Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 1199 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 8 18 28 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47   48  oder alle Beiträge zeigen
 
fetz55 Am: 26.03.2026 23:31:39 Gelesen: 66427# 1175 @  
@ 10Parale [#1174]

Danke für Deine Informationen/Hilfe. Ich habe nochmal die zwei (auf den ersten Blick) optisch ähnlichen 15 Bani-Marken im Bild. Ich hoffe die höhere Auflösung ist erkennbar. Ich fasse mal meine (anfängerhaften) Erkenntnisse zusammen. Einsprüche, Ergänzungen usw. willkommen.

A) Bei der linken (schwarz gedruckten) wird es sich um die von 1890 bis 1905 aufgelegte Mi 115 (mit WZ) oder Mi 135 (ohne WZ) handeln. Das Perfin F.Z.M. ist der Zuckerfabrik: Fa de Zahar Marasess Sugar works Bucharesti zuzuordnen. Das Papier ist relativ dünn. Die Marke hat Zähnung.

B) Bei der rechten Marke (rotbraun, rot-erdig) wird es sich wahrscheinlich um die von 1880/85 bis 1889 aufgelegte Mi 55 handeln. Das Papier ist etwas dicker/fester als bei Marke A). Die Marke hat keine richtige Zähnung (wofür keine Referenz gefunden wurde, sollte aber "in der Zeit" eine mögliche bzw. übliche Art gewesen sein; evtl. (teilweise) Durchstich-Variante) Zug-Stempel Bahnhof Piatra



Für B) wird die in Betracht gezogene Mi 104 als unwahrscheinlicher angesehen.

Erkenntnisse/Anmerkungen (aus meiner Anfänger-Recherche):

Auch wenn ich nur ca. 25 alte rumänische Marken habe, ist wahrscheinlich ein eigener Katalog sinnvoll, um selbst recherchieren zu können (Man kann ja nicht wegen jeder Marke das Forum bemühen). Im Internet (Auktionshäuser, Händler, Verkaufsplattformen usw) werden mit Bezug auf eine Katalognummer oft unterschiedliche Marken gezeigt. Da die "KI" keine "Künstliche Intelligenz" ist, sondern nur bessere Suchmaschine, werden diese Fehler/Unstimmigkeiten Ieider übernommen, sind also eine kleine Hilfe aber schaffen keine wirkliche, endgültige Klarheit.

Eine Aufgabe/Frage behalte ich im Hinterkopf: Wie kann die Im Beitrag [#288] mit Mi104 bezeichnete Marke (erschienen 1893) einen Stempel von 1889 haben. Bei der Recherche habe ich dies auch bei einer anderen Mi104 (unter jf-stamps.dk sind einige zu sehen) auch gesehen. Sind es keine Mi 104 oder war vor 1900 das Datum-System in Rumänien anders aufgebaut(?)(oder habe ich einen Anfänger-Denkfehler?)

Vielen Dank und liebe Grüße Frank (fetz)
 
10Parale Am: 27.03.2026 19:34:34 Gelesen: 66139# 1176 @  
@ fetz55 [#1175]

in [#1174] habe ich mich getäuscht. Deine Marke zu 15 BANI ist nicht die Michel Nr. 55 (POSTA ROMANIA über dem Kopfbild), sondern es kann nur die Michel Nr. 104 sein. Die Marke ist wegen ihrer geringen Farbabweichung und der Durchstich-Variante meines Erachtens interessant, natürlich auch wegen dem Zug-Stempel. Vielleicht kann sich ein weiterer Spezialist dazu äußern.

Die linke Marke sollte mit dem Wasserzeichenleser und mit dem Zähnungsmessgerät genauer untersucht werden. Dass du die Lochung einer Firma zuordnen kannst, finde ich fantastisch. Unter Umständen (es gibt bei diesen Marken eine Einpressung des großen Wappens von Rumänien über den Bereich von 25 Marken - Michel Nr. 121) ist es die seltenere Michel Nr. 115. Du siehst also beim Betrachten der Rückseite der Marke nur ein Detail von 25 möglichen. Ich habe dir das mal eingescannt, wie das aussieht.


 
Martin de Matin Am: 27.03.2026 21:48:17 Gelesen: 66088# 1177 @  
@ fetz55 [#1175]

"Eine Aufgabe/Frage behalte ich im Hinterkopf: Wie kann die im Beitrag [#288] mit Mi104 bezeichnete Marke (erschienen 1893) einen Stempel von 1889 haben. Bei der Recherche habe ich dies auch bei einer anderen Mi 104 (unter jf-stamps.dk sind einige zu sehen) auch gesehen. Sind es keine Mi 104 oder war vor 1900 das Datum-System in Rumänien anders aufgebaut(?)(oder habe ich einen Anfänger-Denkfehler?)"[#288]

Ich bin zwar kein Rumänienspezialist, aber ich gehe davon aus, das die Marke aus Beitrag [#288] nicht 1889 gestempelt wurde sondern 1894. Bei ungarischen Marken aus dieser Zeit wurde bei der vierstelligen Jahreszahl auch die erste Zahl weggelassen; z.B. für das Jahr 1905 ist nur 905 zu sehen. Bei einer grösseren Anzahl meiner rumänischen Marken aus dieser Zeit ist bei diesem Stempeltyp auch nur ein dreistellige Jahreszahl zu finden.

Bei meinen rund zwanzig Exemplaren der MiNr.104 schwanken die Farbtöne von rot bis ins mattbräunlichrot. Bei Briefmarken darf man nicht vergessen, das die Farbe durch äussere Umstände (Sonnenlicht, chemische Substanzen) verändert hat. Ich gehe davon aus, das die rechte Marke (rotbraun, rot-erdig) nur einfach schlecht gezähnt wurde (die Zähnungsstifte haben bei diesem Bogen das Papier nicht überall vollständig durchdrungen).

"Auch wenn ich nur ca. 25 alte rumänische Marken habe, ist wahrscheinlich ein eigener Katalog sinnvoll, um selbst recherchieren zu können (Man kann ja nicht wegen jeder Marke das Forum bemühen)."

Warum sollte man nicht danach der Bestimmung von Marken fragen? Solange man nicht alle auf einmal zeigt ist es doch kein Problem; dies führt dazu das vielleicht andere Sammler auch ihre Marken aus diesem Gebiet betrachten und Interesse an diesem Gebiet finden.

Gruss
Martin
 
fetz55 Am: 28.03.2026 09:36:04 Gelesen: 65845# 1178 @  
@ 10Parale [#1176]
@ Martin de Matin [#1177]

Vielen vielen Dank für Eure Rückinformationen und diesen Austausch. Also die Mi104 ist damit, soweit nachvollziehbar und (ich denke) geklärt. Ich gehe schon davon aus, dass die Erklärung bzgl. dem Datum von Dir Martin in die richtige Richtung geht, zumindest ist sie nachvollziehbar und auch konnte ich noch keine gegenteiligen/unpassende andere Marke finden. Zu den beiden bereits von mir aufgeführten Quellen (#288 und Internetquelle) habe ich auch noch in der #287 einen 3-stelligen Jahresstempel gefunden, welcher dazu passt(bzw. nichts gegenteiliges aussagt). Ich vermute, dass um 1900 dann auf das 2-stellige Jahreszahlsystem umgestellt wurde, da bei den wenigen Marken nach 1900 (wo bei mir das Datum sichtbar ist) nur zwei Stellen sichbar sind (z.B. 17 für 1917 bei #1169)

Die Informationen zum Wasserzeichen sind sehr interessant, allerdings steht ein Wasserzeichenleser erst noch auf meiner Wunschliste (da habe ich schon gemerkt, dass dies ein MUSS ist; für Marken aus allen Bereichen). Wenn ich soweit bin, kann ich berichten. Dank Dir 10Parale weiß ich, worauf ich achten muss.

Bzgl. Deiner letzten Anmerkung Martin: Da hast Du recht, so hoffe ich sehen es viele. Als Einsteiger in das Thema, habe ich im Hinterkopf stets immer etwas den Gedanken: Hoffentlich frage ich nicht zu naiv bzw. nach zu einfachen Grundlagen (wo der erfahrene Sammler/Fachmann nur den Kopf über die fehlenden "Basic's" schüttelt). Aber insgesamt muss ich sagen, habe ich in den nun schon ersten 2 Monaten im Forum nur freundliche und hilfsbereite Antworten bekommen. Toll was Richard (und die Gemeinschaft der Sammler) da aufgebaut hat.

Allen ein schönes Wocheende, Grüße Frank (fetz)
 
10Parale Am: 28.03.2026 10:50:41 Gelesen: 65821# 1179 @  
@ Martin de Matin [#1177]
@ fetz55,

"Bei ungarischen Marken aus dieser Zeit wurde bei der vierstelligen Jahreszahl auch die erste Zahl weggelassen; z.B. für das Jahr 1905 ist nur 905 zu sehen."

Das ist tatsächlich so, es gibt diese Stempel, wo die 1. Zahl weggelassen wurde, auch in Rumänien. Hier ein weiteres Beispiel aus dieser Zeitspanne, ein etwas seltenerer Stempel.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.04.2026 18:16:50 Gelesen: 61772# 1180 @  
1906 jährte sich das Regierungsjubiläum von König Carol I. zum 40. Mal

Zum genauen Namen des Königs kopiere ich die Einleitung des Wikipedia-Artikels "Karl I. (Rumänien)"

Karl Eitel Friedrich Zephyrinus Ludwig von Hohenzollern-Sigmaringen (* 20. April 1839 in Sigmaringen, Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen; † 27. September (jul.) / 10. Oktober 1914 (greg.) auf Schloss Peleș in Sinaia) war ab 1866 als Carol I. Fürst und seit 1881 König von Rumänien.

Anmerkung: Die zwei Todesdaten sind nach julianischem und nach gregorianischem Kalender angegeben. Für die Post war früh schon der greg. Kalender massgebend, doch viele Menschen benutzen in Rumänien anfangs XX. Jahrhundert noch immer den "alten Kalender" = julianischer Kalender.

1906 gab Rumänien sehr viele neue Briefmarken heraus: Michel Nr. 161-207 waren alles Dauer- und Wohlfahrts-Ausgaben, viele mit Motiv "Königin Elisabeth" oder "König Karl I."

Auch mit Postkarten wurde das Jubiläum gefeiert.



Diese zwei schönen und seltenen Ansichtskarten zeigen das Königspaar.

Diese (und noch mehr) Postkarten werden zur Zeit angeboten von Milan Cernik, Prag. Sie sind nicht ganz billig, aber Erinnerungsstücke an das Königshaus hatten lange Zeit viele Sammler und darum sind solche Stücke in der Regel sehr gefragt.

Heinz
 
10Parale Am: 29.04.2026 19:53:59 Gelesen: 51761# 1181 @  
@ Heinz 7 [#1180]

Diese (und noch mehr) Postkarten werden zur Zeit angeboten von Milan Cernik, Prag. Sie sind nicht ganz billig, aber Erinnerungsstücke an das Königshaus hatten lange Zeit viele Sammler und darum sind solche Stücke in der Regel sehr gefragt.

Das sind sehr schöne Karten die das Prager Auktionshaus hier anbietet. Mittlerweile ist die Auktion ja beendet und ich habe mir noch nicht anschauen können, welchen Preis diese Karten erzielten.

Seit Jahren beziehe ich den kleinen schmucken Auktionskatalog des Hauses und finde immer wieder reizvolle Angebote. So fand ich diese Ganzsache (P13), die Ende September 1878 mit einer Zusatzfrankatur versehen, - ich denke es ist eine Michel 45c, 10 Bani ultramarin auf gelblich der Freimarke Fürst Karl I. im Kreise von 1876 -, von Bukarest nach Paris versendet wurde. Der Preis war moderat im niederen 2-stelligen Bereich (Ausruf: 300 CK), was wiederum zeigt, dass Ganzsachen immer noch unterschätzt werden. Für mich ein Studienobjekt mehr in meiner weitreichenden Sammlung. Es handelt sich um französischsprachige Geschäftskorrespondenz.

Ich freue mich schon auf den nächsten Auktionskatalog von Milan Cernik.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.05.2026 22:48:15 Gelesen: 38263# 1182 @  
Ich liebe sie immer wieder von Neuem, diese Briefträger-Stempelchen von Bukarest. Hier auf einer AK aus Konstantinopel die 73, freigemacht am 19.04.1906 mit einem Stempel der Deutschen Post auf einer 10 Pfennig Germania mit Aufdruck 20 PARA 20.

Der CURSA 3 Stempel mit kleinem Durchmesser von Bukarest sieht man auch nicht alle Tage.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.06.2026 19:06:20 Gelesen: 37012# 1183 @  
Einmal mehr waren und sind bei Corinphila in Zürich ein paar schöne Lose Rumänien zu finden.

Heute kam der erste Teil zur Auktion: Ich denke gerne zurück, als Professor Karl Vodrazka Vorträge hielt in "unserer" ARGE Rumänien. Nun kam seine beachtliche Sammlung zur Auktion:

Austrian Levant and DDSG (siehe Seiten 87-89 im Auktionskatalog No. 367)

Unter den 156 Losen (Nummern 408-563) sind viele Lose für Rumänien-Sammler sehr wichtig. Vodratzka hatte jahrezehntelang gesammelt und viele "Juwelen" sind offenbar in seiner Sammlung "gelandet".

Die Startpreise bei Corinphila waren meist käuferfreundlich zurückhaltend, aber heute in Zürich wurde nur sehr wenig wirklich günstig verkauft. Oft entzündeten sich heisse Bietergefechte und die Startpreise wurden "pulverisiert".

Ich hatte zwar nur 7 Lose auf meiner Gebots-Liste, bin aber schon ein bisschen enttäuscht, dass ich leer ausging.



Diesen Stempel von Guravoja kennen wir nur einmal, auf Fragment. Der Startpreis war bei CHF 1'500 (Los 529). Der Zuschlag erfolgte bei CHF 2'600. Andere Lose wurden noch deutlich teurer, besonders beliebt waren natürlich Briefe, von denen Vodratzka viele besass.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2026 12:00:11 Gelesen: 36048# 1184 @  
@ Heinz 7 [#1183]

Wenn für 92 Lose ein Auktionator 93 Minuten braucht, dann deutet dies auf eine angeregte Auktion hin. So war es auch diesmal in Zürich, als der zweite Teil der Sammlung von meinem Sammlerfreund Eddie Leibu versteigert wurde.



2024 wurde seine Sammlung in Bukarest vorgestellt: Buch Edition d'Or, Band 72. Nun wurde die Sammlung in zwei Teilen versteigert (2025 und Juni 2026). Ich habe viele Gebote abgegeben, bei beiden Auktionen.

Es ist ein gutes Zeichen für die Rumänien-Philatelie, Stand 2026, dass ich meistens überboten wurde. Die Auktion brachte viele schöne Resultate. Viele Briefe kosteten jeweils CHF 3'000 (+) Hammerpreis (dazu noch Provision).



Dieser Brief ist (war) meines Erachtens ein Schlüsselstück der Sammlung (Los 1989, siehe Buch Seite 113): Brief Ibraila - Constantinopel, befördert mit französischer Post, Stempel "4009" Petit Chiffre.

Heinz
 
10Parale Am: 05.06.2026 15:26:26 Gelesen: 35986# 1185 @  
@ Heinz 7 [#1184]

"Es ist ein gutes Zeichen für die Rumänien-Philatelie, Stand 2026, dass ich meistens überboten wurde."

Ich finde es kein gutes Zeichen für die Rumänien Philatelie, das ich heute überboten wurde. Bin auch früh am PC gesessen und kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Eine schöne Ganzsache aus der Zucker-Korrespondenz von Botosani nach Itzkany ging vor meinen Augen flöten (1).

Wie heißt ein jüdisches Sprichwort: "Willst du Gott zum Lachen bringen, so erzähl ihm von deinen Plänen". Nicht alle Pläne lassen sich realisieren. Einige Pläne jedoch lassen sich realisieren und ich bin froh, mittlerweile eine Inflationssammlung zu besitzen mit außerordentlich schönen Stücken. Bei meiner Suche nach Ganzsachen und Streifbändern werde ich immer wieder fündig und was wichtig ist, ich kann es mir gerade noch so leisten. Wenn ich die ganzen Nebenkosten einer Auktion in der Schweiz mit berechne, bekomme ich unter Umständen gleichwertige Lose für mich günstiger auf dem europäischen Markt.

Herrn Leibu habe ich persönlich leider nie kennenlernen dürfen. Aber seine Sammlung "war" echt sensationell gut. Ich hoffe, du konntest dir auch das eine oder andere Stück erobern. Bei Auktionen sind wir Sammler leider Konkurrenten.

(1) https://www.philasearch.com/de/cat/12878_4/lot/4-A367-1997?set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-20470&postype=PH

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 05.06.2026 15:57:25 Gelesen: 35972# 1186 @  
@ Heinz 7 [#1184]

Die Sammlung Vodratzka "Levant+DDSG", die am Mittwoch zur Auktion kam (3.6.), beinhaltete sehr beachtenswerte Stücke zu Rumänien...
die Sammlung Eddie Leibu RDP war vollgespickt mit wichtigen Stücken zu Rumänien (heute, 5.6.)
...und auch im allgemeinen Teil des Auktionskataloges kam eine kleine, aber wichtige Sektion Rumänien zum Angebot.

Ich hatte daher eine ungewöhnlich lange Liste von Losen auf der "Watch-List". Die Hoffnung auf günstige Einkäufe stellte sich aber als "schwierig" heraus.

Beide Auktionen zeigten grosses Interesse der Sammlerschaft. Und erstaunlich war, dass sich offenbar/offensichtlich viele verschiedene Sammler um die Stücke "balgten"; es wurden jedenfalls erstaunlich viele verschiedene Bieter-Nummern als Käufer genannt.

Viele Preise stiegen denn auch in "erwartete" Höhen, zum Teil aber auch erheblich darüber hinaus. Dass auch die "alten Klassiker" immer noch eine schöne Nachfrage haben, freut mich besonders.

Star des Tages war ein Brief mit einer 108 Parale-Marke (Michel Nr. 4), Los 2036.



Im Handbuch 1994 Heimbüchler noch bewertet mit DM 38'000 (Seite 254) wurde der Brief heute ausgerufen zu CHF 18'000. Der Zuschlag erfolgte dann aber erst bei CHF 55'000, das liegt (inkl. Aufgeld = CHF 67'650) sogar leicht über dem Wert, den Heimbüchler 2007 (Handbuch III bzw. Ergänzungsband) diesen Briefen zuschrieb (Euro 70'000, siehe Seite 158).

Es ist nicht wichtig, nur über die Spitzenraritäten zu reden. Im Juni 2026 konnte man auch interessantes Material der mittleren und unteren Preisklasse kaufen. Aber Schnäppchenjäger gingen wohl meist leer aus.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2026 16:29:37 Gelesen: 35958# 1187 @  
@ Heinz 7 [#1186]

Dass das Sammelgebiet "Rumänien" auch viele Gebiete hat, die nicht sehr teuer sind, haben wir schon oft gezeigt und wird auch in der ARGE Rumänien immer wieder besprochen.

Ein Stück, das unglaublich selten ist, wurde heute "für ein Butterbrot" angeboten.



Diese 4 Bani-Marke (6. Ausgabe 1868) ist auf den ersten Blick nicht super (knapp geschnitten, zwei Stempel, sie hat zudem eine helle Stelle). Aber sie zeigt eine wunderschöne Retusche, die sogar mir ins Auge springt (ich bin sonst nicht der Druckfehler-Detektiv). Es ist eine der schönsten Retuschen auf den Ausgaben Rumäniens des XIX. Jahrhunderts. Dieses Exemplar ist besonders schön, weil die Stempel oben sind.

Gemäss Handbuch II (2002) von Fritz Heimbüchler ist sie äusserst selten (siehe Seite 199+200). Heimbüchler erwähnt auch einen hohen Preis 1924 an den Ferrary-Auktionen (!).

Heute wurde diese Marke angeboten für überschaubare CHF 500. Mein schriftliches Gebot lag beim Auktionshaus. Es wurde überboten, ich habe online weiter geboten. Ein anderer Sammler (nr. 4287) hat den Zuschlag erhalten, bei CHF 2'200. Ich gratuliere ihm (er ist mir unbekannt).

Heinz
 
10Parale Am: 06.06.2026 20:27:41 Gelesen: 35659# 1188 @  
@ Heinz 7 [#1187]

Wenn ich mich nicht irre, ist eine 27Parale Marke zum Ausruf von 12.000 CHFr. nicht verkauft worden, habe sie aber in den Nachverkaufslisten nicht mehr gefunden. Wurde sie nun doch verkauft?

https://www.philasearch.com/de/cat/12878_4/lot/4-A367-2027?page=2&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-20470&postype=PH

Es wäre schön, wenn die Sammler, die so hochpreisige Marken kaufen, sich auch in der ARGE Rumänien tummeln würden. Für mich mit bescheidenem Portemonnaie gab es heute dennoch einen versöhnlichen Abschluss, ich konnte eine Schweizer Strubel Marke günstig erwerben und freue mich auf die Post aus Zürich.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 17.06.2026 19:15:52 Gelesen: 28384# 1189 @  
@ 10Parale [#1185]

Während die in [#1185] gezeigte Ganzsache mit Zusatzfrankatur nach Itzkany für sage und schreibe 320 Schweizer Franken zugeschlagen wurde, zeige ich heute eine Ganzsache mit ähnlichen Laufweg von Jassy nach Itzkany, die am 27. September 1888 mit 5 Bani zusätzlich frankiert wurde.

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was dies mit dem Vertrag von Österreich von 1874 zu tun hat, doch sehe ich bei dem Stempel von ITZKANY (1-Kreis-Stempel) keinen Unterschied zu der Ganzsache von 1874, die bei einem Schweizer Auktionshaus zu Buche schlug. Der Text ist in kyrillische verfasst.

Liebe Grüße

10Parale


 
Zinnenstadt Am: 18.06.2026 11:28:59 Gelesen: 28186# 1190 @  
Hallo 10Parale,

der Text ist vermutlich in hebräischer Schrift verfaßt; die Unterschrift des Absenders ist jedoch in lateinischer Schrift.

Hochsommerliche Grüße,
Zinnenstadt
 
10Parale Am: 20.06.2026 20:35:00 Gelesen: 26896# 1191 @  
@ Zinnenstadt [#1190]

Das glaube ich auch, obwohl ich auch Zweifel habe, dass der Text in hebräischer Schrift verfasst wurde, vielleicht eine jiddische Komponente? Da kenne ich mich zu wenig aus, aber der Absender scheint von Namen her jüdisch gewesen zu sein. Karten mit ähnlichen Schriften habe ich zu einige.

"Ist schon alles gesagt?..." so begann kürzlich ein neues Thema im Forum, von Sammlerfreund Christian ins Leben gerufen.

Bei dieser Fragestellung und im Zusammenhang mit dem Thema hier "Rumänien für Sammler" halte ich das auch für eine gute Frage. Gehen wir also mal zurück zu den Ursprüngen. Was den Briten die ONE PENNY BLACK, ist den Rumänen der CAP DE BOUR (Ochsenkopf). Nun ist die Frage, ob der Ochse auf den ersten vier Marken Rumäniens (und auch auf allen folgenden) tatsächlich ein "kastriertes" männliches Rind war, oder doch eher ein Büffel, der sich seiner Zeugungskraft erfreute. Sicher ist, dass beide Tiere zur Arbeit eingesetzt sind, auch heute noch.

Es ist also noch lang nicht alles gesagt, und mir fiel die Tage diese Ansichtskarte in die Hände (vermutlich von einem Karpathen-Verein herausgebracht), der die rumänischen Büffel zeigt, von denen nun die ersten Briefmarken Rumäniens ihren Namen her haben.

Das mein Google Übersetzer nun CAP DE BOUR als WILDSCHWEINKOPF übersetzt, macht die moderne Zeit erst recht nicht besser, versucht es auch mal einzugeben, vielleicht liegt es an meinem PC.

Ich wünsche einen entspannten Sonntag und freue mich noch auf viele Neuentdeckungen in der Welt der Philatelie.

10Parale


 
Hans_Watz Am: 22.06.2026 18:34:42 Gelesen: 26124# 1192 @  
Erst mal danke für Eure Rückmeldungen,

auf Wunsch habe ich einmal einen Teil der Rumänien Sammlung in das Forum

xxxx Rumänien Familiensammlung eingestellt.

Hoffe das der ein oder andere etwas damit anfangen kann.

Gruß Hans


 
Zinnenstadt Am: 01.07.2026 11:38:05 Gelesen: 22714# 1193 @  
Taggleiche Zustellung in Bukarest

Postsendungen wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Bukarest mehrfach am Tag zugestellt. Erkennbar ist dies auch am Ankunftsstempel, welcher die Zustellung als "Cursa" und einer römischen Zahl beinhaltet; bei diesem Beleg war es die IV. Zustellung. Diese Mehrfach-Zustellung (vermutlich bis in den Nachmittag oder sogar die Abendstunden hinein) ermöglichte es, Termine für den gleichen Tag per Postsendung zu verkünden. In der nachfolgend abgebildeten Ortspostkarte wird Emil zu einem Besuch "heute um 9 Uhr abends" eingeladen.

Tempi passati,
Zinnenstadt


 
10Parale Am: 01.07.2026 21:09:06 Gelesen: 22503# 1194 @  
@ Zinnenstadt [#1193]

Eine wunderschöne Ganzsache als Ortspostsache gelaufen und toller CURSA Stempel für die periodisch wiederkehrende Zustellung.

Rumänien macht einfach Spaß und oft ist es nicht nur die Abstempelung oder der postalische Hintergrund, sondern auch der Inhalt, der oft folgenschwer sein kann und manchmal bis hin zu einer Briefmarke führt, die plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Gibt es Quantenphysik in der Philatelie? Hier mal ein Beispiel.

Diese Ansichtskarte wurde am 19. März 1912 mit einer gewöhnlichen anilinroten 10 Bani Marke freigemacht. Abgestempelt wurde sie mit einem Bahnhofstempel von TIRGOVISTE (PA17 Abbildung 398 Seite 230 Kiriac Dragomir, Stampilografie Postala - Romania 1822 - 1910). Sie lief an eine Majorie Edson in den Pariser Vorort Auteuil, auch als Künstlerviertel bekannt.

Nun kommen wir zur Ansicht und zum Text (Inhalt). Auf der Bildseite ein Mann auf einem Bett sitzend, den Kopf in die rechte Hand gestützt, nachdenklich, auf dem Bett Gepäck, der Mann scheint bald aufbrechen zu wollen. Oben rechts in französischer Sprache (von mir deutsch übersetzt;)

10 Tage im Gefängnis
heiliger Ort um zu bereuen


Drehen wir die Karte um, lesen jetzt den deutschen Text:

Nichtwahr, ich hatte viel, viel Zeit
das Lied, oft oft in Gedanken
zu fretonieren


Es folgt der Liedtext in englischer Sprache:

The hours I spent
I count them over, very one apart
my rosary ..... my rosary....


Dann folgt die Unterschrift des Absenders.

Das Wort fretonieren ist eine Art Assimilation aus dem Rumänischen ins Deutsche, mehr ein Lehnwort, den der rumänische Infinitiv "a fredona" bedeutet "summen". Also ein Lied "summen", immer wieder summen.

So ergibt sich eine kleine Geschichte aus dieser Bildpostkarte. Ein junger Mann schreibt aus Rumänien an eine vertrauenswürdige Dame in Paris. Er saß vermutlich tatsächlich 10 Tage im Knast. Dort summte er immer wieder ein Lied vor sich her. Wahrscheinlich liebte er die Frau, aber das ist nun tatsächlich eine spekulative Vermutung.

Was das ganze mit einer 10 Cent Marke aus den USA zu tun hat, davon später mehr!

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 03.07.2026 15:14:49 Gelesen: 21672# 1195 @  
@ 10Parale [#1194]

Die folgende Ganzsache (65a) mit Werteindruck 10 Bani und 1 Leu Zusatzfrankatur (das Porto betrug tatsächlich 1 LEU) lief leicht überfrankiert am 12. März 1921 von BRASOV nach LEIPZIG. Im Text wird die LEIPZIGER MESSE erwähnt, die zu jener Winterzeit in der sächsischen Metropole das Interesse der ganzen Welt auf sich zog.

zu # 1194:

The hours I spent with thee, dear heart
Are as a string of pearls to me;
I count them over ev'ry one apart
My rosary, my rosary!

Each hour a pearl, each pearl a prayer
To still a heart in absence wrung:
I tell each bead unto the end
And there a cross is hung!

O memories that bless and burn!
O barren gain and bitter loss!
I kiss each bead and strive at last to learn
To kiss the cross, sweetheart, to kiss the cross
 

Dieses Lied, so meine Vermutung, "fretonierte" (summte) der Gefangene ohne Unterlass während der 10 Tage in der Isolation. Es stammt von Ethelbert Nevin (1862 - 1901), den die USA mit einer 10 Cent Marke verewigte (Michel Nr. 479 - Berühmte Amerikaner, Komponisten 1940).

Liebe Grüße

10Parale


 

Heinz 7 Am: 21.07.2026 19:52:32 Gelesen: 17420# 1196 @  
Schöne Einzelfrankaturen von "gewöhnlichen" Marken sind oft seltener zu finden, als erwartet. Wenn ein Einschreibe-Brief von Jassy nach Davos (Schweiz) aus dem Jahr 1907 angeboten wird und nicht zu teuer ist, greift ein Sammler gerne zu.



Ein "kleiner Fund" aus Bernau vom 17. Juli 2026.

Liebe Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 20.08.2026 19:32:25 Gelesen: 8549# 1197 @  
@ Heinz 7 [#1196]

Das Sanatorium Schatzalp Davos wurde nicht zuletzt auf Grund der Erfindung von wirksamen Medikamenten gegen Tuberkulose 1954 zu einem bei Touristen beliebten Hotel umgebaut. Sicherlich spielten da auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle, denn der Tourismus zog zahlungskräftiges Kapital an. Die 50 Bani (Michel Nr. 140) sind lt. Tabelle 217 von Dragomir auch das richtige Porto für den Versand von Jassy in die Schweiz.

Ebenfalls aus dem Jahr 1907 stammt diese in Templeton (Massachusetts/USA) am 26. September mit 2 Cents (2xBenjamin Franklin Mi.138) frankierte Bildpostkarte, die in Bukarest am 10.Oktober 1907 mit 2 AK-Stempeln dokumentiert ist, darunter der CURSA I.

Auch dieses Angebot war nicht so teuer. Das Hotel Templeton Inn, das die Bildseite darstellt, war zu seiner Zeit und lange davor ein renommiertes, gut laufender Hotelbetrieb.

https://rwcn-idwiki-2.restaurantwarecollectors.com/content/templeton-inn-2/

Liebe Grüße

10Parale


 
Martin de Matin Am: 03.09.2026 13:46:33 Gelesen: 2365# 1198 @  
Bei der 204. Auktion von Dr. Reinhard Fischer 2./3. 9. 2026 gab es als Los 6174 ein sensationelles Stück der Erstausgabe von Rumänien.

Beschreibung: Los 6174 Rumänien Michel 2
54 Parale, Ochsenkopf, 1858, Hand-Einzelabzug, blass-blaugrün auf senkrecht gestreiftem, grünlichem Papier, entwertet mit einem Teilstempelabschlag, rechts unten ein Einriss, linke untere Ecke ist eckrund, Marke insgesamt etwas unfrisch, für Rumänien MiNr. 2 noch in durchschnittlicher Qualität, geprüft Georg Bühler, Mi. 7.500.-

Ausruf
500 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Mittwoch 02.09.2026, 12:00 CEST



Der Zuschlag erfolgte bei der unglaublich günstigen Summe von 1100€.

In Heimbüchlers 1.Buch zu dieser Ausgabe ist wohl kein Stück der ersten Ausgabe mit diesem Stempel verzeichnet.

Ich gratuliere dem Käufer zum Erwerb dieses Stückes.

Im Thema: "Auktionen: Falsche Beschreibungen in Auktionskatalogen" Beitrag 262 gehe ich genauer auf dieses Stück ein.

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=5048&CP=0&F=1#newmsg

Gruss
Martin


Links von Fischer:
https://www.philasearch.com/de/lot/9225-A204-6174?treeparent=COSUBGRP-20470&set_auktionnr=0&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&postype=PH&set_anbieter=0&katalog=22&katnr=2

https://auktion.reinhardfischerauktionen.de/de/catalog/163/category/331/lots
 
10Parale Am: 04.09.2026 20:16:39 Gelesen: 255# 1199 @  
@ Martin de Matin [#1198]

Vielen Dank für das Zeigen dieses Stückes. Habe mir Beitrag 262 auch angeschaut.

Bei folgendem ebay Verkäufer tummeln sich beispielsweise Fälschungen aller Länder, auch Rumänien, sehr einfach, sehr simpel, sehr leicht zu erkennen und dafür immer noch teuer. Scheint sich darauf spezialisiert zu haben. Ich finde so was nicht gut. Aber immerhin benennt er das Kind beim Namen.

Liebe Grüße

10Parale

Link: https://www.ebay.de/sch/i.html?item=405700987381&rt=nc&_trksid=p4429486.m3561.l170197&_ssn=briefmarkenshopdanieltausche
 

Das Thema hat 1199 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 8 18 28 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47   48  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.