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Thema: (?) (313) Rumänien: Belege nach 1945
Das Thema hat 317 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 14.11.2016 22:38:07 Gelesen: 97730# 18 @  
@ StefanM [#10]

Hallo Stefan,

Rumänien ist tatsächlich ein Land, das im 20. Jahrhundert den Markt mit seinen Ausgaben "geflutet" hat. Wie Du richtig feststellst, sind vor allem auch eine unglaubliche Zahl von Ganzsachen herausgegeben worden.

Anhand des Ganzsachenkataloges Michel 2001/2002 liste ich auf, welche Katalognummern die Ganzsachen anfangs 1990 und Ende 1999 erreichten:

1990-1999: (Seite 413 - 470)
Anweisungen: A 81 - A 97
Postkarten: P 967 - P 1295
Umschläge: U 1444 - U 2326.

Die Briefmarken sind auch nicht besser: Michel-Europa, Band 4, Südosteuropa 2006/2007:

Seite 702-753:
8.1.1990 - 21.12.1999
Nr. 4585 - 5456

Solche Fluten von Ausgaben machen ein Briefmarkenland eher unattraktiv. Ich habe zwar auch eine Sammlung "Rumänien modern", aber die neueren Jahre sammle ich nicht mehr. Das heisst aber nicht, dass die Belege, echt verwendet, nicht interessant und sammelwürdig sind.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Pete Am: 15.11.2016 21:31:40 Gelesen: 97695# 19 @  
@ 10Parale [#17]

Die Aufdrucke haben durchaus einen Reiz für sich, insbesondere auf gelaufenen Belegen. :-)

Am Rande: Bei losen gestempelten Stücken kann es vorkommen, dass sich die Stempelfarbe etwas verselbständigt hat, da diese in dem Zeitraum nicht pauschal wasserfest gewesen war.

Aufsteigend nach Datum nachfolgend einige weitere Belege:



Sendung aus București nach Deutschland vom 21.12.2000, Porto zu 12.000 Lei, Aufdruck einer Blume inkl. Stängel



Sendung aus Timișoara nach Deutschland vom 04.01.2001, Porto zu 10.000 Lei, Aufdruck einer Blume inkl. Stängel

In o.g. Fall wurde eine m.E. importierte Tischstempelmaschine sowjetischer Bauart zur Entwertung der Briefmarke verwendet.



Sendung aus Sibiu nach Deutschland vom 07.05.2001, Porto zu 13.000 Lei, Aufdruck einer Schlange



Sendung (Einschreiben) aus Câmpia Turzii nach Deutschland vom 09.05.2001, Porto zu 66.000 Lei, Aufdruck eines Blattes

Gruß
Pete
 
10Parale Am: 16.11.2016 20:20:29 Gelesen: 97659# 20 @  
@ Pete [#19]

Gratulation zu diesen Belegen. Besonders der letzte Beleg mit den 4 Marken zu 16.500 Lei (Michel Nr. 5559 - Auflage: 121166 Stück) gefällt mir besonders.

Woher hast du dieses Wissen über Stempelmaschinen, wow!!!

Da das Porto bei diesen Briefen immer gewichtsabhängig ist und die rumänische Post ebenfalls zwischen Einwurfeinschreiben, Übergabeeinschreiben etc. unterscheidet, ist die Bestimmung trotz Handbuch nicht sehr einfach.

Nehmen wir an der Brief hatte ein Gewicht von 21 - 50 gr., dann waren zunächst einmal 19.500 Lei fällig zuzüglich 22.000 Lei für die Einschreibegebühr. Ein Übergabeeinschreiben (Taxa in mana proprie) kostete noch einmal 3.000 Lei - Zu 66.000 Lei fehlen aber immer noch 21.500 Lei. Die Empfangsbestätigung (Taxa adeverire de prmiire) kostete noch einmal 22.000 Lei. Nach meiner Rechnung müsste der Brief demnach 66.500 Lei gekostet haben???? - also nicht ganz einfach, da fehlen 500 Lei?

Wäre auch mal ein Sonntagsrätsel wert.

Ich zeige im Folgenden einer meiner Lieblingsbriefe, den ich am 23.07.2003 erhalten habe. Er ist mit 56.400 Lei freigemacht und vorder- wie rückseitig mehrfach frankiert.

1 x Michel Nr. 5715 - 36.000 Lei Kunstmaler Georges de Bellio Auflage: 140.000 Stück
12 x Marken zu 1.700 Lei aus der Serie "Beschädigte Gemälde" mit Aufdrucken von Malutensilien.

Zusätzlich hat der markeneifrige Absender noch 2 Gedenkblöcke (Vignetten) aufgeklebt.

- Rumänisch - Israelische Briefmarkenausstellung in Cluj Napoca im April 2000

Im Jahr 1939 lebten in Rumänien ca. 900.000 Juden. Im Jahr 2000 waren es etwa noch 9.000 Juden. Ich selbst habe die Synagoge in Hermannstadt besucht, die sehr ehrwürdig an einer sehr verkehrsreichen Straße steht.

Mit einem Gewicht von 0,048 kg kostete der Brief einfach 26.500 Lei zuzüglich 12.000 Lei für Drucksache Fehlen immer noch 17.900 Lei??? Da die Einschreibegebühr 53.000 Lei kostete, beginnt hier das grosse Rätseln. Der Brief war unterfrankiert, kann das sein?

Liebe Grüße

10Parale


 
Pete Am: 18.11.2016 20:10:09 Gelesen: 97627# 21 @  
@ 10Parale [#20]

Gratulation zu diesen Belegen. Besonders der letzte Beleg mit den 4 Marken zu 16.500 Lei (Michel Nr. 5559 - Auflage: 121166 Stück) gefällt mir besonders.

Da das Porto bei diesen Briefen immer gewichtsabhängig ist und die rumänische Post ebenfalls zwischen Einwurfeinschreiben, Übergabeeinschreiben etc. unterscheidet, ist die Bestimmung trotz Handbuch nicht sehr einfach.

Nehmen wir an der Brief hatte ein Gewicht von 21 - 50 gr., dann waren zunächst einmal 19.500 Lei fällig zuzüglich 22.000 Lei für die Einschreibegebühr. Ein Übergabeeinschreiben (Taxa in mana proprie) kostete noch einmal 3.000 Lei - Zu 66.000 Lei fehlen aber immer noch 21.500 Lei. Die Empfangsbestätigung (Taxa adeverire de prmiire) kostete noch einmal 22.000 Lei. Nach meiner Rechnung müsste der Brief demnach 66.500 Lei gekostet haben???? - also nicht ganz einfach, da fehlen 500 Lei?


Rückseitig sind keine weiteren Frankiermerkmale oder Reste von Rückscheinen vorhanden. Zum Porto bin ich überfragt. Ich fand den Beleg einfach schön, als ich diesen vor einigen Jahren auf einem Tauschtag erwarb. :-)

Woher hast du dieses Wissen über Stempelmaschinen, wow!!!

Einer der Spezialisten im Forum ist Concordia_CA, siehe auch hier ;-)

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=133770#M8 (Beitrag 8)

Diese Tischstempelmaschinen sind in mehrere Länder des damaligen Ostblocks exportiert worden und kamen auch u.a. in der DDR zum Einsatz.

Ein paar Belege hatte ich zusammen mit den bereits hier vorgestellten Stücken auf den Scanner gelegt.



Sendung aus Ploiești nach Deutschland vom 23.05.2001, Porto zu 11.500 Lei, Aufdruck eines Rindes (?)



Sendung aus Pătaș nach Deutschland vom 02.07.2001, Porto zu 15.000 Lei, Aufdruck eines profanen Balkens



Sendung (Einschreiben mit Rückschein) aus Turda nach Deutschland vom 19.07.2001, Porto zu 60.000 Lei, Aufdruck eines Bären

Auch Absenderfreistempel können gut die letzte Hochinflation in Rumänien aufzeigen.



Sendung (Einschreiben) aus București nach Luxemburg vom 04.01.2005, Porto zu 89.000 Lei

Gruß
Pete
 
Baber Am: 30.11.2016 14:38:34 Gelesen: 97544# 22 @  
Hier ein Luftpostbrief per Einschreiben von 2003 nach Österreich, Porto 73500 Lei.



Gruß
Baber
 
Michael Mallien Am: 09.12.2016 18:14:32 Gelesen: 97440# 23 @  
Was die Höhe der Frankatur angeht kann ich in diesem Thread einen neuen Rekord anmelden!

Dieser Brief mit Stempel vom 10.5.2004 ging offensichtlich per Einschreiben/Rückschein nach Deutschland und ist mit 138.000 Lei frankiert.

Eine Frage an die Fachleute: Wie setzt sich diese Portostufe zusammen?



12 der 13 Marken zu 10.000 Lei sind zusammenhängend, also direkt aus dem Bogen getrennt.

Hier noch die Rückseite und eine Vergrößerung des Stempels:


 
10Parale Am: 09.12.2016 22:36:46 Gelesen: 97419# 24 @  
@ Michael Mallien [#23]

Schöner Beleg, den du da zeigst mit den Freimarken aus der Serie "Postdienste". Wer mag diesen Rekord noch brechen, portotechnisch noch gut möglich, denn wir befinden uns im Jahr 2004 ja fast schon am Ende der Inflation.

Schöner Beleg aus der Zipserstadt Viseu de Sus (ehemals Oberwischau im Kreis Maramures (MM).

Also diese Portostufe von 138.000 Lei kann ich nicht erklären.

Ich kann aber sagen, dass im Zeitraum vom 3. November 2003 bis zum 31. Juli 2004 ein Brief mit einem Gewicht zwischen 101 - 250 gramm 73000 Lei kostete zuzüglich der Einschreibegebühr von 56000 Lei. Fehlen immer noch 9000 Lei. Es gibt kein Hinweis auf "postlagernd" oder "Drucksache" oder über ein "Übergabeeinschreiben", wo man immerhin 7000 Lei hinzurechnen könnte.

Dann würden immer noch 2000 Lei fehlen, die man damit erklären könnte, dass einfach keine passende Marke zur Hand war. Das kann ich mir aber nicht vorstellen, weil der Brief auf der Post aufgegeben wurde?

Sicherlich ein Grund, warum ich mich persönlich trotz der vorhandenen Literatur nicht mit dieser Sammelperiode anfreunden kann, ist die schwierige Portobestimmung. Natürlich mag dies bei österreichischen Altbriefen hundert Mal schwieriger sein, aber ich glaube persönlich, dass selbst auf den Postämtern nicht immer die passenden Marken vorhanden waren und deshalb Überfrankierung die Regel war. Eine Theorie, die natürlich sehr gewagt ist, wirklich nur eine Theorie ohne verbindlichen Charakter, möchte ich betonen.

Heute Abend zeige ich einen Brief, den ich am 25. Juni 2008 persönlich von Bukarest nach Deutschland zu meinen Eltern schickte. Nach dem Ableben meines Vaters kam zurück in meine Sammlung. Es ist ein Sonderumschlag anlässlich der Briefmarkenweltausstellung EFIRO im Juni 2008 in Bukarest. Schön sieht man die ersten 4 Marken des Fürstentums Moldau. Der mit 2,10 RON (Lei) frankierte Brief (rumänische Keramik, Sondermarke efiro) ist einer meiner Lieblingsbriefe.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 11.12.2016 11:38:59 Gelesen: 97362# 25 @  
@ 10Parale [#24]

Danke für Deine Hilfe und die Informationen zu der möglichen Portostufe. Ich würde an einer Stelle gerne noch einmal nachhaken: Kann es sein, dass es sich eben nicht um ein einfaches Einschreiben handelt, sondern auch um die Zusatzleistung Rückschein?

Klar, auf dem deutschen Label ist das Feld "Rückschein" nicht angekreuzt, aber auf der Rückseite des Belegs klebte ein Formular, das dann heraus getrennt worden ist. Zurück geblieben sind die beiden roten Randstreifen mit der Abtrenn-Perforation.

Was wäre die Gebühr für die Zusatzleistung Rückschein?

Ggf. summiert sich dann die Portostufe aus den Komponenten

- Einschreibegebühr
- Rückscheingebühr
- Auslandsbrief zu xyz Gramm.

auf die 138.000 ?
 
StefanM Am: 14.12.2016 08:40:15 Gelesen: 97327# 26 @  
@ Pete [#21]

Sendung aus Ploiești nach Deutschland vom 23.05.2001, Porto zu 11.500 Lei, Aufdruck eines Rindes (?)

Ich finde, der Aufdruck sieht aus wie ein Bison oder ein Wisent.

Gruß
Stefan
 
Michael Mallien Am: 17.12.2016 19:52:57 Gelesen: 97281# 27 @  
Heute habe ich auch drei Belege mit Aufdruckmarken:



Einschreiben von von Brasov nach Sibiu vom 8.8.2000 (rückseitiger Ankunftsstempel vom 9.8.2000).

Das Porto betrug 6300 Lei, wenn ich die Wertstufe der Ganzsache zu 1700 Lei mitrechne.



Die Marke mit rotem Aufdruck stammt aus 1991. Den Überdruck deute ich als Turm ?! Die alte Wertstufe kann ich nicht erkennen.



Bei diesem Einschreiben von Deva nach Sibiu vom 14.9.2000 irritiert der rückseitige Ankunftsstempel. Denn der ist vom 16.8.2000.



Einer der beiden Stempel war offensichtlich falsch eingestellt. Das Porto beträgt hier 3900 Lei, was mich im Vergleich mit dem vorherigen Einschreiben auch irritiert, aber vielleicht ist dies ja ein Einwurf-Einschreiben.

Die Marke mit der Schlange stammt aus 1996 und die alte Wertstufe zu 70 Lei ist passenderweise mit einer Schlange und einem Kelch (?) ebenfalls in roter Farbe überdruckt.



Der dritte Beleg ist wieder ein Einschreiben. Dieses Mal mit einem R-Zettel aus Hunedoara, Abgangsstempel vom 20.9.2000 und Eingangsstempel vom 22.9.2000.
Das Porto beträgt 6200 Lei.



Die Marke mit dem Hermelin (?) stammt aus 1997 und die alte Wertstufe zu 70 Lei ist mit einer roten Krone überdruckt.



Weiß jemand, was der kleine Kastenstempel A.R. bedeutet?
 
Michael Mallien Am: 07.01.2017 08:11:43 Gelesen: 97098# 28 @  
Inlandsbrief von Resita nach Sibiu mit Stempel vom 8.2.2001.

Weiterhin Sonderstempel GERMANII DIN BANATUL MONTAN / 3.1.2001 / IN MILENIUL TREI / 1700 RESITA



Ich nehme an IMPRIMATE/IMPRIMEE unten bedeutet Drucksache?

Der Brief trägt zwei Marken und dabei eine Besonderheit:

Die Marke zu 1000 Lei rechts oben trägt den Sonderstempel. Die Aufdruckmarke unten zu 1700 Lei den eigentlichen Stempel.

Leider kenne ich nicht die erforderliche Portohöhe für diesen Brief. Sie könnte 2700 Lei betragen haben oder es wurde möglicherweise ein sondergestempelter Umschlag erneut verwendet und mit 1700 Lei frankiert.



Der Aufdruck zeigt Buch, Tintenfass und Feder auf einer Marke aus dem Jahr 1990
 
nor 42 Am: 07.01.2017 17:18:06 Gelesen: 97073# 29 @  
Rumänien hat schon seine Eigenheiten, wenn es um moderne Belege geht. Wie man sieht, hat der SoSt ein anderes Datum als der daneben Gesetze Poststempel. Sie werden kaum FDC oder Belege mit SoSt finden, die zweifelsfrei am Tag der im SoSt angegeben ist echt gelaufen sind.

Bei den SoSt kommt das davon, dass diese kaum von einer Poststelle aufgeschlagen werden, sondern meistens irgendwo in einem Hinterzimmer für Sammler fabriziert werden. Sowohl FDC als auch SOSt Belege kann man aber nachher verschicken. Blättert man bei Calin Marinescu nach, so sieht man, dass am 02.01.2001 eine Inlanddrucksache 51-100 g mit 900 Lei frankiert werden sollte. Am 8.02.2001 hätte die gleiche Drucksache 1000 Lei gekostet, also wäre die Frankatur ausreichend. Die 2700 Lei würden am 8.02.2001 einer Inlanddrucksache 101-250 g entsprechen. Für Feb. 2001 gibt es keine andere Sendungsart die der 2700 Lei Frankatur entsprechen würden. Ob das nun wirklich so eine schwere Drucksache war, kann ich nicht beurteilen.

Doch nochmals, Achtung bei Belegen mit Sonderstempel!

Nor 42
 
Michael Mallien Am: 08.01.2017 13:38:26 Gelesen: 97045# 30 @  
@ nor 42 [#29]

Vielen Dank für deine Ausführungen und dann haben wir es ja auch würde ich sagen: Es handelt sich, wie von Dir ermittelt, um eine Drucksache 101-250g zu 2700 Lei. Die 1000 Lei-Marke zählte bei der Berechnung der Portohöhe mit, obwohl bereits mit dem Sonderstempel versehen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 17.01.2017 20:28:27 Gelesen: 96983# 31 @  
@ 10Parale [#24]
@ Michael Mallien [#25]

Als mittlerweile stolzer Besitzer der Werke von Calin Marinescu kann ich meine Frage nun selbst beantworten. :)

Die Daten in der Tabelle auf Seite 129 (Table nr.262) beinhalten die Portostufen ab 3.11.2003 bis 31.7.2004. Dort steht:

Scrisori simple (einfacher Brief) 21-50g: 27.000 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 56.000 Lei
Taxa adeverire de primare (Rückscheingebühr): 55.000 Lei

Das macht zusammen genau die 138.000 Lei.

Ich freue mich sehr, dass der Brief portorichtig frankiert ist!
 
10Parale Am: 17.01.2017 22:21:53 Gelesen: 96972# 32 @  
@ Michael Mallien [#31]

Ich freue mich sehr, dass die rumänische Philatelie Sie so begeistert, dass Sie zur Literatur greifen und gratuliere zu der erfolgreichen Porto-Recherche bei Calin Marinescu. Mich begeistert Ihre Aufstellung der einzelnen Komponenten zur Gesamtfrankatur in rumänischer und deutscher Sprache, wer gibt sich schon die Mühe der bilingualen Darstellung?

Glauben Sie mir, die rumänische Sprache wird viel zu sehr im Bewusstsein Westeuropas in eine slawische Ecke gedrängt, die sie nicht verdient. Doch dies ist ein anderes Thema, das zu vertiefen in einem philatelistischen Forum wohl fehl am Platze ist.

IMPRIMATE ist eine Drucksache - um Ihre Frage aus [#28] eindeutig zu beantworten.

Auf der beiliegenden Abbildung sehen Sie ein Teil einer eingeschriebenen Drucksache (IMPRIMATE), die mir dieser Tage ins Haus flog. Freigemacht ist sie mit den beiden Briefmarken Michel Nr. 7067 und 7068 aus dem Jahr 2016.

Man staune:

Die Auflage der Michel Nr. 7068, 4. Mai Europa, Umweltbewusst leben, zu 12 RON (Lei) - eine Graphik "Von Grau zu Grün" eines zypriotischen Künstlers, ist gerade mal = 17.720 Stück. Der MOK bewertet diese Marke heute schon gestempelt mit 8,50 €, den Satz zu 2 Marken mit 12 €uro.

Eine vergleichsweise geringe Auflage, wie ich finde.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 20.01.2017 10:10:28 Gelesen: 96903# 33 @  
@ 10Parale [#32]

Dass die rumänische Sprache recht eingängig ist, war mir schon vor ein paar Jahren aufgefallen, als ich beruflich in Bukarest unterwegs war. Und ich denke, man kann es auch ganz gut an den Bezeichnungen der Komponenten der Portostufe ablesen.

Danke für die freundlichen Worte. Du warst sozusagen mit Schuld daran, dass ich mich der rumänischen Philatelie zuwende. :)

Ich konzentriere mich auf Belege ab 1989 und dabei im Speziellen auf Portostufen aus der Inflationszeit. Zunächst nehme ich, was ich günstig bekommen kann, bevor ich dann gezielter auf die Suche gehe.

Aber wie ich sehe sind auch ganz aktuelle Belege sehr interessant also werde ich die Augen offen halten.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.01.2017 08:10:32 Gelesen: 96857# 34 @  
@ 10Parale [#4]

Auf Seite 131 seines Werkes Posttarifwerkes Volume 2 führt Minescu aus, dass Einschreiben bis 20 gramm ins Ausland im Jahr 2008 exakt 7,30 Lei gekostet haben.

Die Tabelle nr.265, aus der 7,30 Lei stammen, bezieht sich meines Erachtens auf eine spätere Portoperiode (ab Januar 2008) und im Titel steht Taxa AR imprimate, was doch Drucksache als Einschreiben/Rückschein bedeutet, oder? Eine ungewöhnliche Portostufe wie ich finde.

Gelten nicht vielmehr die Portostufen in der Tabelle auf Seite 130 vom 15. Februar 2007 mit 1,60 (Brief bis 20g) + 5,60 (Einschreiben) = 7,20 Lei, wodurch der Brief mit 0,10 Lei überfrankiert wäre?

Ich habe nun zufälligerweise auch einen Brief des selben Absenders mit Frankatur der selben Ausgabe mit der Destination Japan vom 21.4.2009.



Er ist frankiert mit 8,40 Lei. Unten links findet sich noch der Stempel IMPRIMAT, also Drucksache.

Über die Berechnung der Portostufe kann ich nichts sagen, da die Aufzeichnungen im Werk von Minescu im März 2008 enden. Für die letzte dort angegebene Portoperiode finde ich 1,60 (Brief bis 20g) + 6,00 (Einschreiben) = 7,60 Lei bzw. 0,80 (Drucksache bis 20g) + 6,00 (Einschreiben) = 6,80 Lei.
 
10Parale Am: 22.01.2017 19:08:08 Gelesen: 96831# 35 @  
@ Michael Mallien [#34]

Danke für den Hinweis, natürlich haben Sie Recht, für den in [#4] gezeigten Brief ist die Tabelle mit den Portostufen aus Seite 130 von Marinescu ausschlaggebend. Danke für die Korrektur!

Leider habe ich mit Mircea Dragoteanu keinen Kontakt mehr und habe sein Pseudonym bei ebay auch vergessen.

Die beiden Bände von Minescu reichen von 1841 bis Ende März 2008. Ein Portobestimmungsbuch nach dieser Zeit fehlt auch in meiner Bibliothek.

Eine ähnliche Ganzsache mit Zusatzfrankatur wie Ihr Brief vom selben Absender in #34 habe ich vom Oktober 2008. Es scheint tatsächlich eine Portostufe für TAXA AR IMPRIMATE zu geben, also wie Sie richtig sagen einer eingeschriebenen Drucksache.

TAXA AR (TAR) = Taxa adeverire de primire (Empfangsbestätigung).

Leider kann ich über die Berechnung der Portostufe mangels Literatur auch nichts sagen, aber sie beträgt ebenfalls 6,80 Lei, was darauf schließen lässt, das ich Portobestimmung aus [#34] richtig ist.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 23.01.2017 13:40:55 Gelesen: 96807# 36 @  
Unter den Phila-Autoren gab es ein "Minescu", etwa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die beiden Bände die hier erwähnt werden, stammen wohl eher von "Calin Marinescu". Wohlgemerkt ähnliche Namen, doch unterschiedliche Personen.

Nor 42
 
10Parale Am: 23.01.2017 15:33:20 Gelesen: 96794# 37 @  
@ nor 42 [#36]

Ja, ja, die Augen lassen nach. Calin Marinescu ist der richtige Name.

Danke für die Korrektur.

Gruß

10Parale
 
Heinz 7 Am: 23.01.2017 23:47:49 Gelesen: 96770# 38 @  
@ Michael Mallien [#33]

Hallo Michael,

ich finde es schön, dass 10 Parale Dich zum Sammeln von Rumänien begeistern konnte! Sicherlich wirst Du das nie bereuen, denn Rumänien ist ein sehr schönes Sammelgebiet, das auch einiges "hergibt". Ich sammle auch Rumänien, allerdings liegt mein Fokus klar auf dem XIX. Jahrhundert, bis 1903 (14. Ausgabe; sog. "Ährenausgabe"), aber auch im späteren XX. Jahrhundert habe ich ein paar philatelistisch interessante Marken & Belege.

Vor einer Weile konnte ich einmal einen kleinen Posten Inflationsbelege erwerben aus der Nachkriegszeit. Innerhalb kurzer Zeit stieg das Briefporto exponentiell.

1.5.1945: scrisori simple 20 g. = 45 Lei
15.8.1947 (also weniger als zweieinhalb Jahre später) = 300'000 Lei. An diesem Tag gab es eine Währungsreform, und 20'000 (alte) Lei wurden 1 (neuer) Leu.

Der Tarif stieg also um nicht weniger als (mehr als) 9 x Verdoppelung. Aber die Post verzichtete auf allzu viele neue Tarife, sondern passte die Tarife in den knapp 28 Monaten nur 6 Mal an, was bei einer so starken Inflation doch wenig ist. Somit gab es bei dieser rumänischen Inflation keine Tarifstufen, die nur ganz wenige Tage Gültigkeit hatten; so, wie wir dies bei anderen Inflationen kennen.

Ich zeige hiermit einen (meines Erachtens) sehr schönen Brief aus Bukarest in die Schweiz. Gestempelt 26. Januar 1946.



Der Brief ist frankiert mit 8 (!) verschiedenen Wertstufen der Ausgaben "König Michael I. 1945" (ab Mi. Nr. 929) und "König Michael I. 1944" (aus Mi. Nr. 797-818). Wir zählen die Nominalen zusammen und kommen auf 870 Lei. Und - wunderbar! - alles stimmt! Der Brief mag zwar "philatelistisch inspiriert" sein, aber er ist doch genau portogerecht freigemacht worden:

350 Lei für scrisori simple (ab 1.11.1945)
500 Lei für Einschreiben (ab 1.11.1945)
20 Lei für Zuschlag Luftpost für die Schweiz (seit 15.4.1943) (vgl. Tabelul Nr. 33)

Es fällt sicher auf, dass der Ausland-Luftpost-Zuschlag (20 Lei) sehr gering war. Dies, weil dieser Zuschlag nach dem 15.4.1943 lange nicht angepasst wurde. Dies geschah erst am 1. März 1947. dann wurde dieser Tarif für die Schweiz auf 2200 Lei erhöht! (vgl. Tabelul Nr. 34), also eine hundertzehn-Verfachung des alten (unangepassten) Betrages!

Ich zeige Euch hiermit gleich den spektakulärsten Brief meiner kleinen Infla-Sammlung Rumänien 1945/47, aber ich kann auch noch weitere (einfachere) Briefe zeigen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.01.2017 13:36:36 Gelesen: 96747# 39 @  
@ Heinz 7 [#38]

Ich korrigiere:

Der Tarif erhöhte sich sogar um mehr als die zwölffache Verdoppelung!

45 Lei x 2 hoch 12 = 184'320 Lei

2 hoch 12 = 4'096

Für eine solch hohe Geldentwertung sind nur 6 Anpassungen der Tarifstufen natürlich sehr wenig. Da das Ganze aber innert 28 Monaten stattfand und Rumänien um 1945 auch andere Probleme zu lösen hatte als das Postwesen, ist diese Nachlässigkeit auch verständlich.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.01.2017 19:57:10 Gelesen: 96729# 40 @  
@ Heinz 7 [#38]

Da bin ich mal gespannt auf weitere Briefe aus dieser Inflationszeit, die im August 1947 endete.

"denn Rumänien ist ein sehr schönes Sammelgebiet, das auch einiges "hergibt", ...dem stimme ich voll zu. Gerade habe ich bei philasearch gesehen, dass das Auktionshaus Rauhut eine 27 Parale mit rotem Stempel M1 von Jassy/Moldova in der nächsten Auktion hat. Da kribbelt es wieder in meinen Fingern und ich könnte jeden Banker auf der Straße anhauen, ob er mir nicht ein wenig Geld leiht. Spaß bei Seite, ein wirklich schönes Stück.

Übrigens ist heute ein besonderer Tag in Rumänien. Am 24. Januar 1859, also genau vor 158 Jahren, vereinigte Fürst Cuza die beiden Fürstentümer Walachei und Moldau. In Rumänien haben die Schulen das ganze Wochenende und bis heute frei, damit die Eltern diesen großen Tag mit ihren Kindern feiern können. Sowas könnte Deutschland auch mal machen!

Hier noch etwas Geschichtliches am Rande: gestern habe ich eine moderne Verfilmung von "Krieg und Frieden" nach der Romanvorlage von Tolstoi gesehen. Napoleon war gerade auf dem Feldzug in Russland und marschierte auf Borodino zu, wir schreiben das Jahr 1812.

Wenigstens im Film sagte dann einer der russischen Offiziere etwas in dem Sinne: "Na ja, wir haben Napoleon Bonaparte die Fürstentümer Moldau und Walachei angeboten, aber er wollte mehr, jetzt muss er gegen uns kämpfen".

War da ein Deal geplant? Man stelle sich vor, der Deal wäre zu Stande gekommen. Die Fürstentümer als französisches Kolonie, welche Vorstellung?

Ich zeige im Folgenden einen ganz modernen Beleg, der beweist, dass auch die zeitgenössische Philatelie einiges Schönes und Sehenswertes zu bieten hat. Immerhin ein mit 16,50 Lei freigemachtes Einschreiben von Giurgiu nach Deutschland. Rechts oben sehen wir das historische Postgebäude in Bukarest. Unten rechts eine Friedenstaube über dem Gebäude der Vereinten Nationen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 24.01.2017 21:29:36 Gelesen: 96719# 41 @  
@ Heinz 7 [#38]

Ein schöner Beleg! Und danke Heinz, auch für Deine freundlichen Worte. Ja, es macht mir Spaß, mich mit den neueren Belegen und dem Umfeld zu beschäftigen. :)

Was die letzte Inflationsphase (bis 2004) betrifft, habe ich mittlerweile den Eindruck, dass die Geldentwertung seitdem zwar weniger dramatisch, aber dennoch weiterhin merkbar voran schreitet. Bei den Belegen, die ich hier sehe, registriere ich mit jedem späteren Jahr wieder deutliche Erhöhungen der Tarife.

@ 10Parale [#40]

Der Beleg ist auch ein gutes Beispiel aus dem Jahr 2017: Auslandsbrief (Deutschland) per Einschreiben für 16,50 Lei.

Hier ein vergleichbarer Beleg aus dem Jahr 2009: Auslandsbrief (Japan) per Einschreiben für 9,20 Lei.



Heinz, 10Parale,

kennt ihr vielleicht eine Quelle mit den Portoperioden aus der Zeit nach März 2008?

Wenn nicht, könnten wir vielleicht gemeinsam beginnen, die Lücke zu schließen. Die aktuellen Tarife können auf der Seite der Posta Romana eingesehen werden und dann könnte man versuchen die Portoperioden davor zu ermitteln.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 25.01.2017 20:34:09 Gelesen: 96687# 42 @  
@ Michael Mallien [#41]
@ 10 Parale [#40]

Lieber Michael

Nein, leider kenne ich keine Quelle mit den Portoperioden aus der Zeit nach März 2008. Doch, so denke ich, sollte es möglich sein, diese Daten neu, direkt bei der Quelle, zu erheben; bei der rumänischen Post.

Ich möchte heue einen weiteren Beleg aus der rumänischen Inflation 1945-1947 zeigen.



Wenn wir die gültigen Porti per 1.5.1945 als "Stufe 1" bezeichnen, zeige ich anbei "Stufe 4" dieser Inflation. Gemäss Marinescu galten folgende Tarife (jeweils für einfache Briefe):

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000

Alle Betrachter werden nun zu Recht sagen: "Moment, das ist ein Ausland-Brief. Da sollte doch noch ein Zuschlag dazukommen für Ausland-Post".

Das ist zwar richtig, aber ich vermute, dass der alte Ausland-Tarif vom April 1943 noch immer nicht angepast wurde, und folglich immer noch galt. Streng genommen hätte der Postbeamte wohl einen Tarif von Lei 3'020 verlangen müssen:

3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946), 20 Lei für Zuschlag Luftpost für die Schweiz (seit 15.4.1943) (vgl. Tabelul Nr. 33).

Dass der vorliegende Brief ohne Beanstandung seitens der rumänischen Post befördert wurde, könnte damit zusammenhängen, dass die Postbeamten auf den "Schweiz"-Zuschlag verzichtet haben wegen Geringfügigkeit. Die 20 Lei wären ja nur ca. 0.7 % des Portobetrages gewesen. Vielleicht waren auch kleine 20 Lei-Marken zu dieser Zeit (Januar 1947) nicht mehr oder kaum mehr verfügbar?

Ich nehme also an, dass der Ausland-Brief mit Duldung der Behörden gleich behandelt wurde wie ein Inland-Brief.

Ich bin gespannt, was ausgewiesene Kenner der Rumänien-Philatelie (wie Nor 42) von meinem "Porto-Erklärungsversuch" halten.

Freundliche Grüsse
Heinz
 

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