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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 1162 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 25.03.2025 23:57:27 Gelesen: 84607# 1138 @  
@ Heinz 7 [#1137]

(Köhler Auktion März 2025, Teil 2):

Aus dem Rumänien-Einzellos-Angebot blieb nur ein Los unverkauft:



Los 1494 zeigt einen Brief mit einer seltenen Mischfrankatur 7./8. Ausgabe (Backenbart/Vollbart). Der Startpreis von Euro 500 dafür ist meines Erachtens sicher nicht zu hoch, und ich bin fast sicher, dass der Brief heute schon weg ist (Nachverkauf).

Aber bereits das nächste Los, 1495, wurde wieder teuer:



Ein Brief mit einer Buntfrankatur Michel 24+25. Solche Frankaturen gibt es gelegentlich, z.B. nach Frankreich (75 Bani-Taxe). Speziell am Brief ist aber die Destination Wien, da hätten wir eigentlich 25 Bani erwartet; da es sich aber um ein "anbei Muster ohne Wert" (siehe handschriftlicher Vermerk) handelt, 3.Stufe (Gewicht), ist das sicherlich ein sehr beachtenswertes Stück. Es wurde hochgeboten von Euro 600 auf beachtliche Euro 2100 + Provision.

Für den aufmerksamen Philatelisten war das Angebot meines Erachtens eine Fundgrube; einzelne Lose waren recht günstig. Das belebt das Interesse am Sammelgebiet.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.03.2025 21:41:48 Gelesen: 83964# 1139 @  
@ Heinz 7 [#1137]

Ein Los, das mir sehr gut gefallen hat, war Los 10296. Eine tolle Sammlung von Rumänien, sehr vielseitig! Auf nicht weniger als 84 Fotoseiten wurde die Sammlung vorgestellt. Sie umfasst nur die ersten 8 Ausgaben 1858-1872.

Sammler, wie ich, die selber schon grosse und umfangreiche Sammlungen haben, müssen sich natürlich fragen, ob sie den zweifellos sehr attraktiven Startpreis von nur Euro 7'000 aufbringen sollen und mitbieten wollen. Ich persönlich muss aber meine finanziellen Mittel schonen, und kann mir ein "Zuviel" nicht leisten, darum haben ich kein Gebot abgegeben, obwohl ich einige Stücke aus dem Los gerne in meine eigene Sammlung eingebaut hätte.

Nun sehe ich, dass der Startpreis nicht massiv überboten wurde. Bei Euro 8500 fiel der Hammer. Ich freue mich für den Käufer, der "mit einem Streich" gleich eine tolle Basis gelegt hat für eine bemerkenswerte Sammlung. Bravo! Ich wünsche mir, dass ein neuer, begeisterter Sammler (eine Sammlerin?) hoch motiviert ist, weiter zu sammeln um den wirklich guten Grundstock da und dort noch gezielt zu ergänzen. Neue Sammler ersetzen solche, die aus Altersgründen ausscheiden - mit einem idealen Start ist der Erfolg schon in trockenen Tüchern!



Heinz
 
10Parale Am: 24.04.2025 19:21:56 Gelesen: 66774# 1140 @  
@ 10Parale [#616]

"Abgeschlagen wurde die "IMPRIMATE" am 25. August 1935 in SASCUT, eine der vielen Ortschaften, die aus mehreren kleinen Gemeinden bestehen, liegt in der Nähe von BACAU im ehemaligen Fürstentum Moldau."

Von SASCUT fand ich einen nicht sehr häufig anzutreffenden Stempel auf dieser alten P17, einen Ein-Kreis-Stempel (MONOCERC) mit einem Sternornament (Kir.Dragomir fig. 651 Typ B1) in einer Korrespondenz nach Focsani (rs).

Wer es genau wissen will, Sascut besteht aus den 7 kleinen Gemeinden: Berești, Conțești, Păncești, Sascut, Sascut-Sat, Schineni, and Valea Nacului.

Gruß

10Parale


 
10Parale Am: 24.04.2025 23:40:23 Gelesen: 66715# 1141 @  
@ Heinz 7 [#1137]

Du zeigst uns hier Crème de la Crème, was bei Heinrich Köhler unter den Hammer kam. Natürlich bin ich mit dir einer Meinung, dass "mit einem idealen Start" einer Rumänien-Sammlung "der Erfolg schon in trockenen Tüchern ist" (Zitat aus deinem Beitrag [#1139]). Hat man die finanziellen Mittel, sollte man aber auch die geistigen Mittel besitzen, um all das zu begreifen. Philatelie ist für den Geist und den Verstand allemal ein gutes Training.

Mein Blick schweift die Tage öfters in das Stammland all dieser Preziosen, nach Rumänien. Ich stelle fest, dass es dem Land in Osteuropa seit der Revolution Jahr für Jahr besser geht. Es gibt zum Beispiel ein kleines Dorf in Transsylvanien, da hat ein europäischer Monarch ein kleines Landgut, mitten in einer bäuerlichen, ruralen Gegend, wo sich Wolf und Schaf tatsächlich noch gute Nacht sagen. Im selben Dorf wohnt eine rumänische Schauspielerin, die ich seit 30 Jahren bewundere und hätte ich die Wahl, würde ich heute noch die Koffer packen und mich auf den Weg in dieses kleine paradiesische Dorf machen.

Die Tage erreichte mich dieser schöne Beleg aus Bukarest, freigemacht mit einer waagrechten 4-er Streifen der Michel Nr. 6281, Nato Gipfeltreffen Bukarest 2008 - dunkelblau Auflage: 162.000 Stück, Mi.6282 - silberfarbenes Emblem und Mi.6283 goldfarbenes Emblem Auflage je 58.000 Stück und einem waagrechten Paar des Höchstwertes von 2,20 Lei der rumänischen Goldmünzen Michel Nr. 6040 aus dem Jahr 2006.



Gesamtporto: 28,40 Lei Einschreiben.

Im Thema "Motiv Engel" habe ich mich schon über diese wunderschöne Engel-Marke ausgelassen. Der Händler, der mir öfters Ware sendet, hat wohl einen Posten gehortet und verschickt seinen Kunden wunderschön gestaltete Briefe.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 26.04.2025 16:42:32 Gelesen: 66132# 1142 @  
@ 10Parale [#1141]

Ein Brief von Bukarest, "loco" versandt (also: Ortspost), mit 6 verschiedenen Briefmarken, in rumänischer Währung "Bani", die teils sogar aus Rumänien stammen, da ist der Schluss wohl logisch, dass wir diesen Brief als "rumänisch" ansehen.

Wer die Briefmarken aber in einem Michel-Katalog sucht, findet sie nicht im Rumänien-Katalog. Auch im Inhaltsverzeichnis, das in meinem Katalog "Südosteuropa 2021" immerhin auf 8 eng beschriebenen Seiten (579-586) Stichworte gibt, finden wir keine Hinweise auf diese seltsamen Briefmarken mit dem Aufdruck "M.V.i.R.". Ich finde das schade und würde empfehlen, dass wenigstens irgendwo ein Hinweis gegeben wird, wo denn diese Marken zu finden sind; mindestens die "Timbru-de-Ajutor-Marken, denn die sind ja eindeutig rumänischen Ursprunges.

Es ist im DEUTSCHLAND - Katalog.

Deutschland überdruckte in der Zeit des Ersten Weltkrieges deutsche, aber eben auch RUMÄNISCHE, Briefmarken mit verschiedenen Aufdrucken "M.V.i.R." = (Deutsche) Militärverwaltung in Rumänien". Ab 1. Juni 1917 wurden folgende Marken überdruckt:

Deutsches Reich Mi. 101 a = M.V.i.R. Nr. 1 (Aufdruck im Rahmen)
Deutsches Reich Mi. 87 a = M.V.i.R. Nr. 2
Deutsches Reich Mi. 89 x = M.V.i.R. Nr. 3
Deutsches Reich Mi. 86 = M.V.i.R. Nr. 4 (Aufdruck in Frakturschrift)
Deutsches Reich Mi. 101 = M.V.i.R. Nr. 5
Deutsches Reich Mi. 87 = M.V.i.R. Nr. 6
Deutsches Reich Mi. 89 = M.V.i.R. Nr. 7
 

Rumänische Zwangszuschlagsmarken erhielten ähnliche Aufdrucke

Rumänien ZZM (Timbru-de-Ajutor) Nr. 3 = M.V.i.R. ZZM 1 (Aufdruck rot in Monogramm-Schrift)
Rumänien ZZM (Timbru-de-Ajutor) Nr. 4 = M.V.i.R. ZZM 2 (Aufdruck schwarz in Monogramm-Schrift)
Rumänien ZZM (Timbru-de-Ajutor) Nr. 4 = M.V.i.R. ZZM 3 (Aufdruck im Rahmen)
Rumänien ZZM (Timbru-de-Ajutor) Nr. 4, aber grauviolett = M.V.i.R. ZZM 4
Rumänien ZZM (Timbru-de-Ajutor) Nr. 3 = M.V.i.R. ZZM 5

Ein Brief zeigt sechs verschiedene dieser o.g. Marken,



M.V.i.R. Nr. 1+2+4+7 + ZZM 1+2.

Die 90 Bani + 15 Bani Zwangszuschlag wären postalisch nicht nötig gewesen; es liegt also eine philatelistisch motivierte Überfrankatur vor. Trotzdem ist dieser Brief meines Erachtens ein attraktiver Beleg auch für Rumänien-Sammler aus der Kriegs-Zeit, gestempelt am 14.11.1917.

Heinz
 

Heinz 7 Am: 28.05.2025 18:27:14 Gelesen: 50305# 1143 @  
@ Heinz 7 [#1142]

Wie es der Zufall will, kommt wenige Tage nach meinem Beitrag [#1142] ein Angebot von eben solchen Belegen bei David Feldman zum Verkauf.

Diese Karte wurde von Botosani nach Bukarest gesandt. Die Postkarte ist, nach Michel, P 61 oder P 63 (ich sollte das Wappen noch ausmessen), Wertzeichen "o" von 1917. Savoiu behandelt diese Postkarten in seinem Spezialkatalog (Band 1) unter dem Kapitel 3.8. "Jassy Issue" ab Seite 104, Nr. PC 57 oder PC 59.

Warum die Karte einen "T"-Stempel erhielt, und nachtaxiert wurde, sehe ich noch nicht. Jedenfalls mussten 10 Bani addiert werden, dies erfolgte mit einer Briefmarke der deutschen Militärverwaltung, siehe Katalog Deutschland.

Portomarken von Rumänien, ähnlich P 32, 33, 35-37, jedoch ohne Wasserzeichen, wurden überdruckt in Bukarest mit einem roten Überdruck "M.V.i.R." im Kästchen. Katalog Porto Nr. 1. Dieser Wert galt im Michel-Katalog "Briefe-Katalog Deutschland 1981" immerhin DM 60 (siehe Seite 294) und ist so leicht nicht zu finden.



Die Karte trägt auch einen schweren Zensurstempel.

10 Karten oder Briefe aus dieser Zeit/mit ähnlicher Verwendung wurden als Sammellos geschätzt auf CHF 150, fanden aber keinen Interessenten. Das Los wurde jedoch gestern verkauft zum Zuschlag von CHF 100.

Immerhin 298 Lose werden angezeigt, wenn im Online-Katalog nach "Romania" gesucht wird. Viele Lose waren interessant und selten.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.05.2025 19:05:31 Gelesen: 50286# 1144 @  
@ Heinz 7 [#1143]

Besonders interessant waren meines Erachtens die vielen seltenen Stücke aus der österreichischen Post, die auf rumänischem Gebiet eingesetzt wurden. Hier gibt es viele seltene Stempel.

Einen Stempel der Feldpost von Pitesti auf Briefmarke sauber abgeschlagen findet man nicht oft. Blistyar bewertete diesen Stempel "K.K.ÖST.F.P.PITESCHTI" (R 1, Seite 115) auf Briefmarke 6 Kreuzer mit Euro 400 (Seite 116). Wir lesen, dass dieses Postamt nur 1854-1857 im Einsatz war. Im April 1857 "nach Abzug der österreichischen Truppen" wurde es geschlossen, "ohne dass es durch ein Konsularpostamt ersetzt wurde." Schon Tchilinghirian machte auf die Seltenheit dieses Stempels aufmerksam (Seite 459), Fig. 765; er bewertete den Stempel 1966 sogar deutlich höher mit GB£ 200 (das war viel im damaligen Vergleich). Bei Gmach ist der Stempel natürlich auch gezeigt (Band I, Seiten 303-305) und dort ist genau diese Marke sogar abgebildet: sie kommt aus der Sammlung Stoermer (siehe Seite 304).Gmach schreibt zur Bewertung: "Alle Stempelbelege sind selten (Liebhaberpreise)".



Stoermer war ein früheres Mitglied der ARGE Rumänien und hatte tolle Ausstellungs-Erfolge.

Bei Feldman wurde diese Marke tief angesetzt: Estimate nur CHF 100 (Los 20784). Bei CHF 320 fiel der Hammer. Der Käufer darf damit zufrieden sein, das Stück wurde m.E. nicht überzahlt.

Heinz
 
bignell Am: 28.05.2025 23:42:45 Gelesen: 50164# 1145 @  
@ Heinz 7 [#1144]

Hallo Heinz,

bei Müller sind als Daten angegeben eröffnet Dezember 1854, geschlossen April 1857 (die Tage sind offenbar nicht klar), bewertet wird der Stempel 3445a mit 125x15 = 1875 Punkten, eine sehr hohe Bewertung.

Liebe Grüße,
harald
 
nor 42 Am: 29.05.2025 18:22:06 Gelesen: 49667# 1146 @  
@ Heinz 7 [#1143]

Hallo Sammler,

bei Calin Marinescu ist die Portotaxe für Postkarten ab Juni 1918 mit 10 Bani angegeben. Die Karte wurde in September 1918 in Botosani aufgegeben, daher ist der "T" Stempel korrekt verwendet und auch in Bukarest korrekt taxiert.

Mit Gruß,
nor 42
 
Heinz 7 Am: 29.05.2025 22:58:36 Gelesen: 49429# 1147 @  
@ bignell [#1145]

Danke Harald. Ich weiss, dass Edwin Müller diese Stempel schon früh bewertete und damit massgeblich zu der Popularität des Sammelgebietes beitrug.

@ nor 42 [#1146]

Danke, Nor 42. Diese Arbeit hätte ich selber leisten sollen/können; vielen Dank für die Hilfestellung.

Ich möchte ein weiteres hochinteressantes Los aus der David Feldman-Auktion vorstellen:

Los 20748

Ein Feldpostbrief ging via Einschreiben von Bukarest nach Baden-Baden. Die blaue 9 Kreuzer-Marke wurde mit dem Stempel "K.K.FELDPOSTAMT No.1 23/5" von Bukarest entwertet (Tchilinghirian fig. 712)



Auf die Rückseite wurde eine 6 Kreuzer-Marke angebracht; die Gebühr für das Einschreiben



Wir entdecken weitere Stempel: "RECOM:" - bei Tchilinghirian bei Bukarest noch nicht registriert, wohl aber bei Gmach: Buk7.3FP (Band I, Seite 182) und bei Blistyar: A 2a (Seite 69) und "FELDPOST (No.2) 26 / 5" von Jassy (Tch. fig. 756) und einen Ankunftsstempel von BADEN (2. JUN.).

Auf der 9 Kreuzer-Marke bewertete Tchilinghirian den Feldpoststempel von Bukarest mit GB£ 35, auf der 6 Kreuzer-Marke aber mit "RRR". Blistyar nannte Preise von Euro 1150 / 1200 für den Stempel auf Marke, wenn auf Brief.

Feldpostbriefe aus der Zeit des Krimkrieges mit Briefmarken-Frankaturen sind besonders attraktiv und selten.

Heinz
 
10Parale Am: 01.06.2025 22:38:54 Gelesen: 47750# 1148 @  
@ forum,

ein Elsässer vermachte mir heute diesen Beleg aus seiner Aller-Welt-Sammlung und ich bin froh darüber.

Einschreiben vom 10. Mai 1916 von Galati-Central nach Basel. Absender dürfte der Eigner der Firma sein, der im historischen Grand Hotel in Bukarest weilte.

Lt. Marinescu (Tabelle 217) setzt sich das Porto von 80 Bani (8 x 10 Bani) wie folgt zusammen.

Brief bis 20 gramm: 25 Bani
Gewichtsstufe 3 (2 x 15) 30 Bani
Einschreibegebühr 25 Bani
Summe: 80 Bani
 

Zensurstempel K.u.K. Brasso (ungarisch für Brasov). Der ungarische rote Text auf dem Zensurlabel bedeutet: wurde aufgrund des Kriegsrechts aufgemacht. Solche Briefe sind nicht alltäglich und 6,-- Euro Kaufpreis habe ich gerne hinterlegt.

Schöner AK von Basel vom 26.V.1916.

Liebe Grüße

10Parale


 

Heinz 7 Am: 21.07.2025 21:55:05 Gelesen: 27980# 1149 @  
@ Heinz 7 [#1147]

Sammlerfreund 10 Parale hat in einem anderen Thema den untenstehenden Beleg vorgestellt.



Das ist ein interessanter Brief von Jassy nach Paris aus dem Jahr 1858. Der Einkreis-Stempel "JASSY 11/11" mit Datum (ohne Jahr) und Zierelement ist sehr hübsch und gut abgeschlagen.

Sammler von Rumänien suchen den Stempel in den massgebenden Stempelkatalogen für rumänische Stempel aber vergeblich, denn es ist ein Stempel von Österreich.

Rumänien war zu dieser Zeit 1858 noch nicht selbständig, sondern unter türkischer Oberhoheit. Das Osmanische Reich kümmerte sich aber wenig um das Postwesen auf rumänischen Gebiet. Ausländische Postverwaltungen, aus Österreich und aus Russland hatten schon anfangs XIX. Jahrhundert die Erlaubnis, ein eigenes Postwesen auf rumänischem Gebiet zu unterhalten. So kennen wir österreichische Poststempel auf rumänischem Gebiet seit 1811, und russische Stempel auf rumänischem Gebiet seit 1808.

Später hatten auch die französische und die griechische Post einen eigenen Postdienst in Rumänien und einige wenige Stempel im Einsatz. Besonders die Stempel der griechischen Postämter in Rumänien sind äusserst rar.

Das Österreichische Postwesen hatte auf rumänischem Gebiet einen sehr guten Ruf und war recht gut ausgebaut. Spezialisten unterscheiden vier verschiedene Epochen:

Die britischen Autoren Tchilinghirian / Stephen definierten in ihrem bahnbrechenden Werk von 1966 "Austrian Post offices abroad" für das Gebiet der "Danubian Principalities" folgende Zeit-Epochen



a) early years 1785-1854
b) Austrian Military Post 1854-1857
c) Austrian Consular Post Offices 1857-1867
d) Hungarian Post Offices 1867-1869

Sie stützten sich dabei natürlich auch auf Vorarbeiten der grossen Philatelisten und Forscher Birnbach, Zoscsak, von Witzleben und Edwin Müller ab. Birnbach hatte 1930 die Belege wie folgt eingeteilt:

Periode I: Beginn der Post bis 1853
Periode II: von 1854-1857
Periode III: 1858-1864
Periode IV: 1864-1869



Die zweite Periode steht im Zusammenhang mit dem Krimkrieg, welcher 1853 ausbrach und im Frieden von Paris 1856 ein Ende fand.

Der oben gezeigte Brief ist also ein Brief der österreichischen Post auf rumänischem Gebiet 1858. Bekanntlich wurden im Jahr 1858 auch die ersten Briefmarken herausgegeben (Fürstentum Moldau; die weltbekannten Ochsenköpfe).

Wer die Vielfalt der rumänischen Postgeschichte und das Sammelgebiet besser kennen lernen möchte, dem seien folgende Werke empfohlen:



In meinem Vortrag 2014 habe ich das Sammelgebiet Rumänien 1811-1903 vorgestellt (inkl. Broschüre von 40 Seiten). Grossmeister Gmach hat in vier Bänden auf 1588 Seiten (in vier Bänden) die Postgeschichte der österreichischen Post auf dem Gebiet von Rumänien dargestellt, und ist dabei auch auf die anderen ausländischen Postverwaltungen auf dem Gebiet eingetreten.

Auch in der ARGE Rumänien kommen alle Sammelgebiete der rumänischen Post immer wieder zur Sprache: vgl. http://www.arge-rumaenien.ch

An der Ausstellung in Bern BERNABA wurde ein Vortrag zum vielseitigen Sammelgebiet gehalten.



Heinz
 
Heinz 7 Am: 21.09.2025 11:16:22 Gelesen: 18050# 1150 @  
@ Heinz 7 [#1149]

Wenn an einer Auktion ein so schönes Exemplar der Michel Nr. 5yI angeboten wird (5 Parale Zeitungsmarke von 1858), wie nun bei Köhler (Los 15857), interessiert der Startpreis und das Ergebnis. Die Briefmarke hat einen Katalogwert von Euro 300 (Michel 2021), wurde aber mit nur Euro 60 "ins Rennen geschickt".



Es ist klar, dass man da mitbieten "muss".

Nun, es blieb aus gutem Grund nicht bei diesem Startpreis, sondern der Hammer fiel erst bei Euro 420 (netto, dazu 22 % Provision).



Auch ein anderes Los war sehrsehr billig angepreist worden: Los 15880. Einige Viererblocks dieser Markenausgabe von 1872 sind ziemlich rar. Der Ausruf lag bei Euro 50 (!). Der Zuschlag erfolgte aber erst bei runden Euro 1'000.

Diese zwei Ergebnisse freuen mich. Meines Erachtens sind beide Preise stattlich, aber nicht "zu hoch".

Es gab nun bei Köhler aber auch günstige Kauf-Gelegenheiten.

Heinz
 
10Parale Am: 29.09.2025 17:46:20 Gelesen: 16800# 1151 @  
@ Heinz 7 [#1150]

Es ist schön, wenn die Nachfrage den Preis bestimmt. Natürlich sind wir alle irgendwo Schnäppchenjäger, aber die gezeigten Stücke sind nicht so einfach zu finden und im Fall der Echtheit natürlich immer ein begehrenswerter Schatz. Die Michel Nr. 5yI hätte mir auch gefallen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, einmal nach Rumänien zu schauen und den Handel, der vom Südosten Europas in den wohl zahlungskräftigeren und breit aufgestellten Norden und Westen Europas strahlt, etwas zu beleuchten. Mir fällt bei meinen Streifzügen auf, dass sich in Rumänien Handel etabliert, teilweise echt guter Handel. Mit einer dieser Firmen, die unter dem Namen EastPhila firmiert, habe ich einige wenige, aber gute Erfahrungen gemacht.

Die Firma ist in Bukarest ansässig und hat auch, - meines Wissens nach nicht allzu lange -, eine eigene Website erstellt (1), die ein erstes, nicht sehr umfangreiches Sortiment an philatelistischem Angebot bereithält. Wie einige andere Auktionshäuser bietet EastPhila auch ein großes Sortiment nicht-philatelistischer Produkte an, nämlich u.a. antikes Mobiliar und Interieur.

Einige Briefmarken, die angeboten werden, wie beispielsweise die Michel #44F BD b, 5 Bani blauer Fehldruck (Robescu Reprint? - eine Bezeichnung, die mir suspekt ist), haben ein Zeugnis von Julian Dumitru Cherata, ein Prüfer, der mir bislang nicht bekannt ist. Vielleicht weiß jemand mehr zu diesem Namen.

Liebe Grüße

10Parale

(1) https://stamps.eastphila.eu/


 
bayern klassisch Am: 29.09.2025 18:18:40 Gelesen: 16781# 1152 @  
@ Heinz 7 [#1147]

Hallo Heinz,

eben erst gesehen. Eine weitere Besonderheit ist, was der Absender vorne oben rechts notiert hatte: "Über Kronstadt, Wien, Prag usw.".

Er wünschte also die Versendung über Österreich, Böhmen, Sachsen, Bayern und Württemberg nach Baden, was es zu einem 6-Länder-Brief macht, wenn man es staatlich und nicht postalisch sieht. Klasse!

LG,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 29.09.2025 18:47:19 Gelesen: 16762# 1153 @  
@ 10Parale [#1151]

Herr Iulian Cherata wurde im Rundschreiben RS 178 der ARGE Rumänien vorgestellt (siehe Seite 21)- Er war auch dabei an der IBRA 2023 und natürlich an der EFIRO 2024; er ist Mitglied der ARGE Rumänien.

@ bayern klassisch [#1152]

Gut gelesen, oben LINKS, danke. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir dieser Brief auch gefällt. "Klasse" schreibst Du - ich kann mich der Meinung nur anschliessen.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 29.09.2025 19:33:32 Gelesen: 16728# 1154 @  
Hallo Heinz,

danke für die Information. Sicherlich ist das eine oder andere Angebot preislich hoch angesetzt, aber wie ich erfuhr, ist die Website noch im Wachsen. Handelsbeziehungen zwischen Händlern und Sammlern existieren zwischen Deutschland und Rumänien schon seit dem 19. Jahrhundert und ich freue mich, dass diese Tradition fortgesetzt wird.

So erreichte mich heute dieser schöne Beleg aus Bukarest eben von EASTPHILA. Die Frankatur wurde sehr sorgfältig angelegt und die Stempel sind wunderbar abgeschlagen. Ich stelle fest, dass der Händler alles mit viel Engagement, Liebe und Sorgfalt ausführt. Ebenso fand sich eine Rechnung im Umschlag mit einer detaillierten Beschreibung des ersteigerten Loses.

Übrigens sehen wir links neben dem NATO VB die in Künstlerkreisen eher bekannte rumänische Malerin Cecilia Cuțescu-Storck (geboren am 14. März 1879, in Câineni, Vâlcea – gestorben am 29. Oktober 1969 in Bukarest), der die rumänische Post im Jahr 2019 eine Briefmarke im Wert von 5 Lei widmete.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.09.2025 21:37:52 Gelesen: 16637# 1155 @  
@ form,

der Rumänien Katalog von Michel führt unter der Listung der Freimarken von 1945 aus: "Bei Michel Nr. 929 - 973 sind zahlreiche Druckzufälligkeiten bekannt".

Am 17. Juli 1946 wurde in Stefanesti im 1950 von den Kommunisten abgeschafften Kreis MUSCEL (heute Kreis ARGES) ein Einschreiben nach Campu`Lung aufgegeben (damals Kreis-Hauptstadt). Frankiert wurde es portogerecht mit 600 Lei. (300 Lei für Brief bis 20 gr. und 300 Lei für Einschreiben). Verwendet wurden insgesamt 10 Marken.

Die zweite Marke von links oben zu 50 Lei (Michel Nr. 945y) weist keine Zufälligkeit aus, sondern einen deutlichen Druckfehler, der im Michel nicht gelistet ist. Wie ein heller Lichtbalken durchzieht die Marke ein heller Streifen. Auf der Nebenmarke des waagrechten Paares haben wir ein ideales Vergleichsstück.

Das Einschreiben lief an den Finanzverwalter des Landkreises MUSCEL.

Ich freue mich sehr über diesen Beleg, der zeigt, wie spannend Philatelie sein kann.

Liebe Grüße

10Parale


 
Richard Am: 30.09.2025 09:22:10 Gelesen: 16244# 1156 @  
@ 10Parale [#1151]

Julian Cherata ist hier seit gut einem Jahr bekannt und auf der Liste der Empfänger des Philaseiten Briefs.

Daten (ohne Gewähr): Prüfer seit 2018, Mitglied AIEP seit 2023, RPSL und Arge Rumänien, Prüfer für Rumänien 1858-1940 für Briefmarken und Postgeschichte.

Grüsse aus dem Allgäu, Richard
 
Heinz 7 Am: 01.10.2025 19:27:57 Gelesen: 15309# 1157 @  
@ 10Parale [#1151]

Du hast in einem anderen Thema dieses Sammelbild vorgestellt



... mit folgendem Text:

" (...) Auf diesem Palmin Sammelbild (Entstehungs-Jahr 1903 - 1915) wird Rumäniens Nr. 1, die 27 Parale Marke, als eine der 6 teuersten Briefmarken der Welt gekürt. Wie schön!

Heinz 7 wird es besonders freuen und ich denke, er kann uns bestimmt sagen, wann das Bild entstand, denn es wird sogar ein damals aktueller Katalogwert angegeben.

Liebe Grüße"

Gerne nehme ich dazu Stellung.

Erstens: das Palmin-Post-Sammelbild mit der Abbildung einer 27-Parale-Marke von Rumänien kannte ich bisher nicht. Es ist ein hübsches Sammelbild, bei dem jedoch die Marke nicht sehr "wahrheitsgetreu" wiedergegeben wird. Ist ja auch nicht nötig...

Zweitens: Aus welchem Jahr dieses Sammelbild stammt, ist nicht einfach zu beantworten. Dass damals diese Briefmarke "1800 Mark kostet" (gestempelt), gibt einen Hinweis.

Im "Senf"-Katalog wurde diese Marke bewertet wie folgt: (gestempelt)
Katalog 1912: 1100 Mark

Wir dürfen also annehmen, dass das Sammelbild erst später hergestellt wurde, vielleicht Anfang Zwanzigerjahre?


Drittens: was aber nicht stimmt, ist die Relation: gestempelt (1800 Mark) zu ungestempelt (1600 Mark). Ungestempelt galt die Briefmarke schon vor hundert Jahren deutlich mehr, als gestempelt! Paul Kohl hat in seinem Katalog ("Handbuch", 10. Ausgabe 1915) die Marken wie folgt bewertet:
gestempelt: Mark 1300
ungestempelt: volle 15'000 Mark (!)

Viertens: Auch die Frage, wie Palmin dazu kommt, die 27 Parale-Marke unter "die sechs teuersten" zu reihen, ist mir nicht ganz klar. Aus den Studien von Schubert und Haas (vgl. "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt") erinnern wir uns:

Schubert platzierte die 27 Parale auf Platz 57 (1913, aufgrund der Katalogwerte Senf 1912)
Haas platzierte die 27 Parale auf Platz 18 (1905)

Beide Sammler bewerteten damals die 81 Parale-Marke (Michel Nr. 3) deutlich weiter vorne:
Schubert platzierte die 81 Parale auf Platz 4 weltweit! (1913, aufgrund der Katalogwerte Senf 1912)
Haas platzierte die 81 Parale auf Platz 6 weltweit! (1905).



Bei der Studie Schubert spielte sicher eine Rolle, dass er dazu nur die gestempelte Version betrachtete, wobei die 27 Parale-Marke (Mi Nr. 1) aber ungestempelt deutlich seltener ist.

Also - - wie auch immer - - es ist richtig, dass die ersten runden Ochsenköpfe der Ausgabe 1858 vor rund hundert Jahren als die wertvollsten Briefmarken von Europa galten (81 Parale * und gest., 27 Parale: *) und weltweit unter den "Top-Ten" (oder Top 20) eingereiht wurden.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verloren dann diese 2 Marken ihre weltweite Top-Stellung, bis ca. 1980, sie sind aber seit ca. 1990 wieder "mächtig am Aufholen"...

Heinz
 
Martin de Matin Am: 11.10.2025 18:20:30 Gelesen: 13288# 1158 @  
Bei de 386. Auktionr Heinrich Köhler gab es auch etwas zum kleinen Preis.

Von der deutschen Besetzung von Rumänien gab es die Kriegssteuerportomarke (MiNr.8) zwar ohne Gummi dafür aber als Bogen (ohne Bogenrand) zu 100 Marken in den beiden im Michel aufgeführten Zähnungen. Auf der Auktion selber fand sich kein Käufer für den Ausruf von 50€ für Los 16275.

Der Bogen in der Zähnung 13 1/2 hatte den Plattenfehler 8II "0" in der Wertangabe gebrochen auf Feld 7
Der Bogen in der Zähnung 13 1/2 : 11 1/2 hatte den Plattenfehler 8I Farbfleck links oben neben der "1" der Wertangabe auf Feld 7



Details dazu werde ich noch im Thema "Deutsche Besetzung WK 1 Rumänien: Landespost in Rumänien 1917-1918" zeigen.

Gruss
Martin

https://www.philasearch.com/de/cat/12004/lot/35-A386-16275?set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-10360&postype=PH
 
Heinz 7 Am: 26.11.2025 11:08:27 Gelesen: 3099# 1159 @  
95 Jahre Fritz Heimbüchler, RDP



26. November 1930 – Vor 95 Jahren wurde Fritz Heimbüchler geboren. Er wird heute 95 Jahre alt. Dazu gratulieren ihm unzählige Philatelisten. – Fritz Heimbüchler war seit 1969 Mitglied der ARGE Rumänien, die vom fleissigen Sammler Horst Scherrer gegründet worden war.

Schon bald wurde Fritz Heimbüchler im Rundschreiben der ARGE Rumänien namentlich erwähnt. Im Rundschreiben Nr. 6 vom April 1970 lesen wir auf Seite eins, dass er an der SABRIA 70 einen Vortrag (mit Lichtbildern) halten werde: «Moldau-Walachei, II. und III. Ausgabe, unter besonderer Berücksichtigung der Poststempel.» Dies war Punkt 8 der Tagesordnung der Arbeitstagung vom 2.5.1970. Auf Seite 2 desselben Rundschreibens lesen wir, dass Fritz Heimbüchler eine «interessante Entdeckung» gemacht hat» (siehe Auszug aus Seite 2).



Wir wissen, dass diese Briefmarke auch 39 Jahre später noch eine sehr geschätzte Rarität in der Sammlung von Fritz Heimbüchler war. Als 2009 das Buch «Edition d’Or – XII – Rumänien / Romania; Die Fritz Heimbüchler Sammlung» erschien, finden wir diese seltene Marke auf Seite 94 (siehe Abbildung).





Die 30 Parale-Marke mit Wasserzeichen wurde 2011 bei Corinphila verkauft (171. Auktion) als Los 6057 und kostete immerhin CHF 3'400 + 20 % Aufgeld. Gemäss Auktionskatalog waren damals nur zwei solche Exemplare bekannt. Fritz Heimbüchler hatte diese Marke von Edouard Cohen erworben (Provenienz-Angabe), doch vermutlich aus einem Sammellos (siehe «Fundbericht» im Rumänien-Sammler). Altmeister Pfenninger hatte dazu 1970 ein Attest erstellt.

Fritz Heimbüchler übernahm schon kurz darauf den Vorsitz der ARGE, da Horst Scherrer berufsbedingt seinen Rücktritt bekanntgeben musste. Fritz Heimbüchler war damals erst 41 Jahre alt. Rundschreiben 13 vom Januar 1972 informiert uns genau über diesen Wechsel. Von Januar 1972 bis Herbst 2021 leitete dann Fritz Heimbüchler die ARGE, fast 50 Jahre lang! Er führte die ARGE in Höhen, von denen wir heute nicht mehr zu träumen wagen. Er war Autor von drei massgebenden Handbüchern (1994, 2002 + 2007) und von unzähligen Fachartikeln in Fachzeitschriften. Sein zweites Handbuch wurde 2003 mit der Crawford Medaille ausgezeichnet.





Auszug aus dem Buch: "The Grand Prix Club Book 1950-2000" von David Springbett 2001, Seite 73

An internationalen Ausstellungen erreichte er die höchst möglichen Auszeichnungen: Grand Prix d’Honneur 1979 an der «Philaserdica ‘79» in Sofia (Bulgarien) und den Grand Prix International 1996 an der «Istanbul ‘96» (Türkei). Als Prüfer wirkte er während Jahrzehnten und sein scharfes Auge enttarnte manch eine Fälschung. Seine Urteile über Papier- und Farbunterschiede waren massgebend und es wäre zu wünschen, dass keines seiner zahllosen Atteste verloren geht.

Fritz Heimbüchler konnte die Dankbarkeit und Anerkennung der Philatelisten entgegennehmen und erhielt viele Preise. Die zweifellos schönste Auszeichnung erhielt er 2001, als er eingeladen wurde, die Roll of Distinguished Philatelist zu unterzeichnen. Dies ist die höchste Ehre, die einem Philatelisten zuteil werden kann.



Auszug aus dem Buch: Edition d'Or (siehe oben; Seite 13).

Es wird ihn sicherlich gefreut haben, dass an der soeben in Wiesbaden durchgeführten Literatur – Auktion (15. 11. 2025, Heinrich Köhler) die Lose 20448+21069 ganz erstaunliche Preise erzielt haben. Zwei Spezialauflagen seiner Handbücher 1+3 erzielten bei einem Startpreis von Euro 120 einen Zuschlag von Euro 700 und das Handbuch 2 bei einem Startpreis von Euro 125 einen Zuschlag von Euro 380.

Fritz Heimbüchler kann wahrlich auf ein reich erfülltes und erfolgreiches Leben zurückblicken. Wir wünschen ihm und seiner Frau Ursula, die ihn immer liebevoll unterstützt hat, auch für die Zukunft alles Gute!

Herzliche Grüsse nach München!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.11.2025 10:30:04 Gelesen: 2089# 1160 @  
@ Heinz 7 [#946]

Das Sammelgebiet Rumänien ist ja hoch-interessant, auch weil viele ausländische Postverwaltungen ihre Dienste auf dem Gebiet der Moldau und der Wallachei anbieten durften. Nicht jeder Rumänien-Sammler sammelt auch diese Poststücke, viele begnügen sich mit der rein rumänischen Post, was natürlich auch schon "einiges hergibt".

Ich habe immer schon versucht, alle Aspekte der rumänischen Postgeschichte zu berücksichtigen, und dazu gehören natürlich die ausländischen Postverwaltungen. In meinem Handout zur 5-o'clock-Presentation in der Royal Philatelic Society London habe ich 2014 die Sammelgebiete dargestellt, und in meinem Vortrag vom Mai 2022 in der Académie "nachgedoppelt".



Es war nun ein besonderes Vergnügen, die Grossgold-Medaillen-Sammlung von Eddie Leibu, FRPSL und RDP zu studieren, die 2024 in Bukarest mit einem Band der Reihe Edition d'Or geehrt wurde.



Die Sammlung ist zwar nicht sehr gross, ist aber gespickt mit vielen Raritäten. Der erste Teil der Sammlung wurde nun in Zürich verkauft.

Die erste Seite der Sammlung zeigt den Aufbau, wie Eddie sein Exponat aufbaute. Die Leser werden feststellen, dass das Inhaltsverzeichnis meines "Papers" viele Parallelen dazu aufweist.



Eddie Leibu beeindruckt mit nicht weniger als 18 Briefen in Kapitel 4 (French Post Offices). Es gibt in diesem Bereich ein paar grosse Seltenheiten. Doch nicht alle Belege sind teuer. Los 2331 wurde zu nur CHF 400 ausgerufen (Brief mit Stempel "Gros Chiffre 5085").



Der Zuschlag erfolgte dann allerdings erst bei CHF 1'700.

Deutlich seltener als "Gros Chiffre" sind Belege mit Stempeln "Petit Chiffre". Ich bin happy, dass ich Los 2328 kaufen konnte: ein Brief von Galatz nach Marseille von 1862, gestempelt "4008". Bisher hatte ich den Stempel erst auf loser Marke.



Dieser Brief wurde von Herrn Dr. Gertlieb Gmach in seinem grossen Werk ausführlich besprochen (siehe Band IV, Seite 144).

Schöne Sonntags - Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.12.2025 11:27:59 Gelesen: 1485# 1161 @  
@ Heinz 7 [#1160]

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Noch einmal wird ein Feuerwerk an Auktionen gezündet, das auch für Sammler von Rumänien hoch interessant ist.

Über den Verkauf der Sammlung Leibu habe ich oben kurz berichtet. In Wien, bei Viennafil, findet zur Zeit gerade die 100. Saalauktion statt. Am ersten Tag kamen auch einige sehr beachtenswerte Rumänien-Lose zum Verkauf.

Viele der Stempel "Österreichische Post in Rumänien" sind selten und werden gelegentlich sehr teuer. Ein Beispiel möge dies belegen.



Der Stempel "Tekutsch" kam im Februar 1855 beim Feldpostamt in den Einsatz, zur Zeit des Krimkrieges. Der Stempel ist selten und wurde bewertet wie folgt:

Tchilinghirian 1966: fig. 775 = first period, stampless letter: GB£ 25
Edwin Müller 1961: 3000 Punkte (Seite 178, Stempel 3449) = 200 x 15
Gmach 2014 schreibt zwar auf Seite 323, dass der Stempel "nur" 300 Punkte wert sei: 100 x 3 (er bezieht sich auf E. Müller, verwendet aber andere Faktoren)
Blistyar 2011: Seite 128: Euro 450

Viennafil hat den Brief gestern mit nur Euro 300 an den Start gebracht (Los 336). Nicht nur ein Kenner hatte darum besonderen Appetit auf dieses Los. Der Zuschlag erfolgte am Montag erst bei Euro 3'400 + 24 % = Euro 4'216.

Ein hoher Preis, gewiss ... aber der Fall zeigt mir, dass es gut ist, auch die "alten Bewertungen" zu kennen. Edwin Müller war ein grosser Kenner der Materie. Vielleicht hat der Sammler "ein halbes Leben" auf diesen Stempel gewartet, und war darum bereit, Müllers Ur-Alt-Bewertung zu folgen?

Das Beispiel zeigt deutlich, wie sich Hoffnungen auf Schnäppchen immer wieder als Illusion herausstellen.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 02.12.2025 20:25:29 Gelesen: 1409# 1162 @  
@ Heinz 7 [#1161]

"Edwin Müller 1961: 3000 Punkte (Seite 178, Stempel 3449) = 200 x 15"

Man darf nicht vergessen, das die Bewertung für die Stempel bei Müller nur für vollständige Stempel auf Freimarken gilt (siehe allgemeine Bemerkungen Seite 2).

Bei der Bewertung von 200 x 15 steht eine römisches "I"; dies bedeutet, das die Bewertung für diesen Stempel nur auf Marken der ersten Ausgabe von Österreich (MiNr. 1 - 5) gilt.

Gruss
Martin
 

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