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Thema: Moderne Privatpost (Deutschland): Weiterleitungen ins Ausland
Pete Am: 20.07.2012 20:22:29 Gelesen: 7198# 1 @  
Analog zum "Thema: Moderne Privatpost (Deutschland): Weiterleitungen aus dem Ausland" ( http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=2510&CP=0&F=1 ) möchte ich ein neues Thema für die Gegenrichtung eröffnen, welches reichlich Potential zur Recherche bietet, allerdings Mangels Masse schwierig zu bearbeiten ist.

Ein Sammlerkollege (im Bereich Absenderfreistempel) aus den Niederlanden gab mir vor einigen Tagen ein kleinen Stapel Belege. Darin befanden sich die beiden nachfolgenden Stücke. Bisher kannte ich lediglich in Sammlerhand gelangte Umschläge, welche mit Privatpostbriefmarken (i.d.R. philatelistisch beeinflusst) frankiert waren. Einzelne Stücke wurden bereits im "Thema: Privatpost in Deutschland" gezeigt ( http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?&ST=344&page=0 ), Bsp. Beitrag 117 und 184/185.





Gruß
Pete
 
stephan.juergens Am: 21.07.2012 12:22:09 Gelesen: 7160# 2 @  
@ Pete [#1]

Hallo Stefan, :-)

Walter hat letztens eine Beleg brief&mehr aus Kalifornien (also USA) bekommen. Der ist offensichtlich in Malta in den Weltpostverein eingeschleust worden.

Sorry, einen scan habe ich nicht.

Gruß
Stephan
 
Pete Am: 07.09.2012 18:51:57 Gelesen: 6976# 3 @  
@ stephan.juergens [#2]

Nachfolgend die Belege vom Sammlerkollegen Walter als Scan. :-) Beide Belege sind als Bedarfspost nach den USA gelaufen und enthielten Rechnungen.



Sendung vom 26.03.2012 (Brief und Mehr aus Münster), eingespeist über die Postverwaltung von Malta (03.04.2012) in den Weltpostverein



Sendung vom 08.03.2012 (Brief und Mehr aus Münster), eingespeist über die Postverwaltung von Malta (16.03.2012) in den Weltpostverein

Der Briefdienstleister Brief und Mehr aus Münster (http://www.briefundmehr.de/ ) kennzeichnete die beiden Sendungen während der maschinellen Bearbeitung durch das Wort "Welt" als Sendung für die Zustellung außerhalb Europas. Ich nehme an, dass BuM in Bezug auf Sendungen außerhalb Deutschlands mit einem Briefdienstleister zusammenarbeitet, welcher sich auf Auslandssendungen spezialisiert hat und u.a. für die Logistik (hier nach Malta) sorgt.

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 07.09.2012 21:26:31 Gelesen: 6964# 4 @  
@ Pete [#3]

Sehr interessant Pete, Danke

... eingespeist über die Postverwaltung von Malta (03.04.2012) in den Weltpostverein ...

Wobei ich sehr stark bezweifeln würde, dass der Brief physisch wirklich jemals in Malta war. Wir kommen hier langsam in Bereich des internationalen Remailings, wo auf den ersten Blick kaum erkennbar ist, welche Laufwege die Briefe genommen haben. Möglich ist hier, dass der "Welt"-Einsammel- und Weiterleitungspartner der deutschen Privatposten über so ein extraterritoriales ETOE (Extraterritorial Exchange Office) [1] der maltesischen Post in ??? eingeliefert hat. Wer wo welche betreibt ist bisher kaum philatelistisch aufgearbeitet, leider ist die Informationspolitik der beteiligten hoheitlichen Postanstalten diesbezüglich auch recht mau.

Durch Zufall bin auf der Seite des dt. Zolls über ein Merkblatt "Informationsblatt zu den verwendeten Freimachungsvermerken der ausländischen Standorte von Swiss Post International" [2] gestolpert, in dem beschrieben wird, wie anhand des Entgeltbezahlt-Vermerks der "Zöllner" erkennen kann, woher eine Sendung wirklich kommt, Ausschnitt:

.

Im übrigen ein sehr schöner Thread. Ich hoffe wir bekommen hier viel interessante Belege zu sehen!

Gruß
Thomas

[1]: http://en.wikipedia.org/wiki/Extraterritorial_Office_of_Exchange
[2]: http://www.zoll.de/SharedDocs/Downloads/DE/FormulareMerkblaetter/Zollrecht/Postverkehr/infoblatt_swisspost.pdf
 
dietrich Am: 18.11.2012 12:50:35 Gelesen: 6956# 5 @  
Ich lebe in Brasilien und kann sagen, daß hier die Post aus und nach Deutschland normal sehr lange braucht - frag bitte nicht wieso. Der Brief hier hatte allerdings alle Rekorde geschlagen:



Laufzeit, trotz Luftpostaufkleber vom 15.12.2009 bis 9.4.2010 - immer schön locker bleiben, wat möt dat möt, der Brief kommt schon noch an.

sonnige Grüße dietrich

[auf Wunsch von Pete den Beitrag aus dem Thema "Extreme Postlaufzeiten" in dieses Thema kopiert]
 
DL8AAM Am: 07.08.2013 19:30:50 Gelesen: 6214# 6 @  
@ Pete [#1]

Nur zur Ergänzung:

Die Briefe stammen von der "Carl Zeiss" Gruppe, Standort Göttingen (Königsallee 9-21, 37081 Göttingen) und wurden bei der CITIPOST Göttingen - damals noch "nur" Niederlassung der CITIPOST Hannover, nun eigene GmbH - eingeliefert (siehe Label). Von dieser an ihre Mutter nach Hannover weitergeleitet (siehe Spray mit Leithinweis "EU", unterer Umschlag). Weitergabe an die Swiss Post International "SPI" (Remailer) zwecks Einschleusung in den UPU-Kreislauf. Der Tintenstrahlaufdruck unten rechts stammt von einem Briefverteilzentrum der niederländischen Post (als letztlich zustellender Postdienstleister).

Gruß aus Göttingen ;-)
Thomas
 
Mondorff Am: 07.08.2013 20:03:58 Gelesen: 6206# 7 @  
Salut, wie es aussieht glaubt ihr Leute mir nicht. Na dann:





DiDi
 
Pete Am: 07.08.2013 22:14:12 Gelesen: 6191# 8 @  
@ Mondorff [#7]

Ich glaube dir, keine Sorge. ;-) Ich finde es lediglich etwas kurios, dass der Briefumschlag rückseitig auf der Briefklappe eine Codierung als Zeichen der maschinellen Briefsortierung trägt, vorderseitig allerdings lediglich ein Handstempel der Citipost Osnabrück ersichtlich ist. Hat man in Osnabrück den Drucker der Olympus I (Pitney Bowes) für die vorderseitige (grauschwarze) Codierung (Strichcode, UPOC, Firmenname, Datum usw.) abgeschaltet und während des Sortierlaufs in dieser Briefsortiermaschine nur rückseitig codiert?

Alternativ wäre theoretisch denkbar, dass die Sendung vorderseitig an einer anderen Sendung haftete und beide Briefe gleichzeitig maschinell frankiert/sortiert wurden. Der vordere Brief hat die grauschwarze Frankierung erhalten, während der hintere Brief die rückseitige orangefarbene Codierung erhielt. Kurz vor der Zustellung fielen die zusammengeklebten Sendungen auf und die Citipost Osnabrück hat die zweite Sendung (ohne vorderseitige Codierung) mittels Handstempelabschlag mit einem Datum und Name des Briefdienstleisters versehen und anschließend per Hand in die Kiste für die Auslandspost geworfen. Wenn diese Theorie zuträfe, müsste die Briefvorderseite mehr oder weniger sichtbare Haftspuren (dünne Stellen im Papier) aufweisen.

Zusamengeklebte Sendungen kommen vor, wenn eine selbstklebende Briefklappe unsachgemäß verschlossen wurde und ein Teil der Klebefläche unbenutzt sichtbar bleibt (Bsp. bei C6-Sendungen >50g mit dickem Inhalt) oder jemand nassklebende Umschläge maschinell mit Wasserdampf verschließt und die Umschläge sehr zügig und unter recht hohem Anpressdruck in eine Kiste/Karton legt (Bsp. Massensendungen; individuelle aber maschinell (ohne Unterschrift) erstellte Schreiben aus einem Lettershop).

Fragen über Fragen. :-)

Gruß
Pete
 
Mondorff Am: 07.08.2013 22:24:48 Gelesen: 6187# 9 @  
@ Pete [#8]

Bitte Adresse angeben. Dann geht der Umschlag übermorgen an Dich ab. Haftspuren konnte ich nicht erkennen.

DiDi
 
DL8AAM Am: 07.08.2013 23:11:04 Gelesen: 6180# 10 @  
@ Pete [#8]

Nur als Rahmeninfo: Sendungen der CITIPOST Göttingen erhalten keine rückseitige orangenfarbende Kodierzeile. Ich kenne die hier nur, wenn die Sendung über die Mutter (als Weiterleitung) über Hannover kommt. Vielleicht hat die CITIPOST Osnabrück auch (?) keine Pitney Bowes Sortiermaschine. Und Osnabrück hat den Brief über Hannover (Kodierzeile auf Lasche) abgeleitet? Nur fehlt mir dann ein hannoverscher Sendungserfassungsbarcodespray oder -label, wobei diese bei Weiterleitungen an Externe auch - bei anderen Privatposten schon beobachtet - fehlen können, z.B. die PostModern-an-DPAG-Postkarte aus [1]. Da prangt neben der UPU-Franktur auch nur der Handstempel der Privatpost auf der Karte. Oder wie bei [2] ein nur sehr sehr verkürzter Bearbeitungs- bzw. "an DPAG"-Leithinweisspray der MAZ Mail Potsdam. Man müsste mehr Belege zu fassen bekommen, leider sind osnabrücker CITIPOSTler hier zu (sehr) selten, als man damit Verfahrensabläufe sauber beschreiben könnte. Weiterleitungen ins Ausland sind noch sehr viel seltener (egal von welcher Privatpost). Tippe hier geht vieles noch manuell?

Gruß
Thomas

[1]: http://www.philaseiten.de/beitrag/70010
[2]: http://www.philaseiten.de/beitrag/66021
 
Pete Am: 08.08.2013 19:49:35 Gelesen: 6142# 11 @  
@ DL8AAM [#10]

Nur als Rahmeninfo: Sendungen der CITIPOST Göttingen erhalten keine rückseitige orangenfarbende Kodierzeile. Ich kenne die hier nur, wenn die Sendung über die Mutter (als Weiterleitung) über Hannover kommt.

Soweit mir bekannt, verfügt die Citipost Göttingen an maschineller Briefsortiertechnik lediglich über eine Intelli Star von Böwe, Bell & Howell. Hierbei handelt es sich (eigentlich) um eine Großbriefsortiermaschine. ;-)

Vielleicht hat die CITIPOST Osnabrück auch (?) keine Pitney Bowes Sortiermaschine.

Doch, diese steht in Osnabrück seit mindestens 2007. ;-)



Briefvorder- und Briefrückeite einer Sendung, welche maschinell von der Olympus I in Osnabrück bearbeitet wurde

Die vorstehend gezeigte Sendung und das nachfolgende Exemplar zeigen auf, wie "fehleranfällig" das Osnabrücker Briefsortiermaschinenmodell sein kann, d.h., die waagerechten Streifen auf der Briefvorderseite sind nicht normal (und sehe ich bei der CP OS vergleichsweise am häufigsten).



... Man müsste mehr Belege zu fassen bekommen, leider sind Osnabrücker CITIPOSTler hier zu (sehr) selten, als man damit Verfahrensabläufe sauber beschreiben könnte. Weiterleitungen ins Ausland sind noch sehr viel seltener (egal von welcher Privatpost). Tippe hier geht vieles noch manuell?

Als Teil des Sternverbundes NRW kommen Sendungen der Citipost Osnabrück regulär (über TNT Post) in das Ruhrgebiet. Diese Belege sind zwar keine Massenware, kommen allerdings hier relativ häufig vor. In Osnabrück wird, trotz aller Briefsortiertechnik, auch noch einiges per Hand am PC erfasst (analog Citipost Göttingen). Eventuell ist das Sendungsaufkommen in Osnabrück so groß, das Zeitfenster zur Briefsortierung so eng, man verfügt nur über eine C6-Briefsortiermaschine (sowie neuerdings über eine Großbriefsortiermaschine), so dass der Rest per Hand bearbeitet werden muss?

Gruß
Pete
 
Pete Am: 03.03.2014 19:08:19 Gelesen: 5638# 12 @  
Sendungen, frankiert durch Mitbewerber der Deutschen Post AG und adressiert ins Ausland sind weiterhin nicht häufig zu finden. Der nachfolgende Beleg fand sich - recht gut versteckt und unscheinbar - in einem größeren Packen Belege:



Sendung vom 13.04.2012, frankiert über TNT Post (Niederlassung Frankfurt/Main), weitergeleitet über die Konzernmutter aus den Niederlanden ins Ausland (nach Großbritannien?)

Die Briefsortiermaschine hielt sich in der Bezeichnung des Empfängerlandes recht knapp und weist lediglich das Kürzel "EU" aus; mehr sollte nicht notwendig sein. Seitens des Absenders wurde ein Prelabel (Aufkleber rechts neben dem Sichtfenster) verwendet. Die Briefsortiermaschine dürfte den auf dem Aufkleber vorhandenen Strichcode und UPOC maschinell eingelesen haben, weshalb sich auf der Briefvorderseite kein weiterer Strichcode+UPOC in schwarz von TNT Post aus Frankfurt/Main befindet.

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 03.03.2014 19:31:07 Gelesen: 5631# 13 @  
@ Pete [#12]

Pete, trägt der niederländische PPI die Rücksendeadresse "P.O. Box 700 2"? Ist leider nicht 100%ig erkennbar, außer man weiß es und liest es unterbewusst hinein. Das würde dann meine bisherige Idee unterstützen, dass dieses Schidamer Postfach 7002 ein Sammelpostfach für TNT-Remailingkunden aus Deutschland ist, analog zu 7003/Schweiz und 7004/Österreich. Es ist häufige Praxis bei diesen großen global aktiven Remailern - wie TNT/Spring und DPAG/DHL - für jedes Kundenherkunftsland ein eigenes 'fiktives' Postfach anzugeben, (auch) um Retouren zielgerichteter verarbeiten zu können.

Von der Form der Kodierzeile würde ich auch auf einen Empfänger in GB tippen.

Gruß
Thomas
 
Pete Am: 05.03.2014 18:57:06 Gelesen: 5603# 14 @  
@ DL8AAM [#13]

Pete, trägt der niederländische PPI die Rücksendeadresse "P.O. Box 700 2"?

Den Beleg hatte ich vor einiger Zeit bereits digitalisiert und den Scan beim Aufräumen wiedergefunden. Der Beleg selbst "schmort" irgendwo in einem Karton - nur wo? :-)

Dafür fand ich im bereits aufbereiteten Teil der Sammlung (d.h. im Aktenordner) ein vergleichbares Exemplar:



datumslose Auslandssendung der PIN Mail AG Berlin, frankiert mittels Prelabel der PIN Mail AG Berlin

Die Sendung weist einen für Deutschland und Österreich typischen orangefarbenen Codierbalken auf und es ist kurios, dass dem Beleg vorder- und rückseitig weitere Frankiermerkmale der PIN Mail AG Berlin (Bsp. Aufkleber, Spray der Briefsortiermaschinen, Modell Criterion) fehlen.

Dito, allerdings als Scan (Ausschnitt) zu 600 dpi:



Es ist recht schlecht zu lesen, ob es sich hier um das Postfach 7002 oder 7003 handelt.

Gruß
Pete
 
Pete Am: 12.08.2014 20:43:05 Gelesen: 5205# 15 @  
Auch die deutsche Tochter der niederländischen Post_NL, TNT Post, reicht für das Ausland bestimmte Sendungen deutscher Kunden an die niederländische Mutter weiter. Im nachfolgenden Fall gelangte ein C6-Brief des Briefzentrums Bochum von TNT Post über die niederländische Post in den Kreislauf der UPU. Das Empfängerland ist mir nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich aufgrund der Angabe "BO/Welt" um ein außereuropäisches Land. Post_NL "frankierte" ebenfalls.



Die Sendung weist kein Frankierdatum auf. Allerdings sollte es möglich sein, anhand der Sendungsverfolgungsnummer "010192..." den Frankierzeitraum anhand von datiertem Vergleichsmaterial ungefähr bestimmen zu können.

Gruß
Pete
 
Black5 Am: 14.08.2014 17:07:44 Gelesen: 5169# 16 @  
@ Pete [#15]

Das Einzige was feststeht - der Brief ist in Bochum durch die Sortiermaschine gelaufen und hat seinen UPOC bekommen (0101923271270906). Es sind für diesen UPOC jedoch im System keine Daten (mehr) hinterlegt.

Und auf Grund des UPOC auf ein, wenn auch nur ungefähres, Datum zu schliessen wird nicht klappen, da der UPOC nicht hochzählt sondern vom System "frei" vergeben wird, auf Basis von freien Datensatzpositionen.

Das der Brief kein Datum hat, liegt wohl daran das er schon bei der Vorsortierung als "nicht direkt zustellbar" rausgefallen ist oder durch die Videocodierung gelaufen ist.

Black5
 
Pete Am: 14.08.2014 18:54:22 Gelesen: 5158# 17 @  
@ Black5 [#16]

Es sind für diesen UPOC jedoch im System keine Daten (mehr) hinterlegt.

Dann scheinen die Daten (Sendungsdetails und Sendungsbild) in CodX bereits gelöscht worden zu sein. Dadurch ließe sich abschätzen, dass die Sendung bereits vermutlich einige Monate oder älter ist, abhängig von der seitens Postcon vorgegebenen Frist bezüglich der Aufbewahrung von Sendungsdetails in CodX und der Kapazität des Servers, auf welchem diese Daten gespeichert werden.

Und auf Grund des UPOC auf ein, wenn auch nur ungefähres, Datum zu schliessen wird nicht klappen, da der UPOC nicht hochzählt sondern vom System "frei" vergeben wird, auf Basis von freien Datensatzpositionen.

Soweit mir bekannt, werden in CodX Nummern in Gruppen (fiktives Beispiel: UPOC 0101923200000000 bis 0101923249999999) reserviert und den jeweiligen Frankiergeräten zugeordnet. Bei Prelabeln kann man ähnliches beobachten. Es ist m.E. daher durchaus möglich, ein ungefähres Versanddatum anhand von weiteren Belegen zu ermitteln. Entscheidend ist hier, einen datierten Beleg aus der gleichen Gruppe zu finden. Man kann sich spaßeshalber auch Sendungen eines Absenders von einem Tag an den gleichen Empfänger ansehen. Die Codierung sollte bei aufeinanderfolgenden Sendungen mehr oder weniger aufsteigend ohne große Lücken sein.

Das der Brief kein Datum hat, liegt wohl daran das er schon bei der Vorsortierung als "nicht direkt zustellbar" rausgefallen ist oder durch die Videocodierung gelaufen ist.

Ich schließe nicht aus, dass die Sendung durch die Videocodierung gelaufen ist. Allerdings konnte der Brief schlussendlich bezüglich der Empfängeranschrift erfolgreich erfasst werden. Ob hier die Erfassung der Empfängeranschrift korrekt war, ist erst einmal zweitrangig. In dem konkreten Fall wurde von einer Bochumer Criterion der Zusatz "BO/Welt" oberhalb des Strichcodes auf der Briefvorderseite vermerkt. Bei Sendungen, welche innerhalb des Zustellbereiches von Bochum verbleiben, würde an der Stelle u.a. "451" angegeben werden (analog "431" für den Bereich von Neuss und "652" für den Bereich von Frankfurt/Main).
Normalerweise erhalten auch Sendungen, welche durch die Videocodierung bearbeitet werden, ein Sendungserfassungsdatum während des zweiten Sortierlaufs. Die Datumsangabe erfolgt m.W. durch manuelle Eingabe am PC der jeweiligen Briefsortiermaschine. In diesem Fall unterblieb die Angabe des Datums (Bedienfehler?).

Sendungen von Bochum an Kooperationspartner sind im eigentlichen Sinne auch "nicht direkt zustellbar" und erhalten ein Datum.

Gruß
Pete
 
Pete Am: 27.10.2014 16:28:32 Gelesen: 4934# 18 @  
Im Verlauf der letzten Monate sind doch einige Belege für dieses Thema zustande gekommen. Nachfolgend zwei weitere Belege, welche vor kurzem den Weg in meine Sammlung fanden. Auch anhand von Einzelstücken kann man ein Thema beleben :-)

1. Sendung der BW-Post, Niederlassung Stuttgart:



Sendung vom 31.01.2014 aus dem Großraum Stuttgart via der niederländischen Post (post.nl) nach Luxemburg

2. Sendung der Citipost, "Niederlassung" Osnabrück:



Sendung vom 06.10.2011 der Citipost Bielefeld als Kooperationsbeleg an die Citipost Osnabrück. Dort wurde der Brief irrtümlich als Auslandssendung maschinell auf der Briefsortiermachine Olympus I des Herstellers Pitney Bowes sortiert ("EUROPA") und an die niederländische Post (seinerzeit noch als "TNT Post" firmierend) weitergeleitet. Diese reichte den Brief an die Deutsche Post AG zur Sendungszustellung im Großraum Osnabrück weiter.

Gruß
Pete
 
Pete Am: 22.10.2016 14:17:51 Gelesen: 10360# 19 @  
Die beiden nachfolgenden Sendungen sind mutmaßlich nach Luxemburg gelaufen. Mutmaßlich deshalb, da hier jeweils die Empfängeranschrift fehlt. Rückseitig befindet sich jeweils eine fluoreszierende Codierung (orange).



Sendung vom 13.09.2011 des Elbkurier aus Hamburg, Ableitung via TNT Post aus den Niederlanden

Der Elbkurier in Hamburg existierte lediglich wenige Monate von Mai bis Dezember 2011. Es handelt sich hierbei um den Nachfolger der Niederlassung von TNT Post in Hamburg.



Sendung vom 08.12.2011 der Citipost aus Hannover, Ableitung via Schweizer Post, als Absender die Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG selbst

Gruß
Pete
 
Lars Boettger Am: 23.10.2016 10:50:23 Gelesen: 10322# 20 @  
@ Pete [#19]

Der orangefarbene Code-Streifen wird in Luxemburg von der Post [1] aufgebracht. Die Briefe wurden also über den Partner der privaten Postdienstleister an die luxemburgische Post geliefert, die dann die Verteilung an den Adressaten übernahm.

Beste Grüße!

Lars

[1] http://www.post.lu
 
Pete Am: 23.10.2016 16:24:13 Gelesen: 10305# 21 @  
@ Lars Boettger [#20]

Der orangefarbene Code-Streifen wird in Luxemburg von der Post [1] aufgebracht.

Dank dir für die Bestätigung. Postmitbewerber "verewigen" sich auch auf der Briefumschlagrückseite, sofern als Sortiertechnik Briefsortieranlagen verwendet werden.

Bei der Citipost in Hannover stehen entsprechende Anlagen (siehe auch Frankierung auf dem gezeigten Beleg), bei dem Elbkurier in Hamburg sind mir keine maschinell sortierten bzw. frankierten Belege bekannt. Ergo kann bzw. müsste die rückseitige Codierung von der luxemburgischen Post stammen (und vielleicht in punkto Postleitzahl und Ort auch zu entschlüsseln sein).

Insbesondere über den Beleg des Elbkurier habe ich mich vergangenen Sonntag auf der Veranstaltung in Luxemburg sehr gefreut :-)

Gruß
Pete
 
Pete Am: 14.11.2017 18:29:42 Gelesen: 66# 22 @  
In einem netten Posten Belege (Freistempler) eines Empfängers aus Österreich befand sich auch das nachfolgende Exemplar:



Es handelt sich hierbei um eine C6-Sendung, beklebt mit einem Aufkleber (Prelabel) des Postmitbewerbers BW-Post (https://www.bwpost.net/ ), vermutlich über das Briefzentrum in Stuttgart eingeliefert und dort maschinell am 30.09.2016 sortiert. Die Sendung wurde der niederländischen Post übergeben und dort mit einer Frankierung der post.nl versehen (siehe auch Beitrag [#15]).

Gruß
Pete
 
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