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Thema: Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 247 Beiträge:
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Cantus Am: 07.10.2014 22:32:25 Gelesen: 2523# 223 @  
Hallo,

ein Stempel aus dem 1.Weltkrieg, der nur die Inschrift "Deutsche Feldpost" trägt, ist mir noch nie untergekommen. Ich vermute daher, dass es sich bei dem Brief um eine nachträgliche Verfälschung des Briefes mit Marken und zusätzlich mit einen Falschstempel handelt.

Viele Grüße
Ingo
 
Victoria8749 Am: 07.10.2014 22:49:49 Gelesen: 2520# 224 @  
@ Cantus [#223]

Hallo Lars und Ingo,

Falschstempel war auch mein Verdacht, wobei ich nicht den Sinn des fälschens sehe. Die Fälscher wollen doch immer einen wirtschaftlichen Nutzen davon ziehen. Wie sieht es mit der Vignette Rotekreuz-Marke aus, mich wundert, dass die noch niemand gesehen hat.

Schönen Abend noch, Gruß Volker
 
Concordia CA Am: 07.10.2014 22:55:05 Gelesen: 2520# 225 @  
@ Cantus [#223]

Unabhängig von der auch mir angezweifelten Echtheit des Stempels in Beitrag [#218], gab es solche als stumme Stempel bezeichneten Feldpoststempel durchaus. Im Vorwort des Buches "Die Deutsche Feldpost im Ersten Weltkrieg 1914-18, Band II: Stempelhandbuch" von Horst Borlinghaus ist ein solcher Stempel abgebildet. Diese Stempeltypen sollten im leider bisher noch nicht erschienen Band III abgehandelt werden.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
BD Am: 07.10.2014 23:11:39 Gelesen: 2515# 226 @  
Hallo,

es gab diese Stempel, auf normaler Briefpost wie auf dem Brief. Stempel mit der Nummer der Feldpostanstalt waren nur noch bei Nachweissendungen (Wert; Einschreiben) Leitmaterialien (Briefbunde; Beutelfahnen) erforderlich.

Gute Nacht, Bernd


 
Lars Boettger Am: 08.10.2014 07:22:08 Gelesen: 2457# 227 @  
@ Concordia CA [#225]

Hallo Jürgen,

das Buch habe ich leider nicht. Die Frage ist dann, ob diese Stempel "echt" existieren bzw. ob jemand hier einen zweifelsfrei echten Abschlag zeigen kann, was ich mir sehr wünschen würde. Oder ob der Autor Falschstempeln aufgesessen ist, auch das ist schon in Stempelkatalogen passiert. Da kann ich Dir ein paar Beispiele nennen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Manne Am: 08.10.2014 08:55:20 Gelesen: 2444# 228 @  
Hallo zusammen,

vielleicht hilft dieser Beleg weiter.

Gruß
Manne


 
Germaniafan Am: 08.10.2014 10:22:14 Gelesen: 2421# 229 @  
@ Cantus [#217]

Hallo Ingo,

die Abkürzung S.B. ist die Abkürzung für Soldaten-Brief.

Schöne Grüße
Guido
 
Lars Boettger Am: 08.10.2014 11:09:02 Gelesen: 2390# 230 @  
@ Manne [#228]

Hallo Manne,

herzlichen Dank für den Beleg! Dann existieren die Stempel "Deutsche Feldpost" auch wirklich.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
filunski Am: 08.10.2014 12:12:41 Gelesen: 2365# 231 @  
@ Lars Boettger [#230]

Hallo Lars,

nur ganz kurz, schau mal hier rein:

http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/648

Im letzten Kriegsjahr sollten diese Feldpoststempel eigentlich der Standard sein. Wegen Beschaffungsschwierigkeiten blieben aber auch viele andere Stempel (aptierte) weiterhin im Einsatz. Den gezeigten Beleg [#218] halte ich allerdings für zumindest dubios oder "gemacht"! :-(

Beste Grüße,
Peter
 
filunski Am: 08.10.2014 12:31:32 Gelesen: 2352# 232 @  
@ Victoria8749 [#218]

und eine Marke zum bestimmen

Hallo Volker,

das sind Spendenmarken (Vignetten) zugunsten des Roten Kreuzes. Einmal Preußen (auf dem Brief) und einmal Bayern.

Schau mal hier rein: http://www.bsv-muenchberg.de/html/feb14.html

Beste Grüße,
Peter
 
Lars Boettger Am: 08.10.2014 12:40:05 Gelesen: 2342# 233 @  
@ filunski [#231]

Hallo Peter,

ich überblicke aus meinem Sammelgebiet heraus nur einen kleinen Teil der Feldpoststempel. Darum auch meine kritische Nachfrage, nachdem ich diesen fraglichen Stempel auf dem frankierten Feldpostbrief gesehen habe.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Claudius Kroschel Am: 08.10.2014 13:33:37 Gelesen: 2322# 234 @  
@ Victoria8749 [#218]

Diese stummen Feldpoststempel gibt es auch für portopflichtige Sendungen unter den Feldpostsendungen. Anbei ein Beleg aus meiner Sammlung aus 1918 auf einer portorichtigen Feldpostkarte mit MiNr. 86IIc in Einzelfrankatur ins Ausland (Schweiz), ohne Hinweis auf irgend eine Art von Zensur. Man sollte sich für den 1. Weltkrieg angewöhnen, dass da noch alles mögliche auftauchen kann, was man nicht in einem Satz erklären kann. Auf Deinem Beleg machen mich die verklebten 75 Pf. stutzig, die mich eher an eine Art Aufbrauchsverwendung als Postkarte im Jahr 1922 erinnern, wenn da der FePo-Stempel aus 1917 nicht wäre. Solche Aufbrauchsverwendungen von Feldpostkarten und Kartenbriefen als Formulare gibt es in der Infla-Zeit nach Beendigung des 1. Weltkrieges recht häufig, da Papier knapp war.

Diese Vignetten wurden zu Beginn des Krieges aufgelegt aber man findet sie nicht häufig auf Belegen. Als Rotkreuz-Spende wurde sehr viel öfter die Ganzsache P100, die "Deutsche Kriegskarte 1914" verkauft.

In 1917 sind 75 Pf. auch mit etwaigen Zusatzleistungen auf einem Feldpostbrief nur schwer bis kaum portorichtig darstellbar. Ein normaler Soldat hat damals so irgendwas um die 20-40 Pf. an Sold pro Tag bekommen, wieso sollte ein normaler Soldat 75 Pf. auf einen Brief kleben? Ein Ansatzpunkt kann immer auch der Absender/Anschrift sein. Ich lese da irgendwas von "Fahrb."(bereitschaft)... und "Halle 7"... wobei auch das recht dürftig ist und kaum eine Aufschlüsselung zu erwarten ist. Die bisherigen Falsch-/Gefälligkeitsstempel aus der Germaniazeit mit Feldpoststempeln kommen hauptsächlich auf den etwas teueren Ausgaben Mi-Nr. 95AII und 96AII als Feldpost-Nr. 168 und 251 vor und wurden nach dem Krieg oder gegen Ende des Krieges angebracht. Es wurden ganze Bögen von 3 und 2 Mark Werten abgestempelt, wobei wir heute annehmen, dass die Feldpost so hohe Werte nur in den Stabsstellen der Armeekommandos bereit hielt, wenn überhaupt.

Einen anderen Beleg, den ich noch raussuchen müsste, das ist ein Feldpost-Wertbrief über 100,-- Mark der Deutschen Bank Berlin an einen Oberleutnant in Lille, MiNr. 92IIb (60Pf.) in Einzelfrankatur. Dieser Beleg trägt keinen Feldpoststempel, sondern den Stempel Berlin W8. Es wird also immer Belege geben, die nicht eindeutig erklärbar bleiben, oder etwas abweichend von den Vorschriften bearbeitet wurden. Ich halte den von Dir gezeigten Beleg zumindest für philatelistisch beeinflusst und fraglich. Bei einer Vielzahl der gegen Ende des 1. Weltkrieges verwendeten stummen Stempel in der gezeigten Form wird eine exakte Zuordnung auch nicht gerade erleichtert bis unmöglich.


 
filunski Am: 08.10.2014 14:31:47 Gelesen: 2297# 235 @  
@ Lars Boettger [#233]

Hallo Lars,

das ist ja das Gute an diesem Forum, dass hier selbst solch' "philatelistische Schwergewichte" :-), wie Du, ab und an auch mal noch etwas Neues zu lesen bekommen können. ;-)

Beste Grüße,
Peter
 
Victoria8749 Am: 08.10.2014 14:51:51 Gelesen: 2292# 236 @  
@ Claudius Kroschel [#234]

Hallo Claudius und alle Mitstreiter,

vielen Dank für die interessanten Ausführungen. Anmerken möchte ich noch, das der gezeigte Brief, jahrzehntelang in einer Kiste mit anderen Briefen lag und erst durch eine Haushaltsauflösung zum Vorschein kam.

Gruß Volker
 
volkimal Am: 09.10.2014 20:02:18 Gelesen: 2059# 237 @  
Hallo zusammen,

nach einem kleinen Kurzurlaub zurückgekehrt möchte ich auch noch zwei zum Thema passende Stempel zeigen:



Bei diesem Stempel sind der Unterscheidungsbuchstabe "b" und ein Stern zu sehen. Ich vermute, dass in der Mitte ein weiterer Stern war, kann aber nicht sagen, wieso er nicht zu erkennen ist. Es kommen in Frage: schlechter Abschlag, Beschädigung des Stempels oder Aptierung - was es ist ?

Es gibt aber auch noch eine zweite Stempelform, die nur den Text "Deutsche Feldpost" aufweist. Auch dieser Zweikreisstegstempel wurde nicht aptiert sondern neu angeschafft:



Ob diese zweite Form nur bei bayerischen Einheiten verwendet wurde kann ich nicht sagen. Der Absender, Lui Leibrock, war aber beim 23. Bayerischen Infanterie-Regiment 1. Maschinengewehr Kompanie. Der Absenderstempel stammt übrigens von einer zweiten Karte die denselben Zweikreisstegstempel trägt, sie stammt vom 9.8.1917.

Viele Grüße
Volkmar
 
Sachsendreier53 Am: 14.10.2014 09:31:31 Gelesen: 1653# 238 @  


Feldpostkarte nach Bockwitz bei Belgern an der Elbe, vom 11.9.1916 mit 3-zeiligen, blauen Stempel

Feldpostadresse des Absenders.
Res.Inf.Rgt 77, 2.Komp.
Feldpost 2. Garde-Res.Div.


und dem runden Feldpoststempel der dazugehörigen Division.



Feldpostkarte mit dem Konterfei des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg, undatiert, ca.1916, mit Rahmenstempel (Soldaten-Brief)
Soldat.Brf. 4./ R.J.R.242, adressiert nach Pirna an der Elbe, nachgesandt nach Wermsdorf.

Text:

Die herzl. Grüße aus Feindesland / Südbelgien sendet Dir Dein Erich Kießig,
Unser Regiment hat bereits sehr stark gelitten, von 3000 sind nur noch ca 850 Mann da.


mit Sammlergruß,
Claus
 
volkimal Am: 14.10.2014 10:59:43 Gelesen: 1623# 239 @  
Hallo zusammen,

beim letzten Beitrag habe ich eine dritte Stempelform mit dem Text "Deutsche Feldpost" vergessen. Ich hatte nicht unter den Belegen von Urgroßvater nachgesehen.



Interessant finde ich auch, dass auf der Karte aus der Zeit des Ersten Weltkrieges Hakenkreuze abgebildet sind.

Eine weitere Karte mit dem Kleinschriftstempel "Deutsche Feldpost", diesmal wieder mit drei Sternen:



Viele Grüße
Volkmar
 
Claudius Kroschel Am: 14.10.2014 20:27:06 Gelesen: 1540# 240 @  
@ volkimal [#239]

Das Hakenkreuz galt in der Zeit vor und während dem 1. Weltkrieg bereits als Erkennungszeichen der "Judenfeinde" und war vor allem in Schlesien aber auch in den baltischen Gebieten als Erkennnungszeichen weit verbreitet. Die Marine-Brigade Ehrhardt (Freikorps nach dem 1. Weltkrieg) trug das Hakenkreuz als Erkennungszeichen bereits 1919 am Stahlhelm, aber erst nach der Rückkehr von den Einsätzen zur Niederschlagung der Volksaufstände in Schlesien. Daraus entstand das Lied der Brigade Erhardt: "Hakenkreuz am Stahlhelm, schwarz-weiß-rotes Band, die Brigade Ehrhardt, so werden wir genannt...." Zum Symbol für den Nationalsozialismus wurde das Symbol erst durch Adolf Hitler nach Gründung der NSDAP 1921, wobei Hitler das Symbol einfach nach Vorlagen von einer Freikorpsfahne abgekupfert haben soll.
 
volkimal Am: 15.10.2014 09:08:19 Gelesen: 1487# 241 @  
@ Claudius Kroschel [#240]

Hallo Claudius,

ich wusste zwar, dass das Hakenkreuz ein altes Symbol war. Deine Informationen, dass das Hakenkreuz schon vor und während des 1. Weltkrieges ein antisemitisches Symbol war, sind mir neu. Mehr dazu habe ich gerade bei Wikipedia gelesen.

Vielen Dank
Volkmar
 
Cantus Am: 17.10.2014 02:20:19 Gelesen: 1275# 242 @  
Nun wieder ein Stempel einer Feldpostexpedition.



Viele Grüße
Ingo
 
volkimal Am: 17.10.2014 09:17:32 Gelesen: 1241# 243 @  
@ Cantus [#242]

Hallo Ingo,

ein schöner Abschlag. Aber wie muss man wohl den Stempel lesen?

Königlich Deutsche Feldpostexpedition der Großherzoglich Hessischen 25. Reserve Division

Ich dachte erst, dass das "h" am "Großh." zuviel ist und es "Großhesseischen Hessischen" heißt. Wikipedia hat mir etwas anderes berichtet:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fherzoglich_Hessische_%2825.%29_Division

Viele Grüße
Volkmar
 
Hornblower Am: 17.10.2014 14:41:46 Gelesen: 1199# 244 @  
@ volkimal [#243]

Hallo Volkmar,

wieso "Königlich"? Es müsste doch viel mehr "Kaiserlich" heißen, oder?

Gruß
Michael Ullrich
 
volkimal Am: 17.10.2014 14:57:28 Gelesen: 1196# 245 @  
@ Hornblower [#244]

Hallo Michael,

entschuldige, natürlich hast Du recht!

Volkmar
 
Cantus Am: 23.10.2014 00:47:28 Gelesen: 750# 246 @  
Hier eine Karte, die am 2.5.1916 nach Hungen in Oberhessen gelaufen ist.



Viele Grüße
Ingo
 
volkimal Am: 23.10.2014 18:55:12 Gelesen: 649# 247 @  
Hallo zusammen,

beim Thema "Belege aus der eigenen Familiengeschichte" habe ich inzwischen die Geschichte über das Leben und die Gefangenschaft (Internierung) des Ehepaars Hübner aus Deutsch-Ostafrika abgeschlossen.

Das nächste Kapitel, das ich dort vorstelle handelt wieder in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Es geht um Ludwig Leibrock, den Vater meines Onkels. Im Gildebrief der Poststempelgilde habe ich schon einiges von Ludwig Leibrock gezeigt. Hier im Forum kann ich aber noch einige Belege mehr zeigen. Aber es sind nicht nur Feldpostkarten oder Feldpostbriefe.



Wenn Ihr wissen wollt, was das hier ist, dann schaut demnächst in meine Beiträge beim Thema "Belege aus der eigenen Familiengeschichte".

Viele GRüße
Volkmar
 

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