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Thema: Österreich Privatganzsachen Umschläge bis 1938
Cantus Am: 21.11.2020 02:25:18 Gelesen: 151# 1 @  
Projekt Handbuch „Private Ganzsachenumschläge bis 1938“

Wolfgang Klose, ehemaliger Leiter der ARGE Österreich, hatte vor vielen Jahren auf der Grundlage des Schneiderbauer-Handbuches eine Art weitergehende Zusammenstellung aller ihm damals bekanntgewordenen privaten Ganzsachenumschläge von Österreich erstellt. Eine ganze Reihe von Mitgliedern der ARGE hatte ihm zugearbeitet und ihm Kopien der in ihren Sammlungen befindlichen Belege zugeleitet. Daraus ist ein umfangreiches Archiv entstanden, das sich seit damals in meinem Besitz befindet.

Der von Wolfgang Klose erstellte Katalog, der allerdings keine Preisnotierungen enthält, wurde meines Wissens an alle ARGE-Mitglieder kostenlos verteilt. Er differenziert die Umschläge nach den ersten drei Buchstaben des Nachnamens des jeweiligen Absenders, soweit dieser aus dem aufgedruckten Text erkennbar ist. Gibt es keinen personenbezogenen Namen, dann waren die ersten drei Buchstaben der Firmenbezeichnung oder allgemein des Textes maßgeblich.

Daraus ergaben sich beim PU 34 (KFJ Jubiläum, 10 Heller rot) beispielsweise folgende Angaben:

/WEN Gottlieb WENGRAF ...

/WET Brüder Wetzler / Wien ...

/WIE Actiengesellschaft / Wien - Floridsdorfer Mineralöl-Fabrik ...

Diese Gliederung ist nach meiner Auffassung jedoch viel zu ungenau, da viele Auftraggeber privater Ganzsachenumschläge mehrere Ausgaben mit immer dem gleichen Wertstempel haben herstellen lassen, zum Teil auch verschiedene Auflagen, wie sich unschwer aus den aufgedruckten Druckdaten herleiten lässt. Darüber hinaus gibt es immer wieder unter den von Wolfgang Klose verwendeten Kürzeln mehrere verschiedene Absender mit ähnlichen Namen, die bei dieser Art von Gliederung nicht auseinanderzuhalten sind.

Das mag für Sammler, die nur vereinzelt private Ganzsachenumschläge in ihrer Sammlung haben, zufriedenstellend sein, für eine vernünftige Gliederung der Belege meiner eigenen Sammlung (ohne die Belege aus dem Archiv) ist es aber völlig unzureichend. Ich beabsichtige daher, ein Handbuch der privaten Ganzsachenumschläge von Österreich bis zum Jahr 1938 dergestalt zu erstellen, dass jeder einzelne Umschlag zweifelsfrei einer einzelnen Katalognummer zugeordnet werden kann.

Ich habe lange gegrübelt, welche übergeordnete Gliederung sich verwenden lässt, denn ich will ja nicht mit bisherigen Katalog- und Handbuchherstellern in Konflikt geraten. Andererseits ist es eine Tatsache, dass es bei der Verwendung bestimmter Wertstempel oder einer Ziffernfolge bei Portostufen nur wenig Neues gibt, woraus sich automatisch eine Katalogfolge ergibt, die zumindest in der Anfangszeit schon von Anderen verwendet worden ist. Dazu wird eine Abstimmung erforderlich sein.

Jeder Umschlag wird - unter der Überschrift des entsprechenden Wertstempels - zunächst nach den drei Anfangsbuchstaben des Nachnamens oder, wenn ein Personenname nicht erkennbar oder der Vergangnheit zuzuordnen ist (ehem. / zuvor), mit den drei ersten Buchstaben der Aufschrift bestimmt. Umschläge, die gar keinen Text enthalten, werden mit dem Kürzel “ --- “ beschrieben.

Als nächstes folgt eine arabische Ziffer in aufsteigender Reihenfolge, so dass jeder einzelne Absender eine feste Nummer erhält. Umschläge, die dieser Ersterfassung nachgemeldet werden, erhalten zunächst die jeweils höchste nachfolgende Nummer, bis eine Neugliederung erfolgt.

Danach wird jeder Umschlag mit römischen Ziffern einer besonderen Kategorie zugeordnet. Danach bedeutet

I = Umschlag ohne jeden Eintrag auf Vorder- oder Rückseite
II = Text oder Bild auf Vorder- oder Rückseite, aber ohne eindeutigen Namen
III = Normale Umschläge mit Namen, die eine Zuordnung erlauben
IV = Fensterumschläge der Arten I, II oder III

Bei verschiedenen Ausgaben oder Auflagen des gleichen Absernders innerhalb einer Kategorie werden zur weiteren Differenzierung Kleinbuchstaben (a, b, c usw.) verwendet.

Ich würde mich freuen, wenn ich auf diesem Wege Kontakt zu Gleichgesinnten bekommen könnte, die mich bei meiner Arbeit unterstützen wollen. Diese Unterstützung müsste in möglichst farbgetreuen Scans bestehen, gescannt mit 400 dpi, denn Papierart und -farbe können wesentliche Bestimmungsmerkmale sein, oder aber in farbgetreuen Farbkopien. Schwarz-Weiß-Kopien, wie früher, sind völlig ungeeignet. Des weiteren benötige ich Länge und Breite des Umschlages in Millimetern, die Angabe, ob die Umschlagsklappe oben oder an einer Seite angesetzt ist und nach Möglichkeit ein Verwendungsdatum; ungebrauchte Umschläge sind zwar hübsche Bildchen, lassen aber leider keine Rückschlüsse auf ihr tatsächliches Herstellungsdatum oder das Datum ihrer Verwendung zu. Weitere Feinheiten wären bei Bedarf miteinander abzusprechen.

Interessenten erreichen mich über die hinterlegten E-Mail-Adressen unter Bezug auf das Wort „Privatganzsachen“.

Auch der Kontakt zu Sammlern, die sich lediglich zu dem Thema unterhalten wollen oder Tauschpartner suchen, wäre mir angenehm.

Das Thema wird von mir als moderiertes Thema geführt, damit die Umschläge - soweit wie möglich - aufsteigend in alphabetischer und numerischer Abfolge von mir vorgestellt werden können und Unterschiede, die dem Laien dieses Gebietes vielleicht nicht gleich ins Auge fallen, von mir beschrieben werden können. Andere Sammler, die sich hier beteiligen wollen, sind mir grundsätzlich willkommen, aber nicht, um gleich irgendwelche Umschläge mit diesem Wertstempel hochzuladen, sondern nur, wenn stets gewartet wird, bis ich einen kompletten Anfangsbuchstaben vorgestellt habe oder bei großem Umfang eines Buchstabens eine Art Zwischenstopp verkünde; dann sind mir Ergänzungen mit passenden Abbildungen (Höhe bis zu 800 Pixel, Breite nicht mahr als 1150 Pixel) und entsprechenden Beschreibungen willkommen, damit weitgehend innerhslb jeder Buchstabengruppe alle zugehörenden Umschläge zusammengeführt sind.

Insgesamt wird dieses Projekt viele Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen. Beginnen will ich nicht mit den ersten Umschlägen, sondern mit den Umschlägen, die den Wertstempel zu 10 Heller rot der Art Kaiser Franz Josef (KFJ) Jubiläum tragen, da es hiervon die größte Vielzahl verschiedener Umschläge gibt; im Handbuch des Mag. Franz Schneiderbauer wird dieser Umschlag als PU 34 geführt.

Alle Umschläge, die ich bis auf weiteres in diesem Thema zeige, tragen so einen Wertstempel:




Die Farbe des Wertstempels wird allgemein als rot beschrieben. Varianten sind möglich und nicht ungewöhnlich, denn die Wertstempelfarbe variiert, je nachdem, welche Farbe das Umschlagpapier aufweist, auf das der Wertstempel aufgedruckt worden ist.

Die Normgröße der privaten Ganzsachenumschläge von Österreich beträgt 157 bis 159 mm in der Breite und 128 bis 130 mm in der Höhe, je nachdem, ob die Umschläge bei der Herstellung per Hand oder mit einer Maschine gefaltet worden waren; davon sind noch geringe Abweichungen von etwa 1 mm möglich. Bei den nachfolgend gezeigten Umschlägen werden deshalb nur dann Außenmaße der Umschläge angegeben, wenn die Außenmaße erheblich von der Norm abweichen.

Die rückseitige Umschlagklappe ist üblicherweise am Oberrand angesetzt und hat eine etwa dreieckige Form, teils spitz endend, teils rund. Angaben zur rückseitigen Umschlagklappe werden nur gemacht, wenn sie entweder anderswo angesetzt ist oder eine andere Form aufweist oder aber wenn es bei identischer Vorderseite verschiedene Rückseiten gibt.

Die Umschläge der Art I, also ohne jeden Textaufdruck, werden vorab mit dem Kürzel “---“ vorgestellt. Danach geht es dann mit dem Buchstaben A weiter.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass es kaum Sammler hier im Forum gibt, die meine Freude an diesem Sammelgebiet teilen; wäre es anders, hätte ich längst Tauschangebote zu meinen Sammelgebieten erhalten, was bisher aber unterblieben ist. Momentan weiß ich aber keinen anderen Ort im Internet, an dem dieses Thema in der von mir geplanten Ausführlichkeit besser aufgehoben wäre als bei den Philaseiten, denn wir sind unzweifelhaft das größte und in meinen Augen auch beste deutschsprachige philatelistische Sammlerforum im Netz.

Nach diesen einleitenden Worten werde ich beginnen, Belege hochzuladen und mehr oder minder kurz zu beschreiben. Ich plane, das dann im Rahmen meiner Möglichkeiten kalendertäglich fortzuführen.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 21.11.2020 03:33:11 Gelesen: 146# 2 @  


--- / 1 - I
Größe 120 x 81 mm
normales Papier, olivgrau
Poststempel vom 11.1.1906




--- / 2 - I
Größe 144 x 95 mm
Faserpapier, mattgrau
Rückklappe gerader Abschluss
Poststempel vom 7.5.1909




--- / 3 - I
Größe 157 x 125 mm
normales Papier, hellblau
Poststempel vom 3.6.1912




--- / 4 - I
Größe 157 x 124 mm
normales Papier, hellgraugelb
Verwendungsdatum unbekannt




ABE / 1 - III _____ J. ABELES, Wien
normales Papier, grünlich
Poststempel vom 12.1.1910




ADE / 1 - III _____ Jos. Adensamer & Cie., Wien
normales Papier, hellgrauoliv
Poststempel vom 4.12.1915




ADL / 1 - III _____ Gebrüder Adler / Asch
normales Papier, hellgraugelb
Poststempel vom 21.12.1912




ADL / 2 - III _____ Hermann Adler, Wien
normales Papier, olivgrau
Poststempel vom 20.11.1911




ADL / 3 - III a _____ Rudolf Adler, Wien 34
1.Zeile = 101 mm
normales Papier, bläulich
Poststempel vom 12.7.1912





ADL / 3 - III b _____ Rudolf Adler, Wien 34
1.Zeile = 98 mm
normales Papier, bläulich
Poststempel vom 17.3.1913

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 22.11.2020 03:07:16 Gelesen: 98# 3 @  
Heute fünf weitere Umschläge.



AFL / 1 - IV a _____ Aflenzer Grafit- und Talksteingewerkschaft
Fensterumschlag (Fensteraußenmaß 122 x 56 mm), Papier hellgrünlichblau
Poststempel vom 26.7.1913



AFL / 1 - IV b _____ Aflenzer Grafit- und Talksteingewerkschaft
Fensterumschlag (Fensteraußenmaß 122 x 56 mm), Papier hellgrünlichblau, aber mit rotem Zudruck
Poststempel vom 3.7.1914



AFL / 1 - IV c _____ Aflenzer Grafit- und Talksteingewerkschaft
Fensterumschlag (Fensteraußenmaß 122 x 71 mm) , Papier hellgraugrün, mit erheblich größerem Adressfenster
Poststempel vom 20.9.1913



AFL / 1 - IV d _____ Aflenzer Grafit- und Talksteingewerkschaft
Fensterumschlag (Fensteraußenmaß 126 x 53 mm), Papier rötlichgelb
Poststempel vom 14.9.1915



AKT / 1 - III _____ Aktien-Gesellschaft der Altbrünner Lederwerke
Papier hellgraugelb
Postsstempel vom 24.6.1913

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 27.11.2020 16:33:40 Gelesen: 57# 4 @  
Heute zeige ich weitere Umschläge. Dabei beginne ich mit ALL/2. ALL/1 (Allianz) wird nachgereicht, denn dazu erwarte ich in den nächsten Tagen noch eine Zusendung, von der ich noch nicht weiß, ob es a oder b wird.

Solange es keine feinen Farbunterschiede zu ähnlichen Umschlägen gibt, werde ich zukünftig nur noch farbliche Annäherungswerte angeben, aber nicht mehr exakte Farbbestimmungen nach dem Michel-Farbenführer.



ALL/2 - III _____ BRÜDER ALLINA, WIEN
157 x 125 mm, Papier bläulich
Poststempel vom 11.1.1909




ALS/1 - III _____ J. ALSEGG / WIEN
159 x 125 mm, Papier sämisch
Poststempel vom 5.6.1913




ANG/1 a - III _____ C. ANGERER & GÖSCHL, WIEN
1.Zeile = K. und k. Photo-chemigraphische Hof-Kunstanstalt
159 x 127 mm, Papier bläulich
Poststempel vom 12.11.1908




ANG/1 b - III _____ C. ANGERER & GÖSCHL, WIEN
1.Zeile = K. und k. Hof-Photochemigraphen
159 x 127 mm, Papier bläulich
Poststempel vom 20.6.1911




ANG/2 - III _____ M. ANGERMANN / WIEN
152 x 128 mm, Papier weiß
Poststempel vom 9.1.1912




ANK/1 - III _____ " ANKER" Maschinen- und Eisenindustrie Ges. m. b. H.
159 x 126, Faserpapier, hellgrau
Poststempel vom 9.11.1914

Viele Grüße
Ingo
 
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