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Thema: Stempelbezeichungen: Wie nennt man diese Bogenstempelung ?
Das Thema hat 45 Beiträge:
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abrixas Am: 17.04.2020 11:46:45 Gelesen: 8914# 21 @  
@ achim11-76

Jetzt weiß ich, wer so etwas sammelt.

Aber mit Stirnrunzeln habe ich schon noch einige Fragen.

Wie bringt man solche Bögen unter?
Wie nimmt man diese Bögen zu einem Tauschtreffen?
Wie tauscht man so etwas? Bogen gegen Bogen?
Wie bewertet man diese Bögen? Findet man eine Bewertung im MICHEL-Katalog?
Kann man diese Bögen auch wieder realisieren (z.B. wenn der Erbfall ansteht. Ich habe da schon Einiges erlebt)?

Ich als Liebhaber von echt gelaufenen Bedarfsbelegen steh da vor einem Riesenrätsel.

Nix für ungut ;-)

„De gustibus et coloribus non est disputandum.“

Und viel Erfolg und vor allem Spaß damit!
Und chapeau vor Deinem Detailwissen. Ich lese das äusserst interessiert.
 
Quincy Am: 17.04.2020 11:50:19 Gelesen: 8913# 22 @  
@ notna1 [#20]

Deine zuletzt geäußerte Theorie ging mir auch schon durch den Kopf. Dabei gibt es jedoch ein Problem: Die Abdeckung müsste hinreichend dünn gewesen sein, damit der Stempel auf der Marke vollständig und gleichmäßig abschlägt. Dann müsste jedoch, z.B. beim letzten gezeigten Beispiel auf dem Unterrand, zumindest ein farbloser Stempelabdruck zu erkennen sein. Gibt es ihn vielleicht, und er ist nur auf den Scans nicht zu sehen?

Viele Grüße
Quincy
 
NikFFM Am: 17.04.2020 13:56:12 Gelesen: 8857# 23 @  
Die Abstempelungen weisen keinerlei Parallelität auf, bzw. eine große Differenz zueinander auf. Eine extrem sorfältig ausgeführte Abstempelungen mit einem angeschnittenen Stempel kommt in Betracht.



Der Stempel mit der Kennung "ci" taucht auch auf Versandstellenware auf.


 
notna1 Am: 17.04.2020 15:32:23 Gelesen: 8824# 24 @  
Hallo zusammen,

ich möchte mich nicht an der am Beitrag von NikFFM entstandenen Diskussion beteiligen [wurde ausgelagert, die Redaktion], sondern einfach mein gesammeltes Wissen an die daran interessierten Sammler weitergeben und zur Diskussion stellen.

Zum Beitrag von abrixas [#21] möchte ich aber noch einige Zeilen schreiben:

Jetzt weiß ich, wer so etwas sammelt.
Wer sammelt eigentlich noch so etwas? Ich bitte um ein Outing. Vielleicht lässt sich ja ein Tausch in die Wege leiten.

Aber mit Stirnrunzeln habe ich schon noch einige Fragen.

Wie bringt man solche Bögen unter? Es gibt doch Bogenalben unter den Ringbindern, auch mit Übergröße (z.B. SAFE).
Wie nimmt man diese Bögen zu einem Tauschtreffen?
Ich habe noch auf keinem Tauschtreffen einen Sammler gefunden, der sich für diese Materie interessiert. Mitunter musste ich einem Händler dreimal erklären, um was es mir dabei geht.
Wie tauscht man so etwas? Bogen gegen Bogen?
Mir ist noch keine Tauschmöglichkeit untergekommen.
Wie bewertet man diese Bögen? Findet man eine Bewertung im MICHEL-Katalog?
Welche Bewertung ist gemeint? Betrachtet man z.B. die im MICHEL aufgeführte Bewertung für FDC dieser Marken und versucht, auf Grund dieser Notierungen zu verkaufen, dann ...
Kann man diese Bögen auch wieder realisieren (z.B. wenn der Erbfall ansteht. Ich habe da schon Einiges erlebt)?
Eine Realisierung dieser Marken habe ich wohl schon im Satz vorher kommentiert. Man darf natürlich nicht seine Erben im Glauben lassen, man würde aus monetären Gründen sammeln.

Ich als Liebhaber von echt gelaufenen Bedarfsbelegen steh da vor einem Riesenrätsel. Ich sammele vielfach auch echt gelaufene Belege und würde niemals auf die Idee kommen, mir eine Sammlung dieser Versandstellen-Abstempelung aus Einzelmarken ins Album zu stecken.

Hier und jetzt mein nächster Beitrag.

Die älteren Marken dieser Art wurden wohl alle mittels Handstempelung hergestellt. Und es finden sich schon von Anfang her Bogenteile mit einer Abstempelung, die nicht vom Ersttag stammt. Als Beispiel dazu kann der bereits oben gezeigte Streifen des 3 Pf.-Wertes Mi.-Nr. 231 herhalten oder die jetzt gezeigten 3er-Streifen der Jugendmarkenserie aus dem Jahr 1967 (Mi.-Nr. 298 – 302).



Aus Satz Mi.-Nr. 250 – 253 (Jagdbares Federwild) möchte ich vom 15 + 5 Pf.-Wert zwei senkrechte Streifen zeigen. Beim oberen Streifen fällt auf, dass bei der Stempelung nicht immer zu 100 % sauber gearbeitet wurde. Hier gehen die Stempel teilweise auf die Nachbarmarken über (obere zwei Marken). Beim unteren Streifen hat mich überrascht, dass die Stempelung nicht auf den Seitenrand übergeht. Wurde hier auch der senkrechte Rand abgedeckt? Und wen überrascht es da noch, dass es von ein und derselben Ausgabe (hier wieder aus dem selben Satz) Marken gibt, bei denen der Stempel einmal auf dem Unterrand übergeht und einmal nicht.



Ich hoffe, damit die Spannung und das Interesse vielleicht hochhalten zu können.

Viele Grüße für heute

notna1

[4 Beiträge redaktionell ausgelagert in das Thema "Teilstempel: Philatelistische Forschung oder Altpapier für die Tonne ? - https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=14170&CP=0&F=1 ]
 
filunski Am: 17.04.2020 16:01:22 Gelesen: 8811# 25 @  
@ NikFFM

Eine extrem sorfältig ausgeführte Abstempelungen mit einem angeschnittenen Stempel kommt in Betracht.

Hallo NikFFM,

interessante Theorie!?

Da haben die pfiffigen Postler bei der Versandstelle also zuerst die untere Reihe abgestempelt, dann mit der Eisensäge (oder Flex?) den Stahl-Stempel schön sauber abgesägt und dann den Rest des Bogens damit abgestempelt. Warum auch nicht? Dann wäre der Bogen aber auch eine ganz seltene Rarität. ;-)

Besten Gruß,
Peter
 
NikFFM Am: 17.04.2020 23:18:17 Gelesen: 8709# 26 @  
Da Notna keine Diskussion mit mir wünscht, kann ich auch nichts mehr dazu sagen. Wer seine Sammelobjekte zeigt, sollte auch vertragen können nicht nur Lob zu ernten, das hat nichts mit Beleidigung zu tun (warum auch).

@ filunski

Deine Theorie mit dem Absägen könnte fast stimmen. ;-) Es hat tatsächlich abgesägte Stempel bei den Versandstellen gegeben. Aber warum die Stempel nicht in einem strengen Raster zueinander stehen, bleibt weterhin offen. LG
 
notna1 Am: 18.04.2020 18:46:17 Gelesen: 8590# 27 @  
@ NikFFM

Hallo zusammen,

ich mag es nicht, wenn man mir Worte in den Mund legt, die ich so nicht gesagt bzw. geschrieben habe und die ich auch so nicht gemeint habe.

Ich habe nichts dagegen, wenn jemand meine Beiträge bzw. die Beschäftigung mit der hier genannten Materie kritisiert. Ich denke, ich habe mich deutlich geäußert, dass ich mich nur nicht an dieser Diskussion beteiligen werde.

Eine Diskussion, ob etwas zu Sammeln sinnvoll ist, wurde schon an vielen Stellen geführt. Wenn jemand aus monetären Beweggründen eine Sammlung aufbaut, mag er das ruhig tun. Dass es für die meisten Sammler und auch für die meisten Philatelisten eine befriedigende Beschäftigung ist, sich auf ihre Weise mit diesem Hobby zu beschäftigen, mag eine im vorigen Satz genannte Person eventuell nicht verstehen und solch ein Verhalten als „Geldverbrennen“ bezeichnen. Für andere Personen ist eine Kreuzfahrt oder der tägliche Gang in ihr Stammlokal auch eine Art von „Geldverbrennen“, obwohl es diese Leute beglückt. Ein jeder Mensch tickt anderes, was aber eine Vielzahl von Personen nicht versteht und einsieht. Ein jeder soll (beim Sammeln) glücklich werden, wie er möchte.

Noch ein paar Zeilen zu meinen Beweggründen, mich mit dieser Materie zu beschäftigen. Nachdem ich auf diese Marken aufmerksam geworden war und darüber fast nicht gefunden hatte, hat mich meine Entdeckerlust gepackt. Ich habe dann beschlossen, die Materie zu erforschen und dazu Material zusammen zu tragen, um das gesammelte Wissen darüber dann über die AGF (= ArGe Forschung Deutsche Bundespost in BDPh) der philatelistischen Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Vorstandschaft der AGF freut sich übrigens - wie es wohl bei anderen ArGes auch ist - über eine konstruktive Mitarbeit bei der Erstellung der regelmäßig erscheinenden Rundschreiben. Da ich vieles zu diesem Thema noch nicht in Erinnerung bringen konnte, habe ich mich einmal "aus der Deckung getraut" und den Weg über das Forum von http://www.philasiten.de gewählt. Doch nun zurück zum eigentlichen Thema. Ich habe schon zu viel Zeit mit der Beschäftigung mit den Beiträgen von NikFFM verblembert.

Heute möchte ich zuerst einmal einen kleinen Abstecher in die Vorgeschichte dieser Art von Stempelung machen und dazu zwei frühe Beispiele vorstellen. Das ist zum einen ein Bogenteil des 8 Pf.-Wertes Mi.-Nr. 182 aus der Bund-Dauerserie "Theodor Heuss", bei dem jeweils zwei Marken den oberen Teil des Stempelabdruckes abbekommen haben. Dass diese Stempelung durch Umklappen der unteren Markenreihen entstanden ist, verwundert wohl niemanden. Auch aus dem Sammelgebiet "Saarland" habe ich Bogenteile mit der hier betrachteten Art der Stempelung gefunden. Diese Stempelung habe ich auf Marken entdeckt, die in den Jahren 1957-59 erschienen sind, als dieses Gebiet bereits als Bundesland zur Bundesrepublik gehörte. Abgestempelt wurden diese Marken anscheinend alle mit Stempeln der Versandstelle Saarbrücken; die Qualität wird allerdings die wenigsten Sammler zufrieden stellen. Die hellen Stempelabdrücke sind vielfach kaum zu entzffern. Auch bei diesen Paaren oder Bogenteilen wurde gefaltet, wo es nötig war. Ob dies damals auf Veranlassen eines Sammlers oder Händlers am Schalter oder auf Eigeninitiative der Versandstelle erfolgt ist, wird sich wohl nicht mehr klären lasssen.

Weitergehen soll es mit meinen Beiträgen zu dieser Thematik - noch ohne großartiges Konzept - bei nächster Gelegenheit.

Eine gesunde Zeit wünscht allen

notna1
 
notna1 Am: 18.04.2020 18:48:41 Gelesen: 8587# 28 @  
Hallo zusammen,

leider hat bei meinen vorigen Beitrag die Technik nicht mitgespielt und mir das Einfügen der Abbildung verweigert. Dies möchte ich hiermit nachholen.





Viele Grüße

notna1
 
achim11-76 Am: 19.04.2020 00:03:12 Gelesen: 8518# 29 @  
Ich muss Notna1 recht geben. Bogensammler sind nicht häufig, und meine Bestände haben sich durch Ankauf angesammelt. Ich mache das aber auch nicht weil ich hoffe, das man damit irgendwann mal eine Wertsteigerung hat, sondern halt einfach am Spass an der Freude.

Und getauscht hab ich auch noch nie mit jemandem Bögen.

Das günstigste, was ich mal für Bögen bezahlt hab war auch von Leuten, die einen kleinen Spekulationsbestand aus den 1950er - 1970er Jahren geerbt haben. Es gab schon den Euro und umtauschen war nicht mehr - die Leute haben die Sachen dann für 5% vom Postpreis verkauft.

Aber mal zurück zur Abstempelung. Da man bei der 3 Pf Brandenburger Tor sieht, das der Stempel komplett durchgedrückt hat, ist eigentlich fast sicher, das hier mit einem Blatt Papier oder einem dünnen Kunststoffstreifen gearbeitet wurde, der halt den Teil der oberen oder unteren Marke abdeckt.

Das mit den abgeflexten Stempeln kann ich mir nicht so recht vorstellen - glaube das genaue setzen ist schwieriger als abdecken. :)

Und schaut euch mal die grünen 15 Pf genauer an. Ich bin mir da mittlerweile total sicher, das mit abdecken gearbeitet wurde. Man sieht deutlich, das hier unsauber "abgedeckt" wurde, da bei einigen Marken die Stempel auf andere Marken übergehen.
 
notna1 Am: 19.04.2020 09:00:05 Gelesen: 8465# 30 @  
@ achim11-76 [#29]

Hallo zusammen,

Abdecken ja, zumindest anfänglich, als die Stempelung per Handstempel durchgeführt wurde.

Ich zeige deshalb jetzt hier einmal ein paar Beispiele von extrem knappen Stempelungen bei Sondermarken; beim 90 Pf.-Werte der Dauerserie "Burgen und Schlösser" scheint dagegen der Stempelabdruck der Marke oberhalb zu tief gesetzt worden zu sein.





Den Satz mit den "abgeflexten Stempeln" habe ich allerdings humoristisch aufgefasst und deshalb nicht ernstgenommen.

Postfrische Bogenware gibt es ja wie Sand am Meer, die Preise dafür sind je bekanntlicherweise im Keller. Das waren alles Spekulationsanlagen. Vieles davon taugt heute nur noch zum Tapezieren.

Zum Abschluss zeige ich hier noch einen von der Versandstelle gestempelten Bogen (Zusammendruckbogen), der allerdings nicht zu diesem Thema gehört, aber zeigt, was in Berlin so alles (hier sicherlich auf Kundenwunsch) gestempelt worden ist (hier als Letzttagsstempel).



Einen schönen Sonntag wünscht

notna1
 
volkimal Am: 19.04.2020 09:36:23 Gelesen: 8455# 31 @  
@ notna1 [#28]

Hallo notna1,

ich finde sehr interessant, was es bei diesem Thema so alles gibt. Die von dir gezeigten Handstempelabdrucke die man durch Umknicken erzeugt hat, kannte ich bisher noch nicht. Ich finde die Vielfalt der Philatelie faszinierend und würde so etwas als Belegexemplar jederzeit in meine Sammlung aufnehmen. Ich bin gespannt, was Du noch alles zeigen wirst.

Viele Grüße
Volkmar
 
abrixas Am: 19.04.2020 12:02:36 Gelesen: 8416# 32 @  
@ achim11-76 [#29]

Gestattest Du mir bitte noch eine Frage?

Bringst Du Dein spezielles, umfangreiches Wissen auch über eine ArGe oder eine Forschungsgemeinschaft in die Philatelistenwelt ein oder bleibt diese facettenreiche Diskussion auf 'philaseiten' beschränkt?

Ich bringe meine Ergebnisse auch zuweilen in Spezial-Zeitschriften zur Veröffentlichung ein.

LG
abrixas
 
notna1 Am: 19.04.2020 13:03:14 Gelesen: 8384# 33 @  
@ abrixas [#32]

Hallo abrixas,

ich vermute, dass Deine Frage an mich gerichtet war. Deshalb von mir eine Antwort:

Ich möchte die Materie erforschen und dazu Material zusammenzutragen, um das gesammelte Wissen darüber dann über die AGF (= ArGe Forschung Deutsche Bundespost in BDPh) der philatelistischen Öffentlichkeit zu präsentieren. Da ich vieles zu diesem Thema noch nicht in Erfahrung bringen konnte, habe ich mich einmal "aus der Deckung getraut" und den Weg über das Forum von http://www.philasiten.de gewählt. Vorallem geht es mir um das Aufinden eines Begriffes für diese Form der Bogenabstempelung, aber da bin ich ja noch nicht weitergekommen.

Einen schönen Rest-Sonntag wünscht

notna1
 
achim11-76 Am: 19.04.2020 15:32:00 Gelesen: 8353# 34 @  
@ abrixas [#32]

Also ich würde jetzt nicht sagen, das ich spezielles und umfangreiches Wissen habe..daher auch nur Beiträge bei den Philaseiten. :)

Aber es hat mich schon richtig gefreut, dass es Gleichgesinnte gibt, die sich für die Materie interessieren und man sich austauschen und dazulernen kann.
 
achim11-76 Am: 20.04.2020 08:15:09 Gelesen: 8205# 35 @  
Ich will den Beitrag mal wieder nach oben schieben, da der abgedriftete Teil in einen separaten Thread verschoben wurde.

Wie gesagt, ich war anfang der 90er öfters am Sammlerschalter in Frankfurt und dort hatten sie einen selbstfärbenden Stempel der von der Optik so aussah wie ein Paganierstempel - ich vermute mal auch nicht mit Metallklischee sondern mit Gummi.
 
juju Am: 20.04.2020 10:29:01 Gelesen: 8174# 36 @  
@ notna1 [#30]

Ich bin ja eigentlich ein Freund der modernen Stempel, aber lese hier schon seit Beginn des Themas mit und meine, mit diesen Marken etwas dazu beitragen zu können:



Die ersten beiden erscheinen mir sehr knapp gestempelt wie auch in Beitrag [#30] vorgestellt, der Stempel Berlin 12 passt auch, bei der dritten Marke bin ich mir unsicher, das scheint eigentlich ein normaler Tagesstempel zu sein, aber da scheint wohl auch irgendwas untergelegt worden zu sein, um Marken zu philatelistischen Zwecken zu enterten.

Beste Grüße
Justus
 
achim11-76 Am: 20.04.2020 10:39:39 Gelesen: 8170# 37 @  
Bei der 50 Pf Marke vermute ich normalen Bedarf, oder hat sie noch die Originalgummierung?

Wahrscheinlich war der Platz eng und die Nachbarmarke wurde etwas auf den Rand geklebt, daher der saubere "Schnitt".
 
Christoph 1 Am: 20.04.2020 10:44:54 Gelesen: 8167# 38 @  
@ achim11-76 [#35]

dort hatten sie einen selbstfärbenden Stempel der von der Optik so aussah wie ein Paganierstempel - ich vermute mal auch nicht mit Metallklischee sondern mit Gummi

Genau auf diese Art von Stempeln hatte ich in meinem Beitrag [#10] bereits hingewiesen. Es gab hier im Forum irgendwann auch schon mal ein Bild von diesen Stempelgeräten. Leider konnte ich den Beitrag, der mir in Erinnerung ist, trotz intensiver Suche nicht mehr finden. Ich meine, er war von Peter (filunski).

@ juju [#36]

bei der dritten Marke bin ich mir unsicher, das scheint eigentlich ein normaler Tagesstempel zu sein, aber da scheint wohl auch irgendwas untergelegt worden zu sein, um Marken zu philatelistischen Zwecken zu enterten.

Der Stempel aus Dillingen ist der Stempelkopf eines Klüssendorf-Maschinenstempels. Siehe [1]. Bei der gezeigten Marke lag vermutlich ein anderer Brief in der Stempelmaschine etwas verkantet über dem Beleg mit dieser Briefmarke, so dass der Stempelabschlag rechts abgedeckt wurde.

Viele Grüße
Christoph

[1] https://philastempel.de/stempel/zeigen/97455
 
jmh67 Am: 20.04.2020 11:22:31 Gelesen: 8149# 39 @  
In diesem Zusammenhang noch ein Griff in die Mottenkiste (leider ohne Bild):

In den 1950ern und 1960ern war ja der leicht wasserlösliche Dextringummi sehr verbreitet und wurde wohl öfters versehentlich zu sehr an- und mehr abgeleckt, die Marken klebten also nur teilweise. Also wurde, um Schäden an der Zähnung der Frankatur zu vermeiden, von Sammlern empfohlen, über die Markenzähne aus den Briefmarkenrändern geschnittene Streifen zu kleben, die ja beim Abwaschen der Marken wieder abfielen. Das führte zwangsläufig auch zu "im Markenbild abgeschnittenen" Stempeln. So habe ich es in einer alten Ausgabe des Sammler-Express gelesen. Hat aber mit den oben gezeigten Versandstellenstempelungen nichts außer einer vagen äußeren Ähnlichkeit zu tun.

-jmh
 
juju Am: 20.04.2020 11:23:36 Gelesen: 8147# 40 @  
@ achim11-76 [#37]
@ Christoph 1 [#38]

Die 50 Pf. Marke hat keinen Originalgummi mehr. Die anderen beiden schon. Hatte auch schon die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass da irgendetwas drüberklebte, aber da die Marke in einer größeren Menge Marken war, die so gut wie alle gewaschen waren (auch mit Ersttags, (-)Sonderstempel usw) dachte ich, diese sei evtl. (unabsichtlich) gewaschen worden. Aber auch irgendwie selbsterklärend, da es in Dillingen / Saar nie eine Versandstelle gab. :D

Beste Grüße
Justus
 
BochumerJunge Am: 20.04.2020 11:35:15 Gelesen: 8144# 41 @  
Ein Hallo an alle, die hier über die Abstemplung diskutieren.

Für mich als Mann vom Fach sieht es so aus, als ob (fast) alle hier gezeigten Entwertungen maschinell erstellt wurden. Anscheinend hat man mit verschiedenen Möglichkeiten experimentiert. Man nimmt einen Stempel als Vorlage und vervielfältigt diesen dann fotomechanisch. Und wenn man dann z.B. einen Tagestempel mit UB nimmt, kann es sogar vorkommen, dass dieser Stempel dann in zwei verschiedenen Versionen existiert, eine gedruckte Version und ein normaler Handstempel.

Wäre also interessant, ob es manche Stempel in beiden Versionen in die Stempeldatenbank geschafft haben, da es sich je eigentlich um zwei verschiedene Stempel handelt.

Zwar werden bei beiden Verfahren gültige Postwertzeichen entwertet, einmal um ein Postwertzweichen für Sammlerzwecke zu entwerten (der Bedarf war ja da, zum anderen um Postwertzeichen für Postleistungen zu entwerten.

Auch der Abklatsch auf der Rückseite ist leicht erklärt. Fertige Briefmarkenbogen lassen sich nicht so leicht noch einmal bedrucken, da kann es schon mal passieren das ein Bogen nicht richtig durchläuft und Teile nicht bedruckt werden. Diese tauchen dann beim nächsten Bogen auf der Rückseite als Abklatsch auf.

Es gab ja diese Bogenentwertungen schon länger. Aber wenn Kunden einen Vollstempel haben wollten, hatte man Probleme bei zu kleinen Briefmarken. So enstanden die Bogen mit berichtigten Reihen/Wertzähler. Dies ist aber sehr aufwendig und unwirtschaftlich, da man ja die mit einem Kreuz überdruckten unbrauchbaren Marken austrennen musste. Bei Sondermarken war es jede zweite Reihe.

Also vervielfältigt man den auf Markengröße beschnittenen Stempel und bedruckt ihn im Offsetdruck. Alles kein großes Problem.

Alle anderen Möglichkeiten sind unwirtschaftlich. Andere Reihen mit Bogen abdecken? Dauert viel zu lange. Man müsste ja zwei oder bei kleinen Marken sogar 4 Reihen abdecken. Und umknicken geht auch nicht.

Was mich wirklich interessiert ist: Gibt es von den Tagesstempeln auch Abbildungen vom normalen Gebrauch?

Oder sind die UB nur für diese Massenabstemplung ausgewählt?

Ob sammelwürdig oder nicht muss jeder für sich selbst ausmachen. Ich selbst würde beide Versionen in meine Stempelsammlung aufnehmen.

Mit Coronafreien Grüßen
HG
 
NikFFM Am: 22.04.2020 18:46:58 Gelesen: 7778# 42 @  


Gleiche UB und oben leicht verzerrt, trotzdem ist nur die ältere unten "wie abgesägt" die jüngere nicht.

Kann das jemand erklären?
 
notna1 Am: 22.04.2020 19:57:10 Gelesen: 7757# 43 @  
@ BochumerJunge [#41]

Hallo,

"Danke" für den fachkundigen Beitrag.

Ich selbst hatte zu den von Dir vorgestellten Gedanken auch meine Vermutungen.

Ich werde demnächst mit meinen Beiträgen, Scans etc. weitermachen, freue mich aber schon jetzt über die umfangreiche Beteiligung.

Auch auf die Unterscheidungsbuchstaben in den Tagesstempeln will ich noch eingehen, augenblicklich habe ich aber keine Zeit dafür; ich habe derzeit eine andere (philatelistische) Arbeit, die zeitlich brennt und die ich zuerst fertigstellen möchte.

Ich zeige deshalb auf die Schnelle jetzt nur einen Scan von einem Bogenteil Bund mit der schon einige Male angesprochenen Bogenabstempelung mit Andreaskreuzen auf den unbrauchbaren Marken und dem KBWZ (= korrigierter Bogenwertzudruck). Sicherlich haben einige Leser diese Sache so noch nicht gesehen. Diese Bogen haben die Versandstellen aber nicht sebst gestempelt, sondern schon fertig gestempelt von der Bundesdruckerei bezogen. Solche Bogen gibt es mit Ersttagssonderstempeln und Tagesstempeln vom Ersttag jeweils als Vollstempel oder mit einem Stempel auf einem Viererblock.

Für heute viele und weiterhin gesunde Grüße

notna1


 
achim11-76 Am: 24.04.2020 07:27:50 Gelesen: 7665# 44 @  
@ notna1 [#43]

30 von 50 Marken Ausschuss ist natürlich auch eine Hausnummer. Hat man damals von der Versandstelle diese Einheiten mit X geliefert bekommen, wenn man z.B drei mit Ersttagsstempel bestellt hat?
 
notna1 Am: 20.05.2020 16:37:14 Gelesen: 7232# 45 @  
Hallo zusammen,

nach einer längeren Pause bin ich wieder da und möchte nun auch wieder etwas beisteuern.

Mit diesem Beitrag will ich nun die anfangs gestellte Frage nach der Benennung der von mir vorgestellten Frage mit einem Vorschlag weiterführen.

Die vielfach angesprochene Stempelung der von den Versandstellen verkauften Marken mit Vollstempel soll nun in einem eigenen Beitrag vorgestellt bzw. erörtern werden.

Zuerst einmal möchte ich die von mit gestellte Frage noch einmal kurz ansprechen:

Auf dem gezeigten Bogen des Bund-Zusammendruckes Mi.-Nr. 1537/38 befindet sich auf jeder Marke ein nicht vollständiger Vollstempel. Bei dieser Art der Vollstempelung geht bei diesem Bogen keine Marke verloren, wie man es von den Bogenabstempelungen mit Andreaskreuz auf den nicht mehr brauchbaren Marken (= Bogen mit KBWZ) kennt.

Gibt es für diese Art der Stempelung eine Bezeichnung?

Der Begriff "Vollstempel" sagt sicherlich nicht genug darüber aus.


Wie schon gezeigt, lässt sich dieser unvollständige Vollstempelabdruck bei Einzelmarken nur selten erkennen. Nur bei einem schlecht zentrierten Stempelabdruck hat man die Chance, diese Eigenheit zu erkennen. Meist benötigt man Paare oder größere Einheiten oder auch Randstücke, um fündig zu werden.

Mir sind in der Zwischenzeit einige Begriffe im Kopf herumgegeistert, die ich hier einmal in die Runde werfen will.

Zuerst möchte ich aber ein paar von mir benutzte Begriffe kurz erläutern, da das Wort „Stempel“ ja zum einen das Stempelgerät und zum anderen den Stempelabdruck auf Marke oder Unterlage bedeuten kann. Daher möchte ich den Begriff „Stempel“ nicht verwenden. Wie schon zu sehen war, gibt es Bogen, bei denen alle oder auch nur einige Marken mit einen unvollständigen Stempelabdruck als Vollstempel entwertet wurden. Dazu ist mir der Ausdruck „partieller Vollstempelabdruck“ eingefallen.

Bei Bogen, die solche mit einem „partiellen Vollstempelabdruck“ entwertete (= gestempelte bzw. bedruckte) Marken, aber auch postfrische Marken enthalten, kann ich mir vorstellen, analog des von den Versandstellen benutzten Begriffes „gemischt gestempelt“ diese Bogen bzw. Bogenteile auch so zu nennen. Die Versandstellen hatten in der Vergangenheit Bogen mit diesem Namen der in der hier gezeigten Art angeboten. Ob solche Bogen auch heute noch im Angebot der Versandstellen sind, weiss ich leider nicht.



Jetzt meine Frage in die Runde?

Wie sehen andere Forumsteilnehmer die beiden Begriffe „partieller Vollstempelabdruck“ und „gemischt gestempelter Bogen mit partiellen Vollstempelabdrucken“?

Ich weiß selbst, dass diese beiden Begriffe nicht toll sind; dafür sagen sie aber alle relevanten Eigenschaften aus.

Über Meinungsäußerungen diesbezüglich würde ich mich freuen.

Beste und gesunde Grüße

notna1
 

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