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Thema: Moderne Postgeschichte: Internationales Remailing
Das Thema hat 170 Beiträge:
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DL8AAM Am: 22.06.2016 16:26:28 Gelesen: 164452# 146 @  
@ DL8AAM [#79][#76][#118][#128]

Und hier ein weiteres Remailing der indischen Rechtsanwaltskanzlei "dpa - D. P. Ahuja & Co." aus Calcutta 700 019

In den oben genannten Beispielen wurden durch den Remailer, vermutlich in jedem Fall TNT/Spring/G3 Worldwide Mail, die Sendungen über Singapur, Taiwan und Malaysia versendet. Nun scheint der Versender bzw. dessen "Postmakler" neuerdings DHL eCommerce / Deutsche Post Global Mail für die Abwicklung einzusetzen.



Sendung der Anwaltskanzlei D.P. Ahuja & Co. aus Kalkutta (Indien) von Anfang Februar 2016, versendet über den Deutsche Post DHL-Stützpunkt in Dubai (VAE). Frankatur "POSTAGE PAID U.A.E." mit Rücksendeanschrift "P.O. Box 36711, Dubai, United Arab Emirates". Das Frankaturlabel trägt einen linearen Barcode mit einer DHLeC (DHL eCommerce") Sendungsnummer sowie diverse Leithinweise für Frankfurt. Zusätzlich trägt der Umschlag ein weiteres Leit- bzw. Bundlabel "CONNECT Bundle Label" (aus Singapur "SIN" bzw. im Barcode "BULSIN..." über die VAE "AEPO") für einen Sammelauftrag bestehend aus 7 Einzelsendungen ("No of items: 7") zu insgesamt 196.3997 Gramm. Das Kürzel BMD kann ich derzeit noch nicht interpretieren, aber vielleicht hat hier jemand eine Idee?



Wenn man sich die Trackingdaten zu dieser grenzüberschreitenden, internationale Standarddrucksache "Printed Matter Standard Cross Border" anschaut [1], erkennt man, dass die ursprünglich aus Indien stammende Sendung erstmals von der Deutsche Post DHL-Niederlassung am 15.02.2016 in Singapur (siehe auch das passende Bundlabel) verarbeitet bzw. erfasst wurde. Die anschließende Ab- bzw. Weiterleitung des Briefes über die VAE sowie der Eingang und Zustellung in Deutschland ist dort leider nicht mehr dokumentiert. Da macht ein Sendungsverfolgung irgendwie doch keinen Sinn mehr, oder?

Trotzdem ein netter Beleg aus dem Bereich der modernen "deutschen Auslandspostämter", und hier sind auf einem Umschlag ja sogar gleich zwei verewigt, Singapur und Dubai. Aber leider gibts von denen ja heutzutage keine echten Poststempel und/oder Aufdruckbriefmarken mehr ;-) Also wird so etwas von den meisten Briefmarkensammlern und Philatelisten oft ignoriert oder bestenfalls einfach nur übersehen. Schade eigentlich.



Im Folgemonat lief übrigens eine weitere Sendung dieses Absenders den gleichen Weg (nur Ausschnitt, da der vollständige Umschlag nicht auf meinen Scanner passte, es fehlt aber nur der eingedruckte indische Absender unten links). In diesem Fall fehlen aber sämtliche zusätzlichen DHL-Labels bzw. -Zusätze. Wenn man die erste Sendung mit den DHL-Verweisen also nicht gesehen hätte, hätte man den Zusammenhang zu DHL auf den ersten Blick nicht erkennen können. Der einzige Beweis für eine DHL-Herkunft dieser Sendung ist hier das verwendete Postfach 36711 von DHL in Dubai in der Rücksendeadresse.

Gruß
Thomas

[1] http://webtrack.dhlglobalmail.com/?locale=de
 
Pete Am: 21.08.2016 12:07:54 Gelesen: 155558# 147 @  
Der nachfolgende Beleg würde in mehrere Themen auf http://www.philaseiten.de passen, scheint mir hier am besten aufgehoben zu sein:



C6-Sendung eines Absenders aus 2540 Bad Vöslau (Österreich) adressiert nach Deutschland, eingesammelt durch das Unternehmen Maillog Richter & Weiner GesmbH aus 1230 Wien (http://www.maillog.at/ ), DPAG-frankiert mittels Postfreistempel des Briefzentrums 80 (München) vom 21.06.2016

Ein besser lesbarer Abschlag des Postfreistempels ist in der Datenbank vorhanden [1]. Als Werbeeinsatz fungiert die Angabe einer Postfachanschrift in 83400 Freilassing.

Gruß
Pete

[1] http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/128575
 
DL8AAM Am: 08.09.2016 21:50:59 Gelesen: 153065# 148 @  
Auch so etwas fällt in den großen Pool des internationalen Remailings, zumindest in den Randbereich 'chinesischer Onlinehändler', die ja bekanntlich die verschlungensten und für uns Philatelisten interessantesten Logistik- und Postwege einsetzen, um möglichst 'portooptimiert' ihre Klein- und Kleistartikel direkt an den privaten Endabnehmer in Europa versenden zu können.



Großbrief eines chinesischen Onlinehändlers nach 37124 Rosdorf (bei Göttingen) aus dem Mai 2016, die in Belgien in den UPU-Mailverkehr eingeschleust wurde. Frankiert mit einem direkt in das Versandlabel integriert eingedruckten Entgeltbezahlt-Vermerk der belgischen Post, mit der "Genehmigungsnummer" BPI-9572. Als Rücksendeadresse fungiert eine Firma names "ECDC Logistics SA" in der Rue de Maastricht 106, 4600 Vise.

Wenn man ein wenig im Netz sucht, findet man unter der selben Adresse in Vise die ähnlich klingende Firma "EC HUB SA", die laut der Webseite des Flughafens Lüttich ("Companies present at Liège Airport") dort als Logistikfirma - spezialisiert auf eCommerce - gelistet ist ("provide logistics solutions for E-commerce") [1]. Das lässt darauf schliessen, dass auch ECDC Logistics (ECDC: eCommerce Distribustion Centre?) in diesem Bereich tätig ist, d.h. es werden Warensendungen aus dem Onlinehandel aus China für die hiesige Postverteilung aufbereitet bzw. an die 'UPU-Post' ableitet.

Zum Glück kann man diese Sendungen meist gut im Netz tracken, eine gute Seite für diese Art von Post aus China ist die Webseite http://www.sky56.cn der Shenzhen ZhaoYu International Transportation Company bzw. Beishisheng Logistics. Wenn man dort die Sendungsnummer eingibt, bekommt man folgende Laufdaten zu diesem Großbrief



Die Sendung lief also über Shengzhen (14.-17.05.2016) über Hongkong (18./19.05.) nach Brüssel und wurde dort nach der Zollabfertigung am 20.05.2016 der belgischen Post übergeben (20.05.2016), anschließend verliert sich die digitale Spur der Sendung. In der Liste sieht man zum Abschluß auch die ursprünglich, erstbehandelnde chinesische Logistikfirma "Yun Expresss", zu der auch der Präfix YT der Sendungsnummer gehört. Auf deren Webseite [2] kann man auch gleich unsere bekannten Logos ebay, EMS und auch unserer DHL sehen.

Die Webseite chinapost-track, eine weitere gute Datenquelle zur Sendungsverfolgung aus China, ...



... beschreibt Yun Express als "Yun Express is cross-border e-commerce logistics services, cutting-edge brand, the company was founded in 2014, through the integration of domestic and international high-quality logistics resources, and the organization of specialized air transport, IT, operations, customer service team, electricity supplier sellers provide fast, safe, and efficient logistics services to help your business to expand globally and enhance core product competitive advantage. At present cross-border cooperation including those from electricity providers, Amazon, Wish, AliExpress, Ebay, Lazada, Linio own platform and other well-known seller." [3].

Also konnten wir einen weiteren big player aus diesem Sektor philatelistisch belegen. ;-)

Gruß
Thomas

[1] http://www.liegeairport.com/en/liege-airport-contacts
[2] http://www.yunexpress.com
[3] http://chinapost-track.com/track-yun-express
 
klinhopf Am: 08.09.2016 22:08:25 Gelesen: 153060# 149 @  
@ DL8AAM [#148]

Hallo Thomas,

ich bin fasziniert - von DIR, Deinen Recherchen und auch davon, was im Internet alles nachzuvollziehen möglich ist! Und auch davon, was hier bei philaseiten.de an Informationen rüber kommt, die nichts mit Briefmarken oder Stempel zu tun haben sondern mit den neuen Frankiermöglichkeiten - ein für viele Sammler (auch für mich) bisher völlig ignoriertes Gebiet. Sendungen OHNE Marke und Stempel "waren nichts wert", nicht einmal, näher beachtet zu werden! ICH habe dazugelernt! DANKE!

sagt mit phil. Gruß
Ingo Pfennig
 
DL8AAM Am: 20.03.2017 01:29:10 Gelesen: 129454# 150 @  
@ Pete [#147]

C6-Sendung eines Absenders aus 2540 Bad Vöslau (Österreich) adressiert nach Deutschland, eingesammelt durch das Unternehmen Maillog Richter & Weiner GesmbH aus 1230 Wien (http://www.maillog.at/ ), DPAG-frankiert mittels Postfreistempel des Briefzentrums 80 (München) vom 21.06.2016

Der DPAG Frankierservice beim Briefzentrum 80 setzt nun für Einlieferungen der österreichischen Remailingfirma "Maillog", für Sendungen von deren Kunden aus Österreich, nun ein abgewandeltes Kundenklischee ein. Der Name Maillog ist nun gewollt nicht mehr sichtbar.



Briefzentrum 80 vom 22.02.2017 mit Funktionszahl "13"; Zusatzklischee "Postfach 108, 83400 Freilassing"; Absender "Waldviertel Tourismus" - Destination Walfviertel GmbH, A-3910 Zwettl (Österreich).

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 28.09.2017 03:01:03 Gelesen: 105645# 151 @  
@ diverse " ... Postfach 7001 in 3109AA Schiedam ..."

Zu diesem Rücksende- bzw. Sammelpostfach des internationalen Versanddienstleisters Spring gibt es drei neue PPI-Frankaturformen ("GLM 298") zu berichten:



Absender ist jeweils ESSO Tankkarten-Abrechnung, mit Versand an Kunden in Deutschland aus 2017. Versender ist der genannte weltweit aktive Postdienstleister Spring [1] (aka "G3 Worldwide" [#144], ehemals auch "TNT" bzw. "TNT Mailfast"), eine 100%ige Tochter der PostNL Gruppe, zu der u.a. auch unsere deutsche Postcon sowie und Nexive in Italien gehören. Spring ist spezialisiert auf globale Zustelldienste ("Global Delivery Solutions") für Briefe ("International Business Mail" und "Direct Mail" [aka Remailing]), Zeitschriften ("International Periodicals"), Päckchen und Pakete, inklusive "Lösungen" für den boomenden E-commerce Sektor.

Der neuere Einschub GLM 298 zum bekannten P.O. Box 7001 in 3109AA Schiedam im PPI, steht dabei für das Produkt "Global Mail" (GLM), mit noch unbekanntem Zusatz "298" (u.U. eine nähere Identifikation für den Kunden/Kundenkreis, des regionalen Kundenherkunftgebiets oder eines Konsolidieres bzw. einer [Regional-] Abteilung innerhalb [?] von Spring).

Gruß
Thomas

[1] http://www.spring-gds.com/about-spring
 
DL8AAM Am: 21.03.2018 21:16:35 Gelesen: 78421# 152 @  
Hier einmal ein Beispiel von drei im (etwa) gleichen Zeitraum Ende 2017 vom selben Absender (Quality Tractor Parts Ltd. aus Mullingar, Co. Westmeath, Irland), an den selben Adressaten in Deutschland (in 37120 Bovenden bei Göttingen) versandten, gleichformatigen C4 Sendungen.

1x direkt von Irland aus und 2x als Remailing "über" Schweden und Deutschland



a) Frankatur-Label ECONOMY B der POSTEN SVERIGE AG INTERNATIONAL MAIL mit Rücksendeadresse PO Box 2406 in SE-202 26 Malmö, Schweden. Remailing-Sendungen aus 202 26 Malmö sind seit vielen Jahren bekannt, wobei die verschiedene Postfächern verschiedene Herkunftsländer und/oder Remailer bzw. Einlieferer identifizieren. Die PO Box 2406 ist dabei bisher noch nicht dokumentiert bzw. konnte noch nicht zugeordnet worden, u.U. steht das Postfach sogar für DHL?

b) Frankatur Tintenstrahl-"Spray On" PRIORITY der Deutschen Post Global Mail, mit Rücksendeadresse Postfach 2003 in 36243 Niederaula (beim Internationalen Postzentrum "IPZ 2" der DPAG). Hier steckt die Deutsche Post DHL mit ihrem Global Mail-Abgebot selbst als Abwickler dahinter.

Wie es hier aussieht sucht sich der Dienstleister (?) des irischen Kunden für seine Ableitungen "tagespreisabhängig" immer andere Remailingwege, um seine Sendungen möglich kostengünstig in den UPU-Kreislauf einschleusen zu können.

Gruß
Thomas
 
Heinrich3 Am: 02.12.2018 11:45:27 Gelesen: 24882# 153 @  
@ DL8AAM [#148]

Hallo Thomas,

dieser Tage traf ein in China bestelltes Kleinteil bei mir ein. Wie von Dir beschrieben über die Post Belgiens, doch in den Einzelheiten unterschiedlich.

In 2 Jahren seit Deinem Beitrag hat sich einiges geändert, zuerst schon daß die Belgische Post nicht mehr ihr Logo verwendet. Da ich vermute, daß Dir in der Zwischenzeit noch mehrere Belege dieser Art untergekommen sind, verzichte ich mal hier auf weitere Beschreibung.

Den Stempel gebe ich in die Stempeldatei ein.

Schönen Sonntag wünscht
Heinrich


 
Heinrich3 Am: 26.01.2019 11:03:34 Gelesen: 19023# 154 @  
Hallo,

ein dieser Tage bei mir angekommener Brief der Finanzverwaltung der USA - abgesandt in Talinn/Estland.

Ob das mit dem Shutdown zu tun hat?

Grüße aus München von
Heinrich


 
DL8AAM Am: 26.01.2019 16:39:13 Gelesen: 18989# 155 @  
@ Heinrich3 [#154]

Ob das mit dem Shutdown zu tun hat?

Nein, mit Sicherheit absolut nicht. Das USPS arbeitet auch während des Shutdowns. Die nutzen das ausschliesslich aus Portoersparnisgründen. Nicht unüblich, das auch Bundesbehörden nicht die Postbehörde zum internatiaonalen Versand einsetzen.

Auch die Chinesen nutzen aktuell für Sendungen nach Europa den Remailing-Weg über Estland. Hier ein Schätzchen, dass ich kürzlicher für meine Sammlung ergattern konnte:



eCommerce-Lieferung aus China, dort über einen der größten privaten Post- bzw. Kurierdienstleister SF Express [1] (der übrigens sogar eine eigene große Fluglinie betreibt [2]) als Päckchen ("Small Packet") versendet. Und in Europa dann über CYJY Trading Co. Ltd. in Tallinn zur Einschleusung ins Postnetz per Einschreiben bearbeitet. Frankatur mit Entgeltbezahlt-Eindruck auf dem CN22-Versandlabel mit der Lizenznummer 228 der estnischen Post ("Permit Mail").

In Deutschland noch mit einem zusätzlichem Label ("Sendung nachadressiert") der DPAG versehen. Weitere Labels stammen aus der zolltechnischen Behandlung "Goods not fulfilling the conditions laid down in Articles 28 and 29 of the Treaty on the functioning of the European Union." und "Von zollamtlicher Behandlung befreit / Deutsche Post NL IP B IPZ 2 Niederaula".

Etwas interessant ist, dass Dein Rücksendepostfach in Tallinn 7054 lautet, meines 7057. Ich vermute die 70xx-Serie gehört einem international aktiven Remailing-Unternehmen und die einzelnen Postfächer (sehr wahrscheinlich "Sammelpostfächer") identifizieren die Ursprungsherkunft (Land/Einlieferer/Konsolidierer) der Sendung. So wie wir es auch u.a. von der Deutschen Post/DHL oder PostNL/Spring/G3 Worldwide her kennen. Also wer zeichnet hier verantwortlich?

Gruß
Thomas

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/SF_Express
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/SF_Airlines
 
DL8AAM Am: 30.01.2019 00:16:44 Gelesen: 18569# 156 @  
@ Heinrich3 [#154]

Und wenn wir schon bei Deinem "Abwickler" (KAAB International Mail and Parcel Distribution) sind:

KAAB (mit seinen Marken "Świat Przesyłek" aka "Royal Shipments") ist ein großes international agierendes "Postunternehmen" mit Hauptsitz in Nysa, Polen. Deren Motto lautet "KAAB your bridge between eastern and western Europe". Sie bieten u.a. die internationale Verteilung von normalen Standard- und Priority-Briefsendungen, Päckchen, Einschreiben, Zeitschriften und Werbemailings an, zusätzlich agieren sie als Lettershop (auch Hybridpost), sowie als Ver- und Umpacker, Warenlager und Versanddienstleister für eCommerce-Anbieter. Dafür betreiben sie ein großes Netzwerk von Hubs, Niederlassungen, Stützpunkten, Agenturen und Partner/Büros in ganz Europa (u.a. auch in Deutschland den Hub beim "Göttlich Transport und Logistik GmbH", Maltitz 35a, 02627 Weißenberg). Partner sind neben verschiedenen Privatpostdienstleistern auch diverse "hoheitliche" UPU-Postdienste, z.B. die tschechische, ungarische Post, sowie auch das ASENDIA, das "Remailing"-Joint Venture der schweizer und der französischen Post, die für KAAB als regionale Hubs dienen.

Hier ein Ausschnitt eines heute bei mir eingetrudelten Belegs:



Kundenmagazin des Absenders "Amiamo Familotel Zell am See", Österreich; Versand über Tschechien (PPI/Entgelteindruck auf Label, mit postalischer Genehmigungsnummer [Permit Mail] "2013/0960", 220 00 Praha 120) durch KAAB, hier über den Stützpunkt "beim" Postamt der Česká pošta in 790 01 Jesenik (Poštovní 341/3). Rücksendeadresse: P.O. Box 08, 790 01 Jesenik 1; Januar 2019.

Gruß
Thomas

https://www.linkedin.com/company/kaab-international-mail/about/
http://www.kaabnl.nl/site/index#about
https://royalshipments.com
 
epem7081 Am: 03.03.2019 20:41:03 Gelesen: 15083# 157 @  
Hochgeschätzte Expertenrunde,

das Thema Remailing ist für mich noch eine verwirrende Thematik. Gleichwohl habe ich in meinem Fundus vielleicht zu diesem Thema diskussionsfähige Objekte?
Nach einer Reise durch Norwegen, im Jahre 2012 habe ich offenkundig einige Mautstellen durchfahren, ohne einen entsprechenden Obolus zu entrichten bzw. eine entsprechende Freischaltung zu haben.

So erreichten mich nach einigen Wochen insgesamt vier Briefe in denen dann Mautgebühren zwischen 2,14 EUR (15.00 NOK) und 8,44 EUR (60.00 NOK) eingefordert wurden - ohne irgendwelche Zuschläge oder Bearbeitungskosten. Das hätte bei uns oder in südlichen Ländern wohl ganz anders ausgesehen?

Inzwischen eben in die Stempeldatenbank eingegeben, aber aktuell noch nicht von einem Stempelredakteur freigegeben, habe ich diesen Stempel dreifach eingestellt, d.h. für jeden Einforderer gesondert.



Remailing Thermodruck-Label der DPAG
"Deutsche Post / port payé / 60544 Frankfurt / ALLEMAGNE"
mit Zusätzen der Versandform "PRIORITAIRE" oben und "Brief / Luftpostl" re. unten

Links Angabe der Rücksendeadresse: "En cas de non remise / prière de retourner à / POSTFACH 2003XX / 36243 Niederaula / Allemagne". Unter Gesamtstempel außerdem: RSC NIA: Special Handling GMB-Kundenprocess EPC

In den variierenden Anmerkungen konnte ich dabei jeweils anfügen:

1) Anforderung von Mautgebühren durch die: Nye Kristiansand Bompengeselskap AS, Norge.
Stempel liegt in einem Belege vor mit Datum 25/10/12.
Gleicher Stempel mit anderem Einforderer siehe 260545 und 260555

2) Anforderung von Mautgebühren durch die: Aust-Agder Vegfinans AS, Norge.
Stempel liegt in einem Belege vor mit Datum 25/10/12.
Gleicher Stempel mit anderem Einforderer siehe 260545 und 260562

3) Anforderung von Mautgebühren durch die: TB Trondelag Bomveiselskap as norge.
Stempel liegt in drei Belegen vor mit Datum 30/09/12, 22/11/12.
Gleicher Stempel mit anderem Einforderer siehe 260555 und 260562

Ich bin gespannt auf ein aufklärendes Echo und grüße alle Sammlerfreunde
Edwin
 
DL8AAM Am: 16.03.2019 21:50:12 Gelesen: 13541# 158 @  
Hier eine weitere chinesische eCommerce-Sendung nach Deutschland:



eCommerce-Sendung eines unbekannten Absenders/Versenders aus der VR China (Fuzhou) nach Deutschland (Bovenden bei Göttingen), Versandabwicklung über das chinesische Logistikunternehmen YunExpress (zu erkennen an der Sendungs- bzw. Trackungnummer mit dem Präfix YT) [1]. UPU-Frankatur der/die die Deutsche Post in 60544 Frankfurt (am Main), mit Rücksendeadresse "Postfach 3273" beim Internationalen Postzentrum der DPAG/DHL (IPZ 2) in 36243 Niederaula. Bei dem Postfach handelt es sich lediglich um ein Deck-, besser Sammelpostfach für Absender/Versender (Kunden des abwickelnden Remailers) aus China. Überklebt wurde das ursprüngliche Versandlabel, Überschrift "EUDDPG", mit Zusatz "P", mit YT-Sendungsnummer, Artikelnummer (FH-Präfix), aber ohne Frankatur. EUDDPG ist die lateinische Abkürzung für 云途中欧专线挂号 (in etwa 'Yuntu Central Europe Special Line'), wobei Yuntu (云途) der chinesische Name YunExpress ist (云途物流统).

Gemäß der Tracking-Details [2], lief die Sendung vom annehmenden Sortierzentrum in Fuzhou über Hongkong per Flugzeug nach Paris (Roissy Charles-de-Gaulle), wo auch die Zollabfertgung stattfand, und dann erst per LKW nach Frankfurt. Deshalb vermute ich, dass es sich beim abwickelnden Remailer möglichwerweise nicht um die DPAG/DHL selbst handelt, sondern vielleicht um die französische La Poste bzw. um eine Remailing-Tochter handelt (ASENDIA), die die Sendung nach Deutschland über das IPZ2 hat "UPU-einliefern" lassen?? Das Rücksendepostfach 3273 war mir bisher noch vollkommen unbekannt, auch findet sich im Netz darauf keinerlei Verweis.



Gruß
Thomas

[1] https://www.yunexpress.com
[2] https://www.17track.net/de
 
Baber Am: 16.04.2019 14:18:25 Gelesen: 10971# 159 @  
Die Deutsche Rentenversicherung verschickt Post nach Österreich nicht mit der Deutschen Post sondern mit der Niederländischen.



Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 16.04.2019 14:37:58 Gelesen: 10967# 160 @  
@ Baber [#159]

Die Deutsche Rentenversicherung verschickt Post nach Österreich nicht mit der Deutschen Post sondern mit der Niederländischen.

Muss nicht.

Ich vermute eher, dass die Deutsche Rentenversicherung einen "InHaus Postdienstleistungsvertrag" mit einem externen (Privatpost-/Konsolidierungs-) Dienstleister abgeschlossen hat, der dann sämtlichen Postversand (womöglich sogar den Ausdruck und Kuvertierung) komplett übernimmt - und der dann auch die Auslandssendungen abwickelt.

Ich tippe hier auf Postcon, aus dem Konzern-"Dunstkreis" der niederländischen postNL. Postcon arbeitet eng mit der postNL zusammen und verschickt in der Regel seine (UPU-) Auslandspost über eben diese. Die DRV lässt sicherlich nicht selbst seine Auslandspost über die niederländische Post abwickeln. Vermutlich wissen die nicht einmal, worüber letztendlich der UPU-Versand stattfindet bzw. wo in den UPU-Kreislauf eingeschleust wird.

Gruß
Thomas
 
Pete Am: 20.04.2019 10:36:13 Gelesen: 10522# 161 @  
In diversen Beiträgen des Themenfeldes "Internationales Remailing" fiel das Stichwort "Asendia". Dieses Gemeinschaftsunternehmen der Schweizer Post (Swiss Post) und der französischen Post (La Poste) lässt sich auch philatelistisch als Absender belegen, wie der nachfolgende Beleg zeigt:



Frankit des Absenders Asendia vom 10.01.2013, Standort 63128 Dietzenbach, Kennung 1D02001867

Gruß
Pete
 
agundel Am: 21.04.2019 12:31:14 Gelesen: 10446# 162 @  
Hallo,

es gibt eine gute Nachricht für alle, die an "Remailing" interessiert sind.

Das Buch "The Globalization of the Mail Market Through Remail and Direct Entry Mail" von 2003 hat einen Nachfolger, nämlich "Remailing Initiated the Globalization of the Mail Market". Das neue Buch ist seit einer Stunde bei Groups.io verfügbar.

Eine E-Mail an mich genügt. Es erfolgt dann eine Einladung für die Groups.io-Gruppe. Jeder kann dann das Buch kostenlos herunterladen.

Frohe Ostern!
Alex Gundel
 
DL8AAM Am: 27.04.2019 21:37:21 Gelesen: 9804# 163 @  
@ agundel [#162]

Super Alex. Mit dem Link hat es wunderbar geklappt. Habe mir das 350-seitige Handbuch zum Remailing die Woche ausgedruckt und werde es hier in einem Copyshop binden lassen.

---

... "And Now for Something Completely Different" damit das Posting wenigstens noch etwas Content hat ;-)

eCommerce Päckchen-Remailing aus Großbritannien



"Moderne Paketkarte" (aka Versandlabel) für ein "DHL Paket" (besser gesagt, ein 350 Gramm-Päckcken). Auf den ersten Blick erkennt man die Eigenschaft des Remailings nicht, obwohl das Label in seiner optischen Form schon etwas anders aussieht, als üblich. Sonst wäre ich auch nicht tiefer eingestiegen ;-) Denn erst wenn man sich den Absender genauer anschaut, wird das Remailing ersichtlich: "Dobell, Muehlheimer Str. 26, 53840 Troisdorf, GERMANY". Dobell ist ein britischer Online-Anbieter für Herrenanzüge und dazu gehörende Accessoires, der zwar eine deutsche Webseite [2] unterhält, aber in Deutschland keinen eigenen Standort betreibt. Die Webseite gibt auch nur eine Rücksendeadresse für Retouren in Deutschland (in Bad Bentheim) an, aber keine weitere deutsche Adresse (auch kein Impressum).

Hinter der im Versandlabel genannten Anschrift liegt der Technologiepark Troisdorf, aber auch dort gibt es keinen eigenen Dobell-Standort. Stattdessen befindet sich dort (u.a.) das Unternehmen maparexx (Frank Breuer & Stephan Janicke GbR) [1], dass sich auf internationalen Postversand spezialisiert hat. Neben "Internationale Tagespost" bietet man auch die Paketversandabwicklung für internationale Kunden aus dem Bereich des eCommerces an. Das DHL-Label überklebt übrigens ein englischsprachiges Adresslabel auf den Adressaten.

Das heisst die Sendung wurde in Großbritannien vom Versender zusammengestellt, per Sammeltransport nach Deutschland verbracht, hier vereinzelt und über ein abwickelndes "Postdienstleistungsunternehmen" über DHL abgeleitet.

Gruß
Thomas

[1] http://www.maparexx.de/de/business
[2] http://www.dobell.de
 
Baber Am: 30.04.2019 18:13:29 Gelesen: 9329# 164 @  
@ DL8AAM [#158]

Solche Belege mit der Rücksendeandresse 36342 Niederaula wurden schon mehrfach gezeigt. (#37, #48) Nur das Postfach in der Rücksende-Adresse ist immer anders, sicher um damit den ursprünglichen Absender zu identifizieren.

Mein Beleg kam heute vom einem englischen Delcampe-Händler in NG34 9AP, 23 Lincoln Road auf den Ort verzichtet der Absender, er ist ja in der PLZ verschlüsselt.



Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 30.04.2019 18:40:50 Gelesen: 9322# 165 @  
@ Baber [#164]

Nur das Postfach in der Rücksende-Adresse ist immer anders, sicher um damit den ursprünglichen Absender zu identifizieren

Soweit gehen die Postfächer nicht. Diese reflektieren in der Regel nur das ursprüngliche Herkunftsland, d.h. die DHL-Niederlassung über die die Sendung angenommen wurde, u.U. auch den/einen möglicherweise zwischengeschalteten "Konsolidierer" oder Postversand-/bearbeitungsdienstleisters vor Ort (im Ausland). Der eigentliche Kunde könnte in Deinem Fall in der Zahl "1805" geschlüsselt sein, könnte... (es könnte sich aber auch nur um eine normale Zählnummer handeln).

Gruß
Thomas
 
MaVog Am: 21.06.2019 17:15:54 Gelesen: 4921# 166 @  
Servus aus Franken! :)

Ich bin neu hier und wollte mal meinen Beleg aus Deutschland (versendet mit der BWPost) den ich mir selbst in die Tschechei geschickt habe reinstellen.



Der Brief lief offensichtlich über ?? Mauritius ??.

An die selbe Anschrift habe ich ebenfalls einen Brief mit dem Nürnberger Briefdienst mailworXs geschickt, dieser wurde offensichtlich über den selben Weg transportiert:



Hat vielleicht jemand eine Erklärung dafür warum die Briefe einmal quer durch die Welt geflogen wird und sich das dann auch noch lohnen kann? :)

Eine doch recht interessante Sache wie ich finde.

Ich finde auf Anhieb auch keinen Dienstleister der das über die MUPost abwickelt.

Ein Brief über regiomail (Heilbronn) wurde an die österreichische Post weitergegeben:



Hat jemand dafür eventuell noch Ideen, wie man da noch näheres rauskriegen kann? :)

Auch recht interessant ist meiner Meinung nach der nachfolgende Beleg der österreichischen Post:



Das Paket wurde (von mir selbst :)) ) über amazon Multi-Channel Fulfillment in Deutschland mit Versand nach Prag beauftragt, und wurde von amazon offensichtlich nicht wie erwartet an die deutsche sondern an die Österreichische Post übergeben.

Schlussendlich wurde das Paket aber auch nicht von der tschechischen Post direkt sondern von einem Unternehmen namens "inTime" zugestellt, welches nach meinen Recherchen in Verbindung mit der Ceska Posta steht (s. https://intime.cz/ )

Grüße,
Marius :)
 
DL8AAM Am: 21.06.2019 18:45:09 Gelesen: 4903# 167 @  
@ MaVog [#166]

Interessante Belege. Aber ich kann Dich beruhigen, die Briefe flogen nicht um die halbe Welt. Sie wurden zwar über die Post von Mauritius versendet, aber nicht über Mauritius, sondern über sogenannte "ETOE (Extraterritorial Offices of Exchange)", dass sind Austauschzentralen, die die jeweiligen Postanstalten im Ausland unterhalten. Dort/Darüber wechseln Sendungen in den EInflussbereich einer UPU-Post.

Die Post von Mauritius betreibt solche "exterritorialen Auslandspostämter", die bei der UPU angemeldet werden müssen, in Europa in England, Frankreich und den Niederlanden. Hier ein Auszug aus den Listen der UPU [1]:

> GBLONY LONDON MUY LONDON MAURITIUS POST MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU GB ETOE 20110502 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED

> FRLIOZ LIO ETOE MUA LYON Z ETOE MUA MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU FR ETOE 20151101 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED

> NLAMSF AMSTERDAM MU AMSTERDAM F MAURITIUS POST LTD MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU NL ETOE 20110510 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED
 

Ich persönlich würde - ohne es zu wissen oder echte Anhaltspunkte zu haben - erst einmal vermuten, dass Dein Brief über das deutsche Privatpost Netzwerk von Mail Alliance gesammelt wurde und (u.U. mit Hilfe von Postcon) über Amsterdam abgewickelt wurde, d.h. dort direkt mit der PostNL ausgetauscht wurde - und hier in den UPU-Lauf eingeschleust wurde.

Nun zu Deinem Amazon Päckchen-"Großbrief":

eCommerce-Sendungen von Amazon, insbesondere grenzüberschreitende oder außerdeutsche, sind wirklich ein sehr sehr spannendes Thema, dass derzeit leider noch kaum beachtet, dokumentiert, geschweige denn philatelistisch beackert wird. Nur ganz kurz, das ursprünglich versendende Fulfillment Center (den Hub) erkennt man unten links auf dem Versandlabel (leider überklebt), dort findet sich unter dem Barcode eine Kennung, i.d.R. im Format 3-Buchstaben-1-Ziffer, z.B. LEJ1 (Leipzig). Zumindest lief die Sendung von Amazon (unbekannter Standort, die Standard-Rücksendeadresse ist nicht aussagekräftig) über EURODIS [2] zu deren tschechischen Partner "IN TIME", einem Mitglied der Austrian Post Group, d.h. der österreichischen Post (nicht der tschechischen Post). Die österreichische Post ist ebenfalls ein direkter Partner von EURODIS, deshalb wohl auch eine österreichische Rücksendeadresse, obwohl Amazon nach meinen Kenntnisstand in Österreich aktuell über keinen eigenen Versandstützpunkt verfügt. Sehr wahrscheinlich tarnt sich hinter der angegebenen Adresse "Paketfach Amazon E, 5005 Salzburg", nur das große Post-Logistikzentrum der österreichen Post in Wals-Siezenheim, dass für Amazon Rückläufer sammelt.

Gruß
Thomas

[1] http://www.upu.int/uploads/tx_sbdownloader/listStandardsImpcsWithTypeIndicationEn.xlsx
[2] https://eurodis.com/de
 

Baber Am: 04.07.2019 16:44:08 Gelesen: 4016# 168 @  
Für knapp 100 km Entfernung dieser Aufwand



Gruß
Bernd
 
Fridolino Am: 07.07.2019 17:56:28 Gelesen: 3807# 169 @  
Hier ein Brief von Microsoft aus Irland, eingeliefert über TPG Post in den Niederlanden, weiterbefördert mit TNT Post und ausgeliefert schließlich mit post modern in Dresden.


 
DL8AAM Am: 08.07.2019 14:19:36 Gelesen: 3722# 170 @  
@ Baber [#168]

Der Brief lief über die ASENDIA (Swiss Post) Niederlassung in Deutschland. Der im Absender angebene Kode CGN steht hier für Köln, wobei der aktuelle Standort von ASENDIA in Deutschland in Troisdorf (bei Köln) liegt. Ob das Auktionshaus das Mailing selbst "gemacht" hat (eher unwahrscheinlicher), oder es durch irgendeinen "Lettershop" (Asendia ist übrigens auch in diesem Bereioh aktiv, Zitat "wir drucken, verpacken, adressieren, sortieren und bündeln Ihre Direktmailings ...") hat erstellen und versenden lassen, ist eine andere Frage. Diskutabel ist auch, ob der Brief jemals in der Schweiz war. Zumindest denkbar ist, dass die Swiss Post gleich in D mit der DPAG oder über deren Niederlassung in Biedermannsdorf bei Wien mit der österreichischen Post direkt ausgetauscht hat.

Gruß
Thomas

https://www.asendia.de
https://www.asendia.at
 

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