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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 992 Beiträge:
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10Parale Am: 14.11.2022 21:22:35 Gelesen: 19718# 968 @  
@ Heinz 7 [#967]

bei Karamitsos schaue ich auch ab und zu rein. Seine Startpreise sind meistens moderat. Ein wahrlich seltener Beleg mit einer interessanten Beförderungsgeschichte.

In Ulm (MESSE) habe ich diesen Beleg aus einer Kiste gezogen, der sich selbst als "RARITAET" anpreist. 8 Stempel sind darauf abgeschlagen, sogenannter Rumänisch - Bulgarischer Poststempel in zwei Schriftarten (28.VI.1913).

Geschichtlicher Hintergrund: Der bulgarische Südteil der Dobrudscha wurde 1913 infolge des Zweiten Balkankrieges durch Rumänien (im Friedensvertrag von Bukarest) annektiert.

Nun gut, eine Rarität war es wohl nicht gewesen. Der Dobrudscha geht es wohl wie dem Elsass, wurde zwischen den Mächten hin- und hergeschoben wie ein voller Bierkasten, der leerzutrinken war.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 21.11.2022 22:17:46 Gelesen: 18229# 969 @  
Wenn wir auf einer griechischen Marke (Katalog Hellas 39e) einen rumänischen Stempel entdecken, dann sollten wir die Marke sofort kaufen. Dieser Empfehlung müssen wir natürlich ein "Preisschild" umhängen, denn alles, was zu teuer ist, sollten wir NICHT kaufen, ausser es bestehen dafür besondere Gründe.



Wir fragen uns natürlich zuerst, wieso auf eine griechische Briefmarke ein rumänischer Stempel gelangt. Wir sehen den Stempel:

"GALATI 1 NOE. 76" und identifizieren diesen Stempel als Stempel der Gruppe "H" (Stampila Mica, din 1870; siehe Dragomir "Stampilografie postala" (1990), Seite 107+108, fig. 499).

Wir wissen, dass auch die griechische Post auf rumänischem Gebiet eigene Postdienste betreiben durfte. Dr. Gertlieb Gmach fasste die Situation zusammen wie folgt:

Im Jahr 1857 versuchte die griechische Post, sich ebenfalls in den Donaufürstentümern zu etablieren. Vor 1857 gab es keine griechische Auslandspost in den Donaufürstentümern (...) (siehe: "Österreichische und Ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern (Rumänien) 1782 bis 1880"; Band IV, Seite 160)

und...

Die griechischen Auslandpostämter in den Donaufürstentümern/Rumänien schlossen in Bukarest Ende Dezember 1863 oder im frühen Januar 1864, in Ibraila und Galatz im März 1866 (Band IV, Seite 170; Quelle: Nicolaides, Seite 13).

Unsere oben gezeigte Marke Griechenland von 1876 wurde also lange NACH dem Betrieb der griechischen Auslandpostämter verwendet. Wie aber kam man dazu, im Fürstentum Rumänien eine griechische Briefmarke zu verwenden?

Zwei Varianten sind denkbar:

1) Galati als Abgangsstempel. In Galati lebten auch 1876 einige griechisch-stämmige Menschen. Vielleicht wollte der Absender einen Teil der Gebühr für einen Auslandbrief nach Griechenland im Voraus bezahlen; der rumänische Postbeamte aber stempelte die Briefmarke schon in Rumänien?

2) Galati als Ankunftsstempel: Wenn ein Brief aus Griechenland nach Galatz geschickt wurde (oder durch Galatz), war die Frankierung mit griechischen Marken naheliegend. Eventuell blieb die Marke beim Abgang ungestempelt, sodass in Galatz der rumänische Postmann die Marke (nachträglich) entwertete?

Heinz
 
10Parale Am: 23.11.2022 19:46:34 Gelesen: 18184# 970 @  
@ Heinz 7 [#969]

Hallo Heinz,

bist du sicher, dass die oben gezeigte Marke auch aus dem Jahr 1876 stammt?

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass es eine der früheren griechischen 5 Lepta Marken ist?

Ist es vielleicht eine Michel Nr. 18 (Athener Buchdruck, Reliefdruck) aus dem Jahr 1862 ? Mir erscheint die Marke eher wie eine 18a, gelbgrün auf grünlich, und gar nicht cremefarben wie die Ausgaben von 1876.

Eine logische Erläuterung für den Stempel gibt es tatsächlich nur mit deinen Erklärungen 1) und 2).

Ich würde die Marke sicherheitshalber prüfen lassen, eine wunderschöne Rarität, die man selten günstig findet.

Ich zeige beigefügt ein Einschreiben als Drucksache zu 69 gramm, welches ich heute aus Cluj-Napoca zugesandt bekam. Mit 23,50 LEI Gesamtfrankatur aus dem wunderschönen Satz von Christoph Kolumbus (Europamarken) aus dem Jahr 2005 (Michel Nr. 5974-5977).

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 24.11.2022 21:12:40 Gelesen: 18140# 971 @  
@ 10Parale [#970]

Mein lieber Pater Coelestine,

bin nach zweimonatlicher Abwesenheit glücklich wieder von Bukarest nach Hause gekommen. Diese Aufnahme zeigt wie in Ungarn u. Rumänien bei der jetzigen Verkehrsnot gereist wird.

Mit freundlichem Gruß

Klaus


So lautet die Botschaft auf der Bildpostkarte, die am 6. Mai 1920 in Basel Kannenfeldplatz mit einem Tellknaben zu 7,5 Rappen frankiert wurde und ins Kloster Dornach lief, siehe [1].

Wir sehen den Bahnhof von Kronstadt (Rumänien) und einen völlig überfüllten Zug, so dass die Reisenden sich sogar auf dem Dach tummeln. Es sind viele Soldaten auf dem Bild zu sehen.

Es macht Spaß, solche seltenen Bilder aus Rumänien auf alten Karten zu sehen. Sie haben auch einen historischen Bezug.

Liebe Grüße

10Parale



[1] https://klosterdornach.ch/ueber-uns
 
Zinnenstadt Am: 25.11.2022 09:02:29 Gelesen: 18100# 972 @  
Hallo 10Parale,

ein dokumentarisch sehr interessanter Beleg.

Das Foto zeigt allerdings nicht den Bahnhof von Kronstadt, sondern jenen von Predeal ("ob Kronstadt" vermutlich im Sinne von "oberhalb von Kronstadt").

Predeal war bis nach dem Ersten Weltkrieg die Grenzstation zwischen Österreich-Ungarn und Rumänien ("Altreich"). Die Züge halten hier (auch heute noch) länger als in anderen Bahnhöfen, da die Bremsen der einzelnen Waggons überprüft werden müssen. Das Gefälle in beide Richtungen (Kronstadt bzw. Ploiesti / Bukarest) ist erheblich, eine gute Bremswirkung entscheidend.

Viel Erfolg bei weiteren Entdeckungen,
Zinnenstadt
 
Heinz 7 Am: 25.11.2022 12:00:50 Gelesen: 18077# 973 @  
Die Wege, die uns manchmal zu neuen Belegen führen, sind oft etwas zufällig.

Gestern, an der Nationalen Briefmarken-Ausstellung in Burgdorf, habe ich bei einem Händler nach "Belegen zu Rumänien" gefragt. Der Händler zuckte mit den Schultern und verwies auf seine Beleg-Kiste "Europa".

Ich blätterte also ca. 250 Belege durch. Rumänien habe ich nichts gefunden, aber mein Blick blieb hängen an diesem Beleg aus Irland.



Ca. 1925 versandte wohl ein Ferien-Reisender ein ganzes Postkartenset an ein (sein?) Fräulein Riemer in "Germany"-Elberfeld. In dem blaugrünen Karton sind 5 zusammenhängende Postkarten (als Faltblatt) eingeklebt. Die erste Karte habe ich gescannt.



Sie zeigt den schottischen See "Loch Lomond".

Ich war noch nie in Schottland, doch diesen Ortsnamen kenne ich seit Kindsbeinen. Nicht der See ist dafür der Grund, sondern ein alter Band von "Tim und Struppi"



In dem Band spielt der "Loch Lomond"-Whisky eine wichtige Rolle. Nicht Kapitän Haddock frönte dem Alkohol - damals war Tim noch alleine unterwegs - sondern der kleine Hund "Struppi" entdeckte seine Liebe für das gebrannte Wasser.







Was ich in den Tim-Büchern vor 50 Jahren gelesen habe, weiss ich heute noch, das hat sich eingebrannt.

Dass das Postkartenset eine irische Marke trägt, dürfte damit zusammenhängen, dass der mutmassliche Ferien-Reisende von Schottland weitergezogen ist ins nahe Irland, von wo aus er den Kartengruss nach Deutschland sandte.

Die Rumänien-Sammler mögen mir verzeihen, dass meine "Europa-Reise" statt nach Rumänien in Südosteuropa in den kühlen Nordwesten von Europa führte.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Gerhard Am: 25.11.2022 14:27:19 Gelesen: 18059# 974 @  
@ Heinz 7 [#973]

Na dafür ist Dein Beitrag doch schön genug, als dass man es Dir nachsehen kann nicht noch einen neuen thread aufgemacht zu haben. Ich habe mich jedenfalls gut amüsiert und freue mich schon auf den nächsten Beitrag zur Rumänienphilatelie.

MphG
Gerhard
 
10Parale Am: 25.11.2022 21:46:17 Gelesen: 18020# 975 @  
@ Heinz 7 [#973]

Lustige Episode. Es ist nicht mehr lange bis zur Corinphila Auktion. Ich freue mich schon darauf und hoffe auch ein oder zwei Lose zu ersteigern.

Vom kühlen Norden mit Tim und Struppi (lool!) wieder zurück nach Südosteuropa. In Ulm fand ich die Tage diesen Brief in der Preiskategorie "G".

Der Händler hatte eine alphabetische Preistafel, jeder Buchstabe eine Farbe und je höher im Alphabet, desto teurer der Brief. Allerdings war er sehr großzügig im Einräumen von Rabatten, sofern man mehrere Briefe kaufte. Ein sympathischer Händler.

Er lief am 28. September 1889 von Bukarest nach Braila. Freigemacht mit 15 Bani (Freimarke König Karl I., Michel Nr. 66). Der rückseitige Ankunftsstempel lässt keine Wünsche offen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 01.12.2022 13:11:53 Gelesen: 16842# 976 @  
@ 10Parale [#975]

Heute bin ich sehr glücklich. Nach einem erwarteten Bietergefecht konnte ich diese wunderschöne Ansichtskarte erwerben, die am 29. Mai 1909 in Bukarest mit 5 Bani als Drucksache nach Bodenmais in Bayern lief. Laut Calin Marinescu (Tabelle Nr. 230, Seite 105, blauer Band Posttarife in Rumänien) müsste es sogar portogerecht frankiert sein.

Sehr schön der senkrechte Fünferstreifen der Freimarke von König Karl I., meiner Ansicht nach die grau-schwarze 1 Ban Marke Michel Nr. 129. Es müsste sich um einen Maschinenstempel handeln.

Gekauft habe ich die Marke aber nicht nur wegen all dieser Besonderheiten, sondern auch weil sie bildseitig eine Gruppe von TIGANI (Sinti, Roma, Zigeuner) zeigt, wie sie vor ihrem Nomanden-Zelt aufgereiht sind. Auffällig ist, dass Kinder und Frauen (es sind insgesamt 15 Personen auf dem Bild) alle barfuß sind, lediglich die Männer tragen ledergegerbte Stiefel. Die Frauen scheinen schon im frühen Alter Kinder geboren zu haben. Die Männer blicken stolz, die Kinder etwas müde und gezwungen. Ob es alltäglich war, dass solche Bilder gemacht wurden, oder ob der Fotograf anschließend den leeren Kesseltopf (den die Romas wahrscheinlich selbst hergestellt haben) mit Suppe oder Fleisch füllte, bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen.

"SATRA DE TIGANI" meint übersetzt "Zigeunerdorf".

Es handelt sich um philatelistische Korrespondenz, sehr schön die Abschlussformel des Schreibers "Weltvereinsgruss".

Na, ob dies nun mit der UPU zu tun hatte oder ein früher Ausdruck der globalisierten Welt war, weiß ich nicht zu sagen.

Liebe Grüße

10Parale
Stephan c.M.


 
buzones Am: 01.12.2022 16:31:03 Gelesen: 16821# 977 @  
@ 10Parale [#976]

Der „Weltvereinsgruss“ stammt offensichtlich von einem Mitglied des Welt-Vereins (für Marken- und Ansichtskartensammler) mit Sitz in München.

Um die Jahrhundertwende war das Ansichtskartensammeln sehr populär und es gab zahlreiche Sammlervereinigungen, deren Mitglieder fleissig AKs im Tausch verschickten.

Anbei der Scan einer Anzeige des Welt-Vereins aus dem Handbuch für Briefmarken- und Ansichtskarten-Sammler von M. Teichmann. Leipzig, 1898:



Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Heinz 7 Am: 01.12.2022 23:52:10 Gelesen: 16792# 978 @  
@ 10Parale [#976]

Ein Fünferstreifen ist natürlich schöner als ein 5 Bani-Wert. Ich freue mich, dass Du Erfolg hattest und dass Du glücklich bist.

Bei Classicfil, Corinphila und Viennafil waren diese Tage gleich drei Auktionen mit Rumänien-Material. Meist wurde dieses "anständig" verkauft; einige Lose wurden hoch beboten, vor allem Österreichische Post in Rumänien.

Viennafil hatte viele Rumänien-Lose im Angebot, viele davon eher "kleine" Werte. Aber einige davon scheinen mir sehr attraktiv zu sein.



Los 3071 zeigt einen schönen Einschreibebrief mit einer Einzelfrankatur (Michel Nr. 69). Der Ausruf lag bei Euro 90. Das ist nicht viel, aber auch nicht wenig, es scheint mir angemessen. Der Zuschlag erfolgte bei Euro 110.

Damit darf auch der Käufer zufrieden sein; er hat einen schönen Beleg erworben.

Heinz
 
10Parale Am: 02.12.2022 22:03:49 Gelesen: 16756# 979 @  
@ buzones [#977]

Hätte nie gedacht, dass der Gruß tatsächlich auf der Geschichte dieses nicht mehr existierenden Welt-Vereins mit Sitz in München fußt. Sehr interessant!

@ Heinz 7

Lt. Tabelle 217 (Seite 95 Volume 2) bei Marinescu´s blauem Posttarifband waren die 50 Bani (eine Hammermarke!) auch die portogerechte Frankatur. Auch der Stempel von Zimnicea ist fantastisch abgeschlagen, so dass der Beleg diesen Zuschlag meiner Ansicht nach mehr als verdient hat.

A propos ZIMNICEA, diesen Stempel fand ich auf einer 50 Bani Marke (Michel Nr. 107), abgeschlagen am 18. August 1895 mit einem ähnlichen, aber violetten 2-K-Stempel (offener Stern). Bei Kiriac Dragomir (Stampilografie Postala) habe ich diese beiden Stempelfarben nicht gefunden.

Bei Corinphila konnte ich leider arbeitsbedingt (hatte einen Gerichtstermin am Tag der Rumänien Versteigerung) nicht online dabei sein. Die seltenen und begehrten Ochsenköpfe (Michel Nr. 1,2,3) fanden bei 1 - 40.000, 2 - 36.000 und 3 - 40.000 Euro unerreichbare, aber verdiente Zuschläge. Ich selbst habe mir einen Brief vom Königreich Neapel ersteigern können, den ich, - sobald er mir vorliegt -, in einem anderen Bereich einmal vorstellen will.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.12.2022 23:15:28 Gelesen: 16744# 980 @  
@ 10Parale [#979]

Ich war in Zürich persönlich vor Ort und habe mir alle drei "Super-Lose" noch einmal angeschaut. Das letzte Mal sah ich die Marken vor 12 Jahren.

Ich bin besonders begeistert von der 81 Parale-Marke. Sie ist weitgehend unbekannt, war erst ganz selten auf dem Markt. Ihr Originalpapier zu studieren, war ein Erlebnis, und das allein war die Anreise wert.

Ihr besonders schöner Erhaltungszustand war dann wohl auch der Grund, warum die Marke wirklich hoch beboten wurde. Zuschlag CHF 40'000 + 22 % Aufgeld; das ist mehr als voller Katalogwert für diese Marke.

Ich hätte sie gerne gehabt. Aber ich konnte die Marke nicht erwerben, mein Maximal-Gebot war zu tief.

Das erleb(t)e ich oft bei meinen Versuchen. Ich bin dann immer dankbar für die Marken, die ich bei anderen Gelegenheiten mit meinem begrenzten Budget erwerben konnte.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.12.2022 12:48:37 Gelesen: 16689# 981 @  
Die rumänische Postverwaltung gab zu verschiedenen Zeiten schöne Geschenkbücher heraus. Ich habe kein Verzeichnis und kann auch über die Seltenheit von solchen Spezial-Anfertigungen recht wenig sagen.

Neu wurde mir folgendes Heft vorgelegt (siehe Bild):



Es umfasst sechs Seiten mit

11 Marken König Michael (1.4.1942): Mi. 652+655+657+660, 667+671+673+675+676+677+679
Gedenkblock 1942 (Mi. Block 19)
Ausgabe Kriegsgefangenenhilfe: Mi. 743A-745A
1. Jahrestag der Eingliederung Transnistrien: Mi. 752-754
1. Jahrestag der Wieder-Eingliederung von Bessarabien: Mi. 749-751
1. Jahrestag der Wieder-Eingliederung der Bukowina: Mi. 746-748

Ausser der Michel Nr. 755, die erst am 30.12.1942 herausgegeben wurde, umfasst das Geschenkheft also offensichtlich die gesamte Briefmarkenausgaben 1942.

Weiss jemand, wie solche Geschenkhefte gehandelt werden? Als Einzelmarken haben die oben genannten 23 Marken und der Gedenkblock einen Katalogwert von Euro 64.80 (Michel 2021).

Heinz
 
10Parale Am: 10.12.2022 15:56:21 Gelesen: 15451# 982 @  
@ Heinz 7 [#981]

Leider kann ich dazu keine Aussagen machen, wie diese Geschenkhefte gehandelt werden.

Hier ein portogerecht freigemachter Brief von Bukarest nach London, Queen Victoria Street. Rückseitiger Ankunftsstempel vom 19. Mai 1890, nach 3 Tagen Zustellungszeit.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 18.12.2022 20:15:31 Gelesen: 14031# 983 @  
@ 10Parale [#982]

Interessanter Beleg aus Jassi, gelaufen am 10. August 1938 nach BRNO (Tschechoslowakei) mit einer Satzfrankatur "Neue Verfassung" Michel Nr. 549 - 551, die meiner Meinung nach mit 19 Lei Gesamtfrankatur um 1 Lei unterfrankiert war. (lt. Marinescu kostete ein Einschreiben von Rumänien nach Tschechien in der 1. Gewichtsstufe - 20 gramm = 20 Lei.)

Der Brief kam wohl nicht beim Empfänger an. Eine gute Bekannte aus Tschechien hat mir gerade die Bleistiftnotiz auf der Rückseite (in tschechischer Sprache) übersetzt. Vielen Dank!!! "ADRESAT NEBYL ZASTIZEN, was soviel heißt wie "Empfänger nicht zu erreichen". Die letzten beiden Wörter konnte sie leider nicht übersetzen(vielleicht zurück an Empfänger, meine Spekulation, da es sich um ein Einschreiben handelte).

Liebe Grüße und schöner Abend wünscht

10Parale


 
Briefuhu Am: 19.12.2022 18:00:51 Gelesen: 13981# 984 @  
Ansichtskarte von Constanta (Konstanza) vom 08.09.1927 von Constanta nach Wien, frankiert mit 5 Lei und einer Zwangszuschlagsmarke 25 Bani.



Schönen Gruß
Sepp
 
10Parale Am: 19.12.2022 22:05:32 Gelesen: 13957# 985 @  
@ Briefuhu [#984]

Vielleicht kann mir jemand sagen, wo ich bei MARINESCU Hinweise dieser Zwangszuschlagsmarken finde. Das Porto von 10 Lei scheint mir schon zu viel. Da muss ich mich erst mal einarbeiten. Eine schöne Ansicht der Hafenmauer und des Leuchtturmes.

Constanta ist eine wunderschöne Stadt. Ich war vor mehreren Jahren dort, kletterte mit meinem Vater auf einen alten Moscheeturm mit herrlicher Aussicht über Stadt und Meer. Greichen (Gründer), Römer und Osmanen herrschten lange über diese Stadt, die auch zeitweise zum Fürstentum Walachei gehörte.

Ich zeige hier eine farbige Ansicht vom "Stadtbad" direkt am Meer. Diese "Salutari din..."....von Constanta sind nicht so oft zu finden. Die Ansichtskarte wurde wohl am 2. November 1904 nach England auf den Weg gebracht.

Liebe Grüße

10Parale


 
Briefuhu Am: 20.12.2022 06:44:05 Gelesen: 13929# 986 @  
Guten Morgen Stephan,

wo Du bei MARINESCU Hinweise für die Zwangszuschlagsmarke findest kann ich nicht sagen, ich fand sie bei StampWorld.com. Frankiert war die Karte mit 5 Lei.

Schönen Gruß
Sepp
 
Heinz 7 Am: 31.12.2022 13:58:44 Gelesen: 8216# 987 @  
Es fehlte mir in den letzten Monaten die Zeit, regelmässig neue Beiträge zu unserem schönen Thema einzustellen. Doch zum Jahresende will ich mich noch einmal "melden".

1880 wurde der hier abgebildete Brief von Slatina nach Ljubljana (damals Österreich, heute Slowenien) gesandt. Frankiert wurde er mit Marken der 9. Ausgabe (Fürst Karl I. im Perlenkreis).



Es wurde eine Marke zu 5 Bani und zwei Werte zu 10 Bani benötigt (Michel Nr. 50+51). Gestempelt wurde der Brief am 17. Januar 1880, rückseitig finden wir die Stempel "WIEN; 19 JAN 80" und "LAIBACH / LJUBLJANA"

Bemerkenswert ist auch das schöne Wachssiegel, mit dem der Brief geschlossen wurde.



Wir können fast jeden Buchstaben des Siegelabdruckes eindeutig lesen:

"INDUSTRIA de LEMNE de CONSTRUCTIA in SLATINA ROMANIA"
 
buzones Am: 01.01.2023 15:11:07 Gelesen: 8185# 988 @  
@ Briefuhu [#986]

Prosit Neujahr!

Noch kann ich anscheinend hier schreiben, also schnell noch die Info bzgl. der Zwangszuschläge: Im Tarifverzeichnis von Marinescu, Vol. 1 (Inland) findest du die entsprechenden Vorschriften und Tarife ab Seite 113 im Kapitel 6.1.3 Taxele nepoştale interne.

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
Briefuhu Am: 01.01.2023 15:47:03 Gelesen: 8174# 989 @  
@ buzones [#988]

Hallo Ralf,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Wünsche Dir ein gutes gesundes neues Jahr.

Sepp
 
Heinz 7 Am: 06.01.2023 21:44:56 Gelesen: 6046# 990 @  
@ Heinz 7 [#981]

Philatelie muss nicht immer anspruchsvoll sein!

Manchmal freuen uns (mich!) auch ganz einfache, schöne Motive, wie heute, als ich einen Satz "Rumänien 1969, Michel Nr. 2771-2778, Schmetterlinge" zugesandt erhielt!



Vielen Dank für den schönen Satz! Den Zackensaumbläuling kannte ich noch nicht (Höchstwert 2.40 Lei). Er hatte eine Auflage von 300'000 Stück.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.01.2023 00:28:25 Gelesen: 404# 991 @  
@ Heinz 7 [#862]

Die Marke ist keine rumänische, sondern eine österreichische, genauer: eine Marke der Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft (D.D.S.G.), Michel Nr. 2: 10 Kreuzer lila von 1866. Sie trägt auch keinen rumänischen Stempel, sondern einen österreichischen, genauer: einen Stempel der D.D.S.G. "AGENTIE GIURGEVO, SALDIRT, DATUM", fig. 795 nach Tchilinghirian/Stephen (1966: "Austrian Post Offices abroad"). Dennoch gehört das (wirklich schöne!) Stück natürlich zum Sammelgebiet Rumänien, da der Brief, auf dem diese Marke einst klebte, in Giurgevo der D.D.S.G. zum Transport übergeben wurde.

.

Blistyar schrieb 2011 zu Giurgevo: "Bedeutender Donauhafen, ca. 60 km südlich von Bukarest gelegen. Mitte des XIX. Jh. das wichtigste Eingangstor zur Walachei für Reisende und Waren aus Österreich (...)" (siehe: "Die österreichische Post in den Donaufürstentümern und der Dobrudscha im XIX. JH.").

Es ist natürlich bedauerlich, dass nicht der ganze Brief erhalten blieb, sondern nur die Marke mit dem Stempel auf kleinem Fragment, aber ich freue mich trotzdem über das schöne Stück.

Heinz
 
10Parale Am: 26.01.2023 19:50:38 Gelesen: 104# 992 @  
@ Heinz 7 [#991]

Ein sehr seltener Stempel aus GIURGEVO. Ich lese gerade (parallel) ein Buch über Siebenbürgen in der Zeit der Türkenkriege und immer wieder taucht diese Stadt an der Donau als ein strategisch wichtiger Punkt auf.

Die alten bunten Ansichtskarten mit dem Slogan "SALUTARI DIN ROMANIA" haben es mir sehr angetan. Mittlerweile sind diese Ansichten auch nicht mehr so günstig zu haben wie ehedem. Mir scheint, alles, was ich zu sammeln beginne, wird plötzlich teuer, weil sich alle darauf stürzen. Bestimmt bilde ich mir das nur ein. Aber auch das Sammelgebiet D.D.S.G. hab ich mal angefangen, nur um festzustellen, dass es auch da "Traumpreise" gibt, die ein Sterblicher sich nicht leisten kann. Umso mehr hat es mich dann gefreut, in 2022 in Ulm einem kleinen Vortrag von Dr. Gmach mit anzuhören und seine wunderbare, wertvolle Sammlungsausstellung über die D.D.S.G. hat mich total fasziniert.

Ich bin froh, dass es nicht ganz so weit ist von meinem Zuhause an das Quell- und Ursprungsgebiete der Donau, die als ewig dahingleitender Fluss die abwechslungsreiche Geschichte Europas so geprägt hat. Es gibt nichts schöneres, als an einem Frühlingstag an der jungen Donau zu sitzen und sich im Geiste auszumalen, welche Windungen sie noch bis zur vielarmigen Mündung im Schwarzen Meer gehen muss.

Hier also eine alte Ansicht, ein folklorisches Gemälde einer rumänischen Bauernfamilie. Gelaufen im August 1899 von Bukarest nach Interlaken in der Schweiz, Empfänger war eine Buchdruckerei.

Ich habe von dieser Ansicht nun schon 2 Karten und der Preis, den ich dafür zahlen musste, hat sich mittlerweile auch verdoppelt.

Liebe Grüße

10Parale


 

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