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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 734 Beiträge:
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10Parale Am: 10.01.2019 10:31:13 Gelesen: 19546# 710 @  
@ bayern klassisch [#709]

"Wem da nicht das Herz aufgeht, bei dem steht es schon lange still."

Ja, da habe ich doch noch ein wenig Reserve für mein Hobby im Herzen. Freue mich, dass auch Ihnen dieser Brief so gefällt.

Der Scan zeigt eine 10Ix Einzelmarke mit einem M3-Stempel, nur Teile des Stempels ragen ins Markenbild. Die M3 Stempel haben alle den Vorteil, dass die Rahmen um den Ortsnamen verschiedene geometrische Figuren aufweisen.

Hier erkennt man eindeutig anhand der Form des Rahmens und den letzten 2 Buchstaben den M3-Stempel von BACEU.

Ja, die Stempel, die haben es mir angetan.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 10.01.2019 13:12:03 Gelesen: 19502# 711 @  
Hallo zusammen,

der Brief in Beitrag [#708] gefällt mir sehr! Ich frage mich, ob es bei Rumänien auch Postämter gibt, die besonders schön stempelten. Das kennt man ja von Bayern.

Anbei noch zwei Bilder der unverausgabten Cuza-Serie mit Leerfeldern.


 
Heinz 7 Am: 11.01.2019 10:03:35 Gelesen: 19319# 712 @  
@ 10Parale [#708]
@ bayern klassisch [#709]
@ Sleeran [#711]

10 Parale: Das ist wirklich ein besonders schöner Brief, auf den Du stolz sein kannst.

Ralph: Wir haben alle dieselben Emotionen, das ist schön! Ich erlaube mir aber anzumerken, dass es auch sogenannt "hässliche" Briefe gibt, die uns Philatelisten das Herz so richtig wärmen!

Sleeran: Auch solche Einheiten bringen uns zum Schwärmen. Hier besonders toll: Bogenrand-Sechserblock, wobei ein Feld unbedruckt blieb. Erklärung dafür: der Stein liess keine Anordnung 10x10= 100 Marken zu, sondern war unregelmässig, z.B. 7 Reihen à 15 Marken. Weil man aus abrechnungstechnischen Gründen nicht 105 Marken wollte, hat man die letzten 5 Felder nicht bedruckt.

Ich weiss nicht auswendig, ob es bei der unverausgabten Ausgabe diese Bogenanordnung gab, ober eine andere. Falls ja würden die zwei "Fünfer-/Sechserblocks" also folgende Bogenpositionen zeigen:
"84+85+86+99+100+Leerfeld"



Solche Einheiten mit Leerfeldern rechtfertigen beträchtliche Preisaufschläge, weil sie bei Sammlern sehr beliebt sind!

Heinz
 
10Parale Am: 13.01.2019 14:04:55 Gelesen: 18878# 713 @  
@ Heinz7 [#712]

Danke für die Blumen. Der Beleg hatte seinen guten Preis, ich musste gegen mehrere Bieter antreten. Das sind ja meistens auch Sammler wie ich mit pochendem Herzen und verzehrender Leidenschaft für das Objekt ihrer Begierde. So sehr wir auch solidarisch sind und unser Hobby gemeinsam frönen, bei einer Auktion werden wir zu Konkurrenten und dann zählen andere Gesetze wie beispielsweise in einem fröhlichen Sammlerverein.

Nun gut, ich zeige hier mal eine eher unschöne Briefmarke mit einem M3 - Stempel von TECOUTCI. Oben noch ein Stück des gleichnamigen M1-Stempels.

Ich finde es ehrenhaft vom Vorbesitzer, dass er diesen selteneren Stempel so ehrenhaft bewahrt hat und ich konnte einfach nicht an der Marke vorbeilaufen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 14.01.2019 10:33:49 Gelesen: 18718# 714 @  
Hallo Heinz,

die beiden Stücke waren nicht teuer. Ich hatte sie in einem Lot für einen kleinen zweistelligen Betrag ersteigert.

Unregelmäßige Bogenanordnungen sind in der Klassik ja häufiger anzutreffen. Spontan fallen mir die Andreaskreuze Österreichs oder die Marken Bergedorfs mit der unüblichen Bogenanordnung ein [1]. Leerfelder kann ich hierzu leider nicht zeigen, aber zumindest ein Kehrdruckpaar der Nr. 2 von Bergedorf, wovon es 5 im Bogen gibt.

Eigentlich ein schönes eigenes Sammelgebiet: Ungewöhnliche Bogenanordnungen in der Klassik. Rumänien kann hierzu ja einiges beisteuern - alleine schon durch die Erstausgabe der vereinigten Fürstentümer.



[1] (s. https://www.klassische-philatelie.ch/ad/altdeutsch_bdorf_bogen.html
 
Heinz 7 Am: 18.02.2019 23:56:37 Gelesen: 12546# 715 @  
@ Sleeran [#711]
@ Sleeran [#714]

Sleeran, da hast Du einen guten Fang gemacht! Ich bleibe dabei, solche unregelmässigen Bogenstücke sind selten und meist sehr begehrt. Es ist die Ausnahme, wenn man solche Stücke günstig bekommt.

Ich habe schon oft auf solche Stücke geboten, aber ich wurde fast immer überboten; es werden teils gewaltige Aufschläge für solche Blockstücke mit Leerfeldern bezahlt.

Tief in meiner Schatzkiste habe ich aber auch ein schönes Stück gefunden. 5. Ausgabe 1866 - Fürst Carol I. 20 Parale auf dünnem Papier, Michel Nr. 16y.



Der Block ist eigentlich ein "Neun-minus-vier=Fünferblock" und stammt aus der rechten oberen Bogenecke. Er umfasst die Bogenfelder

1. Reihe: Feld 15-16-17
2. Reihe: Feld 32-33-34
3. Reihe: Feld 49-50-51

aus dem Bogen à 12 Reihen x 17 Marken.

Weil eben 12 x 17 = 204 ergibt und das unpraktisch ist zum Rechnen, hat man einfach die Felder 16-17-33-34 mit Leerfeldern ersetzt. So kommt man auf genau 200 Stück.

Das schöne Stück oben stammt aus der grossartigen Sammlung von Grand-Prix-Gewinner Edouard Cohen.

Heinz
 
Pepe Am: 19.02.2019 21:41:17 Gelesen: 12269# 716 @  
@ Pepe [#470]

Nun schon fast zwei Jahre her, die Wasserzeichenvarianten. Der Michel 2003/2004 hat in der Einführung erwähnt:

"Wz. 10 kommt in 3 Versionen vor, die im Normalkatalog nicht unterschieden werden können"

Es sind 3 Versionen abgebildet, alles stehende Wz mit Buchstaben Ausrichtung nach links. Ich habe nun wieder einen Satz entdeckt, wo es sich um 2 Versionen eines liegenden Wz. handelt. Wird sicher hier und heute nicht aufgeklärt werden. Allerdings zukunftsorientierte Sammler könnten allein mit dem Wz. 10 eine Spezialsammlung aufbauen. Das Wz. hatte eine sehr lange Laufzeit, gute 10 Jahre von 1951 bis 1962, wenn da mal nicht die Routine für reichlich Nachlässigkeit bei der Herstellung gesorgt hat.



1961 06 13, Totale Sonnenfinsternis 15.Februar 1961, Mi 1991-92, Wz. 10, liegend 2 Versionen

Warum die Sonnenfinsternis vom 15.2. mit vier Monaten Verzögerung erst am 13.6. auf Marken kam, wird wohl auch ein Geheimnis bleiben.

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 23.02.2019 22:12:28 Gelesen: 11530# 717 @  
@ Markdo [#10]

Wir haben in diesem Thema, soweit ich mich erinnern kann, noch keine ECHTE Marke gesehen der allerersten Ausgabe von Rumänien, oder - besser gesagt - vom Fürstentum Moldau. An anderer Stelle (Thema: die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt) haben wir aber gesehen, dass diese Marken sehr selten und sehr begehrt sind. Sie gehören zu den besten der Welt.

1865 gab Pierre Mahé einen Katalog heraus, der alle ihm damals bekannten Briefmarken der Welt auflistete. 1863 war das Briefmarkensammeln noch nicht sehr weit entwickelt, und die Kenntnisse dazu waren, natürlich, noch nicht sehr gross.

Es ist nun sicher sehr interessant, zu untersuchen, wie denn unsere alten Rumänien-Marken 1863 katalogisiert wurden. Nota bene: damals waren die Erstausgabe 7 Jahre alt (Ausgabe 1. Ausgabe 1858). Wir sehen Erstaunliches: die Sektion "Moldo-Valachie" umfasste nicht weniger als 28 Nummern: Mahé n. 1229-1256. Damals waren damals erst die ersten 4 Ausgaben erschienen, die bei Michel nur 13 Nummern umfassen: Mi 1-13!

1. Ausgabe: Mi 1-4
2. Ausgabe: Mi 5-7
3. Ausgabe: Mi 8-10
4. Ausgabe: Mi 11-13

Wie kommt es nun, dass Mahé mehr als doppelt so viele Nummern belegte als Michel?

Nun - Mahé katalogisierte Papier- und grössere Farbunterschiede separat, wie dies auch J.-B. Moens (ein anderer der ganz grossen Philatelisten des XIX. Jahrhunderts) tat. So umfasste z,B, die 2. Ausgabe bei Mahé ganze 9 Nummern, weil die drei Werte zu 5, 40 und zu 80 Parale in drei verschiedenen Varianten gelistet wurden:

"premier type, papier azuré" = Mahé 1236-1238
"premier type, papier blanc" = Mahé 1239-1241
"deuxième type" = Mahé 1242-1244.

Anbei ein Bild einer 40 Parale-Marke (Michel Nr. 6). Welche "Mahé-Nummer" diese Marke hatte, ist nicht einfach zu bestimmen


 
Heinz 7 Am: 23.02.2019 22:42:15 Gelesen: 11517# 718 @  
@ Heinz 7 [#717]

Doch richten wir unseren Blick auf die ersten, die berühmtesten Marken von Rumänien, die runden Ochsenköpfe. Bei Michel sind sie gelistet wie folgt:

Mi. 1 = 27 Parale
Mi. 2 = 54 Parale
Mi. 3 = 81 Parale
Mi. 4 = 108 Parale



Anbei ein Bild der enorm seltenen 81 Parale-Marke. Hier das einzige Exemplar mit rotem Stempel. Es war ein Schmuckstück der Grand-Prix-Sammlung von Fritz Heimbüchler.

Bei der Konsultation des Kataloges von Mahé 1865 erleben wir nun eine grosse Überraschung: Wir haben 6 Notierungen!

Mahé 1229 = 54 Parale, papier vergé
Mahé 1230 = 81 Parale, papier vergé
Mahé 1231 = 108 Parale, papier vergé

Mahé 1232 = 54 Parale, papier uni
Mahé 1233 = 81 Parale, papier uni
Mahé 1234 = 108 Parale, papier uni

Daraus erkennen wir, dass Mahé erst drei Werte kannte (noch nicht aber die 27 Parale-Marke!), dafür nahm er an, dass alle Werte in zwei verschiedenen Papieren vorkamen!

Heute wissen wir (seit langer Zeit), dass die erste Ausgabe aus vier Werten besteht, aber jeder Wert wurde nur auf einem Papier gedruckt:

einfaches Papier: 27 Parale, 54 Parale, 108 Parale
gestreiftes Papier: 81 Parale

Die oben genannten Nummern Mahé 1229, 1231, 1233 wurden also zu Unrecht vergeben. Das ist doch bemerkenswert!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.03.2019 14:56:58 Gelesen: 10448# 719 @  
Hallo Rumänien-Freunde,

wenn das so weitergeht, müssen wir wohl ein zweites Thema aufmachen, das heisst dann nicht mehr: "Rumänien für Sammler", sondern "Rumänien für Millionäre".

Im Februar habe ich an einer Auktion auf ein kleines, aber feines Angebot von Rumänien insgesamt 4 Gebote abgegeben. Als ich nun die Resultate sah, war ich wirklich erschlagen. Jedes meiner Gebote wurde gleich MEHRFACH überboten.

Beispiel Los 4 - ein hübscher, seltener Brief von Bukarest, ca. 1878, Mehrfachfrankatur 10 X 1.5 Bani (Michel 48)



Das Stück war nicht etwa sehr günstig ausgerufen, sondern startete bereits bei Euro 150. Rumänien 1858-1872 ist schon seit rund 30 Jahren teuer, aber aus den Jahren 1875-1910 fand man bislang noch oft günstige, wirklich schöne und seltene Stücke. Zunehmend werden nun aber auch Ausgaben der 9.-14. Ausgabe von Rumänien teuer bezahlt. Anbei ein Beispiel.

Ich habe im Februar 2019 diesen Auktions-Preis bewilligt, habe noch eine Stufe höher geboten, also Euro 160. Mein Gebot wurde aber pulverisiert. Gemäss Ergebnisliste bot der Käufer glatte Euro 1000 für dieses Los.

Schade, dass man "solche Stücke" in der Regel nicht als überzählige Dubletten in den Beständen hat (ich jedenfalls nicht), denn sonst würde ich bei dem nun seit einiger Zeit geltenden Preisniveau meine Rumänien-Überbestände versilbern (verkaufen).

Heinz
 
Koban Am: 01.03.2019 15:46:22 Gelesen: 10429# 720 @  
@ Heinz 7 [#719]

In Frankreich kommen im gleichen Zeitraum gelegentlich ebenfalls hohe und kleine Marken vor. Gleich alle drei Formate auf einem Brief habe ich noch nicht gesehen. Hier erste Marke im Normalformat, zweite Marke klein, dritte Marke groß.

Zur Häufigkeit von verschiedenen Formaten bei Rumänien kann ich nichts sagen, könnte mir aber vorstellen, dass der hohe Preis auch dieser Tatsache geschuldet ist.

Ein tolles Stück!

Gruß,
Koban
 
10Parale Am: 01.03.2019 15:47:14 Gelesen: 10429# 721 @  
@ Heinz 7 [#719]

Eine seltene 15 Bani Gesamt-Frankatur, die du da zeigst. Ich hätte den Brief sicherlich auch nicht höher bewertet als 150,-- Euro. Der Markt für Rumänien scheint wirklich in einem Aufwärts-Trend zu sein, doch weshalb?

Ein wichtiger und bedeutender Grund ist meiner subjektiven Meinung nach die Tatsache, dass auch Rumänen wieder entdecken, welche philatelistischen Schätze ihr Land so bereit hält.

Ich habe mich selbst in den letzten Wochen von ein paar wesentlichen Stücken meiner 30 Parale Sammlung getrennt, weil ich eingesehen habe, dass das Ziel, dass ich mir gesteckt habe, für meinen Geldbeutel zu hoch war. Frühestens an dem Tag, als bei einem Auktionshaus ein Brief mit dem seltenen M3-Stempel von Husch für über 6.000 Schweizer Franken zugeschlagen wurde, kam mir die späte Einsicht.

Welche Erfahrungen habe ich nun selbst gemacht:

80% meiner Käufer waren Rumänen, die aber zum größten Teil im Ausland wohnen. Dennoch gingen auch 2 Exemplare meiner Sammlung zurück in ihr Heimatland Rumänien. Dafür freue ich mich. So habe ich für einige wenige ehemalige Auktionslose stark "unter" Preis verkauft, was mich aber nicht sonderlich störte, weil auch etwa 50 Prozent meiner angebotenen 30 Parale Objekte unerwartet hohe Preise erzielten.

Natürlich werde ich den Markt und auch diese Threads hier weiter beobachten und auch zuschlagen, wenn sich mal eine "günstige" Gelegenheit bietet. Allerdings konzentriere ich mich nun tatsächlich auf das, was mein Portemonnaie auch hergibt. Gott sei Dank bietet die Philatelie ein unerschöpfliches Reservoir "Alle Welt".

Ich hoffe nicht, dass eine Beitragsreihe "Rumänien für Millionäre" nötig sein wird. Das wäre der Geschichte dieses Landes auch nicht angemessen. Interessant wäre es allemal, denn wer wirklich zu viel Geld hat, sollte es nicht auf der Bank liegen lassen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 02.03.2019 21:10:13 Gelesen: 10176# 722 @  
@ Koban [#720]

Die Grössenunterschiede wegen Verzähnungen sind nach meinen Feststellungen für die Ausgaben 1872 ff nicht wirklich selten. Aber einzelne Spezialisten mögen sich sehr dafür zu engagieren. Mindestens zwei Sammler schätzen den Brief sehr hoch ein, wie der erzielte Preis zeigt.

Heute traf ich beim Stöbern in einem alten Auktionskatalog auf eine Gross-Rarität.

1974 veranstaltete Edgar Mohrmann seine 141. Auktion. Der Katalog zeigt, dass einige schöne Stücke zum Verkauf kamen. Trotzdem kamen nur 6 Farb-Fotoseiten "zum Einsatz" (1.+4. Umschlagseite und innen 1-4). Auf Seite 3 entdecke ich folgendes Los:



Die Kenner wissen, dass dies ein Top-Stück ist für Rumänien. Die 81 Parale-Marke gestempelt ist äusserst selten, hier ist sie auf Fragment, zusammen mit einer 27 Parale-Marke. Das Stück zierte die Grand-Prix-Sammlung von Fritz Heimbüchler.

Nach Information von Edgar Mohrmann war das Stück auch in der Sammlung von König Carol! Diese Information fehlt im Handbuch 1994 von Fritz Heimbüchler. Auch ein "Royal" Attest soll dafür bestehen. Dies sind wichtige Zusatz-Informationen.

An der Auktion 1974 bei Mohrmann wurden nur zwei Rumänien-Lose angeboten. Offenbar fand das Los keinen Käufer, denn 5 Jahre später wurde das Los von einem anderen Auktionator angeboten. Die DM 30'000 Ausruf von 1974 waren offenbar eine zu hohe Hürde. Die Preise für dieses Top-Stück waren uneinheitlich, teils hoch, gelegentlich aber auch "günstig". Ich werde dies demnächst noch etwas kommentieren.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.03.2019 18:14:37 Gelesen: 6922# 723 @  
@ Heinz 7 [#722]

Wenn ich im Routenplaner "Bukarest - Braunschweig" eingebe, erhalte ich eine Distanz von mehr als 1800 Kilometer. Und die Verkehrsverbindung ist dann ziemlich direkt.

Wenn also ein Brief im Jahr 1896 nur drei Tage benötigte, um von Bukarest nach Braunschweig zu gelangen, so finde ich das beeindruckend.

So geschehen: 2. Januar 1896 auf diesem Einschreibebrief mit einer sehr hübschen Einzelfrankatur.



Einen schönen Abend wünscht

Heinz
 
Michael Mallien Am: 24.03.2019 18:24:25 Gelesen: 6918# 724 @  
@ Heinz 7 [#723]

Hallo Heinz,

der gregorianische Kalender wurde in Rumänien erst 1919 eingeführt. ;)

Man muss noch 13 Tage dazu zählen, was mir realistischer zu sein scheint.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 24.03.2019 18:57:29 Gelesen: 6909# 725 @  
@ Michael Mallien [#724]

Lieber Michael,

nachdem ich selber im Thema "die unterschiedlichen Kalender" auf die Differenz der zwei Kalender hingewiesen habe, wäre es nun etwas peinlich, wenn ich nun denselben Fehler gemacht hätte.

Siehe Handbuch 2 Heimbüchler, Seite 148 unten:

Zur Vermeidung von Schwierigkeiten im Post- und Telegraphendienst mit dem Ausland wurde durch fürstliches Dekret zum Ende des Jahres 1864 der gregorianische Kalender für den gesamten Postdienst eingeführt. Der alte julianische Kalender lag damals 12 Tage hinter dem gregorianischen zurück.

Handschriftlich haben aber viele Briefeschreiber den alten Brauch beibehalten und nach julianischem Kalender datiert. Darum trifft man oft Briefe

z.B. handschriftlich 1.März 1866 = Stempel 13.März 1866

Heinz
 
StefanM Am: 25.03.2019 07:48:35 Gelesen: 6847# 726 @  
@ Heinz 7 [#723]

1800 km in 3 Tagen erfordert wohl einen Transport mit der Bahn zum Beispiel über Nacht, oder? Ich habe keine Ahnung, wie weit das Schienennetz 1896 schon entwickelt war. Gibt es Hinweise auf dem Beleg für den Transport mit der Bahn?

Gruß
Stefan
 
Heinz 7 Am: 25.03.2019 10:01:31 Gelesen: 6830# 727 @  
@ StefanM [#726]

Lieber Stefan,

es ist tatsächlich so, dass dieser Brief hauptsächlich mit der Eisenbahn befördert wurde.

Das Schienen-Netz der Eisenbahnen war Ende des XIX. Jahrhunderts wirklich sehr weit ausgebaut. Die meisten der heute bestehenden Verkehrsachsen bestanden schon vor 120 Jahren!

Es wäre reizvoll, die genaue Strecke zu kennen, welche der oben gezeigte Brief ganz konkret zurückgelegt hat. Vermutlich gab es genaue Fahrpläne, welche auf die Minute genau regelten, wie solche Transporte abgewickelt wurden. Leider stehen mir solche Unterlagen aber nicht zur Verfügung, darum kann ich dazu keine genauen Angaben machen. Es gibt Postgeschichte-Spezialisten, die können solche Fragen genau beantworten ("wahrscheinliche(r) Transportweg und -Zeiten"), ich zähle mich nicht dazu.

Heinz
 
Michael Mallien Am: 26.03.2019 20:01:57 Gelesen: 6757# 728 @  
@ Heinz 7 [#725]

Lieber Heinz,

danke für Aufklärung, das war mir unbekannt. Mir kam die Transportzeit so unwahrscheinlich vor, weil ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, wie gut das Schienennetz zu der Zeit schon war. Das hast Du gut aufgeklärt in dem anderen Thema [1]!

Gedanklich war ich da wohl noch einige Jahrzehnte früher unterwegs.

Nichts für ungut und viele Grüße
Michael

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=7581&CP=0&F=1#newmsg
 
Heinz 7 Am: 26.03.2019 20:55:41 Gelesen: 6750# 729 @  
@ Michael Mallien [#728]
@ Heinz 7 [#723]

Ich habe auch gestaunt, dass die Beförderungszeit Ende XIX. Jahrhundert so kurz war. Aber es scheint wirklich zu stimmen und ist mehrfach zu belegen.

Ich habe einen sehr ähnlichen Brief von 1895:



Das Porto bei diesem Brief betrug nur 25 Bani, da dieser Brief NICHT eingeschrieben war. Sonst ist vieles ähnlich:

Abgang: Bukarest
Ankunft: Braunschweig
Transportdauer: Sogar nur 2 Tage!

Einmal mehr ist die Rückseite des Briefes fast so interessant wie die Vorderseite (bzw. eine ideale Ergänzung!).



Der glasklare Stempel zeigt: Der Brief kam am 13.6.1895 an, Uhrzeit 15-16 Uhr. Wenn wir annehmen, dass der Brief am 11.6. am Morgen abging, so benötigte der Brief nur ungefähr 30 Stunden! Das ist sicherlich eine stolze Leistung.

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 01.04.2019 10:33:03 Gelesen: 5814# 730 @  
@ Heinz 7 [#729]

Eine sehr stolze Leistung und eine toller Bedarfsbeleg, der mir sehr gefällt.

Vom 15. - 17. April findet, wie du bestimmt auch in einem weiteren Thread lesen konntest, die 1. Auktion der Firma classicphil GmbH in Wien statt.

Begeistert hat mich Los 10368, eine 81 Parale Handeinzeldruck, die bei Herrn Heimbüchler in seinen Werken bislang noch nicht registriert war. Sie trägt rückseitig eine Altsignatur "Larisch" und "Thier", ist sehr breitrandig (an 3 Seiten) und mit einem Zertifikat von Herrn Heimbüchler als original und echt belegt.

Eigentlich dachte ich, dass Herr Heimbüchler seine Prüftätigkeit eingestellt hat, doch hier ist ein sehr aktuelles Attest. Prüft er noch für AIEP (Internationaler Verband der philatelistischen Experten)?

Mich freut es, dass da noch etwas dazukommt. Ich bin mir (wir haben schon darüber diskutiert) weiterhin sicher, dass es noch einige, wenn auch wenige dieser Ochsenköpfe (Michel Nr. 1 - 4) gibt, z.B. kann ich mir gut vorstellen im klösterlichen Besitz.

Eine weitere Marke zu 40 Parale wurde am 21.03.2019 vom Auktionator zurückgezogen, wie ich heute auf philasearch lesen konnte. Die Gründe sind mir nicht bekannt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.04.2019 09:34:02 Gelesen: 4119# 731 @  
@ 10Parale [#730]

Guten Tag,

die Auktion ist nun also vorbei, und brachte das erwartete Ergebnis (für Los 10368).

Zu diesem Angebot möchte ich noch etwas anmerken.

Es ist ganz aussergewöhnlich, dass sich eine Briefmarke so verbessert! Es ist nämlich dieselbe Briefmarke, die im Herbst bei Köhler versteigert wurde! 367. Auktion, September 2018, Los 709.

Natürlich war dieses Los im Auktionskatalog auch abgebildet. Der Fettfleck oben rechts (von vorne gesehen) prägte (damals) aber den Gesamteindruck nachhaltig, sodass mehrere Sammler die Marke nicht begehrten. Sie kam ja auch mit einem tiefen Ausruf zum Angebot, nur Euro 4'000. Der Zuschlag war etwas höher, aber auch nicht berauschend, nur vierstellig. Der Käufer Herbst 2018 hat nun offenbar Folgendes unternommen:

Die Briefmarke soll zwischen zwei saugfähigen Fliessblättern etwas geglättet worden sein. Das ist eine zulässige Massnahme und keine Reparatur. Die meisten Philatelisten haben eine Abneigung gegen Reparaturen von Briefmarken, und betrachten eine solche als wertmindernd! Offenbar gelang es so, den 2018 dominierenden Fettfleck-Eindruck zurückzudämmen. Die Fotos im Auktionskatalog 2019 "Classicphil" zeigen nun eine attraktive Marke. Die ehemalige "Fettecke" ist nun eine unscheinbare leichte Verfärbung.

Somit resultiert eine attraktive Seltenheit, sehr schön geschnitten (breitrandig), mit Restgummi. Die im Attest Heimbüchler genannten Mängel sind natürlich immer noch da; das alte Attest (2015) war noch etwas ausführlicher und genauer (nannte auch eine "kleine Papierverstärkung" = Reparatur). Das alte Attest fehlte nun bei der Verkaufsdokumentation; immerhin wurde das Attest Heimbüchler vor der Auktion noch aufgeladen. Es fehlte ursprünglich im Online-Katalog.

Der Ausruf lag nun bei Euro 8'500, dies war wohl ungefähr der Kaufpreis (Herbst 2018). Nun erzielte die Marke einen Zuschlag von Euro 25'000. Dazu kommen (sehr hohe!) 25 % Aufgeld, total also Euro 31'250. Dies erachte ich als angemessenen Kaufpreis. Dazu muss man wissen, dass es diese Marke fehlerfrei fast nicht gibt.

Dieser Fall ist für mich ein Lehrstück. Ich hätte die Glätt-Aktion wohl selber nicht gewagt, aus Angst, die 161 Jahre alte Briefmarke zu beschädigen. Der kenntnisreiche Käufer hat es aber gewagt und damit viel Geld gewonnen. Gratulation!

Eine so seltene und klassisch-begehrte Marke erzielt in der Regel auch ihren "richtigen" Preis. Es ist richtig, dass heute einige Stücke mehr dieser Briefmarke bekannt sind als 1905, als Haas seine berühmte Studie schrieb oder als Schubert 1912 seine Studie veröffentlichte (siehe Rubrik: die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt). In den letzten 114 Jahren wurde also noch das eine oder andere Stück gefunden, während bei anderen Weltraritäten in dieser Zeit KEINE zusätzlichen Stücke auftauchten. Ob wirklich noch weitere heute unbekannte Exemplare in einem Kloster existieren ist Ansichtssache. Dagegen spricht, dass diese Briefmarke seit ca. 150 Jahren weltberühmt (und teuer) ist. Bestimmt wurde die Korrespondenz der Klöster in den letzten 150 Jahren bereits sorgfältig gesichtet.

Heinz
 
10Parale Am: 30.04.2019 21:44:00 Gelesen: 2673# 732 @  
@ Heinz 7 [#731]

"Bestimmt wurde die Korrespondenz der Klöster in den letzten 150 Jahren bereits sorgfältig gesichtet."

Ja, das ist sicherlich der Fall. Zumindest verfügen Klöster ähnlich wie Amtsstuben und Handelsbetriebe über umfangreiche Korrespondenzen und den geringsten Anlass, das Geschriebene zu entsorgen.

Der rasante Preissprung der 81 Parale Ochsenkopf als Resultat der wagnis- bzw. kenntnisreichen Reparatur des Käufers Herbst 2018 finde ich auch sehr spannend.

Heute zeige ich einen relativ seltenen Stempel auf einem Behördenbrief aus Orgoesti im Landkreis Tutova. Er wurde am 23. Dezember 1897 an den Richter des Dorfes Simila (Judecator Ocolului Simila) im Stadtbezirk von Zorleni gesandt.

Rückseitig ein Landpost-Stempel der AGENTIA SPECIALA ZORLENI vom 28. Dezember.

Bei Kiriac Dragomir als der Stempel RAS "Agentii speciale" 49 Zorleni verzeichnet.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.05.2019 21:21:12 Gelesen: 1135# 733 @  
@ 10Parale [#732]

Am 5. Juni 2019 wird bei David Feldmann in Genf eine 81 Parale Marke zum Ausruf gebracht, eine von 2 ungebrauchten Stücken mit breiten Rändern und Originalgummi.

Wer gerade von der Stockholmia 2019 zurückkehrt und noch etwas Taschengeld übrig hat, kann diesen Schatz zu einem Schätzpreis von 160 - 200´000 Euro und mehr erwerben.

Vor wenigen Tagen trafen sich in Sibiu auf dem großen Platz im historischen, mittelalterlichen Ortskern die europäischen Minister zu gemeinsamen Gesprächen. Mir fiel dabei ein, welche Schätze Rumänien birgt; wertvolle Mineralien, fruchtbarer Ackerboden, 3000 Wölfe (einmaliger Bestand! - im Schwarzwald gibt es 1 Wolf), Millionen von Schafen, das Donaudelta und und und natürlich die Ochsenköpfe der Moldau.

Der Katalog zu der o.g. Auktion heißt: "ROMANIA - Eerly Postal History & Classic Stamps" und zeigt Schätze der klassischen rumänischen Philatelie.

Ein Studium dieses Kataloges (oder bei philasearch) kann ich jedem Rumänien Sammler nur ans Herzen legen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 17.05.2019 18:38:53 Gelesen: 929# 734 @  
@ 10Parale [#733]

Ich kann den Aufruf von 10 Parale nur unterstützen. Das Angebot bei David Feldman ist wirklich beachtlich, wobei das Angebot sich keineswegs nur auf teure Ochsenköpfe beschränkt, sondern ein sehr breites Spektrum zeigt:

Lose 20000-20119: Early Postal History
ein sehr schönes Angebot mit vielen Seltenheiten zu zum Teil tiefen Ausrufpreisen (Estimate)
Lose 20120-20161: Classic Stamps
nur 42 Lose, aber ein paar "Riesenkracher"
Lose 20162-20243: Foreign Post Offices
weitere 82 Lose, sehr interessant, aber zum Teil auch entsprechend teuer
Lose 20244-20247: Collections
nur 4 Lose, wovon das letzte "Literatur" ist: 52 Bücher & Kataloge

Die Auktion findet unmittelbar nach der Ausstellung in Stockholm statt. Dort werden ja auch ein paar "Kleinigkeiten" verkauft.

Vielleicht bleibt ja auch für die "Normal-Sterblichen" dabei etwas übrig. Wir werden hinsehen und mitmachen.

Heinz
 

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