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Thema: (?) (70) Eisenbahndienstsachen national - EDS
Das Thema hat 70 Beiträge:
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BSG/BSW Am: 12.04.2009 00:07:17 Gelesen: 75708# 21 @  
BSG/BSW heist: Briefmarkensammler-Gemeinschaft Frankfurt (in diesem Fall die aus Ffm) in der Stiftung Bahn-Sozialwerk früher Bundesbahn-Sozialwerk. Soviel kurz zur Einleitung.

EDS war eine Private Post nur für die Dienststellen der Deutschen Bundesbahn. Sie durfte auch nur innerhalb dieses Unternehmens benutzt werden. Die Sparda (Bank), Spar und Dahrlehnskasse, war damals eher eine Privatbank für Eisenbahner und konnte deshalb am EDS-Verkehr teilnehmen. Bahnärzte, die DEVK zählten unter vielen Anderen ebenfalls dazu. Nicht jeder Eisenbahner durfte Einschreiben verschicken. Aber normales EDS schon. Es durften alle Versendungsformen bis hin zu schwersten Paketen versandt werden. Ein eigener Postdienst, ähnlich der Bundespost, wurde dazu benötigt und auch so organisiert.

EDS bestand bis ca. 1995. Dann wurde dieser Dienst an die Deutsche Bundespost verkauft.

Warum sammeln kaum Eisenbahner die Umschläge? Sie wurden bis zu 50 mal wiederverwendet, das war Vorschrift. Die Einschreibzettel wurden durchgestrichen wenn der Umschlag erneut in Umlauf kam. Die Erhaltung ist bei den wenigsten Sammelwürdig.

Ich selbst war über 40 Jahre bei der Bahn. Ich dachte nicht im Traum daran EDS zu sammeln.

Aber wenn daraus ein neues Sammelgebiet ensteht freut es mich. Ich kenne ein paar Leute die die Umschläge besitzen (alte Eisenbahner).

In der Vereinsauktion der BSG Ffm werden immer mal wieder EDS-Zettel und Belege angeboten.

Gruß
Heinz

Zum Schluss noch ein paar Zettel:




 
Postgeschichte Am: 12.04.2009 01:58:33 Gelesen: 75692# 22 @  
@ BSG/BSW [#21]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die Information. Es hätte mich auch gewundert, wenn EDS von den Bahnbediensteten nicht gesammelt würden. Daß dabei aber nicht viele Belege erhalten geblieben sind, habe ich in Beitrag [#14] hingewiesen. Vielleicht kannst Du einige zeigen.

Als Eisenbahn-Dienstsache konnten Briefe, Pakete, Gelder und Wertpapiere versandt werden.



Hier ein Paketausschnitt für ein Paket, das per Einschreiben von Hameln nach Frankfurt am Main gesandt wurde.

Gruß
Manfred
 
BSG/BSW Am: 16.04.2009 18:16:43 Gelesen: 75643# 23 @  
Da habe ich noch 2 Umschläge retten können die ungebraucht sind. Der erste im Format B5


von vorne,


von hinten

und der 2. im Format B3


von vorne


von hinten

Dabei wird wohl verständlich, das ein vollgeschriebener Umschlag nicht mehr sehr schön ist.

Das dürfte gerade das interessante sein. Ein Brief erzählt eine Geschichte.

Grüße Heinz
 
Erdinger Am: 20.04.2009 12:47:59 Gelesen: 75599# 24 @  
Grüß Gott zusammen,

ein interessanter Thread!

Dazu fiel mir dieses Stück ein. Es stammt von der kleinen Nebenbahnstrecke Dorfen - Velden (Vils), die 1993 endgültig stillgelegt wurde.

Für mich sieht es aus wie ein Adressformular im C6-Format.

Was mich interessieren würde: Ließ die Angabe im linken unteren Viertel "EDS mit Zug / Frei durch Ablösung" dem Versender die Option, den internen Dienst oder den gewöhnlichen Postweg zu wählen? Wenn ja, dann waren in diesem speziellen Fall die Wahlmöglichkeiten wohl nicht ausreichend!



Vielleicht kann ja jemand aus dieser Runde mir auf die Sprünge helfen.

Viele Grüße,
Dietmar
 
Postgeschichte Am: 20.04.2009 13:49:55 Gelesen: 75590# 25 @  
@ Erdinger [#24]

Hallo Dietmar,

vielen Dank für den schönen Beleg. Es handelt sich um einen EDS-Umschlag, der als portopflichtige Dienstsache verwendet wurde. Der Vermerk "Frei durch Ablösung" wurde durchgestrichen und im gewöhnlichen Postverkehr verwendet. Daß er dabei vielleicht zum Teil als EDS befördert wurde, kann nicht ausgeschlossen werden. Auf jeden Fall gehört er unter dieses Thema.

Eine Wahlmöglichkeit, die Du angesprochen hast, ist bei allen Umschlägen gegeben. Es müssen nur die entsprechenden Voraussetzungen, z.B. durch Streichung des Ablösevermerkes, geschaffen werden.

Gruß
Manfred
 
Postgeschichte Am: 06.06.2009 21:59:59 Gelesen: 75436# 26 @  
Daß E.D.S. nicht eine Erfindung der Deutschen Bundesbahn war, zeigt der nachfolgende Brief von Ingolstadt vom 1.12.1943 nach Frankfurt am Main.



Der Dienstbrief der Deutschen Reichsbahn war durch Gebührenablösung portofrei.

Daß die Versendungsart (E.D.S.) sogar noch vor dem Jahr 1943 eingeführt wurde, zeigen die mir vorliegenden "Vorschriften für die Beförderung der Dienstbriefe, Packete, Geld- und geldwerthen Sendungen", gültig vom 1. Juli 1896. Allerdings lautete die Bezeichnung "K.E.D.S." - Königliche Eisenbahn-Dienst-Sache". Vielleicht kann jemand einen entsprechenden Beleg zeigen.

Gruß
Manfred
 
bayern klassisch Am: 06.06.2009 22:23:52 Gelesen: 75427# 27 @  
Hallo Manfred,

würdest du gerne einen Beleg aus der Kreuzerzeit als EDS nach Bayern sehen?

Immerhin sind nur 2 Stück davon bekannt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Postgeschichte Am: 06.06.2009 23:26:28 Gelesen: 75419# 28 @  
@ bayern klassisch [#27]

Ja, dann sieht man wenigstens wie so etwas ausgesehen hat.

Gruß
Manfred
 
bayern klassisch Am: 06.06.2009 23:49:27 Gelesen: 75414# 29 @  
Hallo Manfred,

ehe ich es morgen vielleicht vergesse zeige ich das gute Stück lieber jetzt. :-)

Zum 1.7.1874 wurden Gebührenzettel für die Dienstbriefe der Reichseisenbahnen eingeführt. Diese waren mit der Reichspost monatlich abzurechnen. Die später entrichtete Gebühr von einem Groschen für diese E.D.S. aus Magdeburg vom 2.12.1874 musste eigentlich oben links, statt neben dieser Notation angebracht werden. Am 3.12.1874 erfolgte die Zustellung in München.

Außer diesem soll es noch einen weiteren ähnlichen Brief nach Bayern in der Kreuzerzeit geben. Gesehen habe ich ihn aber noch nicht. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
Postgeschichte Am: 02.07.2009 17:03:24 Gelesen: 75203# 30 @  
@ bayern klassisch [#29]

Die Generalverfügung Nr. 147 des General-Postamts vom 18.6.1874, die ab 1.7.1874 in Kraft trat, regelte das vom Norddeutschen Bund übernommenen Verfahren für das Deutsche Reich. Die neu geschaffenen Gebührenzettel, in der Generalverfügung als "Besondere Marke" bezeichnet, wurde von der Reichsdruckerei in Bogen zu 198 Zetteln mit Schnittmarkierungen gedruckt. Hinsichtlich der Verwendung der "Besonderen Marke" führte die Generalverfügung Nr. 147 aus:

"Der Beamte an der Annahmestelle der Postanstalt vermerkt zunächst auf den zur Einlieferung gelangenden, seitens der betr. Eisenbahndienststellen als "Deutsche Eisenbahn-Vereinssache, frankiert" oder als "Eisenbahn-Dienstsache, frankiert" bezeichneten Briefpostsendungen bz. Postanweisungen, Geldbriefen und Paketadressen ... die Portobeträge in der linken untern Ecke mit Rothstift, wie dies hinsichtlich der frankirten Sendungen allgemein vorgeschieben ist, ..."

Der Portobetrag war danach in dem Beitrag [#29] an der richtigen Stelle, lediglich die angebrachte "besondere Marke" saß aus Platzmangel nicht an der vorgesehenen Stelle.

"Hierauf wird jede der in Betracht kommenden Sendungen auf der Adresse neben der handschriftlichen Angabe des Portobetrages mit einer besonderen Marke beklebt, welche auf hellgelbem Papier mit gummirter Rückseite in Schwarzdruck die Inschrift trägt "Frei laut Entschädigungskonto."

Die Vorschriften konnten aber nicht immer wortgetreu umgesetzt werden, so daß auch Abweichungen vorkommen können.

Da sich einige OPD´n über die Anordnung des General-Postamts hinsichtlich des Druckes der "Besonderen Marken" hinwegsetzten und eigene Zettel schufen, werden in den Katalogen zwei Arten erfaßt, Zettel der Reichsdruckerei und Zettel der einzelnen OPD´en.

Ein umfassendes und interessantes Werk kann ich jedem Interessierten empfehlen: Die Gebühren-Zettel für die Dienstbriefe der Eisenbahn-Gesellschaften D I und D II, G. Zenker, Infla Bücherei Nr. 55. Hierin wird nicht nur die Geschichte der Gebühren-Zettel mit den Fundstellen beschrieben, sondern auch katalogisiert und zahlreiche Belege abgebildet, dabei auch einige aus der Kreuzerzeit (bis 31.12.1874). Einen Beleg nach Bayern habe ich darin aber nicht ausmachen können. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Beleg.

Gruß
Manfred
 
Postgeschichte Am: 18.08.2009 15:47:53 Gelesen: 74917# 31 @  
Daß auch Pakete als Eisenbahndienstsache (EDS) mit Zug versandt werden konnten hatte ich mit Ausschnitten schon gezeigt. Hier ein kompletter Paketaufkleber für ein Paket, das per Einschreiben von der Bundesbahndirektion Hamburg in Hamburg-Altona nach Frankfurt am Main gesandt wurde. Verwendet wurde ein in Bogen gedruckter Einschreibzettel der Absendestelle "Kanzlei BD Hamburg".



Gruß
Manfred
 
DL8AAM Am: 19.08.2009 14:24:48 Gelesen: 74891# 32 @  
@ BSG/BSW [#23]

Hallo,

nach einigen Nachhaken konnte ich auch noch zwei weitere Varianten dieser EDS "Briefhüllen" (so der offzielle Name) ergattern, d.h. mit weiteren abweichenden Werbezudrucken für ("eisenbahneigene") Unternehmen:

Warum sammeln kaum Eisenbahner die Umschläge? Sie wurden bis zu 50 mal wiederverwendet, das war Vorschrift. Die Einschreibzettel wurden durchgestrichen wenn der Umschlag erneut in Umlauf kam....

Das sind ja die für den Bedarfsbelegssammler eher die interessanten Stücke, je "echt verwendeter" desto besser. Wenn dann noch die Erhaltung stimmt, fein!

Beispiel 1:

Werbung der DEVK ("Deutsche Eisenbahn-Versicherungskasse"), damals laut Slogan eine "betriebliche Sozialeinrichtung der DB".

Diese Briefhülle wurde leider nur 4x verwendet, aber besser als nix. ;-)

Letzte Destination ist die Bahnpolizeiwache Göttingen, interessanterweise war die Bahnpolizei damals bereits keine bahneigene Behörde mehr, sondern gehörte wie die Adressierung ("Bahnpolizeiwache Göttingen // BGS 37073 Göttingen") zeigt, bereits zum Bundesgrenzschutz (seit 1992). Die im Juli 1993 eingeführte 5er PLZ ist bei EDS eher seltener, da die EDS in 1995 (wann ?) aufgelöst wurde.

Wenn ich den Druckvermerk richtig interpretiere handelt es sich bei dem Klischee um eines aus 1/1986, gedruckt in 1993 ?

Also eine späte Verwendung aus der EDS-Endzeit von "Mitte 1993 bis 1995".




Beispiel 2:

Werbung der Sparda-Bank ("Eisenbahn-Spar- und Darlehenskasse") Leider ein vollkommen unverwendetes, jungfräuliches Exemplar.

Druckvermerk: "... Kar (=Karlsruhe?) II.84 (Klischeefreigabe?) ...", Druck in 1987. OK ???




Ich habe zwar noch meine Fühler ausgestreckt, um noch an weitere (mit einer möglichst hohen Bedarfsverwendequote zu kommen, 20 und alle mit Einschreibezetteln wäre mal was feines, aber viel ist wohl nicht erhalten geblieben. EDS aus dem internationalen Verkehr habe ich noch keine wieder gesehen, es gab sie, wie der mehrsprachige Zudruck "SERVICE SERVIZIO" neben "EDS" auf den Briefhüllen schon aussagt.

Mit den besten Sammlergrüßen aus dem sonnigen Göttingen
Thomas
 
22028 Am: 26.08.2009 07:54:52 Gelesen: 74839# 33 @  
Interessante Diskussion, ich war in meinen frühen Jahren Bundesbahnmitarbeiter, zuletzt beim damaligen Zugbahnfunk tätig.

Ich kann mich erinnern, ist fast 30 Jahre her, dass die entsprechenden Dienststellen auch Paketausgangsbücher hatten welche vom EDS (Post)amt gegengezeichnet wurden.

An spezielle Einschreibezettel etc. kann ich mich nun nicht erinnern.
 
Wolf6638 Am: 18.11.2009 15:02:40 Gelesen: 74337# 34 @  
Hallo zusammen,

kann jemand etwas zu der abgebildeten Vorder-/Rückseite dieses Briefes sagen? Was bedeutet die Verschlußmarke, oder als was wird sie sonst bezeichnet ?

Vielen Dank für jede Antwort.

Schöne Grüße, Wolf6638


 
Postgeschichte Am: 18.11.2009 16:15:38 Gelesen: 74327# 35 @  
@ Wolf6638

Es handelt sich bei dem Brief um eine Eisenbahn-Dienstsache.

Den von Dir gezeigte Aufkleber, als Verschlußmarke würde ich ihn nicht bezeichnen, sehe ich hier zum ersten Mal. Der Brief stammt auf alle Fälle aus den 70er Jahren. In welchen Fällen dieser Aufkleber verwendet wurde, müsste anhand der Vorschriften der DDR geklärt werden, die ich leider nicht besitze. Vielleicht kann ein anderer User die Vorschriften ausfindig machen.

Gruß
Manfred
 
DL8AAM Am: 05.02.2010 14:45:32 Gelesen: 73725# 36 @  
@ DL8AAM [#32]
@ Wolf6638 [#34]

Hallo,

Ich habe zwar noch meine Fühler ausgestreckt, um noch an weitere ...

Mit viel Glück konnte ich eine weitere EDS-Sendung ergattern.




EDS-Brief der DDR Reichsbahn von Berlin-Moabit (in Westberlin) über Marienborn (Grenzübergangsstelle) nach Hannover (Westdeutschland) aus den 80er Jahren. Auf Grund des Druckvermerks auf dem Verschlußsiegel käme ein Verwendungszeitraum ab Ende 1987 in Betracht. Als Umschlag wurde eine "Telegrammbriefhülle" vermutlich zweckentfremdet, da die Felder, die sinnvollerweise bei einen Telegrammbrief vorgesehen sind, nicht ausgefüllt wurden. Vielleicht wurde darauf bei grenzüberschreitenden (Telegrammbrief-) Versand von der DR zur DB aber verzichtet ?

Weiss jemand näheres zu diesem "Interzonen"-Verfahren ?

Zur Information: Die "Deutsche Reichsbahn (DR)" der DDR war auch für den Bahnbetrieb in ganz Westberlin zuständig!



Als Verschlußsiegel wurde ein ähnliches Label wie von Wolf6638 in [#34] gezeigt. Leider ist der Stempel nicht vollständig zu entziffern.

Hoffentlich tauchen noch mehr EDS-Belege auf, vielleicht kennt ja auch das eine oder andere Mitglied jemanden der bei der Bahn ist/war und ggf. noch "Schätze" rumliegen hat ?

Gruß
Thomas
 
BSG/BSW Am: 10.03.2010 20:38:53 Gelesen: 73499# 37 @  
PIPIFAX!

Das Sammeln von EDS ist PIPIFAX!

Ich war ich vor ein paar Tagen auf der FERPHILEX 2010 in München. Man trifft sich abends im Hotel und in erlauchter Runde.

Als ich im Verlauf des Abends, in gutem Glauben auf ein interessantes Thema, die Rede auf das Sammeln und Ausstellen von EDS-(Eisenbahn-Dienst-Sachen) und allem was dazugehört brachte, schlug mir doch der kalte Hohn entgegen. „Das ist doch nur PIPIFAX, das habe ich Stapelweise weggeschmissen“.

Als ehemaliger Eisenbahner hatte ich auch damit zu tun. Auch ich habe die gebrauchten Umschläge Stapelweise weggeschmissen.

Die FERPHILEX 2010 war eine Ausstellung für Eisenbahner – Philatelisten. Mit über 470 Rahmen gewiss keine kleine Ausstellung.

EDS war nie für die Öffentlichkeit zugelassen. Der interne Postverkehr der Deutschen Bundesbahn, sowie auch der Deutschen Reichsbahn der ehemaligen DDR, zwischen Dienststellen und bis zum kleinsten Stellwerk ganz weit draußen.

Da stand (besser saß) ich nun mit meiner provokanten Frage. NEIN war die einhellige Meinung in der Runde von drei weiteren erfahrenen Philatelisten. So was gehört nicht in eine Ausstellung, auch nicht zu den Eisenbahnmotiven.

Die Spezialisten und der Vorstand der IME (Internationale Motivgruppe Eisenbahnwesen e.V.) teilen diese Meinung wohl nicht.

Die Diskussion wurde hitziger, was wohl der Inhalation von Wein und Bier geschuldet war. Wieder einmal war es gelungen einen Sammler zu reformieren.

Mein Kommentar als Vorsitzender eines Briefmarkensammler – Vereins für Eisenbahner (BSG/BSW); In den Katalogen steht so viel PIPIFAX und wer EDS sammelt hat sich ein sehr interessantes Gebiet ausgesucht. Und Weitersammeln.

Ach ja, bei meinem Gang durch die Ausstellung habe ich doch tatsächlich einen Aussteller entdeckt der unter dem Motto „Einschreibwesen - Eisenbahnbezogen“ auf sechs Blättern EDS ausgestellt hat. Ein Zufall? Ich bin gespannt wie diese Sammlung bewertet wurde.

Zum Schluss noch ein paar Bilder: Ausschnitt vom Ausstellungsobjekt.


 
bayern klassisch Am: 10.03.2010 22:44:10 Gelesen: 73484# 38 @  
Hallo BSG/BSW,

wer andere auslacht, die ernsthaft und niveauvoll sammeln, halt nur etwas anderes als man selbst, sollte sich seiner Sache sicher sein. Oder, wie in deinem Fall, den Mund besser nicht zu voll nehmen.

Aus Mangel an Kompetenz bei diesem Spezial - Sammelgebiet kann ich zum fachlich - inhaltlichen wenig beitragen, aber die Aufmachung der Sammlung ist leider suboptimal.

Würde man sie mit etwas mehr Geschick und Geschmack aufziehen, hätte man ein kleines Schätzchen vorzuzeigen. Zwar werden bei einer Wettbewerbsausstellung nur 5 Punkte für die Aufmachung vergeben, doch spielt diese, sei sie besonders gut oder besonders schlecht, auch in die Bereiche hinein, für die hohe Punktzahlen vergeben werden können.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
DL8AAM Am: 13.07.2011 18:42:29 Gelesen: 66828# 39 @  
Schon lange nichts zu unter diesem Thema gesehen.

Als ich Anfang 2009 das Thema EDS eröffet habe (nun [#7], die Beiträge 1-6 ja wurden redaktionell aus anderen Themen umkopiert), ging es mir eigentlich nur die moderneren EDS Dienstsachen der DB und DR, leider habe ich aber schon sehr lange überhaupt keine EDS Umschläge mehr in Natura zu Gesicht bekommen. Scheinbar hat diese staatliche Privatpost wirklich kaum einer "damals" beachtet, auch die sammelnden Bahner haben diese leider übersehen.

Um das Thema nach über einem Jahr trotzdem mal wieder hochzuholen, möchte ich entgegen der urspünglichen Zielrichtung einen etwas älteren Beleg zeigen. Ich sammle diese zwar nicht, aber bei 50 Cent aus der Grabbelkiste konnte ich es mir doch nicht verkneifen. Der Brief ist zwar nicht per EDS befördert worden, sondern nur mit der normalen Post, aber die Briefhülle gab zumindest die EDS-Möglichkeit per Aufdruck vor (hier durchgestrichen):



Dienstbrief (EDS-Briefhülle "39." aus dem Jahr 1919) vom "Militärbüro der Eisenbahndirektion München" nach Wernigerode (am Harz) aus 1920, entwertet mit einem Maschinenbandstempel MÜNCHEN / * 2 * mit 6 nicht angeschmiegten Balken, Stempeldatum "26.2.20 7-8N". Da ich mich nicht näher mit dieser Art von Stempeln beschäftigt habe, kann ich leider keine weiteren Angaben hierzu machen. Wenn ich aber dem Beitrag 193 in [1] Glauben schenken darf und ich mich nicht irre, ist das etwas was die, die wissen worüber sie sprechen, als "Stempelkopfform 33 / Stempelband 16.2 (im Handbuch auf Seite 337)" bezeichnen ? Für mich aber sind dies alles nur vollkommen kryptische, nichtssagende Verweise.

Also, bitte, falls jemand mal wieder etwas zu den modernen EDS-Dingen sagen oder Belege zeigen kann, dann bitte !

Gruß
Thomas

[1]: Deutsche Maschinen-Bandstempel: Vorstellung und Bestimmungsfragen - http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=9802
 
T-M 123 Am: 13.07.2011 19:50:20 Gelesen: 66813# 40 @  
Leider kann ich zum Thema EDS nichts zeigen. Da es hier gerade Thema ist: Gab es eigentlich auch bei Kleinbahnen EDS? Und gab es Briefkästen dafür?

Ich habe nämlich vor ein paar Jahren an der OEG (Oberrheinische Eisenbahn, eine Schmalspurbahn, die Heidelberg, Mannheim und Weinheim verbindet und heutzutage mehr wie eine Überland-Straßenbahn wirkt) an einem der Bahnhöfe zwischen Heidelberg und Weinheim (welcher es war, weiß ich leider nicht mehr) auf dem Bahnsteig einen Briefkasten gesehen, der mit EDS beschriftet war. Ich konnte mir damals keinen Reim drauf machen, was das bedeuten soll.

Kann es sein, dass auch auf der OEG früher Eisenbahndienstsachen befördert wurden?

Gruß
Tim
 
Postgeschichte Am: 17.02.2012 18:58:09 Gelesen: 61085# 41 @  
@ T-M 123 [#40]

Hallo Tim,

nachdem das Thema wieder an die Oberfläche geholt wurde, ist mir Deine Frage aufgefallen, die ich versuchen zu beantworten.

Es mag sein, daß es in verschiedenen Bahnhöfen, eventuell in bestimmten Dienstzimmern der Bahn Briefkästen gegeben hat. Die Entgegennahme der Post verlief, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, völlig unspektakulär. Ich habe in den 80er Jahren EDS-Briefe am Schalter des Bahnhofes abgegeben. Auf meiner Bahnstrecke, ebenfalls eine Kleinbahn, habe ich diese auch beim Zugführer abgegeben. Vielleicht ein Freundschaftsdienst, aber es war möglich.

Die Übergabe am Schalter des Bahnhofes war aber regulär. Die Aufgabe von EDS war auch bei Kleinbahnen wie der OEG möglich. Wie die Aufgabe zu erfolgen hatte, war den örtlichen Gegebenheiten vorbehalten. Eine generelle Aussage kann hierzu nicht getroffen werden. Ob die Aufgabe beim Schaffner oder im Bahnhof erfolgen musste, lässt sich nur durch Gespräche mit Zeitzeugen klären.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Gruber Am: 20.02.2012 16:19:47 Gelesen: 60965# 42 @  
@ DL8AAM [#32]
@ Wolf6638 [#34]

Hallo,

Die in [#36] gezeigte EDS ist tatsächlich aus dem Bereich der DR( Bln Moabit) in den der DB (Hannover) gelaufen, Laufzeit würde ich einschätzen ab 09/81. Die Telegrammbriefhülle weist daraufhin, daß es sich um ein eiliges Schriftstück handelte, das solo, getrennt von den sonstigen EDS, zu befördern war. Telegrammbriefhüllen = Alleinstellungsmerkmal, zwecks bevorzugt-eiliger Beförderung, keine Fehlverwendung. Die freibleibenden Felder waren für evtl. Wiederverwendung gedacht. Die Verschlußlabel waren sog. Berechtigungsmarken, -streifen, die nur an EDS-Berechtigte ausgegeben wurden. Auch die EDS-Dreiecksstempel wurden nur an EDS-Berechtigte ausgegeben.

Quelle: Dienstvorschrift über die Behandlung und Beförderung von Eisenbahndienstsachen (EDS-Vorschrift) DV 183,Ab 01.01.1965.

Ein besonderes Interzonenverfahren, wie es z.B. ins weitere Ausland z.T. üblich war, dürfte im innerdeutschen Verkehr keine allzu große Rolle gespielt haben, das Zugpersonal hat den Telegrammbrief am Bestimmungsort einfach weitergegeben.

Gruß
Hartwig
 
DL8AAM Am: 20.02.2012 17:10:39 Gelesen: 60939# 43 @  
@ Gruber [#42]

Hartwig,

vielen DANK für Deine Rückmeldung. Super! Bei den nicht ausgefüllten Textfeldern bezog ich mich auf die Angaben zum "Beförderungsweg", wie Zugnummer/Uhrzeiten. Die weiteren Felder (ab Zeile 5) sind natürlich für eine Weiterverwendung der Briefhülle vorgesehen. Da aber keine Dienststelle im EDS-Adressfeld eingetragen wurde, macht Dein Hinweis auf den "Sonderstatus" der Sendung Sinn, d.h. "sofort" bei der Zugankunft beim Fahrdienstleiter bzw. dem Chef in Hannover übergeben, der dann alles weitere veranlasst.

Meine Idee zum ungefähren Versendungsdatum stammt vom Druckvermerk auf dem Berechtigungslabel "BG 039/81 (87/9)", den ich als "Version aus 1981, Nachdruckauflage von September 1987" versuchte zu interpretieren (BG für "BerechtiGung" ?), kann aber auch falsch liegen.

Gruß
Thomas
 
Kumpel Am: 20.02.2012 21:33:48 Gelesen: 60898# 44 @  
Hallo,

EDS wurde am Bahnhof abgegeben und vom zuständigen Bhfs-Personal dem Zugpersonal (früher Ladeschaffner) übergeben, denn nur Züge, die Ladegut d.h. Gepäck und Expreßgut mitnahmen, nahmen auch EDS Post mit. Diese Züge hatten einen Ladewagen oder ein Ladeabteil und waren im Fahrplan besonders gekennzeichnet. Habe meinen seit ca 30 Jahren auf dem Dachboden lagernden "Eisenbahnkarton" wieder ausgekramt.

Hier erstmal 2 DIN A6 EDS Umschläge, 1x mit, 1x ohne Werbung. Übrigens, wie auf der Rückseite zu lesen, sollten diese Kuverts nicht zugeklebt werden, was aber zu 80% nicht eingehalten wurde.

gruss Walter


 
Gruber Am: 21.02.2012 12:04:54 Gelesen: 60872# 45 @  
@ DL8AAM #43
@ Kumpel #44

Hallo Tom,

Deine Interpretation der DV-Zahlen mag von hier aus plausibel erscheinen, aus der Sicht vieler DV aus Dienst/ZKD/EDS der DDR ist jedoch die nur mit zweistelliger Jahreszahl hinangestellte Zahl wohl eher zutreffend. Genau kann ich das aber nicht sagen, da mir bisher ein Druckmusterkatalog der DR-Druckereien nicht vorliegt und ich somit die DV nicht aufsplitten und erklären kann. Ob BG für Berechtigung steht, - ist zwar originell - aber eher unwahrscheinlich.

Walter

Ich bin EDS-Sammler vom ZKD kommend, seit etwa 12-14 Jahren, allerdings beschränkt auf die DR/DDR. Von der DR liegen mir die DV ab 1965 vor, nicht aber die Vorgänger aus 1954, welche wahrscheinlich die DV der DR/Drittes Reich als erstes veränderten. Ebenso liegen mir keine DV der DB vor. Da auch die DV der DB aus den alten DV/Drittes Reich abgeleitet wurden, sind sich die DV Ost und West wahrscheinlich ziemlich gleich - mit einer Ausnahme: Der Kontrollwahn in der DDR führte dazu, daß bestimmte Komponenten des Schriftverkehrs sowie der Beförderung dieser "Dienstsachen, auch ZKD, EDS" usw. stark reglementiert wurden. Zugang zum EDS-Verkehr war im DDR-Bereich nur und ausschließlich über die EDS-Stellen möglich. Private Versendung von Nicht-Dienstsachen war praktisch unmöglich, da nur EDS-Berechtigte, die auch über EDS-Berechtigungsstreifen und EDS-Dreiecksstempel verfügten, zur Aufgabe von EDS-Sendungen befugt waren (und sich mit speziellen Ausweisen) ausweisen mußten. Die DB handhabte die ganze Sache gelassener, wie auch aus Deinem Bericht hervorgeht.

Gruß, Hartwig
 

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