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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 702 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 01.11.2018 06:32:19 Gelesen: 10786# 678 @  
@ Heinz 7 [#677]

Hallo Heinz,

entweder es weiß hier die liebe Lulu, oder du mailst mir kurz und ich gebe dir die Mail - Adresse eines großen Spezialisten des 1870/71er Krieges weiter, der dir sicher gern und schnell helfen wird.

Was für eine Granate!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 01.11.2018 16:47:39 Gelesen: 10693# 679 @  
@ bayern klassisch [#678]

Danke, lieber Ralph,

da ich das Stück leider nicht selber besitze, muss ich es auch nicht beschreiben. Es ist mir also nicht ganz so wichtig, im Moment, wo der ballon niederging.

Ich vermute aber einmal, dass in dem folgenden Buch die Angaben zu finden sind:

Auszug aus Angebot bei "Philabooks" Burkhard Schneider:



"Lhéritier, Les Ballons Montés, Boules de Moulins Pigeongrammbirkenes Papillons de Metz, 1990, Handbuch der Ballonflüge während der Belagerung von Pair und Metz während dem Deutsch-Französischen-Krieg von 1870-71, 251 S., mit farbigen Abb. & Bewertungen, Kunstleder."

Das Buch ist nicht in meiner "Kern-Bibliothek", aber in einer mir zugänglichen philatelistischen Bibliothek ist das Buch enthalten. Bei Gelegenheit werde ich einmal nachsehen. Vorerst bin ich aber gespannt, ob "die liebe Lulu" oder sonst jemand die Antwort kennt!

Herzliche Grüsse

Heinz
 
bayern klassisch Am: 01.11.2018 16:53:11 Gelesen: 10690# 680 @  
@ Heinz 7 [#679]

Lieber Heinz,

klasse - das hilft schon weiter.

By the way: Lulu ist ein Spitzenphilatelistin, die weiß unheimlich viel.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
saintex Am: 02.11.2018 00:03:19 Gelesen: 10630# 681 @  
@ Heinz 7 [#679]

Ich weiss zwar nicht so viel wie die liebe Lulu dafür habe ich aber das Handbuch von Gérard Lhéritier in meiner Bibliothek und kann Euch daher sagen, dass der Ballon Le Général Renault am 11.12.1870 gegen 5:30 Uhr nach einer Fahrtzeit von 3 Stunden 15 Minuten und einer Fahrtstrecke von 143 km in einem Wald in der Nähe der Ortschaft Baillolet 7 Kilometer nord-nordwestlich von Neufchatel-en-Bray im Departement Seine-Inférieure landete. Obwohl der Landeort in dem von den Preussen besetzten Gebiet lag, gelang es den Ballonfahrern, die beiden beförderten Postsäcke bei den Postämtern in Fourcamont und Abbeville abzuliefern.

Wolfgang
 
Koban Am: 02.11.2018 02:36:00 Gelesen: 10602# 682 @  
@ Heinz 7 [#677]

Die Destination Rumänien (80 Centimes/Landweg) wird im Spink/Maury (2016) für "normale" Ballonbriefe allgemein mit 35.000 Euro bewertet. Gleiche Bewertungen z.Bsp. für die Ziele Syrien, Mauritius oder Peru. Ein mit dem Ballon Le "Général Renault beförderter Brief(innerh. Frankreichs) wird sonst mit 500 Euro bewertet, "Le Soir" N° 9 mit immerhin 5.500 Euro.

Gruß,
Koban
 
Heinz 7 Am: 04.11.2018 12:14:46 Gelesen: 9098# 683 @  
@ saintex [#681]
@ Koban [#682]

Wunderbar!

Ich staune immer wieder, wie viele Details die Philatelisten wissen! Man muss sich das einmal vor Augen führen: Wir wissen dank dem Forschen der Pioniere, wie lange ein Ballon vor 148 Jahren in der Luft war - unglaublich!

Hunderte, Tausende von Autoren haben - oft nach wissenschaftlichen Grundsätzen - ihre Erkenntnisse dokumentiert - die Philatelie darf für sich in Anspruch nehmen, sehr viel Wissen geschaffen/erschlossen/konserviert zu haben!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.11.2018 22:24:03 Gelesen: 7760# 684 @  
@ 10Parale [#676]

Rumänien verausgabte Zwangzuschlagsmarken. Zu den Ajutor-Ausgaben schreibt Michel:

Die Ajutormarken stellen eine Kriegssteuer dar. Alle Briefe (ausser den Ortsbriefen) mussten mit einer TIMBRU-DE-AJUTOR-Marke zu 5 Bani neben der vorschriftsgemässen Frankierung versehen sein. (...)

1916, also während dem 1. Weltkrieg, wurde die anbei gezeigte Marke herausgegeben. Das Motiv zeigt die Königin am Webstuhl.



Das war zu dieser Zeit ein Motiv unter vielen, als die Königin als Wohltäterin oder fleissige, vorbildliche Frau gezeigt wurde (siehe auch Wohlfahrts-Marken von 1906).

Die erste Marke "Königin am Webstuhl" zu 5 Bani Marke ist schwarz (Nr. 3). Doch 1918 gab es eine Farbänderung (Nr. 7) zu grün.

Heinz
 
bignell Am: 08.11.2018 23:05:21 Gelesen: 7748# 685 @  
@ Heinz 7 [#684]

Hallo Heinz,

die schwarze kann ich zeigen:



19.6.1917 von Tecuci über Ilfov, Bukarest ans Rote Kreuz in Genf, kyrillischer Zensurstempel

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 08.11.2018 23:05:50 Gelesen: 7747# 686 @  
@ Heinz 7 [#684]

Die anbei gezeigte Marke mit Karl mit Aufdruck TIMBRU DE AJUTOR suchen wir im Katalog Michel vergeblich. Der CMPR '74 Katalog aber listet diese Marke als TA 10.



Im Michel lesen wir:

Die höheren Werte sind rein fiskalische Marken und kommen nur mit Gefälligkeitsstempel vor. Gemeint sind Marken mit einer Nominale von über 10 Bani.

Der hier gezeigte Wert hat eine Nominale von ganzen 5 Lei und wurde 1915 herausgegeben, mit einer eigenen Zeichnung und im Grossformat.

Die in Beitrag [#684] gezeigte Zwangszuschlagmarke 5 Bani grün hat im CMPR'74 übrigens die Nummer TA. 25. Beide Marken sind tief bewertet.

Gute Nacht!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.11.2018 20:01:40 Gelesen: 5366# 687 @  
Liebe Leser,

es kann sehr informativ sein, einmal die Auktionen wieder durchzusehen, die vor ein paar Jahren stattfanden.

Aus gegebenem Anlass habe ich mir die Auktion Harmers London, 25.7.2006, wieder vorgeknöpft: sale 4756: "The "Roberto Sciaky" collection of Rumania". Auch meine eigenen Gebote habe ich nochmals studiert und geprüft, wie ich heute wohl entscheiden würde.

Soviel vorweg: 2006 habe ich viele Gebote auf dieses Angebot abgegeben. Die Sammlung umfasste 192 Lose, von denen mich einige interessierten. Ich habe rund zwei Dutzend Gebote abgegeben und war dann etwas frustriert, dass ich nur ein Los zugeschlagen erhielt.

Auf folgendes Los habe ich auch ein Gebot abgegeben:

Los 674, 50 Bani-Marke, Michel Nr. 31 auf Brief von Bukarest nach Genua. Der Ausruf lag bei nur GB£ 1'000. + GBP galt damals = CHF 2.304 oder Euro 1.461 (Info gemäss Ergebnisliste).

Die Marke ist auf Brief unglaublich selten!



Nun - ich mach es kurz: Als ich die Ergebnisliste betrachtete wunderte ich mich, dass Los 674 als unverkauft gemeldet wurde (obwohl ja mein Gebot vorlag). Die Erklärung folgte später, als ich bei Harmers anfragte:

Der Brief ist verfälscht! Der Stempel wurde als falsch erkannt und das Auktionshaus nahm das Los zurück. - Die Atteste von 1973 und 1987 hatten sich nicht zu dem Stempel geäussert! Man muss also darauf achten, dass der Prüfer, der ein Attest ausstellt, alle Aspekte beurteilen kann, nicht nur die Marke, sondern auch die Stempel/die postalische Verwendung!

Heinz
 
10Parale Am: 22.11.2018 18:56:08 Gelesen: 4267# 688 @  
@ Heinz 7 [#687]

"Der Stempel wurde als falsch erkannt und das Auktionshaus nahm das Los zurück."

Bei dem Stempel handelt es sich wohl um den Stempel H (stampile mica cu ornament "Stea", also mit Sternen-Ornament). Davon gibt es 2 verschiedene Stempel (Kiriac Dragomir fig. 488 oder 489 je nach Durchmesser). Als Verwendungszeit ist der Zeitraum zwischen dem 13. Februar 1870 und dem 2. März 1883 (Craiova) genannt.

Auf den ersten Blick kann ich nun wahrlich nichts Falsches an dem Stempel deuten. Ich lese als Datum dem 11. MAR. oder 11. MAI 1872.

Auch der P.D. Stempel im Rahmen (C5) für den internationalen Postverkehr gedacht dürfte auf dem Brief nach Genua nicht fehl am Platze sein.

Interessant, dass 2 Atteste nun einer neuen Prüfung des Stempels nicht Stand halten konnten. Gerne würde ich erfahren, welcher Grund für die Falschheit des Stempels angegeben wird.

Ich zeige in Anlehnung an Beitrag [#671] heute eine Michel Nr. 10 II, also Plattenbuchdruck, auf bläulichem Papier. Auch hier hilft nur der geübte Blick. Was mich wundert, ist, dass der Michel online Katalog hierzu keine Preisangaben macht. Diese Marke ist heutzutage schon in gutem Zustand für um die 30,-- Euro zu haben.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.11.2018 22:08:39 Gelesen: 3413# 689 @  
Heute war einmal mehr eine Auktion, an der es hektisch zuging. Bei Corinphila in Zürich wurden 127 Lose angeboten zum Thema Rumänien (Lose 1237-1363) und 125 Lose wurden verkauft. Nur zwei kleine Lose blieben unverkauft.

15 Lose wurden zum Ausruf verkauft und weitere 34 Lose stiegen auf 107 bis 200 % des Ausrufpreises.

Ja, und was ist mit dem Rest?

Ja, richtig: 76 Lose wurden zugeschlagen über 200% des Startpreises; also 60 % der Lose! Dreifacher, fünffacher, ja zehnfacher Preis kamen vor, nicht einmal, sondern mehrfach.

Einige Lose waren sicherlich sehr tief geschätzt worden. Aber Schnäppchenjäger hatten es sehr schwer. Nur sehr wenige Lose gingen wirklich günstig weg.

Den "Vogel abgeschossen" hat Los 1293.



Dreimal 80 Parale auf kleinem Fragment, mit dem sehr schönen, raren Stempel "FRANCO KAHUL". Dieses Los war mit CHF 250 natürlich viel zu tief geschätzt. Der Zuschagpreis von CHF 9'500 ist dann aber extrem, das 38-fache des Schätzpreises.

Mich haben 12 Lose besonders interessiert. Sie wurden mir aber alle zu teuer. Mir zeigen solche Resultate aber, dass ich nicht so falsch liegen kann.

Heinz
 
10Parale Am: 27.11.2018 22:18:40 Gelesen: 3411# 690 @  
@ Rumänien-Sammler[#688]

Da ging ich heute guten Mutes nach Zürich, um meine Sammlung um ein Stück zu bereichern.

Als das gute Los an die Reihe kam, hob ich beim Ausruf von 600 Schweizer Franken mal die Bieternummer. Bei 750,-- Schweizer Franken stieg ich aus. Was dann kam, raubte mir der Atem.

Irgendwann blieb der Ausruf bei einem Ergebnis von über 6.000 Schweizer Franken stehen. Gut, dass ich die Bieternummer rechtzeitig abgesetzt habe, sonst wäre ich jetzt pleite oder müsste eine Bank anpumpen.

Humor bei Seite: Es handelte sich um eine Briefvorderseite, geschrieben an einen Minister, freigemacht mit einer 30 Parale, abgeschlagen in Husch mit einem M3 Haupt- und einem M1 Nebenstempel von Husch. (M3 siehe Abbildung). Diese Stempel sind extrem selten.

Was da sonst noch an Losen aus den (Vereinigten) Fürstentümern für sündhaft teure Preise über die Tresen gingen, mag berichten, wer will.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.11.2018 14:24:05 Gelesen: 3273# 691 @  
@ 10Parale [#690]

Als Auktionsteilnehmer mit engem Budget braucht man eine grosse Frust-Toleranz, um nicht zu verzagen, wenn all die begehrten Stücke einfach immer teurer werden. Ich kenne das zur Genüge. Zu meinem eigenen Vorteil habe ich ein breites Interessengebiet, sodass für mich oft "trotzdem" etwas abfällt, auch wenn die eigentlichen Ziele oft verfehlt werden. Aber: Kommt Zeit, kommt Rat. Manche Stücke, die mir zu teuer wurden (an einer Auktion) konnte ich drei Jahre später doch noch kaufen, zu MEINEM Preis. Vielleicht dauert darum das Sammeln für Viele auch so lange, weil man eben nur in kleinen Schritten vorwärtskommt.

@ Heinz 7 [#689]

Ich möchte nicht, dass meine Leser verzagen ob der vielen Erfolgsmeldungen (und sehr hohen Preisen). Auch gestern waren in Zürich ein paar sehr schöne Stücke zu kaufen, zu sehr günstigen Preisen. Beispiel gefällig?



Katalognummer : 50b+56

1879: 5 b. bottle green used with 1880 25 b. blue on 1885 double rate cover to Craiova tied by FILIAS cds in black (April 18). Reverse with Craiova arrival of same day. An unusual mixed issue franking. Signed Heimbüchler.

Los 1320: Ausruf nur CHF 100 (für eine Misch-Frankatur!); Zuschlag.... CHF 100 !! - Kommentar: da haben ein paar Auktionsteilnehmer wohl geschlafen (oder sich die Wunden geleckt von den vorherigen Bieter-Schlachten). Der Käufer dürfte sehr "happy" sein.

Heinz
 
10Parale Am: 28.11.2018 20:12:42 Gelesen: 3208# 692 @  
@ Heinz 7 [#691]

Da zeigst du eine wunderschöne Mischfrankatur mit einem meiner Meinung nach sehr raren Stempel von FILIAS. Leider musste ich kurz vor Ausruf dieses Loses auf den Zug.

Ich möchte der verehrten Sammler- und Leserschaft den Brief, den ich gestern beschrieben habe und der mit einem Endergebnis von über 6.000 Franken beboten wurde, hier einmal zeigen.

"1862: Handstruck 30 pa, deep blue, used example on front of cover to the Finance Minister, Ludwig Steege in Bucharest, just touched at one corner but cancelled by rare framed FRANCO / HUSCHII handstamp (Kiriac fig. 310) in blue-green with manuscript dated "HUSCH / MOLDOVA" datestemap (30/10) below. ... Certificate Heimbüchler"

Ich konnte die Briefvorderseite 2 Stunden vor Auktionsbeginn noch einmal persönlich betrachten. Insofern hat sich also mein Besuch in Zürich schon gelohnt. Auch konnte ich den Vorsitzenden der ARGE Rumänien, Herrn Fritz Heimbüchler und seine Ehegattin begrüßen.

Ich habe ja auch solch einen Brief mit einer 30-Parale Marke, der immerhin auf der Rückseite einen M1 Stempel von Husch hat als Ankunftsstempel. Nach dieser spannenden Auktion in Zürich ist mir dieser kleine Brief nun sehr ans Herz gewachsen und ich zeige die wohl weniger spannende aber seltene Rückseite.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.11.2018 20:57:58 Gelesen: 2930# 693 @  
Eines der Highlights bei der Auktion in Zürich war der Verkauf dieses Einschreibens von Husch nach Jassy. Dieser Brief wurde mit insgesamt 10 Marken der 6 Parale freigemacht und ist wohl die grösste bekannte Einheit.

Fritz Heimbüchler stellt ihn in Band II (Fürstentum Walachei: Seite 126) ins Rampenlicht der Geschichtsschreibung (portogerechte Frankatur "forte grabnik" - deutsch: sehr dringend - siehe Schrift oben rechts)

Der Brief gehörte einst großen Sammlern wie Maurice Burrus und Edouard Cohen.

Wie man heute u.a. bei philasearch nachlesen kann, wurde der Brief für 38.000 Schweizer Franken zugeschlagen.

Heute habe ich das meinen Kollegen bei der Arbeit erzählt, die konnten das kaum glauben, dass ein Brief aus Rumänien so viel wert ist. Einer sagte, ich hätte doch eine rumänische Ehefrau, die könne bestimmt noch ein paar solcher Briefe in Rumänien auftreiben.

Es macht mir immer Spaß mit Nichtsammlern über Philatelie zu sprechen. Sie haben die gewisse Unschuld, die mir leider verloren gegangen ist. Manchmal bedauere ich soviel zu wissen. Das macht einem mürbe, aber vielleicht sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, das die Schatzsuche weitere Erfolge bringt. Denn was für einen Grund kann es denn geben, mit diesem schönen Hobby zu beginnen, als der, Schätze zu finden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.12.2018 15:10:36 Gelesen: 2267# 694 @  
Lieber Jacques,

ich führe die Ausführungen zu den Kriegssteuermarken "Timbru de Ajutor" hier weiter, weil das ja im Adventskalender eigentlich keinen breiteren Raum beanspruchen sollte.



Soviel vorweg: Meine Sammlung Rumänien endet eigentlich 1910, darum weiss ich über die Folgejahre (1. Weltkrieg und seine Folgen, Jahre 1918-heute) nur beschränkt Bescheid.

Der Artikel, den Du uns gezeigt hast zu diesen Marken, ist sehr interessant; danke, dass Du uns darauf aufmerksam machst. Ich erlaube mir, den Link hier nochmals zu posten.

Jacques: Beitrag Adventskalender:

"Zu diesen nicht ganz einfachen Ausgaben habe ich auch einen interessanten Artikel im Netz gefunden:

http://www.revenues.ro/pagini/help-stamp.php *

Die primitive Marke (in der Herstellung) mit der Königin zeige ich hier noch einmal. Du sagst, die Marke fehle im Michel. Im Zumstein (Bern/Schweiz) war sie aber enthalten! Letztmals im Katalog "Ost 1992". Da wurde sie mit der seltsamen Nummer 0247 III katalogisiert (1918. Kriegssteuermarke, Farbänderungen).

(Da die Nummer 248 schon vergeben war, gab es nach der Nummer 247 im Zumstein folgende Hilfsnummern: 0247 I - 0247 VII.).

Schöne Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.12.2018 18:41:11 Gelesen: 2217# 695 @  
@ 10Parale [#693]

Du zeigst uns ein Super-Stück der Rumänien-Philatelie. Solche Massen-Frankaturen sind extrem selten. Ein Unikat ist es aber nicht.

Vor wenigen Jahren (2007) wurde die "Cornelia"-Sammlung verkauft mit ebenfalls 10 x 6 Parale. Los 5054 erreichte ebenfalls einen ähnlichen Preis wie jetzt der oben gezeigte Brief. CHF 30'000 plus Zuschlag wurden damals fällig; der Preis ist meines Erachtens angemessen (nicht zu hoch, eher "günstig". Das Ergebnis November 2018 bestätigt diese Einschätzung).



Der Tirgovistea-Brief trägt zwei Fünferstreifen.

Du schreibst:

Manchmal bedauere ich soviel zu wissen. Das macht einem mürbe, aber vielleicht sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, das die Schatzsuche weitere Erfolge bringt

Ich denke Philatelie ist keine "exakte Wissenschaft" (bzw. nur teilweise/bei der Bestimmung der Marken/Postgeschichte/u.s.w., nicht aber bei der Preisfindung). Vieles, das man weiss, nutzt im konkreten Moment oft wenig (z.B. an einer Auktion), aber die Alternative (Nicht-zu-wissen) finde ich deutlich schlechter. Meine lange Erfahrung hilft mir, mit Misserfolgen besser umgehen zu können und Erfolge noch mehr geniessen zu können.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 03.12.2018 20:21:46 Gelesen: 1975# 696 @  
@ Heinz 7 [#695]

Lieber Heinz,

danke für deine ermutigenden Worte und deinen Zuspruch. Wie einmalig schön ist der Brief, den du uns zeigst. Besonders gefällt mir, dass jede einzelne der Marken der Mehrfachfrankatur mit einem Stempel abgeschlagen wurde. Ein philatelistisches Meisterwerk, zum Zeitpunkt der Verwendung dachte wohl keiner daran, was für eine Rarität dieses Stück einmal werden würde.

"Philatelie ist keine exakte Wissenschaft - nicht aber bei der Preisfindung" kommentierst du richtig und mit der ganzen Erfahrung deines Sammlerlebens. Wie wahr!

Wie schön ist es, dass diese alten Briefe so gut erhalten die Zeiten überleben, schließlich wohl auch uns Sammler, um dann in den Schatzkammern unserer Nachfahren weitere Turbulenzen der Weltgeschichte zu überdauern.

Oft hilft ja der Verkäufer durch die Möglichkeit eines Festpreises bei der Preisfindung mit. Solch einen Brief habe ich nun für ca. 175 Euro gekauft. Nach der großartigen Auktion bei Corinphila erachte ich dies mittlerweile schon als einen günstigen Preis.

Dennoch gibt mir der Brief auch Rätsel auf. Er wurde am 12. September 18 (62-64?) in TURNU MAGURELE mit einem blauen S62 - Stempel (fig. 357 K.Dragomir) abgeschlagen.

Der Postmeister war wohl ähnlich wie in Bakeu ein Liebhaber des Rahmenschnittes. Die 8-eckige Marke (10Ix) ist unauffällig schön, die Wappenfiguren und das Posthorm eher blass.

Der portogerecht frankierte Brief wurde nach Craiova einem Domnului (Herren) geschickt. Rückseitig findet sich ein Transit- oder Ankunftsstempel von Bukarest vom 14.9. Auf der linken Seite ein Stempel von CRAIOVA mit einem handschriftlichen Eintrag von 6/2. Ich kann mir den Postweg und die Datumsangabe leider nicht richtig erklären. Wo war der Brief zuerst, wo kam er an, was hatte er in Bukarest zu suchen?

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 03.12.2018 22:17:16 Gelesen: 1954# 697 @  
@ bignell [#658]

Der Weg des Briefes ist leider falsch beschrieben. Vielleicht schauen Sie den Beleg nochmals näher an.

Alles Gute,
nor 42
 
bignell Am: 03.12.2018 23:04:54 Gelesen: 1952# 698 @  
@ nor 42 [#697]

Hallo Nor,

ich kann den Fehler nicht erkennen ?!

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 04.12.2018 00:28:57 Gelesen: 1945# 699 @  
@ bignell [#685]

Lieber Harald,

das ist eine schöne Verwendung der 5 Bani-Marke schwarz.

Dein Brief ist offenbar von Tecuciu
über Iasi
nach Bukarest
und weiter nach Genf gelaufen.

Unglaublich die "Verweildauer" bei der Zensurstelle!

Tecuciu 19.6.1917
Iasi 2?.6.1917
Bukarest 30.10.1917

Ilfov ist kein Ort, sondern ein Kreis (Verwaltungseinheit). Ich kopiere aus Wikipedia:

Ilfov ist ein rumänischer Kreis (Județ) in der Region Walachei. Sein Sitz befindet sich in Buftea. (...)
Der Kreis Ilfov umringt die Hauptstadt Bukarest.


Der Brief ist also zuerst rund 150 Kilometer nach Norden gereist (nach Iasi), um darauf wieder nach Südsüdwesten (Bukarest) geschickt zu werden (Entfernung Luftlinie ca. 320 Kilometer). Wenn jemand mitten im Krieg dem Präsidenten des Roten Kreuzes im Ausland schreibt, ist klar, dass die staatlichen Autoritäten wissen wollen, was in dem Brief steht. Vielleicht war der Briefinhalt nicht unproblematisch, denn eine Zensurdauer von 4 Monaten scheint mir doch sehr ungewöhnlich.

Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 04.12.2018 18:56:25 Gelesen: 1912# 700 @  
@ Heinz 7 [#699]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die Richtigstellung, wieder etwas gelernt, bin kein Rumänienspezialist. Beim Iasi-Stempel war ich mir auch nicht sicher, da er nicht sehr gut abgeschlagen ist.

Was mir bei dem Brief so gefällt sind die verschiedenen Stempelformen, auf der einen Seite Tecuciu mit Rumänien-Stempelform, dann Bukarest mit ungarischer Stempelform, und ein Kastenstempel mit kyrillischen Buchstaben.

Lg, harald
 
nor 42 Am: 04.12.2018 21:53:29 Gelesen: 1897# 701 @  
@ Heinz #699
@ Bignell #700

Postgeschichte ist kein leichtes Metier und so auch nicht bei diesem Brief. Oktober 1917 gab es keine Postverbindung zwischen der unbesetzten Moldau (Iasi) und Bukarest, auch wurden in dem von Deutschen und Verbündeten besetzten Bukarest keine rumänische Zensurstempel und auch keine rumänische Zensurstreifen verwendet. Das sind Utensilien die man beim Rückzug mitgenommen hat und dann in der Moldau weiter verwendete. Von Iasi lief der Brief auch nicht südwärts nach Bukarest, sondern nordwärts nach Russland bzw. St. Petersburg. Dort wurde der violetter kyrillischer Stempel sowie die violette Nummer des Zensurbeamten aufgeschlagen. Von dort ging der Brief dann weiter nach Genf, wie viele andere Briefe auch. Vier Monate zwischen Postaufgabe und Zensur, manchmal auch noch länger, kommen öfters vor. In der Moldau wurden 1917-18 mehrere Zensurstempel benützt die ursprünglich den südlichen Zensurstellen zugeteilt waren.

nor 42
 
Heinz 7 Am: 04.12.2018 23:20:09 Gelesen: 1886# 702 @  
@ bignell [#700]
@ nor 42 [#701]

"Schuster, bleib bei Deinen Leisten" - dieser Rat ist mir eingefallen, als ich den Kommentar von Nor las. - Meine Kern-Sammlung Rumänien endet 1910, also sollte ich mich vielleicht besser NICHT zu Postgeschichte äussern zur Zeit des 2. Weltkrieges? - Mag schon sein.

Da ich "Nor" persönlich kenne, und er mich mit seinem grossen Wissen beeindruckt, nehme ich an, seine Erläuterungen seien alle korrekt.

Dass aber ein Brief, der eindeutig den Stempel "Bukarest" trägt, nie in Bukarest gewesen sein soll, ist sicherlich aussergewöhnlich. Dass Zensurmaterial (Klebebänder und Zensurstempel) an einem anderen als den vorgesehenen Ort verwendet wurden (Moldau statt Ilfov/Bukarest/Walachei), ist sicherlich eine Ausnahme, die aber - kriegsbedingt - vereinzelt natürlich vorkommen kann.

Wenn die Zensur in der Moldau, z.B. in Iasi, stattgefunden hat, dann frage ich mich, warum nicht ein Stempel von Iasi abgeschlagen wurde, sondern ein ortsfalscher (Bukarest)? -

Das ist eine kuriose Geschichte! Wir sehen, dass es oftmals anders lief, als man nach dem Anschein annehmen darf. Nur spezialisierte Postgeschichtler wissen genau Bescheid. Sie mögen es den anderen nachsehen, wenn sie das Spezialwissen nicht haben und nur das lesen, was sie sahen.

Heinz
 

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