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Thema: Moderne Postgeschichte: Internationales Remailing
Das Thema hat 187 Beiträge:
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DL8AAM Am: 27.04.2019 21:37:21 Gelesen: 37105# 163 @  
@ agundel [#162]

Super Alex. Mit dem Link hat es wunderbar geklappt. Habe mir das 350-seitige Handbuch zum Remailing die Woche ausgedruckt und werde es hier in einem Copyshop binden lassen.

---

... "And Now for Something Completely Different" damit das Posting wenigstens noch etwas Content hat ;-)

eCommerce Päckchen-Remailing aus Großbritannien



"Moderne Paketkarte" (aka Versandlabel) für ein "DHL Paket" (besser gesagt, ein 350 Gramm-Päckcken). Auf den ersten Blick erkennt man die Eigenschaft des Remailings nicht, obwohl das Label in seiner optischen Form schon etwas anders aussieht, als üblich. Sonst wäre ich auch nicht tiefer eingestiegen ;-) Denn erst wenn man sich den Absender genauer anschaut, wird das Remailing ersichtlich: "Dobell, Muehlheimer Str. 26, 53840 Troisdorf, GERMANY". Dobell ist ein britischer Online-Anbieter für Herrenanzüge und dazu gehörende Accessoires, der zwar eine deutsche Webseite [2] unterhält, aber in Deutschland keinen eigenen Standort betreibt. Die Webseite gibt auch nur eine Rücksendeadresse für Retouren in Deutschland (in Bad Bentheim) an, aber keine weitere deutsche Adresse (auch kein Impressum).

Hinter der im Versandlabel genannten Anschrift liegt der Technologiepark Troisdorf, aber auch dort gibt es keinen eigenen Dobell-Standort. Stattdessen befindet sich dort (u.a.) das Unternehmen maparexx (Frank Breuer & Stephan Janicke GbR) [1], dass sich auf internationalen Postversand spezialisiert hat. Neben "Internationale Tagespost" bietet man auch die Paketversandabwicklung für internationale Kunden aus dem Bereich des eCommerces an. Das DHL-Label überklebt übrigens ein englischsprachiges Adresslabel auf den Adressaten.

Das heisst die Sendung wurde in Großbritannien vom Versender zusammengestellt, per Sammeltransport nach Deutschland verbracht, hier vereinzelt und über ein abwickelndes "Postdienstleistungsunternehmen" über DHL abgeleitet.

Gruß
Thomas

[1] http://www.maparexx.de/de/business
[2] http://www.dobell.de
 
Baber Am: 30.04.2019 18:13:29 Gelesen: 36630# 164 @  
@ DL8AAM [#158]

Solche Belege mit der Rücksendeandresse 36342 Niederaula wurden schon mehrfach gezeigt. (#37, #48) Nur das Postfach in der Rücksende-Adresse ist immer anders, sicher um damit den ursprünglichen Absender zu identifizieren.

Mein Beleg kam heute vom einem englischen Delcampe-Händler in NG34 9AP, 23 Lincoln Road auf den Ort verzichtet der Absender, er ist ja in der PLZ verschlüsselt.



Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 30.04.2019 18:40:50 Gelesen: 36623# 165 @  
@ Baber [#164]

Nur das Postfach in der Rücksende-Adresse ist immer anders, sicher um damit den ursprünglichen Absender zu identifizieren

Soweit gehen die Postfächer nicht. Diese reflektieren in der Regel nur das ursprüngliche Herkunftsland, d.h. die DHL-Niederlassung über die die Sendung angenommen wurde, u.U. auch den/einen möglicherweise zwischengeschalteten "Konsolidierer" oder Postversand-/bearbeitungsdienstleisters vor Ort (im Ausland). Der eigentliche Kunde könnte in Deinem Fall in der Zahl "1805" geschlüsselt sein, könnte... (es könnte sich aber auch nur um eine normale Zählnummer handeln).

Gruß
Thomas
 
MaVog Am: 21.06.2019 17:15:54 Gelesen: 32222# 166 @  
Servus aus Franken! :)

Ich bin neu hier und wollte mal meinen Beleg aus Deutschland (versendet mit der BWPost) den ich mir selbst in die Tschechei geschickt habe reinstellen.



Der Brief lief offensichtlich über ?? Mauritius ??.

An die selbe Anschrift habe ich ebenfalls einen Brief mit dem Nürnberger Briefdienst mailworXs geschickt, dieser wurde offensichtlich über den selben Weg transportiert:



Hat vielleicht jemand eine Erklärung dafür warum die Briefe einmal quer durch die Welt geflogen wird und sich das dann auch noch lohnen kann? :)

Eine doch recht interessante Sache wie ich finde.

Ich finde auf Anhieb auch keinen Dienstleister der das über die MUPost abwickelt.

Ein Brief über regiomail (Heilbronn) wurde an die österreichische Post weitergegeben:



Hat jemand dafür eventuell noch Ideen, wie man da noch näheres rauskriegen kann? :)

Auch recht interessant ist meiner Meinung nach der nachfolgende Beleg der österreichischen Post:



Das Paket wurde (von mir selbst :)) ) über amazon Multi-Channel Fulfillment in Deutschland mit Versand nach Prag beauftragt, und wurde von amazon offensichtlich nicht wie erwartet an die deutsche sondern an die Österreichische Post übergeben.

Schlussendlich wurde das Paket aber auch nicht von der tschechischen Post direkt sondern von einem Unternehmen namens "inTime" zugestellt, welches nach meinen Recherchen in Verbindung mit der Ceska Posta steht (s. https://intime.cz/ )

Grüße,
Marius :)
 
DL8AAM Am: 21.06.2019 18:45:09 Gelesen: 32204# 167 @  
@ MaVog [#166]

Interessante Belege. Aber ich kann Dich beruhigen, die Briefe flogen nicht um die halbe Welt. Sie wurden zwar über die Post von Mauritius versendet, aber nicht über Mauritius, sondern über sogenannte "ETOE (Extraterritorial Offices of Exchange)", dass sind Austauschzentralen, die die jeweiligen Postanstalten im Ausland unterhalten. Dort/Darüber wechseln Sendungen in den EInflussbereich einer UPU-Post.

Die Post von Mauritius betreibt solche "exterritorialen Auslandspostämter", die bei der UPU angemeldet werden müssen, in Europa in England, Frankreich und den Niederlanden. Hier ein Auszug aus den Listen der UPU [1]:

> GBLONY LONDON MUY LONDON MAURITIUS POST MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU GB ETOE 20110502 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED

> FRLIOZ LIO ETOE MUA LYON Z ETOE MUA MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU FR ETOE 20151101 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED

> NLAMSF AMSTERDAM MU AMSTERDAM F MAURITIUS POST LTD MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU NL ETOE 20110510 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED
 

Ich persönlich würde - ohne es zu wissen oder echte Anhaltspunkte zu haben - erst einmal vermuten, dass Dein Brief über das deutsche Privatpost Netzwerk von Mail Alliance gesammelt wurde und (u.U. mit Hilfe von Postcon) über Amsterdam abgewickelt wurde, d.h. dort direkt mit der PostNL ausgetauscht wurde - und hier in den UPU-Lauf eingeschleust wurde.

Nun zu Deinem Amazon Päckchen-"Großbrief":

eCommerce-Sendungen von Amazon, insbesondere grenzüberschreitende oder außerdeutsche, sind wirklich ein sehr sehr spannendes Thema, dass derzeit leider noch kaum beachtet, dokumentiert, geschweige denn philatelistisch beackert wird. Nur ganz kurz, das ursprünglich versendende Fulfillment Center (den Hub) erkennt man unten links auf dem Versandlabel (leider überklebt), dort findet sich unter dem Barcode eine Kennung, i.d.R. im Format 3-Buchstaben-1-Ziffer, z.B. LEJ1 (Leipzig). Zumindest lief die Sendung von Amazon (unbekannter Standort, die Standard-Rücksendeadresse ist nicht aussagekräftig) über EURODIS [2] zu deren tschechischen Partner "IN TIME", einem Mitglied der Austrian Post Group, d.h. der österreichischen Post (nicht der tschechischen Post). Die österreichische Post ist ebenfalls ein direkter Partner von EURODIS, deshalb wohl auch eine österreichische Rücksendeadresse, obwohl Amazon nach meinen Kenntnisstand in Österreich aktuell über keinen eigenen Versandstützpunkt verfügt. Sehr wahrscheinlich tarnt sich hinter der angegebenen Adresse "Paketfach Amazon E, 5005 Salzburg", nur das große Post-Logistikzentrum der österreichen Post in Wals-Siezenheim, dass für Amazon Rückläufer sammelt.

Gruß
Thomas

[1] http://www.upu.int/uploads/tx_sbdownloader/listStandardsImpcsWithTypeIndicationEn.xlsx
[2] https://eurodis.com/de
 

Baber Am: 04.07.2019 16:44:08 Gelesen: 31317# 168 @  
Für knapp 100 km Entfernung dieser Aufwand



Gruß
Bernd
 
Fridolino Am: 07.07.2019 17:56:28 Gelesen: 31108# 169 @  
Hier ein Brief von Microsoft aus Irland, eingeliefert über TPG Post in den Niederlanden, weiterbefördert mit TNT Post und ausgeliefert schließlich mit post modern in Dresden.


 
DL8AAM Am: 08.07.2019 14:19:36 Gelesen: 31023# 170 @  
@ Baber [#168]

Der Brief lief über die ASENDIA (Swiss Post) Niederlassung in Deutschland. Der im Absender angebene Kode CGN steht hier für Köln, wobei der aktuelle Standort von ASENDIA in Deutschland in Troisdorf (bei Köln) liegt. Ob das Auktionshaus das Mailing selbst "gemacht" hat (eher unwahrscheinlicher), oder es durch irgendeinen "Lettershop" (Asendia ist übrigens auch in diesem Bereioh aktiv, Zitat "wir drucken, verpacken, adressieren, sortieren und bündeln Ihre Direktmailings ...") hat erstellen und versenden lassen, ist eine andere Frage. Diskutabel ist auch, ob der Brief jemals in der Schweiz war. Zumindest denkbar ist, dass die Swiss Post gleich in D mit der DPAG oder über deren Niederlassung in Biedermannsdorf bei Wien mit der österreichischen Post direkt ausgetauscht hat.

Gruß
Thomas

https://www.asendia.de
https://www.asendia.at
 
epem7081 Am: 30.08.2019 11:06:44 Gelesen: 26511# 171 @  
Hallo Remailing-Experten,

für einen Laien nimmt das internationale Remailing schon manchmal seltsame Wege. Der nachfolgende Beleg wurde eigentlich laut Inhalt am 29.07.1998 im italienischen Castiglion Fibocchi von der Fattoria La Vialla mit Ziel D-73467 KIRCHHEIM (am Ries) gestartet. Der einzige Stempelabschlag der auf die Bezahlung der Postgebühr hinweist stammt aus GIBRALTAR. Für den Fall der Unzustellbarkeit soll dieser Brief dann auch an das Postfach 57695 GIBRALTAR zurück geschickt werden!





Schon eigenartig - oder?

In diesem Fall mit Unverständnis
grüßt
Edwin
 
filunski Am: 04.09.2019 20:53:41 Gelesen: 26066# 172 @  
Hallo zusammen,

mal wieder, zumindest für mich, etwas Neues mit großem Fragezeichen.

Heute erhielt ich Post aus den USA, einen Großbrief. Ich wußte, dass er kommt, unterwegs war und auch demnächst eintreffen sollte. So, wie er dann aber ankam, war ich doch etwas überrascht. Er steckte im Briefkasten, erst am Nachmittag zu einer Zeit in der die DPAG und auch unsere lokale Citypost längst durch waren und auf dem Brief war ein recht großer Hermes-Aufkleber angebracht!

Hier der Brief:



Der Brief war ganz normal in den USA über die staatliche US Post (USPS) aufgegeben und verschickt worden und gelangte dann in Deutschland, wo und warum auch immer, zur Weiterbeförderung, zu Hermes.

Kann diesen Fall jemand erklären oder hat selbst schon so etwas erlebt?

Viele Grüße,
Peter
 
DL8AAM Am: 04.09.2019 21:21:35 Gelesen: 26064# 173 @  
@ filunski [#172]

Sehr interessant!

Ja, so wie es aussieht hat die US Post - anstatt mit der DPAG auszutauschen - diese Sendung einfach an HERMES zur Zustellung übergeben. Für US Post war mir dieser Weg bisher unbekannt. Aber HERMES hat in der Vergangenheit bereits Post der schweizer Post nach D zugestellt [1]. Ähnliches sieht man bei Sendungen der britischen Royal Mail, die zur Zustellung in D über GLS geleitet wurden [2]. Es macht also für die US Post kostentechnisch mehr Sinn "größere" Sendungen an HERMES abzugeben.

Gruß
Thomas


[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/28502
[2] https://www.philaseiten.de/thema/3895
 
filunski Am: 05.09.2019 00:15:47 Gelesen: 26046# 174 @  
@ DL8AAM [#173]

Hallo Thomas,

danke für deinen Kommentar! ;-)

Kann durchaus so sein. Der Brief enthielt ein Buch und das USPS Porto dafür erschien mir auch recht günstig, gerade mal 2,20 US$ für internationalen Versand. Völlig neu war für mich auch die Abwicklung solcher Sendungen (Brief) über Hermes.

Viele Grüße,
Peter
 
Araneus Am: 18.11.2019 18:07:31 Gelesen: 18641# 175 @  
@ DL8AAM [#129]

Mit ein wenig Geduld schaffen wir vielleicht eines fernen Tages die Rücksendepostfächer (in Schiedam) den jeweiligen Kundenherkunfts- bzw. Absenderländern zuzuordnen?

Zu dieser Anregung möchte ich heute einen aktuellen Beleg mit Absenderangabe 3109AA Schiedam beisteuern. Das Postfach 7007 wurde bisher noch nicht gemeldet.

Absender ist eine spanische Weinfirma.




 
DL8AAM Am: 18.11.2019 21:57:17 Gelesen: 18570# 176 @  
@ Araneus [#175]

Besten Dank für interessante die Meldung!

Ich hatte vor ein ein paar Tagen ebenfalls (erstmals) eine Sendung mit dem Schiedamer Rücksendepostfach 7007 bekommen. Hier war als Absender die "Mecalux GmbH Hauptniederlassung" in 41540 Dormagen angebeben, wobei aber die Druckvermerke im Katalogs eher darauf schliessen liessen, dass der Versand in Wirklichkeit von der Mutter "MECALUX SA" in Barcelona 'bestellt' wurde.

Spanien scheint demnach also für das Postfach 7007 zu stimmen.



Nochmals besten Dank und Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 26.11.2019 23:17:59 Gelesen: 17955# 177 @  
Hier mal wieder ein Beispiel eines Remailings aus den USA. In diesem Fall versendet über Ungarn



Katalog in Großbriefumschlag, Absender "South Dakota Department of Tourism" aus Pierre, SD 57501 nach Deutschland (2018)

Frankatur-Labels, von zwei verschiedenen Sendungen, da der Absender den Kataklog irrtümlich doppelt verschickte.



Das untere Label trägt keinerlei Frankaturhinweise, lediglich die unbekannten (identischen) Kennungen "20599", "P485036" sowie "ST", plus eine (wahrscheinlich) laufende Nummerierung; darüber befindet sich jeweils ein

Frankatur-Label der ungarischen Post aus Budapest 1005 "P.P. / ECONOMY / MAGYAR POSTA / BUDAPEST - 1005", Rücksendeadresse "Budapest 1005 - Hungary".

Die Frage ist, wer bzw. welcher Remailingdienstleister hinter diesem Remailing bzw. der Frankatur "steckt". In Budapest 1005 befindet sich das "International Office of Exchange" der ungarischen Post, sozusagen das ungarische Äquivalent zu "unserem" Internationalen Postzzentrum in Niederaula. Normalerweise kenne ich diese "Budapest 1005" Frankaturangaben mit Zusatz einer "Vertragsnummer" bzw. mit dem Kürzel des Versenders/Absenders, z.B.


"AVBU" für die Avis Budget Group, die aus/über Budapest 1005 ihre Leihwagenabrechnungen europaweit versendet.

Die ungarische Post hat ein paar Beispiele in einem 16seitigen, englischsprachigen PDF-Dokument "Magyar Posta’s Postage Paid Indicia" [1] gezeigt, auch dort sind auch entsprechende Angaben zu den Vertragsnummernfeldern innerhalb der Franktur abgebildet:



Leider finden sich in "meinen" Remailingbeleg aus South Dakota keine weiteren Angaben in der eigentlichen Frankatur selbst, u.U. stecken diese geschlüsselt in einer der Kennungen auf dem überklebten, unteren Label. Hat hier jemand eine Idee? Kann jemand weitere (Remailing-) PPIs aus Budapest 1005 zeigen?

Beste Grüße
Thomas

[1] https://posta.hu/static/internet/download/PASZF_KI13_Postage_Paid_Indicia.pdf
 
epem7081 Am: 16.02.2020 18:51:39 Gelesen: 9092# 178 @  
Hallo Remailing-Experten,

in einem Posten Ganzsachenbelege hatte sich wohl auch dieser Briefumschlag verirrt.



Offenkundig als Absender Marriott in SALT LAKE CITY, UT 84115-2544 USA mit Adressat in 53359 Rheinbach GERMANY. Postalisch tritt hier aber die Belgische Post in Erscheinung.



Ich kann zum Beleg wenig sagen, da mir das Internationale Remailing immer noch eine weitgehend rätselhafte Angelegenheit ist.

Einen schöne Sonntagabend und guten Start in die neue Woche wünscht
Edwin
 
22028 Am: 10.03.2020 14:52:47 Gelesen: 7175# 179 @  
Der Brief aus Spanien kam heute bei mir an.

Auktionskatalog aus Spanien, zugestellt von der Deutschen Post über Swiss Post International.


 
epem7081 Am: 16.03.2020 15:00:14 Gelesen: 6843# 180 @  
Hallo Remailing-Experten,

aus dem heutigen Posteingang zwei Remailing-Belege ursprünglich aus Italien stammend.



Der erste Beleg stammt aus 70032 Bitonto (BA) und wurde über die Deutsche Post ausgeliefert. Für den Fall der Unzustellbarkeit sollte hier wieder einmal Postfach 2935 in 36243 Niederaula Rücklaufadresse sein.



Der zweite Beleg stammt aus Bologna und wurde wohl über die niederländische Post (postnl) weitergeleitet. Dementsprechend ist hier für den Fall der Unzustellbarkeit P.O.Box 7189, 3109 AA Schiedam als Rücklaufadresse angegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
DL8AAM Am: 19.03.2020 21:16:28 Gelesen: 6733# 181 @  
Remailing-Sendung aus dem Bereich des chinesischen eCommerce. Absender "Liu Jing Shop" in der Fuxingda Logistic Zone in Shenzhen. Die Lieferung wurde über "bpost international" (BPI) bzw. genauer über "bpost China", d.h. die (hoheitliche) Belgische Post ("bpost") in China, im Rahmen dessen "Angebots" Landmark Global [1] ("Minipak EU 1") verschickt; 14.08.2018.



Die LVS Sendungs- bzw. Trackingnummer (LVS: Low Value Shipments, d.h. Sendungen mit geringem Wert) stammt von der belgischen Post. Ich vermutee der Suffix N1 sagt etwas über die "Prioritenklasse" der Sendung aus (Beförderungs-Zeitfenster).

Einschleusung in den UPU-Lauf über Brüssel, Frankatur per Entgeltbezahlt-Eindruck (PPI) der belgischen Post unter der Lizenznummer ("permit mail") BPI-9333, Rücksendeadresse mit Deck- bzw. Sammelpostfach "P.O.Box 9333" in "1934 EMC Brucargo" (EMC = European Mail Center; Brucargo steht für den Frachtflughafen Brüssel).

Gruß
Thomas

[1] https://landmarkglobal.com/de_DE
 
epem7081 Am: 09.04.2020 22:46:32 Gelesen: 4921# 182 @  
Hallo zusammen

Internationales Remailing,

für mich immer noch eine geheimnisvolle verworrene Beziehung



Am 2.8.2014 habe ich über Amazon eine Buchbestellung bei The Book Depository, nach eigenem Bekunden Sitz in Gloucester, United Kingdom, getätigt. Der Versand per Priority Air Mail wurde mir von Amazon am 8.8.2014 als nicht nachverfolgbare Sendung signalisiert. In Deutschland wurde die Sendung dann wohl von Hermes Standort Heidenheim bearbeitet. Auf dem entsprechenden Label findet sich zwar in Minischrift, aber deutlich erkennbar, das Datum 17-Aug-2014 mit Uhrzeitangabe 06:55



Das eigentlich für mich irritierende ist die Angabe: P.P. / Swiss Post / 8010 Zürich / Mulligen, wohin die Sendung auch bei Unzustellbarkeit zurück gehen soll. Da muß man wohl um einige Ecken denken können,

Unbeschwerte Ostern bei guter Gesundheit wünscht allen
Edwin
 
juju Am: 17.05.2020 21:12:36 Gelesen: 1214# 183 @  
Ich hoffe mal, ich bin hier richtig. ;)

Da der ganze Beleg (Großbrief B4) nicht auf den Scanner passt, hier ein Aufkleber, den ich nicht zuordnen kann:



Der Brief lief von einem Privatabsender aus Antwerpen, Belgien, nach Pforzheim. Weitere Hinweise zu irgendeiner Postbeförderung oder weitere Vermerke finden sich nicht, ebenso fehlt eine zeitliche Angabe, oder ein so etwas beinhaltender Code, völlig.

Der Vermerk "port payé" sagt mir zumindest, dass dieser Aufkleber wohl ein Entgelt-bezahlt-Freimachungsvermerk ist. Aber warum 60544 Frankfurt? Die Rücksendeadresse Postfach 3001 in Niederaula würde ich jetzt einfach mal dem IPZ 2 zuordnen.

Die Zahl "1086" scheint mir mittels Tintenstrahl separat aufgebracht worden zu sein.

Wurde dieser Aufkleber bereits in Belgien oder erst in Deutschland aufgebracht?

Beste Grüße
Justus
 
Journalist Am: 18.05.2020 11:28:05 Gelesen: 1090# 184 @  
@ juju [#183]

Hallo Justus,

es handelt sich hier um Post die über die Deutsche Post Tochter Global Mail läuft. Dazu gibt es im IPZ 1 und IPZ 2 ein sogenanntes "Mailterminal" im dem die Post die vereinzelt auch aus Deutschland kommt, oft aber aus dem Ausland, mit einer deutschen Freimachung versehen wird, um diese dann ins Weltpostsystem einschleußen zu können. Da diese Post formal in Deutschland eingeliefert wurde, muss auch ein entsprechender deutscher Absender als Retoure laut Weltpostvertrag vorhanden sein - dies sind oft diverse Postfächer (auch Sammelpostfächer) aus Niederaula also aus dem IPZ 2.

In der Regel wird die Masse der Freimachungen dieser Art aber in Frankfurt im IPZ 1 angebracht.

Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen, wenn Du hier noch weitere Fragen hast, du kannst mich ja auch mal telefonisch kontaktieren oder auf meinen Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen, ich würde dann mal zurück rufen.

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 18.05.2020 14:53:57 Gelesen: 1047# 185 @  
@ Journalist [#184]

Nur zur kurzen Ergänzung: Diese Sammelpostfächer in Niederaula repräsentieren meist/oft eine spezielle Herkunft der Sendung bzw. des Mailings, so wird z.B. das Rücksendepostfach 2007 für eCommerce-DPAG/DHL-Kunden aus Hongkong genutzt, oder 2413 für den Kunden "Pitney Bowes", der auch als "Konsolidierer" Post in den USA für die DPAG/DHL erzeugt bzw. "einsammelt". Leider gibt es keine komplettere Liste der Postfächer mit den entsprechenden Angaben. Viel, sehr viel Raum für Forschung! Erschwerend kommt hinzu, dass es auch Postfächer anderer international aktiver nationaler Posten gibt, wie beispielsweise 2083 der französischen Post La Poste, die damit Sendungen ihrer Kunden für deutsche Empfänger, die sie über das IPZ direkt bei der DPAG einliefert, versieht [1].

Leider ist das Thema internationales Remailing für Außenstehende nur sehr schwer zu durchschauen. Es wird nichts "Substantielles", was uns die Ansprache der Belege erleichert, veröffentlicht. Das alles wird im Prinzip sogar fast als höchstgeheimes Geschäftsgeheimnis behandelt. Hier können uns Philatelisten eigentlich nur noch Whistleblower oder Personen mit "sehr guten Beziehungen" wirklich helfen.

Deine Funktionszahl 1086 könnte/sollte eine Angabe sein, die Identität des Absenders/Einlieferes bzw. das entsprechende Mailing näher bezeichnet.

Beste Grüße
Thomas

Nachsatz:

Diese Frankaturangaben werden nicht nur durch die DPAG in Niederlauda, sondern oftmals auch direkt vom Kunden im Ausland bereits bei der Erzeugung des Mailings, aufgebracht.

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/64929
 
al-lu Am: 20.05.2020 06:10:16 Gelesen: 692# 186 @  
@ Baber [#164]



Am abgebildeten Beispiel, derselbe Absender, sieht man, welche unterschiedlichen Frankiervermerke in Niederaula eingesetzt werden.

Die aktuellen Varianten finden sich in folgender Broschüre [1].

Viele Grüße
Albrecht

[1] https://www.deutschepost.com/content/dam/dp-int/Business-Customers-Europe/Downloads/Deutsche_Post_Europe_Service-Description-Document_DE_23-03-17.pdf
 
DL8AAM Am: 20.05.2020 16:57:08 Gelesen: 591# 187 @  
@ epem7081 [#182]

für mich immer noch eine geheimnisvolle verworrene Beziehung

Hi,

um diesen Beleg auch noch etwas zu entwirren: Der ist zufällig mal relativ einfach zu interpretieren.

Der Absender in England hat die Sendung in England bei der dortigen Niederlassung der nationalen Schweizer Post eingeliefert. Zu erkennen an den Angaben in der Rücksendeadresse "SPI LHR 578". SPI steht hier für die Schweizer (Swiss) Post International, LHR identifiziert deren Niederlassung, hier LHR für London-Heathrow. 578 gibt einen Rückschluß auf den entsprechenden Einlieferer. Zur Entschlüssel der SPI-Standorte findet sich auf der deutschen Zoll-Seite ein älteres Merkblatt der schweizer Post [1].

Die Schweizer Post hat nun die Sendung an/über ihre deutsche Niederlassung in Dietzenbach geleitet, die den Brief dann zur Zustellung an "Hermes" übergeben hat, die dann wiederum die Sendung über das Verteilzentrum Heidenheim (in Herbrechtingen) in ihr Netzwerk eingeschleust hat.

Die Hermes Logistik Gruppe ist bereits seit vielen Jahren ein direkter Partner der Swiss Post International und diese beiden haben in einigen Ländern sogar gemeinsame "Postunternehmungen" gegründet, u.a. Italien die "Porta a Porta" [2] sowie in Deutschland die "PrimeMail" (bis 2011) [3].

Vereinfach gesagt, können die deutschen Kurier-/Postdienstleister mehr oder weniger direkt (Verpartnert oder sogar echte Töchter) einer ausländischen nationalen Post "zugeordnet" werden: DHL = DPAG, GLS = Royal Mail, DPD = La Poste, Hermes > Schweizer Post, TNT > PostNL. Sieht man also auf der Autobahn einen LKW von DPD, dann handelt es eigentlich um ein französisches Postauto ;-)

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.zoll.de/SharedDocs/Downloads/DE/FormulareMerkblaetter/Zollrecht/Postverkehr/infoblatt_swisspost.html
[2] https://www.pressebox.de/inaktiv/hermes-germany-gmbh/Hermes-und-Swiss-Post-International-Neue-Geschaeftsstruktur-fuer-italienische-Porta-a-Porta/boxid/229648
[3] https://www.dnv-online.net/services/detail.php?rubric=Logistik+%26+Technik&nr=52564 und https://www.hermesworld.com/de/ueber-uns/historie/2000er-jahre/
 

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