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Thema: (?) (169) Deutsches Reich: Dauerserie Hindenburg
Das Thema hat 179 Beiträge:
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hajo22 Am: 29.11.2014 18:48:22 Gelesen: 51525# 55 @  
Brief mit Zustellungsurkunde frankiert mit 50 und 4 Pf. Hindenburg ab Leipzig vom 16.7.1937 nach Annaberg.

Portorichtig mit gesamt 54 Pfg.: Förmliche Zustellung = 30 Pfg. + Hinsendung Fernbrief = 12 Pf. + Rücksendung der vollzogenen Urkunde Fernbrief = 12 Pf.



Schönen Abend.
Jochen
 
saintex Am: 29.11.2014 20:26:02 Gelesen: 51497# 56 @  
Aus meiner Luftpost-Sammlung einen Luftpostbrief von Landsberg (Warthe) nach Buenos Aires/Argentinien vom 9.6.1933 frankiert mit 8x40Pf und 1x25Pf Hindenburg.



Das Gesamtporto von 3.45 RM setzt sich wie folgt zusammen: 0.25 RM Auslandsbrief bis 20 Gramm, 3.20 RM Luftpostzuschlag nach Argentinien (1.60 RM je 5 Gramm). Der Brief wog also zwischen 5 und 10 Gramm.

Alle Marken tragen spiegelverkehrt die Firmenlochung "KL" = Kabelfabrik Landsberg (vgl. Absenderangaben auf der Rückseite des Briefes).

Sehr schön auf der Rückseite des Luftpostbriefes auch die Transit- und Ankunftsstempel, die den genauen Laufweg des Briefes dokumentieren. Findet man auch nicht alle Tage.

saintex
 
Wachauer Am: 29.11.2014 22:55:02 Gelesen: 51460# 57 @  
@ hajo22

Ich gebe gerne die Information des Spezialisten Kaiserschmidt aus dem Briefmarken-Forum hier weiter:

"ab 4.4.38 galt in der Ostmark bei Briefen der deutsche Tarif, Brief 12 Rpf
Flugpostzuschlag bis 31.7.38, öst Tarif 30 Groschen= 20Rpf je 20 Gramm. Der Brief ist um 12 Rpf unterfrankiert, das sieht man sehr häufig."


Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
 
hajo22 Am: 29.11.2014 23:10:20 Gelesen: 51456# 58 @  
@ saintex [#56]

Ich habe ein Original eines Südamerika-Luftpostwerbeblattes der Deutschen Lufthansa aus dieser Zeit mit den Luftpostzuschlägen in der Sammlung. Leider trägt das Übersichtsblatt kein Druckdatum.

Demnach betrugen die Luftpostzuschläge für Briefe nach Argentinien pro 5 gr = 1,50 bei der Deutschen Lufthansa. Folglich wäre Dein Brief um 20 Pfg. teurer über die gewählte Verbindung Air France. Hast Du hier eine Übersicht (der Air France) über die Luftpost-Gebühren analog der von mir gezeigten Gebührenliste?
Es fragt sich, warum die Sendung über die Air France gewünscht wurde. War sie schneller am Ziel oder lag sie für den Versand vom Termin her günstiger?

Air France Linie: Abgeschickt 9.6.-Berlin 9.6.-Paris 11.6.-Toulouse 12.6.-Buenos Aires 25.6.!

Die Lufthansa wirbt mit 3-3 1/2 Tagen nach Buenos Aires. Also schon für mich irgendwie merkwürdig.



Viele Grüße
Jochen
 
saintex Am: 29.11.2014 23:28:14 Gelesen: 51447# 59 @  
@ hajo22 [#58]

Hallo Jochen,

ich wollte in dem Thread "Dauerserie Hindenburg" nicht zu viel über mein spezielles Sammelgebiet der französischen Luftpost nach Südamerika 1919-1940 (Titel:"France - Amérique du Sud 1919-1940") schreiben. Das tue ich schon in dem Thread "Air Mail". Wenn's Dich interessiert schau doch einfach mal dort rein.

Aber wenn es erlaubt ist und das Forum hier interessiert, bin ich gerne bereit, noch "ein paar" Luftpost-Belege mit Hindenburg-Frankatur zu zeigen und die Hintergründe aus aerophilatelistischer Sicht näher zu erläutern. Ich verspreche auch, mich auf die Dauerserie Hindenburg zu fokussiere.

Also sag mal, ob ich schreiben darf.

Wolfgang (alias saintex)
 
hajo22 Am: 29.11.2014 23:29:05 Gelesen: 51445# 60 @  
@ Wachauer [#57]

Vielen Dank für die Erläuterungen. Ich nehme an, die Euphorie war so groß, daß man sich für das exakte Porto in jenen Tagen nicht sonderlich interessierte. So deute ich das, reine Vermutung.

Viele Grüße und nochmals besten Dank.
Jochen
 
hajo22 Am: 29.11.2014 23:34:53 Gelesen: 51439# 61 @  
@ saintex [#59]

Nur zu! Ich wüßte nicht, warum nicht.

Ich bin auf jeden Fall sehr interessiert. Ich habe auch noch eine Vielzahl von Luftpostbriefen von und nach Südamerika (via Condor), die ich hier nicht zeigen kann, da keine Hindenburg-Frankaturen.

Einen schönen Abend und ich habe meinen Text nochmals geringfügig geändert. Steht das "saintex" für Antoine de Saint-Exupéry?

Viele Grüße
Jochen
 
saintex Am: 29.11.2014 23:37:18 Gelesen: 51435# 62 @  
@ hajo22 [#61]

Ja, Freunde des Dichters nannten ihn so, um seinen umständlichen langen Namen abzukürzen.
 
saintex Am: 30.11.2014 00:20:00 Gelesen: 51416# 63 @  
Hallo Jochen,

zum Zeitpunkt der Aufgabe des von mir gezeigten Luftpostbriefes vom 9.6.1933 gab es nur eine Luftpostverbindung nach Südamerika, die von der französischen Fluggesellschat Compagnie Générale Aéropostale (kurz: Aéropostale oder CGA) betrieben wurde. Die Air France wurde erst im September 1933 gegründet und nahm ihren Geschäftsbetrieb unter der Firma Air France erst am 7.10.1933 auf. Das Unternehmen der CGA wurde von der Air France ab September/Oktober 1933 übernommen.

Die Lufthansa begann ihren Südamerika-Dienst erst am 1.2.1934. Auch nach Übernahme des Südatlantikdienstes der CGA durch die Air France blieben zunächst die in Deutschland geltenden Luftpostzuschläge in Kraft. Danach galt für die Luftpostzuschläge: mit AIR FRANCE nach Brasilien 1.30RM/5Gramm, nach Argentinien 1.60RM/5Gramm. Die Luftpostzuschläge der mit Lufthansa beförderten Luftpost waren etwas günstiger: nach Brasilien 1.25 RM/5 Gramm, nach Argentinien 1.50 RM/5 Gramm. Die Luftpostzuschläge beider Fluggesellschaften wurden erst ab 1.7.1935 harmonisiert.

Das von Dir gezeigte Luftpost-Werbeblatt der Deutschen Lufthansa AG stammt offensichtlich aus dem Zeitraum Sommer 1934 bis Sommer 1935.

Zum Laufweg des Luftpostbriefes und den genauen Daten werde ich morgen nochmals gesondert Stellung nehmen.

MfG Wolfgang
 
stampmix Am: 30.11.2014 10:28:33 Gelesen: 51373# 64 @  
Hallo zusammen,

hier eine weitere Einzelfrankatur der 15 Rpf. Hindenburg-Marke (Mi.520) in einer nicht so häufig erhaltenen Verwendung als Porto einer Mischsendung der 2.Gewichtsstufe 100gr.-250gr am 11.7.1935 von Nürnberg nach Dallmin und weitergeleitet nach Klüß.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 30.11.2014 11:47:08 Gelesen: 51360# 65 @  
@ saintex [#63]

Hallo Wolfgang,

ich habe in meinem philatelistischen Archiv einen Artikel aus der DBZ 6/84 von Wilhelm Proidl gefunden mit dem Titel "50 Jahre Lufthansa-Flüge über den Südatlantik". Ich zitiere daraus die Fundstelle auf Seite 972: "Ab 30. März 1935 wurde auf der Südatlantikstrecke auch nachts geflogen und dadurch die Postlaufzeit zwischen D und Rio de Janeiro auf 3, zwischen D und Buenos Aires auf 3 1/2 Tage gedrückt."

Auf dem in [#58] gezeigten Werbeblatt ist oben ganz stolz diese Laufzeit vermerkt. Das bedeutet, daß dieses Werbeblatt erst nach oder um den März 1935 veröffentlicht worden ist.

Wie heißt es so schön: "Wer sucht, der findet".

Doch nun zur Hindenburg-Serie.

Ich zeige heute einen mit 2x10 Pf. Hindenburg frankierten Brief nach New York, der, da um 5 Pf. unterfrankiert, Nachgebühr in New York erhielt:

Brief aus Stettin vom 2.7.1934, Ankunft New York 13.7.1934. "T"-Stempel (Taxe) und Doppelstempel "New York/Due 2 Cents". Ausgeglichen mit 2 Cents Postage Due-Marke, entwertet "Y". Die Portomarke ist offensichtlich vorausentwertet worden. Möglicherweise die übliche Praxis in NY, ich weiß es nicht.

Da der Brief nicht verweigert wurde, hat der Herr Professor zur Auslösung des Briefes in sein Portemonnaie gegriffen.

Unter den beiden New York Stempeln ist noch der handschriftliche Vermerk erkennbar: "Schiff Hamburg/ab Hamburg, 5. Juli".



Schönen Sonntag wünscht
Jochen
 
hajo22 Am: 30.11.2014 11:56:27 Gelesen: 51356# 66 @  
@ stampmix [#64]

Ein tolles Stück. Mischsendungen sind sehr schwer zu finden und als Einzelfrankatur der 15 Pf. Hindenburg rekordverdächtig.

Ich glaube nicht, daß ich so ein Stück in meinem Fundus habe. Aber qui sait? Da müßte ich suchen.

Schönen Sonntag.
Jochen
 
hajo22 Am: 30.11.2014 12:48:39 Gelesen: 51341# 67 @  
Auch im sogenannten "befreiten" Sudetenland kam die Hindenburgserie schon früh zum Einsatz.

Hier ein Brief in Mischfrankatur mit 6 Pf. Hindenburg + 2x30 Heller CSR-Marken (Wert=6 Pf.) mit 12 Pf. portorichtig frankiert aus Friedeberg mit apiertem Stempel v. 11.10.1938 nach Schluckenau/Sudetenland. Diese Mischfrankaturen waren im Sudetenland kurze Zeit zulässig.

Interessant der nebengesetzte (Propaganda?)-Stempel "Politische Bez.(irks-)/Verwaltung/Sitz/Friedeberg.



Schönen Sonntag.
Jochen
 
stampmix Am: 30.11.2014 16:48:06 Gelesen: 51298# 68 @  
@ hajo22 [#67]

Diese Mischfrankaturen waren im Sudetenland kurze Zeit zulässig.

Hallo Jochen,

toller Brief und gerade solche Mischfrankaturen sind bei Dauerserien-Langläufern attraktiv.

Bei weitem nicht so selten, doch auch ganz schön:

Ansichtskarte von Wien nach Lobositz (Böhmen) am 26.4.1938 zum Sonderporto von 10 Rpf., frankiert mit der 5 Rpf. Hindenburgmarke (Mi.515) und der Österreichischen 8 Gr. Trachtenserie (ANK.572)(=5Rpf.) und gestempelt mit dem Werbestempel "Benützt die Flugpost". Diese Mischfrankaturen waren vom 4.4.-31.10.38 in der Ostmark möglich.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 30.11.2014 17:51:25 Gelesen: 51281# 69 @  
@ stampmix [#68]

Schönes Stück zum Sonderporto von 10 Pf. in die CSR.

Dann will ich schnell noch die Ganzsachensammler erfreuen:

Hier eine 6 Pf. Hindenburg-Ganzsache aus dem Sudetenland mit aptiertem Stempel "Barzdorf bei Jauernig" 7.11.1938 nach Budweis mit Nachporto (60 und 20 h, gestempelt Budweis 8.11.38), da das Fernporto von 6 Pf. in die CSR nicht ausreichte, weil das Sudetenland ja jetzt Ausland war. Zum Sonderporto fehlten 4 Pf. Rechnet man die 1,5-fache Nachgebühr hätten 60 h reichen müssen, aber es wurden 80 h, also der doppelte Fehlbetrag angesetzt.

Die Karte betrifft die Abbestellung eines Zeitungs-Abos. In der angespannten Atmosphäre wurde auch so eine belanglose Karte von den Tschechen zensiert (Censurovano).



Dann zeige ich noch eine "richtig" frankierte Ganzsache 6 Pf. Hindenburg + 4 Pf. für das Sonderporto. Befreiungsstempel "Bund der Deutschen" nach Budweis. Gleichfalls eine Zeitungs-Abo-Abbestellung. Gleichfalls zensiert.



Ankunftsstempel des Empfängers: 14.11.1938.

Schönen Abend.
Jochen
 
Manne Am: 30.11.2014 19:13:51 Gelesen: 51259# 70 @  
Ein Brief aus Breslau nach Villingen mit 12 Pfg. Hindenburg.

Gruß
Manne


 
saintex Am: 30.11.2014 20:35:26 Gelesen: 51212# 71 @  
@ hajo22 [#58]

Hallo Jochen,

noch kurz zu Deinen im Beitrag [#58] angesprochenen Fragen:

1. Da im Juni 1933 die Südamerka-Linie der Deutschen Lufthansa noch nicht in Betrieb war, blieb dem Absender nur der Versand des Luftpostbriefes mit der französischen Luftpost. Mit der Schiffspost betrug die Laufzeit nach Südamerika damals ca. 3 Wochen.

2.Eine Gebührenübersicht für die französische Luftpost analog Deinem Luftpost-Werbeblatt der Deutschen Lufthansa habe ich leider nicht. Meine Portoinformationen stammen aus dem MICHEL Postgebühren-Handbuch Deutschland, 2. Auflage München 2004 und dem Amtsblatt des Reichspostministeriums sowie den vom Reichspostministerium herausgegebenen Luftpostlisten.

3.Zur Ehrenrettung der französischen Luftpost muss ich darauf hinweisen, dass die Beförderungszeit meines Luftpostbriefes deshalb relativ lange gedauert hat, weil der Brief erst am Montag, den 12.6.1933 in Toulouse eintraf, der planmäßige Abflug der französischen Flugpost in Toulouse jedoch bereits Sonntag früh war. Da die französische Luftpost nur einmal wöchentlich verkehrte mußte der Brief bis zum Abflug am nächsten Sonntag, dem 18.6.1933 warten. Der Brief traf dann planmäßig eine Woche später in Buenos Aires ein.

Um beim Empfänger Irritationen über die lange Laufzeit des Briefes zu vermeiden hatte die Post in Toulouse auf der Rückseite des Briefes einen entsprechenden Hinweisstempel angebracht: "Arrivée à Toulouse/Après/Départ de l'Avion" (= Nach Abgang des Flugzeuges in Toulouse eingetroffen).

Die längere Laufzeit der französischen Luftpost im Verhältnis zur deutschen Luftpost erklärt sich darüberhinaus auch daraus, dass die französische Luftpost den Südatlantik im Jahr 1933 mangels geeignetem Fluggerätes nicht mit dem Flugzeug sondern mit speziell für die Postbeförderung gebauten Schnellbooten (Avisos) von Dakar im Senegal nach Natal in Nord-Brasilien überquerte. Die Überfahrt dauerte dreieinhalb Tage.

4.Aus den von Dir genannten Gründen würde auch ich das Druckdatum Deines Luftpostwerbeblattes auf den April 1935 datieren. Die verkürzten Laufzeiten für die deutsche Luftpost wurden im Amtsblatt des Reichspostministeriums vom 22.3.1935 mit Verfügung Nr. 115/1935 bekannt gemacht.

MfG Wolfgang
 
stampmix Am: 30.11.2014 20:50:35 Gelesen: 51191# 72 @  
Hallo zusammen,

hier eine schöne Farbfrankatur der Hindenburgmarken mit Wasserzeichen Waffeln. Dieser Brief ist Teil einer jahrelangen Korrespondenz, aus der ich wegen der optischen Wirkung einige Belege erstanden habe.

Auslands-Einschreiben der 3.Gewichtsstufe 40-60gr. portogerecht frankiert von Heidenau nach Scotia (USA) am 2.12.1933 gesandt. Rückseitig Bearbeitungsstempel und Ankunftsstempel vom 12.12.1933.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 01.12.2014 00:12:02 Gelesen: 51164# 73 @  
@ saintex [#71]

Ja, den Verzögerungsstempel von Toulouse konnte ich nicht recht lesen. Den Stempel "Après le départ" oder "nach Abgang der Post" gab es schon in vorphilatelistischen Zeiten. Da war allerdings das Flugzeug nicht schon weg, sondern die Kutsche. Im Ergebnis der gleiche Effekt.

In diesem Sinne gute Nacht.
Jochen
 
stampmix Am: 01.12.2014 18:46:51 Gelesen: 51111# 74 @  
Hallo zusammen,

anbei eine Einzelfrankatur der 30 Rpf. Hindenburg-Marke in einer nicht so häufig erhaltenen Verwendung als Porto einer Warenprobe der 3.Gewichtsstufe 250gr.-500gr von Trosslingen nach Zeil am Main gesendet. Leider unlesbarer Stempelabschlag.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 01.12.2014 19:14:34 Gelesen: 51107# 75 @  
Senkrechtes Paar der 50 Pf. Hindenburg auf Zeppelinbrief in das "befreite" Sudetenland. Gestempelt Frankfurt a.M. 1.12.1938. Ankunft 2.12.38 Reichenberg/Sudetengau.

Für diese Zeppelin-Sonderfahrt kostete der Brief 1 RM, die Postkarte 50 Pf.



Viele Grüße
Jochen
 
saintex Am: 01.12.2014 22:52:29 Gelesen: 51050# 76 @  
Flugpostbrief befördert auf dem Erstflug der Deutschen Lufthansa AG von Stuttgart nach Rio de Janeiro am 3.2.1934, frankiert mit 80Pf. und 100Pf. Hindenburg (D.R. Mi.-Nr. 494 u. 495). Links neben der Frankatur der rote Flugpostbestätigungsstempel, der in Stuttgart angebracht wurde (Kennbuchstabe "*"). Rückseitig der Ankunftstempel von Rio de Janeiro vom 8.2.1934.



Das Porto von 180 Pf setzt sich wie folgt zusammen: 25 Pf Auslandsbrief bis 20 Gramm, 30 Pf Auslands-R-Gebühr und 125 Pf Luftpostzuschlag nach Brasilien je 5 Gramm.

Die Lufthansa setzte zur Überquerung des Südatlantiks das Katapultschiff "Westfalen" ein, das das Flugboot zur Mitte des Südatlantiks transportierte und dort Richtung Brasilien abkatapultierte. Hier ein Photo des Katapultschiffes aus der Vogelperspektive.



Wolfgang
 
Kontrollratjunkie Am: 01.12.2014 23:40:12 Gelesen: 51042# 77 @  
Beleg des LZ 130 in Form einer Karte der Fahrt des LZ 130 Graf Zeppelin II nach Eger.

Die Fahrt nach Eger fand am 13.08.1939 statt, die Karte trägt den entsprechenden Bestätigungsstempel und einen Nachgebührvermerk. Verwendung fand eine Ganzsache mit Wertstempel zu 6 Rpf aus der Dauerserie Hindenburg. Da der Absender keine Frankaturergänzung auf die erforderlichen 50 Rpf Gebühr für die Zeppelinpostbeförderung vorgenommen hat, wurde ein Nachgebührvermerk angebracht und 44 Rpf (ohne Strafgebühr) beim Empfänger in Eger / Sudetenland kassiert.

Interessant daran ist die Tatsache, dass die Reichspost hierbei praktisch nur für die Zeppelingesellschaft tätig geworden ist, denn das rein postalische Porto für die Postkarte in Höhe von 6 Rpf hat der Absender entrichtet. Für diese Dienstleistung hat die Reichspost von der Zeppelingesellschaft keine Vergütung erhalten.



Beste Grüße
Rüdiger
 
stampmix Am: 02.12.2014 14:15:21 Gelesen: 50941# 78 @  
Hallo zusammen,

hier der Frageteil der Ganzsachenkarte P220I-F am 1.6.1933 von Hamburg an das Luftpostamt Karlsruhe gesandt. Der Luftpostzuschlag von 10Rpf. wurde mit der Hindenburgmarke Mi.486 frankiert. Verstümmelter Aufgabestempel KBS "HAMBURG 1 / LU / -1.6.33 7-8V" und Ankunftstempel KBS "KARLSRUHE / (BADEN) / FLUGHAFEN / -1.6.33.4-5N", sowie Flugpostbestätigungsstempel R2: "Mit Luftpost befördert. / Karlsruhe(B) Flughafen"

Rückseitig interessanter Text eines Luftpostsammlers und es bleibt die Frage, ob der Postbeamte vorschriftsmässig gehandelt, oder ein späterer Liebhaber den Antwortteil abgetrennt hat.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 02.12.2014 14:28:30 Gelesen: 50939# 79 @  
@ saintex [#76]

Nach der von mir benannten Literatur (#65) wurden beim 1. Flug am 3.2.1934 ab Berlin-Tempelhof mit einer HE (Heinkel) 70 der Deutschen Lufthansa 48 kg Post befördert. Aufgrund der hohen Luftpostgebühren nach Südamerika kann man davon ausgehen, daß die meiste Post 5 gr. nicht überstieg. Bei 48.000 gr. wären das 9.600 Poststücke, die man als Höchstmenge annehmen kann. Sicher war auch (Geschäfts-)Post dabei, die schwerer war als 5 gr., also lag die tatsächliche Menge sicher darunter und betrug vielleicht (ich nehme das mal einfach an) 5-6.000 Poststücke. Vielleicht gibt es genauere Angaben dazu, ich weiß es nicht. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20iger Jahre waren noch spürbar, also Geld knapp.

Der Südatlantikdienst der Deutschen Lufthansa bestand bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges (letzter Flug 24.8.1939).

Ich zeige aus meiner Sammlung einen 5 gr.-Luftpostbrief frankiert mit 100 und 50 Pf. Hindenburg + 25 Pfg. Sondermarke zur Leipziger Messe, gestempelt Berlin SW 61 am 27.6.1940. Entweder über Lissabon oder über Italien abgeleitet, entsprechende Stempel sind auf dem Poststück nicht vorhanden. Vielleicht weiß "saintex" mehr dazu.
Portoberechnung: 25 Pfg. Auslandsbrief bis 20 gr., Luftpostgebühr nach Argentinien 1,50 RM pro 5 gr.
OKW-Zensur, vermutlich Zensurstelle Berlin



Viele Grüße
Jochen
 

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