein, dass es „E P 8 K“ = „Extra Porto 8 Kreuzer“ bedeutet. Den blauen Vermerk links daneben kann ich nicht entziffern. Vielleicht ist es eine Gewichtsangabe.

Das Landgericht hat den Brief nicht angenommen, da er mit Nachporto belastet war. Der Brief bekommt auf der Rückseite den Vermerk „Annahme verweigert. Absender kann nicht angegeben werden. Name(?) Brieftrg.“ Zusätzlich wird auf der Rückseite der Stempel Unbestellbar abgeschlagen.

Am 16.04. geht der Brief wieder nach Darmstadt zurück. Auf der Vorderseite in blau „16/4 retour Darmstadt“, auf der Rückseite der Stempel von Zwingenberg vom 16.04.1872 / 7-8 V.M. In Darmstadt angekommen wird am 16.04. der Ausgabestempel № 4 abgeschlagen.



Da der Absender nicht bekannt ist, wird der Brief zur Ermittlung des Absenders geöffnet und mit einem Siegel wieder verschlossen. Das Siegel trägt den Text „Amtlich eröffnet bei der Kön. Preuss. Ober-Postdirection Darmstadt“. Dabei stellt man als Absender fest „Abs.: Ohlỳ Hofg. Adr.“ und vermerkt dieses in rot auf der Rückseite des Briefes. Schließlich wird der Brief zugestellt und bekommt einen zweiten Ausgabestempel № 4 vom 18.04.1872.

Darmstadt gehörte erst vom 1.7.1867 an zur preußischen Post. Vorher gehörte Hessen zum Postgebiet Thurn und Taxis. Es handelt es sich um eine sehr späte Verwendung eines Lacksiegel-Verschlusses der preußischen Post in der Zeit des Deutschen Reiches. Im Archiv für deutsche Postgeschichte (Heft 2/75) ist ein passender Artikel von Karl Kurt Wolter: „Erscheinungsformen des Retour-Briefes in Deutschland“.



In der Briefhülle steht nur dieser Text. Dadurch wird klar, dass noch ein weiteres Blatt eingelegen haben muss. Das Gewicht des Briefes lässt sich also nicht mehr feststellen. Hier der Text, den ich nur zum Teil entziffern kann:
Links: „Ich finde keine Insinuationsbescheinigung für Ohlỳ! W.“
Rechts: „??? die Insinuation der Notiz an Ohlỳ vom 14 ten April zu ??? / und 30. Juli 72 / 29./4. 72“

Kann jemand von euch den Rest entziffern?

Im Internet fand ich [1]: Hans Friedrich Christian Carl Albrecht Ohly (* 27. Dezember 1829 in Buchenau (Lahn); † 20. Dezember 1891 in Darmstadt). Vielleicht war er ja der Absender des Briefes.

Ohly besuchte das Gymnasium in Gießen und studierte danach Rechtswissenschaften. Im Anschluss an die Referendarzeit wurde er 1862 Advokat am Hofgericht Großherzogs Ludwig III. in Darmstadt. 1871 trat er in den Gemeinderat Darmstadts ein. Ohly, der ein begnadeter Redner gewesen sein soll, vertrat nationalliberale Ideen und setzte sich für ein demokratisches Reich unter preußischer Führung ein. Ohly war von 1874 bis 1891 der erste hauptamtliche Bürgermeister von Darmstadt.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Ohly
 
Altmerker Am: 08.02.2018 19:10:37 Gelesen: 56838# 484 @  
Das ist ein toller Beleg, nicht nur, weil die Vorderseite studentenmäßig was hermacht. Ich versuche zu rekonstruieren.

Die Karte ging am 22.8. von Heidelberg nach Chamonix. Die Dame war nicht da. Nachforschung wurde eingeleitet, erfolglos ausgerufen. Weiter ging es nach Genf, wo er am 30.8. auf der Postlagernd-Stelle abgestempelt wurde. Am 3.9. geht es mit dem Genf-Stempel weiter nach Paris. Wenn ich den Beleg richtig deute.

Gruß
Uwe


 
Heinz 7 Am: 17.02.2018 00:08:52 Gelesen: 55604# 485 @  
Anbei zeige ich einen Beleg von 1872, der von Zimmerwald (Kanton Bern) nach Schwarzenburg (auch Kanton Bern) gesandt wurde. Vermutlich, weil lange Zeit niemand die Gebühr bezahlen wollte, wurde der der Brief mehrfach (!) hin- und hergeschickt.



Ich habe den Versuch unternommen, den Weg des Briefes nachzuvollziehen. Wir sehen 14 Stempel; davon sind 13 verschieden! Nur einer ist fraglich, bei den anderen Daten scheint es eindeutig zu sein.



Der Brief könnte folgenden Weg genommen haben:

1. Abgang: Zimmerwald, 28.JAN.1872
2. Durchgang: Bern 28.I.1872
3. Ankunft: Schwarzenburg 28.JAN.1872
4. Abgang (Rücksendung): Schwarzenburg 31.JAN.1872
5. Durchgang: Bern 31.I.1872
6. Ankunft: Zimmerwald, 1.FEB.1872
zurückgeschickt:
7. Durchgang: Bern, 1.II.1872
8. Ankunft: Schwarzenburg 1.FEB.1872
zurückgeschickt:
9. Durchgang: Bern, 2.II.1872 (?-Datum nicht eindeutig)
10. Ankunft: Zimmerwald, 3.FEB.1872
11. dritter Abgang: Zimmerwald, 8.FEB.1872, vermutlich nun frankiert
12. Durchgang: Bern 8.II.1872, Bern entwertet die Marken
13. dritte Ankunft in Schwarzenburg, 8.FEB.1872, nun akzeptiert.

Also 4 verschiedene Stempel Zimmerwald, 5 verschiedene Bern und 4 verschiedene Schwarzenburg!

Das ist schon beeindruckend!

Heinz
 
volkimal Am: 24.02.2018 09:53:37 Gelesen: 54524# 486 @  
Hallo zusammen,

im Beitrag [#483] habe ich ein Verschlusssiegel aus Lack gezeigt. Später gab es stattdessen Verschlusssiegel aus Papier. Dazu gehören auch die Aufkleber aus Beitrag [#482]. Irgendwann habe ich diesen Brief schon einmal gezeigt, ich will die geöffneten Briefe aber einmal chronologisch nacheinander zeigen.



Das besondere: Dieser Brief wurde gleich zweimal zur Ermittlung des Absenders in Magdeburg geöffnet.

Die Anschrift dieses Briefes vom 29.05.19114 lautet: „Herrn Studieninspektor Lic Werdermann, Predigerseminar, Soest“. Der Brief geht also an meinen Großvater Hermann Werdermann. Wie man an Vorder- und Rückseite sieht, ist der Brief mehrfach hin- und hergeschickt worden, bis er meinen Großvater endlich erreicht hat. Zusätzlich wurde er in zur Ermittlung des Absenders in Magdeburg amtlich geöffnet. Nach dem Öffnen, wurde er mit einem Papiersiegel wieder geschlossen. Wenn man die drei Papiersiegel anschaut, sieht man, dass der Brief zweimal nacheinander in Magdeburg geöffnet wurde. Es ist der einzige Brief den ich kenne, der zweimal geöffnet wurde. Auf der Vorderseite muss zwischendurch ein Zettel aufgeklebt und wieder abgerissen worden sein. Kann mir jemand sagen, ob dort ein Zettel aufgeklebt wird, wenn der Brief zum Öffnen nach Magdeburg geschickt wird:

Den Weg des Briefes kann ich nicht ganz exakt bestimmen, denn einige Vermerke sind durch die Siegel verdeckt bzw. unleserlich. Eine Möglichkeit den Weg zu verfolgen sind die verschiedenen Farben, mit denen die Adressen aufgeschrieben bzw. durchgestrichen wurden. Insgesamt ergibt sich vermutlich folgender Weg:
Von Soest nach Remlingrade bei Dahlhausen Wupper (beides gehört heute zu Radevormwald) und weiter nach Erndtebrück. Rechts auf der Rückseite steht „Adr. In Erndtebrück unbekannt“.

Es war keine weitere Adresse bekannt und der Absender außen auf dem Brief keine Adresse notiert. Der Brief ging also nach Stendal zurück, denn entsprechend dem Stempel war er dort aufgegeben worden. Auf der Rückseite steht links „Absender in Stendal nach Handschrift unbekannt Lange 4./6.“.

Ich nehme an, dass der Brief von Stendal aus nach Magdeburg ging, damit der Brief zur Ermittlung des Absenders geöffnet wurde. Von dort kam er schließlich nach Berlin. Wann und warum der Brief ein zweites Mal geöffnet wurde ist nicht zu erkennen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Journalist Am: 07.03.2018 21:24:52 Gelesen: 53116# 487 @  
Hallo an alle,

zur Abwechslung möchte ich hier mal wieder einen modernen Beleg zeigen. Um festzustellen wie die Post heutzutage arbeitet, schicke ich gelegentlich aus speziellen Anlässen auch mal einen Brief an eine fingierte Anschrift. Der 30. Dezember 2017 war so ein besonderer Tag. Es war ein Samstag und die letzte Möglichkeit eine Eilsendung international zu versenden, denn ab dem 1. Januar 2018 gibt es diese Zusatzleistung nicht mehr. Der Nummernkreis wird für die zukünftige trackbare Warenpost International benötigt. Als Zielland habe ich mich für die Schweiz entschieden, da diese hier oft noch interessante Aufkleber oder Zusatzvermerke anbringt. Ich hatte daher am 30.12.2017 eine ATM zu 5,40 Euro am MWZD gezogen, um eine schöne portogerechte Einzelfrankatur zu erhalten. Da man Eil-Internationalsendungen auch über die Sendungsverfolgung beobachten kann habe ich auch hier immer mal wieder nach meiner Sendung geschaut und die Daten, die die Deutsche Post und die die Schweizer Post dazu lieferte mittels Bildschirmkopie dokumentiert. Nach langer Reise kam der Brief nun endlich am 7. März 2018 zurück:



Betrachten wir nun aber zuerst einmal den Brief, das Porto aus 5,40 Euro setzt sich zusammen aus 0,90 Cent für einen Auslandsbrief sowie 4,50 Euro für Eil-International. Da es sich um eine mehrwertsteuerpflichtige Zusatzleistung handelt, konnte man diese nur am Schalter einliefern und musste dazu noch für die 4,50 Euro bar die MWST entrichten. Zur Kennzeichnung der Sendung wurde eine Digitalmarke mit der Sendungsnummer LX 54 621 147 2DE erzeugt und auf der Sendung angebracht.

Überrascht hat mich im Nachhinein, das der Poststempel auf den 31.12.2017 eingestellt war - denn dies war ja ein Sonntag und da hat kein Postamt offen, ob dies so sein muss kann ich leider nicht beantworten.

Die Sendungsverfolgung der Deutschen Post ist ja leider immer noch sehr umständlich und liefert nur den aktuellen Status der Sendung zu dem Zeitpunkt, wo man nachfragt. Die erste Meldung die ich erhielt lautete "Die Sendung wurde am 30.12.2017 eingeliefert". Normalerweise hätte die Sendung am 1. Januar nachts im IPZ sein müssen und als Eilsendung bearbeitet werden. Sie war zwar auch am 1. Januar im IPZ, wurde aber erst am 2. Januar 2018 um 5 Uhr 2 im passenden Postsack für die Schweiz eingetütet (laut späteren Sendungsdaten der Schweizer Post. Im Deutschen System erhielt man dann ab dem 3. Januar die Angabe, das die Sendung am 2.1.2018 vom IPZ zur Weiterbeförderung an die Schweiz übergeben worden war und das man zur weiteren Beobachtung die Sendungsverfolgung der Schweiz bemühen müsste. Eine Abfrage im dortigen System am Mittwoch den 3.1.2018 abends um circa 20 Uhr erbrachte folgendes Ergebnis:



Hier konnte man nun plötzlich den ganzen bisherigen Lebenslauf des Briefes sehen - eine Sendungsverfolgung die tatsächlich ihren Namen verdient. Interessanterweise zeigte die Schweizer Post auch die Daten der Deutschen Post AG an, die diese bis heute nicht in der Lage ist, anzuzeigen. Der Brief wurde also am Dienstag den 2.1.20188 im IPZ (DEFRAA) in einen Beutel eingetütet, kam aber erst 2 Tage später am Mittwoch abend um 17 Uhr 19 in Zürich an.

Da ein Auto keine 2 Tage von Frankfurt nach Zürich mit den Postsendungen benötigt, muss die Sendung also erst Mittwoch früh in Frankfurt in ein Auto nach Zürich verladen worden sein. Ein normaler Brief vom selben Tag (30.12.2017) in die Schweiz wäre zu diesem Zeitpunkt schon längst beim Kunden angekommen - eine Eil-Internationalsendung benötigte dafür wohl etwas länger. Vermutlich wurde in Zürich auch der gelbe Swisspost Aufkleber angebracht, das die Sendung vor dem Zustellvorgang zu scannen sei.

Einige weitere Zwischenabfragen will ich hier überspringen, ich hoffte ja das die Sendung Ende Januar wieder bei mir wäre - aber auch der Februar verging und nichts passierte - ich hatte die Sendung schon als Verlust verbucht, bis ich diese dann gestern endlich im Briefkasten zurück hatte. Daher habe ich an diesem Tag noch einmal das deutsche und das Schweizer System befragt, was mit meiner Sendung denn in der Zwischenzeit passiert ist.

Das deutsche System lieferte mir folgende Aussage:



"Die Sendung ist am 29.1.2018 im IPZ eingegangen" - von Frankfurt nach Kelkheim hat die Sendung dann für die restlichen 26 Kilometer geschlagene 37 Tage benötigt - eine stolze Geschwindigkeitsleistung - der Brief hat sich mit noch nicht einmal 1 Kilometer pro Tag bewegt - super!

Abschließend wollte ich zum Vergleich auch noch mal wissen, was die Schweizer Post mitteilte:



Diese Daten waren natürlich viel informativer:

Nachdem die Sendung am Mittwoch den 3.1.2018 angekommen war, wurde sie am selben Tag an die Inlandssortierung übergeben. Es dauerte allerdings weitere 2 Tage, bis eine Zustellung versucht wurde, die natürlich aufgrund der fingierten Anschrift nicht erfolgreich sein konnte. Dazu wurde in Thun der kleine Zurückaufkleber mit Datamatrixcode angebracht.

Ob die Sendung wegen falscher Adresse noch mal einige Tage gelagert wurde, ist dem Autor nicht klar. Zumindest war die Sendung nachweislich laut Computer am 17.1.2018 wieder in Zürich und wurde angeblich am selben Tag nach Deutschland zurück geschickt. In Deutschland erfasst wurde die Sendung aber erst am 29.1.2019 - ob die Sendung von Zürich mit einem Pferdefuhrwerk nach Frankfurt zurück transportiert wurde, darf bezweifelt werden.

Wo die Sendung also zwischendurch gelagert wurde, ist nicht klar entweder lag sie noch etliche Tage in der Schweiz oder sie kam zwar in Frankfurt an, wurde aber erst am 29.1.2018 erneut gescannt. Danach verliert auch dieses System die Datenspur, denn ein scannen einer zurückgeschickten Eil-Internationalsendung vom Zusteller zur abschließenden Dokumentation ist diesbezüglich nicht vorgesehen - dies ist vielleicht auch besser so, denn so würde schwarz auf weiß festgehalten werden, das die Sendung für die abschließenden 26 Kilometer weitere 37 Tage benötigte.

Wilde Gerüchte besagen, das solche Retourensendungen per Staffettenfußboten von Aushilfskräften schrittweise zum Absender transportiert werden sollen :-)

Soweit eine kleine Kurzgeschichte zu einer modernen Retourensendung.

Viele Grüße Jürgen
 
Christoph 1 Am: 08.03.2018 08:25:43 Gelesen: 53073# 488 @  
@ Journalist [#487]

Hallo Jürgen,

vielen Dank für diese ausführliche und interessante Schilderung! Vor allem fand ich es spannend zu lesen, was mit der Sendungsverfolgung alles möglich ist, nur nicht bei der Deutschen Post.

Wenn man die Geschichte Deines Briefes so liest, dann wundert es ja überhaupt nicht, dass die Sendungsform "Eilzustellung international" jetzt abgeschafft wurde. Vermutlich geht es deutlich schneller (und billiger) ohne diese Zusatzleistung.

Viele Grüße
Christoph
 
DERMZ Am: 08.03.2018 11:19:47 Gelesen: 53049# 489 @  
@ Journalist [#487]

Hallo Jürgen,

die Rücksendung kann nur mit "Schnellbo(o)ten" geschehen sein. In Zürich wurde das Boot in die Limmat gelassen, von dort über die Aare bis zur Mündung in den Rhein bei Waldshut. Dann über Basel immer weiter Rheinabwärts bis Ginsheim-Gustavsburg. Jetzt ab auf den Main und Mainaufwärts bis Frankfurt. Da es gegen die Strömung geht, erklärt sich auch die lange Reisezeit.

Und die älteste Flaschenpost der Welt war schliesslich deutlich länger unterwegs (war halt keine Eilsendung):

siehe: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/aelteste-flaschenpost-der-welt-deutsche-flaschenpost-nach-132-jahren-an-australischem-strand-entdeckt/21039160.html

Also im Vergleich hast Du wirklich Express gehabt.

Viele schmunzelnde Grüsse und danke für Deine schöne Geschichte.

Olaf
 
fogerty Am: 21.03.2018 17:46:22 Gelesen: 51003# 490 @  
Ich hoffe, diese Postkarte ist hier nicht fehl am Platz! Von Berlin über Toronto nach Bozen!



Grüße
Ivo
 
briefefan Am: 22.03.2018 23:18:38 Gelesen: 50956# 491 @  
@ volkimal [#486]

Hallo Volker,

du fragst, warum der Brief von der OPD Magdeburg zweimal geöffnet wurde.

Die rote Schrift ist wahrscheinlich die von der OPD in Magdeburg. Diese hatte nach dem (ersten) Öffnen des Briefes auf dessen Rückseite die Adresse Berlin W 15 und bei der Straße die HausNr. 2 angegeben. Mit einem leicht unterschiedlichen Rot ist die 2 gestrichen und darunter "22 oder 27" geschrieben.

Vielleicht konnte die Post in Berlin W 15 den Empfänger in HausNr. 2 nicht finden und sandte den Brief an die OPD Magdeburg zurück (mit dem danach abgerissenen Zettel?). Die OPD Magdeburg öffnete den Brief ein zweites Mal und stellte jetzt HausNr. "22 oder 27" fest. Das war ein Treffer, denn der Brief erreichte, wie du sagst, den Empfänger.

Grüße von briefefan.
 
volkimal Am: 23.03.2018 09:41:16 Gelesen: 50926# 492 @  
@ briefefan [#491]

Hallo briefefan,

nett, dass du dir Gedanken zu dem Brief gemacht hast - vielen Dank. Es kann natürlich gut so gewesen sein, wie Du es beschreibst. Nachweisen lässt es sich aber leider nicht, da der Text des Aufklebers nicht bekannt ist.

Bei dem folgenden Brief gehe ich auch davon aus, dass er zur Ermittlung des Empfängers geöffnet wurde:



Da es sich um einen Postauftrag an ein Postamt handelte, ist er nicht bei der entsprechenden Ermittlungsstelle sondern bei der Einschreibestelle des Postamtes Berlin C2 geöffnet worden. Dort stellte man fest, dass der Brief zum Postamt Berlin W30 gehen sollte.

Wer kann mir sagen, was die blaue 12 (durchgestrichen) bzw. 14 oben links bedeuten.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.03.2018 17:30:32 Gelesen: 49748# 493 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit den Belegen, die zur Ermittlung des Empfängers geöffnet wurden:



Die Anschrift "25 Jahre Kieler Aqarienfreunde 2300 Kiel 1" war nicht ausreichend. Der Brief wurde zur Ermittlung des Empfangsberechtigten amtlich geöffnet. Der Inhalt des Briefes brachte aber keine weiteren Informationen zum Empfänger.

Ich gehe davon aus, dass der Absender in Frankfurt gefunden und in roter Farbe auf dem Brief notiert wurde. Anschließend ging der Briefumschlag nach Selm zurück. Wäre der Absender von vornherein auf dem Brief gewesen, so hätte man ihn wohl direkt zurückgeschickt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.04.2018 21:51:40 Gelesen: 45890# 494 @  
Hallo zusammen,

jetzt kommt mein letzte Beleg, der zur Ermittlung des Empfängers geöffnet wurde:



In der Zeitung las ich, dass bei Briefen nach Bork (Ortsteil von Selm) immer wieder die falsche Postleitzahl angegeben wird. Im Postleitzahlverzeichnis steht unter Bork die Postleitzahl 16866. Diese gehört zum Bork bei Kyritz. Bork (Selm, im Münsterland) hat dagegen die Postleitzahl 59379.

In der Hoffnung einen Stempel aus dem Bork bei Kyritz zu bekommen, habe ich bei diesem Brief an meinen Schwager deshalb bewusst die falsche Postleitzahl angegeben. In Bork (Kyritz) bekam der Brief nur den Aufkleber zum Ankreuzen, der Ort ist aber leider nicht zu erkennen.

Die Postleitzahl wurde aber nicht korrigiert, was ich eigentlich vermutet hatte, sondern der Brief ist statt dessen zur Ermittlung des Absenders nach Marburg gegangen. Meine Adresse hatte ich vorsichtshalber nicht angegeben. In Marburg bekam der Brief den roten Stempel "Servicecenter / Briefermittlung /Eingangsstempel" vom 17.12.2009 ohne Ortsangabe. Außerdem auf der Vorderseite den Stempel "Deutsche Post / Rücksendezentrum / Zurück"



Schließlich hat man den Brief in diesen Umschlag eingelegt und an mich zurückgeschickt. Nur aufgrund dieses Umschlags ist erkennbar, dass der Brief in Marburg geöffnet wurde.

Viele Grüße
Volkmar
 
skribent Am: 30.04.2018 15:22:22 Gelesen: 45679# 495 @  
Guten Tag,

heute wieder ein Beispiel dafür, welche große Mühe sich auch die Feldpostler gemacht haben, um eine Karte oder einen Brief einem Empfänger zuzustellen.



Der Absender dieser Karte liegt verletzt im Garnisonsspital Nr. IX in Pozseny, was durch einen Einheitsstempel belegt wird.

Er schreibt sie an einen Pionier im Eisenbahnregiment, Ers. Baon in Berlin.
Nun beginnt die Suche:

1. Eisenbahnregiment Ers. Baon Berlin-Schöneberg - nicht,
2. Militär Eisenbahn-Werkstätten Abtlg. 3 - nicht,
3. Milit. Eisenbahn Ers. Kompanie - nicht,
4. 3. Ers. Komp. E.R.I. - nicht,
5. Milit. Eisenbahn-Werkstätten Abtlg. I - nicht (roter Stempel),
6. Rekruten Depot E.R.I. - nicht (roter Stempel) und
7. 2. Ers. Kompanie Eisenbahn Regiment I - nicht.

Danach erhielt die Karte den Stempel "Adresse ungenügend - An Absender zurück" und zum Schluss den zivilen Poststempel von Sopron und einen Zensurvermerk von Budapest.

Ob dieser Aufwand betrieben wurde, weil der Absender unter die Adresse fein säuberlich handschriftlich vermerkte:

Falls im Felde - Bitte nachsenden!

MfG >Franz<
 
bayern klassisch Am: 09.05.2018 10:06:15 Gelesen: 44454# 496 @  
Liebe Freunde,

heute mal ein Brief aus längst vergangener Zeit, nämlich vom 5.8.1870. Absender war der Wiener Magistrat. Warum der Brief erst am 17.8.1870 aufgegeben wurde, wird sich wohl nicht mehr klären lassen, aber Katastrophen nehmen oft ihren Lauf, wenn es schon am Anfang klemmt.



Als "Exoffo im übertragenen Wirkungskreise" und mit einer fünfstelligen Expeditionsnummer versehen, konnte er nun endlich auf seine Reise gehen. Die Adresse war eindeutig:

An das löbliche Pfarramt zu Sichrow Bezirk Selarn

Nicht immer ist gut, was gut klingt, jedenfalls lief unser Dienstbrief nach Prag (18.8.) über Seltschan (19.8.) nach Schönberg in Böhmen, wo er am 19.8. auch ankam. Dann stellte man aber fest, dass er besser nach Lastiboritz bei Reichenberg gehörte und sandte ihn weiter.

Über Seltschan, jetzt am 23.8., lief er über Prag (24.8.) nach Sichrow am 24.8., wo er richtig war.

Man muss nicht Österreicher oder Stempelfetischist sein, um diese kleinen österreichischen Stempel zu lieben. Ich habe mich ein bisserl in sie verliebt und bereue es nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manne Am: 18.06.2018 09:55:49 Gelesen: 20027# 497 @  
Hallo,

eine Einschreib-Brief vom 26.10.1963 aus Schwenningen nach Neuhaus in der DDR. Im Brief waren Briefmarken, die als Tauschsendung deklariert waren. Die Sendung ging zurück, weil der Empfänger verstorben war. Der Absenderstempel auf der Rückseite war sehr schwach abgeschlagen und wurde daher übersehen. Der Brief ging an die Oberpostdirektion in Tübingen, wo er geöffnet wurde, um die Adresse des Absenders zu ermitteln.

Gruß
Manne


 
volkimal Am: 19.06.2018 21:39:10 Gelesen: 19946# 498 @  
Hallo zusammen,

von mir heute ein Brief aus Ostberlin nach Detmold:



Aufgegeben in Berlin-Lichtenberg am 07.01.1969. Die ursprüngliche Adresse in Detmold war "Weinbergsweg 12 I". Diese wurde irgendwann durchgestrichen und statt dessen die "Niedersachsenstr. 9" angegeben.

Am 14.01. bekommt er auf der Rückseite in Detmold den Stempel, bei dem angekreuzt wurde "Empf. unbekannt". Vier Tage später ist der Brief immer noch beim Postamt Detmold. Am 18.01. wird der Stempel abgeschlagen "Empfänger durch Ausruf und auch sonst nicht ermittelt". Danach geht der Brief nach Berlin zurück.



Weshalb der Brief nicht zustellbar war ist nicht zu erkennen. Der Absender hat ihn aber noch einmal an den Empfänger geschickt, denn im Brief lag der abgebildete Zettel. Da die Schrift nicht sehr gut zu lesen ist, hier die "Übersetzung": "Schicke Euch den Brief damit Ihr seht, ich habe wirklich geschrieben"

Weshalb und wann der Brief mit dem Tesafilmstreifen verschlossen wurde ist mir auch nicht klar.

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 28.06.2018 21:12:34 Gelesen: 15635# 499 @  
Hallo,

eine Einschreib-Brief mit Eilzustellung vom 17.08.1987 aus Schwenningen nach Berlin/DDR. Der Brief wurde geöffnet, beanstandet und ging zurück.

Gruß
Manne


 
volkimal Am: 05.07.2018 21:26:01 Gelesen: 13479# 500 @  
Hallo zusammen,

nach dem Tod meiner Eltern wurde das Haus in Selm verkauft. Das ist bei der Volksbank auch bekannt. Dennoch wurden die Kontoauszüge an die alte Adresse geschickt. Nachdem der Brief zurück kam, habe ich das bei der Volksbank gemeldet. Dort sagte man mir, dass jetzt "Kein Postversand" bei der Adresse eingetragen sei. Ende letzter Woche kam dieser Brief - eingelegt in einen anderen Umschlag bei mir an:



Man hat geschickterweise die alte Adresse "Im Ort 5" nicht gelöscht sonder einfach "Kein Postversand" dazwischen geschrieben. So hat ein anderer Mitarbeiter der Volksbank wieder versucht, den Brief mit den Kontoauszügen dorthin zu schicken.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 30.07.2018 11:30:07 Gelesen: 4844# 501 @  
Hallo zusammen,

noch ein Brief, den ich in Trier gefunden habe. Retourbrief von Aarburg nach Opfikon-Glattbrugg und zurück.





Wie oft muss es vorkommen, dass die Post extra den Aufkleber gedruckt hat "Vor Jahren abgereist; neue Adressangaben nicht mehr vorhanden"?

Viele Grüße
Volkmar
 
Sachsendreier53 Am: 09.08.2018 13:45:28 Gelesen: 1887# 502 @  
Unzustellbare Ansichtskarte aus 8078 Eichstätt in Bayern vom 25.7.1988 nach Leipzig. Durch ungenügende Adresse war der Empfänger in 703 Leipzig nicht zu ermitteln.





Unzustellbare Glückwunschkarte, aufgegeben im Hautpostamt Rostock 1 (Gebühr bezahlt) nach 2754 Schwerin. Der Empfänger in der Bertolt Brecht-Str. war unbekannt (25.1.1989). Am 26.1.89 ging die Karte zurück.



Ansichtskarte aus Berlin-Zehlendorf vom 14.4.1989 nach Magdeburg. Die Karte war unzustellbar wegen unvollständiger Anschrift laut Kastenstempel des HPA 3010 Magdeburg. Zurück ging die AK am 20.4.1989.

mit Sammlergruß,
Claus
 
Magdeburger Am: 12.08.2018 13:53:38 Gelesen: 1211# 503 @  
Liebe Sammelfreunde,

von mir mal wieder etwas älteres:



Am 12.07.1867 wurde in Dessau an Wilhelm Liebau in Stassfurth ein Brief aufgegeben. Am nächsten Tag kam er dort an. Oben ist vermerkt: "Adreßat ist mit Hülfe der Polizei nicht zuermitteln Lackhaus Briefträger Stassfurt, dem 15/II 67" und unten steht (Ausschnitt gedreht):



"Adressat ist mit Hülfe der Ortsbehörde nicht zu ermitteln Alt. Stassfurt, den 16/7 67 Heinrich Briefträger"

Der Brief wurde somit 2x versucht zuzustellen, was jedoch nicht klappte, so dass er wieder zurück gesendet wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Sachsendreier53 Am: 21.08.2018 08:37:31 Gelesen: 75# 504 @  
Unzustellbarer Brief aus 2730 GADEBUSCH vom 10.7.1990 nach Lübeck. Der Empfänger konnte auch laut Adreßbuch g (Zeilenstempel) und mehrmaligen Nachforschungen (rücks.Kastenstempel) in Lübeck nicht ausfindig gemacht werden. Am 24.7.90 wurde die Suche eingestellt. Briefretour am 25.7.90.



Unzustellbare Bezugskarte für Postwertzeichen aus 764 KARLSRUHE vom 31.1.1996 nach Weiden (Oberfalz) wegen falscher Postleitzahlen.



mit Sammlergruß,
Claus
 

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