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Thema: Vereine: Was tun für den Sammlernachwuchs ?
duphil Am: 05.04.2008 21:40:04 Gelesen: 11640# 1 @  
Immer wieder lese ich in der Fachpresse, das den Briefmarkensammler der Nachwuchs fehlt. Auf jedem Tauschtag, in jedem Verein dasselbe: Nachwuchssorgen!

Jetzt meine Frage: Was unternehmt Ihr dagegen?

Habt ihr Kinder, Enkel oder Neffen, die Briefmarken sammeln? Wenn nicht, habt ihr schon versucht, die Kinder (Jugendlichen) für das Briefmarkensammeln zu begeistern?

Hat euer Verein eine Jugendgruppe? Wird die Jugendgruppe vernünftig unterstützt, nicht nur mit Uraltdubletten? Wer leitet die Jugendgruppe?

Leitet jemand eine Jugendgruppe oder in einer Schule eine Arbeitsgemeinschaft?

Ihr seht, ich bin ziemlich neugierig. Aber diese Nachwuchssorgen gehen uns alle an.

Persönlich habe ich schon mal in einer Grundschule über einen längeren Zeitraum eine Arbeitsgemeinschft geführt und habe festgestellt, das sich Kinder sehr wohl für Briefmarken begeistern können. Leider musste ich wegen meiner Arbeit diese Ag wieder auflösen.

Natürlich werden die meisten Kinder mit ca. 12 oder 13 Jahren aufhören zu sammeln, neue Hobbys haben, sich mit Freunden treffen, im Internet surfen, an Gamekonsolen spielen und vieles mehr.

Aber irgendwann, so mit Mitte vierzig (hoffe ich), wenn eine Familie gegründet wurde, die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und im Beruf alles einigermaßen läuft, kann man wieder ein Hobby pflegen und dann kommt die große Stunde:
Der Erwachsene erinnert sich an seine Kindheit und fängt wieder an, Briefmarken zu sammeln.

Meine Erfahrung von -zig Tauschtagbesuchen mit vielen Gesprächen haben mir gezeigt, das viele "Neu"Anfänger tatsächlich Mittvierziger sind, die als Kinder gesammelt haben.

Bei den Kindern können wir also nur die Begeisterung für das Briefmarkensammeln wecken und hoffen, das der "Nachwuchs" irgendwann wieder zurückkommt.

Mit freundlichen Gruß

duphil
 
chrisskywalker Am: 05.04.2008 22:01:00 Gelesen: 11635# 2 @  
@ duphil [#1]

Hallo Duphil,

Du hast durchaus recht. Nachwuchsprobleme bestehen.

Ich kann aber auch gegenteiliges berichten. Ich selbst bin OM (originating member) in einem Circuit Club, der 1947 in den USA gegründed wurde. Es ist ein Klub für Belegsammler. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 38 Jahren. Das älteste Mitglied ist 93 und das jüngste 17. Die Neuanmeldungen sind zwischen 20 und 50 Jahre alt. Nachwuchsprobleme bestehen in diesem Klub glücklicherweise nicht.

Natürlich ist dies ein spezielles Sammelgebiet.

Um ehrlich zu sein, ich habe mir noch nicht viel Gedanken über den "Nachwuchs" gemacht. Dein Beitrag hat mich zum nachdenken bewegt und ich werde in den AG's, in denen ich Mitglied bin das Thema anschneiden und so vielleicht etwas in Bewegung bringen.

Gruss
Holger
(der aus Belgien)
 
AfriKiwi Am: 05.04.2008 23:48:09 Gelesen: 11625# 3 @  
@ duphil [#1]
@ chrisskywalker [#2]

Hallo Beide,

Gern kombiniere ich beide Beiträge.

Jeder Sammler in der Familie als Erwachsener nimmt mal die Gelegenheit seine Kinder etwas zu Erzählen und Zeigen über Briefmarken.

Was auch der Erwachsen gerade so gesammelt hat wird vorgezeigt und das Kind von rund 12 Jahren nimmt Interesse für einen gewissenen Zeitraum. Sehr, sehr wenig werden auch mit Hilfe alleine weitermachen - der Neandertaler ist ausgestorben und reizt nur Forscher.

Nun wird der Erwachsene zur Hilfe des Sammeln seiner Kinder, auch möglichst weiter an seiner Sammlung zu bauen. So entsteht Nachwuchs zwischen 20 und 40 Jahren in Vereinen.

Als Erwachsener Sammler kann jeder den Anfang machen, nicht nur in der Familie.
Ich finde es nur schwer (hier in Neuseeland) den Kindern weis zu mach WO man an Briefmarken kommt. Niemals-Sammler habe keinen Begriff und schicken das Kind schnell in einer andere Richtung wegen der Mühe.

In den 4 Papiereimern bei den Postfächern habe ich seit Monaten keine Briefe mit Marken drauf gesehen.

Also ohne die beliebten bunten Briefmarke bleibt nur noch MaschinenStempel so wie hier gezeigt wird auf den PhilaSeiten.

Solcher Jüngling der das Interessant findet wird auch die Philatelie entdecken.

Erich
 
Richard Am: 10.04.2008 22:24:25 Gelesen: 11586# 4 @  
@ duphil [#1]

Meine Hilfe ist finanzieller Art: Ich bin bereit, für die nächsten 10 Anmeldungen meines Vereins in Fulda die Kosten des ersten Jahres zu übernehmen, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Der bis vor etwa 20 Jahren ehemalige Erste Vorsitzende des Vereins und der Jugendwart sind hier im Forum angemeldet und können vielleicht einige Worte dazu schreiben.

Eine andere Frage ist, ob das Internet bei der Suche nach jungen Sammlern hilft. In meinem Verein wurde das vom in der vergangenen Woche nicht wiedergewählten Vorsitzen ganz erheblich bestritten, was soweit ging dass er die Philaseiten vor mir und vor Zeugen als 'ganz grossen Mist' bezeichnet hat.

Mich würden mehr Meinungen von Mitgliedern anderer Vereine interessieren !
 
Jürgen Witkowski Am: 10.04.2008 23:02:43 Gelesen: 11583# 5 @  
@ Richard [#4]

Zu dem nicht wiedergewählten Vorsitzenden würde ich sagen, dass auf großem = guten Mist oft die besten Früchte wachsen.

Ob das Internet bei den Suche nach neuen jungen Sammlern hilft, wage ich eher zu bezweifeln. Es kann allerdings sehr hilfreich sein, wenn junge Menschen schon einmal an das Thema herangeführt worden sind und ihren Wissensdurst nach weiteren Informationen stillen wollen oder Gleichgesinnte suchen.

Ich versuche meine Tochter, die Grundschullehrerin ist, gerade davon zu überzeugen, das Thema Briefmarken einmal im Rahmen einer Projektwoche an die Kinder heranzutragen. Wie ich erfahren habe, gibt es für solche Veranstaltungen vom BDPh eine Menge Unterstützung in materieller und personeller Hinsicht. Da solche Projekte immer eine Vorlaufzeit brauchen, hoffe ich, dass es im nächsten Schuljahr zu einer Realisierung kommt.

Früher gab es einmal von der Deutschen Bundespost eine fahrende Postschule.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
doktorstamp Am: 10.04.2008 23:32:04 Gelesen: 11580# 6 @  
@ duphil [#1]

Dass es ein Problem ist, wird nicht bestritten, wie man ihm entgegengehen kann ist was anders.

Im allgemeinen leiden die Ortsvereine unter schrumpfenden Sammlerzahlen, die Argen in sich bleiben in etwa gleich oder melden ein kleiner Zuwachs. Mein Ortsverein in GB ist auf 42 von 68 geschrumpft (Zeitspanne hier um 10 Jahre). Mein Ortsverein in Deutschland dagegen nicht (BCH Hannover).

Dass die Kinder Begeisterung für Marken haben ist mir klar, leider in GB ist es schwierig mit Kindern zu arbeiten, da man von der Polizei und was weis ich noch wer überprüft werden muss, was schon einige Zeit in Anspruch nimmt, und viele wollen diese Untersuchung nicht über sich ergehen lassen. Dafür habe ich Verständnis.

Wie oben erwähnt sind viele der Neuanmeldungen, ehemaliger Kindersammler, die nun mal in den 40er Jahren (oder so) einem Hobby nachgehen möchten. Aber das Interesse war schon in der Kindheit angesteckt.

Dieses Thema haben wir ausführlich im RPSL Vorstand besprochen. Anstatt Ortsvereinen wird es wahrscheinlich Überregionalevereine bei uns geben.

Aber wenn ich an den Spruch des BDPh denke, "Briefmarken schaffen Bildung". Nein BM schaffen Freude, die Bildung ist nur nebenbei und sollte nicht betont werden, und solange Kinder Spaß und Freude dran haben, merken sie nicht das sie lernen.

Wir können alle noch an Lehrer denken wo es echt Spaß gemacht hat.

Bei Ausstellungen haben die Argen immer Platz zu Verfügung wo sie Interessanten ansprechen können. Vielleicht sollte man auch einigen Ortsvereinen solche Plätze zu Verfügung stellen. Natürlich nur aus der Umgebung der Ausstellung.

Und hier muss die Parole heissen "Menschen ansprechen" und nicht Dubletten verkaufen. Gleiches gilt auch für manche Argen, wo manch ein Arge-Mitglied sich ausdenkt, er habe einen Platz umsonst für seinen Briefmarkenvertrieb.

Die Vereinsmeierei muss auch abgeschafft werden. Hierzu zählen leider viele Juroren.

So mein Senf ist in etwa dazu gegeben.

mfG

Nigel
 
AfriKiwi Am: 11.04.2008 00:18:46 Gelesen: 11578# 7 @  
@ Richard [#4]

>>'ganz grossen Mist'<<

Höre auch ich oft bei jüngeren wenn man von Briefmarken spricht. Die Gründe aber, warum dieser 'nicht wiedergewählte Vorsitzende' zu diesem Beschluß kam ist 'vielleicht' zu beachten.

Wie Jürgen (Concordia Ca) schrieb

>> Ob das Internet bei den Suche nach neuen jungen Sammlern hilft, wage ich eher zu bezweifeln. Es kann allerdings sehr hilfreich sein, wenn junge Menschen schon einmal an das Thema herangeführt worden sind und ihren Wissensdurst nach weiteren Informationen stillen wollen oder Gleichgesinnte suchen.<<

Der Mensch hat verschieden Epochen im Leben. Als Kind liebte ich nie Eier und wie es auch passierte esse ich heute Eier !

Kinder von 2 bis so 5 Jahren haben doch die tollsten Fragen in einer Tour. Sie suchen das Gleichgesinnte was sie verstehen vermögen. Fragen die gleiche Fragen bis sie sich einen gleichgesinnten Begriff in ihrem Gehirn gefunden haben. So wird der Ausspruch bei und von anderen geprüft, so lernen sie.

Wenn das Thema 'Briefmarken sammeln' nicht irgendwie herangeführt wird und niemand ist da mit wem eine Aussprache gemessen werden kann hilft 'ganz grossen Mist' auch nicht.

Wer sind denn die 'Gleichgesinnten' ?

Bei den Jünglingen und gerade die Mädchen (12-17 Jahren) laufen mit Ihren 'Kompass' (mobile) in den Straßen. Die Jungens hocken sich vor dem Computer und und suchen sich 'Gleichgesinnten'.

Und am Stammtisch, entweder in der Kneipe oder am Tauschtag such wir alle unsere Gleichgesinnten. Es ist unser Karma.

Wenn man nicht das Thema Briefmarken an die Kinder verstellt, in welcher Form es auch sein mag, bleibt es für die meisten Mist.

Meine Gedanken sind momentan in der Richtung Senioren die mal Briefmarken 'bewusst' sind mit Gleichgesinnten in Kontakt zu bringen. So ist die Hoffnung dass ich meinen Verein nach 5 Jahren wieder mal unterstütze mit neuen älteren Mitgliedern und viele haben doch Nachwuchs !

Erich


 
Richard Am: 20.04.2008 08:15:52 Gelesen: 11531# 8 @  
Die Lust am Lücken schließen

Von Karina Hoppe

Norddeutsche Neueste Nachrichten, Graal-Müritz (19.04.08) - Der Verein für Philatelie Graal-Müritz besteht seit 51 Jahren. Genauso alt und noch viel älter sind seine Mitglieder. Das soll sich ändern. Im Kampf gegen das verstaubte Imgage des Briefmarkensammels klebt und ordnet eine Gesandschaft des Vereins jetzt mit Kindern in der Grundschule. Ole (10) hat’s schon erwischt: "Es ist so toll, wenn sich die Lücken schließen."

Es ist ruhig in der Ostsee-Grundschule, die letzte Unterrichtsstunde längst gehalten, die Kinder sind zu Hause. Auf den Fluren die totale Stille. Nur aus einem Klassenraum dringen zaghaft ein paar Stimmen. Montag, 15.15 Uhr, die Tür öffnet sich und zu sehen sind: vier Kinder, drei Erwachsene, ein Hund und ein riesiger Haufen von Briefmarken mitten auf einem Tisch. Dazu Zeitungspapier und ein paar halbvolle Schüsseln mit Wasser.

AG Briefmarken

Hier führen Erwachsene Kinder an das Sammeln heran. Eckehard Rottstock (68) sitzt in der Runde, seine Frau und manchmal auch Jörg Blotenberg. Er, der Vorsitzende, ist 38-jährig das mit Abstand jüngste Mitglied im Verein. Dann folgt jemand mit Mitte 50, der Älteste ist 91. Das ist Dr. Karl-Georg Sedl. Er gründete den Verein 1957, damals noch in Warnemünde. Die Zahlen sprechen für sich: "Wir brauchen Nachwuchs."

Briefmarken sind auch Geschichtsunterricht

Was aber sollte Kinder von ihren Play-Stations weglocken? Wie sollen Papierschnipsel mit Zacken dran attraktiver sein als ein sprechendes Barbie-Pferd? Blotenberg sammelt seit 1978 Briefmarken. Er mag dieses Hobby vor allem, "weil ich dabei gut herunterfahren kann". Das Abweichen, Stöbern, Lesen, Sortieren, es beruhigt den Graal-Müritzer.

Und diese Ruhe ist es, die nach seinem Empfinden auch Kindern gut tut. "Gerade für sie muss nicht jede Freizeitbeschäftigung Action sein." Außerdem würden Schüler über das Briefmarkensammeln auch viel Geschichtliches und Geografisches erfahren. "Auf Briefmarken steht, dass es in Köln einen Dom gibt und dass ein Herr Schubert etwas mit Musik zu tun hat." Und dass Mauritius ein Inselstaat im Indischen Ozean ist. Die Blaue Mauritius, Ole (10) kennt sie längst.

Die Blaue Mauritius ist Ole einfach zu teuer

Er würde sie ganz gerne Mal sehen, aber natürlich weiß er, dass sie sehr teuer ist. Deswegen sammelt Ole lieber weiter Briefmarken mit Zügen drauf. "Es ist so toll, wenn sich die Lücken schließen."

Ganz bewusst lassen Blotenberg und Rottstock die Kinder zuerst Motive sammeln. "Das begeistert sie, sie mögen Tiere, Autos oder Blüten." Und wenn sich dann eine Reihe auftut, "fängt es an zu kribbeln". So wie bei Max (9): "Ich sammle Sätze nach Nummern und hab schon ganz schöne gefunden." Bettina (11) sammelt Tiere und Joe Anthony (8), erst seit kurzem dabei, ist auf der Suche nach Action-Figuren. Wie ein Großer sagt er, "so haben wir wenigstens Beschäftigung". Die noch an Briefen klebenden Marken kommen von Vereinsmitgliedern, sie sind von den Kindern selbst ausgeschnitten oder "in einer Kiste von Opa" mit in die Schule gebracht. Manchmal ärgert sich Ole, "weil zu Hause auf den Rechnungen immer keine Briefmarken kleben".

"Echte" Sammler mögen keine Wellen

Nehmen es Sammler ganz genau, stören auch die Wellen von den modernen Frankiermaschinen. "Normalerweise sollte eine Briefmarke einen vernünftigen Stempel haben, gut sichtbar und am besten nicht von einem Briefzen trum", sagt Blotenberg. Aber da sei eben die Frage, wie weit man es treiben will. Und das eben sei ja auch das Schöne: "Man sucht sich selbst aus, was und wie man sammelt."

Blotenberg selbst hortet Briefmarken aus Dänemark, Grönland und welche mit Wildtieren als Motiv. Er freut sich auf die letzten Montage im Monat. Da treffen sich die Philatelisten des Vereins zum Fachsimpeln. Vielleicht bald auch mit Ole und Co.

(Quelle: http://www.nnn.de/lokales/rostock/artikeldetails/article/218/die-lust-am-luecken-schliessen.html)
 
AfriKiwi Am: 22.04.2008 08:45:13 Gelesen: 11505# 9 @  
@ Thema-Schreiber

Hier haben wir schon einige genaue vor und dagegen punkte.

Was kann ich tun für den Sammlernachwuchs ?

Also wenn ich 1x einen I.R.C. bekommen schicke ich zu der beigefügten Absenderadresse 50 Marken meine Wahl - Das kostete 1x IRC und Porto zu mir.

Für zwei (2) I.R.C. 4 Gestempelte verschiedene Blocks oder 4 Sätze meiner Wahl - das kostet 2x I.R.C. und Porto zu mir.

Für drei (3) I.R.C. 5 postfrische verschieden Blocks oder 5 Sätze nach möglicher drei (3) Motiv-Wünsche - das kostete 3x I.R.C und Porto zu mir.

Jede meine Sendungen gehen ab per normaler Luftpost von Neuseeland. Marken nur in eine Hülle und auf NZ-Stempel kann verzichtet werden.
Dazu ein kleiner Zettel und die Einladung zur PhilaSeite.de was weitergegeben werden kann.

Bei nicht ankommen kein Ersatz, wenn alles stimmt kommt das kaum vor daß einen 'nicht ankommt'

Die ersten 5, an verschieden Adressen sind gratis. Zwang zur Lieferung gibts nicht. Lieferungen möglich nach Bestand.

Erich


 
Helma Janssen Am: 22.04.2008 21:21:22 Gelesen: 11491# 10 @  
Ich habe mit Interesse Eure Diskussion verfolgt. Es ist schön, dass sich wenigstens einige Gedanken über den Nachwuchs machen. Wir vom Bund Deutscher Philatelisten und der Deutschen Philatelisten-Jugend versuchen ständig, die Vereine auf die Nachwuchsprobleme aufmerksam zu machen und Hilfe anzubieten. Aber es ist schon seltsam. Denn eigentlich sind es ja die Vereine, die den Nachwuchs benötigen. Trotzdem habe ich oft den Eindruck, dass ich gegen eine Wand rede.

Zum einen versuchen wir, an die Vereine heranzugehen und sie zu überzeugen, dass sie aktiv werden müssen. In jedem Landesverband gibt es einen Landesring der DPhJ. Die Leute haben Erfahrung, wie man mit den Kindern umgeht, wie man sie zum Sammeln animiert, was man in den Gruppenstunden machen kann etc. Mit diesem Know-how stehen sie abrufbereit da. Aber leider rufen viel zu wenige ab. Außerdem können sie Material für Ihre Arbeit vom BDPh bekommen, sie brauchen sich nur bei mir melden.

Wir haben daher zur Zeit da ein weiteres Problem. Wenn wir Kinder/Jugendliche haben, die gerne in einen Verein wollen, finden wir oft keinen Verein, der bereit ist, die Kinder aufzunehmen. Es fehlen angeblich Leute, die das können. Aber einmal ehrlich, sich vielleicht einmal im Monat mit Kinder zu beschäftigen, seine Erfahrungen weiter geben und das mit Hilfe von der DPhJ, dafür ist in den Vereinen keiner da? Ich kann es nicht wirklich glauben. Ich habe kürzlich sogar erlebt, dass ein Verein 2 Jungen, die in dem Verein Mitglied werden wollten, wieder nach Hause geschickt haben. Zur Jugendbetreuung hätten sie halt niemanden.

Zum anderen versuchen wir den Weg über die Schulen. Wir haben Arbeitshefte zu bestimmten Themen herausgegeben, die die Lehrer (aber auch Leiter der Schul-Ag's) einsetzen können, ohne das sie noch groß eine Stunde vorbereiten müssen. Wir waren bereits drei Mal auf der Didacta, Europas größte Bildungsmesse. Dort haben die Arbeitshefte großen Anklang gefunden. Daher auch unser Roll-Up Display "Briefmarke bringt Bildung". Dieses Diplay ist nicht dafür da, Kinder anzulocken, sondern die Eltern. Außerdem hat unser Bundesstellenleiter die Briefmarke in einem Lehrerseminar eingebracht. Wir hatten nicht gedacht, dass das so ankommt. Eine Refendarin will jetzt ihre Examensarbeit zum Thema Einsatz von Briefmarken im Unterricht schreiben.

Aber insgesamt sehe ich die Lage schon etwas positiver. In letzter Zeit melden sich vermehrt Leute bei mir, die gerne mit der Jugendarbeit beginnen wollen. Das läßt hoffen. Und wenn ich sehe, wie ihr Euch hier Gedanken macht, dann freue ich mich richtig. Und wenn einer Hilfe benötigt oder Material, ruft an, schickt mir eine Mail oder schreibt.

Aber soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben (ich könnte noch Seiten füllen).

Liebe Grüße
Helma Janssen
Bund Deutscher Philatelisten
Ressort Jugend
 
Pilatus Am: 22.04.2008 22:34:09 Gelesen: 11484# 11 @  
Hallo Helma Janssen, "Und wenn einer Hilfe benötigt oder Material, ruft an, schickt mir eine Mail oder schreibt." Das hört sich gut, besser gesagt hervorragend an. Doch der Teufel steckt im Detail. Wenn man dann die Telefonnummer und die E-mail-adresse geheim hält, fragt man sich, was das wohl bedeuten mag. Ich frage das sicher nicht allein, Pilatus


 
AfriKiwi Am: 23.04.2008 03:10:10 Gelesen: 11478# 12 @  
@ flamme [#10]

Hallo Helma,

Willkommen bei Philaseiten und Dein Beitrag unter diesem Thema.

>>Wir haben daher zur Zeit da ein weiteres Problem. Wenn wir Kinder/Jugendliche haben, die gerne in einen Verein wollen, finden wir oft keinen Verein, der bereit ist, die Kinder aufzunehmen. Es fehlen angeblich Leute, die das können.<<

Genau, wir können das nicht !

Kinder nach meiner Meinung wollen noch Spielen und nicht Regimentsweise lernen wie auf der Schule. Die Kinderpsychologie is schon beinah am Ende und sie Entdecken Ihre eigne Unabhängigkeit. Dewegen hocken viel vor dem Computer mit Ihre Spielereien - sie machen was sie können, wie sie es wollen. Dort erfahren sie selbst wie sie sich verbessern im Spiel und auch sofort.

>>Daher auch unser Roll-Up Display "Briefmarke bringt Bildung". Dieses Diplay ist nicht dafür da, Kinder anzulocken, sondern die Eltern.

Schulfreunde, Eltern, Sammler, Philatelisten können je ihre eigne Richtungen den Kinder bieten. Ich Meine so ein 'Display' ist die größte hilfe zum Fortschritt,
Wie Du schreibst, ist es für Eltern, na die Kinder wollen auch mal sehn aber als Spiel weitermachen und da liegt die Kunst.

Sieht das Kind es als Arbeit oder als Spiel ? Das Spiel kann nur weiter gehn wenn es sich verbessert hat, also ein wenig mehr Unabhängig wird - mehr weiss als der nächste. Beobachte sie bei einem Tisch voller Briefmarken wo sie 'ihre' Thema-Marken suchen !

Wir lernen alle von und mit Beispiele und müßen diese Kunst behalten auf unserem Lebensweg. Wie es passen soll liegt in der Wahl der Zeit.

Erich

Unten:- Swaziland 1996 Schulbildung 40c (Mi668 - UNICEF) Ist Kinderhilfe wirklich ein Vorsprung oder Pflicht ? Kommt sicher drauf an wo man steht auf dem Planet !


 
Helma Janssen Am: 23.04.2008 19:51:56 Gelesen: 11462# 13 @  
@ pilatus

Du hast recht. War gestern wohl nicht mein Tag. Dabei gebe ich die Sachen wirklich gerne an Interessierte raus. Hier die fehlenden Daten:

[...] [siehe Beitrag [#16]]

Viele Grüße
Helma
 
Pilatus Am: 23.04.2008 21:14:10 Gelesen: 11455# 14 @  
@ flamme #13

Hallo Helma, erstmal noch nachträglich mein "Herzlich Willkommen" im Kreis der Philaseitenuser. Zu Deinem Beitrag # 13 : Jeder hat mal einen weniger guten Tag, aber vielleicht war es auch nur Deiner Begeisterung, einen Kreis gefunden zu haben, der sich mit dem Thema beschäftigt, daß Dir sehr am Herzen liegt, gefunden zu haben. Hätte ich volles Verständnis.

Damit Deine Angaben nicht hier in einem Diskussionsthema, so wichtig es auch sein mag, untergehen, mußt Du Dich nur noch mit Richard in Verbindung setzen, um die Daten dort unterzubringen, wo sie hin gehören, nämlich unter Deinem Forumsnamen.

Mit freundlichen Grüßen Pilatus
 
AfriKiwi Am: 24.04.2008 00:13:39 Gelesen: 11450# 15 @  
@ flamme [#13]

Hallo Helma,

Schneller gehts via dem linken Menu: > Meine PhilaSeiten > Meine Daten

Dort kannst Du alles was wichtig ist eingeben und auch anhaken.

Tipp: Immer * gebrauchen als @ in der E-mail Adresse, die Mitglieder verstehen es schon und es sorgt daß Du keinen Spam erhälst.

Erich
 
Richard Am: 24.04.2008 15:57:56 Gelesen: 11434# 16 @  
@ flamme [#13]

Hallo Helma,

es freut mich sehr, dass Du Dich auf den Philaseiten angemeldet hast.

Ich habe mir erlaubt Deine persönlichen Daten aus dem Beitrag [#13] zu entfernen und 'hinter' Deinem Forumnamen zu hinterlegen, dort sind sie per Klick von jedem angemeldeten Mitglied der Philaseiten einzusehen.

Hier im Forum werden Mail-Adressen von Suchrobots abgegriffen mit der Folge dass Du massenhafte Mails für alles mögliche erhälst. Bei mir sind es rund 1.800 pro Tag = 657.000 pro Jahr.

@ alle

Persönliche Daten bitte unter 'meine Philaseiten' freischalten oder die Freischaltung zurücknehmen; dort kann jede einzelne Zeile zur Information freigegeben werden. Bitte einfach mal auf die Namen von mir oder anderen klicken, dann sehen Sie was gemeint ist.

@ Pilatus [#14]

Helma ist im BDPh Forum unter dem Namen 'Flamme' in der Jugendarbeit tätig und wurde von mir gebeten, hier bei uns im Forum zu helfen, wenn um die nachwachsende Sammlergeneration geht.

@ AfriKiwi [#15]

Der Stern (*) muss nicht eingegeben werden, sondern legt sich von selbst an, wenn das @ an dieser Stelle eingegeben wird. Mir liegt viel daran ein intelligentes Programm schreiben zu lassen, in diesem Fall, um alle Nutzer vor unerwünschten Spams zu schützen.

nochmal @ alle

Bitte VOR Antworten auf das @ Zeichen rechts über dem Beitrag klicken, auf den Sie antworten möchten. Damit erscheint über der Antwort sowohl der Name dessen, dem Sie antworten, als auch die fortlaufende Nummer des Beitrags, auf den Sie antworten. Wenn Sie auf diesen in der eckigen Klammer klicken, gelangen Sie ohne langes suchen auf den beantworteten Beitrag.

Schöne Grüsse, Richard
 
AfriKiwi Am: 25.04.2008 00:05:43 Gelesen: 11415# 17 @  
@ Richard [#16]

In meine Daten steht ein @ in der email Addresse da ich sicherlich ein * reingetippt habe und es sieht aus als ob sich es dann verändert nach @ wie die es schilderst.

Können die Suchroboter nicht dieses email mit @ ergreifen ?

Erich
 
AfriKiwi Am: 26.04.2008 06:17:55 Gelesen: 11394# 18 @  
Vor einigen Jahren dachte ich es würde schön sein daß mein Tochter Deutsch lernt und jemand in Deutschland sein Englisch verbessert.

Es geht ja nicht immer wie man es meint und das Faß läuft auch leer.

Jugendvereine können sich auch weiter informieren wie an Brief-Tauschpartner zu kommen ist im Ausland.

Erich


 
webmaster Am: 28.04.2008 13:08:13 Gelesen: 11360# 19 @  
@ AfriKiwi [#17]

In Deinen Daten siehst Du die EMail-Adresse richtig, da nur Du selbst ja an Deine persönlichen Daten kommst.

Alle anderen Forum-Mitglieder sehen Deine EMail-Adresse mit einem * statt dem @-Zeichen, aber nur wenn Du die EMail-Adresse für andere Mitglieder veröffentlicht hast.

Wer nicht eingeloggt ist, sind nur den Hinweis, das er mehr sehen kann wenn er angemeldet ist. Du kannst es selbst ausprobieren wenn Du auf "Ausloggen" im Menü klickst und dann auf Deinen Forum-Namen.

Heiko
 
AfriKiwi Am: 28.04.2008 23:04:43 Gelesen: 11334# 20 @  
@ webmaster [#19]

Vielen Dank Heiko für die deutliche Klärung und auch für das eigene Prüfsystem jedes Mitglieds.

Erich
 
Navicula Am: 09.06.2008 18:15:20 Gelesen: 11174# 21 @  
@ flamme [#13]

Hallo Helma J.,

die Jugendarbeit läuft in vielen Schulen recht gut, da es in Ergänzung zum eigentlichen Schulbetrieb ein gutes Angebot für interessierte Jugendliche ist. Ein guter Philatelist kann jede 2. oder 3. Frage bei Jauch (Millionengewinn) beantworten. Also man kann von Briefmarken lernen.

Diese interessierten Jugendlichen gehen nach Schulabschluss in den Beruf, gründen (meist) eine Familie und sind etwa in weiteren 20 - 30 Jahren fest im Sattel. Wer also für den Nachwuchs etwas tun will, engagiert sich in der Schule (empfohlen und unterstützt von allen Kultusministerien). Nur ein Sofortgewinn an Mitgliedern für Vereine ergibt sich nicht.

Richtig ist, wer einmal Briefmarken gesammelt hat, erinnert sich später daran, wenn eine Freizeitbeschäftigung gefragt ist. Es gibt sehr aktive Vereine, die mit guten Vorträgen und anderen Aktivitäten ihre Mitglieder fesseln und neue hinzu gewinnen; das macht einen sehr aktiven Vorstand aus (es ist leider eine Minderheit), denn es bedeutet auch viel Arbeit.

Es gäbe die richtigen Leute hierfür in den Vereinen, nur wer übernimmt ein Amt und weiss nicht, was auf ihn drauf zu kommt. Es fehlt eine Ausbildung zu Führungskräften in der Philatelie (die meines Erachtens Sache des BDPh sein müsste). Würde man es tun, hätte man in Vereinen und Verbänden weniger Schwierigkeiten, freie Positionen zu besetzen.

Im Fazit, nur ein agiler, aktiver Vorstand hält seine Mitglieder, bindet sie und neue kommen hinzu.

Navicula
 
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