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Thema: Fälschungen auf Auktionen kaufen ?
Victoria8749 Am: 05.02.2014 23:22:16 Gelesen: 3356# 1 @  
Hallo Sammlerfreunde,

jeder von Euch ärgert sich bestimmt über die vielen Fälschungen, die im Umlauf sind und ständig neu dazu kommen.

Wir haben hier so viele Spezialisten, ernsthafte Sammler und Philatelisten, wir sind doch zusammen stark, es muß doch möglich sein, etwas zu tun.

Bei einem großen Auktionshaus wird z.B. folgendes Los angeboten:

FAKSIMILE: Gehaltvolle Partie nur mit Faksimile und Nachdrucken. Viele Sorten in Stückzahlen bis zu 100x Stück, dabei diverse klassische und gesuchte Ausgaben, wie u.a. Bayern Nr.1, Bremen, Sachsen Nr.1, Flugpost Rhein-Main, Vineta-Provisorium, China-Handstempel, Saar Madonna und Hochwasserblocks, Tunis-Feldpost, SBZ mit Blocks, Potschta etc. aber auch Finnland Nr. 1 und 2, Österreich Merkur, Schweiz Baseler Täubchen, PAX, Pro Juventute-Vorläufer und Blocks, Spanisch Andorra 1972 u.v.m., ideal zum kostengünstigen Füllen von Albumlücken. Der Katalogpreis für echte Ausgaben würde sich sicherlich im astronomischem Bereich bewegen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß es sich in keinem Fall um echte Marken handelt, selbst wenn einzelne Ausgaben den Originalen täuschend ähnlich sehen.

Ich nenne bewußt hier das Auktionshaus nicht, um Ärger zu vermeiden. Wenn schon aus dem Ausland genug Mist angeboten wird, so muß man doch wenigstens hier versuchen, das zu unterbinden.

Viele Grüße Volker
 
drmoeller_neuss Am: 06.02.2014 09:00:51 Gelesen: 3283# 2 @  
@ Victoria8749 [#1]

Warum kann man hier nicht Ross und Reiter nennen?

Ich gehe davon aus, dass Du die Beschreibung des Loses korrekt wiedergegeben hast. Die Beschreibung ist rechtlich nicht zu beanstanden. Der Handel mit briefmarkenähnlichen Buntpapieren ist erst einmal nicht verboten.

Diese Nebenkriegsschauplätze sind eher akademische Betrachtungen und dürften in der Praxis keine Relevanz haben: Die erwähnten Marken sind nicht mehr frankaturgültig. Würden diese Fälschungen nicht gekennzeichnete Nachahmungen von gültigen Wertzeichen darstellen, könnte der Tatbestand des Wertzeichenbetrug bzw. Urkundenfälschung erfüllt sein (ist bei klassischen USA- und Frankreich-Marken der Fall, da diese noch gültig sind). Bei modernen Marken wäre auch eine Verletzung des Urheberrechtes denkbar, wenn Briefmarken ohne Genehmigung der Rechteinhaber (Grafiker, Postverwaltung) nachgedruckt werden.
 
Kontrollratjunkie Am: 06.02.2014 09:03:34 Gelesen: 3282# 3 @  
Hallo Volker,

dieses norddeutsche Auktionshaus bietet diese Partien seit Jahren an. Zunächst zum Ausruf von 500 EUR (sic !) und jetzt für die Hälfte.

Wenn man bedrucktes Papier ohne jeglichen Sinn oder Wert zu solchen Preisen losschlagen kann wäre es schon an der Zeit darüber nachzudenken, ob man den falschen Beruf gewählt hat. Aber Gott sei Dank ist der Absatz dieser "Marken" offenbar nicht sehr erfolgreich.

Gruß
KJ
 
Victoria8749 Am: 06.02.2014 10:50:44 Gelesen: 3240# 4 @  
@ Kontrollratjunkie [#3]

Vielen Dank für die Beteiligung, an dieser Diskussion! Anmerken möchte ich noch, das ich nicht die bedruckten Bilder meine, ich rede von echten Fälschungen und Falschgeld in den Umlauf zu bringen ist doch auch strafbar. Wenn man Angst haben muß, das ein Großteil der Sammlung nicht echt ist! Das man wertvolle Stücke nur kaufen sollte, wenn sie geprüft sind, ist klar, Probleme bereiten aber auch die Stücke um 10,00 €.

Wenn ich bei Ebay "Forgery" unter Briefmarken weltweit eingebe bekomme ich ca. 800 Treffer. Das ist der Mist den wir später prüfen lassen müssen.

Gruß Volker
 
DL8AAM Am: 06.02.2014 14:19:29 Gelesen: 3182# 5 @  
@ Victoria8749 [#4]

ich rede von echten Fälschungen und Falschgeld in den Umlauf zu bringen ist doch auch strafbar.

Weil es gültiges Geld ist! Ungültiges Geld dürftest Du nachdrucken oder wie Du es nennst "fälschen". Solange man keine rechte Dritter, z.B. wie drmoeller_neuss schon schreibt "Urheberrechte" (die nach einer gewissen Zeit auslaufen [können]), darfst Du Originale jeglicher Art (Ausnahme: gültige Wertpapiere/Geld/Briefmarken/Urkunden/Titel/Urteile/etc.) nachmachen.

Wenn ich mich abends hinsetze und einen Rubens oder Rembrandt 1:1 bis auf genaueste abkupfere, inklusiver alter Farbe und Leinwand, ist das vollkommen legal. Das sind keine "Fälschungen". Das muss nicht einmal gekennzeichnet werden. Ich darf das sogar verkaufen, solange ich es eben nicht mit "Echt Rubens" anpreise (oder den offensichtlichen Eindruck erwecke, dass echt...), erst dann wird das zur bösen "Fälschung".

Mit welcher rechtlichen Grundlage willst Du den Handel mit "nachgemachten" Kopien von "rechtelosen" Dingen verbieten lassen? eBay (oder auch Aldi) selbst könnte es für seine eigene Plattform (Geschäfte) fordern, da Hausrecht, aber gesetzlich gibt es keinerlei Handhabe dafür. Für uns Hobbyisten wird es auch kein lex specialis geben (dürfen), auf welcher Grundlage und Berechtigung eben?

Rechtlich gesehen beschäftigen wir uns erst einmal mit absolut wertlosen Dingen, mit Altpapier, der Wert entsteht erst durch den (eigenen, internen) Philatelistenmarkt. Ohne diesen Markt ist eine echte und eine "gefälschte" Mauritius exakt gleich viel wert, nämlich Altpapierwert. Für den Markt gelten dann die ganz normalen "Handelsgesetze" (HGB, BGB etc.), egal ob ich einen Fernseher oder eine Briefmarke verkaufe. Diese Regeln decken prinzipiell jedes Handel vollständig und klar ab. Es ist bereits alles geregelt. "Wenn Original (Kopie) drauf steht, muss auch Original (Kopie) drin sein". Solange ich nicht mit betrügerischer Absicht, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen agiere ist erst einmal alles OK.

Ob wir das "schön" finden ist vollkommen egal, das ist eine absolut andere Geschichte. Manche finden es auch nicht schön, dass die Erde keine Scheibe mehr ist, und? Eine Sonderbehandlung werden die Scheibenfans und wir Zackenzähler nicht erwarten (dürfen). Auch die "Decheler" und "Philluministen" (Kaffeesahnedeckel- bzw. Streichholzschachtelsammler [1]) finden es sicherlich nicht so toll, wenn Kopien oder Nachdrucke ihrer Schätze produziert werden, aber ...

Das einzige was hilft, ist "Wissen" bzw. die Finger von Dingen zu lassen, die man nicht richtig ersteht.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.kaffeerahmdeckel.de http://www.matchcover.de/index.htm
 
doktorstamp Am: 06.02.2014 14:45:40 Gelesen: 3167# 6 @  
Wer eine Spezialsammlung führt hat auch (meist) Fälschungen in der Sammlung. Sie dienen zu Vergleichszwecken.

Das Problem besteht darin, viele lassen sich verführen, gemeint sind natürlich die Schnäppchenjäger, die oft gutes Lehrgeld für so etwas ausgeben.

Wie von meinem Vorschreiber erwähnt; Wissen kann schützen, ferner die Fähigkeit Sachen liegen zu lassen wovon man keine Ahnung hat. Aber wer gibt so etwas zu?

If it's too good to be true, it probably isn't.

Ich werde künftig noch eine Lanze für die Literatur brechen, wenn auch manche sich vehement dagegen wehren.

Solange die Sammelschaft sich en gros nur auf Michel beruft, werden welche immer wieder reinfallen, leider. Nur wenn die Sammelschaft bereit ist über den Tellerrand zu schauen, wird langsam Einhalt mit solchen Geboten gemacht werden.

Leider fallen die Aufrufe sich Wissen anzueignen auf nahrungslosen Boden.

mfG

Nigel

Das Heft Philatelie (440) aus Februar, da sollte jeder Seite 24 lesen. Vielleicht ist der Lars so nett, und stellt den Beitrag ein.
 
Victoria8749 Am: 06.02.2014 14:52:09 Gelesen: 3163# 7 @  
@ DL8AAM [#5]

Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung! Anmerken möchte ich noch, dass wir von PhilaSeiten vielleicht bewirken können, dass die Auktionshäuser diese Einlieferer mit Ihrem Hausrecht verbannen, gerade in der Zeit, da Auktionshäuser, wie Rauhut & Kruschel uns wohlgesonnen sind. Letztlich sind wir ja auch eventuelle Kunden.

Viele Grüße Volker
 
Kontrollratjunkie Am: 06.02.2014 16:21:28 Gelesen: 3123# 8 @  
@ Victoria8749 [#7]

Wir sind nicht nur "eventuelle Kunden", sondern wir sind DIE Kunden, mithin die Brötchengeber der Auktionatoren. Unsere Nachfrage sichert deren Einkommen. Ich bin da recht pragmatisch und erwarte nicht nur, dass man dem Sammler gegenüber wohlgesonnen ist, sondern dass man sich als Dienstleister versteht. Leider ist diese Tatsache bei vielen Häusern noch nicht angekommen. Aber es wird sich in Zukunft sicher durchsetzen (müssen).

Gruß
KJ
 
Wim Ehlers Am: 06.02.2014 16:56:33 Gelesen: 3104# 9 @  
@ Victoria8749 [#1]

Hallo Volker,

da Du eine Frage gestellt hast, solltest Du auch eine Antwort darauf erhalten.

Meine Antwort:

Fälschungen überhaupt nicht kaufen!

"Faksimile"-Ausgaben finden wir haufenweise auch bei ebay & co. Der gerne gemachte Hinweis, Lücken zu füllen ist unbrauchbar. Wenn ich Lückenfüller in ein Album haben will, scanne ich aus einem Katalog und drucke die Abbildung aus und verwende das Bild dann als Platzhalter.

"Faksimile"-Ausgaben gehören in den Reisswolf und haben auf keiner Angebots-Plattform etwas zu suchen!

Beste Grüße
Wim
 
gründi Am: 06.02.2014 17:19:41 Gelesen: 3083# 10 @  
Meine Meinung dazu: Solange direkt auf Fälschung, Nachdruck, Replik, Faksimile etc hingewiesen wird, handelt es sich nicht um Fälschungen im eigentlichen Sinne.

Ich finde es viel verwerflicher, dass es Firmen gibt (welche sogar in den Briefmarkenzeitungen inserieren), welche Briefmarkenreparaturen ausführen. Zahnfehlerkorrektur, Neu-/ Nachgummierung, entfalzen. Solche Verfahren "verfälschen" doch im eigentlichen Sinne, denn sie verändern den Ursprungszustand der Briefmarke. Aus gefalztem Material wird dann auf einmal postfrisch, so (ohne Bezeichnung: Reparatur) angeboten, wird der Sammler betrogen.

Wird dagegen im Angebotstext explizit darauf hingewiesen, dass es sich keinesfalls um echte Briefmarken handelt, sondern um Fälschung, Nachdruck, Replik, Faksimile etc, weiß der Käufer (oder Bieter beim Auktionshaus) auf was er sich einlässt.

Interessanter wird es, wenn im Ebay Angebot "Echtheit: nicht bestimmt" zu lesen ist, der Verkäufer meint "ich habe keine Ahnung davon" - DAS ist dann fragwürdiges Verhalten, ohne Kennzeichnung - und hier wird dann auch der Bieter im Regen stehen gelassen.

Also immer Augen auf, nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch beim Internetauktionshaus seiner Wahl. ;)
 
bayern klassisch Am: 06.02.2014 17:27:10 Gelesen: 3069# 11 @  
@ eurowelter [#9]

Sehe ich genau so! Kein Mensch braucht Fälschungen, Faksimiles oder ähnliches, mit dem doch nur Humbug getrieben wird.

Von mir aus könnte man diesen ganzen Mist verbrennen, das wäre für alle ernsthaften Sammler von Vorteil. Je weniger es von diesem Müll gibt, je attraktiver wird unser Hobby.

Liebe Grüsse von bayern klassisch (keine Fälschung in den Sammlungen und das ist gut so)
 
Altdeutschland Am: 06.02.2014 17:59:32 Gelesen: 3053# 12 @  
@ doktorstamp [#6]

Hallo zusammen,

ich will nicht so sehr auf die Frage eingehen ob man Fälschungen sammeln soll oder nicht sondern vielmehr an dieser Stelle mal eine "Lanze für Nigel brechen" Er betont immer wieder das Literatur - die über den Michel hinausgeht - wichtig ist. Ich will dies an einem Beispiel aus dem Sammelgebiet Bremen verdeutlichen. Exemplarisch dargestellt an den Ausgaben zu 5 Grote. Größere Bilder kann ich leider nicht einstellen da es sich um mein Bildschirmarchiv handelt.



Die 1. Marke ist echt die zweite falsch. Es handelt sich um eine sogenannte Bredemeyer Fälschung. Jeder kann die Fälschung erkennen, wenn man die Echtheitsmerkmale kennt.

Nachstehend eine weitere echte 5 Grote Marke:



Für die 5 Grote Ausgaben gilt: In den Markenecken oben und unten muß ein Punkt zu erkennen sein. Die meisten Fälschungen sind ohne Punkt. Die Marke ist zwar repariert (rechts am Rand) aber echt.
 
Altdeutschland Am: 06.02.2014 18:08:17 Gelesen: 3045# 13 @  
@ Altdeutschland [#12]

Nachstehend zunächst eine echte Nr. 12 und dann die Fälschung wieder gut an den Punkten zu erkennen.



Als letztes ein Block der 5 Grote. Wird manchmal als Original angeboten, es handelt sich aber um die nicht herausgegebene Nr. I. Es ist also keine Fälschung. Gut zu erkennen, im oberen Schriftband steht "Marken" und nicht Marke.



Echtheitsmerkmale gibt es für alle Marken in jedem Gebiet. Dieses Wissen sollte man sich aneignen.

Viele Grüße
Altdeutschland
 
philapit Am: 06.02.2014 19:56:49 Gelesen: 2992# 14 @  
@ Altdeutschland [#13]

Hallo Sammlerfreunde!

Viele Sammler die hier im Forum von Betrug usw. schreiben sollen aber bitte bedenken das massenhaft sogenannte FAKSIMILE von Briefmarkenvereinen, Ausstellungen (Nordposta), Auktionsfirmen u.s.w. hergestellt und vertrieben wurden und werden.

Ich habe massenhaft davon. Auch ich habe davon schon einige bei Ebay eingestellt für einen €. Natürlich als Faksimile beschrieben. Im Bild habe ich natürlich auch die Rückseite mit dem Aufdruck Faksimile abgebildet. Was ist mit dem offizelen Sonderheft "Blaue Mauritius" - Inhalt mehrere Nachdrucke von Briefen und einer Marke. Auch Betrügereien - Oder? Wer auf so etwas reinfällt und dafür hunderte Euro bezahlt sollte sofort das Sammeln aufgeben. Anders sieht es natürlich bei Marken aus die verfälscht werden, aufkopierte Stempel, reparierte Marken, nachgummierte u.s.w. Wenn das beim Verkauf nicht angezeigt und mitgeteilt wird ist das Betrug.

Ich habe schon einen Auktionssaal gesehen der nur mit Fasimiles im Rahmen geschmückt war und sich die Sammler die Nase platt gedrückt haben. Alles wunderschön anzusehen. Nun erwarte ich eine rege Diskusion zu dem immer wieder auftauchendem Thema.

Mit freundlichem Gruß
Philapit
 
Wim Ehlers Am: 06.02.2014 21:59:19 Gelesen: 2948# 15 @  
@ philapit [#14]

Was eine rege Diskussion über Faksimiles an dieser Stelle soll, vermag ich nicht wirklich zu verstehen. Wikipedia schreibt als Erklärung zu Faksimiles [1]:

Postwertzeichen
In der Philatelie bezeichnet man Nachahmungen seltener Briefmarken von privater Seite als Faksimile. Diese Nachahmung muss jedoch vom Original abweichen, da es sich sonst um illegale Fälschungen handeln würde. Eine einfache rückseitige Kennzeichnung als Faksimile reicht dafür nicht aus. Die Abweichung kann beim verwendeten Briefmarkenpapier, in der Farbe, in der Perforierung oder beim Druckverfahren stattfinden. Ein Faksimile ist daher nur eine dem Original ähnliche Briefmarke.

Findet die Herstellung von Faksimiles von Briefmarken unter staatlichem Auftrag statt, nennt man dies Nachdruck. Diese werden nicht mit dem Originaldruckstock hergestellt. Briefmarken, die nach ihrer Frankaturgültigkeit mit den Originaldruckstöcken oder Druckplatten hergestellt werden, bezeichnet der Philatelist als Neudrucke.


Der Titel dieses Themas heißt aber Fäschungen auf Auktionen kaufen ...

Nach wie vor gilt (nicht nur) für mich: Finger weg von Fälschungen!

Beste Grüße
Wim

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Faksimile
 
Mondorff Am: 06.02.2014 23:01:49 Gelesen: 2919# 16 @  
@ doktorstamp [#6]

Wie wahr! Literatur gibt es ausreichend, sie muss nur gelesen werden – und zwar vor dem Kauf oder Verkauf.

Dieser Anbieter hier bei ebay, inverstamp aus Amsterdam, hat vielleicht gar keine Literatur, sonst würde er die Ganzfälschung oder Stempelfälschungen nicht seit einiger Zeit als echte Marken anbieten. Zum entsprechendem Preis also.







Vorgestellt sind Fälschungen der Mi.-Nr. 3 , 4 , 8 , 14 , 17 , D 4I und D 23I. Alles Ganz- Aufdruck- oder Stempelfälschungen. Eines fällt oft mit dem anderen zusammen.

Dies sind die wirklich gefährdenden Händler und gefährdeten Sammler. Hinter dem Anbieter inverstamp steht ein Georg Kunz. Der Mensch zieht diese und andere Lose, obwohl er schon "einige" Male auf diese Fälschungen hingewiesen wurde, nicht zurück, sondern schließt den oder die Quälgeister einfach von seinen Auktionen aus.

Was ist dagegen ein Facsimile, dass als dieses auch angeboten wird? Nutzlos – jedoch nicht wirklich gefährlich.

Schönen Gruß
DiDi
 
JoshSGD Am: 07.02.2014 11:40:34 Gelesen: 2854# 17 @  
Liebe Sammlerfreunde,

bezugnehmend auf den Ausgangsbeitrag ist es schon ein Unterschied, ob Marken als Faksimile oder verfälscht verkauft werden. Faksimiles tun niemandem weh, sofern sie als solche gekennzeichnet sind. Ich persönlich erkenne aber keinen Sinn hinter solchen Produkten. Es ist eben eine Charakterfrage, ob man sich so etwas in die Sammlung steckt oder ob man Mut zur Lücke hat. Ich bevorzuge letzteres. Wer dafür 250 oder 500 € ausgibt, kann das gerne tun, kann aber genauso gut sein Geld verbrennen. Werden verfälschte Marken bewusst als "echt" verkauft, ist es eine Straftat!

Fälschungen zu sammeln ist meiner Meinung aber in bestimmten Gebieten durchaus wichtig, z.B. Stempelfälschungen in der Inflationszeit. Ich würde diese nicht verbrennen oder sonst etwas, sondern die Vergleichssammlung damit bestücken.

Zu guter Letzt: Nigel und alle anderen Literaturbesessenen haben Recht, Literatur ist das A & O, und damit meine ich mehr als nur den Michel.

Gruß
Josh
 
DL8AAM Am: 07.02.2014 15:12:13 Gelesen: 2801# 18 @  
@ eurowelter [#15]

In der Philatelie bezeichnet man Nachahmungen seltener Briefmarken von privater Seite als Faksimile. Diese Nachahmung muss jedoch vom Original abweichen, da es sich sonst um illegale Fälschungen handeln würde. Eine einfache rückseitige Kennzeichnung als Faksimile reicht dafür nicht aus. Die Abweichung kann beim verwendeten Briefmarkenpapier, in der Farbe, in der Perforierung oder beim Druckverfahren stattfinden. Ein Faksimile ist daher nur eine dem Original ähnliche Briefmarke.

Wer hat denn das geschrieben, falscher als falsch geht nicht! Das ist reines Wunschdenken. Scheinbar ist die Theorie der Schwarmintelligenz, die hinter der Idee von Wikipedia steht, hier widerlegt worden. Ob es mir, den Philatelisten oder sonst wen, gefällt oder nicht. Eine 1:1 Nachahmung oder ein "nur rückseitig einfach gekennzeichnete" Faksimile ist KEINE illegale Fälschung. Erst einmal was soll daran "illegal" sein? So eine Nachahmung ist auch erst einmal KEINE Fälschung. Zur Fälschung wird so ein Machwerk erst (Zitat) " Eine Fälschung beziehungsweise ein Falsifikat ist die bewusste Herstellung eines Objektes ... zur Täuschung Dritter." Die Betonung liegt auf "Täuschung Dritter". Auch hier kommt erst die Illegalität ins Spiel. Solange diese Nachahmungen, Kopien bzw. Faksimiles als genau solches angeboten, verkauft oder weitergegeben werden, handelt es sich weder um eine Fälschung noch um irgendein illegales Tun (immer solange keine Rechte Dritter tangiert werden, siehe Urheberrecht).

Das ist aber nicht die Frage, sondern soll man Nachahmungen, Kopien, Faksimiles oder aufgeflogene Fälschungen sammeln? Ich meine in eine ersthafte philatelistische (eher "historisch, klassische") Sammlung kann/soll/muss man diese als Vergleichs- bzw. Referenzexemplar aufnehmen. Nicht nur als Prüfer. Sollten die nicht bereits entsprechend gekennzeichnet sein, bitte ruhig selbst "entwerten", damit die später nach einer "Sammlungsauflösung bzw. -vereinzelung" auch wieder nur als solche weitergegeben werden können. Es soll übrigens auch "originale Fälschungen" geben, die inzwischen mehr Wert haben, als die "originalen Originale" ;-) Einen echten Sperati, Fournier oder Foure würde ich nicht von der Bettkante schubsen. Und Fälschungen zum Schaden der Post sind inzwischen ein eigenes Sammelthema, die teilweise sogar in speziellen Fälschungskatalogen/Aufstellungen gelistet und gezielt gesammelt werden, z.B. "Nigeria-Connection" oder moderne US-Dauerserien (Flaggen).

Das eigentliche Problem ist, das aus legalen Nachahmungen schnell illegale Fälschungen werden können, insbesondere im Zeichen der aktuellen herrschenden "Geiz Ist Geil"-Ideologie. Leider fallen dabei nicht nur gedankenlose "Gier frisst Hirn"-Schnäppchenjäger auf solche Machwerke herein, sondern auch seriöse Sammler. Nur zu schnell kann man sich blenden lassen, auch unbewusst. Wobei wir wieder beim Thema Literatur & Wissen bzw. bei der "moralischen Festigkeit" sind, sich nicht auf Dinge einzulassen, von dem man keine wirkliche Ahnung hat, insbesondere wenn (viel) Geld im Spiel ist. Das gilt aber nicht nur in unserem Hobby, sondern auch in der echten Welt da draussen, Finanzdienstleistung (im weitesten Sinne) ist hier ein gutes Schlagwort, siehe z.B. aktuell 8%-Rendite-PROKON.

Selbst ein Appelieren an die Händler und Auktionshäuser (oder Selbstbeschränkungen der "Seriösen") diese Dinge nicht mehr anzubieten, hat keinen wirklichen nachhaltigen Effekt. Solange auch nur noch ein einziger Anbieter, der so etwas ja noch immer legal handelt, am Markt ist, besteht die Gefahr, dass die Stücke in die Illegalität abgleiten. Dann sind mir seriöse Häuser, die diese Werke - entsprechend beschrieben und (hoffentlich) gekennzeichnet - anbieten, 10x lieber, als sonstwer anders. Diesen Sonstwer gäbe es immer.

Wenn ich mir aber das doch sehr "reisserisch" formulierte Sammel-Großpostenangebot aus [#1] anschaue, frage ich mich, wer hier die potentielle Zielgruppe sein soll? Bestimmt nicht der Rumänienspezialsammler, der eine bestimmte 150 Jahre alte Fälschung als Fälschungsreferenz für seine Sammlung haben möchte - oder "Ich" auf der Suche nach meiner ersten Fournier ... :-(
Ich befürchte, dass wir bestimmt bald 1-2 Stücke davon bei eBay bewundern dürfen.

Mit nachdenklichen Grüßen
Thomas

Nachsatz zur Lösung: Hmmmm?!?! Als einzige Möglichkeit etwas hiergegen zu unternehmen sehe ich nur auf Online-Plattformen wie ebay einzuwirken, dass die über ihr Hausrecht Beschränkungen aussprechen. Nur wie will eBay die Angebote flächeneckend erkennen, neues Berufsfeld "Philatelist bei eBay"? ;-) Ich tippe einmal, dass heutzutage der Großteil dieser Machwerke über das Internet gehandelt werden. Hier kann eine Person schnell und leicht, viele viele kleine Posten kostengünstig anbieten. Das Risiko, dass Auktionshäuser und echte Händler mir bewusst oder grobfahrlässig Fälschungen (als echt) unterschieben ist zwar da, aber nicht sehr groß. Die haben einen Namen und ihre Existenz zu verlieren, im Gegesatz zu "Grimbelbatz234" bei eBay. Auch über Tauschtage können nicht mehr die Mengen im Markt plaziert werden, zumal ich da das Ding zumindest schon einmal in den eigenen Händen halten kann und potentielle "Besserwisser" im Hintergrund gerne mitsprechen (wollen). Wenn man also die Online-Plattformen in den Griff bekommen könnte bzw. die "Sammler" sensibilisieren kann, dann .... wobei, eigentlich sinnvoll greift nur der letzte Ansatzpunkt; Bildung, Bildung, (Ein-)Bildung.
 
Mondorff Am: 07.02.2014 20:39:36 Gelesen: 2746# 19 @  
@ DL8AAM [#18]
@ drmoeller_neuss [# 2]

"weshalb nicht Ross und Reiter nennen?"

Aus den Niederlanden erfahre ich gerade, dass der Anbieter dieser Stücke einen Umsatz von ½ Million jährlich haben soll. Ein angemeldeter Händler? Sicherlich auch mit echtem Material. Auch offensichtliche und in der Literatur längst bekannte Fälschungen werden unter das Angebot gemischt. Wer im Ausland lässt es auf einen Kauf mit anschließendem Rechtsverfahren ankommen?

Letzte Frage: Unterliegen diese Leute einem besonderen (Umsatz-)Schutz bei ebay?

Schönen Abend noch
DiDi
 
Victoria8749 Am: 08.02.2014 21:05:33 Gelesen: 2655# 20 @  
@ Mondorff [#19]
@ DL8AAM [#18]
@ eurowelter [#15]

Stellvertretend für alle Diskusionsteilnehmer danke ich Euch für die Beiträge. Ich bin überrascht, wie viele gute Beiträge zustande gekommen sind. Erschreckend, zu hören, das Leute Riesenumsätze mit der Gutgläubigkeit der Sammler machen. Vielleicht können WIR von philaseiten.de ja solchen Händlern zumindest unsere Meinung sagen, wenn solch ein Händler einige Hundert Mails bekommt, wird er vielleicht nachdenklich!

@ doktorstamp [#6]

Den Beitrag von Nigel nehme ich mir selber zu Herzen und werde versuchen noch mehr Literatur für meine Sammelgebiete zu bekommen, vielleicht hat ja Jemand einen Tipp. Ich suche Literatur von British Commonwealth Marken bis ca. 1900 also Queen Victoria Zeit, möglichst auf deutsch, ich kann zwar einigermaßen englisch, wenn es aber in den wissenschaftlichen Bereich geht, muß ich passen.

Also nochmal DANKE an Alle, schönes Wochenende,

viele Grüße Volker
 
mario0612 Am: 08.02.2014 21:20:14 Gelesen: 2648# 21 @  
@ Victoria8749 [#20]

Hallo,

ich sammle Postgeschichte Edinburgh. Wenn du Literatur suchst, dann kann ich dir nur den Tipp geben auch englischsprachige zu kaufen. Auch wenn das übersetzen nicht immer einfach ist, es lohnt sich.

Eine gute Adresse ist: http://www.pennymead.com
Oder die ARGE Großbritannien: http://www.fggb.de

Schönes Wochenende

Grüße Mario
 
Richard Am: 10.02.2014 08:20:34 Gelesen: 2576# 22 @  
@ Mondorff [#19]

"weshalb nicht Ross und Reiter nennen?"

Hallo Didi,

einfach die ersten zwei Sätze aus dem Angebot in Beitrag [#1] bei Google suchen lassen und schon ist das Ergebnis zu sehen:

http://www.philasearch.com/de/dosearch.php3?breadcrumbId=5133722&postype=all&treeparent=1040250,3000169,6000999&page=#.UvVKac5AeEU

Das Los wird gleich zweimal von Mirko Franke Auktion aus Bargteheide bei Hamburg, die kein Mitglied im Auktionatorenverband BDB ist, sonst hätte ich diesen schon nach seiner Meinung gefragt.

Die Auktion findet am 21.02.14 als Saalauktion statt.

Ich habe keinen Zweifel, daß das Angebot legal im Sinn deutscher Gesetze ist.

Schöne Grüsse, Richard

[1] http://www.mirko-franke-auktion.de/

Lose 5573 und 5574 mit identischem Text:

250 Euro

POSTEN UND NACHLŽSSE FAKSIMILE: Gehaltvolle Partie nur mit Faksimile und Nachdrucken. Viele Sorten in Stckzahlen bis zu 100x Stck, dabei diverse klassische und gesuchte Ausgaben, wie u.a. Bayern Nr.1, Bremen, Sachsen Nr.1, Flugpost Rhein-Main, Vineta-Provisorium, China-Handstempel, Saar Madonna und Hochwasserblocks, Tunis-Feldpost, SBZ mit Blocks, Potschta etc. aber auch Finnland Nr. 1 und 2, ™sterreich Merkur, Schweiz Baseler T„ubchen, PAX, Pro Juventute-Vorl„ufer und Blocks, Spanisch Andorra 1972 u.v.m., ideal zum kostengnstigen Fllen von Albumlcken. Der Katalogpreis fr echte Ausgaben wrde sich sicherlich im astronomischem Bereich bewegen. Wir weisen ausdrcklich darauf hin, daá es sich in keinem Fall um echte Marken handelt, selbst wenn einzelne Ausgaben den Originalen t„uschend „hnlich sehen.
 
drmoeller_neuss Am: 10.02.2014 10:56:50 Gelesen: 2534# 23 @  
@ Richard [#22]

Das Los wird gleich zweimal von Mirko Franke Auktion aus Bargteheide bei Hamburg, die kein Mitglied im Auktionatorenverband BDB ist, sonst hätte ich diesen schon nach seiner Meinung gefragt.

Auch BDB-Mitglieder sind sich für solche Lose nicht zu schade. Mir fällt da nur eine Aktion der Firma Arbeiter ein, wo Zeppelin-Nachdrucke bogenweise unters Volk gekübelt wurden.

Rechtlich ist das Angebot (leider) nicht zu beanstanden, wobei ich nicht weiss, ob die spanische Post auch Briefmarken der spanisch-andorranischen Post noch in Euro-Marken umtauscht. Für einen Nachdruck "Spanisch Andorra 1972" gäbe es dann eine Marke zu vier Eurocent. Theoretisch ist das Fälschen und in Verkehrbringen postgültiger Marken Urkundenfälschung. Bei neueren ungültigen Marken können die Urheberrechte der Postverwaltungen und des Entwerfers verletzt werden.

Klassische Marken, die nicht mehr gültig sind, dürfen als Nachdrucke und Fälschungen unters Volk gebracht werden, wenn sie korrekt beschrieben sind.
 
Francysk Skaryna Am: 06.04.2014 08:25:42 Gelesen: 2187# 24 @  
Moin,

das passt zwar nicht so ganz hier in diesen Thread, aber ich habe da gerade einen alten Artikel aus dem Spiegel im Hinterkopf:

Der Spiegel, Ausgabe 6/1957: Die Widerstands-Philatelie

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41120421.html

Grusz

Yeti
 
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