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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 716 Beiträge:
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10Parale Am: 28.11.2018 20:12:42 Gelesen: 15465# 692 @  
@ Heinz 7 [#691]

Da zeigst du eine wunderschöne Mischfrankatur mit einem meiner Meinung nach sehr raren Stempel von FILIAS. Leider musste ich kurz vor Ausruf dieses Loses auf den Zug.

Ich möchte der verehrten Sammler- und Leserschaft den Brief, den ich gestern beschrieben habe und der mit einem Endergebnis von über 6.000 Franken beboten wurde, hier einmal zeigen.

"1862: Handstruck 30 pa, deep blue, used example on front of cover to the Finance Minister, Ludwig Steege in Bucharest, just touched at one corner but cancelled by rare framed FRANCO / HUSCHII handstamp (Kiriac fig. 310) in blue-green with manuscript dated "HUSCH / MOLDOVA" datestemap (30/10) below. ... Certificate Heimbüchler"

Ich konnte die Briefvorderseite 2 Stunden vor Auktionsbeginn noch einmal persönlich betrachten. Insofern hat sich also mein Besuch in Zürich schon gelohnt. Auch konnte ich den Vorsitzenden der ARGE Rumänien, Herrn Fritz Heimbüchler und seine Ehegattin begrüßen.

Ich habe ja auch solch einen Brief mit einer 30-Parale Marke, der immerhin auf der Rückseite einen M1 Stempel von Husch hat als Ankunftsstempel. Nach dieser spannenden Auktion in Zürich ist mir dieser kleine Brief nun sehr ans Herz gewachsen und ich zeige die wohl weniger spannende aber seltene Rückseite.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.11.2018 20:57:58 Gelesen: 15187# 693 @  
Eines der Highlights bei der Auktion in Zürich war der Verkauf dieses Einschreibens von Husch nach Jassy. Dieser Brief wurde mit insgesamt 10 Marken der 6 Parale freigemacht und ist wohl die grösste bekannte Einheit.

Fritz Heimbüchler stellt ihn in Band II (Fürstentum Walachei: Seite 126) ins Rampenlicht der Geschichtsschreibung (portogerechte Frankatur "forte grabnik" - deutsch: sehr dringend - siehe Schrift oben rechts)

Der Brief gehörte einst großen Sammlern wie Maurice Burrus und Edouard Cohen.

Wie man heute u.a. bei philasearch nachlesen kann, wurde der Brief für 38.000 Schweizer Franken zugeschlagen.

Heute habe ich das meinen Kollegen bei der Arbeit erzählt, die konnten das kaum glauben, dass ein Brief aus Rumänien so viel wert ist. Einer sagte, ich hätte doch eine rumänische Ehefrau, die könne bestimmt noch ein paar solcher Briefe in Rumänien auftreiben.

Es macht mir immer Spaß mit Nichtsammlern über Philatelie zu sprechen. Sie haben die gewisse Unschuld, die mir leider verloren gegangen ist. Manchmal bedauere ich soviel zu wissen. Das macht einem mürbe, aber vielleicht sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, das die Schatzsuche weitere Erfolge bringt. Denn was für einen Grund kann es denn geben, mit diesem schönen Hobby zu beginnen, als der, Schätze zu finden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.12.2018 15:10:36 Gelesen: 14524# 694 @  
Lieber Jacques,

ich führe die Ausführungen zu den Kriegssteuermarken "Timbru de Ajutor" hier weiter, weil das ja im Adventskalender eigentlich keinen breiteren Raum beanspruchen sollte.



Soviel vorweg: Meine Sammlung Rumänien endet eigentlich 1910, darum weiss ich über die Folgejahre (1. Weltkrieg und seine Folgen, Jahre 1918-heute) nur beschränkt Bescheid.

Der Artikel, den Du uns gezeigt hast zu diesen Marken, ist sehr interessant; danke, dass Du uns darauf aufmerksam machst. Ich erlaube mir, den Link hier nochmals zu posten.

Jacques: Beitrag Adventskalender:

"Zu diesen nicht ganz einfachen Ausgaben habe ich auch einen interessanten Artikel im Netz gefunden:

http://www.revenues.ro/pagini/help-stamp.php *

Die primitive Marke (in der Herstellung) mit der Königin zeige ich hier noch einmal. Du sagst, die Marke fehle im Michel. Im Zumstein (Bern/Schweiz) war sie aber enthalten! Letztmals im Katalog "Ost 1992". Da wurde sie mit der seltsamen Nummer 0247 III katalogisiert (1918. Kriegssteuermarke, Farbänderungen).

(Da die Nummer 248 schon vergeben war, gab es nach der Nummer 247 im Zumstein folgende Hilfsnummern: 0247 I - 0247 VII.).

Schöne Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.12.2018 18:41:11 Gelesen: 14474# 695 @  
@ 10Parale [#693]

Du zeigst uns ein Super-Stück der Rumänien-Philatelie. Solche Massen-Frankaturen sind extrem selten. Ein Unikat ist es aber nicht.

Vor wenigen Jahren (2007) wurde die "Cornelia"-Sammlung verkauft mit ebenfalls 10 x 6 Parale. Los 5054 erreichte ebenfalls einen ähnlichen Preis wie jetzt der oben gezeigte Brief. CHF 30'000 plus Zuschlag wurden damals fällig; der Preis ist meines Erachtens angemessen (nicht zu hoch, eher "günstig". Das Ergebnis November 2018 bestätigt diese Einschätzung).



Der Tirgovistea-Brief trägt zwei Fünferstreifen.

Du schreibst:

Manchmal bedauere ich soviel zu wissen. Das macht einem mürbe, aber vielleicht sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, das die Schatzsuche weitere Erfolge bringt

Ich denke Philatelie ist keine "exakte Wissenschaft" (bzw. nur teilweise/bei der Bestimmung der Marken/Postgeschichte/u.s.w., nicht aber bei der Preisfindung). Vieles, das man weiss, nutzt im konkreten Moment oft wenig (z.B. an einer Auktion), aber die Alternative (Nicht-zu-wissen) finde ich deutlich schlechter. Meine lange Erfahrung hilft mir, mit Misserfolgen besser umgehen zu können und Erfolge noch mehr geniessen zu können.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 03.12.2018 20:21:46 Gelesen: 14232# 696 @  
@ Heinz 7 [#695]

Lieber Heinz,

danke für deine ermutigenden Worte und deinen Zuspruch. Wie einmalig schön ist der Brief, den du uns zeigst. Besonders gefällt mir, dass jede einzelne der Marken der Mehrfachfrankatur mit einem Stempel abgeschlagen wurde. Ein philatelistisches Meisterwerk, zum Zeitpunkt der Verwendung dachte wohl keiner daran, was für eine Rarität dieses Stück einmal werden würde.

"Philatelie ist keine exakte Wissenschaft - nicht aber bei der Preisfindung" kommentierst du richtig und mit der ganzen Erfahrung deines Sammlerlebens. Wie wahr!

Wie schön ist es, dass diese alten Briefe so gut erhalten die Zeiten überleben, schließlich wohl auch uns Sammler, um dann in den Schatzkammern unserer Nachfahren weitere Turbulenzen der Weltgeschichte zu überdauern.

Oft hilft ja der Verkäufer durch die Möglichkeit eines Festpreises bei der Preisfindung mit. Solch einen Brief habe ich nun für ca. 175 Euro gekauft. Nach der großartigen Auktion bei Corinphila erachte ich dies mittlerweile schon als einen günstigen Preis.

Dennoch gibt mir der Brief auch Rätsel auf. Er wurde am 12. September 18 (62-64?) in TURNU MAGURELE mit einem blauen S62 - Stempel (fig. 357 K.Dragomir) abgeschlagen.

Der Postmeister war wohl ähnlich wie in Bakeu ein Liebhaber des Rahmenschnittes. Die 8-eckige Marke (10Ix) ist unauffällig schön, die Wappenfiguren und das Posthorm eher blass.

Der portogerecht frankierte Brief wurde nach Craiova einem Domnului (Herren) geschickt. Rückseitig findet sich ein Transit- oder Ankunftsstempel von Bukarest vom 14.9. Auf der linken Seite ein Stempel von CRAIOVA mit einem handschriftlichen Eintrag von 6/2. Ich kann mir den Postweg und die Datumsangabe leider nicht richtig erklären. Wo war der Brief zuerst, wo kam er an, was hatte er in Bukarest zu suchen?

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 03.12.2018 22:17:16 Gelesen: 14211# 697 @  
@ bignell [#658]

Der Weg des Briefes ist leider falsch beschrieben. Vielleicht schauen Sie den Beleg nochmals näher an.

Alles Gute,
nor 42
 
bignell Am: 03.12.2018 23:04:54 Gelesen: 14209# 698 @  
@ nor 42 [#697]

Hallo Nor,

ich kann den Fehler nicht erkennen ?!

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 04.12.2018 00:28:57 Gelesen: 14202# 699 @  
@ bignell [#685]

Lieber Harald,

das ist eine schöne Verwendung der 5 Bani-Marke schwarz.

Dein Brief ist offenbar von Tecuciu
über Iasi
nach Bukarest
und weiter nach Genf gelaufen.

Unglaublich die "Verweildauer" bei der Zensurstelle!

Tecuciu 19.6.1917
Iasi 2?.6.1917
Bukarest 30.10.1917

Ilfov ist kein Ort, sondern ein Kreis (Verwaltungseinheit). Ich kopiere aus Wikipedia:

Ilfov ist ein rumänischer Kreis (Județ) in der Region Walachei. Sein Sitz befindet sich in Buftea. (...)
Der Kreis Ilfov umringt die Hauptstadt Bukarest.


Der Brief ist also zuerst rund 150 Kilometer nach Norden gereist (nach Iasi), um darauf wieder nach Südsüdwesten (Bukarest) geschickt zu werden (Entfernung Luftlinie ca. 320 Kilometer). Wenn jemand mitten im Krieg dem Präsidenten des Roten Kreuzes im Ausland schreibt, ist klar, dass die staatlichen Autoritäten wissen wollen, was in dem Brief steht. Vielleicht war der Briefinhalt nicht unproblematisch, denn eine Zensurdauer von 4 Monaten scheint mir doch sehr ungewöhnlich.

Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 04.12.2018 18:56:25 Gelesen: 14169# 700 @  
@ Heinz 7 [#699]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die Richtigstellung, wieder etwas gelernt, bin kein Rumänienspezialist. Beim Iasi-Stempel war ich mir auch nicht sicher, da er nicht sehr gut abgeschlagen ist.

Was mir bei dem Brief so gefällt sind die verschiedenen Stempelformen, auf der einen Seite Tecuciu mit Rumänien-Stempelform, dann Bukarest mit ungarischer Stempelform, und ein Kastenstempel mit kyrillischen Buchstaben.

Lg, harald
 
nor 42 Am: 04.12.2018 21:53:29 Gelesen: 14154# 701 @  
@ Heinz #699
@ Bignell #700

Postgeschichte ist kein leichtes Metier und so auch nicht bei diesem Brief. Oktober 1917 gab es keine Postverbindung zwischen der unbesetzten Moldau (Iasi) und Bukarest, auch wurden in dem von Deutschen und Verbündeten besetzten Bukarest keine rumänische Zensurstempel und auch keine rumänische Zensurstreifen verwendet. Das sind Utensilien die man beim Rückzug mitgenommen hat und dann in der Moldau weiter verwendete. Von Iasi lief der Brief auch nicht südwärts nach Bukarest, sondern nordwärts nach Russland bzw. St. Petersburg. Dort wurde der violetter kyrillischer Stempel sowie die violette Nummer des Zensurbeamten aufgeschlagen. Von dort ging der Brief dann weiter nach Genf, wie viele andere Briefe auch. Vier Monate zwischen Postaufgabe und Zensur, manchmal auch noch länger, kommen öfters vor. In der Moldau wurden 1917-18 mehrere Zensurstempel benützt die ursprünglich den südlichen Zensurstellen zugeteilt waren.

nor 42
 
Heinz 7 Am: 04.12.2018 23:20:09 Gelesen: 14143# 702 @  
@ bignell [#700]
@ nor 42 [#701]

"Schuster, bleib bei Deinen Leisten" - dieser Rat ist mir eingefallen, als ich den Kommentar von Nor las. - Meine Kern-Sammlung Rumänien endet 1910, also sollte ich mich vielleicht besser NICHT zu Postgeschichte äussern zur Zeit des 2. Weltkrieges? - Mag schon sein.

Da ich "Nor" persönlich kenne, und er mich mit seinem grossen Wissen beeindruckt, nehme ich an, seine Erläuterungen seien alle korrekt.

Dass aber ein Brief, der eindeutig den Stempel "Bukarest" trägt, nie in Bukarest gewesen sein soll, ist sicherlich aussergewöhnlich. Dass Zensurmaterial (Klebebänder und Zensurstempel) an einem anderen als den vorgesehenen Ort verwendet wurden (Moldau statt Ilfov/Bukarest/Walachei), ist sicherlich eine Ausnahme, die aber - kriegsbedingt - vereinzelt natürlich vorkommen kann.

Wenn die Zensur in der Moldau, z.B. in Iasi, stattgefunden hat, dann frage ich mich, warum nicht ein Stempel von Iasi abgeschlagen wurde, sondern ein ortsfalscher (Bukarest)? -

Das ist eine kuriose Geschichte! Wir sehen, dass es oftmals anders lief, als man nach dem Anschein annehmen darf. Nur spezialisierte Postgeschichtler wissen genau Bescheid. Sie mögen es den anderen nachsehen, wenn sie das Spezialwissen nicht haben und nur das lesen, was sie sahen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.12.2018 18:53:17 Gelesen: 11493# 703 @  
@ Heinz 7 [#702]

Nor 42 hat mir freundlicherweise geschrieben und mir ein Beispiel geschickt einer Militär-Postkarte von 1917.



Die Karte geht eindeutig von Iasi nach Dorohoi. Nor 42 schreibt:

Ein Blick auf der Landkarte zeigt, dass die Karte 1917 auf dem Weg von Iasi nach Dorohoi kaum über das von den Deutschen (besetzte? Anm. Heinz) Bukarest gelaufen ist um dort zensuriert zu werden. Das ist nur einer von vielen anderen Belege die solche Stempel tragen.

Der rote Stempel sei auf einer Militärkarte von Iasi nach Dorohoi, die den roten Stempel CENZURAT / CENZURA MILITARA / BUCURESTI POSTA CEN trägt.

Dies ist also ein Beispiel, dass - wie von Nor 42 beschrieben - ein Bukarest-Zensurstempel in der Moldau verwendet wurde.

Ich kann den roten Stempel nicht lesen, nehme aber gerne an, dass es der oben genannte Stempel sei.

Ich finde es nach wie vor ungewöhnlich und "unkorrekt", dass ein Stempel mit Ortsangabe (hier: "Bukarest") an einem anderen Ort verwendet wird (hier: Iasi?) ohne Hinweis der Post. Dass der Zensurstempel verwendet wurde, ist noch verständlich, aber dann hätte ich zum Beispiel eine handschriftliche Korrektur des Stempels erwartet (z.B. Durchstreichen Ortsangabe "Bukarest" und handschriftliche Ergänzung des richtigen Ortes, z.B. Iasi).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 20.12.2018 22:44:39 Gelesen: 10888# 704 @  
@ Heinz 7 [#703]

Die 10 Bani-Marke (Michel Nr. 22) ist keine seltene Briefmarke. Wenn sie aber einen Agraffen-Stempel A65 in perfekter Erhaltung zeigt, wird das Ganze doch eine erfreuliches Schmuckstück



Der Stempel von Moinesti ist bei Dragomir katalogisiert auf Seite 100 (fig. 405)

Heinz
 
10Parale Am: 21.12.2018 23:10:56 Gelesen: 10857# 705 @  
@ Heinz 7 [#704]

Moinesti Agraffe, das ist eine pure Seltenheit, gut verwahren, so etwas findet sich nicht ein zweites Mal so einfach.

Ich zeige heute zum Abschluss des Jahres noch einen schönen Bogen der 30 Parale zu 40 Marken (Michel Nr. 10 II).

Mir fällt auf dass die mittlere Reihe sehr farbinstensiv ist. Die Druckvorrichtung ist meines Wissens ja der Nachwelt nicht mehr erhalten. Physikalisch betrachtet muss also der Anpressdruck der Platte im mittleren Feld am stärksten gewesen sein, so dass die Farbe stark aufgedruckt wurde.

Ein weiterer Beleg, dass es keine Marke gibt, die der anderen ähnelt.

Dieser Bogen wurde übrigens im November bei Corinphila feilgeboten und ich hatte das Glück, ihn meistbietend zu erwerben.

Ich wünsche allen Rumänien-, Tschechien- und Osteuropa-Sammlern, natürlich auch dem Rest der Welt-Sammler (ich kenne noch einen einzigen Sammler, der alle Welt sammelt) ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Möge Europa zusammenwachsen, denn alleine werden die Nationen die anstehenden Probleme nicht mehr lösen können.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 01.01.2019 11:47:28 Gelesen: 9576# 706 @  
@ Heinz 7 [#704]

Im Dezember habe ich einen schönen Agraffen-Stempel gezeigt, anbei ein "normaler" M1-Stempel des Fürstentums Moldau, wie er seit 1857 in Gebrauch war. Es gab 14 solcher "MOLDOVA"-Stempel: siehe fig. 271-284 im Stempelwerk von Kiriac Dragomir.



Ein Stempel vom 1. Januar ist fast immer etwas Spezielles. Der Stempel von Waslui hatte 1864 den typischen Stempel-Defekt, der auch im Buch von Dragomir sehr schön zu sehen ist. 1864 bestand das Fürstentum Rumänien, aus der Vereinigung der alten Fürstentümern Moldau und Walachei.

Etwas Geschichte, heute kopiert aus Wikipedia:

"Das Fürstentum Rumänien (rumänisch Principatele Române) entstand aus der Vereinigung der beiden Donaufürstentümer Moldau und Walachei 1859, als die Rumänen in beiden Fürstentümern Alexandru Ioan Cuza zum Fürsten ihrer Staaten wählten, welcher beide vereinte. Zur Hauptstadt wurde vorübergehend Iași gewählt. 1862 vollzog Cuza schließlich die Vereinigung der beiden Herzogtümer und wählte Bukarest als neue Hauptstadt. Jedoch wurde er schon am 23. Februar 1866 gestürzt und Karl von Hohenzollern-Sigmaringen zum neuen Fürsten ernannt"



Auf dieser Karte sieht man schön, dass Waslui nicht weit weg von Jassy liegt.

Fürst Cuza wurde nur auf einer offiziellen Briefmarken-Ausgabe abgebildet:

4. Ausgabe: Januar 1865: Fürst Cuza im Oval. Es gab drei Werte dazu:

2 Parale orange
5 Parale blau
20 Parale rot



Hier ein schön gestempeltes Stück mit dem Gratar-Stempel (fig. 363).

Am 1.1.1864 gab es diese Briefmarke noch nicht, obwohl Fürst Cuza damals schon einige Zeit Staatsoberhaupt war.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.01.2019 12:24:21 Gelesen: 9565# 707 @  
@ Heinz 7 [#706]

In Beitrag [#706] sagte ich, dass es nur eine offizielle Briefmarken-Ausgabe von Fürst Cuza gibt. Anbei ein Bild des Fürsten:



Bild aus Wikipedia kopiert (Quelle/aus: Bamberg, Felix: Geschichte der orientalischen Angelegenheit im Zeitraume des Pariser und des Berliner Friedens, Berlin 1891)

Aufmerksame Sammler haben aber auch schon andere Bildnisse von Fürst Cuza auf Briefmarken entdecken können.



Solche Bilder gibt es teils in unterschiedlichen Farben. Warum sucht der Briefmarkensammler die meisten dieser Marken vergeblich in den Katalogen?

Nun - die 1. Marke ist der dritte Wert der nie verausgabten Serie Fürst Cuza. Im Dezember 1864 waren 3 Werte vorbereitet worden (2 Parale, 5 Parale, 20 Parale), deren Ausgabe aber gestoppt wurde. Diese drei Werte sind im Michel immerhin katalogisiert worden (zwischen der dritten und der vierten Ausgabe von Rumänien) mit den Nummern I - III. Die hier gezeigte Marke ist also die Nummer (Michel) III von 1864.

Die zweite und die dritte oben gezeigte Marken sind aber im Michel nicht aufgeführt. Es sind Probedrucke. Altmeister Eduard Cohen hat diese Druckerzeugnisse vor rund 70 Jahren ausführlich beschrieben. Heute interessiert sich fast kein Sammler mehr für diese schönen, philatelistisch sehr interessanten Stücke.

Heinz
 
10Parale Am: 09.01.2019 13:03:50 Gelesen: 8204# 708 @  
@ Heinz 7 [#707]

Ja, Fürst Cuza, der übrigens später nach Heidelberg emigrierte, wo er auch starb, hat in seiner Regierungszeit eine Zeitenwende in der rumänischen Geschichte herbeigeführt. Schade, dass die Marken dem Dornröschenschlaf anheim gefallen sind, doch ich denke, eines Tages kommen die Prinzen, und werden auch das Interesse daran wieder wecken.

Nachdem ich nun in letzter Zeit einige Überraschungen und Niederlagen hinnehmen musste (ja, ich spreche offen von Niederlagen, wenn mir eine mir begehrte Marke durch die Lappen geht!), konnte ich nun wieder ein schönes, rares Stück erwerben.

Vor Kurzem wurde eine 30 Parale Marke mit einem M2-Stempel von T.FRUMOS / MOLDOVA (2-K-Stempel) bei ebay mit ca. 135 US-Dollar verkauft. Das hat mir fast den Atem genommen, zeigt aber, dass die seltenen Stempel des Fürstentums hoch begehrt sind und gewöhnlich mittelklassige Marken nach oben pushen.

Ich zeige hier einen vollständig erhaltenen Briefumschlag mit einer sehr breitrandigen Michel Nr. 10 I mit gewöhnliche Papier mit einem wunderschönen doppelten Abschlag von TURNU-SEVERIN in schwarzer Farbe vom 27.8. (1862 - 64). Der Brief ist an den Finanzminister in Bukarest gerichtet und unten rechts von L.PASCANU, dem berühmten rumänischen Prüfer und Philatelisten, signiert.

Rückseitiger Ankunftsstempel von Bucuresci einen Tag später zzgl. schönes Wachssiegel (FORTUNA ?).

Den Preis möchte ich nicht verraten, da ich die Preisfindung in der klassischen Rumänienphilatelie mittlerweile als "relativ der Tagesstimmung" bezeichnen möchte.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 09.01.2019 15:57:49 Gelesen: 8154# 709 @  
@ 10Parale [#708]

Hallo 10Parale,

wenn ich Rumäniensammler wäre und die Wahl hätte, zwischen seltener Marke auf hässlichem Brief und deinem hier, würde ich immer zu deinem greifen, garantiert. Wem da nicht das Herz aufgeht, bei dem steht es schon lange still.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 10.01.2019 10:31:13 Gelesen: 7914# 710 @  
@ bayern klassisch [#709]

"Wem da nicht das Herz aufgeht, bei dem steht es schon lange still."

Ja, da habe ich doch noch ein wenig Reserve für mein Hobby im Herzen. Freue mich, dass auch Ihnen dieser Brief so gefällt.

Der Scan zeigt eine 10Ix Einzelmarke mit einem M3-Stempel, nur Teile des Stempels ragen ins Markenbild. Die M3 Stempel haben alle den Vorteil, dass die Rahmen um den Ortsnamen verschiedene geometrische Figuren aufweisen.

Hier erkennt man eindeutig anhand der Form des Rahmens und den letzten 2 Buchstaben den M3-Stempel von BACEU.

Ja, die Stempel, die haben es mir angetan.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 10.01.2019 13:12:03 Gelesen: 7870# 711 @  
Hallo zusammen,

der Brief in Beitrag [#708] gefällt mir sehr! Ich frage mich, ob es bei Rumänien auch Postämter gibt, die besonders schön stempelten. Das kennt man ja von Bayern.

Anbei noch zwei Bilder der unverausgabten Cuza-Serie mit Leerfeldern.


 
Heinz 7 Am: 11.01.2019 10:03:35 Gelesen: 7687# 712 @  
@ 10Parale [#708]
@ bayern klassisch [#709]
@ Sleeran [#711]

10 Parale: Das ist wirklich ein besonders schöner Brief, auf den Du stolz sein kannst.

Ralph: Wir haben alle dieselben Emotionen, das ist schön! Ich erlaube mir aber anzumerken, dass es auch sogenannt "hässliche" Briefe gibt, die uns Philatelisten das Herz so richtig wärmen!

Sleeran: Auch solche Einheiten bringen uns zum Schwärmen. Hier besonders toll: Bogenrand-Sechserblock, wobei ein Feld unbedruckt blieb. Erklärung dafür: der Stein liess keine Anordnung 10x10= 100 Marken zu, sondern war unregelmässig, z.B. 7 Reihen à 15 Marken. Weil man aus abrechnungstechnischen Gründen nicht 105 Marken wollte, hat man die letzten 5 Felder nicht bedruckt.

Ich weiss nicht auswendig, ob es bei der unverausgabten Ausgabe diese Bogenanordnung gab, ober eine andere. Falls ja würden die zwei "Fünfer-/Sechserblocks" also folgende Bogenpositionen zeigen:
"84+85+86+99+100+Leerfeld"



Solche Einheiten mit Leerfeldern rechtfertigen beträchtliche Preisaufschläge, weil sie bei Sammlern sehr beliebt sind!

Heinz
 
10Parale Am: 13.01.2019 14:04:55 Gelesen: 7246# 713 @  
@ Heinz7 [#712]

Danke für die Blumen. Der Beleg hatte seinen guten Preis, ich musste gegen mehrere Bieter antreten. Das sind ja meistens auch Sammler wie ich mit pochendem Herzen und verzehrender Leidenschaft für das Objekt ihrer Begierde. So sehr wir auch solidarisch sind und unser Hobby gemeinsam frönen, bei einer Auktion werden wir zu Konkurrenten und dann zählen andere Gesetze wie beispielsweise in einem fröhlichen Sammlerverein.

Nun gut, ich zeige hier mal eine eher unschöne Briefmarke mit einem M3 - Stempel von TECOUTCI. Oben noch ein Stück des gleichnamigen M1-Stempels.

Ich finde es ehrenhaft vom Vorbesitzer, dass er diesen selteneren Stempel so ehrenhaft bewahrt hat und ich konnte einfach nicht an der Marke vorbeilaufen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 14.01.2019 10:33:49 Gelesen: 7086# 714 @  
Hallo Heinz,

die beiden Stücke waren nicht teuer. Ich hatte sie in einem Lot für einen kleinen zweistelligen Betrag ersteigert.

Unregelmäßige Bogenanordnungen sind in der Klassik ja häufiger anzutreffen. Spontan fallen mir die Andreaskreuze Österreichs oder die Marken Bergedorfs mit der unüblichen Bogenanordnung ein [1]. Leerfelder kann ich hierzu leider nicht zeigen, aber zumindest ein Kehrdruckpaar der Nr. 2 von Bergedorf, wovon es 5 im Bogen gibt.

Eigentlich ein schönes eigenes Sammelgebiet: Ungewöhnliche Bogenanordnungen in der Klassik. Rumänien kann hierzu ja einiges beisteuern - alleine schon durch die Erstausgabe der vereinigten Fürstentümer.



[1] (s. https://www.klassische-philatelie.ch/ad/altdeutsch_bdorf_bogen.html
 
Heinz 7 Am: 18.02.2019 23:56:37 Gelesen: 914# 715 @  
@ Sleeran [#711]
@ Sleeran [#714]

Sleeran, da hast Du einen guten Fang gemacht! Ich bleibe dabei: solche unregelmässigen Bogenstücke sind selten und meist sehr begehrt. Es ist die Ausnahme, wenn man solche Stücke günstig bekommt.

Ich habe schon oft auf solche Stücke geboten, aber ich wurde fast immer überboten; es werden teils gewaltige Aufschläge für solche Blockstücke mit Leerfeldern bezahlt.

Tief in meiner Schatzkiste habe ich aber auch ein schönes Stück gefunden. 5. Ausgabe 1866 - Fürst Carol I. 20 Parale auf dünnem Papier, Michel Nr. 16y.



Der Block ist eigentlich ein "Neun-minus-vier=Fünferblock" und stammt aus der rechten oberen Bogenecke. Er umfasst die Bogenfelder

1. Reihe: Feld 15-16-17
2. Reihe: Feld 32-33-34
3. Reihe: Feld 49-50-51

... aus dem Bogen à 12 Reihen x 17 Marken.
Weil eben 12 x 17 = 204 ergibt und das unpraktisch ist zum Rechnen, hat man einfach die Felder 16-17-33-34 mit Leerfeldern ersetzt. So kommt man auf genau 200 Stück.

Das schöne Stück oben stammt aus der grossartigen Sammlung von Grand-Prix-Gewinner Edouard Cohen.

Heinz
 
Pepe Am: 19.02.2019 21:41:17 Gelesen: 637# 716 @  
@ Pepe [#470]

Nun schon fast zwei Jahre her, die Wasserzeichenvarianten. Der Michel 2003/2004 hat in der Einführung erwähnt:
"Wz. 10 kommt in 3 Versionen vor, die im Normalkatalog nicht unterschieden werden können"

Es sind 3 Versionen abgebildet, alles stehende Wz mit Buchstaben Ausrichtung nach links. Ich habe nun wieder einen Satz entdeckt, wo es sich um 2 Versionen eines liegenden Wz. handelt. Wird sicher hier und heute nicht aufgeklärt werden. Allerdings zukunftsorientierte Sammler könnten allein mit dem Wz. 10 eine Spezialsammlung aufbauen. Das Wz. hatte eine sehr lange Laufzeit, gute 10 Jahre von 1951 bis 1962, wenn da mal nicht die Routine für reichlich Nachlässigkeit bei der Herstellung gesorgt hat.



1961 06 13, Totale Sonnenfinsternis 15.Februar 1961, Mi 1991-92, Wz. 10, liegend 2 Versionen

Warum die Sonnenfinsternis vom 15.2. mit vier Monaten Verzögerung erst am 13.6. auf Marken kam, wird wohl auch ein Geheimnis bleiben.

Nette Grüße Pepe
 

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